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Bitte lachen Sie Ihren Nazi-Nachbarn nicht aus, er könnte in ein paar Jahren Ihr Aufseher sein

Die Seite Nazis-auslachen.de ist gestartet (hier die Über-uns-Seite) und die bisherigen Reaktionen in Blogs scheinen mir eher negativ zu sein (wir sind sogar angeschrieben worden, dass wir mal was dagegen sagen sollen).
So schreibt der Lawblogger Udo Vetter:

Engstirnig, indem man eine politische Einstellung zu einer Krankheit erklärt („Prävention statt Therapie“). Intolerant, indem man Andersdenkende ausgrenzt, statt die sachliche und, wenn notwendig, rechtliche Auseinandersetzung mit ihnen zu suchen. Menschenverachtend, indem man Rechte für minderwertig erklärt, sie zu Unpersonen macht.

Ich finde es sehr anständig, dass Udo Vetter so denkt.
Ich hänge ja auch dem Traum vom Wettstreit der Argumente an. Ist einer der Defekte, die ich von meinem Jura-Studium zurückbehalten habe.

In einem alten Artikel über die NPD habe ich sogar einen ganzen Haufen von Argumenten versammelt.
Aber ein Gedanke sollte schon daran verschwendet werden, um wen es hier geht. Wir reden nicht von Eva Herrman, Oskar Lafontaine oder der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft.
Wir reden von Menschen, deren einzige Kritik am Dritten Reich die Verschandelung der Natur durch Autobahnen ist. Von Menschen wie Jürgen Rieger.

Oder Rundum-Hasser Udo Voigt.

Um Argumente austauschen zu können, bedarf es einer gemeinsamen Grundlage. So wie man mit Löwen nicht über die Vorteile gnuloser Ernährung diskutieren kann und ein Maulwurf taub (und blind!) für die Bedürfnisse von Regenwürmern ist („aus Sicht eines Regenwurms ist (…) offenbar alles besser, als einem Maulwurf in die Klauen zu fallen“), so wenig lohnt ein Gespräch über den Rassebegriff mit einem Nazi.
Es gibt zum Rassebegriff einen nicht mehr umstrittenen Stand der Wissenschaft:
„Heute wird die Menschheit nicht mehr in Rassen unterteilt. Die genetischen Unterschiede haben sich innerhalb einzelner Populationen als größer erwiesen als die Unterschiede zwischen unterschiedlichen Populationsräumen. So lässt sich beispielsweise innerhalb der Grenzen Japans eine größere Varianz nachweisen als im Vergleich Japan – Australien.“
Den kann und muss man natürlich verbreiten und lehren, aber man kann und darf nicht über ihn diskutieren in dem Sinne, dass er dadurch in Frage gestellt wird.

Die Süddeutsche schrieb im Rahmen einer sehr gründlichen Auseinandersetzung mit dem NPD-Programm:

Was mit den Millionen deutscher Staatsbürger, die von anderen Ländern nicht aufgenommen werden würden, geschehen soll, bleibt offen. Vielfach geht die NPD in ihren Forderungen sogar weiter als die NSDAP in ihrem Programm von 1920. So wollte die NSDAP Nicht-Deutsche nur als Gäste im Land leben lassen. Die NPD will es grundsätzlich untersagen; wer kein völkischer Deutscher ist, soll höchstens drei Monate im Land bleiben dürfen.

Im Ernst: Worüber will man da diskutieren? Gehe ich mit einem Nazi in ein Gespräch über den Verbleib von türkischstämmigen Bürgern – was denken die Betroffenen davon?
Ein Gespräch setzt voraus, dass ich den Standpunkt des Gegenparts zumindest für redlich halte. Noch mit den schärfsten Gegnern im demokratischen Spektrum gibt es in den meisten Fällen eine Zielübereinstimmung. Bildung, Wohlstand, Wohlleben: Meistens bestehen die Differenzen dort nur, was den Weg dahin angeht. Aber nur komplett wahnsinnige Arschgeburten streben eine völkische Gesellschaft mit Lagern und Ein-Parteien-Diktatur an. Da geht mein Liberalismus flöten. Und es bleibt: Gelächter (wirkt am besten in Verbindung mit genügend Handschellen).

Einer der wenigen im Ansatz gelungenen Anti-Drogen-Spots zeigte einen vollgepinkelten Kiffer (vielleicht war der auch nicht so gelungen, ich war möglicherweise bekifft, als ich ihn gesehen habe). Nicht Bedrohlichkeits- und Wow-sind-die-krass-Szenarien zeigen Wirkung. Sondern Verhöhnung.
Wenn jemand von sich sagt, er sei Nazi, muss das denselben Klang haben, als sagte er: Ich spiele mit meinem Kot und manchmal beiß ich rein.

Die Seite Nazis-auslachen.de selbst kann ich nicht beurteilen, ich habe erst einen Clip von der Witzeinitiative Wetzlar gesehen. Die Witzeinitiative Wetzlar hat es sich zur Aufgabe gemacht, fast schon vergessene Preziosen aus der Zeit des Bananenrutschens originalgetreu zu rekonstruieren.

Die Idee ist gut gemeint. Jetzt muss sie nur noch gut gemacht werden. Beispiele für gelungene Naziverhöhnung gibt es ja genug.

Seinfeld:

Daniel Erk im Hitlerblog.

Die Engländer:

Bruno Ganz:

Oder, wie ich gestern schon getwittert habe: die NPD selber.

66 Kommentare

  1. 01
    Frédéric Valin

    Oder die DVU.

  2. 02
    JST

    Ich glaube es gibt eine Menge Möglichkeiten mit „Nazis“ zu diskutieren.

