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GEMA vs. YouTube: Gerüchte, Zahlen, Forderungen

Das Erstaunliche am oben gezeigten Anonymous-Video, mit dem sich die Gruppierung in den Streit zwischen der GEMA und Google/YouTube einmischt, bei dem es um die Vergütung der musikalischen Urheber von Musikvideos geht: Offenbar wissen Anonymous weit mehr als andere Beobachter des Kampfes, unter dem so gut wie jeder Internet-Nutzer hierzulande leidet. Oder sehr viel weniger. Aus dem Statement des Videos:

(…) Wir beobachten mit Sorge eure überhöhten Forderungen bezüglich urheberrechtlich geschützem Material auf Youtube und anderen Plattformen dieser Art. (…) Ihren überzogenen Forderungen kann und wird das Unternehmen Google nicht zustimmen können, da es nicht die benötigten Werbeeinnahmen generieren kann. (…)

Das ist bei aller Sympathie für Anonymous beinahe so putzig wie die aktuelle Rebellion der Plattenbosse.

Denn: Die Verhandlungen zwischen GEMA und Google sind geheim, sie unterliegen einem strengen, meines Wissens auf Wunsch von Google unterzeichneten NDA („Non Disclosure Agreement“), also einem Stillschweigeabkommen. Keine Spur von Transparenz ist zu entdecken bei diesen Verhandlungen, und so wissen nur wenige Menschen, wie hoch die aktuellen Forderungen der GEMA tatsächlich sind, vermutlich noch weniger haben eine Ahnung, was sich Google im Gegenzug vorstellt, und so gut wie niemand außerhalb der Google-Leitung dürfte einen Überblick haben über die YouTube-Einnahmen durch Musikvideos in Deutschland.

Unter diesen Voraussetzungen also von “überhöhten Forderungen” zu reden, sich stattdessen für ein Unternehmen einzusetzen und so zu tun, als könne dieses Unternehmen aus Not seine Miete nicht bezahlen; gleichzeitig gegen einen zwar seit Jahren furchtbar agierenden und gemeinsam mit dem geltenden Urheberrechtsgesetz dringend erneuerungsbedürftigen, im Kern aber einer freiwilligen Solidargemeinschaft zuträglichen Verein zu wettern, der 2010 von den eingenommenen 863 Millionen Euro immerhin 736 Millionen an seine rund 65.000 Mitglieder ausgezahlt hat … das kann man mindestens als “interessante Sichtweise” bezeichnen. Zum Vergleich: Das YouTube-Mutterschiff Google hat im ersten Quartal 2011 einen Gewinn von 2,3 Milliarden Dollar erwirtschaftet.

Doch das ist und bleibt wahrscheinlich das Fantastische an Google: Dass der Konzern es immer wieder schafft, als eine Art kultureller Robin Hood dazustehen und nicht als das, was er ganz einfach ist: Ein profitorientiertes Mega-Unternehmen, das 97% seiner Umsätze mit Online-Werbung macht und nebenbei noch die Art und Weise, wie der Großteil der Nutzer das Internet erlebt, maßgeblich bestimmt. Ich nutze Google-Produkte und halte einige davon für qualitativ absolut hochwertig – bei aller Anerkennung braucht man aber nicht zu vergessen, dass Google kein gemeinnütziger Verein ist.

Wenn wir von der GEMA und YouTube reden, dann reden wir von Vereinbarungen zwischen den Urhebern, also den Komponisten und Textern eines Songs (besser: deren Vertretern), und der Plattform, die mit diesen Songs Umsätze generiert, also YouTube. Das ist wichtig, denn nicht nur diese Urheber haben ein Interesse daran, an den Gewinnen von YouTube beteiligt zu werden, sondern auch die Inhaber der “Masterrechte” eines Musikclips, also diejenigen, welche die Aufnahme des Songs und die Produktion des Videos finanziert haben. Diese jedoch haben mit der GEMA erstmal nichts am Hut und haben sich daher mit YouTube in einigen Fällen bereits vor Jahren geeinigt. Die durch einen Musikclip entstandenen Werbeeinnahmen werden dabei – so eine Vermutung – in etwa halbiert: Die eine Hälfte geht an den Inhaber der Masterrechte, der daran je nach Vertrag den Künstler beteiligt, die andere Hälfte bleibt bei YouTube. Das klingt fair und ist vor allem kein Pappenstiel, denn etwa fünf bis zehn Euro pro tausend Videoabrufe können so an den Master-Inhaber gehen. Bei einem Superhit, der auf 100 Millionen Videoabrufe kommen kann, können also schon mal mindestens eine halbe Million Euro hängenbleiben. Eine kleinere Band jedoch braucht 200.000 Video-Views, um auf einen Tausender zu kommen.

Das alles aber natürlich nur (und das ist ebenso wichtig, um Googles Strategie in den Verhandlungen zu verstehen), wenn Werbung innerhalb der Videos geschaltet wird. Wenn ein Künstler und/oder der Master-Inhaber dies nicht möchte (und ja, das gibt es), geht er leer aus.

Genau deshalb möchte sich die GEMA in ihrem Bereich vermutlich nicht auf einen werbe-abhängigen Deal einlassen, sondern fordert eine generelle Vergütung ihrer Mitglieder, die zunächst unabhängig davon ist, ob Werbung in den Videos stattfindet. Diese GEMA-Forderung soll genau das verhindern, was Google wahrscheinlich erreichen möchte: Die Urheber wären über einen solchen werbe-abhängigen Deal mehr oder weniger dazu gezwungen, ihre Musik mit GoogleAds zu verknüpfen.

Nun ist es nicht so, dass Google eine generelle Abgabe an die GEMA ablehnt, doch über die Höhe wird gestritten, denn natürlich möchte die GEMA diese Summe so hoch, Google hingegen aus den gerade genannten Gründen so niedrig wie möglich ansetzen. Wer verdienen will, muss eben Google-Werbung zulassen, so sieht Google das vermutlich und lud daher gestern die Musikindustrie zu einem speziellen “YouTube-Event” ein, pikanterweise zu genau dem gleichen Zeitpunkt, an dem die GEMA-Mitgliederversammlung in genau der gleichen Stadt (München) begann. Aus der Google-Einladung:

Liebe Musikschaffende,

Wenn Sie “YouTube” hören, woran denken Sie dann? Die weltgrößte Video – Webseite? – Klar. Eine globale Marketing – Plattform? – Auch. Eine Umsatzquelle? Rechtemanagement? Ein globales Marktforschungs-Tool? Hmm, interessant….

YouTube hat in kurzer Zeit die Musikindustrie weltweit geprägt. Für viele Interpreten, Labels, Komponisten, Autoren und Verlage ist YouTube zum festen Bestandteil ihrer Digitalstrategie geworden. Unzählige Künstler sind über YouTube entdeckt worden und haben über unsere Plattform nationale und internationale Bekanntheit erlangt. YouTube fehlt in kaum einer Marketingstrategie von Musikmanagern. YouTube hat sich in vielen Ländern als signifikante Umsatzquelle für Musikschaffende etabliert. ‘We make our music videos for YouTube’, bekannte Troy Carter, weltweiter Manager von Popstar Lady Gaga.

Wir laden Sie herzlich ein, die Welt von YouTube mit uns zu entdecken! Wir möchten Ihnen einen Blick ‘hinter die Kulissen’ geben und Ihnen zeigen, wie Sie YouTube für sich nutzen können.

Snacks und Getränke stehen für Sie bereit.

Ich übersetze das in etwas so: “Wir bieten euch kostenfreie Rechtekontroll- und Analyse-Tools und wenn ihr eure Clips für GoogleAds freigebt, auch noch Möglichkeiten zur Monetarisierung eurer Künstler.” Fair enough. Soweit.

Wäre da nicht die doofe GEMA, die mit den Master-Inhabern nur gelegentlich zu tun hat, für die Werbeeinahmen ein zweites Paar Schuhe sind und die daher ordentlich bockt.

Will man aber nun zu den realen Zahlen kommen, um die es überhaupt geht in den derzeit stillstehenden Verhandlungen, muss man sich zunächst leider in den Gerüchte-Keller begeben. 12 Cent soll die GEMA irgendwann einmal pro Video-View verlangt haben, eine tatsächlich unrealistische Forderung. Irgendwann soll man dann angeblich einen Preis von 0,2 Cent, also 0,002 Euro pro View vorgeschlagen haben und dabei – dies wäre wichtig, wenn es denn stimmt – einen Unterschied zwischen „echten“, also offiziellen Videoclips eines Künstlers, und einer „Zweitverwertung“ durch Amateur-Nutzer berücksichtigt haben. Die Views zu einem offiziellen U2-Video wären in diesem Fall also nach der angeblichen Idee der GEMA mit 0,2 Cent an die Urheber vergütet worden, ein Amateur-YouTube-Clip, in dem ein Stück von U2 im Hintergrund läuft, jedoch mit weitaus weniger. Das Ganze hätte dann noch in Abhängigkeit der tatsächlich mit einem Video durch YouTube erzielten Werbeeinnahmen gebracht werden sollen.

Um nun als Außenstehender halbwegs entscheiden zu können, ob diese angeblichen 0,2 Cent viel oder wenig wären, müsste man wissen, welche Summen Google im Gegenzug anbietet. Dies ist in Deutschland wegen des bestehenden NDA kaum zu ermitteln, es geht jedoch auch anders: Man nimmt sich Zahlen aus den Ländern vor, deren Urhebervertretungen sich bereits mit Google haben einigen können. Großbritannien zum Beispiel.

Falls sich jemand fragt, wieso sich die Urheberrechtsgesellschaften in Großbritannien und anderswo bereits mit Google/YouTube einigen konnten: Beim britischen GEMA-Pendant PRS beispielsweise haben die Major-Labels das Sagen und drängten auf eine schnelle Lösung – in Deutschland ist der Einfluss der Majors auf die GEMA wesentlich eingeschränkter, was erstmal eher gut ist.

Ein deutscher Musikverlag, der international tätige Urheber vertritt, hat uns Einblick in seine YouTube-Abrechnungen aus Großbritannien gewährt. Nach diesen Abrechnungen erhält der Verlag zwischen 0,000077 Euro und 0,00016 Euro pro Video-Stream (und gibt davon 12% für die Abrechnung an die PRS ab), diese Zahlen mit einem Durchschnitt von 0,00019 0,0001185 Euro kann man sicher als Google-Richtwert auch für Deutschland annehmen.

Hinweis: Ich habe die Durchschnittszahl nachträglich korrigiert, da ich sie ursprünglich falsch gerundet hatte. Ich bitte um Entschuldigung!

Laut Horizont liegt der TKP, also der Preis für tausend Werbeeinblendungen im Web-TV-Markt, derzeit bei rund 20 Euro, Tendenz steigend. Geht man davon aus, dass nur die Hälfte aller Künstler Werbebuchungen via Google in ihren Videos zulässt und geht man weiterhin davon aus, dass die Hälfte dieser 20 Euro an die Master-Inhaber geht, verbleibt ein durchschnittlicher TKP von 5 Euro für alle Musikvideos zusammen bei Google, von dem die GEMA-Abgaben für ebenfalls alle Musikvideos bezahlt werden müssten – weitere Google-Einnahmen durch Werbung auf der Plattform, die nicht direkt im jeweiligen Video angezeigt wird und an denen daher weder Urheber noch Künstler beteiligt sind, lassen wir hier außen vor.

Eine Tabelle der Einnahmemöglichkeiten für Urheber mit diesen auf GEMA-Seite leider wackligen, aber nicht ganz undenkbaren Zahlen sähe demnach so aus:

gema youtube

Man sieht: Selbst nach angeblicher GEMA-Forderung bräuchte ein Komponist 1 Million Abrufe des Videos des von ihm verfassten Songs, um einmalig 2.000 Euro zu verdienen. Dennoch kann man über einen vermutlich geforderten Anteil von 40% der Google-Einnahmen natürlich streiten – genauso wie über die Google-Auszahlung von 3,8% dieser Einnahmen. Würden die Parteien weiter verhandeln (was derzeit nicht passiert, weil sich Google ob einer Klage der GEMA weigert), würde man vermutlich irgendwo dazwischen landen oder eben erst einmal temporäre Vereinbarungen treffen, die man in den kommenden Jahren dem Werbemarkt und anderen Entwicklungen anpasst.

Man sieht aber auch, dass man kein Mitleid mit Google zu haben braucht, da es keineswegs so ist, dass Google am Hungertuch nagt. Wer die bisherigen Beteiligungen von Künstlern und Urhebern an den Einnahmen der klassischen Musikindustrie kritisiert hat, der müsste bei den Google-Zahlen eigentlich sehr hellhörig werden.

Und selbst, wenn man die Forderungen der GEMA für zu hoch hält, profitieren von diesen Versuchen der Gewinnoptimierung immerhin diejenigen, welche die Musik komponieren. Die eingangs gezeigten Forderungen von Anonymous greifen daher meiner Meinung nach etwas zu kurz und vor allem zu einseitig. Es geht hier nicht allein um die GEMA, sondern auch um Google.

Wenn also von Konsumentenseite zurecht etwas gefordert wird, dann sehe ich hier eher folgende Ansätze:

1) Die Verhandlungen sollten sofort wieder aufgenommen werden. Für Google ist es als US-Unternehmen sicher nichts Ungewöhnliches, dass Verhandlungen von gleichzeitigen Klagen begleitet werden (so albern das auch sein mag), dieses Argument für die Einstellung der Verhandlungen dient meiner Vermutung nach daher allein der Image-Pflege von Google vor den deutschen Konsumenten und Medien und soll den Druck auf die GEMA erhöhen.

