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Popgun! 34 This is my last song about myself

Die aktuelle Ausgabe Popgun! steht im Zeichen des Downloadsamplers, den ich Anfang der Woche verlinkt habe. The Walkmen und Miles Benjamin Anthony Robinson (Foto) hab ich mir nochmal genauer angesehen. Darüber hinaus gibt’s neue Musik von TV on the Radio, Los Campesinos!, Lampchop und Mercury Rev.

The Walkmens Beitrag ‚The blue route‘ stammt vom aktuellen, bereits vierten regulären Studioalbum ‚You & me‘. Das Album ist in den US diese Woche veröffentlich worden, kommt aber erst Ende September nach Europa (29.09. UK).
Auf Fox 5 erklären The Walkmen in einem etwas beklemmenden Interview persönlich die Grundlagen zur Band, Name, Herkunft, etc.. Um im Anschluss dann etwas souveräner mit ‚On the water‘ ein weiteres Stück von ‚You & me‘ zu präsentieren. ‚On the water‘ ist auch gleich ein gutes Beispiel für die im Presserelease zum Album angegebenen Vorbilder Elvis, Buddy Holly, Roy Orbison, Randy Newman, the Modern Lovers und the Pogues. Der Song beginnt wie eine klassische 60er Ballade, plätschert so dahin und bricht dann nach langsamer Steigerung in ein ordentliches Rockstück um, dass es nur so kracht. Ein einfaches, klassisches Rockkonzept, dass sie auch noch auf andere Songs anwenden, aber auch das muss ersteinmal beherrscht werden.
Also ja, The Walkmen sind eine Retroband dass es nur so scheppert, aber sie sind unglaublich gut produziert, so gut, dass die Stereogum Rezension Vergleiche mit Danger Mouse zieht. Man wünschte sich, die vorher erwähnten Referenzen könnten nochmal in ein modernes Studio. The Walkmen können.

[MP3] The Walkmen – ‚In the new year‘ (von ‚You & me‘)
[MP3] The Walkmen – ‚Lemon hill‘
[MP3] The Walkmen – ‚Many rivers to cross‘ (Jimmy Cliff Cover)

The Walkmen haben inzwischen für Daytrotter vier Songs eingespielt. Die stammen allerdings von keinem ihrer Alben, sondern sind allesamt Leonard Cohen Cover. Das mag ein Hinweis auf ein großes Vorbild, vielmehr aber auch auf die Vorliebe der New Yorker sein, Coversongs einzuspielen.

Amerika deine Singer-/ Songwriter. Miles Benjamin Anthony Robinson ist einer von ihnen. (Was für eine armselige, Wagnersche Einleitung, ich weiß auch nicht was heute mit mir los ist.) Ich hab ihn erst durch den Eingangs erwähnten Sampler entdeckt und bin darüber inzwischen mehr als dankbar. Zwei dicke Referenzen ordnen Miles, wie ich ihn mal der Kürze wegen nennen werde, in die ältere und neuere Musikgeschichte ein. Die ältere ist der Boss himself, Bruce Springsteen, die zweite kommt durch die Brooklyner Nachbarschaft in Form von Grizzly Bear und TV on The Radio.

This is my last song about myself/About my friends/Find something else to sing.

Als Miles 2006 das selbstbetitelte Debutalbum aufnahm, standen ihm Chris Taylor und Christopher Bear von Grizzly Bear und TV on the Radios Kyp Malone an der Seite. Und das hört man. Unbedingt. Wenn Miles als Typ eher nach dem Boss schlägt, so ist die Produktion des Debuts doch athmosphärisch so dicht wie ‚Horn of Plenty‘. Rockiger, auf jeden Fall. Schiefe, schnarrende Gitarren dominieren die Songs, wo das her kommt kann man sich auch denken. Trotz der großen Schatten seiner Co-Produzenten bleibt Miles‘ Sound unverwechselbar. Ein schwächelndes Schlagzeug und sein teilweise schmerzvoller Gesang tun dafür das übrige.

Den Namen wird man sich merken müssen. Miles Benjamin Anthony Robinson. In seiner ganzen Länge.

[VIDEO] Miles Benjamin Anthony Robinson – ‚Buriedfed‘

[MP3] Miles Benjamin Anthony Robinson – ‚Woodfriend‘
[MP3] Miles Benjamin Anthony Robinson – ‚Buriedfed‘

Mehr Musik von Miles gibt es ebenfalls bei Daytrotter, für die er vier unveröffentlichte Titel eingespielt hat und auf seiner Myspace-Seite, die einige Konzertmitschnitte zu bieten hat.

Apropos TV on the Radio, da raschelts gerade im Bloggerwald. Grund ist ‚Golden age‘, ein erster Happen vom kommenden Wunschbrief an die Wissenschaft ‚Dear science‘. Veröffentlichungstermin wurden auf Ende September gelegt. Inzwischen liegt der Song, der ‚Dear science‘ zu Recht als lang ersehnte Veröffentlichung bestätigt und auf dem Gitarrist Kyp und nicht Tunde Adebimpe singt, auch ungestreamt vor. Den Albumstream wiederum kann man auf der Website der Band hören.
TV on the Radio Gitarrist Kyp Malone, wir hatten ihn gerade noch als Co-Produzenten bei Miles, wird dann zeitgleich mit einem anderen Projekt im Plattenladen stehen. Iran nennt sich das eher unbekannte Lo-Pop Seitenprojekt, auf das ich ohne Uli nie aufmerksam geworden wäre, und die immerhin schon das dritte Album veröffentlichen. Drei Songs vom kommenden ‚Dissolver‘ auf Irans Myspace.

Abschließend die dreifache MP3-Albumvorschau. Den Anfang machen die Los Campesinos! in laut und gitarrig, die mit ‚How I taught myself to scream‘ einen Ausblick aufs im Oktober erscheinende ‚We are beautiful, we are doomed‘ erlauben. Einen Monat später machen die Waliser in Köln und München Konzerthalt.
Noch einen Ausblick gewähren die Herren um Kurt Wagner. Lambchops neuestes Album trägt den Namen ‚OH (ohio)‘ und soll rechtzeitig zur dunklen Jahreszeit im Oktober veröffentlicht werden.
Schließlich präsentieren Mercury Rev (vorher auf Popgun!) einen zweiten Song vom Ende September ercheinenden ‚Snowflake midnight‘.

[MP3] Los Campesinos! – ‚How I taught myself to scream‘
[MP3] Lambchop – ‚Slipped dissolved and loosed‘
[MP3] Mercury Rev – ‚Snowflake in a hot world‘

2 Kommentare

  1. 01

    Oh me, oh my, was freu ich mich auf „Dear Science“. Für den Mann mit dem langen Namen dagegen fühle ich mich noch nicht alt und weise genug. Morgen vielleicht.

  2. 02
    Pipi

    Lieber Nico,

    es wird ja immer schlimmer.
    (Nörgel)
    Muss mir jetzt Urlaub nehmen um alle Informationen/Querverweise zu sichten.

    Nee, so geht das bei allem Verständnis mal gar überhaupt nicht.

    Trotzdem
    Alles Gute :))

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