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Die Hölle friert zu: GEMA und YouTube haben sich geeinigt

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Ich weiß nicht, wie oft wir in den letzten Jahren hier über das leidliche Thema „YouTube und GEMA“ geschrieben, diskutiert und gestritten haben. Fest steht nun endlich, dass die blöden Hinweise zur Nichtverfügbarkeit bestimmter Musikvideos bei YouTube der Vergangenheit angehören. In den nächsten Tagen und Wochen werden sie verschwinden, denn die beiden Kontrahenten haben sich geeinigt. YouTube zahlt an die GEMA und damit an die Urheberinnen und Urheber. Wieviel, und ob das auch rückwirkend gilt: das weiß ich noch nicht.

Ich habe nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass ich bei der Sache auf Seiten der GEMA stand (wo ich bei vielen anderen Themen nicht stehen wollte). Im Gegensatz zu fast allen anderen Ländern hat es die deutsche Urheberrechtsvertretung geschafft, sich dem Druck der Labels und anderer Interessensvertreter*innen nicht zu beugen und hart zu verhandeln. Es hat lange gedauert. Aber es ist vollzogen. Glückwunsch an alle!

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Das öffentlich-rechtliche Internet: funk ist da.

Disclaimer: funk – bis gestern mehr oder weniger als „Das Junge Angebot von ARD und ZDF“ bekannt – war und ist im Jahr 2016 Partner des von Tanja und mir gegründeten TINCON e.V. und der Jugendkonferenz TINCON und hat die Konferenz dadurch mitfinanziert. Dieser Artikel ist nicht Teil unserer Vereinbarung.

Mitte der 2000er Jahre, als Blogs in Deutschland boomten, ihre Autor*innen rund um die Uhr beschäftigten und vor die Frage stellten, wie diese ihre Arbeit finanzieren sollten (und ja, es war und ist – auch – Arbeit), da kam öfter mal der Gedanke auf, wie toll doch ein öffentlich-rechtliches Blog-Netzwerk wäre. Blogs verschiedener Ausrichtungen hätten sich einem Bildungsauftrag verschrieben und wären wenigstens zu einem Teil durch die Einnahmen des öffentlich-rechtlichen Systems finanziert worden und damit werbefrei gewesen. Zudem wäre mit einem solchen Ö-R-Blog-Netzwerk ein wenig auf die berechtigte Kritik an genau diesem System eingegangen worden, das zu oft den Eindruck macht, allein für Rentner zu produzieren und dafür Zwangsgebühren zu erheben.
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Wie Familienministerin Manuela Schwesig und andere Politikerinnen und Politiker keine Werbung für die Deutsche Bank machen: #einheitsmomente

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Die Deutsche Bank (weltberühmt durch Zinsmanipulationen, Verdacht auf Devisen-Tricksereien und Manipulationen beim Gold- und Silberpreis, Mitschuld an der Finanzkrise, Anklage wegen möglicher Verstöße gegen die amerikanischen Wertpapiergesetze und andere #einheizmomente) hat also eine neue Werbekampagne. Unter dem Hashtag #einheitsmomente freuen sich Prominente über die Wiedervereinigung. Mit dabei sind auch einige (Ex-) Politikerinnen und Politiker, u.a. Aydan Özoğuz, Wolfgang Thierse, Petra Pau und die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig. Siehe Screenshot oben.
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Derailing in Kommentaren

In den letzten Tagen fiel mir wieder auf, wie alt ich dieses Blog ist, wie viel wir hier schon erlebt haben mit Blog-Kommentaren und dass es eine jüngere Social-Media-Generation gibt, die das alles nicht mitbekommen haben kann … ich möchte daher noch ein paar Sätze zu dem Thema tippen.

Einige Tweets und FB-Posts zum gerade von uns installierten Plugin, mit dem ich bestimmte Kommentare „weiß machen“ kann, lauteten nämlich in etwa „Spreeblick färbt rassistische Kommentare weiß ein“ oder „Spreeblick weißt Nazi-Kommentare“ – und das trifft es nicht ganz. Wirklich rassistische Kommentare oder solche von klaren Nazis würde ich anzeigen und löschen. Die Kommentare, die ich weiß kennzeichne, sind viel subtiler. Sie versuchen sich – meiner Meinung und Erfahrung nach – am sogenannten Derailing.
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Die Kanzlerin im Monolog – #NetzFragtMerkel

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Auf der Website zur Kampagne „Gut leben in Deutschland“, deren Adresse die Kanzlerin im aktuellen Video-Interview mit LeFloid fälschlicherweise mit „gutleben.de“ angibt, ist zu lesen: „LeFloid hat Angela Merkel am Freitag Fragen der Netzgemeinde gestellt. Er sprach mit der Kanzlerin darüber, was jungen Menschen in Deutschland wichtig ist.“ Und man möchte ergänzen: „Und die Kanzlerin hat gezeigt, wie egal ihr das ist.“

Ich habe zum Ergebnis der Regierungskampagne #NetzFragtMerkel in meiner WIRED-Kolumne geschrieben, möchte aber an dieser Stelle noch ein paar zusätzliche Gedanken loswerden.
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Wer hier Merkel fragen darf, entscheidet sie immer noch selbst #NetzFragtMerkel #YTfragtMerkel [Updates]

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Link zum Original-Tweet

UPDATE Ich habe mir für WIRED das Videoresultat der Aktion angesehen: Bitte klicken Sie hier. Und hier gibt es noch weitere Ergänzungen von mir.