2) Die GEMA muss sich trotz allem bewegen und muss akzeptieren, dass die Regeln derzeit nicht von ihr bestimmt werden – dieser Zug ist leider abgefahren. Jeder Tag ohne Einnahmen für die Urheber schwächt deren Position und damit die der GEMA. Statt auf bestimmten Forderungen hängen zu bleiben, sollte die GEMA temporäre und flexible Abkommen mit Google anstreben, beide Seiten könnten so Erfahrungen sammeln. Und diese sind wichtig, denn die GEMA muss sich nicht allein um YouTube kümmern, sondern auch um Spotify, Soundcloud undundund …

3) Die Verhandlungen, die man als Tarifverhandlungen ansehen kann, brauchen Transparenz, denn die Öffentlichkeit hat ein starkes und berechtigtes Interesse an einer Einigung. Es geht hier bei allen zu verdienenden Milliarden um Kultur und nicht um einen Unternehmenskauf, der Stillschweigeabkommen der vorliegenden Art rechtfertigen könnte.

Solange Außenstehende, zu denen auch die Urheber und Künstler und die Medien gehören, kaum konkrete Vorstellung von den Verhandlungsgrundlagen haben, bleibt jeder öffentliche Diskurs allein der PR der Beteiligten ausgesetzt.

Und wer darin besser ist, wissen wir.

Anmerkung: Durch das ganze Wirrwarr durchzublicken, ist nicht ganz einfach. Ich bin für jede Korrektur und Ergänzung dankbar und werde mich bemühen, diese im Artikel zu vermerken. Ebenso bin ich offen für weitere Zahlen von Rechteinhabern oder GEMA-Mitgliedern mit mehr Einblick, um ein wenig Transparenz voran zu treiben. Mails, die auf Wunsch vertraulich behandelt werden: johnny at spreeblick dot com.

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170 Kommentare

  1. 01

    Habe da trotzdem Mal ‘ne Gruppe gegründet gehabt bei Facebook ;-) (Nicht zu ernst nehmen!)
    http://www.facebook.com/pages/die-GEMA-nicht/182744508445988

    Das gesamte Thema ist mir mittlerweile ziemlich lästig, kann mir nicht vorstellen, dass es hier bald eine Lösung mit einem zufriedenstellenden Ergebnis gibt.

  2. 02
    fridge

    Und wieder eine Schwarz-Weiß-Gewissheit baden gegangen. Danke Johnny!

  3. 03

    Wow. Danke.

    Mit großem Abstand, das beste was ich zum Thema gelesen habe.

    Insbesondere nachdem vor ein paar Tagen auf Twitter noch die angebliche Zahl von zwölf Cent pro View als aktuell herumposaunt wurde.

  4. 04

    Der angenommene TKP für Webvideo von 20 Euro ist allerdings noch unrabattiert und liegt erfahrungsgemäß deutlich darunter. Schlechter sieht es sogar bei YouTube-Inhalten aus: Hier liegt der TKP sehr niedrig, z.T. bei unter 5 Euro, von denen der Rechteinhaber (“Partner”) nur ca. die Hälfte erhält. Nicht umsonst gibt es in den USA das Joint-Venture VEVO, um auf einer eigenen Plattform höhere TKP abrufen zu können.

  5. 05

    Sehr schön zusammengefasst. Zumindest blicke ich da jetzt etwas besser durch. Und klar: Google will sich als Opferlamm darstellen, mit dem man irgendwie Mitleid haben soll, aber muss man ja nicht wirklich, jedenfalls wird Google wohl so schnell nicht verarmen.

    Bei den Werbeeinnahmen von Google sollte man wirklich berücksichtigen, dass man mit einem guten Channel ja Partner werden kann und an den Umsätzen beteiligt wird; gerade also auch die “Drittverwerter” (also z. B. auch jene, die dann Hintergrundmusik nutzen) verdienen teilweise gar nicht mal so schlecht, wie ich vor Kurzem von einem Youtuber erfahren habe.

    Am Geld kann es also nicht wirklich liegen. Vielleicht sollte Google bei den Partnerschaften großzügiger sein und aktiv alle User einbeziehen, die gerne geschütze Musik nutzen wollen bzw. es bereits tun.

    So könnte Google sich immer noch als Samariter darstellen – “Hey, schaut mal, wir geben sowohl dem User UND dem Künstler was!”
    Wenngleich es durch obige Rechnung natürlich auch nur Augenwischerei ist, aber das bekommt man mit gutem Marketing ja wieder in den Griff. ;o)

  6. 06

    @Jörg Fischer: Das ist laut vieler Leute, mit denen ich gesprochen habe und die es hoffentlich wissen, wirklich schon einige Zeit vom Tisch. Danke für die netten Worte!

  7. 07

    In der Tabelle steht “YouTube-Einnahmen”, darunter ist dann aber vom Gewinn die Rede. Selbst wenn die Einnahmen einigermaßen realistisch geschätzt sind, glaube ich kaum, dass sie dem Gewinn entsprechen.

    Abgesehen von dieser Diskussion sollte man auch Anonymous nicht allzu ernst nehmen, denke ich …

  8. 08

    @André Gewert: Das stimmt, ich ändere das. “Gewinn” ist irreführend, denn natürlich haben sowohl Google als auch die anderen Beteiligten weitere Kosten. Danke!

  9. 09
    Darby Crash

    Und wenn man mit seiner Musik nicht für irgendeinen Scheiß werben will ? Dann muss man sich umsonst ausbeuten lassen ? Was sagt der Internetesoteriker dazu ?

  10. 10

    @Darby Crash: Das ist einer der Punkte, denen ich versuche anzusprechen. Man mag nun aber argumentieren, dass Google schließlich auch nur über die Werbung Einnahmen hat, von denen überhaupt etwas abzugeben ist. Dennoch steigert jedes “echte” Musikvideo die Attraktivität der Plattform (was zu Werbung an anderen Stellen bei YouTube führt), insofern ist auch ein Musikvideo ohne Werbung irgendwie Werbung für YouTube als Werbeplattform (ja, es ist kompliziert). Dennoch bleibt: Nur durch Werbung finanziert sich der Kram.

    Das ist eine nicht wirklich tolle Entwicklung, wenn Kultur (auch andernorts) nur noch durch Werbung finanziert werden kann. Darüber beschweren kann man sich aber nur schwer, solange man für diese Kultur nicht selbst zahlen mag.

  11. 11

    Ich sehe YouTube zunächst mal weniger als Promotion-Plattform, sondern eher als riesigen Tummelplatz für Leute, die kostenlos Musik hören und rippen wollen. Dass die sich natürlich über gesperrte Videos aufregen, kann man einerseits verstehen … gerechtfertigt ist es andererseits jedoch in den wenigsten Fällen.

    Ich bleibe dabei: YouTube (also Google) sollte ein Bezahlmodell anbieten: Zum Beispiel 5,- EUR im Monat und dafür dann unbeschränktes Videovergnügen. Davon kann man sicher einen Happen für die GEMA abschneiden.

    Wer nicht dafür bezahlen will, der bekommt eben weiterhin den netten Nicht-verfügbar-Hinweis. Er hat ja immer noch die Möglichkeit, die Musik zu kaufen, die er hören möchte.

    Die GEMA möchte nur deshalb etwas vom Kuchen abhaben, weil die Künstler dann darüber noch eine kleine Entlohnung bekommen, die ihnen durch die fehlenden Verkäufe (siehe erster Absatz) entgehen. Wer selbst das nicht anerkennen mag, der hat sicher nichts dagegen, mal ein paar Monate für etwas weniger Gehalt arbeiten zu gehen.

  12. 12
    S. Schwarzmeister

    Schöner Artikel.

  13. 13

    Ach so … dann auch mal Danke für einen der recht seltenen ausgewogenen Artikel zu diesem Thema :-)

  14. 14
    mark

    danke für diesen hervorragenden über- und durchblick.

    jetzt dürfte so langsam mal wieder das stichwort “kulturflatrate” in die diskussion kommen.

  15. 15
    Andreas

    Sehr fein und sehr detailliert/hinterfragend aufgearbeitet. Dass Google mit fremden Content unglaublich viel Geld macht, scheint niemanden wirklich zu stören – was ein farbiges Logo und eine weiße Startseite so alles ausmachen ;-)

    Nur bei gesperrten Inhalten (Bücher, YouTube-Videos, etc.) ist immer der Contentprovider der Dumme. Google bringt Dir das, wofür Du bislang zahlen musstest gratis ins Haus = gut. Irgendwer will nicht umsonst arbeiten und will Geld für seine Leistung = böse oder zumindest unverständlich.

    Hat natürlich auch alles mit Umwegrentabilitäten über acht Ecken zu tun, anstatt Dingen *das* Preisschild draufzupappen, das die Dinge wirklich wert sind.

  16. 16
    Chris

    feiner artikel! danke.

    naja, die dubiosen 12ct stammen vermutlich aus diesem gema-dokument, was aber nicht heissen soll, dass dies jemals so von der gema gefordert worden wäre: http://bit.ly/kXOPaE … kann ich mir zumindest nicht vorstellen.

  17. 17

    @Chris: Ja, die 12 Cent basieren auf dem “VR-OD 5″. Ich weiß nicht einmal, ob das in Sachen YouTube je wirklich auf dem Tisch war. Kann sein, kann auch anders sein. Nur Transparenz würde hier helfen.

  18. 18
    DieterK

    Die Größenordnung der GEMA-Forderung dürfte sich in etwa bei 15 Prozent des Betrages bewegen, den das Oligopol / das Kartell von UMG, Sony Music, EMI und WMG für sich ausgehandelt hat. Mit einem Wort: Peanuts.

    Ein weiterer Streitpunkt war die GEMA-Forderung nach einer genauen Auflistung der genutzten Werke. Das sollte für YouTube / Google auch kein Problem sein.

    Außerdem muss beachtet werden:

    - Die Universal Music Group ist Partner von YouTube/Google bei VEVO ist: Wo YouTube drauf steht, ist im Fall von “offizielen” Musikvideos in Wirklichkeit VEVO drin.

    - Anders als die Labels, die niemand zwingen kann, muss die GEMA ihre Werke lizenzieren. Die GEMA wird (durch das Patentamt?) kontrolliert, das heißt, die Tarife müssen genehmigt werden. Die Labels kontrolliert nicht einmal das Kartellamt.

    Realistisch betrachtet ist YouTube/Google Spielball des Streits innerhalb der Musikindustrie zwischen Labels/Interpreten und Musikverlagen/Songschreibern: Unter Hinweis auf den hohen technischen Aufwand haben sich die Labels vor 100 Jahren den größten Teil der Einnahmen aus der Musikverwertung in Form von Tonträgern gesichert. Im “digitalen Zeitalter” sollten Musikverlage/Urheber einen größeren Anteil erhalten als bisher.

    Der Schaden eines vorschnellen, eines zu niedrigen Abschlusses (a la PRS) wäre für Musikverlage und Urheber größer als das augenblickliche PR-Debakel der GEMA (das ohnehin viel mehr ein Debakel für die “Qualitätsmedien” und Blogger ist, die auf die plumpe PR-Aktion von YouTube/Phonoindustrie hereingefallen sind.

    Die GEMA hat die Sperrung von 32(35?) Videos verlangt. Mehr nicht.

  19. 19
    wasserbauch

    Schöner Artikel

    Ich verstehe nicht so ganz, wo sich google als Opferlamm darstellt?
    Gibt es dazu irgendwelche Aussagen, die direkt von Google kommen?
    Passt für mich auch ein wenig in die Kategorie “Oft gehört – gern geglaubt”

    Ansonsten sind die Tage der GEMA gezählt, wenn dort in der Führungsetage nichtmal das digitale Zeitalter anbricht. Da kann ich die Wut von Sony BMG und Co. schon sehr gut verstehen. Gleiches Gilt natürlich auch für die Fernsehindustrie.

    Wer Youtube als große Einnahmequelle sieht (wie die GEMA) und nicht als konstenlose Werbung und Vermarktung (wie die Künstler es ja tun), der sollte schleunigst mal in der Realität ankommen.

    Gebt mir die Möglichkeit Spotify, Rdio, Youtube oder Netflix zu benutzen wie es in den USA ganz normal ist und ich würde dafür monatlich Zahlen (Rdio und Netflix machen in den USA ca. 16$ im Monat).
    Dann würden viele Künstler an mir verdienen, die noch nie an mir verdient haben und ich könnte endlich auf meinem Fernseher sehen, was ich will, wann ich will.

    Ich bin ja bereit Geld auszugeben, nur irgendwie will es keiner haben.

    Die GEMA muss sich bewegen, ansonsten wird sie auch auf breiter Front die Unterstützung der Künstler verlieren. Die würden lieber ihre Videos auf Youtube sehen und vielleicht nur symbolisch etwas verdienen, als gar nichts von beidem zu haben (sicherliche eine Behautung von mir, aber scheint mir recht offentsichtlich).

  20. 20
    Dirk

    Die Zahlen hätten etwas mehr Aussagekraft, wenn man auch die Betriebskosten miteinrechnen würde. Auch im Jahr 2011 kostet Traffic in der Youtube-Größenordnung richtig Kohle.

  21. 21

    Danke für’s Auseinanderklamüsern, sogar ich hab es jetzt verstanden. ,)

  22. 22

    @Dirk: Schwierig. Dann müsste man auch die Produktionskosten von Videos und Songs einbeziehen, oder?

  23. 23

    “Wenn wir von der GEMA und YouTube reden, dann reden wir von Vereinbarungen zwischen den Urhebern, also den Komponisten und Textern eines Songs, und der Plattform, die mit diesen Songs Umsätze generiert, also YouTube.”

    Nein. Ja. Eigentlich sollten wir über Vereinbarung zwischen Urhebern und YouTube reden. Aber die GEMA vertritt die Urheber nicht so, wie diese sich das wünschen. Ja, die GEMA ist freiwillig. Oder doch nicht? Abgesehen von der Mindestvertragslaufzeit kommt man ohne GEMA nie ins Radio. Ob das für einen Urheber so freiwillig ist, oder ein ökonomischer Zwang, das ist noch zu diskutieren. Dabei gibt es kein Recht auf Geld von der GEMA, wie ja vor einiger Zeit von einem Gericht bestätigt wurde. Es gibt nur die Verpflichtung, Mitgliedsbeiträge zu zahlen.