    Natürlich gehört auch das Verhöhnen zum Spektrum der Auseinandersetzung mit „Nazis“, so wie Verhöhnen auch zur generellen Auseinandersetzung mit Politik und politischen Gegnern gehört.

    Ich halte es aber für bürgerliche Borniertheit sich mit „Nazis“ nicht in verbaler Form auseinandersetzen zu wollen. Vielleicht ist es auch legitime Angst. Mir scheint die Borniertheit aber zu überwiegen. So wie sich die sogenannte gebildete Mittelschicht über alle Menschen gern lustig macht, die im Sozialgefüge unter ihnen stehen: PrivatTV-ZuschauerInnen, Aldi- und Lidl-KundInnen, Arbeitslose, HauptschülerInnen und und und … Es wird von dieser Schicht immer wieder nach Tolleranz gebrüllt und am Ende sind diese Leute am wenigsten tollerant.

    So long!

  3. 03
    JST

    Ach ja – LACHEN ist übrigens gesund ;-)

  4. 04
    Jan

    Herr Vetter findet also, dass eine Gruppe, die Rassismus und Gewaltbereitschaft gegenüber Andersaussehenden oder -denkenden sowie Körperverletzung (gern auch mit Todesfolge) zur Durchsetzung ihrer Ziele einsetzt oder billigt, mit dem Auslachen ebendieser Gruppe gleichzusetzen ist.
    Darüber hinaus handelt es sich bei einer Nazi-Gesinnung also um eine „politische“ Einstellung, die lediglich „andersdenkend“ ist. Ebenso wie man eine politische Einstellung der Grünen, der SPD oder der CDU haben könnte. Und der man deshalb auch in einer sachlichen Auseinandersetzung begegnen solle.
    „Interessante“ Sichtweise…

  5. 05
    Jan

    Herr Vetter findet also, dass eine Gruppe, die Rassismus und Gewaltbereitschaft gegenüber Andersaussehenden oder -denkenden sowie Körperverletzung (gern auch mit Todesfolge) zur Durchsetzung ihrer Ziele einsetzt oder billigt, mit dem Auslachen ebendieser Gruppe gleichzusetzen ist.
    Darüber hinaus handelt es sich bei einer Nazi-Gesinnung also um eine „politische“ Einstellung, die lediglich „andersdenkend“ ist. Ebenso wie man eine politische Einstellung der Grünen, der SPD oder der CDU haben könnte. Und der man deshalb auch in einer sachlichen Auseinandersetzung begegnen solle.
    „Interessante“ Sichtweise.

  6. 06
    JST

    @Jan Zu früh geschossen, würde ich sagen, denn Zitat Vetter „statt die sachliche und, wenn notwendig, rechtliche Auseinandersetzung mit ihnen zu suchen“ – es gibt eben auch die Möglichkeit der rechtlichen Auseinandersetzung mit „Nazis“. So ganz nebenbei: Auch am rechten Rand gibt es jede Menge Differenzierungen – als „Nazis“ werden nur all zu gerne alle abgestempelt, die (aus meiner Sicht zwar unsinnige) undemokratische oder rassistische Sprüche oder Parolen bringen. Natürlich muss es eine Auseinandersetzung geben, aber diese Menschen als minderwertig darzustellen, macht eben diese sicherlich gut gemeinte Art nicht GUT!

    Gewalt kann man nicht mit Gegengewalt beantworten, auch wenn es immer wieder Antifa-Leute gibt, die glauben, das es ein akzeptabler Weg wäre!

  7. 07

    hmm. Und was sagt uns das jetzt?

  8. 08

    Es gibt kaum Nazis mit denen man über Meinungen reden kann, ich habe jedenfalls noch keinen getroffen. Denn wenn derjenige keine Argumente mehr hat kommt nur noch „Halt’s Maul“ oder ähnliches. ich würde gern mal wissen an welcher stelle diese Meinung schlüssig ist oder sonst einen sinn ergibt.
    Ein weiteres Problem sind die Mitläufer, welche nur aus Gruppenzwang dieser Meinung sind und überhaupt nix wissen.

  9. 09

    Wenn wir schon beim Thema „Nazis und Auslachen“ sind, kann man doch immer wieder auf das Video von Olivia Jones‘ Besuch auf einem NPD-Parteitag verweisen. (http://de.youtube.com/watch?v=lPjiLm6_Z0w)
    Ein bisschen Provokation und schon verabschiedet sich diese Partei selbst aus jeder Diskussion und jedem Rennen.

  10. 10

    das ist auch ein gutes beispiel für die nazi-diskussionskultur

  11. 11

    zum Clip: was stimmt mit diesen Menschen nicht? was ist in deren Leben schiefgelaufen? mal abgesehen vom schlechte-Laune-Faktor macht mich das traurig und aggressiv. mir fällt es sogar schwer darüber zu lachen

  12. 12
    heidrun

    wenn man von naziverhöhnung spricht, darf „sein oder nicht sein“ von ernst lubitsch nicht fehlen. sollte in jdem anständigen geschichtsunterricht gezeigt werden.

  13. 13
    Maltefan

    @Malte Welding: Das Video ist ne Verarsche, oder?

  14. 14
    Torsten

    Sorry, aber das ist IMHO ein Missverständnis. Herrn Rieger und co macht es nichts aus, dass man über sie lacht. Sie geilen sich noch dran auf, wie sie ausgegrenzt werden.

