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GEMA: Die unendliche Geschichte

Mein gefühlt halber Facebook-Bekanntenkreis schimpft gerade über das Interview der Berliner Zeitung mit der GEMA-Sprecherin Gaby Schilcher zur umstrittenen Tarifreform ihrer Arbeitgeberin. An persönlichen Beleidigungen in den Kommentaren zum Artikel mangelt es nicht, eher schon an Zahlen, Fakten und einem sachlichen Umgangston in eben diesem – auf beiden Seiten des Gesprächs.

An dieser Stelle daher zwei etwas ruhigere und gleichzeitig informativere Lesetipps für diejenigen unter uns, die immer noch nicht durchblicken (also quasi alle, nehme ich mal an und schließe mich mit ein …):

Sebastian Schwerk bei mittelstern.
Thomas Hohnen beim MT Portalblog.

Ergänzende Lesetipps sind herzlich willkommen, auch wenn immer mehr Meinungen und Zahlen den Durchblick auch nicht zu vereinfachen scheinen. Manchmal wünscht man sich wirklich einen kompletten Reset mit anschließendem Neustart in diesem ganzen Wahnsinnssystem. Aber das geht einem ja nicht nur in Sachen Urhebervergütungen so.

69 Kommentare

  1. 01
    peterfrau

    Bist Du bei der GEMA registriert?

  2. 02
    spocintosh

    Frau Peter-
    ich fand den Rechner wohl eher dazu geeignet, dem „Geblöke“ zugehörig zu sein.
    Wenn die Leute ausrechnen können, wieviel die GEMA bei ihnen abkassiert hat, sorgt das kaum dafür, wohlige Solidaritsgefühle aufkommen zu lassen.
    In echt interessiert der Deutsche sich in der Mehrheit ausschließlich um seinen eigenen Geldbeutel – und nicht für den eines Künstlers.
    Alles, was daraus verschwindet, wird tendenziell als Abzocke verstanden – egal warum oder wofür es verschwindet.

    Wenn wir allerdings einen Benzinpreisrechner daneben stellen würden, wäre der Aufschrei und die Protestbereitschaft weniger ausgeprägt, auch wenn das dabei resultierende Ergebnis um zwei bis drei Stellen größer ausfällt und auch da die Gründe für die Höhe der Zahl (auf Steuern erhobene Steuern z.B.) noch deutlich aufschreiwürdiger sind.

    Ansonsten: Nein, ich hab die GEMA schon vor vielen Jahren verlassen, weil mich die internen Verteilungsverhältnisse und das dinosaurierhafte Gebaren auch schon ohne die derzeitige Medienpräsenz zu sehr angekotzt haben.
    Um kein Geld zu verdienen, muß ich keine Mitgliedsbeiträge zahlen – das geht durchaus auch ohne.

    Allein die Erhebung dieses Mitgliedbeitrags fand ich schon immer extrem unverschämt – immerhin behält die GEMA doch ohnehin einen nicht ganz unbeträchtlichen Anteil der Einnahmen an „Verwaltungskosten“ ein.

    Und die wesentliche Frage war und ist auch heute noch: Wo bleibt dieses ganze Geld ?

    Für die Antwort hab ich mir Foto und Biographie von Dr. Reinhard Kreile, dem langjährigen GEMA-Generaldirektor, angesehen…
    Rekapituliert, daß er als alter Duzfreund und finanzpolitischer Berater von Franz Josef Strauss in die Flick-Parteispendenaffäre verwickelt war und mir gedacht, daß es einfach irgendwann reicht.
    Zwar ist Kreile seit 2005 nicht mehr in diesem „Amt“, aber wer sich ein wenig mit der GEMA befaßt, weiß: The spirit lives on.
    Solange die Übermacht der Textdichter und Verleger unter den ordentlichen Mitgliedern nicht von der eigentlichen – aber leider als angeschlossene Mitglieder dritter Klasse nicht stimmberechtigten – Überzahl der Komponisten, die zweifelsfrei den Löwenanteil der Einnahmen generieren, ersetzt wird und diese Organisation wenigstens ansatzweise unter demokratischen Vorzeichen geführt wird, kann und soll sich da genausowenig ändern wie am Preiskartell der Energiekonzerne.
    Stillstand und entsprechende Lobbyarbeit sowie Pflege der bestehenden Amigo-Konstellationen sind angesichts der Summen, mit denen dort jongliert wird und die an der Spitze der Pyramide fließen, einfach zu verlockend.

