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YouTube & GEMA: Ein Appell mit Bitte um Unterstützung

gema youtube

Noch immer schauen Internet-Nutzer in Deutschland häufig in die Röhre, wenn sie auf YouTube bestimmte Musikvideos sehen wollen. Über die Hintergründe hatten wir u.a. hier berichtet.

Bewegen tut sich hinsichtlich des Streits zwischen Google und der GEMA jedoch auch nach vielen, vielen Monaten anscheinend gar nichts. Ich bilde mir aber inzwischen durch viele Gespräche ein wenig mehr Durchblick in der Sache ein und glaube, dass es eine Lösung gibt, wenn sich beide Parteien einen Ruck geben. Um diesen Ruck etwas zu forcieren, skizziere ich einen Lösungsansatz in den nächsten Absätzen und bitte durch Verlinkungen dieses Artikels und durch kurze Kommentare um Eure Unterstützung. Ich werde sowohl die GEMA als auch Google um Stellungnahmen zu diesem Artikel bitten, denn vielleicht können wir als Musik- und Netznutzer für ein wenig Druck sorgen.

Vorweg: Meine Äußerungen basieren auf Aussagen diverser Menschen aus der Netz- und/oder Musik-Branche, ich garantiere weder für die inhaltliche noch für die juristische Korrektheit aller Sätze, denn nach wie vor unterliegen die (derzeit abgebrochenen) Verhandlungen zwischen der GEMA und Google der Geheimhaltung und ich bin auch kein Jurist. Ich bin dennoch ziemlich sicher, dass meine Ausführungen sehr nahe an den aktuellen Tatsachen sind. Unrichtigkeiten werde ich nach Hinweis gerne korrigieren.

Die offensichtliche Frage ist ja: Wieso kann YouTube bestimmte Videos aufgrund der GEMA nicht zeigen, während an anderen Orten Einigungen mit der GEMA offensichtlich kein Problem waren und sind? Amazon, iTunes, Vodafone, Musicload… sie alle konnten sich scheinbar mit der GEMA einigen, nur Google scheint dies nicht zu gelingen. Es ist ja wahrscheinlich nicht so, dass andere Unternehmen sofort jede GEMA-Forderung akzeptiert haben, sicher gab es auch an anderen Stellen unterschiedliche Meinungen – es geht schließlich um viel Geld.

Eines der Geheimnisse in diesen Prozessen heißt „Schlichtungsverfahren“. Nach deutschem Recht kommt dieses Verfahren zum Einsatz, wenn „sich zwei Parteien nicht auf eine vertragliche Regelung einigen können, dies aber wollen oder sogar müssen“ (Zitat Wikipedia). Die Praxis im Fall YouTube würde dabei so aussehen:

Die GEMA schlägt einen Tarif vor. Dieser wäre Google zu hoch, weshalb Google einen niedrigeren Gegenvorschlag machen würde. Dann beginnt das Schlichtungsverfahren. Und das Beste und Wichtigste hierbei wäre:

In dem Moment, in dem das Schlichtungsverfahren eingeleitet wäre, könnten alle Internet-Nutzer in Deutschland alle Videos sehen, obwohl es noch keinen Tarif gäbe, auf den sich die Parteien geeinigt haben.

Viele Einigungen zwischen der GEMA und Anbietern wie den oben genannten sind in der nahen Vergangenheit anscheinend über ein solches Schlichtungsverfahren zustande gekommen oder dauern evtl. noch an. Der Anbieter (im Fall von YouTube: Google) zahlt nach Eröffnung des Verfahrens die von ihm als „okay“ angebotene Summe an die GEMA. Die Differenz zwischen dem Google-Angebot und der GEMA-Forderung geht bis zur erfolgten Schlichtung auf ein verzinstes Treuhandkonto, die Gelder werden also eingefroren.

Der zuständige Schlichter hat nun ein Jahr Zeit, gemeinsam mit den beiden Parteien eine Einigung zu erreichen – gelingt dies nicht, kann der Schlichter den Tarif irgendwo zwischen Angebot und Forderung nach seinem Ermessen selbst festsetzen. In diesem Fall würden die eingefrorenen Summen – je nach dem vom Schlichter festgelegtem Tarif – anteilig an die GEMA bzw. zurück an Google gehen. Beiden Parteien steht nach der durch den Schlichter festgelegten Einigung noch der Rechtsweg offen, doch für die Nutzer wäre zunächst ein Weg gefunden, der Streit könnte „im Hintergrund“ weiterlaufen, alle Videos wären von Beginn des Schlichtungsverfahrens an verfügbar.

Warum also befinden sich Google und die GEMA noch nicht in einem solchen Schlichtungsverfahren?

