Das folgende Foto mit dem Untertitel „Um 1935: NS-Kundgebung auf dem Ludwigsplatz“ scheint aus einem Buch namens „Ludwigshafen im 20. Jahrhundert“ zu stammen. Ich habe es per Mail von Jan W. bekommen, der allerdings auf meine Rückfrage nach der Quelle noch nicht geantwortet hat.
Es ist also möglich, dass das Bild eine Photoshop-Arbeit ist. Es kann aber auch echt sein. Und wenn es das ist, könnte die Debatte um die „Du bist Deutschland“-Kampagne um eine Facette reicher sein.
Hat jemand das Ludwigshafen-Buch oder dieses Foto schon einmal an anderer Stelle gesehen um zu verifizieren, dass es unbearbeitet ist?

Update um 22:29h:
Das Bild ist definitiv keine Photoshop-Arbeit, sondern genau so wie hier dargestellt in dem Buch „Ludwigshafen - Ein Jahrhundert in Bildern“ zu finden (Dank an Andreas und Thomas für die Recherche!).
Eine unschöne und auch peinliche Parallele. Die halte ich persönlich zwar nicht gerade für lapidar, finde aber auch, dass man auf dem Teppich bleiben sollte und dass allein die Veröffentlichung in diversen Foren und Blogs schon dazu reichen sollte, um mal wieder über die verschwindenden Grenzen zwischen Propaganda und Marketing nachzudenken. Was ich von der Kampagne im Allgemeinen halte habe ich ja schon ausführlich zum Besten gegeben, sie wegen dieses Fotos jedoch in eine Nazi-Ecke zu stellen, wäre dumm und gefährlich.
Völlig unabhängig von dem Foto darf man aber auch feststellen: das Bild erschien bereits am 17.11. in diversen Foren, kurz danach auf Antifa-Seiten und bei indymedia. So richtig mitbekommen haben das dort aber scheinbar nur wenige. Dann ging das Foto gestern und heute per Mail an mich und einige andere Blogs, z.B. auch an den Werbeblogger. Und nun brodelt es in der Blogosphäre bis zu einem der Handelsblatt-Blogs. Sicherlich ein Zeichen für die weiter steigende Popularität von Blogs, was zwar prima ist, aber zumindest für mich auch ein Zeichen dafür, wie schnell die Blogosphäre zu instrumentalisieren sein könnte - egal von welcher „Seite“. Die Mechanismen scheinen, und das ärgert mich, zu leicht durchschaubar zu sein.
Ich persönlich würde mich über sehr viele weitere Meinungen in vielen anderen Blogs zu der Kampagne und dem Foto ebenso freuen wie über etwas Distanz zu dem, was hier gerade passiert. Es ist leicht hämisch zu sein, es ist nicht ganz so leicht einen eigenen Standpunkt zu vertreten und sich die Zeit und Mühe zu machen diesen fundiert darzustellen.
Einen viel besseren Artikel zum Thema als diesen hier findet man bei Glück auf!, denn Andreas hat sich die Mühe gemacht und versucht, die damaligen Zusammenhänge zu recherchieren. Genau das ist es, was Blogs in solchen Fällen eben auch leisten können, schneller als andere Medien. Für Sensationsgeilheit gibt es die BILD-Zeitung.
01
wenns echt ist, lach ich mich schlapp!
Alle Kommentare von r0ssi
02
Habs schon an mehreren Stellen gesehen… Aber auch “nur” in Blogs *g*
Alle Kommentare von icewind
03
icewind, haste mal ein paar links? ich brauche die verlässliche quelle…
Alle Kommentare von Johnny
04
Kein Grund sich “schlappzulachen”.
Das Deutschlandlied von August Heinrich Hoffmann von Fallersleben nutzt auch die gleichen Worte wie die Nationalhymne des 3. Reichs.
Der Sinnunterschied ist auch hier in etwa so breit wie die Front der Menschenkette, die man bilden könnte, wenn man all jene vereinigen würde, die sich bei sowas “schlapp lachen”.
Wörter sind nahezu immmer arbiträr.
“Und das ist gut so” (Hitler, menschenverachtender Diktator)
“Und das ist auch gut so” (Wowereit, amtierender Bürgermeister Berlins)
Alle Kommentare von Der Aktenordner
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Ist es evtl. der Titel:
Ludwigshafen - ein Jahrhundert in Bildern : unsere Stadt im 20. Jahrhundert / Stefan Mörz. - Ludwigshafen am Rhein : Stadtarchiv, 1999?
Alle Kommentare von el
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Kann sein, wir sind auch gerade dran, es zu besorgen.
Alle Kommentare von Johnny
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Auch wenn ich ebenfalls weit davon weg bin, mich schlapp zu lachen: es gibt schon einen kleinen Unterschied zwischen “das ist gut so” als gesprochenen Satz und “Du bist Deutschland” als Kampagnen-Titel einer Werbe-Offensive, oder?
Zusätzlich kann man sich dann noch fragen, ob es große Unterschiede in der zu gewollten Wirkung gibt.
Alle Kommentare von Johnny
08
Frakturschrift? Nicht unbedingt passend. Kann aber durchaus sein, denn auch wenn die Nazis in den 40ern Fraktur verboten haben gingen da die Meinungen wohl auseinander.
Alle Kommentare von michael
09
Oder mal den Autor fragen, der ist dort im Stadtarchiv.
