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Die Kulturflatrate ist da — wenn man auf der Isle of Man lebt (UPDATE)

Ist man Isle-of-Manner, wenn man dort lebt, oder Maniac? Wie auch immer: Während die Musikindustrie auf der MIDEM in Cannes die Vor- und Nachteile von Flatrate und/ oder Einzellizenzen diskutiert, probiert die Isle of Man die Pauschlagebühr für Musikdownloads einfach mal aus.

Trotz vorhandener Sympathie für die Bemühungen um eine Lösung glaube ich noch immer nicht an eine Flatrate, da ich davon ausgehe, dass die Abrechnung an Künstler trotz technischer Machbarkeit nicht individuell, sondern ebenfalls pauschal (nach Radio- und TV-Einsätzen, Live-Auftritten usw.) stattfinden würde bzw. wegen des enormen Verwaltungsaufwands stattfinden müsste. Das größte Stück vom Kuchen würde damit weiterhin an diejenigen gehen, die eh schon satt sind. Zudem stellt sich m.E. die Frage, für welche Bereiche dann wie viele Flatrates nötig wären — gäbe es eine für Musik, bräuchte es auch eine für Film, eine weitere für Texte, eine nächste für TV-Archive, vielleicht auch eine für Fotos …

Und letztendlich halte ich eine Flatrate für unfair gegenüber den Künstlern.
Kunst ist keine Dienstleistung, die man pauschal abrechnen kann.

[update] De:Bug schreibt: „žThe Register.co.uk meldet jetzt, zumindest einer der großen ISPs (groß bei 80.000 Anschlüssen?) hat davon noch nichts gehört, und derjenige, der das Thema auf der Midem aufgebracht hat, ist ein Radiomoderator.“

19 Kommentare

  1. 01

    Zur ersten Frage, steht doch in dem verlinkten Wikipedia-Artikel:

    „Die Bewohner bezeichnen sich und ihre Insel nach der keltischen Sprache als „žManx“.“

  2. 02

    @Armin: Ich muss wieder Smileys lernen „¦ ;)

  3. 03

    Woher stammt das Bild?
    Ich war da schon und war vom gesamten Kunstwerk sehr begeistert“¦ aber wo war das?
    Berlin? Wiesbaden? Freiburg?

  4. 04

    @Johnny Haeusler:

    Ironie funktioniert nicht auf’m t’interweb. Das solltest Du doch jetzt wissen ;-)

    Und zum eigentlichen Thema:

    Bei Rene hat jemand die Frage auch schon gestellt, eine recht interessante Frage wie ich finde: Wie ist das dann eigentlich mit denen die nicht alles aus dem Netz „saugen“ wollen/koennen? Werden die dann bestraft weil sie lieber ganz altmodisch eine oder auch mehrere CD kaufen? Im Vergleich duerften deren Kosten erheblich hoeher sein, es sei denn die „Flatrate“ wird recht hoch angesetzt. Womit so einige sie dann doch wieder nicht bezahlen werden und sich die Sachen trotzdem runterladen.

  5. 05

    @Armin: Eine der weiteren, vielen Fragen, ja. Wie die Manxer das für 1 Euro machen wollen, ist mir auch rätselhaft.

  6. 06

    Die haben ja auch „ž100 Prozent Breitbandpenetration“ (was für ein Ausdruck!).

    1. Ist es nicht jetzt schon ungerecht, weil es sowieso keinen Bezug zwischen Aufwand und Ergebnis gibt? Ein Album kostet immer etwa das Gleiche, egal, was ich da reingesteckt habe. Gleiches gilt für Bücher, Fotos etc.

    @Armin: 2. Gibt/Gab es nicht auch auf Kopierer/Rohlinge/Cassetten so eine Kopier-Pauschale?

    3. Wenn es wirklich Kunst ist, gehorcht es sowieso seinen eigenen, Kunstmarkt-Gesetzen, und diese sind im Verhältnis ja nicht gerechter, sondern absurder.

    4. Ist alles andere nicht vielleicht wirklich so etwas wie Gebrauchs-Pop wie in der Fotografie (Stock-Photos), Literatur (9 Euro-TB-Roman) und damit durchaus durchschnittlich abrechenbar?

    Ich bin sehr gespannt, was bei dem Experiment herauskommt!

  7. 07

    @Martin: Dass Alben (fast) gleiche Preise haben, ist eher so ähnlich wie die Buchpreisbindung, würde ich sagen. Im Wettbewerb könnte sich Megastar A sonst leisten, sein Album viel günstiger als Neukommer B zu verkaufen. Ist aber Vermutung.

    Spannend bleibt das alles sowieso. Teste gerade spotify.com und finde das äußerst interessant.