    Das Problem ist die Botschaft, die man den Jugendlichen vermittelt, die an dem Wettbewerb teilnehmen: „Verachtung ist richtig, solange sie sich gegen die richtigen wendet. Und wer die richtigen sind, das sagen wir Dir schon.“

  15. 15

    @Maltefan:
    ich sag ja: das können die schon ganz gut selbst erledigen

  16. 16

    Mit Rieder oder Voigt zu diskutieren ist natürlich aussichstlos. In Bereichen, wo Nazi sein oder eben nicht, aber zum Alltag gehört, wie z.B. in den mittelgroßen Orten in Brandenburg in denen ich groß geworden bin kann es aber sehr destruktiv sein, sich über Nazis lustig zu machen, weil es bestehende Strukturen festigt.
    Mehr noch kein Nazi war und nur sonst niemanden hat zum rumhängen kann schnell einer werden, wenn sich alle anderen über ihn lustig machen anstatt ihm Alternativen zu bieten.

  17. 17
    Peter

    Torsten ergänzend: … und Geld kriegst Du dafür von uns auch noch.

  18. 18

    jemand der sozial ungerecht behandelt wird/wurde sucht den schuldigen gerne beim staat oder randgruppen. nichts anderes hat hitler auch gemacht – in seiner kindheit hatte sogar einen jüdischen freund. gewandelt hat sich seine einstellung erst als es ihm schlecht ging – bei ihm größtenteils selbst verschuldet.

    irgendwo sind wir doch alle nazis. beurteilen andere nach dem äußeren und sich abscheulich intollerant. alles in normalem maß. auch das auslachen ist okay wenn man soich zb über eine ungeschicktheit eines guten freudes lustig macht.

    was aber auf nazis-auslachen.de geschieht ist derart wiederlich und pervers dass des unfassbar ist. nazis sind untermenschen – eine unwürdige rasse – eine rasse, die gerade einer lachsalve würdig ist? jeder der sich damit identifizieren kann ist ein linker nazi und keinen deut besser. denn alle diese leute hätten mit freunde anno 1939 hitler gewählt und wären der HJ bzw. der NSDAP beigetreten – war nicht umsonst der bevölerungsgroßteil – genau der bevlkerungsgroßteil der heute links ist. komisch oder etwa doch nicht.
    rechtes denken (und ja, per definition ist auch die CDU rechts – der begriff hat sich gewandelt) wie es heute geschieht entsteht durch soziale missstände. und wenn man frust und protest dazumischt kann man einen rechts-wähler fast schon verstehen. das gilt natürlich nicht für apfel usw und die typen die malte im blogbeitrag genannt hat – aber gegen die kann auch kein popeliges auslachen an.

  19. 19
    Maltefan

    @Malte Welding: Darüber kann ich nicht lachen :/

  20. 20

    Peter: genau! „Das System hat Angst vor uns! Die müssen Propaganda gegen uns machen“

    Pro-Köln geilt sich heute daran auf, wie viel Widerstand sie in Köln bekommen haben, dass sie doch die verfolgte politische Minderheit sind. „Man darf ja nichts mehr sagen!“ Die Parole von den „Ostküstenmedien“ macht die Runde. Es ist eine Neufassung des Schlagers „die verjudete Presse.“ Gleichzeitig schämen sie sich nicht, sich quasi als Opfer einer neuen Reichskristallnacht zu stilisieren.

  21. 21
    Jan

    @JST (06): Du hast insofern recht, dass die Auseinandersetzung mit _politischen_ Vertretern der NPD, besonders, wenn sie in einem Landtag vertreten sind, sachlich erfolgen muss. Wenn mir jedoch Menschen auf der Straße oder sonstwo im öffentlichen oder privaten Leben meine körperliche Unversehrtheit bedrohen, weil ich nicht so denke wie sie oder „anders“ aussehe, hört meine Bereitschaft, mich mit denen _sachlich_ auseinanderzusetzen, sehr flott auf. Und da ist das Mittel des gemeinsamen Auslachens mMn noch eines der harmlosesten.
    Unabhängig davon habe ich inzwischen auf der genannten Website gestöbert, und muss auch sagen: DER Ton, der dort angeschlagen wird, gefällt mir auch überhaupt nicht. Er entspricht auch nicht dem, was ich in meiner ursprünglichen Kritik an Vetters Ansicht ausdrücken wollte.

  22. 22
    JST

    @malte – ich finde den youtube-film im kommentarbereich sehr passend. zeigt er doch, dass das gespräch mit „nazis“ sehr sinnvoll ist. es entlarvt sie in der öffentlichkeit, es zeigt sie im demonstrationsalltag und hat damit wahrscheinlich eine positive wirkung für ein unwissende öffentlichkeit, die sich mit dem thema gar nicht auseinandersetzt.

  23. 23
    skore

    @Malte Welding: Sehr interessanter Clip. Erinnert mich ein wenig an etwas von Johann König, wo er über Reality-TV-Shows erzählt – die Kamera schwenkt durch die Wohnung und man rätselt, was jetzt hier das schlimmste ist und eine eigene Show braucht um das wieder hinzubiegen.

    In diesem Clip denkt man zunächst die sind einfach nur wahnsinnig. Dann schwenkt man um auf unterinformiert. Dann vollkommen ignorant und desinformiert. Dann bewusst falschaussagend und manipulativ. Dann gewalttätig und aggresiv. Und der krönende Abschluss ist dann, wenn der aggresive Rudelsführer dem Mob den Mund verbietet und die direkt spuren.

