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Amok Koma

Meinem ursprünglichen Drang, sofort nach der gestrigen Ausstrahlung von „Hart aber fair“ zum Amoklauf in Winnenden (ARD, hier die Aufzeichung) meine Gedanken ins Internet zu schreiben, konnte ich widerstehen, ich wollte einen Impuls-Artikel vermeiden. Mein Ärger hat die Nacht jedoch überstanden.

Es ist ja nicht grundsätzlich falsch, sich der Frage „Warum?“ anzunehmen, selbst wenn man sich der Unbeantwortbarkeit noch so bewusst sein mag. Die sicher in bester Absicht als erwachsene Sorge getarnte Hilfslosigkeit der gesamten Sendung kam mir jedoch über weite Strecken fatal ignorant und geradezu arrogant vor.

Wo Annäherung gefragt ist, sendet die ARD Ausgrenzung, wo es um gesellschaftliche Ursachenkomplexe gehen muss, bekommt der Zuschauer Klischees geliefert, die er mit einem „Ich hab’s ja immer gewust“-Nicken bestätigen kann. Es debattieren (neben Pfeiffer, dessen Talkshow-Abo sich offenbar automatisch verlängert) Akademiker, Politiker, Forscher, Journalisten, dazu ein Schülervertreter und als Gast ein Schüler, der an seiner Schule lange Zeit gemobbt wurde. Es ist im Großen und Ganzen eine Sendung von gesellschaftlich gefestigten Erwachsenen für gesellschaftlich gefestigte Erwachsene. Diejenigen, um die es gehen muss, tauchen als Zerrbilder auf, als Internet-Benutzer, als Ballerspieler, als fremder Mikrokosmos und damit vor allem als das, für was sie sich offensichtlich nicht ganz unbegründet selbst halten: Aliens.

Man sollte sicher nicht den Fehler begehen, den Medienwandel in dieser Debatte völlig auszuklammern — wer wirklich glaubt, dass konstanter und unbegleiteter Konsum von Ego-Shootern oder ekelhaftesten Videos im Netz keinerlei Auswirkungen auf junge und vielleicht labile Charaktere habe, der begeht den gleichen Fehler wie diejenigen, die solchen Medieninhalten die Schuld an einem Amoklauf geben: er macht es sich zu leicht. Es ist daher zwar richtig, auch über Medien zu reden, es ist aber sträflich falsch, über die sehr viel wichtigeren Themen nicht zu reden:

Der Täter von Winnenden begab sich anfänglich nicht in die lokale Sparkasse für seine Tat, er schoss nicht in die Häuser seiner Nachbarschaft, sein Ziel waren ursprünglich nicht die lokale Polizeidienstsstelle oder der Juwelierladen im Dorf. Der Täter von Winnenden begab sich genau wie seine tragischen Vorgänger direkt in eine Schule, um dort Schüler und Lehrer hinzurichten. Er begab sich in die Schule, die er eigentlich schon hinter sich gelassen hatte, die jedoch den größten Teil seines Lebens bestimmt hatte, so wie Schulen das Leben von allen Kindern und Jugendlichen hierzulande bestimmen. Schulen, die trotz einer völlig veränderten Gesellschaft noch immer so funktionieren sollen, wie Schulen schon zu meiner Zeit mehr schlecht als recht funktioniert haben. Schulen, die von einer Scheinreform zur nächsten taumeln, an denen überforderte Lehrer hilfslos vor neuen Medien stehen, Schulen, an denen sich junge Menschen auf das Leben als Erwachsene vorbereiten, ein Leben, das, sowas lernt man schnell, keinen Platz für Opfer bietet. Was bleibt, wenn man kein Opfer1 sein will? Man wird Täter.

Doch über Schulen wird bei „Hart aber fair“ zur Primetime in der ARD nicht diskutiert. Natürlich verlangt auch niemand ein Verbot von Schützenvereinen, und ein solches Verbot wäre auch tatsächlich albern, doch die generelle Krux wird dadurch schnell klar: Ursachen werden niemals im bestehenden System gesucht, sondern ausschließlich im jungen, direkten und von der etablierten Gesellschaft weder akzeptierten noch verstandenen Kultur- und Sozialbereich der Täter. Harsche Angriffe gegen politische Verantwortlichkeiten ob konstanter Kürzungen im Sozialbereich? Hinterfragen der Ausbildung von Lehrkräften, Lehranstalten oder gar dem gesamten System? Kritik am eigenen Beitrag zur Medienlandschaft? Nicht bei „Hart aber fair“.

Dafür hat die „Hart aber fair“-Redaktion ein Video gefunden — natürlich im Internet, „frei zugänglich für jeden bei YouTube“, obwohl nach den sachdienlichen Hinweisen der Redaktion „einige Anbieter das Material entfernt haben“. Immer wieder die gleiche Misere: Aus den Augen, aus dem Sinn, see no evil, hear no evil.

Gezeigt werden Teile einer bitteren Video-Hommage an den Täter von Emsdetten 2006, dazu mehrere Texte, die sich mit scheinbarem Verständnis für seine Tat direkt an ihn wenden und die dabei wiederholt die sie umgebende Gesellschaft anprangern.