    Es müsste eben mehrere davon geben, wie in anderen Ländern, dann gäbe es Konkurrenz und die GEMAs müssten sich mal anstrengen.

  24. 24

    Hallo! DANKE! Du sprichst mir aus der Seele!
    Ich habe mich gestern auch von dieser Seite dem Thema angenähert und finde, es wird Zeit, dass mal ein Bißchen echtes Licht auf die Sache geworfen wird. Ich kann aber durchaus nachvollziehen, wenn Youtube-User, die die Musikbranche nicht gut kennen, auf den Polemik-Zug aufspringen, den Google und jetzt auch Anonymous da haben abfahren lassen.. Das soll mal ein Laie verstehen, was da im Hintergund abgeht!

    Wenn du bei Gelegenheit mit der GEMA-Pressestelle sprichst, dann geh doch mal der Frage nach, in wie weit Google/Youtube den Nutzer-Status anerkennt bzw. ablehnt, den die GEMA Youtube zuweist. Es geht da doch sicher nicht um die Beträge allein. Es scheint ja so, dass es bei der betreffenden Musterklage darum geht, diesen Status per Gerichtsbeschluss bestätigen zu lassen anhand von 12 Werken und dass Google ein MEGA Interesse daran hat, dass es zu dem Mustergerichtsbeschluss für die 12 Werke nicht kommt…weil man das dann auf alle GEMA-Werke anwenden müsste.

    Im Sommer soll die mündl. Verhandlung stattfinden und so wie es aussieht, will Google mit den weitaus zahlreicheren Videosperrungen momentan und dem eingeblendeten Text in erster Linie die Aufmerksamkeit/den Ärger der uninformierten User heraufbeschwören, weil man natürlich auf einer solchen Polemikwelle besser gegen die GEMA surfen kann, als auf der Sperrung von 12 derzeit zur gerichtlichen Debatte stehenden Muster-Werken.

    Das die aus den Verhandlungen ausgestiegen sind wegen der Klage ist klar: wenn das einmal gerichtl. bestätigt ist, hat die GEMA recht und es wird teuer für Google.

    Liebe Grüße!

  25. 25

    Full Ack! Super Artikel – Danke für die Relativierung und die 3 Forderungen, die ich voll unterstützte.

  26. 26
    Apunkt

    Ich bin immer wieder überrascht, was für Summen mit Werbung im Netz zu machen ist. Überrascht, weil ich einfach keinen kenne, der privat keinen Werbeblocker nutzt. Und die funktionieren ja ziemlich gut. Und die ein oder andere Anzeige, die mal angezeigt wird, die klickt man doch zu 95,5% auch nicht an. Oder?
    All diese ‘werbetechnisch unerreichten’ Nutzer werden dabei als Viewer erfasst, oder?!
    Ist diese werbefreie Gruppe tatsächlich so eine Ausnahme in der Masse?
    Und wann ist ein Video-Viewer eigentlich ein erfasster Viewer? Das frag ich mich, weil ich bei gefühlten 80% der Videos nach 3sek in die Mitte springe, nach nochmal 2sek kurz vorm Ende springe und noch vor dem Ende ganz wegklicke.

  27. 27
    ma_il

    Danke, danke, danke fuer diesen Artikel und danke auch an DieterK fuer den guten Kommentar!
    Ich bin nicht gerade begeistert vom GEMA-Monopol (DrNI hat die Problematik angesprochen) oder dem GEMA-Abrechnungsssytem aber bei der Berichterstattung der letzten Tage kam mir doch oft das Beduerfnis, in die Tischkante zu beissen!
    Endlich kann man die ganzen Ignoranten an einen guten Artikel verweisen.

  28. 28

    Youtube ist zur Werbeplattform der Majors geworden. Diese haben die Zeichen der Zeit erkannt und durch ihre Vereinbarungen mit Google diesen Tatbestand geschaffen. Dadurch sind Kosten für Google enstanden, etwas woran sie nicht gewöhnt sind.
    Die ursprüngliche Idee einer Videoplattform für jedermann braucht aber gar keinen Deal mit Majors zu vereinbaren, da man bei diesem Konzept nur den Kreativen selbst verantwortlich geblieben wäre. Vertreten durch Verbände wie die GEMA.

  29. 29

    Nur eine Ergänzung zu Punkt 2. Ich denke nicht, dass der Zug abgefahren ist. Die Erfahrung zeigt, dass solche Verhandlungen langwierig sein können und ich kann YouTube nur empfehlen, Rücklagen zu bilden. Erst letztes oder vorletztes Jahr bescherte der VG Wort die Klärung des Rechtstreits mit der Geräteindustrie ein unglaublichen Batzen an Kohle. Sofern ich mich recht erinnere, das x-fache des sonst Üblichen, was im Jahr anfällt. Letztes GEMA-Jahr haben auch Entscheidungen dazu geführt, dass bestimmte Zahlungen nachträglich eingegangen sind. …

    Es ist natürlich abzuwägen, wie lange man da streiten will und kann. Aber noch sieht YouTube nicht so sehr pleite aus, wie manches Unternehmen, das sich den GEMA-Lizenzen durch ihr Verscheiden entziehen konnte.

  30. 30
    Wasserbauch

    Wo ist Youtube eine Werbeplattform ausschließlich der großen Labels?

    Youtube ist doch beinahe die einzige Chance für neue Künstler sich einem potenziellen Millionenpublikum vorzustellen. Das Ganze noch kostenlos.
    Wo haben da den die Labels ihre Finger im Spiel?

    Woher weißt du, dass viele Künstler durch die GEMA vertreten werden wollen? Alles muss durch dieses kleine Nadelöhr GEMA, welche sich anscheint querstellt (seit Jahren). Vielleicht hat google überzogene Forderungen, aber was ändert das an der Situation?

    Wer hat wohl den längeren Atem und die internationale Entwicklung auf seiner Seite? GEMA oder Google?

    Man kann akzeptieren wie sich diese Industrie entwickelt und zusehen neue Vergütungsmodelle zu erschaffen, oder man auf seinem Jahrzehnte alten Vorstellungen beharren und den Künstlern Potenzielle (wenn auch geringe) Einnahme verweigern.

  31. 31

    Ein klasse Artikel, der Licht ins Dunkel bringt und mit vielen Fakten aufwartet.

    @NetzblogR

    Da stimme ich dir zu. Ein Bezahlmodell würde das ganze entzerren. Da bin ich nur skeptisch, ob das die “Ich will alles für lau” Community da mit macht und sich die Videos von wo anders reinzieht.

  32. 32

    Johnny, absolut genialer Beitrag, danke dafür!

  33. 33

    @ Wasserbauch Ich habe nicht gesagt das es exklusiv für die Major Labels ist. Aber sie selbst sehen es so. Es ist etwas gestrig, aber sie sehen YouTube noch nicht als Endverwertung – sie denken an daraus resultierende Verkäufe etc.
    Es strömt Geld. Aber bisher nur zu den Majors, denn diese sind Google wegen der Werbewirkung entgegegekommen. Google hätte den Laden dichtmachen können, weil sie NIE genau nachgeguckt haben wessen Masterrechte verletzt werden.
    Die GEMA, und hoffentlich alle anderen Vertretungen der Komponisten, möchte auch was. Und das werden sie, zumindest in Deutschland kriegen. Google hat’s ja auch.
    Denkt mal wie auf einmal die Fußballer-Gagen hochgingen als das Fernsehen kam. Die Vereine haben sich drum gekümmert. Und die GEMA ist mein Verein.
    Wo ist eigentlich Freibank?

  34. 34
    Dirk

    @Johnny Haeusler:
    Man müsste im Prinzip alles miteinbeziehen. Ich wollte eigentlich nur deutlich machen, dass jeder zusätzliche Nutzer auf so einem Clip für Google Kosten verursacht und das Werbeeinnahmen daher kein Reingewinn sind. Diese Traffickosten sind einzeln betrachtet vielleicht gering, aber in der Relation zu den TKPs werden die schon ins Gewicht fallen.

    Die Rechteinhaber hingegen haben solche Kosten nicht. Sie werden nur an den Einnahmen beteiligt. Ich bin kein Fanboy aber das unternehmerische Risiko trägt allein Google. YouTube schreibt, soweit ich weiß, für sich genommen (noch) keine schwarzen Zahlen.

  35. 35
    alex

    wer braucht schon youtube?!? dieser seite habe ich schon vor jahren den rücken gekehrt. es gibt schon längst dienste die sich mit den plattenfirmen geeinigt haben. simfy.de zum beispiel. wer es noch nicht kennt, sollte auf jeden fall mal drauf gehen, ist auch alles definitiv legal!

    ach ja und danke für den sehr guten artikel!

  36. 36

    Ich kann mir vorstellen, dass der GEMA-Musiker-Labels-Youtube-Hase noch ganz woanders im Pfeffer liegt. Es gibt ja schon länger Überlegungen und Diskussion dazu, die GEMA zu “reformieren”- Frage: geht das überhaupt??

    Beispiel: Einräumung von Möglichkeiten für Urheberrechteinhaber neben der GEMA-Mitgliedschaft auch CC-Lizenzen zu vergeben, wo es Sinn macht. Gäbe es diesen Weg, müßte Google gar nicht unbedingt mit der GEMA verhandeln, oder?

    http://breitband.dradio.de/musiker-proben-den-aufstand-wie-sieht-eine-alternative-zur-gema-aus/

    VUT-Panel „Musik im Internet – Nadelöhr Rechteerwerb“: http://de.creativecommons.org/transkript/

  37. 37

    Google wertet Informationen aus. Welche Farben Zahlen einer der Arme schreibt ist vollkommen gleichgültig.

  38. 38
    Jo Cognito

    Sehr guter Beitrag.
    °|~Jo

  39. 39

    Muss mich auch mal kurz melden, und Dir für diesen hervorragenden Artikel danken! Mit Abstand das Informativste, das ich seit langem zu diesem Thema gelesen habe!

  40. 40
    KID

    @DrNI: “Abgesehen von der Mindestvertragslaufzeit kommt man ohne GEMA nie ins Radio.” -> das hat aber nix mit Monopol zu tun oder so. Freunde von mir waren mit ihrer Band im Radio (1Live) ohne GEMA-Mitglieder zu sein. Sie mussten einen Vertrag unterschreiben, dass sie keinerlei Gebühren für die öffentliche Vorführung haben möchten. Dann wurden sie auch gespielt.

    Wenn ein nicht von der GEMA vertretener Künstler zu einem Radiosender schickt, wird er in der Regel aber nicht gespielt, weil der Sender nicht weiß ob der Künstler mit dem Senden seiner Musik einverstanden ist bzw. welche Vergütung er dafür haben möchte. Es könnte nämlich sein, dass sich dieser Künstler nach dem Airplay bei dem Sender meldet und sagt: “Ihr habt mich unerlaubterweise gespielt, dafür möchte ich jetzt 1000 Euro haben”. Klingt bekoppt, würde in der Praxis wahrscheinlich auch nicht passieren – ist aber der Grund warum in der Regel nur GEMA-Material öffentlich gesendet wird. Hier ist die Nutzung und die Art der Vergütung klar geregelt.

    Ansonsten bin ich aber auch durchaus der Meinung, dass die GEMA ein paar Dinge ein bisschen mehr an die heutige Zeit anpasst und sich im Sinne der Musikfans mit Youtube einigen soll – was aber auch früher oder später passieren wird.

    Sehr guter Artikel hier, danke dafür!

  41. 41
    Falk D.

    Die Gema kann ruhig ein oder zwei über den Schädel bekommen. Meinetwegen auch mit einer Axt.
    - Wieso darf die Gema mir als DJ unterstellen ich würde immer Gema-Musik auflegen?
    - Wieso muss ich der Gema eine Playlist aushändigen, wenn ich keine Gema-Musik spiele?
    - Wieso darf die Gema mir das Überprüfen der Playlist in Rechnung stellen?

  42. 42
    Thor

    @Dirk #34
    Das unternehmerische Risiko trägt in aller erster Linie mal der Künstler (und somit meist der Rechteinhaber, auch wenn er die Verwertung seiner Rechte outsourced), der beschlossen hat von seiner Kunst leben zu wollen und nun versuchen muss, Einnahmen zu generieren.
    Klappt das nicht, kann er entweder verhungern oder sich einen anderen Job suchen.
    Warum sollte hier die Minimierung des unternehmerischen Risikos für die Google-Inhaber Larry Page, Sergei Brin und Eric Schmidt Vorrang haben?

  43. 43

    @Falk_D Was machen denn die Musiker die Du spielst so beruflich? Was ist das für ein Kriterium für Musikauswahl – von einem DJ???

  44. 44
    Dirk

    @Thor:
    Wie auch in diesem Artikel dargestellt wurde, ist ohne echte Transparenz über die Verhandlungsgrundlagen kaum eine eindeutige Aussage Pro/Contra GEMA zu treffen.

    Ich bezweifele nur, dass Johnnys Rechenmodell dazu geeignet ist, herauszufinden, welche der beiden Parteien die andere über den Tisch zieht. Bei den extremen Datenmengen, die auf YouTube bewegt werden, ist der Traffic nun mal ein Kostenfaktor, der berücksichtigt werden muss. TKPs können auch fallen. Wenn es wirklich um Festpreise gehen sollte, hat die GEMA mit beiden Faktoren nichts zu tun. Das ist eben auch ein Teil der Wahrheit.

    @Kawentzmann:
    Immer diese absoluten Aussagen. Auch wenn Googles primärer Fokus auf dem Informationsgeschäft liegt, ist es doch nicht vollkommen gleichgültig, was ein solcher “Arm” wie YouTube kostet. Wäre es das, hätte Google der GEMA gegeben, was sie will und die Sache wäre schon längst über die Bühne gegangen.