    Ich persönlich denke es ist schon eine Frage wo man die Grenze zieht zwischen nötigem Diskurs (der selbstverständlich da ist) und Ressourcenverschwendung. Evolution ist grundsätzlich Mischkalkulation. Wenn wir uns zu wenig damit aufhalten, uns umeinander zu kümmern endet es genauso im Chaos wie wenn wir versuchen jedem Deppen die Welt 100% verständlich zu machen. Manche Menschen kommen einfach über einen bestimmten Horizont nicht hinaus – das einzige was man da versuchen kann ist, den Leuten, die genau das ausnutzen, den Wind aus den Segeln zu nehmen.

    Also – mit Menschen, die nicht diskutieren wollen, oder sich den Mund verbieten lassen ist kein Diskurs zu halten. Ebensowenig mit Leuten die Grundsätze halten, die so vollkommen weltfremd sind das jeder Diskurs zum Scheitern verurteilt ist.

    Meiner Meinung nach ist das einzige, was sowas ausbügeln kann tatsächlich nur eine „bessere“ Gesellschaft, die verhindert das Menschen in solchen Extremen Zuflucht suchen.

    Bis dahin wird (wie in den Videos) mit allen Mitteln versucht dagegen zu drücken – Humor, Gesetze, etcpp. Ob das was bringt ist eine andere Frage. Ist eben wie mit allen Dämm-Maßnahmen.

    (Das Ende bei König war übrigens – „eigentlich sollte man das alles mal sprengen. Und dann da eine Wiese hin machen. Das sich das alles mal beruhigen kann. Und arte sendet dann ein paar Wochen nur die Wiese.“ – leider sehr sympatisch.)

  24. 24
    Olaf

    @heidrun Den Film hat Mel Brooks übrigens neu verfilmt. In einem Interview wurde er gefragt, ob er es für legitim hält sich über Nazis lustig zu machen. Seine Antwort war sinngemäss: “ Wenn 1933 mehr Leute Adolf Hitler ausgelacht hätten, wäre er vielleicht nicht gewählt worden“.

  25. 25
    christoph

    hier wird ein wenig durcheinander geschwurbelt, was nicht zusammen gehört:
    Ich habe mich auch schon oft über die Unfähigkeit beispielsweise in den Länderparlamenten geärgert, sich mit der Nazibrut auseinanderzusetzem, wettstreit der Argumente usw. – in der Politik erforderlich.
    Aber die hier geht es um einen Verein, der es sich doch leisten kann, engstirnig zu sein und laut zu sagen, die mag ich nicht, Faschopack raus, Ende der Diskussion, oder hab ich was falsch verstanden?

  26. 26

    @skore:
    „evolution ist grundsätzlich mischkalkulation“ solltest du dir patentieren lassen.

  27. 27
    DerBenni

    Das letzte „Komm pack an!“ im NPD-Video hört sich übrigens so an als wenn es Otto Waalkes singen würde…
    Ich weiß nich was man dazu noch sagen soll. Das die lächerlich sind ist doch wohl klar. Und damit steht auch schon fest, dass man drüber lachen sollte. Ignorieren und totschweigen sind ja keine optionen.

  28. 28
    skore

    @Malte Welding: Ich werf damit im Alltag schon genug um mich, also müsste ich da eigentlich Copyright drauf haben… Dies erkläre ich hiermit öffentlichkeitswirksam als lizensiert unter GNU/GPLv3.

  29. 29

    Zitat Udo Vetter:

    Engstirnig, indem man eine politische Einstellung zu einer Krankheit erklärt („Prävention statt Therapie“). Intolerant, indem man Andersdenkende ausgrenzt, statt die sachliche und, wenn notwendig, rechtliche Auseinandersetzung mit ihnen zu suchen. Menschenverachtend, indem man Rechte für minderwertig erklärt, sie zu Unpersonen macht.

    Als Erwiderung darauf möchte ich hier zunächst zwei Zitate zu Bedenken geben:

    „Toleranz wird zum Verbrechen, wenn sie dem Bösen gilt.“
    Thomas Mann, Der Zauberberg

    „Es gibt drei Dinge, die sich nicht vereinen lassen: Intelligenz, Anständigkeit und Nationalsozialismus. Man kann intelligent und Nazi sein. Dann ist man nicht anständig. Man kann anständig und Nazi sein. Dann ist man nicht intelligent. Und man kann anständig und intelligent sein. Dann ist man kein Nazi.“
    Gerhard Bronner, Rede zum 60. Jahrestag der Befreiung des KZ Gunskirchen

    Ergänzend zu Letzterem möchte ich nur noch eins anmerken:
    Mag sich jeder selbst die Frage stellen, ob er es für sinnvoll erachtet, sich argumentativ mit Leuten über rechtsradikale Positionen auseinanderzusetzen, die nicht über ein Mindestmaß an Anstand und Intelligenz verfügen. Was mich betrifft, ich halte das für vergebliche Liebesmüh.

  30. 30

    „Man ist in Deutschland allzu bereit, sich offenkundig zum Bösen zu bekennen, solange es so aussieht, als wollte diesem die Geschichte recht geben.“

    ebenfalls sehr interessant von thomas mann

    wenn man thomas manns zitat aus Iris‘ beitrag ernst nimmt können wir gleich Dachau etc. wieder anwerfen und nazis vergasen (und wolfgang schäuble – wenn wir grad schon dabei sind).

    unfassbar – erschreckend

  31. 31
    skore

    @thomas maier: Nicht tolerieren ist also gleichzusetzen mit vergasen? Werden hier bei Spreeblick eigentlich Trolle auch disemvowelled?

    Also ich kann andere prima nicht tolerieren ohne ihnen gleich an den Hals zu springen. Ich stimme dem ursprünglichen Zitat vollkommen zu: In dem Sinne, dass etwas falsches aus Toleranz geschehen zu lassen eindeutig fehlgeleitete Toleranz ist.

