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Mit Nazis reden


Soll man mit Rechtsextremen reden und wenn ja, wie? Und wenn nein, warum nicht? Reicht es zu sagen, man wolle nicht an jeder Mülltonne schnuppern, oder macht man es sich da nicht zu einfach? Ich habe dazu zwei Menschen befragt, die dafür plädieren mit Nazis zu reden: Bernd Wagner von Exit, einer Organisation, die Leuten hilft, aus der Szene auszusteigen, und Mathias Brodkorb, Mitglied des Landtages Mecklenburg-Vorpommern.

Mathias Brodkorb ist Mitbegründer von Endstation Rechts und Stellvertretender Fraktionsvorsitzender der SPD in Mecklenburg-Vorpommern. Er beschäftigt sich schon lange beruflich mit dem Phänomen Rechtsextremismus und hat unter anderem 2003 die Broschüre „Gibt es einen modernen Rechtsextremismus? Das Fallbeispiel Mecklenburg-Vorpommern“ mitherausgegeben [pdf].

SPREEBLICK: Sie haben sich in einem Beitrag beim Störungsmelder dafür ausgesprochen, mit Nazis zu reden. Glauben Sie, dass man Rechtsextreme durch politische Argumente von ihren Überzeugungen abbringen kann?

BRODKORB: Das kommt ganz darauf an. Bei Adolf Hitler hätte das vermutlich wenig Sinn. Aber wenn Sie junge Leute vor sich haben, die zum Beispiel 16 Jahre alt sind und nach politischer Orientierung suchen, wäre die Gesprächsverweigerung letztlich nichts anderes als ein Hilfsdienst für die Nazis. Stellen Sie sich vor, es kommt ein junger Rechtsextremist zu Ihnen und will tatsächlich mit Ihnen diskutieren und Sie verweigern sich dem. Das Ergebnis wäre dann, dass Sie ihn regelrecht in die Arme seiner Anführer treiben. Auch müssten wir ja jede Form der Jugendarbeit mit rechtsextremen Jugendlichen einstellen. Die ganzen Sozialarbeiter und Lehrer könnten wir uns dann sparen. Ich hielte eine solche Herangehensweise jedoch für undemokratisch und in gewisser Weise auch für fanatisch. Einen 16jährigen Menschen ohne Ansehen der Person aufzugeben hätte für mich etwas Menschenverachtendes.

SPREEBLICK: Eine der Strategien der NPD ist die sogenannte Wortergreifung: es geht darum, bei Veranstaltungen und Diskussionen zu verhindern, dass über Rechtsextremismus gesprochen wird, sondern eigene Themen zu setzen. Läuft man nicht Gefahr, den Rechtsextremen in die Hände zu spielen, wenn man sie als gleichberechtigte Diskutanten zulässt?

BRODKORB: Ich glaube, dass es da ein Missverständnis gibt. Wer sich im Rahmen der Wortergreifungsstrategie instrumentalisieren lässt, ist genauso ein nützlicher Idiot der Nazis wie derjenige, der jede Form von Gespräch verweigert. Es kommt also immer auf zwei Dinge an: 1. auf die Frage, ob der einzelne Mensch realistischerweise noch veränderbar ist und 2. ob die Umstände geeignet sind, ein solches ernsthaftes Gespräch zu führen. Bei der Praxis der Wortergreifungsstrategie ist in der Regel beides nicht der Fall. Diese wird ja nicht in der Absicht eines ernsthaften Gespräches, sondern in der Absicht der öffentlichen Provokation betrieben. Aber dennoch müssen Sie jeden Fall einzeln und konkret bewerten.

SPREEBLICK: Welche Möglichkeiten sehen Sie noch, rechtsextreme Sympathisanten zurück in die Demokratie zu holen?

BRODKORB: Es gibt mindestens so viele Betätigungsmöglichkeiten gegen Rechtsextremismus wie Ursachen und befördernde Begleitumstände (was nicht dasselbe ist), die ihn hervorrufen oder begünstigen. Aber am Ende können Sie es drehen und wenden, wie Sie wollen: Rechtsextremismus ist letztlich eine politische Ideologie, die sich vor allem durch die Abwesenheit bestimmter denkerischer Prinzipien auszeichnet – wie die Anerkennung der Menschenrechte. Letztlich handelt es sich bei Rechtsextremismus damit um ein Problem von mangelnder Bildung in einem umfassenden Sinne, die ethische Normen einschließt. Ich bin fest davon überzeugt, dass eine unserer moralischen und intellektuellen Schwächen im Kampf gegen Rechtsextremismus gerade darin besteht, dass wir häufig gar nicht überzeugen, sondern überwältigen wollen, dass wir nicht argumentieren, sondern Menschen durch öffentlichen Druck zurichten. Mag sein, dass auf diese Weise Menschen dazu gebracht werden, aus Furcht nicht mehr den Mund aufzumachen. Überzeugte Demokraten entstehen auf diese Weise aber nicht.

Exit kümmert sich um Menschen, die aus der rechtsextremen Szene aussteigen wollen. Sie ist die einzige ihrer Art in Deutschland. Gegründet wurde sie vom ehemaligen Neonazi Ingo Hasselbach und dem ehemaligen Kriminalbeamten Bernd Wagner. Bis 2008 wurden so ungefähr 300 Ex-Neonazis bei ihrem aussteig aus der Szene begleitet.

SPREEBLICK: Aus welchem Milieu stammen Ihren Erfahrungen nach Mitglieder der rechtsextremen Szene?

WAGNER: Soziologisch gesehen sind Menschen aus allen sozialen Klassen und Schichten dort anzutreffen. Dabei gibt es Unterschiede zwischen den rechtsextremen Zusammenschlüssen. Junge Leute dominieren, besonders jüngere Männer. Diese bilden den vordergründig den aktionistisch-öffentlichen, radikalen Teil, das Gewaltmilieu. Geführt werden sie zumeist von Männern über 20 Jahre, manche „žaltgedient“ viele Jahre dabei. Junge Familien spielen eine zunehmende Rolle.

Eine vollständige Sozial- und Mentalitätsstrukturanalyse gibt es derzeit nicht, allenfalls verschiedene Splitter, die neben der Beobachtung der Szene, Zahlen und Proportionen von Szenemerkmalen darstellen. Ebenfalls ist das Gesamtpotential nicht klar herausgearbeitet, zumal die Muster, nach denen Rechtsextremisten als solche vermessen werden, höchst unterschiedlich aufgebaut sind, mitunter recht willkürlich. Ämter wie der Verfassungsschutz, vermessen kurz, Polizeien noch kürzer, andere länger. Einige Faustregeln: Arbeitsaufwand, Definition weg vom Gefahrenfaktor, politisch-ideologischer Status. Wieder Andere haben keine Vorstellung und keinen Plan, auch eine Methode der Auseinandersetzung.