Die Antwort lautet, vermute ich: Weil Google sich nicht darauf einlassen will. Denn der zuletzt offiziell von der GEMA angebotene Tarif liegt offenbar zu weit über dem, was Google bereit wäre zu zahlen. Selbst eine Einigung „in der Mitte“ wäre Google wahrscheinlich noch zu hoch.

Beide Parteien müssen daher aufeinander zu gehen:

1) Die GEMA muss offiziell einen wesentlich realistischeren Tarif für Google/YouTube anbieten als bisher. Wie hoch dieser sein müsste, um wirklich in Verhandlungen gehen zu können, wird die GEMA sicher besser wissen als ich.

2) Google/YouTube muss sich daraufhin auf das Schlichtungsverfahren einlassen, genau so, wie es andere Unternehmen auch getan haben oder tun.

Solange diese beiden Schritte nicht passieren, bleiben Musikvideos in Deutschland gesperrt und kein Cent geht an die Urheber, die von der GEMA vertreten werden. Der einzige Gewinner bleibt Google, denn jeder Tag ohne Zahlungen an Urheber ist ein Tag mit Einnahmen, die bei Google verbleiben.

Ich bitte daher mit diesem Artikel beide Parteien um Bewegung und um Einleitung und Umsetzung der beiden oben genannten Schritte. Denn ich glaube, dass sowohl Urheber als auch Konsumenten ein Recht auf eine schnelle Lösung haben.

Ich freue mich bei diesem Anliegen über Eure Unterstützung. Je mehr Stimmen wir sammeln können, desto mehr öffentlichen Druck können wir vielleicht auf die GEMA und auf Google ausüben.

287 Kommentare

  1. 01
    Maurice

    des Weiteren bin ich mir sicher, dass es ein sehr fruchtbares Unterfangen wäre, den Papst zum Thema Sex zu interviewen…

  2. 02
    Rudy Holzhauer

    @#800398: interessant… diese gesprächstaktik kommt mir bekannt vor. von meiner ex. die ist dr. der soziologie mit den nebenfächern psychologie und philosphie…

    und vielleicht ist es tatsächlich interessant den papst zum thema sex zu interviewen… nur praktikable tipps würde ich nicht erwarten…. wobei wir wieder seliger und renner wären… ;-)))

  3. 03
    Maurice

    @Rudy: es ist manchmal gesund und auch notwendig, ein Einzeldisziplinen bezogenes Thema ein Bisschen mehr auszuweiten, in einen Gesamtkulturellen Kontext zu stellen und dabei die ein oder andere Verbindung zu anderen Gefilden herzustellen. Als GeisteswissenschaftlerIn lernt man darin bestimmt schnell Expertise zu erlangen, sonst kommt man gar nicht zu seinem „Werkverzeichnis“ (Veröffentlichungsliste).
    „Wir sollten eigenständig und in eigenen Formen lernen zu Denken, bevor das Denken uns abgenommen bzw. vorgeschrieben wird“.
    Dieser immer wieder neu zuformulierende Aufruf in den Kontext des WWW gestellt, kann ich folgendes Buch empfehlen, eine Konversion eines amerikanischen Digital-Avantgardisten zur alteuropäischen Geistestradition:
    http://www.suhrkamp.de/buecher/gadget-jaron_lanier_42206.html
    Sollte man bei der GEMA irgendwann anfangen, die Diskussion zwischen Urherber und Verwerter auf solch einen Sockel zu stellen, dann komme ich auch einmal zur MV. Wie Johannes Kreidler (http://www.youtube.com/watch?v=Rij7l2pQfyA) gezeigt hat, werden solche Anregungen zwar gerne als Eingangshallenkunststationen in das System einverleibt, ändern tut dies aber rein garnix!

  4. 04
    Rudy Holzhauer

    @Maurice: vielen dank für die hinweise. ich sehe das durchaus wie du. allerdings bin ich ein „frontschwein“ und kämpfe mit den alltäglichen gegebenheiten. ich fürchte, dass meine autoren und ihre familien allerdings wenig verständnis für einen philosphischen überbau haben, wenn ich mich nicht darum kümmere, dass die ihnen zustehende kohle nicht gezahlt wird. und glaub mir, das ist neben den verweigerern und sonstigen schwierigkeiten manchmal allein wegen menschlicher schwächen ein umfangreiches unterfangen. man glaubt selbst als computeraffiner mensch nicht wie viel schief gehen kann. denn der größte fehler sitzt immer noch an der tastatur.

    vielen dank für den buch-tipp. wo kann ich mir das kostenlos herunterladen?…. (kleiner scherz….)

    und leider geht es bei der mv nicht so sehr um sinn oder unsinn von kunst, entertainment und artverwandtem. da geht es oftmals schlicht und ergreifend um verteilungskämpfe. nochmals – schau dir das an. du wirst vielleicht beim 1. oder 2. mal enttäuscht oder sogar frustiert sein – ich weiß, wovon ich rede, aber wenn man etwas ändern will, muss man wie in der politk fraktionen bilden, langfristig denken und mutig sein. dann klappt es…

  5. 05

    geh sterben, gema! google auch!