Alle Kommentare von el
10
johnny, hier steht das auch:
http://rgz.blogsome.com/2005/11/21/du-bist-deutschland-das-original/
Alle Kommentare von rene
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und hier ist wohl der ausgangspunk:
https://kf.x-berg.de/forum/thread.php?postid=30139#post30139
Alle Kommentare von rene
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ich schau mir mal die große version vom bild an, dann kann ich dir auch sagen, ob da dran rumgemacht wurde…
Alle Kommentare von rene
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Ehrlich gesagt hat mich die Schrift auch gewundert, aber ich bin überhaupt kein Experte, was das angeht. Andreas von antifreeze und glückauf hat demnächst das Buch, dann gucken wir mal.
Alle Kommentare von Johnny
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rene, wenn der gut war, siehst du das nicht auf einem jpg. glaube ich.
Alle Kommentare von Johnny
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Ich kann mir ehrlich gesagt nicht vorstellen, dass das Bild echt. Das hätten doch bestimmt schon irgendwelche großen Medien aufgeschnappt und publik gemacht.
Alle Kommentare von empty
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Zur Schrift: Das Frakturverbot war 1941. Vorher wurde fast überall auch Fraktur verwendet.
Was allerdings stutzig macht, ist die Verwendung von Schluß-s, wo einklich ein langes s stehen müßte. Sowas kann schon mal passieren, ist jedoch bei einer Computer-Gebrochenen wahrscheinlicher (die billigen haben oft kein langes s).
Alle Kommentare von stralau
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ein font ist das 100% nicht, sieht man an den unterschiedlichen D und e. das bild hat aber leider zu starke JPG-Artefakte um da PSD-Stempelspuren zu erkennen. aber gerade weil die schrift so unförmig und wegen dem bereits erwähnten D und e sage ich mal: könnte sein, könnte sein.
Alle Kommentare von rene
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also, ich finde das Hitlerbild sieht ein bisschen eigenartig aus, wie eine Karrikatur irgendwie… der schaut so eigenartig, als würde er sich auf die Unterlippe beissen; naja.
Alle Kommentare von Pascal
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und empty: in den “großen” medien sitzen auch nur kleine redakteure.
Alle Kommentare von rene
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Ich leg da ja auch gern Finger in die Wunde, wenn es um die Kampagne geht - wenngleich ich der nicht sooo negativ gegenüber stehe.
Hier bei dem Bild gilt aber wohl eher das Zitat: Wenn man nur tief genug gräbt, findet man auch.
Will sagen - wie auch (4) - man kann irgendwann alles irgendwie finden. Das Thema (3. Reich) sollte in dem Zusammenhang aber besser geschlossen bleiben. Meine Meinung.
Gruß
Alexander
Alle Kommentare von Zielpublikum
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@Zielpublikum: danke! genau meine meinung!
Alle Kommentare von herr abundant
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ich finde, hitler sah immer wie eine karikatur aus.
Alle Kommentare von Johnny
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Wurde damals das ’s’ nicht anders geschrieben?
Alle Kommentare von MatzeLoCal
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@johnny und aktenordner: natürlich ist es ein unterschied zwischen dem gesprochenem wort und einer propaganda bzw. pr-kampagne. es gab vor einigen jahren eine firma, die mit “jedem das seine” warb. das sofort einen aufschrei und die werbung wurde eingestampft. der spruch ist hingegen im alltagsgebrauch durchaus gebräuchlich (ich versuche ihn zu vermeiden, klappt nicht immer)
und zynismus ist sicherlich nicht jedermanns sache, ich weiß schon wann ich mir ein lachen erlaube.
Alle Kommentare von r0ssi
25
mit dem Schluß-s habt Ihr Recht, im Wort selbst wurde immer ein langes s (sieht aus wie ein l) benutzt, das s steht nur am wortende. dennoch bleiben die unterschiedlichen lettern.
da müsste es jemand aber wirklich ernst gemeint haben, um das so gekonnt zu faken.
ansonsten hat das zielpublikum selbstverständlich recht.
Alle Kommentare von rene
26
ist eher ne schwabacher würde ich sagen.
bezüglich des schluss ’s’ schliess ich mich an! das eigentliche ’s’ gleicht ja eher einem f.
hier ganz gut zu sehen:
Alle Kommentare von eisdealer
27
das ist zu gut um wahr zu sein von sowas träumen titanic redakteure nachts.
wenn das echt ist sehen jung von matt ganz frisch alt aus.
Alle Kommentare von westernworld
28
Zur Hitler - “Karikatur”:
Ich gehe nicht davon aus, dass die, sofern das Ding an sich eine Fälschung sein sollte, auch künstlich erstellt wurde.
@ Johnny - es ging mir auch eher um ein schnelles Beispiel, denn einen 1:1 Fall.
Natürlich ist das so nicht übertragbar.
Aber grundsätzlich besteht schon ein Unterschied darin, ob zu Waffengewalt oder Engagement aufgerufen wird.
Alle Kommentare von Der Aktenordner
29
Das Ding ist echt - sitze hier mit Andreas von Glückauf und Antifreeze und das Buch liegt vor uns. Johnny meldet sich später mit weiteren Details.
Alle Kommentare von El Thomaso
30
tja, die Sache mit dem “s”…
Warum eigentlich sollen Nazis damals nicht auch schon zu doof zum Schreiben gewesen sein? ;)
Alle Kommentare von mArTiN
31
feine ironie, is wirklich ein feines bild!