  45. 45

    Kommentare von Komponisten zur Hacker-Aktion:
    “Anonymous vs. GEMA”

    http://www.youtube.com/user/DEFKOM2011

  46. 46

    Denial of Service-Attacken mögen bei Visa/Mastercard Sinn machen, aber doch nicht bei der GEMA. Als ob deren unerreichbare Webseite nun großartig zu denken gebe.

  47. 47

    Vielen Dank für den ausgewogenen Artikel!

    Eine Anmerkung hätte ich aber aufgrund langjähriger Erfahrung im Bereich Internetwerbung:

    20 EUR pro 1000 Werbeeinblendungen zu erzielen, ist völlig unrealistisch, wird aber gerne von Website-Betreibern gefordert. Bei Google wird man im AdSense Programm deshalb aus guten Gründen für Clicks bezahlt. Hier kann man zwischen 1-5 EUR bei 1000 Einblendungen erzielen. Solche Zahlen sind eigentlich geheim, aber ohne die Tatsachen zu kennen, kann man nicht sinnvoll diskutieren.

  48. 48

    Apropos Medienzukunft, in ein paar Jahren werden 50% der Erlöse im Musikgeschäft durch Marken-Werbung erreicht.
    http://www.digitalmusicnews.com/stories/062111brands

  49. 49

    @Dirk Wenn es relevant ist dann würden die Buchhalter von Google YouTube doch dichtmachen.

  50. 50

    Puh, schon eine lange Diskussion hier (schön!).

    Ich habe eine Anmerkung und hoffe nicht, dass ich das in einem Kommentar übersehen habe (habe einiges nur überflogen):

    Wenn wir von der GEMA und YouTube reden, dann reden wir von Vereinbarungen zwischen den Urhebern, also den Komponisten und Textern eines Songs, und der Plattform, die mit diesen Songs Umsätze generiert, also YouTube.

    Gerade du, Johnny, solltest die Genauigkeit dieser Aussage gut bewerten können. Die Vereinbarung besteht nämlich nicht zwischen Urhebern und der Plattform, sondern zwischen den Rechteverwertern (Vertretern) und der Plattform.

    Man mag mir Erbsenzählerei vorwerfen, doch dort besteht ein Unterschied. Ich halte die GEMA nämlich nicht nur für einen Zusammenschluss von Urhebern, sondern inzwischen für ein eigenes System. Es ist selbstreferentiell, hat eigene Programme, Vorschriften usw., nach denen es verfährt, und die bestehen für sich, werden nicht allein für die Urheber verfolgt. Ich würde sagen, die GEMA ist autopoietisch, in dem Sinne, dass sie sich immer wieder repoduziert und ist an der eigenen Erhaltung interessiert (vereinfacht ausgedrückt: man muss die Abgaben zahlen, damit die GEMA weiter besteht). Und das nicht instrumentell, für die Urheber, sondern intrinsisch.

    Daher, denke ich, sollte man die Aussage oben korrigieren. (Und sorry für den langen, vielleicht verwirrenden Beitrag.)

  51. 51
    Fufu Fi

    Vielleicht ist Mister T ja bei Anonymous. Viellleicht hat Mr. T ja den Youtube-Server gehackt und kennt die Höhe der Forderungen. Schonmal darüber daran gedacht, Herr Schlaumeier.

    :)

    Nunja. Ich sage ja immer, Anonymous sind dumme Kinder (unabhängig vom wirklichen Alter). Haben von nichts ‘ne Ahnung in ihrer Naivität, aber meinen sie müssten dumm rumlabern und anderen erzählen wie die Welt funktioniert. Die haben zu viel schlechte Filme gesehen.

    Allein dass sie Fürsprechen für einen IT-Megakonzern wie Google zeigt wie dämlich diese gernegroßen Scriptkiddies doch sind.

  52. 52

    @Addliss: Ich habe das oben ergänzt, danke dir!

  53. 53

    Für mich ist die GEMA mafiös.
    große Haie, kleine Fische, Erpressung, Schutzgeld etc.. So sehe ich die GEMA.

  54. 54

    @WvB: Ich ging bisher auch davon aus, dass Google generell mit “Cost per click” arbeitet. Dennoch habe ich verschiedene Aussagen über Abrechnungen von Kooperationspartnern von YouTube, denen ein TKP, also ein Tausenderpreis zugrunde liegt.

    Sollten die Einnahmemöglichkeiten tatsächlich sehr viel geringer sein als oben dargestellt, sollte man die Beispieltabelle korrigieren. Gäbe es eine gewisse Transparenz und bessere Beispiel-Zahlen, wäre das alles viel leichter.

  55. 55

    Ich finde das auch immer erstaunlich, dass Google mit Youtube wie das kleine Schäfchen vor dem großen GEMA-Wolf erscheint. Da stimmt doch irgendwas nicht? :-D
    Deine Forderungen, das Verfahren sofort wieder aufzunehmen, kann ich nur unterstützen, obwohl die rechtliche Realität, Thema Schleppverfahren ein altes und beliebtes Nervenspiel ist, das so dazugehört wie Topf und Deckelchen. Da müssen wir uns wohl noch gedulden.

  56. 56

    @ Johnny – was mir aber nach wie vor nicht klar ist: wann wird denn nun ein Video gesperrt? ich habe zB gerade versucht irgendeinen Clip von Ladi6 auf ihrem youtube-Kanal zu schauen – alle gesperrt. Madame ist in Deutschland aber regulär veröffentlicht usw. – wer ist da jetzt der “Böse”?!

    und zweite Frage – wieso denken so viele (Musiker) das Musik, die nicht bei der GEMA gemeldet ist demzufolge nicht im Radio laufen darf/kann?! ich spiele quasi “was ich will”. und ich würde es auch eher seltsam finden wenn ich vorher bei jedem Stück einen GEMA-Abgleich machen müsste. wie auch immer ich den dann machen soll. ich muss aber für alle Titel die ich spiele eine GEMA-Meldung schreiben – auch für GEMA-freie Musik – denn die GEMA möchte gern selbst nach kucken ob das gemeldet ist oder nicht. eine Art Auflage oder Verbot GEMA-freie Musik oder nicht gemeldete Musik nicht spielen zu können ist mir noch nie begegnet. dafür aber jede Menge Musiker die es nicht glauben konnten das ich ihre neue CD einfach so – obwohl sie doch nicht bei der GEMA sind – in den Player packe und abspielen kann ;)

  57. 57
    Trillian

    Mal ne ganz andere Frage: Bin ich eigentlich die Einzige, die sich wundert, dass ausgerechnet die, die am liebsten Kinder in Handschellen vom Schulhof abführen lassen wollen, weil sie CDs kopieren (diese Übertreibung musste einfach sein, um anschaulich zu sein) plötzlich wollen, dass ihre Musik für lau bei Youtube gezogen werden kann und sich darüber ärgern, dass es nicht schnell genug geht? Sie werfen der GEMA genau das vor, was wir ihnen seit Jahren vorwerfen, nämlich nicht im digitalen Zeitalter angekommen zu sein.

  58. 58
    Maddes

    Nun, die GEMA ist auch schon in der Vergangenheit durch ihre welt- und realitätsfremde Politik aufgefallen (z.B. beim Thema Webradio). Dass Google sich in anderen Ländern mit den Verwertern geeinigt hat, nur in Deutschland mal wieder nichts vorankommt, passt da durchaus ins Bild. Man wird den Eindruck nicht los, dass ein bürokratischer Dinosaurier sich vehement dem Fortschritt verweigert.

  59. 59

    @André Langenfeld: “und zweite Frage – wieso denken so viele (Musiker) das Musik, die nicht bei der GEMA gemeldet ist demzufolge nicht im Radio laufen darf/kann?!”

    Sie darf und sie kann. Da die Sender aber ja irgendwie abrechnen müssen, haben sie kein gesteigertes Interesse daran, mit jeder Band einen einzelnen Vertrag abzuschließen. Genau das ist ja einer der Vorteile der GEMA. Eine einzige Abrechnungsschnittstelle für alle.

    Es findet in der Praxis also so gut wie nicht statt, wenn man die freien Radios mal außen vor lässt (wer außer mir kennt überhaupt eines hier?)

    Spannend ist in diesem Zusammenhang Jamendo PRO, das Creative Commons und kommerzielle Verwertung unter einen Hut bringt. Die Schnittstelle für Radiosender fehlt allerdings meines Wissens noch.

    GEMA und Creative Commons haben zusammen ja eben keinen Platz unter einem Hut.

  60. 60

    “Man sieht: Selbst nach angeblicher GEMA-Forderung bräuchte ein Komponist 1 Million Abrufe des Videos des von ihm verfassten Songs, um einmalig 2.000 Euro zu verdienen.”

    Stimmt so nicht. Die GEMA würde 2000€ verdienen. Was der Komponist davon sieht, das bestimmt dann die GEMA. Sie gibt angeblich 30% zur Selbstverwaltung aus, doch das heißt noch lange nicht, dass der Komponist die verbleibenden 1400€ bekommen würde, denn als Mitglied der GEMA hat man kein vertragliches Recht auf Auszahlung. Es kann genau so gut sein, dass der Komponist 140€ bekommt und Dieter Bohlen den Rest.

  61. 61

    das die Musik laufen darf kann ich aus erster Hand bestätigen. schrieb ich auch bereits da oben. die – meinetwegen rhetorische – Frage war eigentlich wieso so viele Musiker das Gegenteil denken und manche sich vielleicht deswegen nur bei der GEMA anmelden “um im Radio gespielt werden zu dürfen”. liest man ja auch hier in den Kommentaren. anyway – die GEMA macht vielleicht ne Menge Quatsch, aber sie beeinflusst nicht was für im Radio läuft oder eben auch nicht läuft. falls ich da falsch liege, würde mich das natürlich auch interessieren, vielleicht hatte ich ja bislang das Glück in den Ausnahme-von-der-Regel Sendern arbeiten zu dürfen

  62. 62
    DieterK

    @DrNi:

    Hast Du Das Prinzip der GEMA verstanden? Die GEMA “verdient” nichts. Auch entscheidet die GEMA nicht (als abstrakte Organisation) über die Verteilung, sondern setzt die Beschlüsse der Mitglieder um.

    Warum informierst Du Dich nicht erst einmal, bevor Du falsche Zahlen verbreitest?

    Laut Geschäftsbericht hat die GEMA 2010 862.961.000 Eruro eingemommen, die Aufwendungen lagen bei 127.072.000 Euro, an die Berechtigten verteilt wurden 735.889.000 Euro. Das heißt, mehr als 85 Prozent der Einnahmen wurden ausgeschüttet.

  63. 63

    Ich lese immer nur “Google”. Wir reden hier doch eigentlich von Musik im Netz und wo das zu welchen Bedingungen stattfinden darf. Aber das Netz ist so viel mehr als Google und Facebook, auch wenn sich alle Medien immer nur auf die Großen stürzen. (Warum eigentlich? Geht es nicht gerade im Netz um Vielfalt und Diversifizierung?)

    Fakt ist: Es gibt keine GEMA-Tarife, die einen Stream oder Download in Deutschland finanzierbar machen. So steht es auf der Homepage für jeden zu lesen.

    Die offiziellen Tarife lauten: 12,5 Cent pro Stream (1 Abruf!) und 17,5 Cent pro Download (1 Mensch lädt ein Musikstück runter).

    Und das ist niemals durch Werbung zu finanzieren. Die massive Kritik an der GEMA-Preispolitik ist also mehr als berechtigt.

    https://www.gema.de/nc/musiknutzer/tarifsuche.html

  64. 64

    Vielen Dank für den Artikel! Nach den Wutbürger-Kommentaren an anderer Stelle wirkt das hier wie eine Werbung für mehr Hirn.

    Hier übrigens zwei Videos dazu, was die betroffenen Komponisten von der Anonymus Aktion gegen die GEMA halten.
    Aufgenommen wurden sie auf den Mitgliederversammlungen des Deutschen Komponisten Verbandes DKV und der Deutschen Filmkomponisten Union DEFKOM.

    http://www.youtube.com/user/DEFKOM2011

  65. 65

    @DieterK: “Auch entscheidet die GEMA nicht (als abstrakte Organisation) über die Verteilung, sondern setzt die Beschlüsse der Mitglieder um.”

    “Verteilung und Auszahlungsmodalitäten werden von den ordentlichen Mitgliedern der GEMA sowie insgesamt 34 Delegierten der außerordentlichen und angeschlossenen Mitglieder in der Mitgliederversammlung beschlossen.”
    http://de.wikipedia.org/wiki/GEMA#Mitgliedschaft_und_Struktur

    Wenn Du schon so schlau bist, dass Du mir eine falsche Prozentzahl so übel nimmst, dann erklär mir doch mal, wie das Stimmenverhälktnis der ordentlichen Mitgliedern zu dem der 34 delegierten ist, diese Angabe konnte ich nicht finden.

    “Ordentliches Mitglied kann werden, wer mindestens fünf Jahre außerordentliches Mitglied war und in den letzten fünf Jahren ein Mindestaufkommen von EUR 30.677,51 erzielte”
    http://www.musicfaq.de/content.php?id=21

  66. 66
    HCL

    @Udo: ganz ganz irre ist ja auch, dass ich auch an die GEMA zahlen muss, wenn ich meine eigene musik auf meiner eigenen homepage zum download anbiete. (zumindest wenn ich GEMA mitglied bin).

    @DieterK: »Hast Du Das Prinzip der GEMA verstanden?« doch, doch, hat er sicher. Er hat sich halt nicht präzise genug ausgedrückt. Die GEMA “verdient” also nach deiner eigenen Aussage 15%. Ihr nennt das »Aufwendungen«. Eine Organisation mit einem Jahresbudget von 127Mio zur Verwaltung von 65 Tsd MItgliedern? Das ist zB soviel, wie der ADAC für den Mitgliederservice von 17 Mio. Mitgliedern ausgibt! Jeder Komponist wird jährlich für 21.000 € verwaltet?
    Abgesehen davon ist der größere Irrsinn der Verteilungsschlüssel. Es ist in der Tat so, dass die »kleinen« benachteiligt werden. Als no-name Band kriegt man, um bei dem Beispiel von @DrNi zu bleiben, tatsächlich nur 140 € und finanziert so die Universals und BMGs und Siegels und Meinungers mit. Dankeschön. Ich bin froh, dass wir nie Mitglied geworden sind.
    siehe auch: http://de.wikipedia.org/wiki/Gema#Aus_Sicht_der_Mitglieder

    Und: Nein, ich kann von Musik nicht leben. Ich mache auch nicht 40h in der Woche Musik. Wenn ich das tun würde, könnte ich auch davon leben.