Diese Lücken sind allerdings zu verschmerzen, werden doch angesichts derer als Ausgleich kühne und verwegene politische Entscheidungen gefällt, wie „žSonderprogramme“ für viele kleine Initiativen und das Gesichter-Zeigen gegen den Rechtsextremismus, oft streubreite Bemühungen um gute Haltungsnoten, darunter einige sehr wertvolle Beiträge für Freiheit und Menschenwürde.

Die wichtigste Zahl, die diese Entscheidungen grundiert, ist die der potentiellen Wähler. Das Wählerfeld wird von den herausragenden Wahlforschern beständig auf nicht mehr als 15 Prozent der Wahlberechtigten bestimmt. Zwar hilft das nicht den Opfern rechtsextremer Gewalt, beruhig aber elitär Etablierte in Büros, auf Jachten, in Partyrooms und Panzer-Limousinen.

SPREEBLICK: Inwiefern ist ein Mitglied der rechtsextremen Szene politischen Argumenten zugänglich? Anders gefragt: Lassen sich Rechtsextreme in Diskussionen überzeugen?

WAGNER: Das wohl kaum und das schon gar nicht in einem Akt, nach dem Motto „Wort erleuchte“. Überzeugungen sind ein Ergebnis langer Wege die Menschen gehen, abhängig von Bildung und Erfahrungen, von den Werten und Erkenntnissen über die Welt, abhängig von Vorbildern und Machtverhältnissen. Doch argumentieren, nicht mit politischen Demokratiefloskeln und künstlicher Aufregung, was gerade hoch in Blüte steht, ist nicht zwecklos, wenn es Denken anregt, Zweifel hervorbringt, andere Begründungen von Ereignissen und Zusammenhängen. Schon oft kam es dadurch nach längerer Zeit zu einem „Andersdenken“, das der erste Schritt zum geistigen und wirklichen Ausstieg aus der Szene sein kann. Also ran an die Argumentation. Und immer wieder, nicht nachlassen. Die rechtsextremen Ideologien sind nicht wetterfest, auch nicht in ihrer Gewalt-Aura. Dazu sollte unbedingt Wissen über die inneren Zusammenhänge und Elemente rechtsextremer Weltanschauungen und den zu „argumentierenden Rechtsextremisten“ vorhanden sein und nicht nur das Merkblatt für weiße demokratische Ritter. Auch die Situation und der Anlass sind nicht unwichtig. Persönliche Arroganz und Überlegenheitseinbildungen sind schlechte Begleiter, um Leute anzusprechen. Ethik ist ein sehr wichtiger Bereich und der der Geschichte der menschlichen Verhältnisse sowie die Frage nach den Ideologien und politischen Religionen, die Glaubens- und Wahrheitsbilder. Sie sehen, ein komplexes Ding. Es ist eben doch nicht so einfach, mit pauschalen Abwertungsparolen, Bannflüchen und Ausgrenzungsaktionen neue Sichten und Überzeugungen zu vermitteln.

SPREEBLICK: Gibt es bestimmte Voraussetzungen für solche Diskussionen?

WAGNER: Wie gesagt, Kenntnisse, Intuition, Menschenkenntnis, situativer Überblick, Sprache und ihr sicherer Gebrauch, Analysekraft und Schlagfertigkeit. Das sind wichtige Voraussetzungen für derartige Gespräche. Die Wahl der günstigen Situation. Der Mut zu bekennen auch unter mancher Unkenntnis zu leiden, wenn es so ist. Umgang mit Aggressivität lernen. Das ist wahrlich nicht einfach, aber immer wieder notwendig zu trainieren. Gespräche sollen auch abgebrochen werden, wenn es im Augenblick ein negativer Kreislauf ist. Und doch: einen Faden zu behalten für ein weiteres, wenn es aushaltbar erscheint. Wenn es gewalttätig wird, geht natürlich nichts mehr, notfalls nur der Staatsanwalt.

SPREEBLICK: Sie helfen Menschen, die aus der rechtsextremen Szene aussteigen wollen: Welche Gründe haben diese Menschen, auszusteigen?

WAGNER: Sehr viele lebenspraktische, persönliche und idealistische Gründe. Sie zweifeln und haben die Schnauze voll, sie sehen sich auf einem persönlichen, ideologischen und politischen Irrweg, in unterschiedlichen Proportionen. Manche Aussteiger wollen einfach nicht mehr von selbsternannten Rassisten-Stars missbraucht, manipuliert und auf die Nationale Revolution vertröstet werden, wollen nur einen friedlichen Lebensweg gehen, mit Mutter und Vater, Frau und Kind ohne Hass und Gewalt, ohne Knast. Ein neuer Sinn wird gebraucht, nicht der des Bewegungssoldaten für die „Sache“. Wieder andere sind ausgebrannt und glauben nicht mehr an den Endsieg. Die historische Mission ist passé. Sie ist in ihren Köpfen nur noch eine Lüge, der sie glaubten und dem Leben eine Zeit lang Orientierung und Bedeutung gab. Eine Pseudologia Phantastica.

Dann sind da noch politische und Glaubens-Dissidenten, die zu Recht die notwendige öffentliche Kritik suchen. Alle zusammen leben Formen der Dissidenz von der extremistischen Bewegung, wenn die innere Bindung aufhört, ein neues Denken aufkommt und sich durchsetzt. Das ist möglich und soll möglich sein, auch wenn die Zweifler an dieser Möglichkeit weit verbreitet sind. Oft sind diese selbst Irrgläubige. Im Unterschied zur Antifa oder Staatsbeamten sehe ich keine wertvollen oder banalen Gründe, die nach einer grobschlächtigen Skala benotet werden, nach der der menschliche Wert und gesellschaftliche Zuwendung bemessen werden. Diese Zuwendung ist wichtig für den Wert der demokratischen Werte der Freiheit und Menschenwürde und deren Wehrhaftigkeit.

Update (von Johnny) Ich habe einen Haufen Müll in den Kommentaren gelöscht. Wer von den Betreffenden dies als Eingriff in sein Recht auf freie Meinungsäußerung missversteht, möge ein eigenes Blog eröffnen und sich so an der Debatte beteiligen.

58 Kommentare

  1. 01
    Martin

    Gute und wichtige Aussagen. Insbesondere zu Schau gestellte Überlegenheitsgefühle und Ausgrenzungsmechanismen halte ich für falsch.
    Ich finde ein Land muss den Menschen Perspektiven schaffen. Wenn das nicht geht darf ihnen zumindest nicht eingeredet werden, dass sie Verlierer sind und an allem selbst schuld. Tja, ich bin schon ein netter Onkel.
    Vielleicht irre mich, aber ich habe den Eindruck, dass der neoliberalistische Zeitgeist sehr stark die sozialen Abgrenzungstendenzen fördert und darin liegt m.E. die größte Gefahr überhaupt. Wenn ich nicht die Nöte und Ängste der anderen kenne, habe ich auch irgendwann kein Verständnis mehr dafür. Welchen Humbug die Menschen dann aufgrund der Verhältnisse fabrizieren (Autos anzünden, NPD wählen, saufen), finde ich nachrangig.