  6. 06
    Rudy Holzhauer

    hier einmal die seite der kreativen:

    http://www.youtube.com/watch?v=SA0eVSVmBxg&feature=colike

    http://www.youtube.com/watch?v=2RsMOMv2ybw&feature=youtu.be

    bitte nachdenken… das sind die leute, die von musik, literatur, film – von kunst leben…

    das sind keine konzerne mit milliardengewinnen….

  7. 07

    @Rudy Holzhauer: Sorry, Rudy, aber gerade diese Videos sind eines der schlechtesten Werbemittel, dass sich die Branche hat einfallen lassen.

    Ich kann dir sagen, wie mein Sohn die Videos empfindet: „Alte Männer jammern rum, dass sich die Welt verändert.“ Und ehrlich gesagt finde ich sie auch furchtbar, auch wenn ich sie in der Sache verstehe und sogar einige der Leute kenne und mag, aber echt: Langweiliger kann man kaum rüberkommen. Denkt wirklich jemand, dass da jetzt ein 17-Jähriger sagt: Oh, na dann gebe ich mal lieber ab heute mein Taschengeld nicht mehr für Games oder Schuhe aus, sondern für den Song, den ich auch kostenlos haben kann?

    Ich bitte euch.

    Der Rock’n’Roll von 2012 sieht nunmal anders aus als der von 1973. Plötzlich sind die, die sich mal als Teil einer Revolution sahen, Teil des zu bekämpfenden Establishments.

    Was haben wir getan, als es hieß „Home taping is killing music“? Wir haben die Branche ausgelacht, zurecht. Denn ist Musik tot? Nö.

  8. 08
    Rudy Holzhauer

    @Johnny Haeusler: du hast natürlich recht, wenn man 15-jährige erreichen will… da ist mit sicherheit eine andere vorgehensweise notwendig.

    gottseidank gibt es neben den krakeelern und 15-jährigen in deinem blog viele, die sich sachlich, intelligent und ernsthaft mit dem thema auseinandersetzen. menschen, die über ein bild-zeitungs-niveau hinausgehen. für die ist dies vielleicht durchaus ein erster schritt und informativ. speziell das video mit den komponisten, da es eben nicht bekannte stars zeigt, sondern die menschen hinter den kulissen, die nicht schön, glamourös und gestylt daher kommen und vermeintlich, millionen verdienen, steinreich sind. leute, die nach brecht’scher aussage im dunkeln sind und die man nicht sieht.

  9. 09

    @Rudy Holzhauer: Glaube ich nicht. Das Argument, Künstler würden zu viel Geld verdienen, taucht doch eher selten auf in der Debatte, die längst auf einem anderen Niveau ist (dort, wo sie zielgerichtet geführt wird). Wer aus Neidgründen argumentiert, hat schnell verloren.

    Wie würde der Clip wohl wirken, wenn man dem Autor in dem Video 100 Euro in 10-Euro-Scheinen auf den Tisch legt und dann den Verleger und den Buchhändler und den Vertriebsleiter zeigt, die sich alle ein paar Zehner nehmen, bis nur noch einer für den Autor liegen bleibt?

    Wäre ähnlich polemisch, wie der Clip ist. Und mindestens ebenso wahr.

  10. 10

    @Rudy Holzhauer:

    zum ersten clip: zerlett argumentiert noch am wenigsten anmaßend, und weist daraufhin, daß youtube eine menge geld verdient und er eben auch was davon haben will. braucht er auch. porsches schlucken viel sprit. okay, ich gönn ihm das.
    der erste da behauptet, er gehöre zu den coolen und youtube zu den bösen. youtube – d’accord. aber seine coolness, wie äußert sich die? was komponieren diese ganzen komponisten da denn für ein scheiß cooles zeugs? würd mich echt mal interessieren. auch, was auf dem zettel steht, über den sie sich mokieren.

    2ter clip:
    http://3.bp.blogspot.com/_dSZ36A0-GBI/SGV3o_j09mI/AAAAAAAABDg/PBm1f3YogFw/s400/bullshit_detector4.gif

  11. 11
    Rudy Holzhauer

    @Johnny Haeusler: dann interpretieren wir die clips sehr unterschiedlich. neid ist aus meiner sicht in dem komponisten-video nicht zu erkennen? vielleicht ist das in meinen kommentar hinein zu interpretieren. ich hatte dich so verstanden, dass du beide videos altbacken findest, wobei ich dir recht geben würde. es zeigt aber auch die betroffenheit der komponisten.