    @Trinity: danke für den Link!

    Und schliesslich an Johnny: Ich denke, der Grundsatz sollte sein, jeder, der an meiner Leistung verdient, sollte mich daran beteiligen. YouTube bietet dafür das Partnerprogramm. Ähnliches gilt für Last.fm und andere. Und ich kann meine Musik über iStore etc vertreiben. Warum brauche ich dann noch die GEMA? – Das ist natürlich rethorisch gefragt, weil ohne Verwertungsgesellschaften wären die Anbieter gar nicht gezwungen, überhaupt ein »Partnerprogramm« anzubieten. Aber mein Ärger über die GEMA ist gross genug, dass ich mich momentan eher von Anonymus vertreten fühle als von dem Verein, der mich als Urheber eigentlich vertreten sollte.

  67. 67
    Klaus

    @Udo – Auf einer Privaten Homepage werden pro 120000 Zugriffen für ein ganzes Jahr 35 € fällig.
    Ich weiss nicht wie Du auf Deine Zahlen kommst !

  68. 68
    HCL

    @Klaus: was ist denn eine private homepage? auch wenn ich google ads habe? und: kann ich denn als band überhaupt »privat« sein? für bands gab es früher den sondertarif 25€/jahr aber warum? das kriegen wir nicht wieder! Wir haben ausgerechnet, wir würden im jahr inclusive mitgliedschaft/ konzerten / cd-verkäufen etc etwa 300-400 € an die gema zahlen (für die gigs zahlt der »Veranstalter«, das sind meistens wir selbst, weil die kleinen läden auch alle schlechte erfahrungen mit der gema haben), zurückkriegen würden wir mit unseren paar gigs/verkäufen ganz sicher weniger als X -15% »Aufwand«

    und noch zu @Josch: »die betroffenen Komponisten« sind leute, die es sich in dem aktuellen system durchaus bequem gemacht haben. die machen auftragsmucke. und das für gar nicht mal wenig geld. und kriegen dann dann obendrein die ausgeschütteten GEMA-gelder. leid müssen die einem auch nicht wirklich tun.

  69. 69
    Tonsetzer

    @HCL Ich weiss nicht wer Dir wirklich leid tut.
    Ich bin jedenfalls einer von denen die Dir wirklich nicht leid tun, weil ich es mir im aktuellen System bequem gemacht hab. Ich bin u.a. auch Auftragskomponist.
    – Wow !? Von welchem System redest Du da bloß?
    Wie die Wirklichkeit für die Meisten aussieht, scheint Dich ja nicht besonders zu interessieren – lieber mal nen Statement ablassen!
    Da ich hier am Thema Gema bleiben will nur ganz kurz:
    Neben mittlerweile extrem gesunkenen Gagen, ist es mittlerweile üblich, daß Du als Auftragskomponist in Zwangsverlage musst, die Dir 40% der Einnahmen durch die Gema auf Lebenszeit wegnehmen. Tust Du das nicht bekommst Du den Job nicht.
    Das betrifft u.a. sämtliche Fernsehmusiken bei allen Sendern.
    Des weiteren werden in vielen Bereichen Gema Mitglieder von vornherein von Aufträgen ausgeschlossen um das Geld zu sparen.
    Seit gut 100 Jahren gibt es die Gema und genauso lange wird versucht von Seiten des Kapitals diese Solidargemeinschaft zu zerschlagen oder zu unterwandern. Der stehte Tropfen der Anti Gema Propaganda scheint Ihr Ziel allmählich zu erreichen. Schade.

  70. 70

    @Tonsetzer:
    Lieber Tonsetzer

    Bin etwas irritiert.
    Bist Du als Freischaffender Künstler Pro oder Contra gegenüber der GEMA?

  71. 71

    @Tonsetzer So sehe ich das auch. Die Firmen versuchen, weil das Urheberrecht durch die heutigen Medien sehr interessant ist, möglichst viel davon den Kreativen wegzunehmen. Das erkennt man einerseits an den Gewinnen der Internetgrößen (Suchmaschinen, Provider, Hardware etc.), die nie angemessen für unseren Content zahlen mussten und andereseits an dem von Dir angesprochen Gagenverfall und Verlags Schusterei. Auch wenn die GEMA nicht die beste aller denkbaren Vertretungen von Urhebern ist, so bietet sie dem Konzerngebaren wenigstens die Stirn.

  72. 72
    Tonsetzer

    @PiPi
    Lieber PiPi,
    ich hab mich wahrscheinlich, (in etwas zuviel Rage) blöd ausgedrückt.
    Selbstverständlich bin ich als Komponist pro Gema – bei allen Notwendigkeiten zur Modernisierung, ist dies die einzige funktionierende Solidargemeinschaft,
    die Komponisten verschiedener Sparten ein überleben ermöglicht.
    Es gibt zu Vielem was hier in den Kommentaren gesagt wird etwas zu erwidern,
    aber das sprengt den Rahmen.
    Nur kurz zum ewigem “bekommt doch alles Dieter Bohlen” Gequatsche:
    Zu einem der Prinzipien der Gema gehört u.a. besonders die Förderung weniger Erfolgreicher Künstler in der E Musik Sparte, die durch Ihre Kunst sonst überhaupt nicht überleben könnten, durch höhere Koeffizienten.
    Auch eine Sozialkasse für bedürftige oder verarmte Komponisten ist enthalten.

    Die Gema ist kein Konzern sondern eine Solidargemeinschaft.

  73. 73
    ajo

    Es gibt Werbung innerhalb von Youtube-Videos?

  74. 74
    HCL

    @Tonsetzer: Zugegeben. Von auftragsmucke weiss ich wenig. Ich stelle mir das so vor: Jemand braucht musik und will keine sonoton-scheisse. Also beauftragt er jemanden, etwas zu schreiben. (und heutzutage auch gleich zu produzieren, vermutlich?) Dabei wird vorher ein honorar vereinbart, was nach abgabe gezahlt wird. Bis dahin muss man aber wahrscheinlich 36,5 schleifen drehen, weil dem kunden dies nicht sphärig genug ist und am schluss doch lieber kein tusch sein soll. Bestimmt kein spass (weswegen ich zB nie bock hatte, aus der leidenschaft profession werden zu lassen.) Wesentlich ist: Es gibt irgendwann eine verhandlung, was für eine summe für welche leistung gezahlt wird, und das ist doch schon mal was! Und das unterscheidet sich nicht wesentlich von zB illustratoren. Der unterschied ist: Durch die gema hast du, im gegensatz zum illustrator, ein zusätzliches einkommen, welches sogar tatsächlich abhängig von erfolg und verbreitungsgrad ist. Das ist grundsätzlich gar keine schlechte idee. Wäre auch schön für den zeichner. Oder den journalisten. Oder fotographen. Wer sind hier »die Meisten«? Etablierten Komponisten geht’s da meiner Einschätzung nach noch ganz gut. Von Zwangsverlagen wusste ich bislang nix. Kanns mir aber vorstellen. Tja. Also auch kein ponyhof. Und was tut die solidarische gema? Die könnten ausschüttungen an verlage doch verhindern? oder wenigstens deckeln? Das wär doch im interesse der mitglieder oder nicht? Ach nee, die Verleger sind selber mitglied? Das ist natürlich blöd…

    Dass die Produzenten von Werken bei allen Zulieferern sparen wollen und die Bedingungen immer mieser werden sehe ich auch. nur.
    Die gema hilft leider nur deinesgleichen (weder uns »kleinen« noch allen anderen »kreativen«) Und den verlegern (wofür brauchte man die früher eigentlich mal? warum sind die da überhaupt drin?) Sie hilft auf eine miese art. (mit einem undurchsichtigen verteilungsschlüssel, der vor allem den stimmberechtigten vollmitgliedern nutzt – alle anderen sollen doch sehn was vom tisch runterfällt) Und deshalb ist »solidargemeinschaft« einfach nicht richtig. Es ist ein 100 jahre alter, aufgeblähter, unbeweglicher kaninchenzüchterverband im geiste richard strauss’!
    über 100.000 menschen (davon sicher viele der 65.000 gema-mitglieder und viele potentielle mitglieder wie uns) sind der meinung, die gema muss sich grundlegend verändern. bewegt sich da irgend-etwas?

    und ja, ich kann auch noch stundenlang so weitertippen. oder treffen wir uns lieber auf ein bier?

  75. 75
    Lennard Timm

    Danke für den Beitrag, der trotz aller Ungewissheit etwas mehr Licht in die Verhandlungen bringt. Aber klärt mich bitte mal auf, wie kann der Durchschnitt von (belieblig vielen) Werten zwischen 0,000077 und 0,00016 mit 0,00019 höher sein als der größte Wert?

  76. 76
    andre

    Das Thema hatten wir schon mal, oder?
    Es ist mir inzwischen egal wer da Recht hat oder bekommt oder haben sollte. Aber bloß weil sich zwei Musikverwurster streiten bin ich nicht bereit als löhnender Dritter in die leere Röhre zu glotzen.
    Ich bin reiner Musiknutzer und lasse ‘ne Menge Geld für CDs bei amazon, aber das ist mein Geld und ich entscheide wofür ich es ausgebe.
    Auch ich habe musikalische Götter, doch was Olaf Schubert über Frauen sagt (unersetzlich, aber zum Glück austauschbar), gilt auch für jene. Bei jedem Video das mir verweigert wird gibt es Minuspunkte. Wer nicht will das ich seine Videos sehe sieht auch nicht mein Geld! Das ist meine Sichtweise der Dinge.
    Wenn mir ein Wohlfühlprodukt unter Bedingungen päsentiert wird die ich widerlich finde – war’s das.
    Ich habe die Schnauze voll von: “Du bist Deutschland, Du darfst nicht,bätsch.” Solches bedeutet bei mir Liebes- und Geldentzug! Es gibt andere die solche Wege nicht gehen.
    Das man Geld zum leben braucht und niemand für lau arbeiten will ist mir auch klar, aber so – meine lieben Dünstler – geht das nicht. Köchen in solcher Lage würde ich raten:”Sucht Euch einen weniger widerlichen Kellner oder fresst euren Fraß selber – egal wie gut er auch ist!”. Mir drängt sich der Eindruck auf, das die GEMA vor lauter Eifer vom Kassierer zum Wegelagerer wird.
    Das die GEMA 2010 nur 127 Mio. für sich selber eingestrichen hat ist doch echt bescheiden von diesen Kulturpaten. Man sollte doch bedenken was das alles kostet, (das eigene Gehalt, die Büros, die Dienstwagen, das Hinterherschnüffeln und das Labern von der eigenen Wichtigkeit und Unersetzbarkeit). Bei wikipedia las ich einiges zur GEMA, das Geschäftsmodell erinnert mich sehr an die Borgs aus dem Enterprise-universum. Und Kindergärten für Notenblätter abzumahnen finde ich sowas von widerlich und dumm, das ich…ich empfinde da echten Ekel. Wer sich solcher Widerlinge bedient dem werfe ich nicht noch Geld hinterher.
    Basta

  77. 77
    Christian

    Danke, sehr lesenswerter Artikel!

    Ich möchte allerdings noch ein paar Punkte hinzufügen

    @Falk D.: Das große Problem dabei ist, dass die GEMA immer erst HINTERHER abrechnen will. Das macht auch insofern Sinn, als dass tatsächlich nur abgerechnet wird, was gespielt wurde (für live mixende DJs ansonsten lästig). Nur muss die GEMA das auch wissen, und das können sie nicht ohne die Playlist. Da sie viele Künstler vertritt, ist die Unterstellung in vielen Fällen so falsch nicht, auch wenn ich die Beweislastumkehr in diesem Fall komisch finde.

    Bei Youtube stelle ich mir allerdings genau diesen hinterher-anhand-der-Playlist-abrechnen-Ansatz problematisch vor. Denn Google kann, dadurch dass jeder Nutzer uploaden kann, was er will, kaum eine Playlist erstellen, genauso wenig wie die GEMA das überwachen kann (gut zu sehen daran, dass es immer wieder Videos gibt, die es an dem bekannten Greyscreening vorbei schaffen). Und ich könnte mir auch gut vorstellen, dass sich genau darum der Zoff dreht – Google will Pauschalen zahlen, während die GEMA auf ihrem “Pro-Nutzungs”-Modell besteht oder mit absurd hohen Pauschalen pro Video kommt, die ursprünglich mal für das Fernsehen gedacht waren. Dieser Grundkonflikt dürfte wesentlich schwerer beiseite zu räumen sein.

    Das wäre auf den ersten Blick natürlich ein kontra-GEMA-Argument (“wie können die so unflexibel sein?”), da man beim Upload aber weder weiß, ob ein Video wirklich GEMA-vertretenen Content enthält, noch, wie viele Werbe-Klicks Google damit machen wird, würde die GEMA ein schlechtes Geschäft für ihre Mitglieder machen, wenn sie sich verfrüht auf (Googles Interessen folgenden und deshalb etwas niedrig angesetzten) Pauschalen festnageln lassen würde.

    So mal nebenbei bemerkt:
    Die GEMA ist an sich auch für Musiknutzer eine schöne Sache. Ich muss in anderen Angelegenheiten immer mal wieder Rechteinhabern hinterhertelefonieren, um ihre Werke zu nutzen. Meistens funktioniert das gut, aber oft auch chaotisch. Die GEMA ist eine relativ gute Anlaufstelle und sogar einigermaßen gut organisiert. Dass diese Zentralisierung allerdings zu Ausschlüssen bei Musiknutzern führt, finde ich allerdings auch unschön.