Alle Kommentare von sligo
32
Ganz so konsequent wurde die Sache mit dem Schluss-s aber wohl nicht eingehalten:
Quelle
Alle Kommentare von Mario
33
Hmpf… Grafik weg. Dann halt so:
klick
Alle Kommentare von Mario
34
Aha, hamses also doppelt geklaut
Alle Kommentare von mspro
35
Gibt es einen Spruch, Wort, Satz, Zeichen, Symbol das die Nazis nicht geklaut hätten? Die haben sich hemmungslos in allen Bereichen bedient. Bestes Beispiel ist ja das Hakenkreuz. Als “Symbol der Nazis” in Deutschland verboten, in Asien als Glückssymbol bis heute sehr weit verbreitet.
Ich warte nur auf den Tag an dem ein Indischer Reisender am Flughafen niedergeknüppelt wird weil er ein Hakenkreuz auf dem Koffer hat.
Deutschland war schon vor der Nazi-Zeit sehr nationalistisch. Es ist also durchaus möglich das der Spruch “(Denn) Du bist Deutschland” schon lange vor den Nazis verfasst/geprägt wurde.
Diese Kritik, die in die Richtung “Das haben die Nazis schon verwendet” geht, finde ich nur noch krampfhaft und peinlich. Der bisherige Gipfel dieser Auswüchse war, als sich jemand über den Begriff “Gaswerk” aufgeregt hatte.
Da kann ich mich nur meinen Vorrednern anschließen: Man kann jedes Wort auf die Goldwaage legen. Und wenn man nur tief genug buddelt, findet man auch Dreck.
Ist es da nicht um Längen peinlicher, dass in Bayreuth jährlich die Wagner-Festspiele statt finden? Wagner, die Familie die so sehr für USA (Unser selig Adolf) schwärmten…
Alle Kommentare von Ralf
36
“Deutschland war schon vor der Nazi-Zeit sehr nationalistisch.”
Was das Ganze nicht zwingend relativiert ^^
Alle Kommentare von Der Aktenordner
37
Ralf, ohne den alten Reichsnationalismus der die Weimarer Republik überlebt hat, hätten die Nazis mit ihrer Ideologie schon ziemlich in die Leere gegriffen. Doch selbst ohne dem was die Nazis dann noch daraus gemacht haben sehe ich den alten Nationalismus als eine sehr perverse schizophrene Sache.
Es geht wohl nicht darum ob dieser Spruch vorher schonmal verwendet wurde oder ob ihn die Nazis “geklaut” haben, seine Verwendung in klar Nationalistischen Umfeld zeigt auch wohin die Reise gehen kann - wenn “die da oben” meinen sie müssten Probleme in der Gesellschaft mit Propagande anstatt durch echtes Handeln lösen (dieses Vorgehen ist gar nicht mal so weit weg von dem Bismarcks im Kaiserreich, ein schockierender Gedanke, den solches Handeln hat immer in die Katastrophe geführt).
Alle Kommentare von michael
38
Vorsicht, dass die Debatte nicht abdriftet. Johnny schreibt oben: ” Und wenn es das ist, könnte die Debatte um die „Du bist Deutschland“-Kampagne um eine Facette reicher sein.”
Darum geht es. Nicht mehr, aber auch nicht weniger. Ich glaube niemend hier will den verantwortlichen Werbern nationalsotialistisches Gedankengut unterschieben.
Aber witzig wäre diese Koinzidenz allemal.
Alle Kommentare von Mario
39
tz, Johnny, Johnny - nachdem ich heute schon so ca. 10 Mal in diesem Thread war hab ich gerade aus einer Lust des Schicksals heraus eine Spam-Mail bekommen “Johnny blows your live”
- Danke Johnny!
Alle Kommentare von Der Aktenordner
40
Was soll denn relativiert werden? Hängen wir morgen den Adler im Bundestag ab? Der wurde auch von den Nazis als Symbol verwendet.
Deutsche Geschichte besteht nicht nur aus der Zeit von 1933 - 1945. Und nur weil etwas während der Nazi-Zeit WEITER verwendet wurde, ist es noch lange nicht eine Erfindung der Nazis.
Alle Kommentare von Ralf
41
Hitler soll ja oft das Wort “der” verwendet haben ;-)
Alle Kommentare von mspro
42
Klar - im Prinzip stimme ich ihm ja auch zu, bloß finde ich die “hey - hör mal, das ist nicht schlimm, das haben nicht nur die nazis verwendet, sondern auch schon nationalisten vorher” - Argumentation nicht sonderlich überzeugend. Da das aber nicht toternst gemeint war, hab ich auch die ^^ gesetzt.
Alle Kommentare von Der Aktenordner
43
LOL ralf. “Unser selig Adolf” geht ja wohl erstmal garnicht. koennte es ausserdem sein, das hier ein kleiner fall von leitkulturbedrohungsgefuehl vorliegt? ;)
Alle Kommentare von tekki
44
Ich bitte doch mal, einen Experten ranzulassen an die Bewertung. Vielleicht so Kaliber der, der die Hitler-Tagebücher validiert hat… also, ich meine der zweite von den beiden.
