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Wir werden niemals für Musik bezahlen

Wir werden niemals für Musik bezahlen. Denn das haben wir bisher auch nicht getan.

Warum nur diejenigen Unternehmen den Sprung ins Musikbusiness 2.0 schaffen werden, die diese simple Erkenntnis verinnerlicht haben: Nach dem Klick.

Auch wenn sich mittlerweile hier und da etwas tut: Noch immer jagt die alte Musikindustrie (es entwickelt sich ja längst eine neue) den Urheberrechtsverletzungen im Internet hinterher, noch immer gibt es Abmahnungen, Gerichtsprozesse, Strafverfolgung bei illegalen Up- oder Downloads, und noch immer suchen Teile der Branche nach einer Antwort auf die Frage, wie man in digitalen Zeiten Geld mit dem Verkauf von Musik verdienen soll.

Dabei ist die Antwort ganz einfach:
Gar nicht.

Ich habe in den 70ern Plattenspieler und dazu passende Vinyl-Platten gekauft. Zusätzlich habe ich mir einen Kassettenrekorder und viele, viele Leerkassetten gekauft, die ich mit den Songs der Vinyl-Platten bespielt habe, um sie dann an Freunde (okay: Freundinnen) zu verschenken.

Später in den 80ern habe ich mit einen CD-Spieler zugelegt und unglaublich viele CDs; teilweise habe ich sogar CDs gekauft, auf denen genau die gleiche Musik war wie auf meinen Vinyl-Platten und den nicht mehr ganz so leeren Leerkassetten. Damals wie heute habe ich außerdem Geld ausgegeben für Konzerte und T-Shirts und Musikmagazine … ich kann also ohne Übertreibung behaupten, dass ich in meinem Leben schon viel Bares bezahlt habe für die Kultur rund ums Musikhören.

Nur für die Musik selbst habe ich nie bezahlt. Sondern immer nur für die Möglichkeit, genau die Musik hören zu können, die ich hören wollte, und zwar wann und wie ich will und am besten auch noch wo ich will. Ich habe Geld bezahlt für verschiedene Möglichkeiten rund ums Musikhören, ich habe Geld ausgegeben, um die von mir favorisierte Musik hören zu können und nicht dem Geschmacksdiktat von Radio oder Fernsehen ausgesetzt zu sein. Ich habe mein Geld in Dienstleistungen, Events, Zubehör und Hardware investiert.

Und genau das tue ich heute noch: Seit den 90ern kaufe ich Festplatten und USB-Sticks und MP3- und Media-Player und lasse mein Geld in Musik-Downloads-Stores, um den Song, den ich hören will, jetzt und sofort genießen zu können. Ich bezahle Geld dafür, jederzeit beinahe jede Musik der Welt zu hören (solange ich Netz habe), um meinen Musikgeschmack anderen mitzuteilen oder um meine Lieblingssongs auf kürzestem Wege Freunden zukommen zu lassen. Dafür gebe ich Geld aus. Aber nicht für die Musik selbst. Weder gestern noch heute noch morgen.

Ich glaube, dass dies der Kern der Krise desjenigen Teils der Musikbranche ist, der noch immer glaubt, er würde Musik verkaufen. Die Branche steht meiner Meinung nach keiner Verendung, sondern einer Veränderung gegenüber; erkennt sie dies, wird sie überleben und mehr Geld verdienen als jemals zuvor.

Und der erste, der es schafft, die Musik- und Video-Industrie von ihren veralteten Restriktionen (Länder-Codes!) abzubringen, um einen kommerziellen BitTorrent-Service starten zu können, derjenige wird sie alle anführen.

Mehr Gedanken zum Thema gab es vor einem Jahr hier.

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95 Kommentare

  1. 01

    Sehr feiner Artikel, Johnny. Ich finds immer wieder interessant, wieviele Parallelen es zur Fotografie gibt – auch sie hat und wird sich (ordentlich) verändern, die Frage ist nur, wann jemand das Heft in die Hand nimmt und mal öffentlich dat Dingen rumdreht. Wie das gehn soll – kein Ahnung. Dass es irgendwann passiert, garantiert. Cheers.

  2. 02
  3. 03

    Täusche ich mich – oder sind das neue Töne von deiner Seite? Erst dachte ich, Réné hätte den Artikel geschrieben ;)
    Aber ich glaube auch, dass sich die Branche von einer Produkt-Branche hin zu einer Service-Branche verändern muss (wie das übrigens auch schon eine Reihe Software-Unternehmen, allen voran IBM, durchmachen mussten), um zu überleben. Ob wir sie dann noch wiedererkennen werden, steht auf einem anderen Blatt…

  4. 04
    Die Japaner

    Nette Gedanken. Es gibt aber immernoch Leute, für die eine gekaufte Musik-CD einen Sammler- oder Errinerungswert besitzt. Und eine MP3-Datei wird es wohl niemals auf die gleiche Art und Weise ersetzen können. Das ist der nachfolgenden Generation vorbehalten: sie kennt es nicht anders, als runterladen.

  5. 05
  6. 06

    @Fragezeichner: Eigentlich keine neuen Töne, ich plädiere seit Ewigkeiten für ein Umdenken — bin allerdings auch immer dabei, wenn es darum geht, Musiker und Urheber zu vergüten. Kann und soll man ja auch. Nur eben über andere Wege als bisher. Check mal den letzten Link im Artikel bitte.

    @Die Japaner: Eben. Eine Datei besitzt für sich wenig oder gar keinen Wert. Denn was machte den Wert deiner Lieblings-Platte (LP, CD) aus? Das abgegriffene Sleeve, bei Alben die Liner-Notes, die Texte, das Artwork “¦ aber nicht der Song an sich. Der hat hohen ideelen und emotionalen Wert, aber keinen Preis.

  7. 07

    Hmm, aber wenn man das weiterdenkt, dann war die Musikindustrie immer eine Distributionsindustrie (Zugänglichmachindustrie). Insofern waren Apple die ersten, die das erkannten und machen jetzt folgerichtig das ganze Geld.

    Aber wenn den ganzen Rechtequatsch also aufgäbe und Filesharing per se legalisieren würde, dann würden die Tracker und Suchmasken entsprechend optimiert und benutzbarer und dann wäre irgendwann – sehr schnell – auch iTunes komplett überflüssig. Noch weiter gedacht würden auch Festplatten überflüssig, mit der weiteren Verbreitung des Internets auf Always-on-Medien die ja bereits weiter als nur vor der Tür stehen und die man immer dabei hat. Das Internet übernimmt also entlang des Zeitstrahls einfach /alles/, was mit Distribution zu tun hat. Und zwar auf jedenfall unentgeldlich.

    Wo, bitte, ist dann noch ein Geschäftsmodell auszumachen, in Sachen Musikdistribution? Außer bei Konzerten?

  8. 08

    Nette Gedanken, doch leider wird es nie dazu kommen denn was die Industrie vorantreibt ist nunmal das Geld und von Ideen wie kostenlose Musik weil sie ja sowieso für jeden zugänglich ist (illegal,…) halten die überhaupt nichts. Leider werden diese Vorhaben auch wenig gefördert und sind kaum durchführbar, denn diese Dinge kosten Geld (Produktion, Mastering,…) welches gerade jungen Bands fehlt und seien wir mal ehrlich, welches Unternehmen sieht eine Zukunft in einem Markt für kostenlose Musik. Leider NOCH niemand wobei die Idee zukunftsweisend ist.

    Ein weiteres Problem hierbei und wenn man mich fragt das Größte, ist die GEMA. Ich lass mal alle meine Meinungen über diesen Verein weg und sage nur eines. Ein Jugendfestival für bis zu 1000 Jugendliche muss sich überlegen ob dieses sich noch rechnet, da die GEMA ihre Gebühren erhöht hat (über 100%), da die Künstler nicht genug gefördert werden. Hierbei muss man allerdings noch dazu sagen, dass gerade kleine Bands nicht wirklich von der GEMA profitieren (es sind gerade mal ca 1.000 Mitglieder die wirklich viel verdienen über die GEMA).