    Dazu:
    @Udo: Cool, dass Du die Tarifsuche verlinkst. Das ist tatsächlich ein etwas seltsamer Salat. Solange man selber betroffen ist, kann man aber auch nachfragen, und die GEMA ist halbwegs auskunftsfreudig und legt die Sachen meistens freundlich aus. Man muss allerdings auch feststellen, dass die GEMA ihren Weg in Sachen neue Medien noch nicht ganz gefunden hat und manchmal etwas weltfremd da ran geht.

  78. 78

    @Christian: Google hat in Picasa die Gesichtererkennung, sicherlich gibt es die eher früher als später auch auf Google Images. Bei aller Kritik an Google muss man schon sehen, dass sie technologisch einfach immer wieder Dinge bringen, die noch vor wenigen Jahren als unmöglich galten. Und dazu könnte natürlich auch der automatische Vergleich von Musikstücken zählen, das ist ja auch kein komplettes Neuland mehr. Damit könnte auch ohne explizite Angabe der Musik dann mit der GEMA abgerechnet werden und Google könnte ganz lässig noch die YouTube-Suche aufbohren, so dass diese auch Songs findet, die nicht in den Meta-Daten der Videos angegeben sind.

    Dennoch würde ich mir wünschen, dass die GEMA auch bei Konzerten tatsächlich nach Setlist ausschüttet und nicht nach Verteilungsschlüssel. Da hat sich die Zeit einfach geändert, als die GEMA gegründet wurde, wäre das technisch ein zu hoher Aufwand gewesen. Unklar ist dabei im aktuellen Stand der Dinge, ob man die Setlist überhaupt einschicken muss (meines Wissens nein, korrigiert mich) und was man dann zum Beispiel bei Jam-Sessions macht, bei denen es keine Setliste gibt und sich hinterher auch keiner mehr an alles erinnert.

  79. 79
    Marco

    Hallo, danke für den guten Artikel. Nach meiner Meinung geht er an einem möglicherweise wichtigen Sachverhalt hinsichtlich der Wirksamkeit der Sperren vorbei: die Umgehung der Sperre ist mittelweile mit “einem Mausklick” möglich. Selbst technische Laien wie ich bekommen die Anpassung ihres Browers hin.
    Dann bekommt man den YouTube-Auftritt nebst der Werbung aus den USA oder UK zusehen…und die sonst gesperrten Videos natürlich auch. Nun fragt man sich natürlich, in welcher Höhe werden denn die (in Deutschland) von der GEMA vertretenen Künstler in diesem Fall bezahlt und warum reicht der Betrag bei einem Abruf mit einer Herkunft des Nutzers aus den USA oder UK aus und bei einer deutschen IP-Adresse nicht? Mit dem Modell ist dann keinem mehr geholfen – außer dem Nutzer, der primär Videos sehen will und die Werbung “in Kauf nimmt”. Ich glaube, die auf ein Land beschränkte Vertretung von Künstlern und die lokalen Abrechnungssysteme sind Relikte aus einer Zeit, in der man Verbraucher und Nutzer mit physischen Tonträgern noch an der kurzen Leine halten konnte – diese Zeiten neigen sich dem Ende zu….

  80. 80
    fusulbashi

    @Marco:
    Sehe ich auch so. Die analogen Zeiten neigen sich dem Ende und jede Verhandlung und Vereinbarung zögert die notwendigen Anpassungen hinaus. Sie verhindern sicherlich auch die Entwicklung neuer Strukturen, von denen die Künstler durchaus profitieren. Die Zeiten in denen die Industrie alleine auf Grund ihrer Größe, in der Lage waren Künstler eine Plattform zu bieten, sind schon seit einer Weile vorbei.
    Sehr fleißiger und braver Artikel zu dem Thema, jetzt können wir uns wieder beruhigt zurück lehnen, brauchen uns nicht mehr Ärgern, ist ja alles schick.
    Ja ja der dtsche. Michel.

  81. 81

    @fusulbashi Die Industrie hat ihren Frieden mit YouTube geschlossen. Die GEMA vertritt Einzelpersonen.

  82. 82

    So Dreckskampagnen leben davon daß sich die Ahnungslosen zu einem Urteil berufen fühlen und die wenigen, die was verstehen durch ihre Menge ersticken. Google als Streiter gegen die „Großen“ unter den heutigen Medien zu nennen spricht Bände.

  83. 83
    hans

    @wasserbauch: Du quakst einen Mist daher,unglaublich !!
    Jeder Mensch weis das man innerhalb von Sekunden die aktuellen Charts mit kleinen Tools von Youtube Runterladen kann!!!! Von Wegen Promotion! Und was passiert wenn man neue Musik auf ner party hören möchte? Man macht Youtube an, ladet eine Playlist und Zack, schönen Abend erlebt mit toller neuer Musik..
    Möchte dich mal sehen wenn du für jemanden Arbeitest und dann kein Geld Bekommst !!!! tzz

  84. 84

    Und jetzt noch für Musiker. Die Gelder die YouTube an die Labels zahlt gehen wahrscheinlich nicht an Euch. Guckt mal in Eure Verträge, meistens steht da nur was von Erlösen aus verkauften Tonträgern. Und nichts von Erlösen aus Vereinbarungen zwischen Label und Videoportal.

  85. 85

    Huch? Differenzierte Sichtweisen zu den Themen Urheberrecht/Gema in einem Blog? Ich bin positiv überrascht! :-)

    Viele Grüße von Zippo!

  86. 86

    Deine hochgelobte Gema sperrt auch Videos von Künstlern, die gar nicht der Gema angehören! Die Gema geht wettbewerbswidrig vor, wenn sie Songs sperrt an denen sie keine Rechte besitzt.

    http://www.blogist.de/gema-klaut-rechte-von-youtube/

  87. 87

    @Kawentzmann:

    Vielen Künstlern geht es um popularität und nicht um Einnahmen.

    Wenn wir schon bei den Einnahmen sind. Wenn die Videos von Gema bei YouTube gesperrt werden, dann brechen auch die Einnahmen aus anderen Quellen ein. Der Künstler wird gerade durch YouTube bekannt.

    YouTube ist ein Vermarktungsintrument, womit man neue Fans generiert, die dann deine Musik kaufen.

  88. 88

    Alles ist immer Werbung: Konzerte, Downloads, Videos. Wisst Ihr warum Elvis einer der wenigen war die mit Rock‘n’Roll reich wurden? Sein Manager hat gesagt: „Wer Elvis hören und sehen will muss zahlen.“ Wäre es Elvis nur um die Bekanntheit gegangen hätte ihm der Colonel sicher einen guten Psychiater empfehlen können um an seinen Komplexen zu arbeiten.

    Ach und noch ein weiteres Mal: die GEMA sperrt die Videos nicht. Das macht YouTube ganz von alleine.

  89. 89
    Nico

    Pauschal einen TKP von 20 Euro anzunehmen greift viel zu kurz, bitte nur einmal ausrechnen was das für eine Summe wäre wenn alle Musikvideos mit Werbung versorgt würden. Soviel kann und werden Unternehmen niemals für Onlinewerbung ausgeben! Unter der Prämisse dass diese Einnahmen erziehlt würden ist Deine Sichtweise in Ordnung. Aber bitte auch mal die Praxis berücksichtigen und die realen TKPs die so gezahlt werden sowie die Slots die jetzt schon nicht vermarket werden können. Nur weil man dann auf Youtube werben kann heißt das ja nicht das jedes Unternehmen den Werbeetat gleich verzehnfacht oder nur noch auf Youtube wirbt..

  90. 90
    ElvisB

    Also ich benutze ein firefox add-on namens “stealthy”. Es kostet mich genau einen einzigen Klick und schon kann ich ALLE youtube videos sehen. Soll sich doch die GEMA von mir aus noch die nächsten 20 Jahre querstellen und weiterhin astronomische Summen verlangen. Interessiert mich nicht. Meldungen wie “Dieses Video ist in deinem Land nicht verfügbar” kenn ich schon lange nicht mehr. Also viel spass beim Streiten und/oder Klagen ihr Affen !!

  91. 91

    ElvisB: Es geht nicht von der GEMA aus, das ist eine Schmutzkampagne. Wenn ein Stück eingestellt wird – in einer Live-Version und in einer CD-Version, dann wird nur die CD-Version gesperrt. Die GEMA ist aber für beide zuständig. Für die CD-Version allerdings auch die Plattenfirma. Es handelt sich also um die Masterrechte und nicht die Rechte der Komponisten, die offensichtlich zur Sperrung führen.

  92. 92
    NBG

    Hm naja 5 Euro TKP kann man so nicht gelten lassen.

    Werbung wird da pro Klick bezahlt, nicht pro Einblendung.

    Letzen Monat hab ich Werbung via AdWords gemacht:
    350 Klicks bei 150.000 (!) Einblendungen.

    Da wird zwar viel eingeblendet, bezahlt wird aber nur ein geringer Teil.

    Außerdem sehen viele User nichtmal mehr die Werbung dank Adblocker.

    Fair wäre, wenn Google einen festen Teil seiner Werbeerlöse an die GEMA abgibt. Aber das wird nicht passieren, weil man dann ja genau offenlegen müßte, was man verdient hat usw.

  93. 93
    Datenschutz

    “meines Wissens auf Wunsch von”
    Woher kommt dies Wissen denn genau? Vom Stammtisch oder Kaffekränzchen.

    Tut mir leid aber ein Blogbeitag mit “meines Wissens”kann jeder Hauptschüler schreiben. Da vertraue ich inhaltlich eher den zahlreichen redaktionell wertvollen klassischen Zeitungen.

    Tut mir leid hier ist mir alles zu: vermutlich meines wissens nach wischiwaschi

    Schuster bleib bei Deinen Leisten

  94. 94
    Garrett

    Also ich lese in “Qualitätsmedien” dauernd Formulierungen wie “aus sicherer Quelle”, “Gerüchten zufolge”, “auf den Fluren von Firma xy wird gemunkelt…”. Aber das ist natürlich etwas anderes, weil es “redaktionell wertvolle klassische Zeitungen” sind, nicht wahr?

  95. 95
    Fufu

    Gott sei Dank! Die Regierung war es nicht, stattdessen hat die Sparkasse die Macht sowas zu unterbinden. Da fühle ich mich doch gleich besser. Banken haben in Deutschland immernoch mehr Macht als die Regierung. Alles ist gut, alles beim alten. Bitte weitergehen, es gibt hie rnichts zu sehen.

  96. 96

    Die Beispielrechnung über die möglichen Einnahmen von youtube versus das was als Künstlerbeteilung eventuell angeboten wird, bzw. das was in den UK schon Realität ist, ist sehr interessant. Selbst wenn, wie einige Leser hier im Forum der TKP nicht bei 20 Euro sondern eher bei 5 Euro liegt (also die möglichen youtubeeinnahmen mal 1/4 multipliziert werden) würden die youtubeeinnahmen immerhin noch einen Faktor 5*0.25:0.19=6.58 größer als die Abgaben sein, d.h. youtube würde immer noch 7mal soviel verdienen wie ein Contentprovider. Ich finde die Rechnung tatsächlich recht aufschlussreich, aber die Tatsache, dass man eigentlich nach wie vor nicht genau weiss was die tatsächlichen Zahlen sind und was da passiert ist ein Kernpunkt zu der ganzen Thematik. Was ich damit meine möchte ich noch etwas genauer erläutern.

    Grundsätzlich, denke ich, sollte man sich im kommerziellen Bereich von Social Media die Frage nach Transparenz und demokratischer Enflussnahme stellen. Dh. in gewisser vereinfachender Weise sind so manche grosse Konzerne mittlerweile so etwas wie “Ministaaten”, vorallem wenn sie über eine starke Kundenbindung verfügen und regelmässige Kunden”zahlungen” erhalten. Die Kunden dieser Konzerne kann man in dieser vereinfachten Sichtweise durchaus als “Einwohner” betrachten, die geleistete “Zahlungen” in Form von “Content”, in Form von “Bereitschaft zur Wahrnehmung von Werbung” oder in Form von tatsächlichen Geldzahlungen für Serviceleistungen wären dementsprechen “Steuereinnahmen”. Natürlich ist die soziale Bindung an einen tatsächlichen Staat viel größer, als beispielsweise in einem kommerziellen Social Network, andererseits ist die (soziale) Bindung eines sehr aktiven Netzwerkmitglieds doch schon sehr stark und oft sehr viel stärker als die übliche Bindung an ein “Brand”. Dementsprechend sollte sich in diesen Bereichen daher auch die Frage nach demokratischer Einflussnahme und Transparenz vermehrt, stellen. Ich finde es verwunderlich, dass hierüber nicht stärker diskutiert wird. D.h. insbesondere finde ich es verwunderlich, dass Googles Geheimhaltungspolitik und Googles eingeschränkte Beteiligungsmöglichkeiten von Youtubeteilnehmern an Geschäftsentscheidungen in weiten gesellschaftlichen Bereichen als völlig akzeptabel gelten, währenddessen eine ähnliche Politik in tatsächlichen Staaten wahrscheinlich schon als “undemokratisch” angeprangert werden würde. Aber vielleicht habe ich hier ja auch ein falsches Bild. Also nochmal kurz: ein Social Network ist kein Staat insbesondere “muss” man nicht Mitglied eines Social Networks wie Youtube werden, allerdings haben die wirtschaftlichen Konsequenzen einer Nichtvernetzung in Social Networks mittlerweile soziale Folgen, die durchaus einer “Staatenlosigkeit” in gewisserweise näher kommen und dieses gilt es zu bedenken. Ich möchte auch nochmal betonen, dass Google mit Youtube hier in diesem Kommentar nur ein Beispiel ist, was ich genommen habe, da es in diesem Kommentar um die Verwertungsrechte von YoutubeKunden geht, d.h. ich spreche hier in diesem Abschnitt von kommerziellem Social Media Firmen im allgemeinen. Insbesondere sollte man auch fairerweise erwähnen, dass Google sich immerhin zumindest um eine Klärung von Verwertungsrechten bemüht (das scheint, wenn ich diesen Beitrag hier richtig verstehe nicht unbedingt als selbstverständlich zu gelten).