  2. 02
    33achtzig

    Super Artikel, danke!

    Allerdings wird hier ein Kontext hergestellt (Christiansen, und – durch die Positionierung implizit – die JF Verfehlung der Piraten-Spitze), der den Punkt um einige Meter verfehlt: Es macht einen gigantischen Unterschied, ob ich ‚privat‘ mit einem Nazi/Rechten/… rede und ihm damit zumindest sein Mensch-sein nicht abspreche, oder ob ich in einen wie auch immer gearteten öffentlichen Dialog trete.

    Bei letzterem ist die Verantwortlichkeit ungleich höher, und es muss eine genaue Abwägung erfolgen, ob und wem dieser Dialog letztlich mehr nützt. Ich erinnere hier als Extrem-Beispiel mal an den Haider-Auftritt bei Talk in Berlin im Jahr 2000.

    Hut ab für jeden, der die instinktive Wut und das Gefühl der vermeintlichen Überlegenheit überwinden kann und sich der Konfrontation stellt! Aber wer sich aus Nachlässigkeit und/oder Überheblichkeit instrumentalisieren lässt, muss sich die entsprechende Kritik gefallen lassen.

  3. 03
    ber

    @#730034: Die Stationen Wagners nach 1990 (siehe Wikipedia) lassen vermuten, dass er sehr genau durchleuchtet wurde.

  4. 04

    Wir hatten mal einen EX-Nazi bei uns im Rechtsextremismusseminar (auch von Exit). Das war sehr beeindruckend. Auf eine schlimme, aber erhellende Art. Das heftigste war, als er erzählt hat, wie er einen bekannten Geschäftsmann seines Dorfes überfallen hat und dann mit vorgehaltener Waffe zum Geldabheben gezwungen hat.

    Dann hat er sehr ruhig erzählt, wie er anschließend mit dem Mann in den Wald gefahren ist und ihn dann töten wollte. Das war krass. Aber es war noch ein anderer Nazi dabei, der ihn davon abgehalten hat. Dann haben sie ihn „nur“ solange zusammengetreten bis er bewußtlos war.

    3 wichitge Dinge hat er noch gesagt:

    1. Als er in der Öffentlichkeit Ausländer massiv angepöbelt hat, hat er sich dadurch bestärkt gefühlt, dass niemand etwas gesagt hat. Er meinte, wenn mal einer was gesagt hätte, hätte er vielleicht mal überlegt. Ohne Zivilcourage hat er sich bestätigt gefühlt.

    2. Er wurde ganz klar von der NPD finanziert. Später dann nicht mehr, als er den Mann töten wollte, auch weil er Geld brauchte.

    3. Die Nazis sind teilweise europaweit vernetzt.

    Ich glaube nicht, dass Nazis für sachliche Argumente zugänglich sind und sich von ihrer Einstellung durch Reden abbringen lassen. Dafür sind sie zu verblendet. Ich glaube aber hingegen auch, das man ihnen offensiv gegenübertreten sollte, um ihnen klar zu machen, dass nicht ALLES machen können.

  5. 05
    Einsiedlerkrebs

    Ich spreche, wenn mir langweilig ist, mal Leute im Internet an, die mir durch Ausländerfeindliche/rechtsradikale Kommentare auffallen.

    Ich fange Gespräche über intergesellschaftliche Themen an. Themen, wo wir gleicher Meinung sind. Wir unterhalten und bestätigen uns bei vielen Themen. Gemeinsamkeiten werden entdeckt.
    Er added mich als Freund oder verlangt ICQ/MSN-Daten. Ab und zu schreibt er mich an und wir unterhalten uns. DIE bestimmten Fragen weiche ich aus und DIE bestimmten Themen versuche ich immer durch ein anderes Thema zu wechseln.
    Und irgendwann oute ich mich als Ausländer. In einem langen Satz erzähle ich über meine Familiengeschichte und meinem Status in Deutschland.
    Darauf gibt es nie eine Antwort.

    Manchmal surfe ich auf Nazi-Blogs und hinterlasse dort und auch bei Nazi-YouTube-Videos einige liebevolle Kommentare. Keine Beleidigungen sondern Fakten.

    Habe aber das Gefühl, dass ich gegen eine Wand rede.

  6. 06
    dot tilde dot

    @0 (frédéric valin) und @33achtzig (33achtzig):

    ich denke, die frage zum „junge freiheit“-interview scheint mir implizit beantwortet: moritz schwarz wurde hier nicht interviewt.

    sehe ich das richtig, herr valin? halten sie das angesprochene interview auch für einen fehler?

    .~.

  7. 07

    Liegt es an meinem Grippeschädel, oder drückt sich Herr Wagner, zumindest am Anfang des Gesprächs eher wirr und unverständlich aus?
    Schade – vor allem, weil ich vermutlich mit ihm übereinstimmen würde. Kann aber, wie gesagt auch an mir liegen.

    @stimmvieh: Was ist denn „gemäßigt radikal“?
    Sowas wie: „ein großer Zwerg“, oder „brüllend lauwarm“?

  8. 08
    Frédéric Valin

    @dot tilde dot: Ich halte das von Ihnen angesprochene Interview für einen großen Fehler. Für einen noch größeren Fehler halte ich die Raktion von Seipenbusch.

  9. 09
    Jan(TM)

    @Mart: „gemäßigt radikal“: Er schlägt nicht selber zu, nachher tud ihm alles schrecklich leid, so hat er das nicht gewollt, er gibt sich pro amerikanisch und Israelfreundlich(wenn es gegen Musels geht) …

  10. 10

    „Akzeptanz biologisch bedingter Rassenunterschiede z.b beim IQ“
    Danke, keine weiteren Fragen, hat sich hiermit erledigt.

  11. 11
    Weil ist so

    @Fred Fredson: Falsch. Und ich weiß, wovon ich rede. Mit „offensivem Gegenübertreten“ erreichst Du bei Nazis nichts. Bestenfalls ziehen sie sich von der Umwelt zurück und werden in ihren Ansichten nur bestärkt („die Linken/Sonstwer können nicht argumentieren, sondern nur Gewalt anwenden“ – denn genau das bekommt man von seinen Anführern eingetrichtert. „Wir sind die Guten“), aber das Denken und die Probleme bleiben bestehen. Das Einzige was hilft, ist reden und Alternativen zum bisherigen Denken aufzeigen. Und zwar genau so, wie es in diesem Artikel beschrieben wurde. Das heißt, ohne die herablassende Art (wie man sie links gerne pflegt „Kein Sex mit Nazis“ – Ja, super Argumentation. Das bringt jeden Rechten jetzt voll zum Nachdenken *hust*), sondern mit fundierten Aussagen, die zum Denken anregen. Denn letztendlich muß jeder selbst auf den Trichter kommen, daß er schlicht falsch gedacht hat. Und dann kommt das Eine zum Anderen. Liebe bewirkt da mehr, als Gewalt. Auch wenn das jetzt dem sonst so seichten Naidoo nicht schmecken mag – „Was wir euch reichen sind geballte Fäuste und keine Hände“.