    Wir werden sehen, was die Zukunft bringt.

    Grüße
    Flo

  9. 09

    Da hör ich grade http://download.radioeins.de/mp3/medienmagazin/mm20090530.mp3 und kann nur stöhnen. Passt sehr gut dazu.

  10. 10
    Mitja

    Unabhängig vom (sehr interessanten) restlichen Inhalt des Posts: Spotify sieht ja sehr interessant aus. Habe mich da mal in die Einladungswarteliste geschrieben. Bin sehr gespannt.

    Edit: Scheint ja in Deutschland noch nicht richtig zu funktionieren. Vllt. kann mir jemand eine Einladung an m.marheine_a_gmail.com schicken? Vllt. geht es so. ;-)

  11. 11

    @mspro: Ich würde für einen umfangreichen, legalen und schnellen BT-Service bezahlen, denn natürlich kostet solch ein Service die Betreiber Geld. Entweder bezahlen wir mit unserer Aufmerksamkeit (siehe YouTube/ Google: Werbung) oder eben mit Geld, dafür, dass wir keine Schauer-Anzeigen ertragen müssen.

    Am Ende hat die Industrie ja in einem Punkt Recht: Die ISPs verdienen mit ihren Geld, das die Leute hauptsächlich für den schnellen Zugang zu Musik, Filmen und Games bezahlen “¦ der Ruf danach, einen Teil abzubekommen, ist also nicht ganz unberechtigt. Nur öffnet man damit die berüchtigte Büchse der Sie wissen schon, da als nächstes Filmrechteinhaber und Text-Autoren etc. ankommen. Bedenkt man, dass der Zugang immer kostengünstiger bis frei wird, werden zu bezahlende Services kommen, da bin ich ziemlich sicher. Rechtfreiheit muss das nicht unbedingt bedeuten, glaube ich. Nur Rechteänderungen.

  12. 12

    Haut nicht gerade die Idee der Kulturflatrate genau da rein? Also indem ich durch den Erwerb einer Lizenz die Möglichkeit eingeräumt bekomme, so lange, wie ich für die Lizenz zahle, auf Musik zuzugreifen? Dann wäre aber wie mspro sagt, irgendwann das Ende der Fahnenstange erreicht. Und wie geht es dann weiter? Würdest du so weit gehen und sagen, dass es irgendwann kein Geschäftsmodell für die Musikdistribution gibt? Denn das würde daraus ja folgen.

  13. 13

    @Flo: Die GEMA ist ein riesiger Hemmschuh für Innovationen, allerdings sieht es da Europa-weit insgesamt sehr grausam aus. Nur: Ich habe damals mit einer etwas unter “okay” verkaufenden Band durchaus Einnahmen durch die GEMA gehabt, die uns als Band geholfen haben. Ganz so leicht ist die ganze Kiste leider nicht. Dennoch: Nach wie vor fehlt der Wille zur Veränderung in einem unfassbar komplizierten System, das über Jahrzehnte zugewuchert ist.

    @Michael: Ich bleibe sehr unsicher bei der Flatrate “¦ meiner Meinung nach wird es nicht funktionieren, dass eine (künstlerische) Leistung aus einer Pauschale abgegolten wird und ich finde es auch nicht fair. Ich bin davon überzeugt, dass mit digitalen Services verdient werden kann. Die verlinkten Dienstleister zeigen u.a. die Ansätze dazu.

  14. 14

    Am Anfang dachte ich beim Lesen: Ach, Haarspalterei, Musik oder Verkaufseinheit: die Frage ist doch trotzdem, wie der Kuenstler den Kuehlschrank fuellt.
    Aber nein, ist es nicht. Diese Frage wird seit Anbeginn des Musikmachens dadurch beantwortet, dass Kuenstler toll genug sind, um sie zu lieben, respektive zu kaufen, oder so.

    Man muss auch nicht mehr beantworten, wie man die alte Musikindustrie moeglichst schnell los wird, sie ist wunderbar am Ende, auch wenn sie noch maechtig herumzuckt (wie man z.B. an der zur Zeit schwebenden Debatte im Europaeischen Parlament zur Verlaegerung der Urheberrechtszeit von 50 auf 70 oder sogar 95 Jahre sieht, das koennte AERGER machen).

    Musikindustrie ALT hat jedenfalls den Zugang zu allem Neuen und Wunderbaren schon so lange verweigert, dass Musikindustrie NEU nun maechtig viel Raum zum Expandieren findet.

    Das normale Profitinteresse irgendeiner Firma (dazu ist ein Geschaeft ja da) wird trotzdem auch im Falle von MI NEU (tippmuede) dazu fuehren, dass man versucht, Schrott nach allen Regeln der Kunst zu verkaufen.
    Ein Gutteil von MI NEU besteht sicherlich aus eben jenen Leuten, die in juengster Zeit von MI ALT gefeuert worden sind.
    Musikliebhaber sind das doch ueberwiegend nicht, sondern Geschaeftsleute.
    Also teile ich den Schlus nur halbherzig, dass MI 2.0 uns Musikliebhabern wirklich bessere Zeiten bescheren wird.
    Der juengste Tod von seeqpod.co, die neusten Bezahltrends bei last.fm und die hart limitierenden Lizenzprobleme von Sptify lassen einen nicht so hoffen, wie man wollte.
    Und dazu kommt, dass auch MI NEU Budgets zur Kuenstlerfoerderung braucht. Ich war ehrlich geschockt von der reinen Klangqualitaet des letzten, musikalisch tollen Animal Collective AlbumsL Die hatten wohl gar kein Geld fuer ne gut klingende Produktion. Die kostet Geld, und solche Spezialisten muss man wieterhin bezahlen koennen, finde ich. Doch in Zeiten von MI NEU werden solche Budgets wohl immer seltener. WIe soll ein Musikliebhaberlabel heutzutage an solche Budgets kommen?

    Um das negative Bild des Ganzen wieder zu vertreiben, (ich bin doch ganz gluecklich ob der neuen Moeglichkeiten) waer ich ganz dankbar fuer eine Liste Deiner Lieblingsmusikquellen ausserhalb der Gescaeftsmodelle.
    Mr fallen dazu eigentlich fast nur noch gelungene Konzerte mit anschliessendem CD Kauf am Ort des Geschehens ein. Und Kumpels mit exzellentem Geschmack.

    Dank! Ein schoener Artikel, Pardon fuer die Kommentarlaenge.

    jrp / Berlin

  15. 15

    @mspro:
    “Wo, bitte, ist dann noch ein Geschäftsmodell auszumachen, in Sachen Musikdistribution? Außer bei Konzerten?”

    Bei Geschäftsmodellen mit digitalen Gütern geht es immer darum, beim eigenen Angebot die freien Güter (unendlich kostenlos reproduzierbar und distribuierbar) und die knappen Güter zu identifizieren. Für die knappen Güter kannst du Geld verlangen, einen Markt aufbauen (bei den freien Gütern sinkt der Preis idR eh auf die Grenzkosten und damit gleich Null). Konzerte sind nur _ein_ Beispiel dafür.
    Siehe meinen Artikel zum Thema Musik im Internet vom Januar auf netzwertig.com.

  16. 16

    Wenn ich für Musik bezahle, dann bezahle ich nicht für die Klangdatei, für die Information, sondern für die Dienstleistung des Musikers, die Musik herzustellen, dafür, dass er seine Ideen vertont, dafür, dass er sich die nötigen Instrumente kauft (knappes Gut). Und ich bezahle die Dienstanbieter (z.B Apple), damit die die nötigen Serverkapazitäten bereitstellen, damit ich mir die Songs schnell, in guter Qualität und ohne DRM herunterladen kann. Geld verdienen zu Zeiten des Internets geht (siehe Apples iTunes), es wird sich nur einiges ändern. Und das muss die alte Musikindustrie einfach verstehen.