    Das Demokratieproblem im Bereich Social Media wäre auch längst nicht so problematisch, wenn es genügend Alternativen gäbe, d.h. wenn es zb Firmen oder “SocialMediaGenossenschaften” gäbe, die ihre “Kunden” als zb vollständig demokratisch partizipierende Mitglieder behandeln. In dem Fall könnte man nämlich einfach zu einem solchen Anbieter wechseln und bei den Diskussionen zu Verwertungen ggfs. mitdiskutieren und mitgestalten.

    Aber nun zum anderen Teil der beiden Verhandlungspartner – der Gema. Fehlende Alternativen zur Gema und die Verärgerung der Beteiligten über die Gema sind zwar auch problematisch, aber hier scheint der Fall jedoch etwas anders gelagert zu sein. Bei der Gema handelt es sich um einen Verein, dh hier ist eine demokratische Willensbildung prinzipiell zumindest strukturell vorgesehen. Die Geheimhaltungsverpflichtung für die youtubeverhandlungen scheinen daher, so wie ich es verstanden habe an Google zu liegen ?

    Auch wenn die Gema als der demokratischere Teil (was die Musiker betrifft) der beiden Verhandlungspartner erscheint glaube ich ist trotzdem nicht jeder unbedingt mit der Transparenz und demokratischen Willensbildung der Gema zufrieden. Gelinde gesagt ist es allerdings auch nicht zu verwunderlich, dass eine über hundert Jahre alte, von einem Walzerkönig mitgegründete Organisation ohne Konkurrenz etwas – sagen wir mal milde – schwerfällig ist. Die Frage ist was man daraus macht.

    In dem Kommentar von trinity wurde auf ein Interview mit dem Juristen Volker Tripp im Deutschlandradio verwiesen. In dem Interview meint Volker Tripp, wenn ich es richtig verstanden habe, dass die juristischen und finanziellen Aufgaben, die bei einer Gründung einer Verwertungsgesellschaft entstehen, immens seien. Das kann ich leider gut nachvollziehen.

    So sollte man vielleicht in einer Diskussion über Verwertungsrechte von Musikern und die Gema vorallem vielleicht erstmal die Hauptprobleme der Gema herauskristallisieren. Stehen die fest, dann könnte man eventuell über Massnahmen wie Gema-Mitgliederflashmobs etc. nachdenken. Ich sollte vielleicht auch sagen, dass in meiner Familie ein (noch) Gemamitglied vorhanden ist.

    Ich fang mal an zwei Hauptdefizite, die mir so auf die Schnelle besonders auffallen zu erwähnen.

    Ein grosses Problem, welches schon in dem Deutschlandradiobeitrag erwähnt worden ist, ist das Problem, dass die Verwertungsrechte eines Künstlers beim Eintritt an die Gema übertragen werden müssen. Insbesondere können so Stücke zum Beispiel eigentlich nicht umsonst angeboten werden. Eventuell könnte man überlegen die Verwertungsrechte auf WerksKontingente oder sogar über einzelne Stücke zu übertragen statt auf einen Künstler. So könnten Künstler selbst entscheiden, welche Stücke sie bzw. wann sie, sie der Gema übertragen wollen. Und die Gema hätte ein bisschen mehr Druck eine Möglichst gute Verwertung für die Künstler rauszuholen.

    Ein zweites grosses Problem ist die plumpe Ermittlung der Verteilungszahlen. Ein Beispiel: während im aktuellen Verteilungsplan (Vorsicht ca. 75 teilweise recht unleserliche Seiten!) auf der Gemaseite in den Ausführungsbestimmungen zum Verteilungsplan der GEMA für das Aufführungs- und Senderecht V.2.3a immerhin 13 Sendeanstalten erwähnt werden findet sich in IV1 §2 (Verteilung von Erträgen aus dem Nutzungsbereich Online) überhaupt keine Liste von einzelnen Onlinediensten. Genaugenommen hat man den Eindruck, dass hier (noch?) nicht viel differenziert wird. Aber ein grosser Teil der Unzufriedenheit mit der Gema rührt genau daher, dass die Verteilung zu undifferenziert ist. Ein Beispiel: Wenn ein Independentsender, dessen Stücke nicht einzeln bei der Gema aufgelistet werden eine Independentband in heavy rotation spielt, dann schlägt sich das überhaupt nicht in den Gemaauszahlungen nieder (so habe ich das jedenfalls verstanden ?). Dabei sind die heutigen technischen Möglichkeiten doch soweit, dass man das alles eigentlich sehr, sehr viel besser erfassen kann als noch vor zehn Jahren (geschweige denn vor hundert Jahren). Da die Gema doch einen nicht gerade unerheblichen Teil an Gebühren für sich selbst nimmt (Ich glaube jede kleiner Berliner Internetstart-up hätte damit schon sonstwas auf die Beine gestellt) fragt man sich doch warum die technische Infrastruktur so reduziert ist. Warum kann die Gema z.B. nicht ein einfaches Abrechnungsinterface für Onlineshops anbieten? Oder ist derartiges geplant? Ich kann mir vorstellen, dass gerade kleine Labels oder Independent Einzelkünstler so zb über onlinevertrieb zumindest eine Chance auf etwas Einkommen haben und den gegebenenfalls problematischeren SocialMediafirmen so auch aus dem Weg gehen können. Ich kann mir auch vorstellen, dass so manche ein Käufer eher bei einer transparenten “Musikanbietgenossenschaft” :) (oder ähnlichem) mit einer angemessenen Künstlerbeteiligung kaufen würde, als bei einem hauptsächlich profitorientiertem Unternehmen. Letztendlich hängt eventuell auch das Überleben der Gema davon ab, wie flexibel sie mit den neuen Vertriebskanälen umgehen kann. Ich kann mir vorstellen, dass für einige nämlich irgenwann die Selbstorganisation von Konzerten, Merchandising und der Eigenvertrieb im Online shop unter Umständen lukrativer ohne Gema sein könnte und dann kommt das ganz schön darauf wieviele das sind. Was würde eigentlich passieren, wenn Google zb plötzlich massive Ausschüttungen auf einzelne Musikstreamingangebote anbieten würde….im Austausch für Alleinverwertungsrechte? :O

  97. 97
    Santa Piombo

    Mir kommt hier die GEMA etwas zu gut weg. “Solidargemeinschaft” ist natürlich ein perfektes Marketingmäntelchen, mit dem man (tatsächlich) sozial gesinnte Aussenstehende auf die falsche Fährte lockt. Meiner Meinung nach dienen solche Apparate vor allem ein paar findigen Managern mit Gefolgschaft dazu, um sich ein nettes Auskommen zu sichern. Ähnlich wie bei der VG-Wort dürfte ja auch bei der GEMA nur eine ganz kleine Minderheit von Künstlern gut abkassieren, der ganz lange Longtail wird mit Almosen abgespeist.

  98. 98
    jockel

    @NBG
    1) Du bist nicht Youtube
    2) Video Ads auf Youtube werden (zumeist) nicht per Click abgerechnet, sondern als TKP.
    3) Adblocker blocken da gar nichts. Zum Glück.

    @Johnny
    4) Die hier geschätzten 5 EUR TKP sind aus 2 Gründen m.E. deutlich zu hoch gegriffen.
    a) Selbst die Youtube Listenpreise liegen unter 10 EUR, nach Rabatten würde ich im Schnitt von 6 EUR Netto TKP Erlös bei Youtube ausgehen, nicht 20.
    b) Die Gogle Sales Teams bekommen Youtube nicht ausgelastet. Sprich: Selbst wenn ein Gema Deal zu Stande käme, muss man davon ausgehen, dass 20-50% der Musikvideos werbefrei laufen, weil die Nachfrage nicht da ist. Das gilt nicht allgemein für Videowerbung (boomt!), aber für YT schon. Ergo: Die Nettoerlöse aus der o.g. Tabelle müssten rund 70-80% niedriger ausfallen.

    Grüße aus der Online Werbung,
    J.

  99. 99
    ich

    @jockel:

    Wir reden hier aber nicht von Video Ads sondern von den “normalen” Ads um das Video herum (und die werden sehr wohl alle geblockt).

    Grüße zurück an die “Online Werbung” *lol*

  100. 100
    Boris K.

    YouTube hat also Rechte nicht erworben für Videos in Deutschland, die sonst überall auf der Welt auf YouTube abgefragt werden können? Wenn sollte YouTube denn bezahlen? Sony, also die, die wollen, dass ihr Inhalte über YouTube angesehen werden können? Oder wen?

  101. 101
  102. 102

    Regener spricht mir aus dem Herzen. Was Anonymous und Piraten betrifft, so kommt es mir wie ein Schulterschluss der Technikaffinen gegen die Schöpferischen vor, die bei Youtube ja im besten Fall einige der User sind, ehrenamtlich natürlich.

  103. 103

    @Johnny: So sehr ich den Artikel wichtig und gut finde, tappst auch Du – in dem Fall sogar ohne Grund – in die Google-macht-doch-Milliardeneinnahmen-Argumentationsfalle (und die Schweine wollen davon einfach nichts abgeben!): Man kann und darf den Gesamtumsatz oder Gewinn von Google in die YouTube-Diskussion nicht einbringen. Man kann hier allein die Einnahmesituation des Geschäftsbereichs YouTube betrachten. Wenn man die Google-Konzerngewinne in die Waagschale wirft, fordert man nichts anderes als eine Quersubventionierung der Urheber/Verwerter durch Geschäftsbereiche, mit denen sie rein gar nichts zu tun haben. Genau so gut könnte man etwa von Sony verlangen, doch seine Musiksparte einfach aus seinen vielen anderen Geschäftsbereichen quer zu finanzieren, die verdienen ja genug. Das ist reichlich absurd.

    Die gute Nachricht ist: Dein Artikel ändert seine Aussage nicht, wenn man den betreffenden Absatz bzw. das Argument einfach ersatzlos streicht. Also weg mit unnötiger und angreifbarer Rhetorik.

  104. 104
    klaus

    @spackmat:

    ähm… die urheber haben mit youtube also nichts zu tun???

    warum verdient dann aber youtube ausgerechnet mit dem content der urheber millionen?

  105. 105
    baranek

    @Falk D.: Das mit der Liste: weil es so im Gesetz steht: http://www.gesetze-im-internet.de/urhwahrng/index.html

  106. 106
    Adam_Weishaupt

    @klaus:
    Wer sagt, dass Google mit Youtube Millionen macht? Hast du darüber irgendwelche Aussagen? So weit ich weiß war Youtube bspw. noch 2010 in den roten Zahlen.

  107. 107
    Mario

    Ich hab deinen Artikel nur grob überflogen aber die Tabelle bleibt ja schon im Gedächtnis hängen mit den riesen Zahlen die Youtube machen soll.

    Eine kleine Rechnung (bitte korregieren wenn ich falsch liege):

    1.000 Views … sollen:
    5,00€ Werbeeinnahmen bringen mhh ok..das heißt derjenige der das Video hochgeladen hat bekommt ja angeblich 50% der Werbeeinnahmen (hört man immer)…blieben noch 2,50€ übrig….
    Nun möchte die GEMA laut Gerüchten 2,00€ davon haben. Kann man ja sagen: ja so viel wird das Youtube ja nicht kosten die Server etc. Aber von was sollen die 2,00€ an die Gema bezahlt werden die für die anderen 1.000 Views fällig werden wo keine Werbung geschaltet werden darf (weil der Verlag weil derjenige der hochläd es nicht will)

    Von mir aus kann die GEMA gern 2,00€ von Youtube bekommen aber dann auch nur für die Videos die direkt von den Labels und Künstlern hochgeladen werden. Die müssen dann bei allen Videos gestatten das Werbung geschaltet wird. Und die ganzen Videos von Privatpersonen etc. wo Hintergrundmusik läuft wird einfach gesperrt bis die GEMA sie freigibt ;) Soll die sich doch mit den Hochladern einigen. Für die GEMA ist es natürlich viel einfacher bei Youtube nur zu kassieren als die wirklich Rechteverletzer anzugehen.

  108. 108

    Erstmal Tatsachen schaffen und dann die Künstler die Zeche zahlen lassen, nicht tragfähige Geschäftsmodelle auf Kosten von Musikern. Das erinnert doch stark an enthemmte Banker und andere Geschäftsleute die ohne Deregulierung nichts anständiges zu Wege bringen. Google war der Informationsfluss was wert, den sie mit YouTube hinzugekauft haben. Ob sie sich bei der Aquise schon der Manipulationsmöglichkeiten der IT-affinen Hammelherde bewusst waren, möchte ich nicht unterstellen.

  109. 109
    Mario

    @Kawentzmann: wenn man immer erst alle fragen sollte die man tangiert mit seinem Projekt/Idee etc. dann braucht man wahrscheinlich garnicht erst anzufangen. Heute ist es einfacher weil für viele Bereiche schon klar ist wer meckern wird. Aber Youtube gibt es schon ein bisle länger. Und wo ist das Problem? Laut Artikel haben sie ja mit ziemlich vielen Rechteverwertern bereits Abkommen getroffen. Also zurückgelehnt haben sie sich nicht und sie bezahlen ja wohl auch diejenigen mit denen es Verträge gibt.

  110. 110

    @klaus: Ich schrieb: “Man kann hier allein die Einnahmesituation des Geschäftsbereichs YouTube betrachten.” Das bezieht sich auf das Durcheinanderbringen vom Google-Konzern gesamt und dessen Geschäftsbereich YouTube, das Johnny von Sven Regener (und etlichen anderen unsauber argumentierenden) übernommen hat. Solche logischen Fehler invalidieren schnell mal eine ganze Argumentationskette, deswegen sollte man das einfach streichen. Johnnys Aussage würde dadurch nicht schwächer.

