144

Entscheide dich endlich, Deutschland [Updates]

UPDATE Da es in den Kommentaren teilweise mal wieder ausartet, lasse ich zwar aus dokumentarischen Gründen vorerst alles stehen, schließe aber die Kommentare bis mir etwas besseres, vielleicht witzigeres einfällt. Vielen Dank an alle, die sich bis hierhin zu Recht eingemischt und dem Unsinn widersprochen haben!

UPDATE 2 Bezüglich des unten im Text erwähnten S-Bahn-Vorfalls ermittelt jetzt der Staatsschutz und bittet um Mithilfe durch Zeuginnen und Zeugen. 


UPDATE 3 Die Kommentare sind wieder geöffnet, einige werden eingeweißt, mehr dazu hier.

UPDATE 4 Hier kann man im Rahmen der Aktion „Blogger für Flüchtlingespenden.

In den späten sechziger und frühen siebziger Jahren – als Deutschland noch geteilt war und es eine BRD und eine DDR gab, als die SPD noch eine sozialdemokratische Partei war und als die Gründung des Grünen-Vorläufers AL (Alternative Liste) in Westberlin noch ein paar Jahre dauern sollte – beschäftigten sich Menschen mit der Tatsache, dass Deutschland seine junge Vergangenheit keineswegs aufgearbeitet hatte, sondern dass stattdessen frühere Nazis weiterhin für den deutschen Staat arbeiteten, in den Behörden saßen, in den Unternehmen und in der Politik. Die Gründung der RAF basierte u.a. auf dieser Tatsache, in den Taten der terroristischen Vereinigung äußerte sich die Wut darüber in gewaltsamen Anschlägen und Morden.

Der westdeutsche Staat reagierte mit einer manchmal verständlichen und sicher richtigen, manchmal aber auch komplett übertriebenen erhöhten Wachsamkeit gegenüber allem, was als politisch links galt. Er reagierte leider nicht mit einer Aufarbeitung der Nazi-Zeit oder mit erhöhter Aufmerksamkeit gegenüber denen, die sich von anti-demokratischen und rechten Gedanken nicht distanzieren und lösen wollten. Die Behauptung, dass bestimmte Behörden und die Politik in Westdeutschland „auf dem rechten Auge blind“ seien, stammt aus dieser Zeit. Und war alles andere als unbegründet.

Das junge erwachsene Volk der BRD, die nach dem Krieg geborene, nicht intellektuelle Arbeiterklasse, hegte hier und da heimliche Sympathien für diejenigen, die sich gegen das herrschende System auflehnten. Nicht für ihre Morde oder Attentate natürlich, sehr wohl aber für die Kritik an den Mächtigen, die sich gegenseitig die Millionen zuschoben und unter denen noch viele alte Nazis saßen. Unzufriedenheit mit dem System machte diese Generation eher zu Linken als zu Rechten. Ich habe als Kind in den Siebzigern viele (auch ange- und betrunkene) Gespräche der Arbeitskollegen meiner Eltern mitgehört – unter denen kein einziger Akademiker war und viele nicht einmal einen Schulabschluss hatten – die inhaltlich sicher nicht durchweg 1A waren, die aber gleichzeitig weit entfernt von rechtem Gedankengut waren. Die Generation meiner Eltern, mein Vater, seine Kollegen, sie waren SPD-Wähler und stolz darauf. Gerechtigkeit, gleiche Rechte für alle, Solidarität mit Schwächeren, das war ihnen wichtig. Obwohl sie nicht besonders gebildet waren.

Als Jugendlicher im Westberlin der frühen achtziger Jahre hatte man hin und wieder mit jungen Nazis zu tun, mit Neonazis eben. Einige Leute lösten sich aus der Punk-Szene und wurden Skinheads, meist eher aus modischen und musikalischen Gründen (die Musik der englischen Skins der sechziger Jahre, die eher Arbeiter- als Nazi-Wurzeln hatten, war Soul, Reggae und Ska, also schwarze Musik). Manche wechselten aber auch ins politisch rechte Lager, nicht zuletzt beeinflusst von britischen Soldaten, die zur dieser Zeit noch in Westberlin stationiert waren und von denen sich einige Skins mit Sympathie für die National Front in das Berliner Nachtleben und unter die lokale Skinhead-Szene mischten. Diese Phase war manchmal gefährlich in Westberlin, es gab Konzerte mit Schlägereien zwischen Skins und anderen, doch sie hielt nicht an. Linke Skins („Redskins“) formierten sich, die Antifa war zugegen, rechte Skins und andere Neonazis wurden ausgeschlossen und gingen teilweise wegen Gewalttaten auch in den Knast.

Rechte Gruppierungen traten unter Jugendlichen in Westberlin also vereinzelt auf, und auch aus anderen westdeutschen Städten hörte man immer mal wieder von Stress mit Neonazis in Jugendheimen und von Angriffen, bei denen die Polizei – wenn überhaupt – sehr spät eintraf. Dennoch überwog die liberale, linke Szene unter den meisten Jugendlichen. Die Anti-Atombewegung hatte einige politisiert, andere (wie ich) wurden durch Musik politisch erzogen, die sich in ihren rebellierenden Formen immer auf die Seite der Schwachen stellte und sich gegen unterdrückende Systeme wandte. Nicht nur in Westberlin wurden leerstehende Häuser besetzt und bei Räumungsversuchen Straßenkämpfe ausgefochten. Jugend in Westberlin war größtenteils das, was Jugend sein soll: Rebellisch, solidarisch, freiheitsliebend, veränderungssuchend.

Bei einigen Erwachsenen sah es mittlerweile aber etwas anders aus. Offenbar war eine Generation von Alten herangewachsen, die die Nase voll hatten von Hippies und Punks. Als die in den 80ern entstandene rechte Partei „Die Republikaner“ mit rassistischen Wahlwerbespots bei den Wahlen zum Berliner Abgeordnetenhaus 1989 schockierende Wahlergebnisse erreichte (ihre 7,5% galten als alarmierend), war eine Welle der Entrüstung die Antwort, die Partei verschwand danach weitgehend von der politischen Bildfläche (ist aber noch immer aktiv).

Im Jahr 1991, zwei Jahre nach dem Fall der Mauer, entsetzten Berichte über Anschläge auf Flüchtlingsheime u.a. in Hoyerswerda in Sachsen jeden einzelnen meiner Bekannten und Freunde. Dass es immer noch Neonazis gab, wussten wir, dass sie jedoch Brandanschläge verübten, war eine neue Dimension. Da mir als Musiker nichts anderes einfiel, begann ich gemeinsam mit Berliner Veranstaltern die Arbeit an einem Solidaritäts-Konzert mit dem Titel „Ich bin ein Ausländer“, zu dem letztendlich 10.000 Menschen kamen und das von TV- und Radiostationen aufgezeichnet und übertragen wurde. Dass ein Rockfestival keinen Nazi von seinen Taten abhalten würde, war uns allen bewusst, doch das Gefühl, nicht allein zu sein, war damals wichtig für viele von den Anschlägen schockierte Menschen. Es ging darum, Solidarität zu zeigen.

Die Anschlagswelle durch Nazis ging 1992 und auch in den Jahren danach weiter. Nicht nur in Rostock-Lichtenhagen, sondern auch an anderen Orten wurden Aufnahmestellen für Asylbewerber und Wohnheime angegriffen, 1996 starben bei einem Anschlag auf ein Haus für Asylbewerber in Lübeck zehn Menschen.

2011 wurde der NSU bekannt, der Nationalsozialistische Untergrund, eine rechtsextreme Terrororganisation, der mehrere Morde und Anschläge zur Last gelegt werden. Jahrelang konnte die Organisation ungehindert Straftaten begehen, der Verfassungsschutz hatte offenbar komplett versagt. Der 2013 eröffnete Prozess dauert bis heute an.