  17. 17

    @marcel weiss: I see. Bis auf die Aufnahmedienstleistung. Die wird über kurz oder lang auch kein knappes Gut mehr sein. Sofware-Audio-Filter und Krams wird das Tonstudio sehr bald ersetzen, bzw. hat es in vielen Bereichen ja schon.

    Witzig finde ich den Verkauf von Künstleraufmerksamkeit. Und irgendwie scary.

  18. 18

    Ich denke wir sind uns einig, dass alle Institutionen (GEMA, Label,…) einfach alle verpennt haben was geht und jetzt nicht mehr nachkommen mit dem was man heute bräuchte.

  19. 19
    Jan(TM)

    @Johnny Also für Musik bezahlen würde man demnach nur wenn man z.B. die Rechte an den Plan B Liedern kauft?

  20. 20
    michael k.

    ich hab gerade mal deinen artikel gelesen. wo hast du denn das geld für deine leerkassetten bzw. downloads her? die musiker haben eine leistung erbracht, musik komponiert, die dir gefällt, da das ihr broterwerb ist, wollen sie doch auch ein bißchen geld verdienen, wie sollte es deiner meinung sonst gehen? einfach alles umsonst?, verschenken? wie lange hält man das durch?

  21. 21
    lilly.

    wenn der tag gekommen ist, an dem ich keine lust mehr habe, booklets durchzublättern, credits durchzulesen, oder die nadel knacken zu hören, werde ich beginnen, für mp3s geld auszugeben.

  22. 22

    @mspro: Nicht das Aufnehmen selbst ist das knappe Gut, sondern der Akt des Musikschreibens, Produzierens etc.
    Dafür werden Fans spenden, wie man es bei einigen Künstlern ja auch jetzt schon sieht.

  23. 23

    @marcel weiss:
    @michael k.:

    die plattenverkäufe sind sowieso rückläufig und künstler beziehen ihr geld sowieso meist aus merch, konzerten, werbung, … dann sollte ne idee sein

  24. 24
    earl

    Genau aus diesem Grund mache ich in jeder Diskussion zum Thema deutlich, dass die Plattenindustrie Plattenindustrie heißt, Musikindustrie ist die selbstgewählte Bezeichnung, die die Überheblichkeit dieser Firmen deutlich macht.

  25. 25
    felix

    unsere übereinstimmung ist SEHR HOCH

  26. 26

    Dazu kann nur sagen: Bingo! :) Ich habe es genau so erlebt (was sich in den hiesigen “Vinyl-Waenden” manifestiert) und denke in punkto Zukunft aehnlich. Aber eines steht fest: Die GEMA bzw. die Musikindustrie an sich hat schon genug (um nicht zu sagen: viel zu viel) an mir verdient…

  27. 27
    c@lvin

    doll… wegen dem “Waste of Time”-Award hängt jetzt der Scroll-Teil von mein Touchpad -.-

    da sehe ich nur, was ganz unten ischt *mmmmmh*

  28. 28

    @Johnny Haeusler: Es gab diesen schnellen und umfangreichen BT-Service, nur legal war er nicht: OiNK. Hätte die Musikindustrie diesen für sich adaptiert anstatt ihn dicht zu machen, ich wette sie würden heute ganz anders da stehen.

  29. 29
    Sweetshark

    @Michael: Eine Kulturflatrate muss ja nicht den klassischen Distributionswege killen (wir lesen immernoch Buecher und hoeren Radio obwohl es Fernsehen gibt und wir gehen immernoch ins Kino, obwohl es VHS/DVDs gibt).

    Eine Kulturflatrate, um Kuenstler fuer die Kopien zu entlohnen, die ueber P2P u.ae. verbreitet werden, waere IMHO durchaus gerechtfertigt, wenn solche Privatekopien eben nicht mehr als Urheberrechtsverstoesse verfolgt werden. Den Komfort moderner und gut sortierter Musikshops wird das nicht schmaelern. Und erst recht nicht das schoene Gefuehl, ein physikalischen Beweis mit Booklet usw. fuer den eigenen guten Musikgeschmack zu haben. Das sind einfach unterschiedliche Maerkte:
    – Kulturflatrate
    – digitale Musiklaeden
    – Medien
    – Konzerte

    Das eigentliche Problem bei der Kulturflatrate ist die Verhandlung der Hoehe (und das wuerde die MI jedes Jahr fleissig neuverhandeln, wenn sie erstmal Blut geleckt hat) und die Verteilung. Beim letzerem waere es IMHO sinnig, den oeffentlich-rechtlichen Rundfunk ebenfalls aus dem Kulturflatratetopf zu bezahlen (fuers Mutantenstadl, EuroVision Song Contest u.ae.) – die GEZ wuerde im Gegenzug eine wesentlich niedrigere Kopfsteuer, die klar getrennt und hart an den Informationsauftrag der oeffentlich-rechtlichen gebunden ist.

    Hach, man kann ja mal traeumen …..

    Gruss,
    Sweetshark

  30. 30

    feiner Artikel mal wieder :) Deine Vita musiktechnisch liest sich exakt wie meine – hoffen wir, dass sich in den Chef-Etagen der großen Labels auch der ein oder andere daran erinnert, wie Musik immer schon verbreitet wurde und wofür tatsächlich bezahlt wurde…

  31. 31
    Jander

    Ich gebe pro Jahr für Bandshirts, Konzerte und Festivals mehr Geld aus als für Tonträger in meinem bisherigen Leben.

  32. 32

    @Jan(TM): Nee. Dann bezahlt man ja für gewisse kommerzielle Rechte.

    @michael k.: Es geht nicht um alles umsonst. Es geht um die Unterscheidung, wofür man bezahlt.

  33. 33

    naja, vielleicht lässt du dir auch mal von modernen recommendation services oder musik sharing seiten ein paar neue indies empfehlen und kommst dann über die vorzüge der sich etablierenden infrastruktur auch in den genuss neuen und kostenlosen musik hörens.

    diesen und andere wege sehe ich als trend. gute musik neben synthetischer hit production und mainstream. eine infrastruktur die aufkommende musiker unterstützt und neue beats nicht nur als reproduktionen bringt.

  34. 34

    @marcel weiss (22) Der Begriff “Spenden” wird in dem Zusammenhang tatsächlich häufig gebraucht. Ich halte das für bedenklich. Dahinter lauert nämlich ein leider immer noch weitverbreitetes Bild vom Künstler als dem “armen Poeten”, der für seine Ideale lebt (und hungert), und dem die eigene Selbstverwirklichung gefälligst Lohn genug zu sein hat…

    Meine Aktivitäten als Musikerin möchte ich nicht als ein Betteln um Almosen verstanden wissen. Ich wünsche mir eine Gesellschaft, in der Kultur einen Wert hat, der denjenigen, die sie produzieren, auch ermöglicht, davon zu leben. Die sich gerade entwickelnde neue Musikwirtschaft wird sich daran messen lassen müssen, ob ihr dies gelingt.

    Dazu gehört meines Erachtens eine faire Kulturflatrate ebenso wie eine vernünftige Neugestaltung der GEMA – die Zeiten, in der kleinere Bands von einer GEMA-Mitgliedschaft auch nur den geringsten Nutzen hatten, sind spätestens seit der letzten Umstrukturierung vor einigen Jahren vorbei.