Alle Kommentare von Philipp Lenssen
45
Schön blöd, wenn einem so ein Zahlendreher nach PISA passiert:
” Schon blöd, wenn einem das mit der größten “Mutmach-Kampagne” nach 1954 passiert. Nur hat die “Originalversion””
Alle Kommentare von Der Aktenordner
46
Damals warst nicht DU Deutschland, sondern Adolf war es! So sagt Hess auf dem sechsten Parteitag: “…Hitler aber ist Deutschland wie Deutschland Hitler ist”
Alle Kommentare von Mark
47
Diese ewigen Nazi-Vergleiche und Skandale um Nazi-Vergleiche gehen mir langsam aber sicher auf den Geist.
Wie schon jemand vor mir schrieb: Deutschlands Geschichte beschränkt sich nicht nur auf die Zeit von 1933-45.
Alle Kommentare von Benjamin
48
Schön blöd, wenn einem so ein Zahlendreher nach PISA passiert -
intended. 1954 wurde erstmal die soeben gewonnene wm ausgeschlachtet.
Alle Kommentare von mat
49
Sehr interessanter Fund. Aber bin ich der einzige, dem das ganze “Hoho - Triumph der Blogosphäre über das Böse in der Welt”-Geschachere etwas auf den Senkel geht ?? Dürfte doch auch ohne gehen….
Alle Kommentare von Hendrik
50
Ich bin mir inzwischen nicht mehr ganz sicher, was wirklich peinlicher ist. Die Kampagne oder die Reaktionen in der Bloggersphere darauf…
Alle Kommentare von Charles
51
Schaut mal hier, was die schreiben:
http://sewoma.de/berlinblawg/2005/11/10/sevriens/deutschland-hakenkreuz-urteil/
Strafanzeige ist wohl auch schon gestellt worden!
Alle Kommentare von Micha
52
Das Bild könnte aus folgendem Buch sein
“Ludwigshafen - ein Jahrhundert in Bildern”
http://www.amazon.de/exec/obidos/ASIN/3924667292/qid=1132694521/sr=1-3/ref=sr_1_8_3/028-9004563-1149369
nur mal so
Alle Kommentare von Lucas
53
@tekki: Kann es sein das bei dir ein recht großes Defizit an Geschichte usw. vorherrscht? Im Hause Wagner wurde bis weit in die 90er Jahre hin der Ausdruck “USA” verwendet wenn man über die “guten alten Zeiten” sprach. Darüber hinaus ist es kein Geheimnis das die Familie Wagner oft mehr als nur einen Tick rechts vom Konservatismus stand/steht.
@Aktenordner: Es relativiert nichts, es rechtfertigt auch nichts. Es ist einfach so, dass man wohl kaum jedes Wort/Motto das man (öffentlich) verwendet erst recherchieren und gegenprüfen muss.
Ich denke nicht das dieses Foto recherchiert, sondern durch Zufall entdeckt wurde. Aber den Machern der DbD-Kampgane wird auferlegt solche Zusammenhänge zu recherchieren??
Welche Grundlage hat denn die Kritik in den Artikel da oben? “Die Nazis haben es verwendet, dann dürfen wir es nicht verwenden“.
Wenn man das streng durchzieht, dann hängt bitte den Adler im Bundestag ab, nennt den Reichstag nicht mehr Reichstag, krazt alle Eiserne Kreuze von Bundeswehrfahrzeugen, usw. usf.
Und auf alle Fälle einen Historiker zu rate ziehen bevor man eine Kampagne startet. Dann kann man anschließend auch jemanden dafür verantwortlich machen wenn “peinliche” Fotos aus Archiven geschaufelt werden.
Und wenn man dann schon so anfängt, dann kann man das Spielchen auch auf die Zeit der DDR ausweiten. Es war ein ähnlich totalitärer Staat der ebenfalls die Menschenrechte missachtete.
Schick, also mal alle Texte löschen, die in der DDR als Spruchband quer über der Straße hingen?
So langsam fängt es an lächerlich zu werden. Kann man der Kampagne nicht mehr mit Argumenten ans Bein pinkeln, wird irgendwo in den Archiven rumgekramt bis man etwas gefunden hat.
Man bekommt so langsam schon den Eindruck von Fanatismus wenn man sich mal anschaut womit gegen die DbD-Kampagne gewettert wird. Die Kampagne ist nicht sonderlich gut gelungen. Kann man sich drüber lustig machen, ok. Aber die Macher der Kampagne in die rechte Ecke rücken oder ihnen zumindest unterstellen das sie sich dort wissentlich (!) bedient haben, dass ist schon ein sehr hartes Stück. Oder um es anders auszudrücken: Es ist ein verdammt mieser Stil. Mehr nicht.
Bei manchen Themen scheinen alle rationalen Kontrollmechanismen ausser Kraft gesetzt zu sein.
Alle Kommentare von Ralf
54
Bitte auch das Artikel-Update beachten, danke!
Alle Kommentare von Johnny
55
Habe soeben mal an den Herrn Moerz eine Mail geschrieben und hoffe, daß er diese Bild bestätigen kann.
Alle Kommentare von Lucas
56
[...]das die Deutsche Nationalbibliothek ein Buch mit dem Titel „Ludwigshafen im 20. Jahrhundert“ nicht zu kennen scheint.
Wer mag kann ja gern noch einmal selber suchen:
http://z3950gw.dbf.ddb.de/z3950/zfo_get_file.cgi?fileName=DDB/searchForm.html
[...]