—–

Ich schreibe diese unvollständige, subjektive Chronik auf, meine Erinnerungen an einiges, was mein Leben in Berlin und Deutschland im Zusammenhang mit Rechtsextremen beeinflusst hat, um mir selbst vor Augen zu führen, wie verdammt lange dieses Land schon unfähig ist, mit seit Jahrzehnten bekannten Gefahren von Rechts umzugehen. Wie lange schon im Deutschland der Nachkriegszeit rechter Terror verübt wird, der kleingeredet, ignoriert und bagatellisiert wird.

Noch immer stehen Wasserwerfer und Tränengas bereit, sobald sich mehr als drei Tierschützer an einen Baum ketten, aber noch immer wartet man vergeblich auf angemessene Reaktionen, wenn Neonazis durchdrehen, Häuser in Brand setzen, Menschen bedrohen oder gar umbringen. Eine einzige Verhaftung gab es am vergangenen Heidenau-Wochenende. Und das war laut einiger Medienberichte ein Journalist.

Es ist völlig schnuppe, ob und was Angela Merkel sagt, sie wird von Rechtsextremen sowieso gehasst. Das wohl immer in verschieden starken Ausprägungen bestehende Problem der Rechtsextremen in einer Gesellschaft ist nichts, was durch einen Satz vor laufenden Kameras gelöst wird, Rechtsextreme werden allein durch Taten in ihre Schranken verwiesen, durch den Schutz der Bedrohten, die Auflösung von rechten Versammlungen, durch Personenkontrollen und -beobachtungen und durch Verhaftungen. Rechtsextremismus ist auch nichts, was die Bevölkerung selbst regeln kann, denn die hohe Gewaltbereitschaft der Rechten könnte ansonsten zu bürgerkriegsähnlichen Zuständen führen. Die Bekämpfung von Rechtsextremen ist eine politische Aufgabe. Doch die Politik versagt, seit Jahrzehnten.

Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich hoffte nach den Geschehnissen in Heidenau: „Das ist nicht unser Sachsen“. Und ich antworte: Doch, das ist es. Seit Jahrzehnten schafft es die CDU in Sachsen nicht, das Problem in den Griff zu bekommen. Wenn in Brandenburg rechtsextreme Konzerte verboten wurden, wurden sie in Sachsen erlaubt. Nicht, dass es in Brandenburg keine Neonazis gäbe, doch diese Tatsache scheint den Zuständigen dort etwas bewusster zu sein als ihren Nachbarn.

Meiner Erfahrung nach gibt es drei Arten von Rechtsextremen:

1) Die Organisierten. NPD-Anhänger und Mitglieder anderer Vereinigungen, die eine Aufgabe für den Verfassungsschutz sind, der daran anscheinend weiterhin kläglich scheitert. Ganze Dörfer werden diesen Organisationen überlassen, und das ist seit langer Zeit bekannt.

2) Die Alten. Ich weiß nicht, ob die heutigen alten Neonazis die damals jungen sind (damit meine ich die von 1991), die genau gar nichts dazugelernt haben. Aber die Vermutung liegt sehr nahe. Diese Menschen kann man meiner Erfahrung nach durch nichts überzeugen. Argumente, Tatsachen und Appelle an die Menschlichkeit prallen von ihnen ab, man kann nur hoffen, dass sie nicht gewalttätig werden oder sich von den gerade genannten Organisationen zu anderen Taten einspannen lassen. Viele von ihnen sind vielleicht verbale Stammtisch-Mitläufer, das macht es zwar nicht besser, aber ein kleines bisschen ungefährlicher. Diejenigen aber, die darüber hinaus anti-demokratischen und menschenverachtenden Handlungen nachgehen, gehören ganz einfach bestraft. Wenn in der Berliner S-Bahn ein Rechtsextremer auf zwei Kinder uriniert und dabei „Heil Hitler“ brüllt, dann ist das keine „fremdenfeindliche Beleidigung und Körperverletzung“, sondern grenzt an Vergewaltigung. Ein Staat, der es schafft, binnen kürzester Zeit die Totalüberwachung der gesamten Bevölkerung zu beschließen, muss auch dazu fähig sein, die Bevölkerung vor solchen Gewalttätern zu schützen.

3) Die Jungen. Sie sind die, die wir nicht aufgeben dürfen, denn sie geraten oftmals aus Frust, Opportunismus oder fehlgeleitetem Rebellentum in die rechte Szene. Seit Jahrzehnten arbeiten sich Jugendarbeiterinnen und -arbeiter den Arsch ab, um sich um diese Jugendlichen zu kümmern, der Dank des Staates dafür sind Etat-Kürzungen und Schließungen von Jugendeinrichtungen. Und engagieren sich Menschen in antifaschistischen Gruppen, dann stehen sie vermutlich unter größerer staatlicher Beobachtung als keulenschwingende Neonazis.

Ich bin es so leid. Ich kann das Gequatsche von „null Toleranz“ nicht mehr hören, denn nichts anderes wird getan: Rechtsextremismus wird in Deutschland toleriert. Seit Jahrzehnten schaue ich dabei zu, wie eine weitestgehend friedliche Gesellschaft fassungslos vor rechten Gewalttaten kapituliert, hilfesuchend zu den Staatsorganen schaut und von diesen ein Achselzucken, Beschwichtigungen, Verharmlosungen und komplette Unfähigkeit als Antwort erhält.

Seit Jahrzehnten höre ich mir auch an, dass es bessere Bildung braucht, um Rechtsextremismus zu vermeiden – als hätte man in diesem Land nicht genügend Möglichkeiten, sich mit Fakten vertraut zu machen. Man muss kein Studium abschließen, um sich anständig zu benehmen, und man muss kein Abitur haben, um Empathie für Dritte aufbringen zu können. Siehe oben: Dass Menschen ohne gute Bildung quasi automatisch rechts werden, ist völliger Unsinn.

Aber: Man muss Respekt, Verständnis und Solidarität auch selbst erfahren, um diese Tugenden teilen zu können. Der von der Politik geförderte Neoliberalismus, das Hofieren der Wirtschaft, das Drängen der Schulen auf eine Individualkarriere, Kürzungen bei Sozialleistungen sind Teil der Saat, die wir ernten. Eine Gesellschaft, die sozialdemokratischen Werte missachtet, Schwächere auslacht und als Verlierer hinterlässt, muss sich nicht wundern, wenn sich diese an noch Schwächeren vergehen und vermeintlich Stärkeren hinterherlaufen, weil sie vorgeben, ihnen zuzuhören, sie zu verstehen und Lösungen für ihre Misere zu haben.

Obwohl Rechtsextremismus keineswegs ein rein ostdeutsches Problem ist, müssen wir daher auch und besonders über den Osten reden. Die angeblich abgeschlossene Wiedervereinigung hat in weiten Teilen des östlichen Landes nichts anderes als ein Trümmerfeld hinterlassen, der Osten wurde eingekauft, ausgelutscht und wieder ausgespuckt vom Westen, und da liegt er nun, teilweise unfähig, ohne Hilfe wieder aufzustehen. Einige Unternehmen haben ihre Förderungen abkassiert und sich wieder zurückgezogen, manche mussten aus anderen Gründen ihre Zelte abbrechen; wer es sich als junger Mensch leisten kann, der flieht nach Berlin oder in andere Großstädte, dorthin, wo es vielleicht einen Job gibt. Von denen, die zurückbleiben und die sich als Verlierer der wiedervereinigten Gesellschaft sehen, schließen sich nicht wenige in einer Gedankenwelt aus Verschwörungstheorien und Fremdenhass ein, der sich nicht allein auf Ausländer und Flüchtlinge bezieht, sondern auf alle, die nicht „von hier“ sind. Und es kümmert sich: kein Schwein. Auch das ist Nährboden für rechtsextreme Scharlatane, die schnelle Lösungen und Schuldige anbieten.