  35. 35
    meinereiner

    Ich habe in den letzten 5 Jahren genau eine CD gekauft. Mir war egal, dass die CD ein echtes Booklet mit hübschen Bildchen hat. Mir war egal, dass die Musik von einer kleinen Band kommt, die mein Geld gut brauchen kann. Der einzige Grund war, dass man das Album nicht über Esel und Torrent Seiten finden kann, weil die Band einfach zu unbekannt ist.

    http://www.viktoriapark.org/shop.php

    Insofern kann ich Johnny nur recht geben. Wir bezahlen nicht für die Musik sondern für den Zugang dazu. In dem Moment, wo man den Zugang hat, sind die Daten praktisch wertlos, weil man sie selbst kopieren kann. Copyright ist per se Schwachsinn. In dem Moment, wo die Möglichkeit besteht, Daten selbst zu kopieren, wird dies auch gemacht. Musik, Film, Bücher, Software. Der Wert all dieser Dinge ist bestimmt durch den Grad der Schwierigkeit sie zu kopieren.

  36. 36
    reniereniem

    Ich habe in den letzten 5 Jahren genau eine CD gekauft. Mir war egal, dass die CD ein echtes Booklet mit hübschen Bildchen hat. Mir war egal, dass die Musik von einer kleinen Band kommt, die mein Geld gut brauchen kann. Der einzige Grund war, dass man das Album nicht über Esel und Torrent Seiten finden kann, weil die Band einfach zu unbekannt ist.

    http://www.viktoriapark.org/shop.php

    Insofern kann ich Johnny nur recht geben. Wir bezahlen nicht für die Musik sondern für den Zugang dazu. In dem Moment, wo man den Zugang hat, sind die Daten praktisch wertlos, weil man sie selbst kopieren kann. Copyright ist per se Schwachsinn. In dem Moment, wo die Möglichkeit besteht, Daten selbst zu kopieren, wird dies auch gemacht. Musik, Film, Bücher, Software. Der Wert all dieser Dinge ist bestimmt durch den Grad der Schwierigkeit sie zu kopieren.

  37. 37

    +1

    naja für Musik zahle ich schon. Für Livemusik halt.
    Aber nicht für silberne Platikscheiben oder MP3. Niemals.

  38. 38
    Tim

    Musik entsteht nicht aus der hohlen Hand. Klar hast du für Musik bezahlt. Oder wer hat die Instrumente, das Equipment für eure Band bezahlt? Mag sein das bei Profis am Ende ein Plus rauskommt, aber z.B. ich und andere geben viel Geld für Musik aus – eben für Instrumente, Noten, Verstärker, usw.

    Das Problem, dass die Musikindustrie glaubt, “Musik” zu verkaufen ist die Gründungslüge der Branche. Sie hatte sich von Anfang an als zeitgemässe Alternative zum Selbermusizieren verstanden. Der Erfolg in Form einer veritablen Krise der Instrumentenhersteller hatte sie davon noch überzeugt. Die Instrumentenherstellung war bis Anfang des 20. Jahrhunderts ähnlich profitabel wie die Plattenbranche zu ihren besten Zeiten. Die USA unterhielten im Vogtland von 1880 bis 1918 sogar ein eigenes Konsulat für die Abwicklung des amerikanisch-vogtländischen Musikinstrumentenhandels. Nun erwischt es eben die Musikindustrie. 100 Jahre Rekordgewinne begründen keinen Anspruch darauf, dass es so weitergeht. Die Hoffnung ist, dass die Leute wieder für Musik bezahlen und nicht die obszönen Gewinne der Vermittler fürs Musikhören finanzieren.

  39. 39

    Danke für den Artikel !!! :-)

  40. 40
    Ein Leser

    …, dass dies der Kern …

  41. 41
    DieterK

    “žUnd der erste, der es schafft, die Musik- und Video-Industrie von ihren veralteten Restriktionen (Länder-Codes!) abzubringen, um einen kommerziellen BitTorrent-Service starten zu können, derjenige wird sie alle anführen.”
    Dies ist genau die Denkweise von Thomas Middelhoff ca. 1998: Ein Monpolanbieter, der die ganze Welt mit Musik beliefert. Und genau kontrolliert, wer was wie lange hört und entsprechende Rechnungen schreibt. Eine ganz tolle Idee (Achtung, Ironie!).

    “žAm Ende hat die Industrie ja in einem Punkt Recht: Die ISPs verdienen mit ihren Geld, das die Leute hauptsächlich für den schnellen Zugang zu Musik, Filmen und Games bezahlen “¦ der Ruf danach, einen Teil abzubekommen, ist also nicht ganz unberechtigt.”
    Unsinn! Durch (legale/illegale) Internetangebote steigt die Attraktivität des Internetzugangs, das heißt die ISP profitieren bereits (mehr Kunden). Werden Spediteure an den Einnahmen/Gewinnen der transportierten Waren beteiligt?

    “Bedenkt man, dass der Zugang immer kostengünstiger bis frei wird, werden zu bezahlende Services kommen, da bin ich ziemlich sicher.”
    Der Internetzugang wird “frei”? Woher stammt diese Erkenntnis? Der Trend geht doch genau in die andere Richtung: Drosselung der Übertragungsgeschwindigkeit, Wiedereinführung von Volumentarifen usw.

    “žDie GEMA ist ein riesiger Hemmschuh für Innovationen, allerdings sieht es da Europa-weit insgesamt sehr grausam aus.”
    Kannst Du das begründen? Welche Innovationen hat die GEMA konkret verhindert/verzögert? Wie Du weißt, sind die Gebühren, die die Labels für die Nutzung ihrer Werke von YouTube, Spotify und ähnlichen Diensten verlangen (falls sie diese überhaupt lizenzieren — für die Phonoindustrie gibt es im Unterschied zur GEMA keinen Abschlusszwang) 5 bis 10mal so hoch wie die GEMA-Gebühren.

    “žIch bleibe sehr unsicher bei der Flatrate “¦ meiner Meinung nach wird es nicht funktionieren, dass eine (künstlerische) Leistung aus einer Pauschale abgegolten wird und ich finde es auch nicht fair”
    Die Abgeltung künstlerischer Leistungen (von Songschreibern) über Pauschalen funktioniert doch seit rund einhundert Jahren ziemlich gut. Und was genau ist daran “žnicht fair”?

  42. 42

    Ich hab mir gestern eine E-Gitarre und einen ollen Marshall-Amp gekauft. Will mir jemand was dazugeben?

  43. 43

    da muss ich auch mal meinen verquirlten senf zu abgeben. zum einen wird demnächst in hannover das cd-presswerk dichtgemacht. war ja auch klar, ne cd bzw. der film auf dem die daten sind hält maximal 50 jahre, eher 30. in den 80ern wurde mir erzählt, dass die cd DAS neue medium ist. im gegensatz zur schallplatte (über 100 jahre) hat sie keine 30 jahre geschafft und ist schon wieder obsolet. schön, dass ich mir damals keine cds gekauft habe. ich kaufe nach wie vor elles auf vinyl (sofern erhältlich) spiele aber nur noch digital. viele labels legen inzwischen download links für astreine mp3 dateien bei und so habe ich das dann auch digital. wenn dem mal nicht der fall ist, kann man es immer noch auf die althergebrachte weise digitalisieren. heisst für mich, sofern ich gled für musik ausgebe, will ich auch einen tonträger haben, der auch in 50 jahren noch abspielbar ist. alles andere ist eher ne leihgabe. und ob das mit itunes funktioniert, wage ich zu bezweifeln. man bekommt halt mp3 dateien, die nicht den ganzen song enthalten und bevor ich zb. bei beatport.com 12,96 für 4 .wav dateien ausgebe, die ich incl. tonträger, cover, support meines lokalen plattenladens und nettem plausch für 8,99 € bekomme, muss noch einiges passieren.

  44. 44

    @Karan:
    “Der Begriff “Spenden” wird in dem Zusammenhang tatsächlich häufig gebraucht. Ich halte das für bedenklich. Dahinter lauert nämlich ein leider immer noch weitverbreitetes Bild vom Künstler als dem “armen Poeten”, der für seine Ideale lebt (und hungert), und dem die eigene Selbstverwirklichung gefälligst Lohn genug zu sein hat”¦”

    Diese negative Konnotation bringst Du ins Spiel. Die sehe ich nicht. Spenden sind letzten Endes nichts anderes als Zahlungen _nach_ Erhalt des Produkts (Musikaufnahmen) und oft mit dem Ziel verbunden, Produktion künftiger Produkte damit zu unterstützen.