    Vollkommen unpassendes Zitat… schlechte Überleitung… Übersteigerung… Beschuldigung des anderen als Nazi. Das ist ja wirklich schon ein Lehrbuch-Troll.

    (Gibts disemvowelled eigentlich auch übersetzt? Ausvokalisierung?)

  32. 32

    „Das schwierige meiner Meinug nach ist doch zwischen Leuten wie Vogt und Rieger und dem gemeinen Rechten der von irgendwelchen Trends zur NPD hingetrieben wurde. Bei letzteren denke ich hat man Chancen ihn sozusagen zu läutern, denn so tief kann er nicht verwurzelt sein. Oft haben die doch die Ideologie nur oberflächlich verstanden und noch nicht tief verinnerlicht.

  33. 33
    Marc

    @thomas maier:

    Nicht-Toleranz gegenüber eine Ideologie, die anderen Menschen aufgrund deren Herkunft (oder sexueller Orientierung oder Gesundheit, etc.) ihre Rechte (bishin zum Recht auf Leben) abspricht, ist also gleichzusetzen mit dem Holocaust – bzw führt in der Konsequenz zu einem neuen Holocaust…?!

    Man kann bzgl. des „richtigen“ Umgangs mit Nazis gerne diskutieren – solche Gleichsetzungen möchte ich mir trotzdem verbitten. Mal ganz davon abgesehen, dass sie von einer mangelnden Auseinandersetzung mit dem Holocaust zeugen.

    Ich persönlich stimme Maltes ausführungen fast uneingeschränkt zu und denke, dass es zum einen schlicht Zeitverschwedung ist, mit NPD und Konsorten zu diskutieren und halte zudem Rassismus und Antisemitismus für nicht diskutabel. Mir würde es auch niemals einfallen, mit einem pädophilen Gewalttäter darüber zu diskutieren, ob sexueller Missbrauch von Kindern abzulehnen oder zu tolerieren sei…

  34. 34

    @thomas maier (#30):

    wenn man thomas manns zitat aus Iris“™ beitrag ernst nimmt können wir gleich Dachau etc. wieder anwerfen und nazis vergasen (und wolfgang schäuble – wenn wir grad schon dabei sind).

    HÄH?! Wie kommste denn vom Thomas-Mann-Zitat auf das Gleis? Gibt’s für Dich nur entweder Tolerieren oder Umbringen? Nach meinem Verständnis hat Thomas Mann das so ganz bestimmt nicht gemeint. Und auch verurteilte Verbrecher werden in unserem derzeitigen System meines Wissens nicht vergast. Oder hab‘ ich da was verpasst?

    Erschreckend finde ich persönlich allerdings eher die aus Deiner Interpretation erkennbare Tendenz zu Extrempositionen.

  35. 35
    skore

    Ok, offensichtlich:

  36. 36
    SD

    Ich sehe das eher wie Udo.

    Gefestigte Nazis wird man damit kein Stück beeindrucken können und für angehende Nazis ist es eigentlich auch unsinnig.
    Wenn irgendwann mal jeder Nazis deshalb scheiße findet, weil das alle anderen auch tun und man sich so schön gemeinsam über sie lustig machen kann, wächst die Gefahr eines Wiedererstarken doch eher noch.
    Das Auseinandersetzen in Diskussionen mit Nazis muss sein, damit immer klar bleibt warum Nazis scheiße sind. Wenn das vor lauter Lustigmachen in Vergessenheit gerät, können sie überall dort ohne Gegenwehr mit ihrem Gedankengut punkten, wo sie nur jemand finden, der mal kurz zuhört.

  37. 37
    Torsten

    Hier geht es nicht um falsche Toleranz, sondern um blöde Gegenmaßnahmen.

    Was sind denn die Folgen? Die Nazis können sich wieder als arme Opfer der „Systemmedien“ darstellen. Die angesprochenen Schüler lernen so nichts, was sie vom Nazitum abhalten würde. Im Zweifelsfall lernen sie sogar, dass es OK ist, blöde Witze über andere zu machen. Wenn keine Auseinandersetzung mit der menschenverachtenden Ideologie stattfindet sind Nazi eine gesellschaftliche Randgruppe.

  38. 38
  39. 39
    Jan(TM)

    Hm, ich kann das unverzichtbare Walther Moers Video nicht einbinden?!

  40. 40
    Vernunft

    Diese Nazi-Hysterie nimmt immer mehr surreale Gestalt an.
    Das beginnt schon mit dem Ausdruck an sich.

    Ein völlig irrational-emotionalisierter Kampf gegen Gespenster aus einer vergangenen Epoche, während die echten heutigen „Nazis“ ganz wo anders im Abseits des öffentlichen Interesses agieren…

  41. 41
    skore

    @Jan(TM): Ich konnte das auch nur beim nach-editieren meines Kommentars einfügen. Test:

    klappt! Also einfach nach dem Absenden nochmal editieren und hier den embedded-schnipsel einfügen.

  42. 42
    Krischan

    Irgendwie fällt mir bei den recht kompromisslosen Vergleichen und Aussagen zur Diskussionsfähigkeit von Rechten nur ein weiterer Vergleich ein:
    „Mit dem Rechten gibt es kein Paktieren, sondern nur das harte Entweder-Oder.“

    Als wenn ein „Rechter“ immer gleich der kruppstahlgehärtete Rechte wäre, mit dem es keine Diskussionsgrundlagen gibt. Als wenn man einen irrenden und wirrenden und suchenden Jugendlichen mit genug Hohn und Spott nicht eher zu einem überzeugten Nazi machen könnte.