Alle Kommentare von eisdealer
57
Ich denke der “Fund” macht diese Kampagne nicht noch schlechter. Die Bloggosphäre scheint mir aktuell etwas hysterisch…
Alle Kommentare von Chrisfried
58
@Ralf: Es ist einfach bezeichnend, wie hier wie dort mit den GLEICHEN MITTELN gearbeitet wird. Durchhalteparolen bleiben Durchhalteparolen. Billig waren sie immer, ob NS, DDR, oder BRD. Deshalb entlarvt dieses Bild die DBD Kampagne als das was sie ist: billige Propaganda.
Alle Kommentare von mspro
59
Ich halte diese Kampagne für eine Kampage mit dem Ziel das Rückrad der Deutschen zu stärken. Ob sie das geschafft hat oder nicht darf jeder für sich selbst entscheiden. Aber über eine im Grunde positiv Kampagne muss man sich doch nicht so aufregen und Vergleiche mit der NS Propaganda anstellen. . Kampagne lief, einige haben eventuell wieder Mut gefasst, das Leben geht weiter.
Alle Kommentare von Zarniwoop
60
Zarniwoop, Mutmachen schön und gut. Aber muss man deswegen gleich die Intelligenz der Leute beleidigen? Dass das vor 60 Jahren noch geklappt hat, finde ich schlimm genug.
Alle Kommentare von mspro
61
@mspro Du bringst es auf den Punkt. Propaganda bleibt Propaganda bleibt Propaganda… Egal ob mit braunem oder blauem Hintergrund.
Surftipp zum Thema: Nazi and East German Propaganda Guide
Dieses braune Relikt macht die aktuelle Kampagne platt, im sprichwörtlichen wie im wahrsten Sinne des Wortes.
Alle Kommentare von Arne
62
arne, warum nimmst Du nicht gleich diesen Link vom Deutschen Historischen Museum?
http://www.dhm.de/lemo/home.html
Alle Kommentare von Fish
63
Ich sehe das wie #42/43/70. Viel Lärm um Nichts. :(
Alle Kommentare von Funbug
64
Achherrje, und mal wieder ein Lehrstueck aus dem 1×1 des Blogalltags: Wer ist zuerst dabei, wer kriegt den besten Link, auf wen linken alle zurueck, wer fuehrt die Statistik am Ende des Tages an, wer wird fuer ewig mit der Aufdeckung dieses Skandals in die Bloganalen eingehen? Ganz klar, das ist Web 2.0 *lol*
RB
Alle Kommentare von RB
65
Mal ein Zitat der Agentur Jung-von-Matt:
“Wir verlieren Aufträge lieber durch Aufsässigkeit als durch Nachlässigkeit.”
Alle Kommentare von Stalinallee Nordseite
66
sag ich doch: kreatief-direktor…
Alle Kommentare von Hans v.
67
Gibt es eigentlich schon Reaktionen von den betroffenen Werbeagenturen. Auch wenn man den Bogen nicht überspannen soll, da stimme ich mit den meisten überein aber diese “Facette” ist doch einfach zu gut. Jedenfalls dürfte das Ganzen den dynamischen Jungs und Mädels der entsprechenden Agenturen ziemlich peinlich sein und wenn nicht, um so schlimmer.
Alle Kommentare von somlu
68
Einigen Werbeagenturen ist doch nichts zu peinlich, haben sie oft genug bewiesen
Alle Kommentare von Miklas
69
Naja, ich bin der Ansicht das dieses Bild schon ziemlich peinliche Paralellen zu DBD aufweist und dass eine gewisse Kritik wegen schlechter Recherchen auf historische Hintergründe schon gerechtfertigt ist. Dennoch kann man aber kaum die ganze aktion so schlecht und dämlich sie auch sein mag, keine neonazistischen Hintergründe bei der slogenwahl nachsagen kann.
Alle Kommentare von micha
70
Ich denke skandalös wäre das Bild nur wenn man beweisen könnte, daß die Macher der DbD Kampagne bewußt dieses Motiv aufgegriffen haben, was schlichtweg unmöglich sein dürfte.
Deswegen ist es höchstens peinlich und/oder witzig und zeigt einfach nur, daß die deutsche Sprache in ihrer Vielfalt auch Grenzen hat ;)
Bedenklicher finde ich den allgemeinen Trend, daß man stolz auf Deutschland sein soll, was für mich schon aus dem einfachen Grund ausscheidet, daß man auf nichts stolz sein kann was man nicht selbst geschaffen hat.
Auf jeden Fall ist dieser “Fall” mal wieder ein schönes Beispiel daß die deutsche Blogosphäre funktioniert und wie sie funktioniert. Mal sehen wie lange es dauert bis die “etablierten Medien” aufspringen…
Alle Kommentare von Johann
71
“Du bist Deutschland” war auch schon plump und billig, noch bevor dieses Foto auftauchte. Und es wäre auch plump und billig, wenn es dieses Foto nie gegeben hätte.
Dieses Foto ist einfach nur eine göttlich realsatierische, absolut voll ins Schwarze gehende, mit Anlauf in die Ärsche tretende Bestätigung all dessen, was auch schon vorher an der Kampagne zu Recht kritisiert wurde. Nicht mehr aber auch nicht weniger.
Alle Kommentare von mspro
72
was es nicht alles gibt.