    Eine “faire” Kulturflatrate wird es nie geben. Von einer Kulturflatrate werden vor allem nur Spears und co. profitieren.

    (Davon abgesehen wäre eine Kulturflatrate in deinen Augen ja auch nur pauschal eingesammelte und zentral verteilte Almosen an die armen Künstler..)

  45. 45

    @Ein Leser: Danke! Ist korrigiert.

    @meinereiner: Copyright, bei uns Urheberrecht, ist keineswegs Schwachsinn, finde ich. Es braucht nur eine neue Definition, andere Kontrolle für die Urheber, Creative Commons geht da den richtigen Weg. Mag ja sein, dass meine Musik leicht kopierbar ist, dennoch möchte ich entscheiden können, ob Marke XYZ sie für ihren Spot benutzen darf und wieviel ich dafür verlange. Es geht beim Urheberrecht um etwas mehr als die Frage, ob man einen Song kopieren darf.

    @DieterK: “Der erste” ist ungleich “der einzige”, solche Monopole kann man leicht vermeiden. | “Freie” Zugänge: Werden kommen, als Stadtnetze etc., außerdem werden meine Zugänge seit Jahren günstiger, deine nicht? | Die GEMA weigert sich seit vielen Jahren, Urhebern freiere Wahl bei der Lizenz-Form zu gewähren, das verstehe ich u.a. unter “hemmen”, und was Europa angeht, dort streiten sich die diversen Vertreter u.a. um Zuständigkeiten. | Flatrate: Langes Thema “¦ kurz: ich befürchte ähnliche Verteilungschlüssel wie bei den Radio- und TV-Abgaben, die ich ebenfalls unfair finde.

    Das wichtigste ist aber, dass es im Artikel nicht um die Details geht, die wir ja hier ebenfalls schon oft diskutiert haben und bei denen ich nach wie vor die Unterscheidung zwischen Urhebern und Musikern für enorm wichtig halte, da wir über verschiedene Ansprüche und Vergütungen reden müssen. Es geht auch nicht darum, dass Musiker plötzlich kein Geld verdienen sollen, ganz im Gegenteil.

    Es geht mir darum, darzustellen, dass das Geld schon immer und auf sehr vielen Ebenen mit dem “Drumrum” verdient wurde. Nie mit dem Klang an sich.

  46. 46

    Ich zahle für manche Musik. Nicht für die Tonträger, die sie enthalten, sondern für die Musik auf ihnen.
    (Allerdings ist mancherlei “artwork” einfach so verdammt geil…)

    Gut, Chartsmucke verdient keinen Cent. Bekommt auch keinen von mir.

  47. 47
    lork

    Ich bin für Zwangs-Musikflatrate. Anders geht’s nicht, kopiert wird so oder so. Aber wer soll die Einnahmen so an die Musiker verteilen, dass diese sinnvoll gefördert werden? Irgendjemand muss ja entscheiden, wer “gut” genug ist und wer nicht. Die Musikindustrie?!

  48. 48

    @lork: Die Grund-Idee wäre ja ein technisches System, das gerecht verteilt. Wer also viel runtergeladen wurde, bekommt viel. Nur (meine Vermutung), dass so ein System Millionen verschlingen würde, speziell, da es weltweit funktionieren müsste, und man sich am Ende daher doch wieder auf eine Pauschalverteilung einigen müsste, die nur die Großen berücksichtigt, wird eher selten bedacht.

  49. 49

    Auch eine lesenswerte Ansicht: http://sivers.org/ppay

  50. 50

    Ich als DJ achte sehr wohl auf legale Musik und gebe sehr viel Geld dafür aus. Ob Musicload oder Vinyl-Shop. Im Schnitt sind da schon 20-30 Euro pro Monat drin. Aussderm wird die Musikindustrie durch die Gema und die GVA gestützt, die von (Web-)Radios teuer bezahlt werden müssen.

    Alternative: iTunes- und co. Radios hören, die so ziemlich jeden Geschmack treffen.

    Oder wir schauen es von dem Nachbarn ab: In Frankreich wird die Musikindustrie statt durch GEZ etc. durch einen festen Steuersatz finanziert.

  51. 51

    Seit jeher und hat man für das Medium, das Musik speichert, bezahlt, und nicht für die Musik an sich, außer bei Konzerten. Das ist heutzutage nicht anders, nur hat sich die Währung erweitert, in: ISP Gebühren und Aufmerksamkeit.

    @Johnny, Der Auffassung, dass Musik nicht mit dem Klang Geld verdiente, sondern stets über das Drumherum, kann ich nicht ganz zustimmen: außer du betrachtest Klang als sterile Einheit, ohne die Denotation von Emotionen und Vorstellungen. Ich bin davon überzeugt, dass sich Elvis nicht nur wegen seines Aussehens, sondern auch wegen seines Sounds und den damit auslösenden Gefühlen gut verkaufte.

    Einer Kulturflatrate stehe ich aus Gründen ähnlich wie Johnny sehr kritisch gegenüber: Würde sie doch bedeuten, dass jede Person mit einem Breitbandzugang Gebühren entrichten muss, ungeachtet wie viel “žKultur” sie konsumiert. (Kultur konsumieren klingt doch furchtbar, oder?!). Da würden einige nicht-“žheavy-user” – aus meiner Sicht verständlich — was dagegen haben. Außerdem: wie könnte denn tatsächlich ein Ausschüttungsschlüssel zur Vergütung aussehen: ist ein Song weniger wert als ein ebook, oder wiederum mehr als ein Film, oder gleich viel wie ein Foto? Mir fällt es schwer Kulturgüter in so pauschal geformte ökonomische Güter zu sehen.

    Sehr spannend finde ich die Frage, für welchen Mehrwert, die/der MusikkonsumentIn bereit wäre tatsächlich zu bezahlen. Bzw. ob das Phänomen, dass auf 1 gekauften Song 8 illegal bezogene kommen, rein über den Faktor “žgratis” zu erklären ist.
    Ich wage zu mutmaßen, dass das u.a. eine Problematik der Transparenz ist und appelliere an zukünftige Moral. Kauft der Otto Normalverbraucher einen Tonträger bzw. mp3 via iTunes weiß er rein gar nichts darüber, wer was und warum von seinem Geld bekommt. Er weiß mittlerweile nur, dass die MI schlecht und nicht unterstützenswert ist, und auf die Frage, ob das Sinn macht, Musik von Musikern zu klauen, die er wertschätzt, hört man selten überzeugende und überzeugte Aussagen.

    Stell sich mal einer vor es gäbe ein “žFair-Trade-Zertifikat” (ähnlich Kaffee) für Musik:
    Es garantiert, dass xy% an Künstler, xy% an Label, xy% an Vertrieb, xy%,……………, vom “žmeinem” bezahlten Geld gehen.

    Ich kann mir gut vorstellen, dass damit Leute eher dazu bereit wären für “žihre” Musiker und Bands zu bezahlen, wenn sie wüssten wo tatsächlich ihr Geld landet.

    Übrigens: ich glaube nicht an eine “žall-in-one-Killerapplikation”, die die komplette MI aufrollt von heute auf morgen verändert und “žsie alle anführt”; viel zu sehr fragementiert ist dafür der Markt mittlerweile.

  52. 52

    one usb stick to rule them all :-)

  53. 53
    Andreas Habicher

    Ja, Ländercodes… wie ich sie hasse! Da bekommt man ganz normal als völlig legales Geburtstagsgeschenk (Geburtstagsgeschenke sind doch noch legal…?) eine DVD – aber halt aus Amerika. Pech gehabt.