  12. 12

    @#730091: Einen Kommentar vorher noch über „Gutmenschen“ auslassen und im nächsten Post eindrucksvoll beweisen das du selbst einer bist. Respekt, das schafft selbst die NPD-Basis nicht immer auf Anhieb.

  13. 13
    Timo

    Seh das nur ich so kleinlich? Wo nehmt ihr die Nazis her?
    Ist das nicht die Kurzbezeichnung für Mitglieder einer 1945 aufgelösten Partei, der einige Ewiggestrige vielleicht noch nachtrauern mögen und die man durch genau jene Falschbezeichnung in ihrem verstörten Weltbild ehrt?
    Neonazis, braunes Pack, NPDler, Rechte wie auch immer, kann ich alles verstehen. Aber eine Klientel, der man das Sammeln von NS Relikten nachsagt, dadurch zu bestätigen, dass man die Nazis immer weiter leben lässt, da werden Träume vom tausendjährigen Reich bedient…

  14. 14
    GEBIRGE

    @#730053: Täglich finden rechtsradikale Übergriffe statt (siehe z.b. http://www.konkret-verlage.de/kvv/txt.php?text=a1), von denen sonst nirgends berichtet wird; aber dir Kleingeist ist das immernoch zu viel?

  15. 15
  16. 16
    33achtzig

    @wexman Deine ‚Studie‘ basiert auf folgender Annahme: „Wenn die PISA-Tests in ihren Anforderungen IQ-Tests entsprechen…“

    Tun sie aber nicht. Nicht mal im Ansatz. Daher ist der Rest auch Bullshit. Die PISA Studie misst ein Bildungsniveau, das hat mit Intelligenz soviel zu tun wie Reichtum mit ehrlicher Arbeit.

    Und wenn es um ‚rassisch bedingte Intelligenz‘ geht: Die nordeuropäisschen Völker waren so ziemlich die letzten, die weltgeschichtlich von den Bäumen gekommen sind. Da würde ich mit solchen ‚Erkenntnissen‘ nicht unbedingt hausieren gehen… wenn sie stimmen würden, wäre es ein Schuss in den eigenen Fuß.

  17. 17

    Wir sehen hier eine schöne Form der Wortergreifungsstrategie. Ob bewußt oder unbewußt, ist nicht entscheidend. Statt über den Inhalt des Posts zu diskutieren (wie man mit Nazis spricht), soll nach dem Willen einiger hier über den Inhalt ihrer Gedankenwelt oder der rechtsextremistischen Gedankenwelt diskutiert werden.

    Das ist eine bewußte Verfehlung des Themas. Ein, zwei Provokationen hier, ein, zwei bewußte Fehlinterpretationen da, und schon hat man die Diskurshoheit an sich gerissen und bestimmt, worüber gesprochen wird.

    Auch wenn die Interviewpartner im privaten und halböffentlichen Raum dafür plädieren, mit Verständnis und ohne Überheblichkeit zu reagieren, gilt diese Regel im öffentlichen Raum nicht. Ich mache nicht zum nützlichen Idioten derjenigen, die statt über Diskussionsformen mit Nazis über den IQ der Rassen diskutieren wollen. Das ist eine grundsätzliche Entscheidung, die hier schon lang und breit erklärt wurde. Es handelt sich eben nicht um eine Bevormundungskultur, sondern darum, nicht bevormundet zu werden.

    Wer ernsthaft davon ausgeht, es gebe Rassen unter den Menschen, dem ist ideologisch nicht mehr zu helfen. Persönlich vielleicht, aber dafür ist das Internet das falsche Medium. De facto ist der Rassenbegriff ein wissenschaftlich blödsinniger. Das ist reinste Pseudowissenschaft.

  18. 18
    Klii

    Sehr guter Artikel und kann vielem nur zustimmen.

    Gibt es aber so etwas ähnliches auch für die andere Seite?
    „Mit Sozialisten/Kommunisten reden!“ bzw. eine „Endstation Links“.
    Wie soll man mit autonomen Steinewerfern umgehen, den Linksradikalen?

    Es wird viel gegen rechts gemacht und das mit Erfolg; aber es gibt keine bürgerlichen (also nicht-rechte) Gruppen, die Personen aus dem linken Milieu raushelfen.

    Wieso gibt es das nicht? Da sollte man mal drüber nachdenken …

  19. 19

    interessantes interview. wundert mich dass Spreeblick das veröffentlicht – dachte immer Spreeblick würde eine extreme anti-haltung zu diesem thema haben (nach dem motto „nazi, seh ich dich nicht bist du auch nicht hier“).

    da fällt mir ein… wäre die NPD im Bundestag wäre schwarzgelb für immer gebrochen :D. und die SPD kann weit besser mit den Linken koalieren als die CDU mit den extremen Rechten. oder was haltet ihr von schwarz-braun-gelb? :D

    was ist eigentlich der unterschied zwischen faschismus und antifaschismus?

  20. 20
    Frédéric Valin

    „was ist eigentlich der unterschied zwischen faschismus und antifaschismus?“

    Hm? Meinst Du historisch? Oder jetzt?

  21. 21

    @Thomas Maier: Mich würde sehr interessieren, wo du bei Spreeblick jemals eine „seh ich dich nicht bist du auch nicht hier“-Haltung herausgelesen hast. Oder wieso du davon ausgehst, dass wir Interviews wie die oben nicht veröffentlichen würden, weil Fred (und ich auch) Interviews der Piraten mit der JF für einen Fehler halten.

    Wir schlagen uns hier seit Jahren mit den immer gleichen Strategien von, ich zitiere: „gemäßigten Rechtsradikalen“ (WTF?) rum. Du kannst das hier wunderbar verfolgen: Im Artikel geht es um Dialog, nur wenige Kommentare später muss ich mir rechte Hetze durchlesen, die von Rassen-IQs und dem bevorstehenden Holocaust an den aussterbenden Deutschen faselt. Dazu natürlich das übliche „Und was ist mit den Linken?“-Geheule, auch immer wieder gern genommen, ebenso wie Verharmlosung („Ich sehe gar keine Gefahr von Rechts „¦“).

    Und schwupps! haben wir die Kommentare voll mit Lügen und faschistischem Gedankengut, das weder auf den Artikel eingeht noch den Dialog sucht. Es geht allein um die Verbreitung von solchem Unfug, nicht um Kommunikation.

    Aber klar: Sobald man die Verbreitung von peudowissenschaftlichem Müll oder rassistischem Dreck löscht, wird „Zensur“ gebrüllt.

  22. 22
    ChiX

    @Klii:
    Gute Frage, wie geht man mit militanten uniformierten politischen Banden um, was „Antifa“, „schwarzer Block“ und wie sie alle heißen, ja nun mal sind ?
    Nur wird das hier selbstverständlich nicht das Thema sein, da macht man lieber auch noch den 10. Artikel über „Nazis“.