    und ob der clip mit der geld-verteilung an dritte (z.b. verleger, buchhändler o.a.) genauso polemisch wäre, sein einmal dahin gestellt, schließlich kommt der clip von den autoren und nicht von den verwertern. der unterschied wäre, dass der autor/künstler kann in dem zusammenhang selber entscheiden, mit wem er arbeiten möchte. diese möglichkeit ist ihm beim ugc z.b. bei youtube genommen.

    und damit wir uns richtig verstehen – ich habe nichts gegen youtube. ganz im gegenteil. ich finde, dass es eine wunderbare möglichkeit ist, bestimmte werke/künstler zu promoten. das tun wir auch. das ist nicht neu. das hat es bereits in der analogen welt gegeben – siehe mtv, viva, etc. nur da konnte der künstler/autor entscheiden, was verwendet wurde. und mtv, viva & co. haben a) nicht nur die künstler sondern auch die autoren finanziell beteiligt, und b) – grosser streitpunkt in der derzeitigen verhandlung zwischen yt und gema – der gema mitgeteilt, welche videos sie gesendet haben. das ist sicher schwieriger in der streaming welt. aber yt hat das problem geschaffen und sollte auch die lösung dazu bieten und sich nicht aus kaufmännischen gründen weigern (das war ganz eindeutig tenor bei der hamburger gerichtsverhandlung).

    um eine positive note einzubringen: ich kann mir vorstellen, dass google das problem mittelfristig lösen wird. da sie eine inkasso-gesellschaft in den usa gekauft haben, rightsflow, haben sie jetzt zugang zu den urheber- und verlagsangaben von ca. 30 millionen werken (lt.angabe von rightsflow). d.h. sie können einen ähnlichen service in usa bieten, wie die gema in deutschland. allerdings lassen sie sich pauschal auch synch-rechte einräumen, was nach deutscher gesetzgebung gar nicht möglich ist und auch so bleiben sollte. in usa kämpfen einige musiker für eine ähnliche künstlerfreundliche gesetzgebung (z.b. don henley von den eagles). damit wäre für deutsche autoren das inkasso nur für audio-streams möglich (was ich in der vergangenheit auch genutzt hatte). und ob man der datenkrake google noch mehr daten anvertraut muss jeder für ich selber entscheiden.

  12. 12

    @Rudy Holzhauer: Wir alle haben ja leider zu wenig Zeit, das alles geschrieben zu diskutieren, da geht immer viel verloren und man müsste natürlich viel differenzierter auf alles eingehen, daher hier nur ein Punkt:

    Ich glaube auch, dass Google oder Apple oder Amazon oder Facebook (845 Milliarden Nutzer!) eine Lösung vorbereiten. Während diejenigen, die am meisten davon betroffen sind, dass ihre Geschäftsmodelle weg brechen, Anti-Piraterie-Videos drehen (lassen).

    Wer dann nachher wieder über die Macht von Google oder Apple oder Amazon oder Facebook am lautesten klagen wird, weiß ich aber auch. :)

    Du verstehst sicher, was ich meine. Ja, es gibt Probleme und ja, es ist scheiße, wenn die Verdienstmöglichkeiten für Autoren schwinden. Wenn aber das einzige, was einer Branche dazu als Lösung einfällt, alberner und teurer Kopierschutz, härtere Strafen und politische Einflussnahme fernab der Öffentlichkeit oder der Parlamente sind … dann macht sich die Branche damit nicht beliebter beim Publikum, das letztendlich der Kunde ist. Und beantwortet vor allem die grundsätzliche Frage genau: gar nicht.

    Und dann kommt halt am Ende wieder Google und hat eine Lösung, die funktioniert. Und behält von allen Einnahmen einen hübschen Anteil für sich.

    Der Kunde/ das Publikum ist nicht der Feind, selbst *wenn* er „illegal“ downloaded. Aber diese Videos appellieren allesamt – wieder – an den Kunden/ das Publikum. Die Absender haben es einfach immer noch nicht verstanden. Was ich sehr schade finde.

  13. 13
    Rudy Holzhauer

    @Johnny Haeusler: johnny – auch du bringst wieder einiges durcheinander. kopierschutz und ähnlich dinge hat weder die gema noch irgendein urheber erfunden. und neben der kohle geht es um persönlichkeitsrechte der urheber. die gibt es so nicht in amerika. deswegen regeln die amis immer wieder alles nach ihren gesetzen (von bloss keine nippel zeigen oder wie man heute lesen durfte – keine stillenden mütter – bis pauschal sämtliche synch-rechte übertragen lassen). das sind die nicht anders gewohnt.