  54. 54

    Wow, so grandios am Problem vorbei geschrieben, dass es schon wieder Kunst ist.
    Zunächst einmal ist es doch eine reine Spitzfindigkeit, ob ich sage ich bezahle für die Musik, oder für die Möglichkeit, mir selbstbestimmt den Zugang zur Musik zu ermöglichen (@Chris Wochagg: Selbes gilt wohl für Konzerte, hier zahle ich für das Privileg an einem bestimmten Tag zu einer bestimmten Zeit an einem bestimmten Ort zu stehen).
    Entscheidend ist doch vielmehr, dass ich Musik als etwas wahrnehme, dass es verdient wertgeschätzt zu werden. Und Wertschätzen geht letztlich nur, wenn ich etwas anderes freiwillig dafür opfere, den Gegenstand meiner Wertschätzung zu konsumieren/zu genießen/in Anspruch zu nehmen.
    Was fehlt sind Ansätze. Eine Lösung für die Musikindustrie bleibst Du schuldig, denn die ergibt sich aus deiner angeblich so tiefen Erkenntnis heraus ebensowenig wie aus den bisherigen Versuchen der Musikindustrie mittels Kopierschutzmechanismen das Problem der Geizmentalität in den Griff zu bekommen.
    Hier liegt das eigentliche Problem: Viele Leute wissen es einfach nicht mehr zu schätzen, was andere Leute für sie erschaffen. Klar ist es praktisch, Musik kostenfrei und jederzeit per Download zu bekommen, nur, das die Leute, die sie erschaffen haben letztlich dabei die Dummen sind. Das ist auch ein Fehler der Plattenindustrie, weil die den Künstlern kaum ordentlich Gelegenheit bietet, sich eine ordentliche Fanbas zu erarbeiten. Statt dessen hört man im Radio nur noch Songs die größtenteils völlig austauschbar sind. Jeder Song ist gleich ein Hit und nächste Woche ist der Hit von letzter Woche schon wieder vergessen.
    Wer allerdings wirklich Musik zu schätzen weiß und sich ernsthaft damit beschäftigt, der sollte auch nicht so geizig sein, gelegentlich 10 – 20 € dafür hinzulegen. Gegen gelegentliche Weitergabe an Freunde habe ich gar nichts, und die Musikindustrie im übrigen auch nicht. Aber die ungeheure Potenzierung, die diese Weitergabe dann erreicht, wenn man über Torrent-Portale an völlig Fremde und völlig unkontigentiert weitergibt, wird über kurz oder lang die Industrie kaputt machen.
    Im übrigen sicher auch ein Grund dafür, dass man heute schon fast standardmäßig für ein Konzert mittelmäßig bekannter Bands um die 40 € hinlegen muss. Danke, liebe Torrent-User!
    Ich habe bisher meine Musik (oder das Privileg des Genuss derselben) gekauft und werde dies auch weiterhin tun. Wer sich im Netz bedient, sollte dies nie tun, ohne auch etwas zurückzugeben. Und sei es bloß schnöder Mammon.

  55. 55

    Unsere (Schnucki&Ich) Zigtausende Titel tragende Musiksammlung wurde schon gekauft, als die Umstellung auf Digital (CD) noch gar nicht Populär war. Im Nachhinein gesehen war die Musik (Tonträger) nicht teurer als heute.
    Mit dem Unterschied, dass sich aufgrund der modernen Technik die Produktion
    und die Vermarktung vereinfachen lässt. Das war ein “Klugscheiss”. Ernstzunehmende Beiträge findet man … auch. ;-)

  56. 56
    Andi

    Hier mal meine Gedanken dazu:

    1. Habe ich sehr wohl früher für Musik Geld ausgegeben. Das waren damals Alben, wie es sieh heute von der Qualität her kaum noch gibt. Aber es war auch viel Schrott dabei.

    2. Ja, ich gebe heute für Musik kaum noch Geld aus. Das liegt imho an drei verschiedenen Gründen:
    a) Die Qualität der Musik ist einfach schlechter wie früher. Heute ist vieles auf Kommerz ausgelegt. Das war früher nicht ganz so krass. Aber dieser Punkt spielt bei mir kaum eine Rolle.
    b) Es gibt die Musik heute gratis zum runterladen (vieles legal, vieles aber auch illegal). Viele Sachen höre ich mir mal an, und entscheide mich gegen einen Kauf. Manche Sachen kaufe ich dann aber auch. Aber auch dieser Punkt spielt bei meinem (fehlenden) Kaufverhalten eigentlich kaum eine Rolle.
    Der wahre Punkt, warum ich kaum noch Musik kaufe (und ich bin mir sicher, dass das der wahre Grund ist, warum die Plattenverkäufe so stark zurückgegangen ist), ist der Punkt c):
    Meine Eltern haben früher erst sehr spät Kabelfernsehen angeschafft. Ich glaube, ich war damals erst 16 oder so. Bis dahin musste ich mit den wenigen öffentlich-rechtlichen Programmen auskommen. Zwar hatte ich damals einen PC, aber der Internetzugang war damals auch sehr teuer. Und Spielzeug hatte ich auch kaum. Was mir blieb (bis auf das draußen-mit-Freunden-spielen) war also fast nur das Lesen und das Musikhören. Deshalb habe ich früher sehr viel Radio gehört und sehr viele CDs gekauft.
    Heute geht das mit der Musik einfach unter neben dem Privatfernsehen; der ständigen Verfügbarkeit des Internets; der Spielekonsolen, die die meisten Kinder haben; bzw. dem ganzen Spielsachen; etc. pp.
    Die ganzen Kinder haben doch heute daheim kaum noch Gelegenheit, so richtig Musik zu hören. Und wenn sie Bock auf Musik haben, dann schalten sie MTV oder Viva an. Das gab es bei mir damals so nicht.
    Daher denke ich, der Grund, dass heute so wenig Musik gekauft wird, ist nicht der, dass es die Musik kostenlos gibt, sondern ganz einfach, dass Musik heutzutage einfach nicht mehr so einen Stellenwert hat, wie früher. Es gibt heutzutage einfach so viel anderes Zeugs, mit denen sich die Kinder und Jugendlichen beschäftigen (PC, Konsolenspiele, etc.). Dorthin fließt jetzt das Geld. Das ist einfach eine Bewegung, die durch den ganzen Kommerz und den Überfluss entstand, und weniger durch das Internet. Und diese Bewegung kann auch kein Kopierschutz und sonst was bremsen.
    Ich hoffe, es ist klar geworden, was ich meine.
    Wie denkt ihr darüber?
    Grüße
    Andi

  57. 57

    Weil’s mit dem Trackback irgendwie nicht funktioniert: http://www.meine-url-ist-laenger-als-deine.de/?p=1793 – Wir werden niemals für Essen bezahlen

  58. 58

    #57

    Das von Dir angesprochene ‘TrackBack’
    würde einem so einiges erleichtern.

    Leider ermöglicht es die eingeschränkte Version von http://wordpress.org/
    nicht, seine alten Beiträge mit einem Klick zu sichten.
    Wenn der Porenbetreiber kein Problem erläutern kann, möge er doch bitte zu den alten ANSICHTEN zurückkehren.