Wer danach endlich den inhaltlichen Schwenk zu eben dieser Gesellschaft erwartet, wird nicht nur enttäuscht, sondern schockiert. Denn Moderator Frank Plasberg fragt sich und seine Gäste im direkten Anschluss einfach nur, „wie gefährlich solch gewaltverherrlichende Videos für Jugendliche sein können“. Es ist, ich wiederhole mich gerne, zum Verzweifeln. Oder gar zum Durchdrehen.

Wie laut muss man als Jugendlicher eigentlich sein, um gehört zu werden?
Noch lauter als eine Beretta?

1Ich benutze den Begriff „Opfer“ an dieser Stelle in seiner indirekten Bedeutung und meine damit nicht die tragischen Opfer der Tat, deren Angehörigen mein echtes Beileid gilt.

Update: SpOn hat sich etwas Zeit genommen.

141 Kommentare

  1. 01

    Nun spiele ich zwar gar nicht am Computer. Doch psychisch krank (auch Depression) bin auch ich. Und ich höre u.a. Metal. Und Filme können mir gar nicht brutal genug sein. Ich liebe „Cannibal Holocaust“.

    Aber irgendwie fehlt mir das Bedürfnis, Amok zu laufen. Muß ich jetzt zum Arzt deswegen?

  2. 02
    smee

    WDR Faktencheck zur Sendung – Informationen in diese Richtung waeren in der Sendung selbst bereits benoetigt worden: http://www.wdr.de/themen/politik/1/hart_aber_fair/faktencheck_061122/index.jhtml

  3. 03
    Sabrina

    @ Patrick
    Das sehe ich genauso! Es müsste so viel verändert werden aber wo woll man bloß ansetzten? Ich glaube das man das Schulssystem in Deutschland nicht mehr retten kann…

  4. 04
    drexen

    danke johnny. der artikel spricht mir aus der seele.

    was ich mich auch immer wieder frage:
    warum laufen denn nur schüler amok. das muss doch am schulsystem + elternhaus liegen.

  5. 05
    Roland

    @Sabrina
    Wenn unsere Damen und Herren Politiker es endlich sein lassen würden Deutschland am Hindukusch verteidigen zu wollen, und eher an den Haupt -und Realschulen anfangen würden (denn da muß das Geld hin) wäre das Schulsystem auf jeden Fall zu retten.

    Aber man schiebt es dann doch lieber u.A. auf Musik und Videospiele, denn wenn man weiß wer der Böse ist hat der Tag ja bekanntlich Struktur.

    Bitte schafft erstmal für die Lehrer vernünftige Arbeitsbedingungen und siebt die tauben Nüsse aus. Dann können diese unsere Kinder auch vernünftig unterrichten.
    Nein ich bin kein Lehrer. In der freien Wirtschaft (wo ich auch tätig bin) hätte bei solchen Bedingungen längst jeder halbwegs vernünftige Mensch den Arbeitgeber gewechselt … wenn dieser nicht schon vorher Insolvenz anmelden müßte.

  6. 06
    Kerry

    Hallo Zusammen.

    ich möchte dem Autor dieses Posts gerne ein Lob aussprechen. Der Post ist auf den Punkt gebracht und man spürt das, was wir alle ein bischen spüren. „Du bist schuld!“ ist uns einfach nichtmehr gut genug.

    Den Ärger über die bestehenden Medien kann ich nachvollziehen. Dieses Bild wird durch die schwindende Anzahl von
    „Fernsehern“ und die steigende Anzahl von Nutzern freier Medien bestätigt. Der Vergleich mit noch schlechteren Medien schlägt fehl, denn wir sollten uns nicht immer am schlechteren messen.

    Wie jeder Mensch kann auch ich nicht umhin meine Meinung zum Besten zu geben.

    Ich bin 30 Jahre alt und mit Ego-shootern grossgeworden. Ich gehe auch gerne ins Kino und sehe mir (um im Chargon zu bleiben)
    gewaltverherlichende Filme an. Aber ein Amogläufer bin ich nicht geworden. Stattdesen habe ich über die Jahre immer mehr Geld verdient und mir bleibt nicht viel mehr als mir nach meinem schönen Auto noch ein schöneres Auto zu leisten und auf meinem Weg soviele andere Menschen in den Boden zu stampfen wie nur irgend möglich.

    Warum gerade dieser Mensch genau diese Tat begeht ist eigentlich absolut egal. Entscheidend ist nur, dass sich derartige Taten häufen.
    Und immer mehr Menschen können ein bischen nachvollziehen, dass soetwas passiert. Moralisch (dem bisherigen Standard nach) gesehen müsssen wir alle „fassungslos“ und
    „schockiert“ sein. In Wahrheit Instanziiert sich nur etwas – mit wahnsinnigen Personen als Medium – was wir alle fühlen.