    ich glaube, es wäre den meisten autoren komplett egal, wer ihre rechte wahrnimmt. ob google, gema, prs oder sonstwer, so lang die rechte ausgewertet werden und sie die kohle bekommen. (übrigens erstaunt mich, dass facebook mittlerweile 845 milliarden nutzer hat. von ausserplanetarischen facebookern wusste ich bisher nichts… )

    also fernab der öffentlichkeit arbeiten auch google und co. frag mal die leute in brüssel, wieviele lobbyisten von google und co. unterwegs sind. das mag moralisch bedenklich sein, ist aber rechtens. auch wenn mich das ärgert, weil die urheber niemals so viel kohle aufbringen können, um gutachten und andere dinge nach eigenem gusto erstellen lassen zu können.

    vieles von dem was die urheber und auch die gema betreiben, wirkt äußerst hilflos. für die meisten beteiligten ist der umgang mit der öffentlichkeit neu. urheber und gema sind ein b2b-modell. wenn wir von nutzern reden, meinen wir veranstalter, radio- und tv-stationen, internet-plattformen und nicht den enduser. der war noch nie unser gesprächspartner. auch als musikautor hast du nie mit ihm zu tun gehabt, sondern nur als aufführender musiker, wenn du auf der bühne gestanden hast. das ist dann aber b2c.

    ich weiß ja auch nicht, wie du reagieren würdest, wenn ein neo-nazi dein „beam me up, scotty“ mit neuem inhalt – nach seinem gusto, einem deutsch-nationalem text – versehen würde und bei youtube reinstellen würde. so lang es nur ein einzelnes video ist – no problem. das kannst du sperren. aber hab mal 40.000 wie eine mir bekannte international agierende künstlerin (und autorin), die einfach nicht auf youtube erscheinen möchte, so lang die persönlichkeitsrechte nicht geklärt sind. das mag in heutiger zeit doof sein. ist aber ihr gutes recht. und obwohl yt zugesichert hat via content-id (ihre wunderwaffe) sämtlich videos von ihr oder mit ihrem namen zu sperren, habe ich gerade eben immer noch knapp 20.000 gefunden.

    also johnny – sag mir doch endlich einmal wie so eine neue regelung aussehen könnte, ohne irgendwelche persönlichkeitsrechte zu stören? oder willst du einen neuenn blog dazu aufmachen…. wir sammeln vorschläge der user? die markigen sprüche kann ich mir jetzt schon vorstellen….

  14. 14

    @Rudy Holzhauer: Okay: Mir ging es in erster Linie um die Verwerter bei meinem Rant. Dass ich zu Urhebern und deren Schutz stehe, weißt du ja (sonst würde ich mir solche Themen wie oben – und zwar seit Jahren – ja nicht geben ;)).

    Aber die Rechte der Urheber *sind* ja geschützt – dass man sie im Netz nicht überall so einfach durchsetzen kann, wie bspw. im Radio und in der Werbung, das ist halt eine Tatsache, mit der wir umgehen müssen. Nach wie vor geht es mir auch in erster Linie darum: Der Urheber muss das Recht behalten, selbst bestimmen zu können. Da sind wir uns einig. Aber kann das denn jetzt? Ich muss an die GEMA zahlen, wenn ich eigene Songs verschenken will, ich kann nicht frei entscheiden, welche Songs ich über die GEMA laufen lassen und welche nicht … das sind Relikte, die irgendwann mal okay waren, heute aber nicht mehr. Und das steht nicht erst seit gestern fest.

    (Das Nazi-Beispiel ist übrigens immer sehr an den Haaren herbei gezogen, oder kennst du dafür ein einziges Beispiel? Ich nicht. Finde Werbung da immer den klareren Fall, da will ich nämlich auch entscheiden können.)

    Aber ich werde dir natürlich nicht sagen, wie die neue Regelung aussehen kann, denn dazu braucht es neben den Kreativen auch Juristen und andere Fachleute. Und ich tippe mir seit Jahren die Finger wund zu dem Thema, habe (vielleicht nicht ausschließlich in Sachen Urheber) mehrere Kopf-Modelle entworfen und das Feedback aus „der Branche“ ging gegen Null, erst in letzter Zeit mischen sich mal ein paar Leute aus Verlagen und von Labels ein, aber das ist eine Handvoll, wie wir hier sehen.

    Nur zwei Beispiele:

    http://www.spreeblick.com/2007/11/28/wie-es-die-musikindustrie-doch-noch-ins-21-jahrhundert-schaffen-kann/

    http://www.spreeblick.com/2009/06/02/wir-werden-niemals-fur-musik-bezahlen/

    Nee, Rudy. Ihr seid dran. Labels. Verlage. Agenturen. Und zwar proaktiv FÜR eine Lösung, nicht GEGEN die Realität. Macht euch die Fans zum Freund, guckt euch bei Google ab, wie das geht. (Damit meine ich jetzt natürlich nicht dich persönlich, sondern eher so die Gesamtsituation.)

