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Sicher ist gar nichts

Gerade wollte ich diese Satire, die einen ganz normalen Tag im Präventionsstaat schildert, mit dem Hinweis verlinken: Wem das zu weit hergeholt erscheint, der lese sich diesen Artikel bei der morgen durch.

Auf der morgen hatte Dr. Dean von einem einzelnen Protestierenden berichtet, der von Angela Merkels Sicherheitsleuten überwältigt worden war, weil er gegenüber der Kanzlerin Parolen gegen den Überwachungsstaat skandiert habe. Mittlerweile jedoch hat Dr. Dean seinen Artikel korrigiert. Ihm zufolge handelte es sich bei dem Demonstranten tatsächlich um „einen Terroristen in status nascendi“. Er verlinkt einige Artikel, die der Demonstrant zuvor veröffentlicht hat (unter anderem auch seine Internetpräsenz), die tatsächlich äußerst bedenklich sind. Also kein Märtyrer der Vorratsdatenspeicherung.
So ist zwar mein gewünschter Aufbau flöten gegangen, aber wenigstens habe ich mir nicht selbst ein Bein gestellt. Danke an Dr. Dean für die ausführliche Korrektur.

17 Kommentare

  1. 01

    „Mein Name ist Roland Ionas Bialke und ich arbeite als Journalist für einen freien Nachrichtendienst. Ausserdem kämpfe ich als evolutionärer Soldat für einen zeitlich begrenzten Separatismus dem ein kosmopolitischer Kommunismus folgen soll.“

    Soso, kosmopolitsch. Ich bin ja mehr für einen metrosexuellen Kommunismus. Hauptsache urban-szenig.

    Sebastian, Autor für einen freien Verlag, Journalist und Sextourist.

  2. 02
    sunny

    mmh. naja zumindest möchte ich nicht, dass so jemand eine armbrust besitzt.

  3. 03
    Miachle

    Muss man jedem Verwirrten gleich ein Forum bieten? Der ist doch krank. Wegsperren, schon zur eigenen Sicherheit…

  4. 04
    erlehmann

    Zur eigenen ? Ach was, zu unserer !

    Sehr witzig auch, wie der oben erwähnte Blogger seine Gesinnungsschreibe selbst entlarvt hat. Ob er jetzt darüber nachdenkt, in Zukunft ein wenig gegenzuprüfen oder seine Posts etwas distanzierter zu verfassen ? Ich hoffe das doch-

  5. 05
    Jan(TM)

    Wo das Fakeblog wohl die Brötchenbilder her hat? Gleich mal vorsorglich anzeigen ….

  6. 06

    @ erlehmann
    Was als „Gesinnungsschreibe“ abgewertet wird, entscheidet oft nur der eigene politische Standpunkt, gell? Meine politische Orientierung gefällt Ihnen nicht. Geschenkt. Ich bin falschen Informationen aufgesessen; sowas kann passieren (auch Ihnen!) – mit oder ohne Gesinnung. Das Wort „entlarvt“ können Sie sich gerne sonstwo hin stecken.

    @ all
    Ich denke, ich habe mich um eine schnelle Korrektur bemüht und ergänzend ein wenig recherchiert. So peinlich mir mein Fehler auch ist, immerhin bin ich lernfähig und daran interessiert, die Dinge zutreffend darzustellen.

    Ein Unterschied zu den „Gate Keepern“ der großen Verlage mag man darin sehen, dass in Blogs z.B. über Kommentare (man könnte das die „kollaborative Komponente“ nennen) eine Korrekturmöglichkeit besteht, die oft eine wertvolle Ergänzung zu den klassischen Medien darstellt. Und, vielleicht ist es nicht nur mir aufgefallen: Die klassischen Medien haben sich in diesem Fall auch nicht gerade mit Ruhm bekleckert. Da stehen immer noch – unkorrigiert – jede Menge Falschdarstellungen.

    Tja, und den Fall, dass unser angeblich musterdemokratischer Staat Demonstranten schikaniert und Bürgerrechte unzulässig verkürzt: Den gibt es trotzdem.

    In einem demokratischen Staat erwarte ich übrigens nicht nur, dass Leute wie dieser Bialke von Straftaten abgehalten werden, sondern auch, dass man Bürgern eine Möglichkeit einräumt, ihren Unmut zu äußern. Es wurden bei diesem Staatsbesuch alle Demonstranten ferngehalten.