    Das lebenslange vorsorgen, sparen, konsumieren und abgesicherte Warten auf das Ende nach der Rente reicht uns nicht mehr.
    Sehen wir der Wahrheit ins Auge. Heute haben wir alle vielmehr Freizeit als unsere Großeltern. Wir haben sexuelle, wirtschaftliche
    und räumliche Freiheiten.

    Und was sollen wir daraus machen? Den Ackermännern nacheifern. Den Abzockern unserer Gesellschaft?

    Kurzum viele Menschen können mit so viel Freiheit nicht umgehen und sind überfordert oder einfach ratlos.
    In Folge dessen beginnt der eine mit mobbing-aus langeweile-, der andere verprügelt Ausländer, der dritte wird vielleicht ein Terrorist, der vierte läuft Amog, und der große Teil denkt immernoch, dass ihn Geld in ausreichender Menge früher oder später glücklich machen wird. Es klingt vielleicht paradox, aber unsere Gesellschaft is so frei und ohne Führung, dass jeder die Freiheit hat einfach nur Mist zu machen, wenn er es für richtig hält.

    Was ich vermisse und auch brauche, ist etwas für das es sich zu leben lohnt. Man kann viel über verückte Vereinigungen Sagen
    (Sekten, Kirchen, Nazis, Autonome), aber sie bieten alle ein vorgefertigtes Of-the-Shelf Leben an, das auf klaren Lebenszielen
    basiert. Der User solcher Organisationen muss sich nicht um den Sinn kümmern.

    Ich fände eine Diskusion über ein allgemeinverträgliches Of-the-shelf Lebensziel wesentlich produktiver als die dämliche „Killerspieldebatte“.

    Wissen den alle wonach sie streben sollen? Menschen die erkannt haben dass es die Kohle nicht sein kann, haben in unserer Gesellschaft
    keinen guten Standpunkt

    Danke für deine Anregungen.

    P.s. Aus meinem damaligen Abi-Jahrgang sind nur die Lehrer geworden, denen nichts besseres eingefallen ist. BWL war ja schließlich überlaufen :-D.

  7. 07
    Boco

    Ich will das Jamba-Spar-Amok-Paket für mein Handy…

  8. 08
    RC

    Kurzum viele Menschen können mit so viel Freiheit nicht umgehen und sind überfordert oder einfach ratlos.

    81 / Kerry

    Also ich kann da ja eigentlich nur komplett widersprechen. Das Argument jetzt™ hätte man zuviel Freiheit, geht doch letztlich in die exakt gleiche Richtung wie das Killerspiele® Geschwafel. Ein wichtiges Argument ist doch, dass es Amokläufe schon immer gab, lange vor Computerspielen. Im Gegensatz zu Spielen sind Amokläufe so alt wie die menschliche Geschichte. Das haut doch ein Loch in alle JETZT Behauptungen. Es ist eben sooo einfach sich auf irgendwelche Symptome zu versteifen statt mal der Sache auf den Grund zu gehen.
    Abgesehen davon: Die Kriminalstatistik belegt eindeutig das Verbrechen _sinken_ [1], wer also eine zunehmende Dekadenz im Jetzt auch dort vermutet, liegt schon wieder falsch.

    Man kann viel über verückte Vereinigungen Sagen
    (Sekten, Kirchen, Nazis, Autonome), aber sie bieten alle ein vorgefertigtes Of-the-Shelf Leben an, das auf klaren Lebenszielen
    basiert. Der User solcher Organisationen muss sich nicht um den Sinn kümmern.

    UFF.

    Gerade das in solchen Institutionen viel zu wenig nach einem _rationalen_ Sinn gesucht wird ist doch wenn das Problem.

    Und klar ist es traurig wenn Leute wirklich überhaupt gar keine Interessen besitzen, für nichts Begeisterung aufbringen können, sich nicht z.B. einfach mal ein Buch kaufen & lesen können weil sie nichts reizt – aber die Lösung kann es doch nicht sein sie stattdessen lieber in irgendeinen Kult zu stecken. Nur damit sie halt irgendwie beschäftigt sind.

    [1]

    Ins­ge­samt ist als ein po­si­ti­ves Er­geb­nis des Be­rich­tes her­vor­zu­he­ben, dass die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land — ins­be­son­de­re im eu­ro­päi­schen Ver­gleich — zu den si­chers­ten Län­dern ge­hört.

    http://www.bmj.bund.de/enid/61b63a0b5ea881c936c92f8599001821,33d0e45f7472636964092d0933303334/Kriminologie/Zweiter_Periodischer_Sicherheitsbericht_der_Bundesregierung_131.html

  9. 09

    Uhm, Kerry, wie kommst du darauf, dass diese Amok-Läufe zunehmen?

    Laut Aussage der Statistiker werden es nämlich weniger, nicht mehr.

  10. 10

    @RC: Ich glaube, du meinst nicht so viel anderes, als @Kerry: und ich glaube zu verstehen, was Kerry meint mit den vorgefertigten Lebensausrichtungen diverser Institutionen. Klar wird das nicht hinterfragt, aber darum geht es ja nicht: Es bietet genau die Inhalte, die offenbar vielen fehlen.

