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YouTube-Video oder Livestream gesperrt? Netflix läuft nicht? Probiert mal Tunnelbear.

tunnelbear

Viele YouTube-Videos laufen in Deutschland bekannterweise nicht, und auch andere Onlinedienste sind mit einem Internetzugang aus Deutschland nicht nutzbar. Wer es bspw. geschafft hat, sich einen (kostenpflichtigen und auch nicht ohne Weiteres anlegbaren) Netflix-Account zuzulegen, der kann mit einer deutschen IP trotzdem nicht auf das Programm zugreifen. Und auch der gerade auf Twitter und Facebook verbreitete Livestream aus Kiew funktioniert in Deutschland nicht.

Um diese Problemchen zu umgehen, muss der eigene Rechner, das Tablet oder Smartphone so tun, als wären sie bspw. in den USA mit dem Internet verbunden. Dies kann man mittels eines VPN, eines Virtual Private Networks erreichen, eine völlig legale Vorgehensweise, die aus anderen Gründen in vielen Unternehmen eingesetzt wird. Der eigene Rechner stellt dabei zunächst eine „getunnelte“, quasi direkte Verbindung zu einem bestimmten Server bzw. Gateway her, und erst dieser Server gilt dann als euer „Startpunkt“ ins Internet. Stellt euch ein langes Kabel von eurem Rechner zu diesem Server vor. Steht der Server in den USA, ist man von dort aus Netznutzer.

Es gibt bereits unendlich viele VPN-Anleitungen im Netz, Auskennerinnen und Auskenner bekommen das alles alleine und ohne zusätzliche Kosten hin, da wir aber nicht alle Auskenner sind und vielleicht auch nur wenig Zeit zum Basteln haben, stelle ich euch aus aktuellen Gründen hier eine sehr einfache und immerhin kostengünstige kommerzielle Lösung vor: Tunnelbear.

Ich habe in Sachen Netflix eine Weile lang Unblockus experimentiert, was auch recht zuverlässig ist, doch die 5 Dollar im Monat gehen ins Geld und zudem half Unblockus mir bei YouTube leider nicht weiter, der Dienst ist, soweit ich das korrekt interpretiere, kein echtes VPN, sondern routet die eigene Verbindung nur über andere Nameserver.

Durch diverse Tweets bin ich dann auf Tunnelbear gestoßen, habe eine Weile lang die kostenlosen Möglichkeiten getestet, für gut befunden und nun ein Upgrade gekauft. Denn einfacher geht’s nun wirklich nicht mehr:

Man lädt eine Software oder App auf den Windows-PC, den Mac, ein iOS- oder Android-Gerät, stellt dann je nach Betriebssystem in einer Systemerweiterung oder an anderer Stelle das Land ein, von dem aus man das Internet nutzen möchte (zur Auswahl stehen derzeit UK, USA, Kanada, Deutschland, Japan, Australien und Frankreich), und das war’s. YouTube-Video gesperrt? Einfach Tunnelbear auf „USA“ stellen, YouTube neu laden und Zackomat: Video läuft.

tunnelbear_screenshots

Als netter Nebeneffekt wird bei einer Tunnelbear-Verbindung auch noch die eigene Rechner-IP versteckt und die Daten sind bis zum Gateway verschlüsselt, Werbetracker und ähnliche IP-Schnüffler haben es also schwer, selbst wenn man „Deutschland“ als Zugangspunkt wählt. Völlige IP-Freiheit gibt es dennoch auch mit Tunnelbear nicht, Torrent-Ports bspw. sind gesperrt, das kanadische Unternehmen erklärt die Gründe dafür hier.

Ich kann Tunnelbear nach eigenen Tests trotzdem empfehlen, nicht zuletzt, weil die Kanadier eine okay-e Privacy Policy haben, in erster Linie aber, weil es im wahrsten Sinne des Wortes einfach funktioniert. Zahlt man jährlich, erhält man für umgerechnet 38 Euro (also EUR 3,17 pro Monat) unlimitierten VPN-Zugang für einen Desktop-Rechner und zwei mobile Geräte und das finde ich fair. Der Dienst hat im Netz einen guten Ruf, der Support auch per Twitter ist fix, und wer das Ganze mit Traffic-Beschränkung auf 500 MB/Monat kostenlos ausprobieren möchte, kann sich mit einem Tweet jeden Monat 1 GB Datenvolumen hinzuverdienen. Die gesamte Preisübersicht gibt es hier.