Alle Kommentare von nic
73
– no blog –
Heh… ihr glaubt ja wohl nicht das die Medien sich das Bild irgendwo hin hängen, die haben doch wirklich alle zusammengearbeitet um die Kampagne zu gestalten; wenn da jetzt einer aus der Reihe tanzt und das Bild veröffentlicht, waia….
Das wäre wie ein Rundumschlag in der eigenen Mannschaft.
Alle Kommentare von Kid
74
ohne jetzt die oberen postings gelesen zu haben: ich denke, wenn man das bloggt, ist es sinnvoll, das ganze unkommentiert zu lassen, oder aber so zu kommentieren, wie johnny es getan hat. das bild sagt nichts über die gleichnamige kampagne aus. allerdings musste ich schon sehr schmunzeln.
Alle Kommentare von matze
75
Dieses Bild wurde von mir von ca. 4-5 Tagen eingescannt, seit dem geistern das in wahnsinniger Schnelligkeit durch das Internet..soviel dazu: es ist echt, das Buch liegt bei mir auf dem Tisch
Alle Kommentare von Caro
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“ihr habt ja so viel zeit…”
Alle Kommentare von rza
77
Eintreten für demokratische Werte und ein positives Selbstbewusstsein
„Du bist Deutschland“ heißt für uns: Jeder einzelne trägt Verantwortung für das Wohlergehen und die Zukunft des Landes, in dem wir alle leben. Wir sind nicht Opfer irgendwelcher Umstände, die wir nicht beeinflussen können.
Die Kampagne fordert jeden einzelnen Menschen in unserem Land dazu auf, aus einer positiven Grundhaltung heraus nach seinen Kräften und Fähigkeiten einen Beitrag zum Aufschwung und zur Zukunftsfähigkeit unseres Landes zu leisten.
So besetzen wir den Begriff „Deutschland“ neu und positiv. Der Begriff „Deutschland“ darf nicht für die Vergangenheit reserviert sein. Die Kampagne verurteilt aufs Schärfste Nationalsozialismus, Rassismus und neonazistisches Gedankengut. Wir begrüßen und unterstützen die Aufarbeitung der deutschen Geschichte und verstehen die Kampagne als antifaschistisch, weil wir auf die Leistung und Persönlichkeit jedes Einzelnen und die Zivilgesellschaft setzen.
Im TV-Spot belegen wir mit Bildern wie dem am Holocaust-Denkmal oder der Geschwister-Scholl-Szene, dass wir für Werte wie Menschenwürde, Demokratie, Respekt vor der Persönlichkeit und Pluralismus eintreten und uns der
deutschen Vergangenheit stellen – ohne uns der Zukunft zu verschließen.
Deutschland ist nur mit aufrichtigem Geschichtsbewusstsein und Weltoffenheit zukunftsfähig.
Uns ist von Beginn an bewusst gewesen, dass es entsprechende Kritik an der Kampagne geben kann, weil Selbstbewusstsein und nationale Identität in
Deutschland noch immer schwierige Themen sind. Das war für uns kein Grund, aus Angst vor einer Diskussion auf eine Kampagne zu verzichten, die wir in der aktuellen Situation für sehr wichtig halten.
Alle Kommentare von Lars Cords, Leiter des Kampagnenbüros "Du bist Deutschland"
78
Respekt, Herr Cords, das meine ich sehr ernst. Ihre Teilnahme an der Diskussion freut mich sehr!
Hoffen wir, dass der Diskurs - eben auch durch ihr Posting - auf gutem Niveau bleibt und hoffen wir, dass andere Unternehmen und/ oder Agenturen dadurch sehen: es muss nicht immer so kompliziert sein mit den Blogs. Man kann auch einfach mal mitmachen. :)
Alle Kommentare von Johnny
79
Herr Cords, auch wenn Sie es wieder und wieder wiederholen, die Kampagne ist zumindest von meiner Seite (und ich bin in guter Gesellschaft) nicht in der Kritik, weil ich ein Problem mit meinem Selbstbewußtsein und meiner nationalen Identität habe, sondern weil sie ein propagandistischer Versuch ist, die Menschen auf Vereinzelung und eine “neue soziale Markwirtschaft” einzustimmen.
Alle Kommentare von somlu
80
@Lars Cords
Glückwunsch und Dank für diesen sachlichen und interessanten Beitrag!
Wäre ich betroffen, hätte ich vielleicht emotionaler auf so manchen Kommentar reagiert…
Alle Kommentare von Zielpublikum
81
http://media.putfile.com/Du_bist_Deutschland
Alle Kommentare von Yves
82
Man würde doch den alten Nazi-Hammer so gerne im Schrank lassen, aber die Kampagnenmacher haben einfach zu steile Vorlagen geliefert… http://www.flickr.com/photos/grisi/53688915 …und jetzt also auch noch die Hauptzeile! Wo doch schon Opa wußte: Wer sich in Gefahr begibt, soll darin umkommen!
Alle Kommentare von Grisi
83
somlu: Kannst du das mit der Vereinzelung evtl. nochmal erläutern? Vielleicht habe es einfach missverstanden.
“Fördern und fordern” (übrigens auch historisch vorbelastet, wenn ich mich recht erinnere) kann man kritisieren, Vereinzelung ist meiner Meinung nach aber was anders.