    Ok, zum Thema: Natürlich soll man Extremisten zur Demokratie bekehren, was denn sonst ? Wieso soll man bei rechten Radikalen da einen Unterschied machen ?
    Solche Artikel wären besser und sinnvoller, wenn Du mal abstrahieren würdest, insgesamt die hiesigen Verfassungsfeinde ansprechen würdest, nicht nur „Nazis“ muss man hier auf den Pfad der Menschlichkeit führen.

  23. 23
    darby crash

    mit nazis redet man nicht. das ist keine meinung, sondern propaganda für menschenverachtende verbrechen.
    wer rassismus, also letzendlich gewalt und mord gegen menschen anderer herkunft oder andersdenkende propagiert, dem muss muss mit maximaler konsequenz begegnen.

    [Rest gelöscht]

  24. 24
    Timo

    @darby crash:

    Super, das läuft, zuende Gedacht, auch auf eine Endlösung hinaus.

  25. 25
    Frédéric Valin

    Jetzt diskutier ich das hier schon wieder, Himmelherrgott. Solange es diese Zahlen gibt, sind Neonazis das Problem, nicht irgendwelche Hirngespinste:

    Laut Verfassungsschutzbericht gab es 2008 31.801 politisch motivierte Straftaten. Davon waren 20.422 Delikte rechts motiviert, das entspricht 64,22 Prozent. Links motiviert waren 6.724 Delikte, das entspricht 21,14 Prozent. Noch deutlicher wird das Verhältnis bei Straftaten mit extremistischen Hintergrund, einem Teilbereich der politisch motivierten Straftaten: Von 24.605 Delikten waren 19.894 rechtsextrem (80,85 %), und 3.124 linksextrem (12,70) motiviert.

  26. 26

    @Johnny Haeusler: genau, weil auch das Meinung ist. So absurd/schlimm/böse/.. sie meiner und deiner Meinung(!) nach ist. Was soll denn sonst Zensur sein? Ist deiner Meinung nach nur das Zensur, was deine persönliche Meinung nicht zulässt? Das ist schon etwas arogant und oder? Du bist nicht Inhaber der einzig wahren Wahrheit. Denn genau das ist eine freiheitliche demokratie: Zulassen von Meinungen die man selbst ablehnt und Schaffen von Meinungen um Merheiten zu erreichen. Faschismus ist genau das Gegenteil – Ebenso wie Antifaschismus. ich kann auch nur wiederholen was ich hier schonmal gesagt habe: Indem man den Rechten mit einer aroganten Unvereinbarkeit entgegentritt bestätigt man sie nur in dem Glauben dass der Staat gegen sie ist. Und nochmal: deshalb ist ein NPD-Verbot ein ziemlicher Mist (natürlich nicht, wenn man Rechtsextremisten in Deutschland stärken möchte – dann ist ein NPD-Verbot sicher sinnvoll).

  27. 27

    ach es ist ein elend.

  28. 28
  29. 29
    order_by_rand

    Tja, politische Bildung, gerade in Schulen, ist wichtig, und wird offenbar vielerorts vernachlässigt.
    Unser damaliger Klassenlehrer hat das erkannt und uns nicht nur den Lehrplan-Stoff beigebracht, sondern jede Woche eine Demokratiestunde eingeplant, manchmal zwei. Da gab es keinen Frontalunterricht, sondern angewandte Demokratie zum erleben, diskutieren, abstimmen usw. Wir haben früh gelernt, demokratisch zu denken, offen für alles zu bleiben und uns selbst ein Bild zu machen. Zusätzlich sehr guter Geschichtsunterricht, Filme, Zeitzeugenberichte, aktive Auseinandersetzung mit dem „3. Reich“, dem Krieg, Ursachen und Folgen. Politik war ein wichtiges Thema, Grundgesetz, Aufbau der Regierung usw.

    Nun, das ist 20 Jahre her, dieser wunderbare Lehrer unterrichtet immer noch, ich habe vor einem Jahr mit ihm genau über das Thema gesprochen. Seine Schüler sind derart aufgeklärt, dass sie überhaupt nicht auf die Idee kommen, rechtsradikalen Ideologien auf den Leim zu gehen. Anderen Ideologien übrigens auch nicht. Dieser Lehrer hat hunderte von selbstdenkenden Menschen mit hoher sozialer Kompetenz ins Leben entlassen und damit unserer Gesellschaft wahrscheinlich mehr gedient als jeder Politiker.

    Wenn ich mir heutige Lehrpläne anschaue, dann finde ich diese Themen nur noch als Randnotiz – oder sie werden einfach nicht so wichtig genommen, weil der andere Stoff so dominiert, dass für ‚das bisschen Demokratie‘ keine Zeit mehr bleibt.
    Schade eigentlich. Die Folgen dieser Demokratieverweigerung werden uns um die Ohren fliegen.

    Dabei ist dem Problem recht einfach zu begegnen: Redet mit den Leuten. Ich habe noch keinen Rechtsradikalen erlebt, der wirklich sinnvolle Argumente vorbringen konnte – zumindest keine, die sich nicht mit einigen Sätzen widerlegen ließen.

    @stimmviech (09) Was gehen dich die Prenzlberger an und wieso soll deren Leben dich zum „gemäßigten Rechtsradikalismus“ (krankes Wort) bringen? Horizont erweitern! Die Welt ist bunt – schau dich um! Diese Denkweise zeugt von sozialen Scheuklappen, du reagierst auf dein direktes Umfeld. Es gibt – auch politische – Alternativen. Die NPD wird für niemanden das Leben besser machen. Wie auch?

  30. 30

    hitler fragen und lernen: er weiß heute, dass das alles ganz schön doof von ihm war.

  31. 31
    Timo

    @#730182:

    Mir gefallen diese IQ Denkansätze, wenn ich ehrlich bin.
    Und das entsprechende Tabu finde ich auch bedenklich.
    Kann man ja mal zugeben, dass im Mittel die Polen beispielsweise die schlausten Euroäer sind.
    Oder das es mehr schlaue Männer als Frauen gibt und zum Ausgleich genauso mehr blöde Männer als Frauen, eine Art männliche Doppelspitze. :-)

  32. 32
    ChiX

    @#730177:
    “ endlösung der nazifrage ? gute idee, schade, dass ich da noch nicht selber drauf gekommen bin. “

    “ gegen solche menschen hilft nur und ausschließlich gewalt. “

    Der neue Faschismus wird nicht sagen: „Ich bin der Faschismus“, er wird sagen „Ich bin der Antifaschismus“.

    Ignazio Silone

    Noch Fragen ?

  33. 33

    @meistermochi: hehe, haste das auch bei den Simpsons gesehen? Der lebt noch, in Italien!

  34. 34
    darby crash

    @chiX: Spast.