    Das halte ich nicht für richtig – und einem demokratischen Staat für unangemessen.

  7. 07

    Apropos: Das hier ist keine Falschmeldung.

  8. 08
    Malte

    @ Dr. Dean
    ich sehe das auch so: man kann dir keinen vorwurf machen. es gab in letzter zeit viele beispiele dafür, wie schwer sich die herkömmlichen medien mit der korrektur ihrer fehler getan haben. es kann ja nicht darumgehen, keine fehler zu machen. ginge es darum, müsste man das schreiben einstellen.

  9. 09
    erlehmann

    @dr.dean: mit „gesinnungsschreibe“ meine ich keinesfalls, dass mir ihre politischer standpunkt nicht gefällt – mir drängt sich jedoch bei lektüre des betreffenden beitrags die vermutung auf, dass da ganz willkürlich gewertet wurde: wieso die meldung der süddeutschen nun die (angebliche) „lüge“ der „bürgerlichen“ presse entwerten soll, bleibt unklar – und genau da befürchte ich, dass ihre „politische einstellung“ eine nicht ganz unbedeutende rolle gespielt hat.

    richtig wäre es meiner meinung nach gewesen, beide meldungen zunächst gleichberechtigt nebeneinander zu stellen, mit fragezeichen, befürchtungen und späterer bezugnahme.

    @malte: zumindest sollte man vorsichtig sein, wenn man mehrere widerstreitende meldungen erhält.

  10. 10

    Tja, genau diese Vorsicht (von der ich meinte, dass ich sie mir längst schon angeeignet hätte) wurde torpediert, als ich den Artikel verfasste. Plötzlich gab es einen einheitlichen Polizeibericht (der z.B. nicht mehr von Angriff sprach) sowie eine Pressemeldung, die meine falsche Deutung als harmloses Protestgeschehen mehr als nahe legte. Ich prüfte dann die neuen verfügbaren Informatione (vermeintlich sorgfältig) und dachte nun, das wäre eine gute Gelegenheit, einen „Spin“ der bürgerlichen Presse darzustellen, die falsche Skandalisierung bei gleichzeitiger Nichtkenntnis des Geschehens.

    Ähem: So richtig diese allgemeine Beobachtung mitunter sein mag, genau (!) das traf mich dann selbst.

    Nichts ist sicher.

    Aber nun, ein wenig habe ich daraus gelernt, hey, und immerhin war ich korrekturfähig. Ansonsten ist der Vorgang auch nicht uninteressant, denn er wirft (jedenfalls für mich) neue Aspekte auf. Zum Beispiel: Wie soll der Staat sich verhalten, wenn es militante Politsektierer wie Bialkas gibt? Kann man hier mit Überwachung oder den übrigen u.a. von W. Schäuble bevorzugten Maßnahmen tatsächlich etwas Sinnvolles erreichen – und eventuelle Übel abwenden?

    Oder ist – trotz vorhandener Gefahren – von einem sicherheitsstaatlichen Wahn zu sprechen?

    Ich persönlich plädiere im kontreten Fall für einen fähigen Sozialarbeiter. Das mag vielleicht komisch klingen, aber in genau diesem Fall zeigt sich (das ist meine vorläufige Wertung), dass selbst der monströseste Überwachungs- und Präventionsstaat das Problem nicht gelöst hätte.

    (Vorsicht ab jetzt wird es ganz verwegen)

    Man könnte sich die extremsten Maßnahmen ausdenken und bedenklichen Politaktivisten wie Bialka funkige Personalchips bzw. eine elektronische Fußfessel verpassen; man könnte zusätzlich überall bis in die Privatwohnungen staatliche Kameras aufbauen, man könnte jeden Privatrechner dauerhaft im Zugriff haben und dann eine Armee von Leuten beschäftigen, die all diese Informationen auswerten:

    Nichts davon könnte verhindern, dass Leute wie dieser Roland Bialko irgendwann irgendwo über Absperrungen springen und ihren ultimativen HartzIV-Traum verwirklichen wollen, Frau Merkel mal eine zu langen.