  43. 43

    @Vernunft:

    liebe vernunft, du hast recht, wenn es darum geht, was es politisch zu befürchten gibt – nicht viel, dafür ist der haufen letztlich zu wenig telegen, zu zerstritten, zu alles.
    aber den leuten, die ich kenne, die von nazis verprügelt worden sind, kann man schlecht sagen, dass ihnen ihre phantasie da einen streich gespielt hat.

  44. 44

    Ich glaube nicht, dass man mit „Auslachen“ an Teenager rankommt, die sich ausgegrenzt und missverstanden fühlen. Zumindest im Klischee sind das arme, geprügelte Existenzen die Halt und Freundschaft in rechtsradikalen Organisationen suchen. Mit Häme gegen Rechts steigt dort doch auch nur wieder das Gruppengefühl. Große Wirkung wird diese Kampagne daher wohl nicht haben.

  45. 45

    @Malte Welding: Die Menschheit stirbt am Fakt der Tryannisierung durch Pauschalisierung. „Die Juden kontrollieren die Medien“, wenn es nach religiösen Richtungen gehen müsse, würden wir die faktischen Datierungen sowieso verändern. Wer sich wie ein Trottel vor die Kamera stellt und nicht einmal weiß, wofür er steht, der muss sich vor Verachtung nicht schüren, aber den einen gefällt es zum Aussenseitertum erklärt zu werden, als Märtyrium de fakto, weil es Menschen gibt, die es besser wissen wollen.

    Leute, die wirklich nur noch Hass spüren und nichtmal wissen wieso, die würden gegen jeden und alles rennen und mit diesen Worten stammeln um sich ein bisschen Befriedigung zu verschaffen.

  46. 46

    es gibt da so etwas das nennt sich „hyperbel“ – zur verdeutlichung des gemeinten. ;)

    aber es ist nunmal das krux der menscheit sofort schubladen zu erstellen.

    intolleranz ist nichts anderes als völlige ablehnung, oder nicht? so definieren das sich auch die linksextremen. und wieso sollte ein mensch der etwas völlig ablehnt (sinngemäß als entartet betrachtet) dulden?

    intolleranz gegen anderes denkende – meiner meinung nach in jeder hinsicht entschieden zurückzuweisen.

    achja.. vllt sollte ich erwähnen dass ich zwischen links- und rechtsradikalen keinerlei unterschied mache. dann wird meine position vllt klarer.

  47. 47
    skore

    @thomas maier: Sorry, das hat mit einer Hyperbel so gar nichts gemein. Bitte mal mit wikipedia vergleichen. Du hast einen Strang der Diskussion ad absurdum geführt, nicht einfach übertrieben. Ebenso hast du nichts verdeutlicht (was auch das größere Problem ist), sondern einfach *nur* maßlos übertrieben.

    Toleranz bedeutet erdulden; Intoleranz bedeutet nicht erdulden. Jemanden nicht zu erdulden (weil er zB nur unverständliches Zeug redet) kann bedeuten, ihm zu sagen er solle doch besser die Klappe halten. Nicht zu erdulden, dass ein Verbrecher Menschen umbringt kann bedeuten, ihn für eine lange Zeit ins Gefängnis zu stecken.

    Darauf bauend zu behaupten, dass jegliche Intoleranz direkt Todesstrafe oder schlimmeres bedeutet sprengt den Rahmen einer Übertreibung – da sie offensichtlich völlig realitätsfern ist.

    Und nein, deine Position wird nicht klarer wenn du erzählst das für dich links- und rechtsradikale ein und dasselbe sind. Aber es hilft, sich deine Verwirrung auszumalen. Du wirfst da mit Begriffen um dich… bitte alle mal gründlich nachschlagen.

  48. 48
    Banjo Hansen

    Ich moechte alle Diskutanden bitten, diesen Exkurs auf dem Marktplatz in Wittstock (Dosse) life nachzuspielen. Die dortige Bevoelkerung hat nicht viel zu lachen, dies koennte sich jedoch im Angesicht dieser hier gefuehrten Diskussion aendern. Scheitern durch intellektuelle Ueberfrachtung im Schutz der Anonymitatet des Netzes, draussen aber schrumpft das Ego. Hier sind alle einer Meinung, schoen, aber die Mitlaeufer, die es zu erreichen gilt, sind nicht hier und ihr geht nicht zu ihnen.

  49. 49

    Eine starke Demokratie muß auch ein paar Idioten aushalten. Solange man sich damit schwer tut, die NPD zu verbieten, müssen wir mit ihr leben. Und sollte sie einmal verboten sein, ist das keine Garantie dafür, daß die ehemaligen Mitglieder und Symphatisanten, dann plötzlich ganz normal im Kopf werden.

    Im übrigen empfinde ich jedes Verbot einer Demo, ganz gleich, ob links oder rechts als Beleidigung. Ich will mir nicht vom Staat unterstellen lassen, daß ich empfänglich für irgendwelchen Unsinn bin, den andere auf der Straße herausbrüllen. Der Staat muß meinen Intellekt nicht beschützen, ich bin nicht blöd und kann selbst entscheiden, wofür oder wogegen ich bin.

    Wenn der Staat glaubt, Parolen seien ansteckend, dann müsse er ja nur Demos organisieren, in denen die Menschenrechte, das Grundgesetz, Algebra und die Rechtschreibregeln hinausgeschrien werden. Dann wäre die Welt ja ganz schnell wieder in Ordnung.