  3. 03

    @spocintosh: you name it! Das Problem ist nicht die angeblich ungerechte Verteilung des GEMA-Inkasso sondern das System der Kurien, das die Komponisten benachteiligt. Mein Appell an die ordentlichen Mitglieder unter den Komponisten:

    „Aber ihr seit ja Aufsichtsrats-Wähler. Ihr könnt es ändern, in dem ihr undissbare Leute aus euren Reihen in den Aufsichtsrat wählt. Was sich bei der letzten Mitgliederversammlung auch eindeutig manifestierte: Der Aufsichtsrat der GEMA kam vor der Neuwahl im Juni 2012 ohne Stellvertreter auf ein Durchschnittsalter von 58,94 Jahren, das durch die Wahl des 73jährigen Komponisten Hartmut Westphal, der den weitaus jüngeren Christian Wilckens ersetzt, auf 60,54 Jahre stieg. Nimmt man die Stellvertreter hinzu, wird das Durchschnittsalter nur durch die Newcomerin Julia Neigel auf 60,20 Jahre nach unten korrigiert. Holy Moly! Mit dieser Mannschaft glühen die CPUs auf dem Weg in die digitale Zukunft.“
    http://bit.ly/LSHbEJ

  4. 04
    peterfrau

    @spocintosh: Hey, um die hier (und woanders) geführte Diskussion noch einmal auf den nicht mehr taufrischen Konsens zu bringen: Wir sind uns – denke ich -einig, dass wir 2 Diskussionen führen: 1. Wie optimieren wir die GEMA und 2. Wie können alle KünstlerInnen gerecht entlohnt werden. Dazu gibt es in der (noch) aktuellen testcard einen sehr guten Artikel zu copyRight/Left/Farleft von David Schwertgen. (http://www.testcard.de/)
    Für alle, die sich mit CC selbst um das Urheberrecht und die Verwertung kümmern.

  5. 05
    foxfoobar

    Tja, die Kommentarfunktion bei mtmediaportal.de ist, wie ich mir schon im Voraus dachte, nun endlich deaktiviert. „Die neuen GEMA Tarife 2013 oder Heute schon gejammert?“ Ich frage mich, wer hier im Moment mehr jammert? „Achtung! Aufgrund der Flut an Kommentaren, die ich nicht mehr zeitnah aufarbeiten kann, wurde die Kommentar-Funktion vorrübergehend deaktiviert…“ Mimimi, LOL! So kann man es auch machen, um kritische Kommentare abzuwürgen. Tja, das kommt davon, wenn man meint eine Diskussion in einem Blog mit Kommentarfunktion führen-, und alle eingehenden Kommentare GLEICH und SOFORT wiederum beantworten zu müssen. Wer da wohl das Internet samt seinen Software-Tools nicht verstanden hat? Epic Fail!

  6. 06

    @#806773: Ich stoße heute erst auf diese Kommentare, das heißt der Erkenntnisstand der einzelnen Kommentatoren kann also mittlerweile weiter gestiegen sein. Ich möchte trotzdem noch einmal darauf hinweisen, dass wenn die GEMA von 10 % spricht, dann spricht sie über fiktive Einnahmen (n i c h t von den tatsächlichen Eintrittseinnahmen) und da liegt der Hase im Pfeffer! In den Bemessungsparametern gibt sie vor, dass ein Club / Disco in jeder Veranstaltungsnacht entsprechend der „aufgerundeten“ Quadratmeter (auf nächste volle Hundert) in der Stückzahl Gäste haben muss, die der Zahl der aufgerundeten m² entspricht und die nächste Fiktion ist, dass alle diese „Geister“-Gäste (den sie müssen ja gar nicht da sein)… alle diese Geister-Gäste zahlen laut GEMA-Fiktion den Höchst-Eintrittspreis, ganz gleich ob Studenten oder Ladies oder VIPs oder Stammgäste-VIPs oder Gästegruppen oder mediale Kooperationen oder oder oder freien oder reduzierten Eintritt haben. Wenn ich eine fiktive Zahl mit einer weiteren fiktiven Zahl multipliziere erhalte ich ein Ergebnis, aber nicht das tatsächliche Eintrittsvolumen und wenn ich von dem fiktiven Ergebis 10% verlange, dann verlange ich ggf vom tatsächlichen Ergebnis sogar 50 oder 60% und hier liegt das Problem! Und dies Problem ist tatsächlich, nicht fiktiv! Es gibt noch ein paar Problem -Details mehr, die unterlasse ich hier, um nicht auszuufern!

  7. 07

    Fiktiv

    Nur mal angenommen .
    Ich lade in einer Cloud
    tausende Musiktitel aus
    meinen bezahlten CDs
    hoch, und biete mittels
    eines Passwortes Freunde
    dazu ein diese anzuhören.

  8. 08

    Die GEMA will schlicht Geld anhäufen. Sie will nichts fairer machen. Sie will nicht mehr Gerechtigkeit schaffen und Sie bildet eine hohe Wand gegen jeden Fortschritt.

    Wenn jeder einzelne Tatsächlich mit der vollen Brutalität der GEMA klarkommen müsste, dann gäbe es diesen Verein schon lange nicht mehr.