    Und bei so einem selbst ernannten „Sprengstoffexperten“ wie diesen Bialka kann man auch nicht sonderlich sicher sein, ob er nicht aus Böseres beabsichtigt.

    Wie soll sich der Staat verhalten?

  11. 11
    erlehmann

    Die Korrekturfähigkeit ist natürlich hoch anzurechnen, die meisten „traditionellen“ Medien verhalten sich nicht freiwillig so. Nur kann ich im durchgestrichenen, nun obsoleten Teil nirgends einen Verweis auf Polizeiberichte usw. entdecken (wenn die doch da sind, dann jedenfalls kaum prominent).

    Die Fragestellung, wie der Staat sich verhalten soll, ist meiner Meinung nach grundsätzlich die gleiche wie eh und je. Unterscheiden sich „militante Politsektierer“ denn von anderen „Gefährdern“ (Feindvokabular, jaja) ? Ich bezweifle das. Ein Staat – eine Gesellschaft – muss mit der Tatsache umgehen können, dass es Personen gibt, die eine Gefahr für andere darstellen können und dass derartige Risiken schwerlich zu minimieren sind (Bruce Schneier lesen).

    Man sollte sich in diesem Sinne glücklich schätzen, dass Vorfälle dieser Art sich i.d.R. offenbar tatsächlich darauf beschränken, dass Politiker mit Eiern beworfen oder geohrfeigt [1] werden; dies deutet auf einen hohen Grad in Zivilisiertheit hin.

    [1] http://de.wikipedia.org/wiki/Jens_Ammoser

  12. 12
    erlehmann

    Nachtrag: Es ist natürlich überhaupt nicht nett, Leute mit Eiern zu bewerfen oder zu ohrfeigen. Aber immerhin: Im Gegensatz zu tatsächlichen Angriffen sollen solche Aktionen eher die Verachtung gegenüber der Zielperson zeigen als diese ernsthaft schädigen. Ich befürworte derartiges keinesfalls; Essen auf den Kleidern ist eklig und oft schwer zu entfernen.

  13. 13
    schreibvieh

    @Dr. Dean: Ist es eigentlich wirklich notwendig, dass Du den Names dieses vielleicht kranken Menschen viermal in deinem Beitrag erwähnst? Und noch ein Tip: Statt jetzt mit einem „ich hätte ja auch recht haben können“ die Sache zu relativieren hättest Du doch die einmalige Chance, mal über die Gefahren und Probleme des Bloggens zu reflektieren. Zum Beispiel das die Unabhängigkeit von einer Redaktion und von den Zwängen einer Zeitung eben auch das Fehlen von professionellen Recherchemöglichkeiten und des Vier-Augen-Prinzips bedeuten kann. Und das die gute Intention eben auch dazu führen kann, dass man Informationen zu schnell bewertet und einordnet. Solche Sachen eben….

  14. 14
    Johannes

    Werd ich jetzt überwacht, weil ich mich ein bisschen durch diesen kruden Unsinn (sehr amüsant teilweise, wie ich finde) durchgeklickt habe?

  15. 15
    heidrun

    „…dass man Informationen zu schnell bewertet und einordnet.“
    das passiert jedem. jeden tag. nur meine 2 cents.

  16. 16

    Mir scheint, dass Ihr zu viel glaubt. Wenn der Tag lang ist, dann wird in den Medien viel geschrieben. Und Satire scheint Ihr auch nicht zu verstehen.

    Bei dieser Aktion ging es nicht darum die Bundeskanzlerin zu hauen, sondern es ging darum Inhalte (Schlagworte wie Bedingungsloses Grundeinkommen, alles für alle, Gegen die Vorratsdatenspeicherung) nahe zu bringen. Und teileweise ist mir das ziemlich gut gelungen. Tageszeitungen mit mehreren 100.000 Auflage hatten mich auf der Titelseite. Und diese Schlagworte standen dabei.

    Mir geht es relativ am Arsch vorbei was Ihr von meiner Person haltet. Um aber nochmal eines klar zu stellen: Ich bin kein Nazi und ich bin auch nicht querfront! Diese verlinkten Forenbeiträge sind aus dem Zusammenhang gerissen.

  17. 17
    fix

    is aber nüsch zufällig der BND, dieser freie nachrichtendienst? ;>

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