    Schlüssel zum Erfolg ist allein Erziehung und Bildung, Bildung, Bildung! Wer weiß, was Holocaust und Faschismus sind, wer weiß, wieviel Elend der 2.Weltkrieg angerichtet hat, der ist gegen rechte Gesinnung gewappnet. Ausnahmen gibt es immer. Selbst Helmut Schmidt hat in der Reportage „Helmut Schmidt außer Dienst“ sinngemäß gesagt, daß in Deutschland etwa 15 Prozent der Bürger anfällig für rechte Ideologien sind. Das ist schon erschreckend, aber 85 Prozent der Bürger sind dann eben nicht anfällig! Ist das nicht eine große Leistung unserer Gesellschaft? Noch vor 70 Jahren war es genau umgekehrt, da hat die Mehrheit in Deutschland „Hurra!“ geschrien, als es um Judenverfolgung ging.

    Wer jemanden verprügelt, ermordet, beleidigt gehört bestraft, da sind wir uns sicher einig. Das ist klar geregelt und unumstritten.

    Und was ist mir rechtsextremen Parolen? Was ist mit linksextremen Parolen? Wie weit kann man die unter Meinungsfreiheit verbuchen? Wie weit kann, soll, darf Meinungfreiheit gehen?

  50. 50

    toleranz bedeutet erdulden?

    ich versuch mal wieder zum kern zu kommen: ihr (die pro’s) seid also für nazis-auslachen.de? ihr wollt irgendetwas bewegen, indem ihr mit gleichen waffen zurückschlagt? wäre es nicht besser mit gutem beispiel voranzugehen? und wäre es nicht besser – wie mane s immer lernt – probleme bei der wurzel und nicht beim kopf zu packen? zeugt meinstream-linkes verhalten nicht eher von engstirnigkei als offenheit auch gegen über gruppen die eine meinung vertreten die für uns unhaltbar ist? was richten sie aus? was richtet nazis-auslachen aus außer durch peinlich klischeehafte und antipädagogische videoclips sich selbst ins lächerliche zu ziehen? ist der gefähliche nazi der nazi mit dem baseballschläger oder doch eher der nazi der rechten populismus betreibt und damit von der blinden bevölkerung verehrt wird (wie zb die österreicher heute)? wenn man so intollerant ist, wieso fühlt man sich dann noch schäbig dabei wenn einer der jörg haiders stirbt wenn man sie eh schon nicht mehr als menschen ansieht sondern als ausgeburten einer inakzeptablen bösartigen ideologie (die sie zweifellos ist)? ist es nicht vielleicht in gewisser weise sogar nachvollziehbar dass menschen in sozialen brennpunkten die eine augenscheinliche oder auch echte unfairness von staat erfahren haben sich anti-demokratischen gruppierungen anschließen – ach aus mangelnder schulbildung etc? ist es rechtens, diese menschen zu beleidigen anstatt auf sachliche und konstruktive art und weise das problem zu lösen? aussteiger reden von „halt“ und (falscher) „geborgenheit“. sollte es nicht ziel einer in sich gesunden bevölkerung sein, den rechten auf diese weise die luft zu nehmen? gibt nicht nazis-auslachen gerade erst recht zunder? wird sich irgnedetwas ändern außer einer noch größeren distanz zwischen beiden parteien? habe mut dich deines eigenen verstandes zu bemühen.

  51. 51
  52. 52
    skore

    @thomas maier: Also langsam reichts mit dem trollen. Der Konsens hier ist eigentlich eher, das nazis-auslachen.de wenig bringt (lesen, etc.). Der einzige Punkt den du bringst wurde schon öfters (auch hier) geschrieben – Man sollte sich mit den Problemen beschäftigen, die Leute zu Nazis werden lassen. Punkt, fertig, aus. Da braucht man nicht so pseudo nachzutreten.

    Wo lachen über Nazis helfen kann ist um Befangenheit zu lösen. Humor kann dabei helfen, einen Kern der Sache darzustellen genauso wie das ein guter Sachtext kann. Ob das bei den Videos auf der Seite so ist, darüber lässt sich diskutieren. Ich find den Ansatz fragwürdig und die Umsetzung dürftig.

    Du hast mehrere Probleme, angefangen bei dem korrekten Verstehen von dem was andere in Bild, Wort und Ton von sich geben. Bitte daran arbeiten.

  53. 53

    @thomas maier: Also ich bin kein Pro und auch kein Kontra, ich bin ein denkender Mensch und nicht so einfach in eine Schablone zu pressen. Der Linke ist nicht nur links, der Rechte nicht nur rechts, der Katholik nicht nur katholisch und der Schwule nicht nur schwul. Der Mensch ist mehr als seine politische, sexuelle, philosophische Orientierung. Das geht in Richtung Diskriminierung. Sorry, kleine Polemik am Rande.

    Kurz zur Bildung. Ich meine damit nicht die Schulbildung, sondern die Bildung, die man durch die Gesellschaft erlangt. Durch Vorbilder, durch Begebenheiten, Erfahrungen. Meinetwegen nenne es „das Leben“! Was wir hier betreiben ist z.B. ein ganz starkes Signal, ein Bekenntnis zur Demokratie und Meinungsfreiheit, und man muß jedem sagen, der auch nur ansatzweise nach rechts tendiert: „Wenn Du frei sagen willst, was du denkst und nicht nur Parolen nachplappern willst, dann vergiß die Nazis, denn die wollen Freiheiten einschränken!“

    Ich finde solche Aktionen wie das hier beschriebene Nazi-Auslachen sind letztlich nur ein Beleg für die Ratlosigkeit der Gesellschaft. Wir haben als Rechtsstaat das Problem, daß wir eben mit rechtsstaatlichen Mitteln gegen Leute vorgehen müssen, die unser System und unsere Gesetze nicht akzeptieren. Und über diese Mittel lachen die Nazis meistens nur. Im Mittelalter wäre das alles einfacher gewesen, aber wir leben heute und nicht vorgestern wie die NPDler zum Beispiel.