Ein zweites Mal nach der NS-Zeit hat es Deutschland im Fall der Wiedervereinigung nicht geschafft, seine Vergangenheit aufzuarbeiten, darüber zu reden, was damals passiert ist, wie es dazu kommen konnte. Wir haben es nicht geschafft, Täter zu benennen und Opfer zu betrauern. Wir haben es nicht geschafft, ein besseres Morgen zu planen und daran zu arbeiten.

Es gibt keine leichte Lösung für die traurige Wahrheit, dass wohl jede Gesellschaft einen Anteil Rechtsextremer und Gewalttäter ertragen muss. Ob ein Staat dies aber toleriert und kleinredet und dabei hofft, dass sie irgendwie von alleine verschwinden; oder ob er sich stattdessen der Herausforderung stellt, Tatsachen ins Auge sieht, Gelder für lokale und bundesweite Projekte bereitstellt und sich in allererster Linie und mit Nachdruck kümmert und gegen Rechtsextreme wirksam vorgeht – das kann er selbst entscheiden. Trifft er die falsche Wahl, ist er nichts anderes als mitschuldig an rechtem Terror.

Der Staat, die Regierung muss diese Entscheidung treffen und handeln, nicht zuletzt auch, um Zusammenhalt, Solidarität und Zivilcourage in der Bevölkerung zu unterstützen und zu fördern. Wer fragt sich in diesen Tagen nicht, ab welchem Zeitpunkt er sich eigentlich ebenfalls mitschuldig macht? Ab wann müssen wir uns von unseren Kindern und Enkelkindern fragen lassen, warum wir weggeschaut und nichts unternommen haben? Der Nationalsozialismus, die steigende Toleranz für Hass und Gewalt gegenüber Fremden war früher ein schleichender Prozess und er ist es auch heute noch. Wenn wir uns Rechtsextremismus gefallen lassen, ihn ignorieren oder gar tolerieren, dann haben wir rein gar nichts gelernt. Und das wäre ein Armutszeugnis für dieses Land.

Also entscheide dich endlich, Deutschland.

Ich empfehle auch diese beiden Spreeblick-Artikel von Fred aus den Jahren 2009 und 2010:


Mit Nazis reden
Extremismus extrahieren

144 Kommentare

  1. 01
    ncio

    „Eine einzige Verhaftung gab es am vergangenen Heidenau-Wochenende.“

    Und wieviele Verhaftungen gab’s in Suhl? Ach stimmt, DAS ist natürlich wieder was anderes. Oder die Krawalle in Hamburg und Berlin. Aber wehe es werfen mal paar „Rechte“ Böller und Bierflaschen, dann ist aber was los!!!

    Für all diesen Scheiß sind allein die Politiker verantwortlich! Wer zuviele „Flüchtlinge“ ins Land lässt, der gefährdet eben die innere Sicherheit.

    Man hat aus den 90ern eben nicht gelernt bzw. will die Geschichte wiederholen.

    Bravo Merkel, Maizière und Maas!

  2. 02

    @ncio:
    Richtig, Suhl war was anderes.
    Krawalle in Berlin und Hamburg: Ja, auch was anderes.
    Die jeweiligen Lösungen oder möglichen Reaktionen: andere.
    Mit anderen Worten: Rechte Schläger, die Flüchtlinge bedrohen sind ein Problem. Darum geht es hier.
    So zu tun, als ob andere Themen dasselbe seien, nennt man Derailing. Ablenkung. Das ist das, was Du gerade tust. Und ablenken tut man vor allem dann, wenn man sich in Wirklichkeit bewusst ist, dass man falsch liegt.

  3. 03
    ncio

    @Jens:

    Ablenken tust eher nur Du hier ;)

    Linke/ausländische Taten *immer* runterspielen, „rechte“ Taten immer künstlich aufblasen. Bravo!

    Wo konkret haben den „rechte Schläger“ die „Flüchtlinge“ in Heidenau „bedroht“?

    Wann hat die Polizei zuletzt Tränengas (!) gegen Demonstranten eingesetzt?!

    Ich erwarte vom Staat einfach das gegen ALLE Randalierer gleichermaßen vorgegangen wird, unabhängig davon gegen WAS sie „demonstrieren“ (randalieren).

    Nur mal als Gegenüberstellung:

    Reaktion auf SUHL:

    – Verständnis für die Randalierer,
    – Schaden wird vom Staat ersetzt,
    – Deutsche bekommen von der Polizei Platzverweise ausgesprochen,
    – Polizisten wehren sich nicht,
    – Polizisten de-eskalieren,
    – Politiker wollen die Ausländer nach ethnischen Gruppen trennen,
    – Anwohner mit zerschlagenen Autoscheiben bleiben auf ihrem Schaden sitzen
    – die randalierenden Ausländer werden schnellstmöglich in neuen Wohnungen untergebracht
    – Medien üben Selbstzensur und hüllen den Mantel des Schweigens darüber

    Reaktion auf HEIDENAU:

    – Merkel verurteilt die Gewalt
    – Gabriel verurteilt die Gewalt
    – die Medien verurteilen die Gewalt
    – Forderung nach harten, abschreckenden Strafen
    – Polizei eskaliert mit Schlagknüppel-Einsatz
    – Polizei beschießt Frauen und Kinder mit Tränengas-Granaten

  4. 04

    @ncio: wenn es „nur“ das werden von ein paar böllern und bierflaschen wären….

    bitte nicht die unzähligen angezündeten unterkünfte vergessen. und die nsu morde….

    die einzigen, die offensichtlich nicht lernfähig sind, sind diese geisteskranken brandstifter und mörder, für die der humanismus nicht zählt und die lieber menschen sterben sehen anstatt ihnen zu helfen.

    und jetzt noch die täter-umkehrung zum opfer mit der argumentation, die politiker seien schuld, was lassen sie auch so viele flüchtlinge in’s land – das ist die typische ostdeutsche spießbürger haltung.

  5. 05

    @ncio:

    “ Polizei beschießt Frauen und Kinder mit Tränengas-Granaten“

    sorry, aber wer zum randalieren seine frau und kinder mitnimmt und sich dann wundert, dass die auch tränengas abbekommen, dem kann man wirklich nicht mehr helfen…

  6. 06

    @ncio: Du lenkst vom Thema ab, die alte, ermüdende Kommentar-Strategie, die man seit Jahren überall sehen kann, das ewige „Aber was ist mit den Linken?“-Gebrabbel. Nur zur Info: Ich schaue mir sowas nur kurz an und sperre und lösche danach, es führt nämlich zu nichts. Als nächstes applaudierst du dir unter anderem Namen selbst … been there, seen that, glaub‘ mir.

  7. 07
    Nina

    Ich stimme zu, nur beim Thema Bildung muss ich nochmal nachhaken.
    Ich glaube nämlich, dass wenn von „besserer Bildung“ gesprochen wird, von den meisten Menschen nicht nur Wissenvermittlung gemeint ist, die zum Abitur oder zum Studienabschluss führt. Sondern dass „bessere Bildung“ auch immer mitmeint, dass in Kindergarten und Schule Werte vermittelt werden, dass Respekt, Verständnis und Solidarität erfahrbar gemacht werden.