  11. 11
    Kerry

    @Johnny Haeusler: Exact so ist es gemeint. vielen Dank für die Präzisierung.

    Der Post sollte beschreiben, dass eine Diskusion weg von einfachen Symptomunterdrückungen hin zu einer Diskusion über Wertemuster einer Gesellschaft verschoben werden sollte. Mir ist durchaus bewusst, dass die existierenden „Of-the-shelf“ Lebensmodelle ernsthafte Schwächen haben. Aber genau darum geht es. Welche Perspektiven haben Menschen unserer Gesellschaft. Und gerade diejenigen, die eben nicht kreativ genug sind um mit ihrer Power positive dinge zu bewegen brauchen Unterstützung durch klare Wertemuster.

    Den Luxus zu genießen, so viel Freizeit zu haben um damit wiederum 8 Stunden am Tag cs zu spielen, den hatten meine Großeltern nicht.
    Sie mussten überleben. Das war ein Fulltimejob.

    Mein Post zielte eben genau in deine Richtung „RC(83)“. Die Anzahl der „Killerspieler“ und Verbrechen korelliert eben überhaupt nicht. Die Frage ist doch eben genau nicht „ist unsere Welt jetzt total unsicher?“. Sondern warum wählen junge Menschen zunehmend sehr radikale Mittel um ihrem Frust Ausdruck zu verleihen. Bei einem Amoglauf oder Bombenbau geht man doch zugegebener Maßen deutlich weiter, als aus Rebellion eine Rolling Stones Platte zu kaufen. Insofern schlägt die Ursachenforschung mit Hilfe der Kriminalstatistik fehl.

    Aber Phänomene wie die Bombenbauer aus gut situierten Familien und eben nicht aus Afganistan, diese scheinen zu zunehmen. Ebenso haben rechtsradikale und linksradikale Organisationen breiten Zustrom aus der Jugend und im Übrigen auch aus höheren Altersschichten.

    Ist das absolut phänomenal? Unerklärlich?

    Insofern bleibe ich bei meinen Aussagen. Die Gesellschaft bietet ausser Konsum derzeit keine alternativen Lebensmodelle an. Alles andere ist „uncool“. Und wems nicht passt… Tja dem bleibt nur der Amoglauf (sehr überspitzt ausgedrückt)

    Und den Sinn nicht hinterfragen zu müssen ist eben für unkreative Menschen ein Segen und kein „Problem“. Weshalb eben genau die Of-The-shelf Lebensmodelle so „praktisch“ wirken.

    Ich bedanke mich dennoch für die Anregungen.

    Wer Anerkennung will braucht einen 911er

  12. 12

    @#711264 und einige andere: Ja, ja, die Lehrer. Schon mal geguckt, wieviele psychisch gestörte Kinder so durchschnittlich in einer 1. Klasse (ja, in einer ersten Klasse) sitzen? Und ich meine nicht Kinder, die im Unterricht mal laut sind oder sich gegenseitig die Federmappe klauen. In aller erster Linie sind es die Eltern, die verantwortlich sind für die Entwicklung ihrer Kinder. Punkt. Und der Staat muss Bedingungen schaffen, die es allen Eltern erlauben, ihren Erziehungsauftrag wahrzunehmen. Und damit meine ich nicht 10 Euro mehr Kindergeld.

  13. 13
  14. 14
  15. 15
    RC

    @Johnny / Kerry

    Danke, dass ihr, ohne mir den Kopf ab zu reißen, das aufgeklärt habt. Ich hatte es wirklich nicht begriffen.

    @Tim

    Meine Grundschullehrer hatten auch schon keinen Bock und verhaltensauffällige Kinder gab es da nicht. Zu dem Zeitpunkt wurden Kinder noch direkt auf die Sonderschule geschickt, wenn sie irgendwie anders waren als die Masse. Es ging da bei weitem nicht immer um schulische Leistungen. Da hat man noch kein ADS oder dergleichen diagnostiziert.
    Ich könnte auch die Namen der Lehrer nennen, um zu demonstrieren das es keine generischen Personen sind, aber habe mich aus gleich mehreren Gründen dagegen entschieden.
    Ich kann guten Gewissens meine Meinung aufrechterhalten, dass die wenigsten Leute Lehrer werden, um wirklich gut zu unterrichten und das primäre Interesse dem Beamtenstatus gilt. So bedauerlich es auch für Leute ist die nicht so sind.

  16. 16

    @Tim: Ich persönlich sehe verschiedene Verantwortungsbereiche. Natürlich sind Eltern zuerst gefragt, dennoch finden viele soziale Bereiche, besonders die, bei denen es um das Sozialverhalten in der größeren Gruppe geht, in der Schule statt. Ab der Schulzeit beginnt die Lösung der Kinder vom Elternhaus (mein Eindruck), daher sehe ich das mit der Hauptverantwortung der Eltern in bestimmten Bereichen etwas anders.

  17. 17

    @Johnny Haeusler: wenn ich mein kind zwischen 7 und 15 Uhr nicht sehe muss ich verantwortung teilen. das müssen schulen usw. dann aber auch endlich ernst nehmen. bzw. die träger.