    Schauen wir uns Horst Mahler an, ein Nazi erster Klasse. Der wandert mittlerweile regelmäßig in den Bau. Und? Er wird von den Rechten gefeiert. Und wer weiß, wieviele Mitinsassen er schon infiziert hat. So einem kommt man mit rechtsstaatlichen Mitteln nicht bei. Vielleicht ist auslachen da doch ein Ansatz oder nackt durch die Stadt jagen und mit faulen Eiern und Tomaten bewerfen, vielleicht schämt er sich dann mal.

    Wir können uns solchen Leuten nur immer wieder entgegenstellen, nimmermüde reden, argumentieren, meinetwegen lachen – rechtsstaatlich alles mögliche tun. Dummheit stirbt nicht aus.

  54. 54

    damit geben ich meinem vorredner recht – außer eben dem punkt dass nazis-auslachen.de kein „ansatz“ ist.

    ich denke dass die lösung dieser problematik (und sie scheint zu steigen) in zwei – nein in einer sache liegt: lösung der probleme (zb soziale ungerechtigkeit) die eine stufe darunter liegen. der zweite punkt wäre dass sich die nazis von selbst (vielleicht durch medien oder ein neues umfeld) auf die „mittelschiene“ zurückbefördern lassen. aber das sit wohl idealismus :D.

    kann skore nicht mal bitte seine flameware einstellen? (erste und letzte zeile – und die andere kommentare) – danke

  55. 55
    carlo

    Nazis-auslachen bedient dieselben Ausgrenzungsverhaltensweisen, auf denen der historische Nationalsozialismus aufgebaut hat. Die Folge ist die Gefahr eines neuen Faschismus, der sich in einigen Jahrzehnten gaenzlich unironisch als Mohammed-ernstnehmen und Andersdenkende per Fatwa exekutieren aeussern wird.

  56. 56

    @thomas maier: soziale Ungerechtigkeit? Mmh… die sehe ich auch. Werde ich deshalb gleich Nazi? Ich bin mit solchen Thesen vorsichtig, weil man da schon kurz davor ist, die Nazis zu verstehen und ihre Ansichten zu teilen. Das ist keine Unterstellung!!! Du hast ja nur versucht zu analysieren. Aber das hat ein bißchen was von: „Dein Vater hat dich jahrelang geschlagen, jetzt hast du ihn erschlagen. Das verstehe ich.“ Da darf man (meine Meinung) kein Verständnis haben.

    Sollen sie sich doch in vernünftigen Parteien engagieren und versuchen, etwas zu ändern. Parteien gibt es doch genug. Jedenfalls bessere als die NPD.

    Kleine Frage am Ende: Kann man mit Leuten, die behaupten, es gabe in Cottbus und Eberswalde zu viele Ausländer, die den Deutschen die Arbeit wegnehmen, überhaupt sachlich reden?

  57. 57

    @carlo: Stellt euch vor, man dürfte Carlo für diesen dämlichen Kommentar nicht auslachen?

    Was wäre das für eine Welt?

  58. 58

    unwissenheit ist kein delikt, denke ich. ich versuche nicht nazis zu verstehen. aber wenn wir über uns selbst nachdenken würden und die thesen freuds und co. mit einbeziehen, was würden wir heite für eine einstellung haben, wenn unser umfeld aus rechten besteht, die familie sozial und finanziell eher der unterschicht angehört und die schule einem massive probleme bereitet hätte? ich denke wenn alles zusammenkommt ist die zuneigung zu extremistischen ideologien (und das ist mit linken marxistischen ideologien nicht anders) sehr hoch. was wären wir? hätten wr uns wirklich – wenn wir in der ns-zeit gelebt hätten dagegengestemmt á la weiße rose oder wären wir vielleicht sogar in der HJ gewesen.. natürlich kann man schnell sagen: „ich wär dagegen gewesen!“ aber so einfach ist das nicht. ich habe mehr mitleid mit mit den nazis oder anderen extremistischen gruppen oder einfach nur rechts-denkenden. auslachen ist meiner meinung nach völlig fehl am platz. dies alles gilt natürlich nicht für die rechten populisten – deren perverses rassenverständnis ist mir völlig unbegreiflich und schändlich.

    @Max Winde: als moderator sollte man aber schon etwas integrität und toleranz wahren und nicht so hirnrissige flames abgeben.
    die welt wäre reicher und würe den guten humor wieder schätzen.

  59. 59
    Thibaut

    Aber schon der Domain-Name „Nazis-auslachen“ hat sowas verkrampftes:

    „Und jetzt alle zusammen: Ha ha ha ! Lachen wie sie aus, diese Nazis ! Ha ha ha…“

    Ich glaub ich hab ein anderes Humorverständnis…

  60. 60
    skore

    @thomas maier: Hallo Sittenpolizei. Dir fällt wirklich kein bisschen die Ironie auf, die du bisher so grandios darstellst?

    Moderation: Angebracht und bitte, bitte mehr.

  61. 61
    Somebody

    Also ganz ernsthaft. So einen Schwachsinn hab ich ja schon lang nicht mehr gelesen. Wie kommt man darauf so viel Unsinn auf so wenig Seite zu plazieren?

  62. 62

    dummes mainstream linkssein
    nazis voll raus und so! aber ends!

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