    „Bessere Bildung“ – das klingt so pauschal. Ist aber trotzdem notwendig. Es ist dringend notwendig, in Bildung zu investieren. Und je mehr man in beispielsweise in Schule investiert, desto größer ist die Wahrscheinlichkeit, dass – zum Beispiel aufgrund von kleineren Lerngruppen oder (wieder) 13 Schulbesuchsjahren bis zum Abitur – eben nicht nur Wissensvermittlung stattfindet, sondern auch Raum ist, Werte vorgelebt zu bekommen und im Miteinander zu erfahren.

  8. 08

    @Nina: Du hast völlig recht und viel mehr Investition in Bildung fordere ich natürlich auch, gerade die von dir angesprochenen „Reformen“ (12-Jahre-Abi) halte ich für ein echtes Übel. Manchmal denke ich aber halt auch: So wichtig das ist, das allein ist es eben auch nicht. Werte kann auch der Rest der Gesellschaft und vor allem das Elternhaus vermitteln. Und am besten tun das alle zusammen.

  9. 09
    Ines

    Das hier @ncio ist nicht Dein Ernst, oder?
    „Für all diesen Scheiß sind allein die Politiker verantwortlich! Wer zuviele „Flüchtlinge“ ins Land lässt, der gefährdet eben die innere Sicherheit.“

    Womit gefährdet denn ein Flüchtling die innere Sicherheit.
    Sitzt der in seinem zerbombten Haus und holt sich seine Nachbarn und die schmieden gemeinsam den Plan nach Deutschland zu fliehen um Dir @ncio die Kohle aus der Tasche zu ziehen, setzen sich in ein überfülltes Boot und schippern übers Meer, weil se in der Zeitung gelesen haben, in einer deutschen Zeitung versteht sich, das hier Jobs frei sind ? Und quälen sich dann quer durch die Welt in Bussen und Zügen, um dann in einem Zelt mit 300 anderen Leuten zu sitzen, weil sie hier alles umsonst bekommen?

    Ich fall ja selten aus der Rolle- aber wie bekloppt muss man sein, das zu glauben….

    Ich bin ein Kind der 70er, wo wir Ausländer in Deutschland hatten, weil der Herr Deutsche kein Bock auf Kloputzen und Strassenfegen hatte. Und als es dann in den 90ern finanziell eng wurde, waren die Ausländer auf einmal ein Problem… und die Honks betraten (erneut) die Bühne.

  10. 10
    Carom

    Ich unterschreibe jeden einzelnen Satz von Johnny. Jeden einzelnen.

  11. 11
    Ines

    @Johnny Haeusler: komplette Zustimmung.
    Ich glaube das Problem liegt noch tiefer. Ohne jetzt abdriften zu wollen, aber die Eltern machens vor: wo am Fernseher Stammtisch-Parolen heruntergesungen werden, wirds gemerkt und gemacht. Kein Kind kommt auf die Welt und ist sch…! Es sucht sich Vorbilder. Rauchst du nicht, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, das dein Kind auch nicht raucht, trinkst du nicht…
    Und bringst du ihm Empathie und Toleranz bei, dann benimmt es sich auch „draussen“ so. Ich glaube das ist es einfach: im Zeitalter des “ ich kommentieren mal schnell, schreib nen Post und nimm ne WhatsApp Nachricht auf“ ist halt das Leben offline nicht mehr so relevant. Nein, nicht meckern – versucht mal am Alex die U Bahn Treppe runter zu gehen….. viel Spass.
    Bäh, offtopic.

    Also: wir können nur die Leute in unserem Umfeld „missionieren“ oder ändern und durch Aktionen, wie in Halle besteht doch Hoffnung, hier haben die Honks ihre Demo abgesagt. Wieso? Weil Halle zu einen riesigen Picknick aufgerufen hat, Futtern mit Asyl sozusagen.
    Schöne Aktion! #kaffeegegennazis

    https://www.facebook.com/hashtag/kaffeegegennazis?source=feed_text&story_id=879873335382552

  12. 12
    Nina

    @Johnny Haeusler: WENN die Elternhäuser solche WERTE mal vermitteln würden!!! Sie tun es aber häufig nicht.
    Insofern müssen das die Schulen und Kitas mit erledigen. Neben der Wissensvermittlung. Die Kids sollten m. E. möglichst viel Zeit dort verbringen und von gut ausgebildetem Personal betreut/unterrichtet werden.
    Realität in Berlin hingegen:
    – Verkürzung der Schulzeit durch Früheinschulung und verkürzte Zeit bis zum Abitur
    – Einstellung von sog. Quereinsteigern in Grund- und Oberschulen als Lehrkräfte, die pädagogisch null ausgebildet sind

  13. 13
    ncio

    @Robert:

    „und jetzt noch die täter-umkehrung zum opfer mit der argumentation, die politiker seien schuld, was lassen sie auch so viele flüchtlinge in’s land“

    Tun sie ja auch. Oder sollen wir jetzt ernsthaft jährlich 1 Million „Flüchtlinge“ aufnehmen?

    Diese ganzen „rechten“ Proteste sind alle nur Symptome auf die Ursache (Asylflut), aber anstatt die Ursache einzudämmen…

  14. 14
    ncio

    @Johnny Haeusler:

    „Du lenkst vom Thema ab, die alte, ermüdende Kommentar-Strategie, die man seit Jahren überall sehen kann, das ewige „Aber was ist mit den Linken?“-Gebrabbel.“

    Das zeigt ja nur wieder, dass Du linken Randale weniger Beachtung schenkst, weil sie ja „links“ sind. Bei „islamischen“ Randalen schaust Du weg, bei „rechten“ aber ist gleich die Demokratie in Gefahr. Also wenn schon musst Du dann auch alle 3 Gruppen gleich behandeln, egal welche Gesinnung Du selbst in Dir trägst.

  15. 15

    Ich würde noch ergänzen, dass der rechte Terror von 91/92 einfach politisch sehr erfolgreich war. Er hat dazu geführt, dass das Asylgesetzt so sehr geschliffen wurde, dass es kaum mehr als Grundrecht zu erkennen ist. Wenn man sich also fragt, warum die Nazis jetzt wieder Terror machen, sollte man bedenken, dass sie ein sehr attraktives Incentive von der Politik vorgesetzt bekommen haben. Und nach allem, was man so liest, scheinen die Politiker auch dieses mal bereit, dem braunen Mob entgegenzukommen.

  16. 16
    ncio

    @Ines:

    „Womit gefährdet denn ein Flüchtling die innere Sicherheit.“

    Es geht nicht um den einzelnen Flüchtling, sondern die 1 Million die nun jährlich kommen soll. Als ob das kein Problem für die Gesellschaft wäre.

    „Und quälen sich dann quer durch die Welt in Bussen und Zügen, …“

    Ja wieso „quälen“ die sich denn auch quer durch die Welt und suchen nicht in näheren Ländern Schutz?

  17. 17
    Ines

    @Nina: aber ich kann doch nicht die Eltern aus der Verantwortung nehmen und immer die Schuld bei der Politik suchen… Habe ich noch nie verstanden, werde ich bei 4.7 wohl auch nicht mehr… Ich bin für mein Kind verantwortlich, wenns Steine schmeißt oder andere Kids verprügelt oder Häuser anzündet. Ich kann dann doch nicht zu Frau Merkel gehen und sagen. „So, hier haste die Rotzgöre, Du bist Schuld, mach was draus.“

  18. 18

    @ncio:
    von 1 mio jährlich aufnehmen kann ja nicht die rede sein, da nur ein bruchteil hier bleibt.

  19. 19
    Nina

    @Ines: So hab ich das auch nicht gemeint. Natürlich sind die Eltern für ihre Kinder verantwortlich. Aber wenn sie ihrem Erziehungs-/Bildungsauftrag nicht nachkommen … Zwingen kannst du sie nicht … Wollen wir dann lauter Vollidioten um uns herum haben? Oder vielleicht lieber RECHTZEITIG noch in deren Bildung investieren, damit sie später etwas können, etwas wissen, tolerant und empathisch sind usw. ?