    Herr Rossi

  35. 35
    Gemäßigter Linker

    @Stimmvieh: Auch wenn es die von Ihnen beschriebene Prenzlberg-Szenarien durchaus in nicht geringer Menge gibt, denke ich nicht das sie die Mehrheit sind… Viele sind sich durchaus über die Gefahren die z.B. von latent faschistischen Bewegungen wie dem Islam oder die Linke, etc. ausgehen bewusst. Ich verstehe Ihren Kurzschluss deswegen einer rechtsradikalen Partei die Stimme zu geben überhaupt nicht…

  36. 36

    @Alex: witzig, dass ich ein mal nicht die simpsons zitiere und schon kommt sowas.

    die simpsons sind also alles. und alles sind die simpsons.

  37. 37
    beckmann

    hallo stimmviech.

    was ist denn „gemässigt rechtsradikal“ ?
    KZ ohne Gaskammer ? Döner essen und doch Türken hassen ?
    vieles was du genannt hast ist es jedenfalls nicht !
    man kann den mikrokosmos prenzlberg blöd finden, man kann das FDJ-Mädel als Kanzlerin nicht mögen (wobei viele deiner Ost-Nazis ja auch blauhemden waren),man kann über unterschiede zwischen kulturen diskutieren usw. ohne rechtsradikal zu sein.
    also : wat willste ?

  38. 38
    nptn

    Wer nach der Menge an Kommentaren einfach mal den Text des Interviews liest, wird folgende beiden Textstellen bemerken, die von der nachfolgenden Diskussion meiner Meinung nach sehr schön bestätigt werden:

    „Wer sich im Rahmen der Wortergreifungsstrategie instrumentalisieren lässt, ist genauso ein nützlicher Idiot der Nazis wie derjenige, der jede Form von Gespräch verweigert. Es kommt also immer auf zwei Dinge an: 1. auf die Frage, ob der einzelne Mensch realistischerweise noch veränderbar ist und 2. ob die Umstände geeignet sind, ein solches ernsthaftes Gespräch zu führen. Bei der Praxis der Wortergreifungsstrategie ist in der Regel beides nicht der Fall. Diese wird ja nicht in der Absicht eines ernsthaften Gespräches, sondern in der Absicht der öffentlichen Provokation betrieben.“ Brodkorb
    Und:
    „Kenntnisse, Intuition, Menschenkenntnis, situativer Überblick, Sprache und ihr sicherer Gebrauch, Analysekraft und Schlagfertigkeit. Das sind wichtige Voraussetzungen für derartige Gespräche. Die Wahl der günstigen Situation. Der Mut zu bekennen auch unter mancher Unkenntnis zu leiden, wenn es so ist. Umgang mit Aggressivität lernen. Das ist wahrlich nicht einfach, aber immer wieder notwendig zu trainieren. Gespräche sollen auch abgebrochen werden, wenn es im Augenblick ein negativer Kreislauf ist.“ Wagner

    Also, macht was draus!

  39. 39
    Lars

    @#730182:

    @Timo:

    Hui, ihr seid Satiriker?! Also mir zittern schon ein wenig die Hände, wenn ich so etwas lese. Aber gut.
    Wenn man seinen vermeintlichen IQ kennt und dieser über dem Durchschnitt der Vergleichsgruppe liegt, heißt das noch lange nicht, dass man intelligent ist. Womit ich nicht sagen will, dass ihr es nicht seid. Ich möchte nur auf die manchmal doch recht komplexen Zusammenhänge in der Statistik hinweisen. Da sind Zusammenhänge nicht immer so einfach, wie auf den ersten Blick erscheinen. Bei der von dir genannten PISA handelt es sich, wie du richtig sagst, um einen Wissenstest. Bei einem IQ-Test wird aber gerade NICHT NUR Wissen getestet, sondern auch geistige FÄHIGKEITEN. Außerdem kann man deiner Argumentation auch schnell vorwerfen, Ursache und Wirkung zu verwechseln. Davon abgesehen, dass IQ-Tests an sich von vielen Wissenschaftlern, unabhängig von deren Outcome, kritisiert werden, da z.B. der neuerdings öfter genannte EQ dort nicht bemessen werden kann. EMPATHIE ist nämlich das, was uns davon abhält, jemand anderen zu verprügeln, zu erschießen, zu vergasen. Damit wären wir beim Thema.
    MIT NAZIS REDEN!
    Immer und überall. Um sie zu entschärfen. Um ihre Aussagen zu schlagen und nicht sie. Denn das führt zumindest nicht dazu, dass eine Unterdrückung zu einem gefährlichen Aufbäumen wird. Denn sonst können wirklich irgendwann die „Endlösung“ beobachten, aber zu niemandes Gunsten.

  40. 40

    @Thomas Maier: Ich bitte dich. Es kostet dich nur wenige Stunden im Spreeblick-Archiv um festzustellen, dass ich kein Problem damit habe, mich mit anderen Weltbildern und Meinungen auseinanderzusetzen. Ich behaupte einfach mal, dass ich mehr Zeit meines Lebens damit verbracht habe als viele, die bei rechtsradikalen Äußerungen von „Meinung“ reden.

    Gerne also nochmal: Die auch noch pseudowissenschaftlich angeblich „bewiesene“ Verbreitung von Rassismus ist keine Meinung, sondern Diskrimierung und Volksverhetzung, was ist daran eigentlich so furchtbar schwer zu verstehen? Mal ganz abgesehen davon, dass ich mich als Betreiber dieser Site mit der Veröffentlichung von solchem Schwachsinn strafbar machen kann:

    Wieso investierst du deine Energie nicht in den klaren Widerspruch gegen solche „Meinungen“, sondern hältst dich stattdessen an einer Meta-Debatte mit mir auf? Wo ist dein lautstarker Protest gegen rechtes Gedankengut? Meinungsfreiheit funktioiniert nur, wenn auch jeder die Pflicht verspürt, bspw. rassistischen Meinungen Kontra zu geben, denn ansonsten wird Freiheit zur Ignoranz und kommt genau bei dem an, was du uns eingangs unterstellt hast: „Seh ich nicht, gibt es nicht“.

    Dieses ist eine von mir betriebene Site, für die ich Verantwortung in vielerlei Hinsicht trage. Ich werde mich dabei nicht schon wieder auf lächerliche Zensur-Unterstellungen einlassen, wenn ich rassistische Äußerungen oder Aufrufe zur Gewalt lösche. Jeder, der sowas in die Öffentlichkeit tragen möchte, kann in zwei Minuten ein eigenes Blog eröffnen, dort seine „Meinungen“ in die Welt bringen und endlose „Meinungsfreiheit“ genießen — aber nicht hier.

    Es ist langsam mehr als absurd, wenn ich mir wegen meiner klaren Haltung zu menschenverachtenden Äußerungen, Rassismus, Diskriminierungen und demokratiefeindlichem Gedankengut Arroganz vorwerfen lassen muss und dabei zusehen soll, wie sich Menschen schützend vor Rechtsradikale stellen, alles natürlich im Namen der Meinungsfreiheit.

    Ich bin jetzt draußen aus dieser Diskussion, die ich einfach schon zu oft geführt habe. Ich lösche jetzt nur noch.