Alle Kommentare von Joerg-Olaf
84
Lars Cords. Niemand unterstellt ihnen oder ihrer Kampagne irgendeinen Faschismus. Niemand. Aber wenn man Schwule und Behinderte ins Stelenfeld unter dem Banner von „Du bist Deutschland“ stellt, dann kann man sich ob dieser Plumpheit wirklich nur noch an den Kopf fassen. Das Problem ist, dass ihr Anti-Faschismus sich anhand des NIVEAUS kaum vom Faschismus unterscheidet. Und das ist das was dieses Bild hier dokumentiert.
Alle Kommentare von mspro
85
Sicherlich, es findet in der Kampagne keine Ausgrenzung von Randgruppen statt, aber es geht heute wie damals ums gleiche: Aktivierung des “Volkskörpers” für das “Vaterland”. Da ändern auch die Worte von Cordes nichts dran, sie bestätigen das eher nur.
Und man kann durchaus erwarten, dass etwa die Regiesseurin des “Du bist Dtl”-Filmclips schon eine Ahnung haben könnte, mit welcher Art Slogan sie hier Propaganda betreibt. Claudia Ruge hat u.a. 1999 den Film “Ich bin stolz ein Deutscher zu sein - Annäherung der Wissenschaft” gedreht und über das Thema “Moderne Vergangenheitsbewältigung totalitärer Systeme“ promoviert.
Links siehe http://de.indymedia.org/2005/11/133518.shtml
Alle Kommentare von Agent Ur
86
nachtrag: ok, abgesehen von indymedia vielleicht …
Alle Kommentare von mspro
87
soso, Deutschland neu denken scheint ja immer mehr in Mode zu kommen, nach Mia “Es ist was es ist”, Angefangen, Wolfsheim und Paul van Dyk “Wir sind wir”, wollt ihr nicht auf diese Kampagne verzichten in “dieser aktuellen Situation”.
Bleibt die Frage, in welcher Situation wir uns befinden und wie uns diese “Kampagne” dabei helfen soll, sie zu überwinden?
Alle Kommentare von Miklas
88
@joerg-olaf, ich habe meine Gedanken dazu hier http://myblog.de/somlu/art/2165619 und hier http://www.myblog.de/somlu/art/1972357 hier versucht in Worte zu fassen.
In aller Kürze, ein Zitat:
“Es wird den Menschen vorgaukelt, „Sieh zu wie du klarkommst und lass mich in Ruhe“ -Ideologie sei die einzig gangbare Alternative. Im Kern dieser Ideologie ist der Propaganda-Ruf nach Individualismus am lautesten, er besagt, dass man es allein schaffen kann, wenn man es nur will und unterschlägt dabei, dass es eigentlich heißt, dass du es allein schaffen musst.” aka Vereinzelung.
Alle Kommentare von somlu
89
auch zwei abwandlungen der kampagne:
http://
http://
[Anmerkung/ Johnny: Ich habe die Links editiert, denn rechte Propaganda brauche ich hier nicht. Danke für den Hinweis in den Kommentaren.]
Alle Kommentare von urs
90
So what?
Was ist hier der Punkt? Was ist die Aussage?
-> Dass die Kampagnenmacher aus der ‘rechten Ecke’ kommen? - Wohl kaum.
-> Dass Slogans, die ‘Deutschland’ und ein Ausrufezeichen verwenden, oft - im weitesten patriotisch sind? - OK, wo ist die Neuigkeit?
-> Dass (iwS) patriotische Kampagnen böse sind? - Und dieses Bild ist der Beweis dafür?
-> Dass die Kampagnenmacher inkompetent sind? - Ich kennen keine Agentur, die sich durch komplette Bibliotheken arbeitet, bevor sie ihre Arbeit beginnt. Sollte sie das?
-> Dass die Nazis Deutschland toll fanden? - Ah, wieder was gelernt.
-> Dass man vor 70 Jahren schon Deutsch gesprochen hat, sogar in ähnlichen Sätzen? - Nein, wirklich?
…
Ich sehe nicht, was hier die ‘Sensation’ ist. Eine unglückliche Koinzidenz, sicher. Aber mehr als das?
Alle Kommentare von kornecke
91
Ich weiss nich was das alles soll, die verwenden zwar den selben Text, meinen aber ein ganz anderes Deutschland.
Man kann sich auch immer über alles aufregen…
Alle Kommentare von Daniel
92
“Wir sind nicht Opfer irgendwelcher Umstände, die wir nicht beeinflussen können.”
Nee, ist klar, die Arbeitslosen haben sich alle selbst entlassen, weil sie gerne mehr Freizeit haben, oder was? Sorry, aber das ist nun wirklich lächerlich.
Alle Kommentare von Moppelmann
93
Das Thema ist Propaganda und Ideologie. Mit unbequemen Berührungspunkten über weit mehr als 50 Jahre hinweg. Die Ähnlichkeit der Ergebnisse ist eben nicht zufällig verblüffend, sondern technisch bedingt…
Alle Kommentare von siggi
94
Tja. Es gibt halt nichts, was es noch nicht gab, nicht war? Der alte Schnauzbartträger war ja auch nicht deswegen an der Macht, weil er sich “Marketingtechnisch” so dumm angestellt hat.
“Du bist Deutschland” ist natürlich nationalistisch. Damals wie heute. Denn Deutschland ist nunmal eine Nation, da beißt die Maus keinen Faden ab. Und mit Nationalismus kann ich halt nix anfangen, genauso wenig wie mit Patriotismus. Nationalhymnen und Nationalflaggen … wegen mir können wir das alles sofort abschaffen, ist doch echt Unfug sowas.