  20. 20
    Ines

    @ncio: Schatzi, rede mal bitte schön für Dich, denn ich bin auch Teil der Gesellschaft und sehe hier kein Problem, aber das liegt sich daran, das ich eben anders mit Ausländern umgehe, als Du.
    Btw. hat schon einer an Deiner Tür geklingt und wollte Obdach? Und hast Du schon auf Deinen Kontoauzug geschaut, ob da jetzt weniger Geld da ist? Oder ob bei dem Discounter Ware fehlt? Komisch, man merkt gar nichts davon, geht einem nicht schlechter, oder?
    Und Du redest von „die 1 Million die nun jährlich kommen soll.“ – kannst Du in die Zukunft schauen (Lottogewinn, Du weißt schon) ?

    Ich genieße jetzt mal meinen Blog-Feierabend, in dem ich auf die Strasse gehe, ohne Bombenhagel oder Maschinenpistolengeräusche, hole mir ein schickes In-Getränk, weil ichs kann, mecker wieder das WLan in Berlin und schaue mir die Häuser in der Stadt an, die wieder toll aussehen, weil sie nicht zertrümmert sind, vielleicht stelle ich mich auch noch auf irgendeinem Platz und schreie meine Meinung raus, ohne verhaftet zu werden und kaufe mir ein Buch, was ich lesen will und nicht, was mir der Staat vorschreibt. Du kannst ja weiter jammern, das Dir alles weggenommen wird und wir vor einem Kollaps stehen, derweil schlecke ich ein Eis und bete für Dich – einfach weil ich in Ruhe lebe.

  21. 21
    Clarna

    Würde man die Asylanten gerecht auf Europa verteilen, dann hätten wir solche Probleme in Deutschland erst gar nicht!

    Leider dichten hier ja alle den Asylanten nur die besten Eigenschaften an, asylkritische Bürger werden aber alle einfach als Rechte abgestempelt und vom Staat fordert ihr das diese Leute mundtot gemacht werden sollen.

    Hauptsache die verfehlte Asylpolitik geht ungestört so weiter bis es wieder wie in den Neunzigern kracht.

    Niemand von Euch will ernsthaft die Probleme lösen!

  22. 22
    Micha

    @Robert: „typische ostdeutsche spießbürger haltung“

    Moooooooment. Wie unterscheidet sich denn die „typische OSTdeutsche spießbürger haltung“ von der „typisch WESTdeutsche[n] spießbürger haltung“?

  23. 23

    @Clarna: niemand hat die absicht, eine mauer zu errichten.

  24. 24
    Ines

    @Nina: Liebe Nina, damit haben wir auch in den 40ern kein Glück gehabt und ob Dus glaubst oder nicht, auch die jetzigen Lehrer und Erzieher sind nicht ohne :) Und nicht jeder, der ein Kind bekommt, macht einen Vollpfosten daraus. Gegenfrage: wenn Du Vollpfostenkinder kennst, machst Du da was? Ich meine damit: redest Du mit denen? Wieso die so sind? Das hilft nämlich manchmal auch schon.

    Wenn wir doch einfach nur ein wenig mehr vor unserer Türe kehren würden und weniger immer gleich die Welt retten müssten – es wäre echt stressfreier. Und wir würden alle friedlicher miteinander leben.

    So verhaspeln wir uns immer in: der hat Schuld, und der sowieso und da, schau mal, war ja klar, hat Schuld…

  25. 25
    ncio

    @Robert:

    „von 1 mio jährlich aufnehmen kann ja nicht die rede sein, da nur ein bruchteil hier bleibt.“

    Glaubst Du ernsthaft die 2/3 abgelehnten reisen sofort wieder aus? Insbesondere wenn der Staat dies nichtmal kontrolliert?

  26. 26
    Uwe

    Dafür muss hier auch mal Platz sein:
    Johnny, ein großartiger Text. Vielen Dank dafür!

  27. 27
    steve

    @ncio:

    „Diese ganzen „rechten“ Proteste sind alle nur Symptome auf die Ursache (Asylflut), aber anstatt die Ursache einzudämmen…“

    Welche Ursache?
    Die „Ursache Asylflut“?

    Die „Asylflut“ besteht aus den Menschen, die nichts weiter tun als vor Elend und Tod zu fliehen. Wenn das die „Ursachen“ der „Proteste“ sein sollen, sind diese „Proteste“ unaussprechlich ekelhaft und abstoßend. Und den Menschen, die dort die „Ursache“ suchen, bleibt mir persönlich nur noch die bloße Verachtung angesichts dieser naiver oder nicht naiver Dummheit und Arroganz.

  28. 28
    hihi

    Entscheide dich endlich, Deutschland … ob du dich nun selbst abschaffen willst oder nicht.

    Noch hast du die Möglichkeit hunderttausende kulturfremde Invasoren ins Land zu lassen, ohne das dein Volk sich ernsthaft wehrt.

  29. 29
    Heike

    nico ist der typische „ich bin ja kein nazi, aber…“-typ. die reden/schreiben alle dasselbe! wer hat wohl die verharmlosung von nazis und rassisten zum ziel? richtig…

  30. 30
    ncio

    @steve:

    „Die „Asylflut“ besteht aus den Menschen, die nichts weiter tun als vor Elend und Tod zu fliehen.“

    Armut ist kein Asylgrund in Deutschland!

    Außerdem „flüchten“ die wenigsten „Flüchtlinge“ vor irgendeiner realen Todesbedrohung.

    Bitte bleib doch bei den Tatsachen!

  31. 31

    Danke für diesen Text. Und auch danke, dass du auf die Ursprünge der Skinheadszene ein wenig eingegangen bist. Ich habe das mal versucht, in einem Artikel zu beleuchten.

    Durch einen eher musikalischen Background sah ich in meiner Jugend vielleicht eine Zeit lang für Aussenstehende wie ein „Nazi-Skinhead“ aus, obwohl ich gemeinsam mit schwarzen Menschen zur gleichen Musik tanzte. Damals, zu einer Zeit als wir noch über Schnürsenkelfarben diskutierten und nicht über in Anzügen getarnte Nazis mit ihren Handlangern.

    Die Situation heute bezieht sich eben auf puren Rassismus, auf Nazis, auf rechtes Gedankengut. Wobei ich mich bei dem Wort immer Frage, warum es nicht besser Gedankenschlecht heisst. Und ja doch: Wir brauchen klare Aussagen. Von oben. Warum? Weil wir Volksvertreter gewählt haben. Weil die Vertreter unsere Vertreter sind und nicht ihre eigenen.

    Mit jedem Hinauszögern einer klaren Aussage eines Politikers windet sich dieser um seine Verantwortung. Kante zeigen. Ey, was wollen wir eigentlich? In was für einem Land möchten wir leben?

    Als kurzer Einblick, und ich habe lange zum Thema geschwiegen: wir gehen von dem Unternehmen, bei dem ich arbeite, jeden Donnerstag in ein Asylheim und spielen dort mit den Kindern. Dort erfährt man einiges. Und je mehr Vertrauen aufgebaut wird, um so mehr erfährt man. Langsam. Nach und nach.

    Wir sehen Eltern, die trotz finanzieller Hilfen der Städte ihren Kindern teilweise keine Hygieneartikel kaufen. Die meisten würden das Verhalten wohl als „asozial“ bezeichnen. Der Grund ist aber viel einfacher: die Menschen wissen nicht ob und wann sie abgeschoben werden. Sie sparen für noch schlechtere Zeiten, so wie sich viele Menschen in Deutschland fürs Alter ne Riesterrente haben aufquatschen lassen. Das eine ist aus einer Luxussituation heraus entstanden, das andere entsteht aus purer Not und Verzweiflung.