  15. 15

    @Rudy Holzhauer: Und nochmal zu „wie soll das aussehen“: Das PDF hier stammt von den Piraten:

    http://wiki.piratenpartei.de/wiki/images/0/07/UrhG_Arguments_FassungBPT2011-2.pdf

    Und auch, wenn es natürlich noch nicht perfekt ist, wenn ich nicht alles unterzeichnen würde: Es zeigt, dass es Ansätze gibt, Debattengrundlagen, die keineswegs so albern oder utopisch sind, wie man es den Piraten immer ankreidet (an denen ich trotzdem auch genug auszusetzen habe). Geht darauf jemand ein? Gibt es wenigstens den Ansatz eines Verständnisses dafür bei Verlagen und Labels, dass sich etwas ändern muss in vielen Punkten?

    Ich weiß es echt nicht, ich bekomme vielleicht nur nicht mit.

  16. 16
    Rudy Holzhauer

    @Johnny Haeusler: ich schau mir das in ruhe an. nur kurz zwischendurch die frage mit dem bei den bei den haaren herbeigezogenen beispielen: vor einigen tagen lief in stern-tv ein bericht über einen insider, der jahrelang heimlich in der neo-nazi-musikszene recherchiert und teilweise auch gefilmt hat. in einem der kurzen ausschnitte lief ein antijüdischer text über die musik von mike krüger’s oller kamelle „der nippel“. eigentlich ja ein mehr als harmloses lied – aber in dem kontext… vermutlich hat weder die gema das machwerk dieser idioten lizenziert, noch wird man in dieser hinsicht auch mit einer neuen gesetzgebung machen können, weil das ohnehin in der illegalität passiert.

    aber wenn diese idioten bei ihren aufmärschen „freiheit“ von westernhagen intonieren, dann hat der künstler wohl jedes recht dagegen vorzugehen.

    soviel nur zu den an den haaren herbeigezogenen beispielen. wenn man anfängt hier unter umständen persönlichkeitsrechte preiszugeben, dann können sich vielleicht dinge verselbständigen. eine der grossen sorgen, nicht nur unter jüdischen künstlern, ist die frage der 2015 beginnenden gemeinfreiheit der werke von im kz ermordeten juden… es ist nicht alles so einfach wie es scheint und dass wir hier nur über ein paar dance-remixes reden… das geht viel tiefer…

    was ich damit nur sagen möchte – in meiner langjährigen praxis habe ich viel mehr erlebt als sich die meisten auch nur ansatzweise vorstellen können.

  17. 17

    @Rudy Holzhauer: Danke für die Beispiele – ich glaube übrigens, dass man rückwirkend sowieso kaum ändern kann oder sollte. Das geht nur für Gegenwart und Zukunft.

    Aber wenn die Sache so viel komplexer ist, als sie jetzt diskutiert wird (was ich ja weiß): Warum liest man das nirgends. Warum bloggt niemand darüber? Warum hört man davon nichts in Interviews, in Studien?

    Alles, was man „draußen“ hört, ist: „Unsere Umsätze sind zurückgegangen und wir müssen die bestrafen, die daran schuld sind: Unsere Kunden.“

    Sehr verkürzt wiedergegeben. :)

  18. 18
    libero

    hört, hört mal…

    „Vor allem die Unterhaltungsmusik und der Tanzschlager erlebten in der Zeit des Zweiten Weltkrieges unter dem NS-Regime einen großen Aufschwung. Die Rundfunkprogramme boten überwiegend diese Form der Musik, ausgerichtet auf den Geschmack eines Massenpublikums an, denn der Unterhaltung und Ablenkung vom kriegsbedingten Alltag wurde immer größere Bedeutung zugeschrieben. Gleichzeitig sollte das – als Rundfunkverbrechen strafbare – Hören von Feindsendern mit einem attraktiven Programm unterbunden werden.“

    https://de.wikipedia.org/wiki/Reichsmusikkammer

    by the way, gibt es eigentlich schon eine öffentliche stellungnahme der gema (unter göbbels: ’stagma‘) zu ihrer rolle während der ns-zeit?

  19. 19
    Jeff

    „eine der grossen sorgen, nicht nur unter jüdischen künstlern, ist die frage der 2015 beginnenden gemeinfreiheit der werke von im kz ermordeten juden… “

    Ist das künstlerische Erbe im KZ ermorderter Juden kommerziell besser zu verwerten als das Erbe von im KZ ermordeten Nicht-Juden?

    Ich frage deshalb, weil ich mir auch gerne noch ein paar Jahrzehnte länger den Arsch vergolden lassen würde. Dummerweise war mein in Auschwitz vergaster Uropa kein Jude, sondern nur ein schwuler Katholik.

    Muß ich im Jahre 2015 selbst arbeiten gehen? Die Welt ist so ungerecht.