    Allen Alles Gute :-)

  59. 59
    twinni

    Vollste Zustimmung zu dem Beitrag von Andi.
    Ich hab das selber gar nicht so wahr genommen aber er hat absolut Recht. Wenn ich mal drüber nachdenke ist es bei mir genau so.
    Auch ich habe vor einigen Jahren viel Geld für Platten und/oder CDs ausgegeben, obwohl es schon damals die Möglichkeiten gab sich die CDs irgendwo auszuleihen (Videothek, Freunde) und dann zu kopieren. Ich habe diese Musik damals einfach intensiver genutzt als das heute der Fall ist. Heute höre ich Musik mehr oder weniger nur noch auf dem Weg zur Arbeit oder ich nutze Abends mal dieses neue Programm auf der PS3 mit dem man sich Tausende Musikvideos online onDemand anschauen kann – und das ganze völlig kostenlos.
    Wo ich mich früher mal hingesetzt habe und ein wenig in die Plattensammlung reingehört habe, habe ich heute viel mehr Möglichkeiten mich zu beschäftigen, wie z.B. Internet, Spiele auf PC oder Konsole etc. etc. – das mediale Angebot ist in kürzester Zeit einfach viel grösser geworden und die Musik hat einen riesigen Teil der Nutzzeit schlicht verloren.
    Kurz – ich brauche schlicht und ergreifend keinen physischen Datenträger mehr. Radio und Streams reichen mir völlig aus.

    Naja… das und der Mist der sich heutzutage “Hit” nennt. Jede neue Retourtenband hat gleich bei der ersten Veröffentlichung schon “den nächsten Nr. 1 Hit” (laut Werbung) und die Bands kommen und gehen so schnell das ich gar nicht mehr mitbekomme wer grad “hip” ist. ^^ Wie kommen die da oben überhaupt auf das schmale Brett das man für sowas schnelllebiges sein schwer verdientes Geld ausgeben sollte?

    Und zuguterletzt noch ein nicht unwichtiger Punkt in diesen Zeiten. Es gibt viele viele Leute die schlicht nicht das notwendige Kleingeld übrig haben um Monat für Monat 20-30 Euro für Musik auszugeben. Was erwartet ihr z.B. von einem Kind das unter solchen wirtschaftlichen Umständen aufwächst – das es komplett auf die Musik verzichtet oder wird es sich einmalig für 15 Euro einen MP3-Player kaufen und sich dann die Musik “besorgen”? Tut mir leid wenn ich solch ein Kind nicht verurteilen könnte, aber die “Musik”industrie kann wie wir alle wissen.

    Sorry wegen der Überlänge. :)

  60. 60
    Chriss

    Hallo liebe Musiknutzer,

    durch googeln bin ich zufällig auf dieser Seite gestoßen und habe mir mal die mühe gemacht auch alle Kommentare durchzulesen. Vorab, ich selbst bin Produzent, Verleger und auch ausübender Künstler. D.h. ich produziere Musik, verkaufe und performe – das besondere daran ist, das ich alles in Eigenregie mache, wodurch ich natürlich “alle” entstandenen Kosten selber tragen muss. In der Heutigen Zeit, wo Diebstahl von Musik an der Tagesordnung steht, ist dies ein echter Nachteil für mich geworden. Was meinen die lieben Nutzer, was solch eine Mp3-Datei Kostet? Wir sprechen doch hier nicht von einem Ausgabeformat, sondern hinter solch einer Datei steckt eine aufwändige Produktion! Habt ihr euch schon mal überlegt, wie viel Zeit und Geld in solchen Produktionen investiert werden, wie viel arbeit und Kreativität es verlangt erst mal ein Konzept auf die Beine zu stellen!?

    U.a. wurde die Qualität einer CD angesprochen. (CD´s halten nicht ewig). Dann verratet mir doch mal bitte, wie lange hält eine Glühbirne für ein paar Euro? Im Endeffekt versucht doch der Raubkopierer lediglich durch solche Aussagen sein Diebstahl zu rechtfertigen. Wenn wirklich nur die Qualität einer CD in der Kritik stände, dann gäbe es tausend Möglichkeiten dafür doch eine Lösung zu finden. (z.B. man könne dem Nutzer, der eine CD legal erworben hat, ein neues Exemplar gegen Austausch des alten kostenlos zukommen lassen).

    Darüber hinaus wurden die Preise angesprochen. Habt ihr euch denn schon mal gefragt, warum Musik inzwischen so teuer geworden ist? Ich denke jeder der ein wenig gebildet ist, kennt aus unserer Wirtschaft “Angebot und Nachfrage”. Da nun nur noch die wenigsten bereit sind, für Musik Geld auszugeben, bleibt bzw. blieb der Musikindustrie doch gar keine Wahl mehr übrig.

    Fazit: Wer für Musik nicht zahlt, macht sie obdachlos, im wahrsten Sinne des Wortes. Und sollte sich in dieser Hinsicht zukünftig nichts ändern, dann könnt ihr gewiss davon ausgehen das Musik früher oder später nur noch in Geschichtsbüchern zu finden sein wird. Glaubt mir, sollte Musik nicht mehr finanzierbar sein, wie soll sie dann bitte noch existieren können? Es würde sicherlich Ausnahmen geben, nur dann habt ihr im Regal eine Auswahl zwischen 8 Interpreten zu jeweils 2 Alben. Denn die Musikindustrie geht durch diesen Raubkopien langsam (da angesammeltes Kapital) aber sicher zu Grunde! Wenn dies Tatsächlich euer Wille ist, dann seit ihr auf dem richtigen Wege…

    Die Musikindustrie arbeit auch nicht gegen ihren Kunden!..
    Wie soll ein Raubkopierer ein Kunde sein, wenn er stiehlt!?..

    Grüße, Chriss

  61. 61

    @Chriss: Chriss, das ist leider alles etwas “¦ naja, fehlvermutet.

    Niemand sagt, dass du als Musiker kein Geld verdienen sollst. Nur wird dir das — wie in allen künstlerischen Bereichen auch — niemand garantieren, es wird nicht mehr mit dem Verkauf der reinen Musik passieren und, damit bleibe ich beim Artikel, es ist auch nie damit passiert. Früher hat man eine LP verkauft, dann eine CD, beides haptische Dinge, deren Produktion etwas kostet. Die Produktion der Kopie einer Datei kostet genau: nichts. Die Produktion der Musik hat auch vor dem Internet schon Geld gekostet und die wenigsten Musiker konnten diese Investition, so sie diese selbst getätigt haben, durch den Verkauf von CDs wieder einspielen. Diejenigen, die es geschafft haben, hatten ein Label als Geldgeber, als Risikokapitalgeber, als VC, als Bank. Das gibt es auch heute noch, doch es gibt eben auch Wege daran vorbei:

    Als Musiker hast du wie jeder andere Künstler, wie jeder Selbständige auch, risikoreiche Anfangsinvestitionen. Während der Tischler eine Werkstatt braucht, um seine (selbständige) Arbeit auszuführen, brauchst du ein Studio, Instrumente, etc.. Der Tischler verkauft Tische, du verkaufst deine Kunst, deine Ausstrahlung, dein Talent, deine Gabe, deine Kreativität. Wenn deine Songs, die du auf deiner Seite verschenkst, ankommen und viele Fans finden, werden diese auch die haptische Sonderedition mit CD und Booklet kaufen, oder dein T-Shirt oder sie werden den Sponsor besuchen, der deine Seite unterstützt oder sie werden viel Geld ausgeben, um dich live sehen zu können. Vielleicht werden sie sogar freiwillig etwas zahlen.

    Nur: Das muss man anbieten, man muss den Leuten die Chance geben. Es ist doch absurd: Da schreibst du als Musiker hier in den Kommentaren und verlinkst nicht einmal deine Seite und deine Musik. Wie kommt’s? Hast du Angst, es könnte dich jemand kennenlernen? Wenn du das nicht selbst machen kannst oder willst: Es gibt Services, die dafür sorgen, dass deine Songs auf iTunes und in anderen legalen Download-Plattformen erhältlich sind.

    Wirklich, ich finde das bezeichnend für eine Generation von Musikern, die den Blödsinn der Industrie, die sie nicht mehr brauchen, wiederkauen: “Ich kann von meiner Musik nicht leben, weil alle nur noch kopieren”. Falsch. Du kannst von deiner Musik nicht leben, weil sie nirgends zu finden ist und ich dir nicht mal Geld geben könnte, wenn ich wollte.