    Weiterhin wird in dem Stadtteil, in dem ich wohne, die zweite Flüchtlingsunterkunft gebaut. Auch da werde ich mich engagieren und die Zeit nutzen, die mir möglich ist, um die Menschen kennenzulernen und ihnen einen Teil Integration ermöglichen. Denn was viele nicht beachten: JEDER ist Teil der Integration. In welches Land sollen sich Menschen denn integrieren, wenn sie keinerlei sozialen Kontakte besitzen. Wenn sie keine neuen Freunde hinzugewinnen, mit denen sie sich austauschen, lachen und weinen können?

    Zum Thema bessere Bildung: wenn es hier keine klaren Strukturen der Bundesregierung gibt, bleiben die Länder mit diesem Problem alleine. Bei uns sind sehr viele Ehrenamtliche engagiert. Lehrer, etc., die Sprachkurse geben. Wenn die Verantwortung durch Politiker auf Bundesebene so gespiegelt wird, dass eine Intergration nur über die gesamte Bevölkerung möglich ist. Verantwortung weitergeben ist einfach.

    Ich möchte auch nicht auf die Tränendrüse drücken und die ganzen Ungerechtigkeiten in den Vordergrund stellen. Wenn wir das machen, dann diskutieren wir in 15 Jahren immer noch. Wir müssen handeln. Wir müssen verstehen. Wir müssen lernen. Lernen, warum ein Großteil der Flüchtlinge bei uns anklopft, bei uns um Einlass, um ein sicheres Leben bittet.

    P.S. Um mal ein etwas härteres Bild zu malen: Bei uns hat es niemand nötig, seine Kind über hunderte Kilometer auf dem Arm zu tragen, um sich mit der Familie und Angehörigen in Sicherheit zu bringen. Warum wollen wir es dann anderen verweigern?

    P.P.S. Und natürlich kann man sich auf sachlicher Ebene über ganz viele offenen Punkte bezüglich der Flüchtlingsthematik unterhalten, aber eines gilt es dabei zu berücksichtigen: Mensch sein, Mensch bleiben. Punkt.

  32. 32
    ncio

    @Heike:

    „nico ist der typische „ich bin ja kein nazi, aber…“-typ. die reden/schreiben alle dasselbe! wer hat wohl die verharmlosung von nazis und rassisten zum ziel? richtig…“

    Falsch, ich bin nur der Meinung der Staat produziert/provoziert solche Vorfälle. Ich suche daher bei ihm die Schuld! Und ich verurteile eben JEGLICHE Gewalt, nicht nur wie einige hier die „rechte“.

  33. 33

    Laut Politiklehrer Thomas ist Fremdenhass nur das Ventil für die Bevölkerung, die jahrelang durch Neoliberalismus, Austerität, Harz 4 und anderen Gängelungen große Angst vor noch mehr sozialen Kürzungen und Abstieg hat.

    http://www.wrint.de/2014/12/31/wr378-pegida-fremdenhass-als-symptom/

    Ich finde, das trifft sehr gut zu.

  34. 34
    Andreas

    Armut mag kein Asylgrund sein, aber ein triftiger Grund um vor ihr zu fliehen.

  35. 35
    Anderer Max

    Schade, dass die ganze Kommentarspalte von einem Nazitroll vollgespamt wird. Dabei merkt dieser nicht einmal, wie gut die Beschreibung seines Prototyps im Text ist. Immerhin kann er Grammatik. Immerhin.

  36. 36
    Hajo

    stimme dir zu hundert Prozent zu ncio.

    Integration von Menschen in Not kann nur gelingen, wenn erstens auch die Anwohner mitentscheiden dürfen, ob und wie viele Menschen sie in ihre Gemeinde aufnehmen wollen, und wenn zweitens klare Bedingungen für die Aufnahme bestehen.
    Deutschland ist sicherlich nicht fremdenfeindlich!!! Dieses Nazi Geschrei der Medien ist einfach nur noch unerträglich. Nichts liebt der Deutsche mehr, als denn Hass auf sich selbst. Ist übrigens beispiellos, gibt es in keinem anderen Land. – aber wenn diverse Kulturen in diesen Massen dermaßen aufeinanderknallen wie in Marxloh, in den Asylbewerberheimen, in Heidenau und und und – ist das das Deutschland von heute und morgen? So wollt ihr leben? Na, dann gute Nacht Deutschland.

    Kleines Zahlenbeispiel von 2015
    Frankreich 20.000 Asylbegehrende, GB 30.000 Asylbegehrende und Deutschland 800.000 Asylbegehrende. Und keiner von euch glaubt, dass hier was falsch läuft in Europa?

  37. 37
    hihi

    @Floyd:

    „Und ja doch: Wir brauchen klare Aussagen. Von oben. Warum? Weil wir Volksvertreter gewählt haben. Weil die Vertreter unsere Vertreter sind und nicht ihre eigenen.“

    Außer Parolen und Lügen hört man doch von denen zum Thema nichts!

    „Wir sehen Eltern, die trotz finanzieller Hilfen der Städte ihren Kindern teilweise keine Hygieneartikel kaufen. Der Grund ist aber viel einfacher: die Menschen wissen nicht ob und wann sie abgeschoben werden. Sie sparen für noch schlechtere Zeiten, …“

    Die sparen nicht, die schicken das Geld in die Heimat!

    „In welches Land sollen sich Menschen denn integrieren, wenn sie keinerlei sozialen Kontakte besitzen.“

    Wieso sollen die sich hier integrieren? Im Vordergrund steht die schnellstmöglich Rückkehr in die Heimat!

    „Wir müssen handeln. Wir müssen verstehen. Wir müssen lernen. Lernen, warum ein Großteil der Flüchtlinge bei uns anklopft, bei uns um Einlass, um ein sicheres Leben bittet.“

    Die bitten nicht, die fordern! Bringt lieber erstmal die Nachbarländer dazu auch welche aufzunehmen!

    „Und natürlich kann man sich auf sachlicher Ebene über ganz viele offenen Punkte bezüglich der Flüchtlingsthematik unterhalten“

    Jaja… unterm Strich sollen sich nur wieder die Einheimischen anpassen, es den Flüchtlingen noch bequemer gemacht werden und weiterhin Hunderttausende reingelassen werden.

    Tolle Zukunft! *kotz*

  38. 38
    Anderer Max

    Wovor habt ihr eigentlich Angst, Leute wie ncio und Hajo?
    Also konkret?

    Ihr redet immer so diffus und schwer verständlich, warum?
    Was soll denn „wenn diverse Kulturen in diesen Massen dermaßen aufeinanderknallen“ nun konkret bedeuten? Da haben sich ein paar Menschen nachts wegen religiöser Vorurteile gekeilt, ja und? Kommt sonst nie vor in DE oder was? Blödsinn!

    Und Schuld sind imemr die anderen, Medien, Politik und die Gutmenschen. Packt ihr euczh nie an die eigene Nase? Schon mal versuch bei dir selbst anzufangen, anstatt die Schuld der Politik zu geben?

    Eigentlich sollte man sich über Vereschwörungstheoretiker wie euch gar nicht aufregen. Gelingt mir nicht immer.

  39. 39
    ncio

    @Anderer Max:

    „Schade, dass die ganze Kommentarspalte von einem Nazitroll vollgespamt wird. Dabei merkt dieser nicht einmal, wie gut die Beschreibung seines Prototyps im Text ist. Immerhin kann er Grammatik. Immerhin.“

    Da ich nicht linientreu und asylkritisch bin, muss ich also ein „Nazi“ sein, war klar.