  41. 41
    HCL

    Es gibt Menschen mit mehr und weniger Denkvermögen (oder auch Denkbereitschaft). Ich bin mir sehr sicher, dass es Menschen mit weniger Denkvermögen wichtig ist, ihre eigene Schwäche zu verdrängen oder davon abzulenken. Das geht am Besten, in dem man einer anderen Gruppe diese Schwäche anhängt.

    Ich glaube, mit diesen Menschen zu reden, macht durchaus Sinn, denn sobald diese dadurch zu Denken anfangen, ist der wichtigste Schritt getan. Sie werden in die Lage versetzt, Dinge in Frage stellen zu können. Nicht Sachen von vornherein richtig oder falsch zu finden, sondern hin und wieder zu fragen: »Kann das sein?«. Jeder Mensch hat Vorurteile, aber es geht darum, diese jederzeit revidieren zu können.

    Und noch zur Wortergreifungsstrategie in den Kommentaren:
    Ich empfehle eine Vorgehensweise wie indymedia. Inhaltlich nicht relevante Beiträge werden in eine Trollecke verschoben. Wer mag, guckt sich das an, aber man kann sie auch gut ignorieren. Und wer sich dann ungerecht behandelt fühlt, dem kann man antworten, oder auch nicht. Max? machbar?

  42. 42
    Frédéric Valin

    @#730182: Es geht nicht um einen niveauvollen Dialog mit Rechtsextremen. Siehe @nptn.

    Es gibt keine anerkannte genetische Komponente beim IQ. Und es gibt keine Rassen. Es ist allgemein anerkannt, dass der IQ keine interkulturellen Vergleiche zulässt. Dazu Anderson:

    „Gerade das Konzept der Intelligenz ist in Relation zur jeweiligen Kultur zu betrachten. Was in der einen Kultur als intelligent gilt, kann in einer anderen Kultur ganz anders beurteilt werden. Beispielsweise halten die Kpelle, eine afrikanische Kulturgemeinschaft, die Art, wie in der westlichen Kultur Exemplare Kategorien zugeteilt werden (worauf einige Items in Intelligenztests beruhen) für widersinnig. Sternberg (persönliche Mitteilung) bemerkt, dass in einigen Kulturen nicht mal ein Wort für Intelligenz existiert. Allerdings bleibt die Tatsache bestehen, dass Intelligenztests eine Voraussage der Leistung in unseren (westlichen) Schulen ermöglichen. Es ist eine ausgesprochen schwierige Frage zu beurteilen, was überwiegt: dass Intelligenztests einen wertvollen Dienst bei der Zuweisung von Schülern leisten oder dass sie lediglich willkürliche kulturelle Überzeugungen durchsetzen.“

    Und, wie Bourdieu ausführlich gezeigt hat, ist der IQ-Begriff obendrein klassistisch:

    „Die Klassifizierung durch die Schule ist eine legitimierte und wissenschaftlich ausgewiesene soziale Diskriminierung. Hier findet man auch die Psychologie wieder, mit ihrer von Anfang an tatkräftigen Unterstützung des Funktionieren des Schulsystems. Das Auftauchen von Intelligenztests wie dem Binet-Simon-Test hängt damit zusammen, dass dank der Schulpflicht Schüler in das Schulsystem kamen, mit denen dieses Schulsystem nichts anzufangen wusste, weil sie nicht „žprädisponiert“ waren, nicht „žbegabt“, das heißt, nicht von ihrem familialen Milieu her mit jenen Prädispositionen ausgestattet, die die Voraussetzung für das normale Funktionieren des Schulsystems sind: Kulturelles Kapital und guter Wille in bezug auf die Schulabschlüsse. Diese Tests, die die von der Schule verlangten sozialen Prädispositionen messen, sind genau dazu da, jene schulischen Verdikte im voraus zu legitimieren, durch die sie legitimiert werden; daher auch ihre Aussagekraft in bezug auf den Schulerfolg“

    Seit den 60er Jahren ist klar, dass es keine unverzerrten Iq-Tests gibt. Seit den 60ern! Was sollen denn das für Wissenschaftler sein, denen diese Erkenntnisse entgangen sind?

    Weis ist deswegen wissenschaftlich nicht ernstzunehmen, weil er die Problematik weder des IQ-Begriffs noch der Pisa-Studie bespricht und zu einer Lösung bringt. Außerdem geht er von einem Rassebgegriff aus, der schon seit Jahrzehnten obsolet geworden ist.

  43. 43
    Gemäßigter Linker

    @Lars: Und das Hauptargument? Das es Unterschiede zwischen Menschengruppen in der Intelliegenz geben soll? Mir sind diese Argumente auch unheimlich, aber ich glaube nicht, dass Menschen alle gleich sind. Die Frage ist nur, ob diese durchschnittlichen Unterschiede genetisch bedingt, oder durch die Umstände, Erziehung, Bildung, etc. auftreten… Und davon habe ich ehrlich gesagt keine Ahnung, würde aber die genetischen Unterschiede irgendiwe nicht von vornerein ausschließen wollen… Es gibt ja auch physische Unterschiede… Zu meiner eigenen Überraschung.

  44. 44

    Mit Nazis redet man nicht.

    Siehe auch:
    – Ausführliches Glossar zur Wortergeifungsstrategie der Nazis bei der Zentrale für politische Bildung

    Wortergreifungsstrategie 2.0 – Günter Schuler im Gespräch mit Patrick Gensing (NPD-Blog.info) zum Thema: „Rechte bei Wikipedia“

  45. 45
    Turtle

    @Johnny Danke! Genauso ist es. Nazis sind immer die größten „Märtyrer“ die es gibt nicht nur im Internet.

    Ich bin auch der Meinung dass man sich mit Nazis auseinandersetzen(!) muss, nur dann gibt man ihnen die Chance ihr Gedankengut als das zu präsentieren was es ist: Bullshit. Meine Erfahrung mit NPD-Anhängern ist dass zumindest ein Teil von ihnen selbst nicht weiß was deren völkische Ideologie eigentlich beinhaltet. Man darf die Nazis nicht unwidersprochen stehen lassen.

    Vor allem aber muss endlich diese dämliche Extremismustheorie, die Linke und Rechte gleich schlimm macht, als Grundlage der staatlichen Demokratieerziehung auf der Müllhalde der Geschichte entsorgen. Rassismus, Antisemitismus, Sexismus usw. sind kein Problem von Links oder Rechts sondern ein Problem der Gesellschaft in allen Schichten und politischen Denkweisen. Wir brauchen Politiker und Bürger die dagegen angehen und keine Schönwetterdemokraten die beim Anblick eines echten Nazis in Schockstarre verfallen.

    Last but not least: Auch bei den Linken gibt es genug Idioten, aber Menschen mit der „falschen“ Hautfarbe usw. werden immer noch von Nazis verprügelt oder ermordet.
    @Stimmvieh Das gilt auch fuer deine sog. „Gutmenschen“, die bringen niemanden um und sind nicht gefährlich im Gegensatz zu Faschos in Lichtenberg.