Natürlich schaut man als deutschsprachiger Blogger und/oder Podcaster etwas neidisch über den Teich, wenn ein US-Podcaster den US-Präsidenten Obama zu Gast hat. Solche Formate finden hierzulande einfach nicht statt.

Umso mehr freute es mich, als ich von der Aktion #NetzFragtMerkel gehört habe. Am Freitag, den 10.7.2015 nämlich, wird YouTube-Star LeFloid die Kanzlerin interviewen und ihr eine Auswahl der Fragen präsentieren, die er bis dahin im Netz eingesammelt hat. Am folgenden Montag soll dann das Ergebnis bei YouTube zu sehen sein, wie LeFloid in diesem Clip (gegen Ende) erklärt:
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Doch noch ein paar Sätze zu Böhmermann, NEO MAGAZIN ROYALE und #varoufake

Die vom NEO MAGAZIN ROYALE und Jan Böhmermann behauptete Fälschung des bei Günther Jauch gezeigten und viel diskutierten Videos eines Auftritts von Yanis Varoufakis, bei dem er irgendwie auf eine Art Deutschland den Finger gezeigt hat (keine Sorge, der Satz ist bald vorbei), ist Satire. Was das Team vom NMR anscheinend getan hat: Sie haben den Finger nicht rein- sondern rausmontiert. Alle Angaben ohne Gewähr.

Neben dem, was sowieso diskutiert wird, fallen mir noch ein paar Sachen ein, die ich aufschreiben möchte. Nämlich hier:
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Der Varoufakis-Stinkefinger-Fake und was Jan Böhmermann damit zu tun hat

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On the Internet, nobody knows you’re a dog. (Until now.) Und im Internet weiß auch niemand, ob Jan Böhmermann der Redaktion von Günther Jauch ein gefälschtes Video untergejubelt hat, in dem Yanis Varoufakis Deutschland den Stinkefinger zeigt. Oder ob sich die Redaktion von Jan Böhmermanns NEO MAGAZIN ROYALE die ganze Fake-Story nur ausgedacht hat, um die Debatte noch absurder zu machen, als sie ohnehin schon war.

Wie auch immer: Das hier ist tatsächlich sehr groß, egal, ob es stimmt oder nicht (ich wüsste nicht, welche Version ich grandioser fänd …). Ich mag den Stil von Jan Böhmermann nicht immer. Aber vor dem, was er und sein Team speziell in den letzten Wochen auf die Beine stellen, habe ich großen Respekt. 25 Jahre Fernsehgebühren haben sich endlich ausgezahlt.
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Printauflagen visualisiert

Die Herren von Open Data City haben die Halbwertszeit von Printmedien anhand der IVW-Auflagen visualisiert und errechnet, in den meisten Fällen kann man dabei sagen, dass das Geunke vom Tod der Papiermedien durchaus berechtigt ist. Aber eben keineswegs in allen. Der ZEIT oder brand eins scheint es sehr gut zu gehen, auch die FAS kann sich freuen – ganz im Gegensatz zur täglich erscheinenden Mutter. Vielleicht sollte man dort inhaltlich auf den Koch-Lifestyle-Bereich, das Landleben oder die Jagd umsatteln.
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Im Jahr Eins nach Snowden

Viel ist geschrieben worden für den heutigen Jahrestag der ersten Veröffentlichungen durch Edward Snowden, kaum noch etwas bleibt den vielen guten Texten hinzuzufügen. Fehlen tut mir dennoch einiges, und damit adressiere ich nicht einmal die Regierungspolitik, von der ich gar nichts mehr erwarte nach den Lügen der vergangenen Monate.

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Große Seeschlachten: Von Wikipedia bis C.H.Beck (Update)

UPDATE 29. April 2014 Es gibt hier ein offizielles Statement als PDF vom Verlag C.H.Beck zu der unten folgenden Sache. Die Analyse ist umfangreich, das Resultat kurz: „Aufgrund der Prüfung hat der Verlag beschlossen, das Buch nicht weiter auszuliefern.“ Dennoch lohnt sich die Lektüre des gesamten Statements. (Dank an @telemedicus!)

Ich bin sehr vorsichtig geworden, wenn es um wirkliche oder angebliche Skandale im Bereich von Urheberrechten und deren Verletzung geht. Ohne lange Recherche kommt man der tatsächlichen Wahrheit selten nahe.

Tatsächlich sieht es aber ganz so aus, als wäre die Entdeckung von Arne Janning, die er hier öffentlich auf Facebook dokumentiert und diskutiert, den ein oder anderen Medienartikel wert. Denn Arne weist nach, dass das geschichtswissenschaftliche Werk „Große Seeschlachten: Wendepunkte der Weltgeschichte von Salamis bis Skagerrak“ der Autoren Arne Karsten und Olaf B. Radar in offenbar sehr großen Teilen wörtlich und teilweise inklusive Fehlern aus der Wikipedia abgeschrieben wurde. Ohne, dass die Autoren darauf hinweisen. Diese Meldung findet sich mittlerweile auch in erzürnten Amazon-Rezensionen des Buches wieder.

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2013 according to Twitter

2013 Twitter

Von mir wird es keine 2013-Liste geben, aber Twitter hat unter 2013.twitter.com wieder eine hübsche Übersicht der Highlights des Nachrichtendienstes zusammengestellt. Im Januar mit dabei und mit einer kurzen englischsprachigen Erklärung versehen: #aufschrei.