    Der Tenor hier ist doch immer der gleiche:

    – Flüchtlinge sind alle arm und brauchen unsere Unterstützung
    – es ist vollkommen egal wieviele kommen
    – am besten wir schaffen das Asylrecht komplett ab und lassen alle rein

    Bei solchen abstrusen Forderungen brauch man eigentlich gar nicht erst mit Euch weiterdiskutieren.

    Das sind nicht die utopischen Ideen der deutschen Mehrheit, sondern lediglich linke Spinnereien.

  40. 40
    andreas

    Danke fürs Löschen, Johnny. Wenn man hier Sätze liest, dass es in Deutschland kein Probleme mit Rechtsradikalen gibt, dann muss man sich nur noch wundern bei der aktuellen Lage.

    Und das verlinkte Buch wurde vom Verlang Antaois neu aufgelegt, da dürfen auch die geistigen Brandstifter wie Kubitschek ihre kruden Gedanken veröffentlichen. Das sind also auch nur neurechte Untergangsphantasien.

  41. 41
    Hajo

    @Jens:
    Was du machst, ist einseitige Verteidigung von Verbrechen, nichts weiter. Wer wegen eines geschändeteten Korans beinahe einen Menschen lyncht UND DAS mitten in Deutschland soll nicht schlimmer sein als ein rechter Schläger? Du hast echt eine verzerrte Wahrnehmung und einen ausgeprägten Hass auf dein eigenes Volk.

  42. 42

    @hihi:
    Steht ein Mann an der Wursttheke.

    Mann: „100 Gramm Salami bitte.“
    Verkäufer: „Wir haben heute Leberwurst im Angebot“
    Mann: „Beleidigte?“
    Verkäufer: „Sehr beleidigte.“
    Mann: „Dann nehme ich da 75 kg“

  43. 43
    Anderer Max

    ncio, den Schuh ziehst du dir an.
    Ich habe deinen Namen nie genannt.
    Aber „Nazi“ scheint als Buzzword für Nazis gut zu funktionieren – So ’ne Art indirektes Outing.

    Ansonsten, ja, deine Strategie ist:
    Sich bloss nicht mit dem Inhalt des Textes auseinander setzen sondern Strohmann-Argumente bringen, weil außer ablenken und rechter propaganda könnt ihr ja eh nix:
    – Die Linken sind ja auch
    – Die Ausländer sind aber auch sowieso
    – Die Rechten sind ja gar nicht
    – Detuschland, oh du
    – Die Politik macht ja aber auch
    – Und die Medien erst!

    etc.

    Langweilig und ermüdend aber seit PI Standard der deutschen rechten Netztrolls. Intelligent wart ihr halt nie.

  44. 44
  45. 45
    Hajo

    Ich finde es bei diesen Artikeln wie diesem (vom Mainstream erwarte ich ja nichts anderes) immer wieder erstaunlich, dass keiner die Ursachen anspricht und ein sofortiges Ende dieser Kriegspolitik fordert.

    -Waffenexporte in den Nahen Osten haben wir verdoppelt
    – Deutschland zündelt gerade weiter mit in der Ukraine und beschwört gerade einen neuen Krieg herauf, um den wir uns allerdings keine Sorgen mehr machen müssen, denn keiner von uns bleibt übrig. (Interessiert kein Schwein)
    -Die Amerikaner haben den Al Quaida großgemacht und die Entstehung von IS gefördert
    -Die Nato hat Jugoslawien bombardiert – grundlos
    -Die Amerikaner haben Syrien bombardiert – grundlos
    -Die Amerikaner haben den Irak bombardiert – grundlos
    -Von Ramstein aus werden die Drohnenkriege in aller Welt gesteuert.
    -Kollateralschäden der Amikriege unter den Zivilbevölkerungen 90%
    -unser Krankenversicherungsbeiträge steigen 2016 (nur der Arbeitnehmeranteil nicht der Arbeitgeberanteil)
    -Rettungspaket, das Milliarden versenkt (wissen wir alle)
    -Großkonzerne zahlen in Deutschland immer noch keine Steuern, während erste Stimmen nach einem Flüchtlingssoli laut ist. (Ein Teil unseres jetzigen Solis geht ürigens in die Rüstung, damit bezahlen wir deutschen Steuerzahler also die Kriege in der ganzen Welt)

    Warum gibt es keinen Aufschrei von euch gegen diese Politik? Eigentlich müssten wir schon zu Millionen auf den Straßen stehen und gegen diese kriegstreibende Natopolitik demonstrieren. Warum geht keiner von euch auf die Straße? Wo sind die Promis, die ein Ende der Kriege im Nahen Osten fordern. Damit die Menschen wieder in ihre Heimat können.

    Nein, ihr hakt euch lieber gegenseitig die Augen heraus. Deutschland schafft sich wirklich selbst ab.

  46. 46
    Andreas

    Und das nächste Ablenkungsmanöver. Wird das nicht langweilig? Wer ist denn gegen den Sozialabbau auf die Straße gegangen? Die Leute, die heute Flüchtlingsheime anzünden? Wer organisiert Blockupy? Jetzt wird es aber peinlich.

  47. 47
    Name

    @Anderer Max:

    *** Wovor habt ihr eigentlich Angst? Also konkret? Ihr redet immer so diffus und schwer verständlich, warum? ***

    Die Menschen wollen keine Fremden um sich haben, vollkommen natürlich, ist zu akzeptieren. Die Politik weiß das auch, setzt aber grob fahrlässig hunderte Asylheime mitten in die Wohngebiete. In kürzester Zeit hat man nun hier also Ghettos und Kriminalität.

    *** Da haben sich ein paar Menschen nachts wegen religiöser Vorurteile gekeilt, ja und? Kommt sonst nie vor in DE oder was? ***

    Kommt täglich dutzendfach vor, insbesondere in den Asylheimen.

    *** Und Schuld sind imemr die anderen, Medien, Politik und die Gutmenschen. Packt ihr euczh nie an die eigene Nase? Schon mal versuch bei dir selbst anzufangen, anstatt die Schuld der Politik zu geben? ***

    Lol, wieso sollen sich jetzt die Einheimischen deswegen an die Nase fassen? Weil die Asylanten nicht zu ihnen passen und sich nicht integrieren wollen?

    GEHT’S NOCH?!

  48. 48
    Andreas

    Kleiner Denkfehler: Leute wie du und die erwähnten „Einheimischen“ passen nicht zu Deutschland und unserem gemeinsamen Miteinander. Es ist eine Schande.

  49. 49
    Hajo

    Was in Heidenau passiert ist, ist genau das Ergebnis, was passiert, wenn man verarmte, perspektivlose, arbeitslose Menschen in einem Gebiet unterbringt, wo es von verarmten, perspektivlosen, arbeitslosen Menschen nur so wimmelt. Wer das nicht vorhergesehen hat, ist blind. Aber nein, unseren Politikern ging es nur darum, es den Menschen im Osten mal so richtig zu zeigen. Auf den Kosten aller.
    Wer interniert hier denn Menschenmassen in Lagern? Doch wohl unsere Regierung. Ist das menschenwürdig? Nein, die letzten Jahre hatten Griechenland, und die Türkei, der Libanon um Hilfe für die Unterbringung und Ernährung der Flüchtlinge gebeten. Die EU hatte ihnen 36 Milliarden Euro Unterstützung zugesagt, geflossen sind seither 6 Milliarden. Würde man das Geld für die Unterbringung hier, dort vor Ort einsetzen, könnten man zehnmal so vielen Menschen helfen und sie müssten nicht entwurzelt werden, sich in einer fremden Kultur wiederfinden, und diesen gefährlichen Weg auf sich nehmen. Und die deutschen Bevölkerung müsste sich auch nicht mit den Auswirkungen dieser Völkerwanderung auseinandersetzen.