  20. 20
    Rudy Holzhauer

    hier ist einmal ein statement eines wirklich betroffenen, der nicht nur als musiker, sondern auch als autor zu überzeugen weiß: sven regener (element of crime; herr lehmann). jemand, der mut hat und nicht aus angst vor vermeintlichen fans das maul hält. ich würde mir wünschen, dass mehr professionelle musiker und künstler sich seinem vorbild anschliessen würden.

    http://www.br.de/radio/bayern2/sendungen/zuendfunk/regener_interview100.html

  21. 21
    libero

    @Rudy Holzhauer:

    betroffener? bullshit! natürlich hat er mit google recht. sollte man strikt boykottieren. sven regener jetzt aber auch. der jammert mir auf zu hohem niveau. und was sollen wir von solchen voll-profis halten, die straßenmusik als schlechte musik erachten? aua!

    da lob ich mir joss…
    http://www.youtube.com/watch?v=aCkX0KcNwrI

  22. 22
    Karsten

    @Rudy

    Tut mir leid, aber damit hat sich Sven Regener leider bei mir selbst disqualifiziert. Er jammert nicht nur von oben herab, sondern erzählt faktisch einfach Müll. Er beschwer sich, dass Google mit den Erzeugnissen anderer Geld verdient. Und YouTube ebenfalls… Ok was ist denn mit Amazon, wo Herr Regeners Alben und Bücher verkauft werden? Herr Bezos hat davon auch kein Buch selbst geschrieben. Ergo verdient auch Amazon mit den Inhalten anderer Geld. Aber das ist dann ok? Dabei sehen wir von den ganzen Rezensionen, Blogs und Beiträgen über Regeners Werke mal ab, die sicherlich die Verkäufe auch angekurbelt haben, die aber nur durch Google der Masse überhaupt präsentiert wurden. Und wenn er sagt „unser Video gibt es nicht auf YouTube“, dann ist das ok. Doch dabei vergisst er z.B. auch die Künstler, die eben das gerne hätten, aber nicht dürfen (siehe Fall Deichkind).

    Wo einfach grundlegend dran vorbei argumentiert wird: Dieses Unrechtsbewusstsein kommt ja nicht von irgendwo. Ist ja nicht so, dass eines Tages alle Menschen aufgestanden sind und gesagt haben „ab nun bezahl ich nicht mehr für Musik/Filme/Literatur etc.“. Sondern das hat sich über die Zeit durch höhere Preise, mangelnde Qualität und fehlende, innovative Geschäftsmodelle ergeben. Man hat es nunmal einfach übertrieben…

    Gerade jetzt Spotify zeigt doch, dass wir alle gerne bezahlen. Dass wir bei einem jetzt fulminant großartigen Preis/Leistungs Verhältnis definitiv sogar mehr als 10€ im Monat blechen würden… Es muss halt nur irgendwie angeboten werden, sonst entsteht ein Vakuum, das sich natürlich mit krimineller Energie füllt.

    Und zum Schluss: Die Remix/Raubkopierer/Sharing Kultur als Problem für Indie-Bands und -labels zu benennen ist einfach nur Ignoranz und zeugt von keinerlei Interesse/Wissen. Eben BESONDERS WEGEN YouTube und Co. konnten sich viel viel viel mehr kleine Bands und Labels bekannt machen (siehe z.B. das berühmte „Somebody I used to know“ Cover von „Walking off the earth“ an… mit dem der Urheber Gotye übrigens nicht nur einverstanden war, sondern es als Kompliment genommen und selbst beworben hat!) und Erfolge feiern…

    Tut mir leid Herr Regener… aber der Rock ’n‘ Roll ist ihnen schon lange aus den Knochen gewichen…

    P.S.
    Das sollte nebenbei mal jeder gesehen haben…
    http://www.ted.com/talks/rob_reid_the_8_billion_ipod.html

  23. 23
    Rudy Holzhauer

    @Karsten: es scheint so, dass du nichts begriffen hast. sven hat gleich am anfang seines statements gesagt, dass er enscheidet mit welcher firma er zusammenarbeitet. das kann ein major- oder ein indie-label sein. der unterschied zwischen youtube und amazon ist eindeutig, dass bei amazon er entschieden hat, dass seine platte, sein buch dort erhältlich ist und dass ein marktgerechter preis dafür gefunden wird. bei youtube z.b. ist er entmündigt – nicht er entscheidet, was gezeigt wird sondern ein user. – und mag der noch so ein wohlwollender fan sein, kann er nicht wissen welche qualitätsansprüche der künstler an seine werke hat. der künstler sollte entscheiden, was promotion für ihn ist und was nicht. das hat nichts mit kritik zu tun. die soll und wird es immer geben.

    dann wird er bei yt nicht einmal als künstler dafür bezahlt, und ist ohnmächtig wegen der schieren grösse des multi-milliarden-unternehmens und der wirklich unglaublichen präsenz teuerster deutscher anwälte. ich war bei verschiedenen gerichtsverhandlungen von google und youtube – du würdest wahrscheinlich das kotzen kriegen, wenn du die und ihre arroganz siehst.