  111. 111

    Also, wer sich mal das Pro Rechenmodell der GEMA reinzieht. Schaltet schnell das jeder anständige lebende und arbeitende Künstler in dem Verein drauf zahlt, weil er krass von industriellen Verwerterinteressen durchzogen ist, auch wenn er die Menschen ursprünglich davor ( Google ) hat schützen sollten.

    Das macht sich verblüffent ähnlich aus wie bei der GEZ, die ursprünglich dem deutschen Zuschauer neutrale TV Informationen sichern sollte. Die erpressen nun jährlich Unsummen von 7 – 8 Milliarden von Bundesbürgern, um davon unsinnige Fernsehshows und überteuerte Sportrechte zu finanzieren.

    Dann werden diese nonsensualen, mutierenden Staatsstrukturen von Leuten in Schutz genommen, weil sie angeblich gegenüber bösen Konzernen ein geringeres übel darstellen…

  112. 112

    Nee, ist klar – alles kein Problem. Gab’s ja auch alles früher schon, zum Beispiel Musicassetten, nicht? Oder? Aber was ist denn dann eigentlich das tolle am Internet, noch mal? Die Verträge haben Medienkonzerne unter sich geschlossen, klar sind das auch Rechteverwerter. Aber eine Plattenfima lebt, wie der Name schon sagt, von Plattenverkäufen. Denen ist egal was der Komponist der Musik bekommt, und die können sich leisten YouTube als Werbeplattform zu betrachten, weil sie in der Regel kein Kompositionsgeld zu verlieren haben. Die Majors werden sogar HOFIERT, weil sie über Mengen von gefragten Content entscheiden. Und die paar Indies die es hie und da noch geben mag, haben dem keine Hebelkraft entgegenzusetzen, geschweige denn das neue Model DIY Einzelkämpfer. Ausser: GEMA.
    Wenn man aber YouTube als das neue Fernsehen versteht (und wer hier tut das nicht?) muss es ebenbürtig löhnen per „Ausstrahlung“. Lügt Euch nicht länger in die Tasche, es kommt zunehmend verlogen oder zumindest selbstgerecht rüber. Ich weiß noch wie das bei den Grünen so los ging – die hatten aber eine längere Halbwertzeit.

  113. 113

    Hier wird die GEMA schöngeredet in Anbetracht des eigens dafür zweckentfremdet verunglimpften Googles. Das geheime Finanzierungsumverteilungssystem der GEMA:

    http://www.musiker-online.de/Newsdetails.newsdetails.0.html?&tx_ttnewstt_news=267

  114. 114

    Hallo Johnny,
    ich mache u.a. Youtube-Monetarisierung für einige Labels (also die Master-Seite) und kann Dir nur sagen, dass die Realität SEHR weit davon entfernt ist, 1000 Euro für 200.000 Plays zu generieren. Schön wär’s! Die Deals mit Youtube sind wie immer vertraulich aber Deine Annahmen zu den erwartbaren Einnahmen von Plattenfirmen/Künstlern für die Masterrechte sind VIEL zu hoch angesetzt.
    Viele Grüße. Jürgen

  115. 115

    @Jürgen Söder: Danke für den Hinweis, das hat ja auch lange gedauert, bis mal jemand kommt, der echte Zahlen hat. ;)

    Schon klar, dass du nichts genaues sagen darfst. Aber ich kann ja raten:
    Ich liege mehr als Vierfach zu hoch?

  116. 116

    @Johnny Haeusler: sagen wir mal so: die Zahlen in Deiner Tabelle “Youtube Auszahlung UK” sind in diesem Zusammenhang nicht uninteressant….

  117. 117
  118. 118

    Wieso haben die gema, die großen musiklabels etc nicht schon längst ihr eigenes video portal an den start gebracht über das sie ausschließlich ihren content vermarkten. Direkt mit möglichkeit die musik zu kaufen, tour infos usw.

    Die haben so groß finanzielle möglichkeiten, aber nein da wir nur rumgeheult statt sich mal selbständig weiterzuentwickeln. Lächerlich!

  119. 119
    Chris

    Großartiger Artikel, vielen Dank!

    Eine kleine Anmerkung nur:
    Die Zahlen aus UK können so nicht ganz stimmen: Du hast als Basis für deine Berechnung die Abrechnungen eines Musikverlags genannt. Der Verlag erhält üblicherweise einen Anteil von 33,33% bis 40% aus der Verwertung der gesamten Urheberrechte die einem musikalischen Werk zugrunde liegen (ist er nur Subverleger, noch weniger). Der Rest wird über die Verwertungsgesellschaften an Texter und Komponisten ausbezahlt.
    Die Youtube Auszahlung UK für die Verwendung des Werkes würde daher ca das dreifache also min 0,000355 € / stream (bei Anteil Verlag 1/3) betragen.

    Das soll die Qualität deines Artikels und deiner Recherchen aber nicht schmälern. Ich habe selten eine derart übersichtliche und ausgewogene Darstellung dieser sehr komplexen Problematik gesehen.

  120. 120

    @Chris: Danke für die netten Worte! Du hast Recht mit den Verlagsanteilen … ich müsste das alles sowieso noch einmal überarbeiten, ist ja auch schon wieder ein knappes Jahr alt. Aber warten wir mal den April ab, es gibt ja einen neuen Termin mit der GEMA und YouTube, vielleicht genehmigen uns die Damen und Herren ja dann mal mehr Einblick in die Zahlen, über die wir überhaupt reden.

  121. 121
    Helmut Poettker

    Ich kann nur sagen das ICH falls mir eine CD gefällt ein paarmal Losthöhre.Ich versuchte einigemal Musik zu höhren bei Youtube und bekam nicht das gewünschte ergebnis auf Interpreten die solche Machenschaften unterstüzuen verzichte ICH grundsätzlich und darf der GEMA sagen Gut gemacht mindestens 30 CD s habe ICh deswegen nicht gekauft

  122. 122
    Paul

    @DrNI:

    falsch. Die Gema verwaltet die Urheberrechte und deren Einnahmen treuhändlerisch, also nicht kommerziell. Die Gema ist kein Unternehemn sondern ein Verein, dem ein Künstler beitreten kann aber es nicht muss.

  123. 123
    wotar

    “..der 2010 von den eingenommenen 863 Millionen Euro immerhin 736 Millionen an seine rund 65.000 Mitglieder ausgezahlt hat..”

    genau!:
    http://www.musiker-online.de/Newsdetails.newsdetails.0.html?&tx_ttnewstt_news=267&tx_ttnewsbackPid=10&cHash=226c5da554

  124. 124

    “Wer Youtube als große Einnahmequelle sieht (wie die GEMA) und nicht als konstenlose Werbung und Vermarktung (wie die Künstler es ja tun), der sollte schleunigst mal in der Realität ankommen.”

    YouTube ist aber keine Werbung für die Urheber. Deren Namen wird ja nicht mal genannt. Und selbst wenn, würde das ja nichts nutzen.

  125. 125

    @DrNI:
    “Dennoch würde ich mir wünschen, dass die GEMA auch bei Konzerten tatsächlich nach Setlist ausschüttet und nicht nach Verteilungsschlüssel. Da hat sich die Zeit einfach geändert, als die GEMA gegründet wurde, wäre das technisch ein zu hoher Aufwand gewesen.”

    Allerdings kann jeder Veranstalter dann seine Gebühren senken, indem er GEMA-freie oder gar nicht existierende Stücke in die Setlist schreibt. Durch Copy&Paste wenig Aufwand, viel Ertrag.

    @nad:
    “Gelinde gesagt ist es allerdings auch nicht zu verwunderlich, dass eine über hundert Jahre alte, von einem Walzerkönig mitgegründete Organisation ohne Konkurrenz etwas – sagen wir mal milde – schwerfällig ist.”

    Was aber würde passieren, wenn es Konkurrenz gäbe? Der Verwaltungsaufwand müßte dann von jeder Gesellschaft noch mal betrieben werden (alle gespielten Titel und ihre Beteiligungen müssen erfaßt werden, die beteiligten Urheber sind womöglich in verschiedenen Verwertungsgesellschaften; da es sich ja um Konkurrenzunternehmen handelte, wäre eine Übernahme der Daten nicht möglich, wahrscheinlich schon rein rechtlich nicht). Da käme man mit 15% für die Verwaltung kaum aus. Wenn dann noch bei jedem Titel unterschieden werden muß, welcher der Beteiligten welche Nutzung kostenlos freigegeben hat, nähern sich die Verwaltungskosten den Einnahmen bedrohlich an.

    “Ein Beispiel: Wenn ein Independentsender, dessen Stücke nicht einzeln bei der Gema aufgelistet werden eine Independentband in heavy rotation spielt, dann schlägt sich das überhaupt nicht in den Gemaauszahlungen nieder (so habe ich das jedenfalls verstanden ?). Dabei sind die heutigen technischen Möglichkeiten doch soweit, dass man das alles eigentlich sehr, sehr viel besser erfassen kann als noch vor zehn Jahren (geschweige denn vor hundert Jahren). ”

    Bin nicht auf dem neuesten Stand, aber das Problem war mir auch bekannt. Nur fragt sich: Will die GEMA die Daten der kleinen Sender nicht, oder wollen die kleinen Sender die Daten nicht liefern? Die Gründung der ersten Stadtradios und Hitsender hätte gar nicht stattgefunden, wenn auf jeden Moderator ein Verwaltungsmensch gekommen wäre.

  126. 126

    @Mario:
    “Von mir aus kann die GEMA gern 2,00€ von Youtube bekommen aber dann auch nur für die Videos die direkt von den Labels und Künstlern hochgeladen werden.”

    Und alle anderen Videos löschen, weil sie illegal sind.

  127. 127

    Im allgemeinen GEMA-Gebrabbel des von PR-Strategen aufgeputschten Mobs ist dieser Artikel eine angenehme, weil ausgewogene Darstellung – nicht kritiklos gegenüber den Akteuren und Institutionen der Szene, aber mit Fakten und Fachwissen untermauert.

    Ob aber z.B. Piratenanhänger solch langen Beiträge lesen wollen oder können? Die ticken doch schon aus, wenn’s nicht alles umsonst gibt (ich rede wohlweislich von den “Anhängern”, die Funktionäre und Aktivisten sind teilweise schon etwas in der Realität angekommen und wissen, dass Geldverdienen nicht dasselbe ist wie BaFög und Erbe).

  128. 128

    @Blogist: Man muss wissen, nicht glauben und hörensagen.

  129. 129
    leon hardy

    zu “Die GEMA muss sich trotz allem bewegen und muss akzeptieren, dass die Regeln derzeit nicht von ihr bestimmt werden …”
    müssen sich künstler / musiker /urheber der autoritären macht eines m,onopols wie google/youtube unterordnen? dürfen musiker endlich contentsklaven werden? die convinience der it-technik hat die massen zur missachtung der rechte der künstler erzogen/konditionirt .. soll das recht sein? google bricht die deutsche rechtsauffassung … dürfen wir künstler froh sein, dass nicht agenten mit gewalt gegen uns vorgehen und einen echten putsch zugunsten der it-konzerne mit blut besiegeln?

  130. 130
    Michael

    Der Beitrag ist so falsch… der könnte von Goebbels Nachkommen sein. Typisch GEMA halt.

    Es kann nur über eine Gewinnbeteiligung laufen… alles andere ist Unsinn… und in allen anderen Ländern klappt das auch. Die GEMA gehört ausgelöscht.

  131. 131
    foxfoobar

    Spekulationen wo man nur hinsieht, da weder Google, noch GEMA Informationen über Verhandlungen preisgeben. Mir als Musiker kann es reichlich egal sein, was dabei rauskommt. Das einzige was mich anpisst, ist der Fakt, dass GEMA für meine Musik abkassiert, gerade und obwohl ich eben NICHT GEMA-Mitglied bin! Und dass die GEMA Pauschalabgaben auf jede mögliche Hardware eintreibt, setzt dem Ganzen noch die Krone auf! Man muss schon geisteskrank sein, diesen Verein auch noch zu unterstützen; in welcher Form auch immer! Wenn beide sich totklagen, – der eine Datensammler, der andere Geldeintreiber – mir soll’s recht sein.

    Das Land der Dichter und Denker, dass ich nicht lache! Dieses Klischee rührt nicht daher, dass wird deutschen soviel dichten und denken, sondern weil damals das Verlagssystem im gegensatz zu z.B. England komplett anders war; dank GEMA aber auch seit 1933 in’s negative abgeändert. Danke für nichts!

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    Google zockt alle ab, wer mit Adwords / Adsense zu tun gehabt hat, weiß das. In jedem Provisionsgeschäft wird ein fester, vielleicht auch umsatzabhängiger Provisionssatz festgelegt. Klicks auf Keywords, die 2003 noch 5-20 ct kosteten, gibt es heute nur für 80-120 ct, die Einnahmen als Adsense Publisher, ehemals 3-15 ct für die gleichen Keywords bringen heute 1-5 ct. Googles Gewinnspanne ist astronomisch. Ebenso ist die Praxis, die Mehrwertsteuer durch das “Double Irish Dutch Sandwich” – Verfahren in Milliardenhöhe dem EU-Gebiet zu stehlen ein Schlag in das Gesicht der Gesellschaft, über den sich niemand beschwert, ach, erwähnte ich, dass ihr zu jedem beliebigen Suchbegriff bei Google keine Ergebnisseite mehr angezeigt bekommt, die nicht selbst google-Anzeigen veröffentlicht. Probiert es doch mal aus. Aber macht ruhig weiter Hetze im Netz, liebe Herunterlader, auf die Gema, also uns kleine und große Liedermacher, Komponisten, Texter, Verlage – die Meinung macht sowieso Google – nur eben die korrekte und freie Information nicht mehr.

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