  8. 08
    Stephan

    Hm, also ich möchte selber entscheiden welchem Kulturschaffenden ich welche Zuwendungen zukommen lasse. Ich gebe zu Bedenken, dass gerade die Exoten und Visionäre, die ihrer Zeit weit voraus sind, unter einer Kulturflatrate enorm mehr leiden würden als sie es eh schon tun.

  9. 09

    @Johnny Haeusler:

    Im Wettbewerb könnte sich Megastar A sonst leisten, sein Album viel günstiger als Neukommer B zu verkaufen.

    Das vermute ich auch. Es gibt so viele Faktoren, die den Preis bestimmen müssten.

  10. 10

    Der Unterschied zwischen GEMA und Kulturflatrate ist, dass man die Abrechnung tatsächlich fairer machen könnte. Während die GEMA wegen des Verwaltungsaufwandes nur einen Teil der Radiostationen, Discos und Co. befragen kann, kann eine Kulturflatrate recht mühelos große Samples nehmen. Gibt ja auch Firmen wie BigChampagne, die den P2P-Traffic angucken und Statistiken erstellen. Genauso könnte das eine Verwertungsgesellschaft auf Basis von anonymisierten Daten machen. Nimmt man ein Sample von mehreren Hunderttausend Internet-Nutzern, bekommt man schon eine recht feingranulare Abrechnung, die auch fair gegenüber kleinen Künstlern ist.
    Man kann zur Frage „Was wurde herunter geladen“ auch „was wurde angehört“ klären, dann hat man auch die Diskrepanz zwischen „klein aber fein“ und „der Neue Madonna-Song ist schrott“ ein bisschen besser geregelt, will sagen: manche bekannten Künstler lädt man einmal runter, hört sie aber auch nicht öfter, manche Künstler laden nur wenige, dafür hören sie diese tausendfach an.
    Ergo: Wenn man’s richtig macht, geht das auch ohne unfair zu sein.

  11. 11

    @Julian:

    Wenn es richtig fair sein sollte dann muesste es aber auch keine „Musikflatrate“ sondern eher eine „Kulturvolumenrate“ sein. Warum soll Grandma Ferguson die 5 Volkslieder im Jahr runterlaedt genauso viel zahlen wie ein Rene der 5000 Songs im Jahr runterlaedt?

  12. 12

    Die Kreativen werden immer die Opfer der Faulen, Geizigen und Armen sein (bei denen kann man es ja noch verstehen).

    Ich bin altmodisch und habe noch immer gern das Album selbst in der Hand. So geht es sicher vielen, aber runterladen ist praktisch und günstiger. Raubkopieren ist ja immer noch Volkssport. In ein paar Jahren wird man vielleicht eine Lösung für faire Abrechnungssysteme gefunden haben oder aber aus Resignation mit allen Mitteln Verbote errichten.

    Letztlich ist alles eine moralische Frage.

  13. 13

    Die Sprache heißt „Manx“. Das Adjektiv: „manx“. Einwohner der Isle of Man: „Manxman“.

    An sich eine interessante Idee, vor allem in anbetracht der Kommerzialisierung der Musik, und damit auch eine „Ent-Kunstung“ der Kunst. Man müsste aber auch die Künstler fragen.

  14. 14

    Mal ne völlige Offtopic Frage.
    Wer singt denn dieses Computer Lied wo jemand einfach nur Computer Begriffe runterrattert. Habe ich heute bei Motor FM gehört und nicht mitebkommen wer das war?

    Update: Meine Liebste wußte Rat. Deichkind: „Ich und mein Computer“ Sorry für die Störung :)

  15. 15

    Du Arsch

    Dein Artikel dient auch der weiteren Nutzung
    von http://www.Spreeblick.de, mit all seinen doofen.
    oder doch recht gescheiten/bewertet/ Nutzern.

    Mein ja nur,

    dass es mir
    nicht sonderlich
    darauf ankommt. @PiPi

  16. 16

    Bin auch eher skeptisch gegenüber ner Flatrate. Solche top-down Ansätze klingen auf dem Papier immer ganz gut, bei der Realisierung wirds dann schwierig.

    Spotify ist, denke ich, die inovativere Antwort auf das Problem, das sich für Kreative stellt, wenn alles quasi kostenlos verfügbar ist. Man muss, wie es Kevin Kelly ausdrückt einfach etwas besseres als kostenlos anbieten. Das geht auf verschiedene Art und Weise. Spotify bietet ne Community und direkten Zugang zu aller möglichen Musik. Gutes Essay dazu von Kevin Kelly:
    http://kk.org/ct2/2008/12/earning-money-from-the-free.php

  17. 17
    Rüdiger

    „Ist man Isle-of-Manner, wenn man dort lebt, oder Maniac?“

    Wow, was für eine unerhört dummdreiste Einleitung. *klatsch, klatsch*

  18. 18
    helmboy

    @Nathanael: Das ist in Frankfurt/Main an der U-Bahn-Station Römer der Aufgang zur Schirn.

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