    MySpace, iTunes, Facebook, Blogs: Diese ganzen Plattformen sind dein neuer Vertrieb, deine neue Marketingwelt. Früher hat dir das Label dafür bis zu 95% deiner Einnahmen aus dem Verkauf abgenommen, heute kannst du das selbst. Überleg mal, wie viel weniger Geld du verdienen musst, bevor du Gewinne machst.

  62. 62

    @Andi: Du hast vollkommen Recht und das, was du aus persönlicher Erfahrung vermutest, ist auch mit Studien belegt (die ich natürlich gerade nicht zur Hand habe):

    Das Feld des Unterhaltungskonsums ist einfach viel viel breiter, als es “früher” war. TV, Internet, Kleidung, (ganz besonders wichtig:) Videospiele, DVDs, Musik — die alle teilen sich heute den Etat, der früher vlt. für Musik und den Rummelplatz draufgegangen ist. Die Industrie weiß das auch sehr genau und steckt Energien schon lange in die Vermarktung von Musik via Videogames, deren Umsätze die der Filmindustrie längst überholt haben. Merkwürdigerweise aber ziemlich “unter dem Radar” “¦ wenn Videogames im Mainstream auftauchen, dann als Teufelszeug. Wo sind die TV-Shows zum Thema (gut, die gab es auch für gute Musik nie wirklich), wo sind Games in der Mainstream-Presse, die tägliche Games-Kolumne in der FAZ? Games sind wie Comics und “Underground”-Musik: Existiert nicht im Mainstream und macht Milliarden Umsätze.

    Eigentlich muss man das gut finden.

  63. 63
    Chriss

    @Johnny Haeusler: Hallo Johnny, vielen Dank für dein Feedback.
    Wenn alle so denken würden wie du, dann wäre ich ja noch froh darüber. Nur: Es spielt meiner Meinung nach schon garkeine Rolle mehr, ob ich ein kundenfreundliches Angebot präsentiere oder nicht – ob ich nun meinen Song zu 1,69 EUR oder zu 0,29 EUR verkaufe, sie werden es trotzdem kopieren. D.h. automatisch ich mache so oder so Verluste, weil die meisten einfach zu faul geworden sind für Musik etwas zu zahlen, da man es über Umwege doch auch kostenlos kriegt. Und ich bin ehrlich gesagt sehr skeptisch, ob sich daran nochmal was ändern wird, sprich das auch die Massen an Kopierer einsieht, das dieses umgehen von solch geringen Kosten für Musik nicht fair gegenüber den Produzenten und Musikern ist.

    Das die Zukunft in der Digitalen Welt steckt, wage ich garnicht zu bezweifeln. Meine Songverkäufe liefen bisher ausschließlich über das World Wide Web. Und ich finde dieses Medium an sich, sehr kompfortabel gegenüber den Kunden sowie gegenüber den Musikern. Und meine Absicht liegt darin, darauf aufzubauen.

    Meine Internetseite habe ich bewusst nicht mit angegeben, da sie momentan überarbeitet wird. (www.drallax.com)

    Grüße, Chriss

  64. 64
    Andi

    Hallo Chriss,

    hast du es denn schon überhaupt probiert, über das Internet was zu verkaufen?
    Deine Webseite ist z.Zt. offline, bei myspace gibt es nur ein einziges Lied zum anhören und bei http://www.mp3.de habe ich zwei mp3s gefunden, die man sich kostenlos runterladen kann.
    Nirgends jedoch sehe ich die Möglichkeit, von dir etwas zu kaufen (vielleicht habe ich aber auch etwas übersehen).

    Woher nimmst du also Informationen für deine Argumentation, niemand würde etwas bei dir kaufen, und du würdest sowieso nur Verluste machen?

    Grüße
    Andi

  65. 65
    Chriss

    @Andi: Hallo Andi,

    im Jahr 2006 habe ich erstmalig meine Musik über meine Internetseite verkauft, allerdings nicht als mp3, sondern stink normal als CD. Etwas später hab ich dann Alben und einzelne Songs auch über mp3.de vermarktet. Allerdings dort mit wenig erfolg. Werbung war zum Zeitpunkt on mass im Umlauf, sei es durch Internetbanner-/werbung oder auch durch Zeitungsartikel im regionalen Bereich (NRW).

    Wie schon gesagt, momentan wird “alles” überarbeitet, neue Internetseite, neue Sängerinnen, neue Alben, neue Songs, neue Bilder, neue Konzepte und über die Preise mache ich mir ja nun auch schon gedanken. Wenn alles gut läuft, hoffe ich Ende das Jahres oder Anfang nächsten Jahres komplett alles auf die Beine gestellt zu haben.

    Ja, verluste habe ich gemacht. Natürlich gibt es auch faire Nutzer die dafür bezahlt haben (keine Frage, wird ja alles Statistisch festgehalten), aber die Mehrheit hat sich dann doch wohl ehr für die kostenlose Variante über Saugstuben entschieden. Kontrollieren kann ich das natürlich garnicht, dafür fehlt mir ganz einfach die Zeit und abgesehen davon, möchte ich eigentlich auch ungern vier mal in der Woche beim Anwalt sitzen um solche zur Rechenschaft zu ziehen, ist quatsch. Was für mich Sinnvoll wäre, ist ein kopierschutz, der auch “funktioniert” oder irgendwelche Alternativen die Wirkungsvoll sind. Nur welche!?

    Grüße, Chriss

  66. 66

    @Chriss: Mal ehrlich, hat DRM in den vergangenen Jahren irgendetwas dazu beigetragen, dass jetzt weniger Leute raubkopierte Inhalte aus Tauschbörsen nutzen?

    Im Gegenteil. Ich persönlich kaufe prinzipiell keine Musik, die mir vorschreibt, welche (proprietäre) Abspielsoftware ich verwende oder welchen MP3-Player ich benutze (den dass muss sie vorschreiben, denn wenn die Kopierschutztechnik veröffentlicht werden würde, damit jeder Programme dafür schreiben könnte, so könnte man mit dem Wissen den Kopierschutz ja auch knacken)

    Generell ist ein Kopierschutz (Neusprech für Abspielschutz) für lineare Inhalte weniger sinnvoll, da man ja alles aufnehmen und speichern kann. Das braucht nur einer zu machen und schon stehen die Inhalte wieder im Filesharing-Netzwerk zur Verfügung. Deswegen gibt es ja schon Ansätze für einen Hardwarekopierschutz, in dem die eingesetze Hardware das kopieren verhindert, indem z.B die Übertragung vom Datenträger zum Bildschirm komplett verschlüsselt wird. Allerdings birgt solche Technik ein sehr hohes Missbrauchspotenzial (z.B Zensur, Monopolmissbrauch). Wie kann man denn guten Gewissens Leuten Geld anvertrauen, die z.B Rootkits auf seinem System installieren und es überwachen?

  67. 67

    @Chriss: ich will dir nicht zu nahe treten, aber vielleicht war deine Musik und dein Auftreten als Künstler bisher noch nicht gut genug, dass die Leute für dich und deine Musik zahlen wollten. Vielleicht haben sie mal bei dir hineingehört, einige Songs (illegal) heruntergeladen und ihr knappes Geld für etwas ausgegeben, dass ihnen besser gefällt.
    Frage dich doch auch mal, welche Möglichkeiten du vor 20 Jahren gehabt hättest, Hörer zu finden. Die Erfolgswahrscheinlichkeit war ungefähr identisch mit der Wahrscheinlichkeit, bei einem Label unterzukommen, das dich dann aggressiv promoten kann. Wieviele Künstler haben einen dieser wenigen begehrten Plätze ergattert – und um welchen Preis?

    Ein interessanter Artikel zum Thema Musikvermarktung, der dir vielleicht neue Ideen gibt: http://www.futureofmusicbook.com/2009/08/the-marketing-is-the-message/

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