    selbstverständlich wenn youtube einen solchen service anbietet, dann nutzen ihn auch künstler. aber SIE entscheiden, welche videos sie hochladen und ob diese ihren ansprüchen genügen.

    deichkind sind auf youtube zu sehen, obwohl der youtube-algorythmus sie mit dem bekannten aber genauso unsinnigen gema-dia gesperrt hatte. ein anruf bei youtube und es war wieder zu sehen. genau das ist es – der künstler hat entschieden, dass sein video gezeigt werden soll. yt sperrt ganz bewußt offizielle videos (sehr einfach wegen des hauseigenen content-id-verfahrens), damit leute wie du, die plattenfirmen und künstler gegen die gema position beziehen. das haben sie bereits 2009 in england gemacht und werden sie ab der 2.hälfte dieses jahres auch wieder in england machen, weil der vertrag mit der prs ausläuft. wollen wir wetten?

    spotify ist zwar wegen der höhe der lizenzen umstritten – aber grundsätzlich o.k. aus zwei gründen – zum einen wird dort nur offizielles, lizensiertes material gestreamt (obwohl da gibt es auch einige noch zu bestätigende zweifel). und zweitens es ist nur material, dass die künstler selber veröffentlicht und abgenickt haben.

    bei walking off the earth wird sich die halbwertzeit zeigen müssen. im augenblick haben sie nur den gleichen stellenwert eines medienphänomens wie ein dsds-sänger….

    und zum p.s. traue nie einer studie, die du nicht selbst gefälscht hast…. ;-))

  24. 24
    andre

    @#796633:
    1. Selbstverpflichtung:
    Hiermit verpflichte ich mich zu versuchen mir große Mühe bei dem Bestreben zu geben mich nie wieder einer solchen Ansprache, Ihnen gegenüber, zu erdreisten. Ich kann mir mein Fehlverhalten nur mit dem viel zu häufigen, unkontrollierten Konsum alter Sprechfunksendungen, in denen diese unangemessene Ansprache des öfteren benutzt wurde, erklären, was mir natürlich nicht als Entschuldigung dienen soll und kann.
    (Ich bitte das Kichern beim Schreiben dieser Zeilen zu verzeihen, aber ich musste gerade an etwas anderes denken. Ganz ehrlich!)
    2. Klage:
    Die Übergaben vom Soundgarden zum Sprechfunk waren echte Höhenpunkte und als Du dann deine Sendung aufgabst, fehlte auch dem Sprechfunk etwas. Das Ganze hat vielen Menschen Leid getan. Nun ja; das ist lange her.
    3.Zurück zum Thema: ich war eher auf dem Wissenstand:
    http://www.spiegel.de/netzwelt/netzpolitik/0,1518,768816,00.html
    Ich komme da wohl nicht mehr mit ohne den Job aufzugeben.

  25. 25

    @andre: Ich klang aber nicht blöde in meiner Antwort oder? Von wegen „unangemessen“? Ich fand das nicht unangemessen (stehe aber vlt. auch auf dem Schlauch gerade, ist spät …).

    Ja, die Übergaben waren immer super und haben Spaß gemacht!

    Und nein, man kommt da nicht mehr mit, wenn man nebenbei noch ein Leben haben will. ;)

  26. 26

    Gratulation

    Sie haben richtig gelesen.
    Meinungsmacher scheinen sich nicht davor zu scheuen gut besuchte Blogs mit ihren oftmals harmlosen Informationsfluss zu infiltrieren um die Leserschaft zu gewinnen.

    Mein ja nur

  27. 27

    ich kann mir nicht vorstellen, daß google heutzutage noch in irgendeiner form zu „Zwingen“ ist etwas zu tun. egal ob google earth oder andere definitiv nicht mit deutschem recht vereinbarbare situationen – sie handeln ausschließlich im eigenen interesse – sonst hätten sie dem überall propagiertenschlichtungsverfahren schon längst zugestimmt.

  28. 28

    … und so lange weder Google noch die GEMA von ihrem festgefahrenen Standpunkt weichen, gibt es ja ProxTube.

  29. 29

    Irgendwie schreibt Johnny Haeusler immer die intelligentesten Artikel zu diesem Mega-Netz-Aufreger-Thema…

  30. 30
    Angela Zoe Specimen

    Diese beiden Institutionen Google und Gema gehören beide abgeschafft. In meinen Augen findet hier nichts anderes als Zensur statt. Ja, Zensur wie im tiefsten Kommunismus stalinscher Prägung. Wer aber enug Geld kann sich als privilegierter womöglich von dieser Zensur frei kaufen und alles sehen, auch das für den Normalbürger gesperrte!

    Weg mit dieser Zensur und zwar ersatzlos.

    Freies Internet!!!

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