  18. 18
    Micha

    @Tim:
    Das ändert nichts an der Tatsache das sich hier jemand ausgesucht hat an den Ort Schule zurück zu Kehren um diese Tat zu begehen.

    Er hat nicht seine Eltern, seine Familie, angegriffen, er hat nicht in seiner Ausbildungsstätte mit „žaktuellen“ Problemen abgerechnet. Er ist nicht in die Innenstadt gegangen um mit den Menschen generell abzurechnen. – Er ist einige Zeit nach dem Abschluss seiner Schulausbildung, bereits in einem neuem Leben stehend (Ausbildung) zurück an diesen Ort gegangen um dort eine Rechnung zu begleichen die es Seiner Meinung nach gibt. – Und es war auch nicht irgendeine Schule (z.b. seine neue Berufsschule) sondern es war die Schule in die er die letzten Jahre seines Lebens ging.

    Ich will gar nicht anzweifeln das es nicht auch andere Dinge gibt die Teil des ganzen sind. Andere Kinder schaffen es ja auch am unteren ende der Rangordnung durch die Schule zu kommen ohne einen Amoklauf als einzigen und endgültigen Ausweg im Leben zu sehen. – Aber es ist doch ein eindeutiger nicht zu Leugnender Hinweis darauf das dieser ganz spezielle Ort in seinem Leben endgültiger Auslöser für diese Tat war.

    Und ich vertrete die Meinung das eine höhere qualitative Filterung unserer Lehrer, ein besseres Betreuungsverhältnis in den Klassenräumen und ein wirklicher Einsatz der Unterrichtspersonen in ihrem Fachbereich dafür sorgen würde das diese „žHölle“ die es zu bekämpfen gilt für die betroffenen zumindest weniger schlimm ist. – Und ich denke das ist etwas das Allgemein wichtig ist, nicht nur um eventuell einen Amoklauf der daraus resultiert zu verhindern, sondern auch um Kindern allgemein mehr Changsen zu eröffnen einen eigenen Weg zu gehen.
    Bedenke dabei das Eltern im Gegensatz zu Lehrern keine mehrjährige Akademische Ausbildung im Erziehen von Kindern haben… die machen das Quasi „žOut of the Box“ basierend auf unterschwelligen Erinnerungen an die eigene Erziehung und eventuell nem Mutterkurs und zwei Büchern.

    Denn machen wir uns nichts vor, auch wenn es sicher eine sehr gute Maßnahme wäre die Zeit der Eltern ebenso besser zu bedenken. (z.b. mit nem Bedingungslosem Grundeinkommen) Aber sie haben zumindest, selbst in schlimmen Verhältnissen meist noch Herz bei einer Begegnung mit ihrem Kind. – Und am ende steht doch das Eltern meist an ihre Kinder weitergeben was sie selbst von ihren Eltern gelernt haben…seien es Ängste oder Stärken… viele Kinder werden doch am ende den Eltern sehr ähnlich oder aus einer trotz Reaktion heraus enorm gegenteilig. Die Schule (die Zeitlich immerhin ein drittel einer langen Lebenspanne einnimmt) bietet die Möglichkeit viele Stark zu machen, vielen Möglichkeiten zu bieten andere Wege zu finden, andere Wege zu gehen… Mut zu fassen, Interessen zu finden, zu fördern…

    Ich spreche wie gesagt aus Erfahrung, wäre es nach meinen Eltern gegangen wäre ich nur zur Hauptschule gegangen. Die Schule hat meinen Intellekt nicht gefördert… die Schule hat das negative Selbstbild das meine Eltern mit mitgeben haben (weil sie es von Haus aus nicht anders kannten, in ihrer Jugend gab es auf dem Land nur Hauptschulen) weiter getragen und unterstützt…. darum musste ich erst weit genug Reifen das ganze Jahre später noch einmal angehen zu können, aus selbst gefundener kraft außerhalb der Schulen. (face fakts, wenn du erstmal 3 Jahre aus der Schule raus bist siehst du erstmal das deine Ideen vielleicht gar nicht so scheisse sind wenn sie in realen Prüfungen auf reale wagen gelegt werden) Und jetzt habe ich nicht nur ein sehr gutes Fach Abi sondern Studiere obendrein an der Bauhaus Uni in Weimar in einem International anerkanntem Studiengang der Pro Jahr knapp 30 Leute aus hunderten von Bewerben annimmt.

    Ich bin der festen Überzeugung das deine mündlichen Noten (die immer auch einen oberflächlichen Eindruck mit in die Schriftlichen Arbeiten gehen) Automatisch besser werden wenn du mit der Überzeugung (ÜBERZEUGUNG! Nicht rumdrucksen und so tun als ob!) in der Schule sitzt das du toll bist und deine Meinung einen wert hat.

    Ich verheddere mich ein wenig… ich hoffe ich konnte klar machen wieso ich mich auf die Schulen Konzentriert habe, wieso ich den Eltern nur sehr beding schuld geben will und so weiter…. Entwirrungen beschaffe ich gerne… einfach nachfragen wenn was nicht verstanden wird.