Seid einfach nett zueinander und alles wird gut.
Ich erwarte noch nicht einmal von JvM, dass sie erstmal alle Bücher und Bilder und Filme, die es im Zusammenhang mit “bösen Menschen” gibt ansehen, bevor sie sich was ausdenken, um nur ja nichts nochmal zu machen. Wenn man sich anschaut, wie lang es gedauert hat, die Quelle des Bildes zu verifizieren…
Wenn man sich die Kommentare hier so durchliest fragt man sich, warum Schnauzbärte in Deutschland überhaupt noch erlaubt sind. Schliesslich hatte der Hitler auch einen. Alles Faschos. :)
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@kornecke - asl? hast Freitag schon was vor ?
- ich stimme Dir zu Punkt
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Nationale Identität ist doch auch der größte Kritikpunkt, neben der propagandistischen medienwirksamkeit. Wer von Menschen, aufgrund ihres Wohnortes fordert sich zurück zu nehmen, um sein land zu retablieren spricht im geschichtlichem kontext, auch wenn dies als antifaschistisch, antirassitisch oder wie auch immer geschildert wird, so ist es doch erst der nationalismus, der einen großteil des rassismus erzeugt und nur nationalismus kann zu faschismus führen. Die Aussage des Spots könnte auch schnell und einfach mit ‘nichts für uns, alles für deutschland’ lauten, wäre dann halt nur aus der sicht der beworbenen.
Und wer das Holocaust Denkmal gekoppelt mit dem Spruch “Weil aus deiner Flagge viele werden und aus deiner Stimme ein ganzer Chor.” bringt, kann durch aus sagen, dass er seinen teil zur vergangenheitsbewältigung beiträgt, hat allerdings wenig mit antifaschismus am hut.
Die Motivation des spots, wenn sie denn auf das selbstbewusstsein der menschen abzielt und ihnen mut macht ist etwas anderes, als dieses selbstbewusstsein und diesen mut in der person zu entfachen, nicht wegen der person selbst, sondern aufgrund einer nation und ich denke die reaktion der menschen die auf diesen spot positiv bezug nehmen ist oftmals eben national (kann nur mein umfeld beschreiben..). Standortnationalismus fällt aus diesem Schema auch nicht raus, er dient dem, welchem auch der gewöhnliche nationalismus dient: Völkische selbsterhalt und beanspruch einer andersartigkeit aufgrund der nationalität.
Mit der reflexion der geschichte hat das wenig zu tun und antifaschismus sieht sicherlich auch anders aus…. allemal gegen faschisten, die diesem deutschland einen schlechten touch verleihen, für ein sauberes und homogenes deutschlan, wo jeder deutsch ist, wo mensch auch schon beim zweiten problem des nationalen wäre: es gibt keinen eingegrenzten raum (nation) der sich homogen gestalltet. Es bilden sich immer gewisse minderheiten und diese undeutsch scheinenden minderheiten fallen irgendwann dem kollektiv zum opfer… ob im demokratisch liberalistischen ‘pluralismus’ oder einem kollektiven wahn, wenn man da unterscheiden will. Naja, das ganze führt zu weit und so viel worte verdient der spot durch aus nicht.
Ob bettelsfrau das ganze eigentlich aus dem verkauf von ‘m. kampf’ finanziert hätte…?
Ich bin Ich und Du bist Du und das kann auch so bleiben…!
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Die Agentur hat einfach Handwerklich schlecht gearbeitet.
Die Argumentationskette:
“Breite deine Flügel aus wie ein Adler”- “Reiß Bäume aus”- “Sei der Adler”- “Sei der Baum”
ist für mich ein klassischer Fall von Endlayout-Übermüdung.
Denn, dass wir uns alle fühlen sollen wie entwurzelte Bäume die wir selbst ausgerissen haben, scheint ja nicht die gemeinte Kernaussage gewesen zu sein.
Herzliche Gruß
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@ kornecke
lies dir die Kommentare noch mal aufmerksam durch. Dann fallen dir sicher auch noch die Fragen ein:
-> Dass die Kampagne von vornherein auf dem selben dumpfen Niveau einer totalitären Staatspropaganda konzipiert ist?
-> Dass Slogans, wie ‘Du bist Deutschland’ eine schwummerige und fragwürdige zusammen-sind-wir-stark-Durchhalteparole darstellt, die in so etwa auch bei den Nazis hätte vorkommen können?
Klar, das ist alles nichts Neues. Diesen Vorwürfen war die Kampagne schon länger ausgesetzt.
Aber seit diesem Bild kann man auf beide Fragen mit Sicherheit antworten: „Ja, definitiv“
Alle Kommentare von mspro
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Kommentar 118 verweist auf eine Nazi-Kampagne. Die “Junge freiheit” wird vom Verfassungsschutz beobachtet und gehoert eindeutig zur Neuen Rechten. In den verlinkten Plakaten wird unter anderem Abtreibung verteufelt.
Alle Kommentare von Rolle
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Danke für den Hinweis, Rolle.
Alle Kommentare von Johnny
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Insbesondere zum Kommentar von Lars Cords und der durch die neuere Geschichtspolitik gestiftete nationale Identität hier ein Text:
http://www.nadir.org/nadir/periodika/jungle_world/_2001/11/15a.htm
Alle Kommentare von bsch