  46. 46

    wie schrieb ich neulich:

    „Ich verzichte zum Wohle meiner Sicherheit sehr gerne auf die Freiheit, an die sich die (Meinungs-)Freiheitsfanatiker und Nazis heften. So viel kann mir meine persönliche Freiheit gar nicht bedeuten.“

  47. 47
    Timo

    @Lars:

    Nö, das hat mit Satire wenig zu tun, ich beziehe mich da auf eine vor einigen Monaten gelesenen Artikel.
    Da schwankten die IQ Werte übrigens bemerkenswert gering, und nun ja, die Polen waren ebend führend.
    Den Unterschied zwischen den Geschlechtern kann man bei Interesse an der Thematik auch ausfindig machen, dort scheint imho halt eine Gendervorsichtige Verschleierung statt zu finden, welche dann als Ergebnis hat, dass beide Geschlechter im Mittel gleich schlau sind, wie von mir ja auch geschrieben, nur das Männer ebend eher die Extrema belegen.
    Mich persönlich stört halt das entsprechende Tabu darüber zu reden, wenn sich abzeichnet das „falsche“ Ergebnis könne zu Tage treten, es hätte Beispielsweise bei der Frage nach Frauenquoten für Spitzenposten ja eine nicht ganz unerhebliche Relevanz, wohingegen die Auslegung, im Mittel sind alle gleich, Quoten begünstigen würde. Aber wenn wir diesen Strang weiter diskutieren wollten, wären wir hier bestimmt an der falschen Stelle des Blogs.

    Den kleinen Unterschied zwischen den Europäern habe ich einfach daher gerne eingebracht, weil es bei der Thematik des Rechtsradikalismus doch ganz erheiternd ist, das die nachweislich schlauesten in der „Kornkammer“ des 3. Reiches zu finden sind und eben nicht bei den ehemaligen Herrenmenschen.
    Was ja nun nach nationalsozialistischer Logik eine Endlösung für die Deutschen regelrecht wünschenswert machen würde.

    Ja, das war jetzt etwas Satire.

  48. 48
    Frédéric Valin

    @#730215: Deutlich linksradikale politische Ansichten? You have nothing seen yet.

    Mit Meinungsfreiheit hat organisierte Diffamierung, Ehrverletzung, Beleidigung und Verleumdung nichts zu tun. Schlags nach im Grundgesetz (das ja bekannt dafür ist, sehr linksradikal zu sein).

  49. 49
    Gemäßigter Linker

    @daniel: 100% Zustimmung. Finde es eigentlich einen kleinen Skandal das Frédéric Valin hier ein Podium für seine radikalen politische Ansichten bekommt. Und dazu noch so schlecht Geschriebene. Schade das Malte weg ist. Der konnte wennigstens schreiben. Das hier trotzdem gelöscht wird, etc. ist aber legitim. Ich würde mir in meiner Wohnung auch von niemanden auf den Tisch pissen lassen….

  50. 50
    Klii

    @Frédéric Valin: Du weisst das diese Zahlen eher nichtsagend sind, oder?
    Siehe http://de.wikipedia.org/wiki/Politische_Straftat
    Allein auf „Verbreiten von Propagandamitteln und Verwenden von Kennzeichen verbotener Organisationen“ fallen 12.627 Straftaten bei rechts. Das man sowas verbietet ist ja „okay“ – aber damit dann zu argumentieren, dass rechts viel schlimmer sei wegen solchen Straftaten ist doch ein Witz.

    Ein weitere grosser Batzen ist – „als extremistisch eingestufte PMK“; dort sind es 17.595 bei rechts. Aber allein schon der Satz der Definition „Als politisch motiviert gilt eine Tat insbesondere dann, wenn die Umstände der Tat oder die Einstellung des Täters darauf schließen lassen,…“ – schliessen lassen, von wem denn? Vom Polizist? Vom Richter?
    Wenn ein Skin ein Auto demoliert ist es dann gleich weil er rechts ist oder er schlicht ein an der Waffel hat?

    Ich misstraue grundsätzlich solchen Statistiken, da die Kriterien subjektiv und nicht immer definierbat sind. Das hat diesselbe Qualität, wie wenn man mit der KiPo BKA-Statistik argumentiert. Man nimmt halt immer die Statistik die zur eigenen Argumentaiton passt … etwas kurz gedacht.

    Und mal allgemein gesprochen. Hier wird einseitig ProLinks und ContraRechts geschrieben – ist ja euer gutes Recht. Aber nicht jeder sieht alles so schwarz/weiss wir ihr hier. Da gibt es Leute die differenzieren und das auch als Kommentar zu Beiträgen. Wenn ihr das nicht wollt, dann schaltet doch einfach die Kommentarfunktion aus. Der linke blog.fefe.de macht das ja auch so, aber steht dann wenigstens auch dazu.

  51. 51
    Lars

    @Gemäßigter Linker:
    Ja, es gibt physische Unterschiede. Überraschend ist das allerdings nicht. Schwarze Hautfarbe ist physiologisch. Die Produktion an Melanin im Vergleich zur weißen Hautfarbe verbessert/gesteigert. Nicht mehr, nicht weniger.
    Und um mich nun nicht gleich in den Diskussionssumpf der Rassentheorie zu begeben.
    Was ist mit afrikanischen, türkisch-, arabisch- usw.-stämmigen Intellektuellen auf dieser Welt? Die es indisktutabel gibt. Die meistens eine gute, heißt eine normale Schulbildung, heißt eine Bildung, wie wir sie hier in Deutschland erfahren, erhalten haben. Diese sind dann nur die betätigenden Ausnahmen? Ein „Ja, klar.“ fänd ich jetzt recht schwach.

  52. 52
    order_by_rand

    @manwex: Du zeigst hier natürlich sehr schön, dass die Aufnahmefähigkeit für politische und gesellschaftliche-soziale Bildung nicht zwangsweise mit dem IQ korreliert.

  53. 53
    daniel

    @Gemäßigter Linker:

    Schade das Malte weg ist. Der konnte wennigstens schreiben.

    Stimmt. Malte hat zwar manchen kruden Unsinn zusammengeschrieben, aber immer auch eine deutliche Offenheit gegenüber Meinungen gezeigt, die nicht direkt auf seiner Skala lagen.

  54. 54
    Frédéric Valin

    @#730227: Achso, Du bist pissig, weil ich es gewagt habe, den Vorstand der Piraten zu kritisieren. Na dann.

    Gibt es eine einzige Aussage, die den Tatbestand der organisierten Diffamierung, Ehrverletzung, Beleidigung und Verleumdung erfüllt? Wenn ja, welche?

  55. 55

    @#730221: Schön, dass du das Problem auf den Punkt bringst: „Rechte gewinnen immer mehr Akzeptanz“. „Begrüßenswert“ ist das allerdings nur für diejenigen, die sich darüber freuen, dass ihre menschenverachtende Ideologie als Meinung missverstanden wird.