    Die GEMA lebt vom Stillstand, von Bürokratie und von Geheimniskrämerei.

    Die 10% Abgaben sind für JEDEN Menschen mit Sachverstand schon ein Witz. Wenn man so eine Forderung hört, dann darf man gar nicht weiter diskutieren. Eine faire und vernünftig geführte Organisation würde sich immer an den Tatsachen ausrichten und auch Verantwortung übernehmen, ggf. sogar Hilfsbereitschaft zeigen.

    Jeder ist dafür, dass Künstler gerecht entlohnt werden, aber die GEMA stellt ein Musterbeispiel dar, wie es eben nicht laufen darf.

    Auch z.B. die Youtube-Sache ist ein Witz. Jedermann kann sich heutzutage die Musikvideos TROTZDEM ansehen. Dazu benötigt man nichtmals 1 Klick. Es ist einfach nur nervtötend und beschämend zugleich.

    Man könnte hier noch ewig weiterschreiben und jeder vernünftige Mensch würde zustimmen….ändern wird sich dadurch leider nichts. So wie man in den letzten Jahren sehen konnte. Schade für Deutschland. Schade für viele Künstler. Schade für die Menschen.

  9. 09

    Sodele

    Kein Handwerker arbeitet für umme.

    Das sind (be-) greifbare Beispiele, welche zum. im Ansatz zeigen, dass für eine erbrachte Leistung eine ebensolche
    erwartet wird.
    Ob und wie weit die sich selbst ernannte Einzugszentrale
    agieren darf, weiß ich ehrlich nicht.

    Uninteressant

    Mein Zahnklempner rechnet nicht direkt mit mir ab,
    der überlässt dies einer ‚EinzugsWasweissich‘ Firma.

    grins

  10. 10
    dr0

    wenn du in der Bundesrepublik Deutschland schon eine sogenannte Rundfunkgebühr dafür bezahlen sollst, dass du ja auf dieses Internet zugreifen kannst, dann freu dich auch darüber, dass du in der Bundesrepublöik Deutschland viele Inhalte im Internet erst garnicht zu Gesicht bekommst.

    Politik und Contentmafia tut das nicht leid

  11. 11
    MTPortal

    @foxfoobar

    Die Kommentarfunktion ist in erster Linie deshalb deaktiviert, weil 90% der „Kommentare“ üble Pöbeleien, Beschimpfungen und Gewaltandrohungen waren. Ich habe mehrfach Sachlichkeit angemahnt, aber das scheint ja bei der Garde der GEMA-Basher nicht möglich zu sein. Schade für die, die sachlich diskutieren wollten.
    Auf meinem Blog habe ich nunmal Hausrecht und wenn sich die Leute nicht benehmen können, dann bleibt nur noch das Sperren der Kommentarfunktion als Ultima Ratio.

    Etliche Kommentare hätte ich übrigens gar nicht freischalten dürfen, weil sie konkrete Aufrufe zu Straftaten beinhaltet haben u.a. wurde gesagt, dass man dafür sorgen solle, dass GEMA-Mitglieder bei tragischen Unfällen ums Leben kämen; dass man Autos und Häuser abfackeln solle (zum Teil mit Adressen) und ähnliches mehr.

  12. 12

    Wow, das ist ja eher ein Boxkampf als ein Gespräch. Da spielen sich ware Grabenkämpfe ab. Jemand war mit seinem Ego beim Bankdrücken was?

  13. 13
    Golda

    @#806737:

    Die GEMA hat noch nie an „Musiker“ bezahlt, nur an Urheber, bzw. Komponisten. Die GEMA sammelt allerdings – im Auftrag der GVL (das ist die Entsprechung für Interpreten) ebenfalls Gelder ein sowie für die VG Wort (Lied-Texter). Außerdem sind alle internationalen Musik-Urheber Ebenfalls durch die GEMA vertreten, die die Auslandsrechte für sie in Deutschland verwaltet. Spiele mal hier irgendwo einen Song der Beatles, dann zahlst Du dafür an die GEMA, auch wenn die eigentlichen Rechte bei diversen anderen internationalen Verwertungsgesellschaften liegen. Das rechnene die dann untereinander ab.

  14. 14

    sowas wie die gema ist schlicht nicht pr-bar.

  15. 15

    Die Gema ist ein Thema für sich… Da ist eigentlich jedes Wort zuviel.

  16. 16

    Das sind (be-) greifbare Beispiele, welche zum. im Ansatz zeigen, dass für eine erbrachte Leistung eine ebensolche
    erwartet wird.

  17. 17

    Ohje Gema hier gema da … Was soll man dazu kommentieren xD Youtube lässt sich über proxtube tool entsperren nur mal so als Tipp zum Thema ;)

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