Hinweis: Der Artikel entstand selbstmotiviert, die Links zu Tunnelbear sind keine Affiliate-Links, es gibt also keine Vermittlungsgebühren o.ä., und ich habe meinen Account ganz regulär selbst bezahlt. Es gibt nach wie vor bei Spreeblick keine „Advertorials“, also bezahlte Artikel, einzig unsere Verlosungen werden gesponsort und das auch nur durch die verlosten Artikel.

16 Kommentare

  1. 01
    ber

    Mal aus der verunsicherten post-Snowden-Perspektive: kann ich über einen kanadischen Service wirklich anonym im Netz surfen?

  2. 02

    Kann man so machen.
    Für Netflix und Co. würde allerdings auch Mediahint (https://mediahint.com) und für Youtube ProxMate (http://proxmate.dave.cx) ausreichen.

  3. 03

    @ber: Das weiß wahrscheinlich nur die NSA. Eigentlich ist deine Verbindung nach Kanada verschlüsselt, danach hast du eine nicht zu dir zurückverfolgbare kanadische IP. Ob aber die Verschlüsselung nach Kanada tatsächlich selbst bei Anzapfen nicht geknackt werden kann, weiß ich nicht.

  4. 04
    christian

    Super! es geht aber alles noch einfacher und für umme!
    Mit der Ad-On „Media Hint“ für Firefox. Damit läuft Netflix einmannfrei – wie wir hier in Berlin sagen würden!

  5. 05
    Nico

    Man surft insofern anonym als das im Internet nur die Adresse des Kanadischen Anbieters auftaucht. Aber Vorsicht: ALLES was PC oder SmartPhone versenden läuft dann über den Server des Anbieters – der kann Aufzeichen oder abgreifen was er will.

    Für den Autor: unblockus und zB UnoTelly biegen nicht einfach nur Nameserver um, das würde nicht reichen. Vielmehr lösen Sie Adressen zu Festgelegten Diensten (Hulu, Netflix, Youtube) nicht mehr korrekt auf, sondern leiten sie auf die eigenen Server (zum Beispiel in den USA) die dann zu den Dienstservern weiterverbinden.
    Das hat den Charme das nicht wie beim VPN alle Daten (zum Beispiel auch Online Banking) umgeleitet werden, sondern nur Daten an die jeweiligen Dienste. Direkt sehen tut man natürlich dennoch nicht was umgeleitet wird.
    Weiterer Pluspunkt ist das der Nameservernan quasi jedem Gerät umgestellt werden kann, VPN Verbindungen hingegen fallen zB Fernsehern, die Netflix unterstützen, schwer. Das habe ich mit unotelly hinbekommen. Am PC sorge ich mit der Host file dafür das nur Verbindungen umgeleitet werden die zu netflix und CBS gehen.

  6. 06

    @christian: @Nico: @Dirk: Danke für die Ergänzungen und Aufklärungen!

  7. 07
    andre

    Wem es nur um ein paar Standardvideos geht, der könnte es auch mal mit „vevo“ versuchen.
    http://de.wikipedia.org/wiki/Vevo

  8. 08
    Martin

    Es gibt ja einige Möglichkeiten, die man nutzen kann, um Inhalte und Seiten, die in Deutschland gesperrt sind, zu erreichen. An sich fände ich ein richtiges VPN-Netzwerk am besten, finde dies aber nicht so einfach, wenn man sich nicht so gut mit der Technik auskennt. Tunnelbear oder auch das hier in den anderen Kommentaren angesprochene MediaHint finde ich daher auch gute und vor allem relativ kostengünstige Alternativen. Ich hab bereits beides genutzt und auch überwiegend positive Erfahrungen damit gemacht.

  9. 09
    peter patent

    Zockmat, schönes Wort!
    Was allerdings nicht geht und von „Euch“ ständig und über sämtliche Kanäle verbreitet wird, ist nicht okay.: „okay-e“

    Was soll das sein? Hört sich extrem unschön an und erzeugt regelmäßig Gänsehaut. Gewöhnt Euch das mal ab, klingt unklug! ;)

  10. 10
    peter patent

    Zackomat! arghh

  11. 11
    Vally Pfirsich

    Hallo, ich benutze den kostenlosen VPN Hotspot Shield um Seiten zu entsperren. Vor allem für Youtube. Läuft schnell und in HD! Es entsperrt natürlich auch alle anderen Seiten. Warum ist es gut? Weil: a) funktioniert b) kostenlos c) schnell d) einfach. Funktioniert auf allen Browsern & Geräten (Win,Mac, Tablets, Smartphones). Also viel Spass beim Ausprobieren und Surfen!

    Für desktop (PC and Mac) => http://www.hotspotshield.com/lp/access_youtube_from_germany_de_cnt1/?utm_source=ger&utm_medium=gw&utm_campaign=accessyoutube

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