  19. 19

    @Johnny Haeusler und @Micha: Natürlich will ich die Schule nicht aus der Verantwortung nehmen. Aber ich bin der Meinung (oder ist es nur eine Hoffnung?), dass „gefestigte“ Kinder, die von Anfang an als selbstständige, selbstbewußte Persönlichkeiten erzogen werden in der Lage sind, solche „Widrigkeiten“ zu kompensieren. Übertrieben gesagt ist doch bei Kindern, die am ersten Schultag von der qualmenden Mutter mit den Worten: „Der Kleine hat ADS“ abgegeben werden, der Zug schon abgefahren. Womit ich jetzt nicht sagen will, dass so einer nachher Amok läuft…

    Es ist schwierig, das zu formulieren, finde ich. Natürlich ist das alles ziemlich pauschalisiert, es gibt tausende Gründe, warum Eltern nicht in der Lage sind, sich „richtig“ um ihre Kinder zu kümmern, die Herkunft, das Umfeld …

    Und da ist die Politik gefordert, finde ich.

    Ich wollte noch irgendwas schreiben … Fällt mir wieder ein. :)

  20. 20

    Tim, in der Schule werden die gehänselt, die drauf ansprechen.
    Die Kinder haben sehr schnell drauf, wer Schwächen hat, und wie man ihn/sie am besten trifft.

    Natürlich stehen die Kinder, die gefestigt sind, wesentlich besser da. Und wenn nur, weil andere dann bessere Zielscheiben abgeben.

    Aber auch wenn die Kinder es dann besser ertragen, das System Schule in dieser Form ist trotzdem schlecht für die Entwicklung.

  21. 21
    Micha

    @Tim: Ja, aber wie gesagt… Eltern haben die Ausbildung nicht. Wenn du deine Kettenrauchende Mutter nimmst musst du ja auch ergründen wie es zu ihrem Zustand gekommen ist. Nur weil sie Erwachsen ist hat sich ja keinen pauschalen „guter Mensch/gute Mutter“ Gutschein den sie jederzeit Einlösen könnte.
    Und das ist keine Frage nach Huhn oder Ei. Denn in der Schule -> natürlich sollte ein Lehrer nach Langer Ausbildung ein guter Pädagoge sein. In jedem anderen Job würden sie dich nehmen wenn du Menschlich (mit Kindern umgehen kannst) nicht passt oder das was du tun sollst nicht beherrscht. (die Fächer unterrichtest die du gelernt hast)
    Wenn du dazu noch ein vernünftiges Betreuungsverhältnis schaffst… ist Schule nicht mehr die Katastrophe die sie Heute ist… und kann jedes Leben positiv verändern.

    Das können Eltern nur leisten wenn man ihnen von daheim und aus der Schule bereits die besten Grundlagen mitgegeben hat. Und die Hat besagte ADS Mutter garantiert nicht, und die wird ihr Kind auch nicht haben…

    Du lebst in einer aufwärts oder in einer Abwertsspierale, etwas anderes gibts nicht, nur das Tempo unterscheidet sich.

  22. 22

    @Micha und @Sam: Ich sag’s gerne nochmal: ich will die Schule nicht aus ihrer Verantwortung nehmen.

    Ich habe gerade über Sams Blog diesen sehr lesenswerten Artikel zum Thema gefunden und dazu diesen Kommentar von Julian, der es irgendwie trifft:

    „Rückblickend betrachtet haben aber in schwierigen Zeiten, trotz aller kindlich und pubertärer bedingter Differenzen meine Eltern in solchen Zeiten des Opferdaseins für einen gewissen Ausgleich gesorgt. Durch Teilnahme an meinem Leben, durch Sorge um mich, durch Erziehung, indem sie mir auf diese weise einfach Rückhalt geboten haben. So etwas fehlt vielen heute und diese Probleme werden in Zukunft nicht seltener werden. Leider.“

    Und das ist eigentlich genau das, was ich meine.

  23. 23
    Patrick

    @Tim:
    Nun ja, die Idee ist ja gut und schön, aber sie hat einen Schwachpunkt: Kinder die in die Schule kommen (6 oder 7) sind *nicht* gefestigt, egal aus welch gutem Elternhaus sie kommen. Sie können gefestigter sein als andere, auch selbstbewusster, aber da der Prozess der Reifung noch nicht abgeschlossen ist, ist schlicht nicht auszuschließen, dass sie von den teilweise extremen Bedingungen in der Schule keinen Schaden tragen.

  24. 24
    Patrick

    @Tim:

    Ja, das Eltern Rückhalt bieten ist gut und wichtig und ohne sieht es natürlich noch düsterer aus. Aber wie hier in den Kommentaren weiter früher schon mal erörtert wurde: Kinder, die von ihren Klassenkameraden gemobbt werden, scheuen sich oft davor sich ihren Eltern zu offenbahren und das keineswegs nur, wenn sie ein schlechtes Elternhaus (also eines, das sich nicht richtig um die Kinder kümmert, Anteil nimmt etc.) haben.

  25. 25

    @Patrick: Das würde aber bedeuten, dass die Eltern mit dem Eintritt der Kinder in die Schule … verschwinden? Da hört doch die Verantwortung nicht auf, nur weil die Kinder jetzt tagsüber in der Schule sind.

    Ich bleibe dabei: wenn Kinder – natürlich auch während der Schulzeit – wissen, dass sie Eltern haben, auf die sie sich verlassen können, die sich für sie interessieren und sie unterstützen, ihnen Rückhalt bieten, dann hilft das ungemein. Und deshalb muss man einfach bei den Eltern anfangen, wenn man nach Ursachen für „verkorkste“ Kinder forscht.

  26. 26

    @Patrick II: Noch eine (gewagte) These: Das merke ich als Vater doch. Ich muss doch mitkriegen, wenn mein Kind in der Schule fertig gemacht wird, morgens mit Bauchschmerzen aufsteht? Klar, wenn mein Kind alleine aufstehen muss, weil ich ausschlafen will, es keine Rituale, wie gemeines Abendessen gibt, sondern vor der Glotze gegessen wird …

    Vielleicht hatte ich aber auch einfach eine zu „gute“ Kindheit, dass ich das nicht nachvollziehen kann.

  27. 27
    Patrick

    @Tim: Nein, das heisst es nicht. Ich stimme dir auch insofern zu, dass Rückhalt der Eltern hilft (mit Einschränkungen, siehe mein anderer Kommentar). Es ist aber so, dass sie dort Zeit verbringen in denen die Eltern keinen Zugriff auf sie haben. Wenn du in der Schule so lange gehänselt wirst, weil du keine Markenklamotten trägst, dass du anfängst zu weinen, hilft es dir nicht viel, dass ein paar Kilometer weiter jemand ist, der dir Rückhalt bieten könnte. Somit hilft es zwar sicherlich (wenn die Kinder es denn nutzen), aber es allein reicht halt nicht. Letztlich sind wir uns wahrscheinlich sogar einig, weil du die Schulen ja wie du sagst nicht aus der Pflicht nehmen willst.
    Allerdings glaube ich, dass es schwierig wird (politisch) bei den Eltern anzusetzen, solange man keinen Führerschein fürs Eltern sein einführt oder sowas.
    Viele kommen da sehr gerne mit dem finanziellen, dabei glaube ich, dass gerade das überhaupt nicht hilft (mehr Anreize schaffen Kinder zu kriegen, obwohl die Eltern persönlich nicht reif genug dafür sind ist eher kontraproduktiv), weil es eher um mangelnde persönliche Fähigkeit (der Eltern) geht.

  28. 28
    Micha

    @Tim: Es geht ja nicht darum ihrgendwenn aus der verantwortung zu nehmen. Ich sage nur das einige Eltern schlicht weck nicht in der Lage sind zu leisten was sie per se leisten können müssten um eine gute Erziehung zu garantieren. – Und ich weis nicht wie du das ändern willst.
    Selbst wenn du die Eltern ab feststellung der Schwangerschaft aus dem Job nimmst und in eine Elternschule steckst (was natürlich absolut Utopisch ist) werden sie nicht mit dem was ein Akademiker (meist für eine Speziele Altersgruppe) gelernt haben sollte mithalten können.
    Schlechte Eltern sind ja nicht zwingend „Harz 4 schläger die dem Kind nichts zu Essen geben“… Sollen wir jetzt jedes fünfte Kind ins Heim stecken? Deine Eltern Arbeiten zuviel, Heim. Deine Eltern haben zwar Zeit aber Harz 4 Empfängen kann man pauschal keine erziehung zulassen, Heim! Deine Mutter Arbeitet zwar nur Halbtags, scheint uns Psychologisch aber nicht gut genug, Heim! Das geht so einfach nicht… und durch längern „Kinder-Urlaub“ oder „Geld“ ist das auch nich einfach so gelöst.

  29. 29

    Leute, mal ein Einwurf zum drüber nachdenken:

    Wenn du jemand hast, der dich zu Hause verarztet, ist es dann ok, wenn ich dich verletze?

    Exakt so übertragbar aufs Mobben in der Schule: Wenn du jemand hast, der dich wieder aufbaut, ist es dann ok, dich zu mobben?

    Natürlich haben die Eltern eine Verantwortung, aber das kann nicht als Grund genommen werden, um seelische Grausamkeit zuzulassen, wo man sie verhindern könnte.

  30. 30
    Gabi

    Man versucht immer wieder einen Schuldigen für dieses Dilemma zu finden. Ist es die Schule – oder das Elternhaus – oder waren es die ehemaligen Schüler/Lehrer; ach ja, die Medien und das Internet (Ballerspiele) könnten auch schuld sein. Sind wir – die Gesellschaft, die ständig dem Druck nachgehen muss, Erfolg zu haben, um im Leben bestehen zu können – die Schuldigen?
    Welchen Halt geben wir denn heutzutage unseren Kindern – welche Motivation? Damit sind nicht nur wir als Eltern gefragt – sondern auch die Nachbarn – Freunde – Lehrer. All dies spielt eine Rolle in der Erziehung unserer heutigen Jugend. Druck erzeugt Gegendruck – und das haben unsere Kinder schnell begriffen (meist schon im Kindergarten). Damit erreicht man gar nichts – nein, mit dem ständigen – unfreiwilligen Suchen nach Erfolgserlebnissen (die dann mit Sicherheit ausbleiben) greift man zum letzten Mittel.

    Jetzt – nachdem es geschehen ist – kommen Tausende – trauern um die Opfer. Auch die, welche keinerlei Bezug dazu haben. Dabei sein ist alles.
    Ich bin nicht schuldig – aber bin ich das wirklich nicht?

  31. 31
    Micha

    @Gabi:
    Die Frage ist wie Medien denn schuld sind. Ich habe heute noch bei Nerdcore etwas darüber gelesen wie man Goethe nachgesagt hat junge Männer in den Selbstmord zu treiben und dem Micky Maus Heft vorwarf die Jugend zu verdummen und zu verrohen. – Darauf würde Heute niemand mehr kommen, aber als es neue und unbekannte Medien waren die dort geschaffen wurden waren sie schnell böse…
    Quelle: Nerdcore
    http://www.nerdcore.de/wp/2009/03/21/deefs-offener-brief-an-die-medien-zum-thema-killerspiele/

    Auch in einem Blog gefunden, dieser Ted Talk zum Thema Spielen generell… wenn man dort die Bilder von einem Eisbären sieht wie er in offener Wildbahn beginnt mit einem Schlittenhund zu spielen fällt es einem vielleicht noch einmal leichter den Unterschied zwischen Spielen und tötelichem Ernst festzustellen… aber auch weiters im Vortag das aufzeigt wie wichtig Spiel für uns ist und wie ungefährlich es ist.
    http://www.ted.com/index.php/talks/stuart_brown_says_play_is_more_than_fun_it_s_vital.html

    Jemand der an einem Computer einen Egoshooter Spielt wird genau so wenig ein Killer wie jemand der Cowboy und Indianer auf dem Spielplatz spielt, jemand der ein Strategie Spiel spielt wird kein realer General und nur weil ich spass an Wirtschaftssimulationen habe will ich noch lange nicht zwanghaft BWL Studieren und Nike Konkurrenz zu machen. (und das wäre noch etwas das dichter an der Realität wäre als ein Schulamoklauf, denn den gibt es in Egoshootern nicht)
    Solange mir niemand einen krankhaften Ausreißer in die Richtung liefern kann. (und damit meine ich nicht das Papa jetzt auch auf nem Realem Golfplatz Golfen geht, denn das ist immernoch SPIEL)

    Das schreibt hier übrigens jemand der Ego-Shooter alles in allem ziemlich langweilig findet und nicht jemand der „žsein Baby“ Verteidigen will. Es gibt wirklich wichtigere dinge die wir zu regeln haben… und demnächst gibts dann eh 3D Fernseher und Spiele und über den Pixelmatsch von Heute wird man lachen wie wir heute über die grausamen Filme aus den 50ger Jahren.

  32. 32

    @ Johnny: guter Artikel.

    Da die Videospieler in der aktuellen „Killerspiel“-Debatte kaum zu Wort kommen, habe ich einen Vorschlag für einen offenen Brief verfasst.

    http://arm.in/1tU

    Eure Meinungen sind willkommen.

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    RC

    Vielleicht hatte ich aber auch einfach eine zu „gute“ Kindheit, dass ich das nicht nachvollziehen kann.

    101 / Tim

    Vermutlich. Man muss sowas schon selbst miterlebt haben um es wirklich zu verstehen. Mobbing funktioniert zum Teil ja auch deshalb, weil es einfach viel zu unglaublich klingt, dass unter Umständen ganze Gruppen jeden Tag den gleichen Schüler fertigmachen. Viele Menschen suchen und akzeptieren die einfachste Erklärung am ehesten. Da gibt es für solche Dinge einfach keinen Platz.
    Das „du musst selbst schuld sein“ ist einfach viel zu tief und fest in unserer Gesellschaft verankert, als das Mehrheiten der Sache mit offenen Augen begegnen würden.
    Und die konservative Sicht der Dinge ist sowieso, dass immer und in jeder Situation nichts als der Einzelne schuld sein _kann_. ;)

    Wenn du in der Schule so lange gehänselt wirst, weil du keine Markenklamotten trägst, dass du anfängst zu weinen, hilft es dir nicht viel, dass ein paar Kilometer weiter jemand ist, der dir Rückhalt bieten könnte.

    102 / Patrick

    Eben! Außerdem muss man echt dazu sagen, dass das typische Opfer weder das eine noch das andere hat. Also niemanden daheim der der Sache mit Verständnis begegnet, noch ein Lehrer der hinsieht. Wenn man damit gänzlich allein gelassen wird, ist die Verzweiflung komplett.

    @ 104 / Sam

    Absolut, FULL ACK.

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