  50. 50
    Hajo

    @Andreas:

    Kleiner Denkfehler: Leute wie du und die erwähnten „Einheimischen“ passen nicht zu Deutschland und unserem gemeinsamen Miteinander. Es ist eine Schande.

    Ach so, es dürfen also nur Menschen hier leben, die deine Meinung und deine Art zu denken haben. Das ist Toleranz vom Feinsten, ich glaube eher, du enttarnst dich langsam. Merkt man an deiner Streitkultur. Oder hat dich hier schon jemand beleidigt?

  51. 51
    ncio

    @Andreas:

    „Kleiner Denkfehler: Leute wie du und die erwähnten „Einheimischen“ passen nicht zu Deutschland und unserem gemeinsamen Miteinander. Es ist eine Schande“

    Genau, alle die nicht links sind und Multikulti mögen, „passen“ nicht zu Deutschland. Da hat man bereits Millionen Leute im Land, welche nicht integriert sind und kaum/kein Deutsch sprechen, fordert aber ernsthaft noch weitere Kandidaten.

    DAS ist dann tatsächlich eine Schande!

    PS: Das „gemeinsame Miteinander“ gab’s zuletzt 1989 in der DDR ;)

  52. 52
    gondor

    Danke für den tollen Artikel erstmal.
    und
    einfach unfassbar… auch hier Honks anzutreffen die v.a. auch Flüchtlinge für alles schlechte verantwortlich machen (wollen). Also nur mal ne Kurzantwort darauf (@ncio): Deutschland, nee eigentlich die hiesige Rüstungsindustrie(!), ist der drittgrösste Waffenexporteur der Welt. Waffen werden (neben dem direkten Profit daraus) benutzt um Kriege zu führen. Kriege führen zu zerstörten Ländern, Not und Elend – und Flüchtlingen. Und die flüchten dann, im Überlebenskampf sich und ihre Familie retten wollend…. naaa
    Idioten die Kriege führen, mit Waffen die HIER produziert werden = Ursache!
    Flüchtlinge = Folge.
    Ist das jetzt verständlich genug formuliert? Wahrscheinlich IMMER noch nicht :(

    Und sonst, lieber Johnny, auch hier wieder die Frage: Soll man seine Zeit und Energie wirklich mit Trollen und dem Kampf gegen die „Windmühlen der einfachen Antworten“ vergeuden? Lieber Ursachen angehen, oder.

  53. 53
    Andreas

    Ich habe nicht mal euch Rassisten das Recht abgesprochen, hier zu leben. Euch als Schande für dieses Land für dieses Land zu bezeichnen, fällt aber unter Meinungsfreiheit. Aber das merkst du wohl leider nicht.

    Da hat man schon mehr als genug Rassisten im Land, welche nicht integriert sind und kaum /kein Deutsch sprechen, fordert aber ernsthaft noch weitere Kandidaten.

  54. 54
    Hajo

    Leute,
    die USA/NATO haben schon Unmengen an Militärtechnik an die Grenze Russlands verlegt. Und die Börsen rauschen weltweit in den Keller – ich rechne bereits mit dem Schlimmsten. Richtet euren Fokus lieber mal da drauf, sonst muss sich in absehbarer Zeit keiner mehr von euch Sorgen über Flüchtlinge machen.

    Dieses ganze Flüchtlingsgedöhns und diese Streitereien, sind doch nur ein Ablenkungsmanöver unserer Politiker. Richtet euren Fokus endlich mal in Richtung Ukraine, dort erwartet uns der schlimmste Krieg von allen, der sich vor allem auch auf deutschem Boden abspielen wird. Ich bewundere die Blindheit und Trägheit vom Bio-Michel. Nein, ganz links-grün-political correct-genderversifft regt ihr euch über pöhse Nazis auf. Dass uns ein riesiger Krieg unmittelbar bevorsteht, ist dabei total unwichtig. Eigentlich seid ihr zum Lachen, wenn es nicht so ernst wäre.

  55. 55
    ncio

    @gondor:

    „Deutschland, nee eigentlich die hiesige Rüstungsindustrie(!), ist der drittgrösste Waffenexporteur der Welt. Waffen werden (neben dem direkten Profit daraus) benutzt um Kriege zu führen. Kriege führen zu zerstörten Ländern, Not und Elend – und Flüchtlingen.“

    1. Als ob in Syrien deutsche Waffen benutzt werden!

    2. Wieso flüchten die Flüchtlinge dann nicht in die USA, China, Russland? Die exportieren viel mehr Waffen!

    3. Waffen kann man übrigens auch zur Verteidigung nutzen!

    Das „Waffenexport-Argument“ zieht nicht.

  56. 56
    Hellseher

    @Andreas:

    #Ich habe nicht mal euch Rassisten das Recht abgesprochen, hier zu leben. Euch als Schande für dieses Land für dieses Land zu bezeichnen, fällt aber unter Meinungsfreiheit.#

    Wohl eher sind deutschenfeindliche Typen wie du eine Schande für unser Land!

    #Da hat man schon mehr als genug Rassisten im Land, welche nicht integriert sind und kaum /kein Deutsch sprechen, fordert aber ernsthaft noch weitere Kandidaten.#

    Dir sind die Millionen integrationsunwilligen Asylanten & Ausländer sehr wohl bewußt, aber da müßtest du ja zugeben das Multikulti gescheitert ist .-)

    Macht ruhig weiter so, auf eure hohlen Parolen fällt kaum noch jemand rein und die ganzen „Flüchtlinge“ sorgen für den Rest.

    2016 wird dieWende werden, zu euren Ungunsten natürlich!!! .-)

  57. 57
    ncio

    Ich klink mich dann einfach mal hier aus, außer der Nazikeule und abgedroschenen Floskeln habt ihr „Asylfans“ ja nichts zu bieten.

    Ich bleibe aber dabei: Allein die Politiker sind daran schuld… und ihr „Linken“ macht euch zu deren Handlangern.

  58. 58
    Nina (2)

    Ich schreibe nur sehr selten Kommentare, les aber viele, auch in anderen Foren. Hier bei Spreeblick bin ich immer wieder froh, weil ich merke das es doch noch möglich ist Diskussionen zu führen und Gedanken auszutauschen, ist wohl eher selten mittlerweile.

    @Johnny
    Deine Frage „Wer fragt sich in diesen Tagen nicht, ab welchem Zeitpunkt er sich eigentlich ebenfalls mitschuldig macht?“ ist es die mich angesichts der aktuellen Entwicklung wirklich hat schlucken lassen. Du hast Recht, was gerade passiert ist schleichend und das fatale am Schleichenden ist, das man meist zu spät merkt wie groß ein Problem schon geworden ist. Ich fürchte es ist schon sehr groß.

    @ncio
    Mit Argumenten wie die Politiker sind Schuld kann ich nichts anfangen, erst recht nicht wenn sie als Entschuldigung herhalten müssen um grundlegende Prinzipien unserer Gesellschaft in Frage zu stellen. Die Entscheidung andere Menschen zu bedrohen, zu schlagen, zu bepinkeln, gar zu töten trifft jeder selbst und er zeigt damit wo er steht zivilisatorisch. Die Ecke ist mir dabei auch ziemlich egal in der derjenige steht, oder in die er sich hineingestellt sieht, oder die man ihn aufgezwungen hat, was auch immer.

    Auffällig an all den rechten Posts in den Foren ist ja das sich der Absender meist als Opfer stilisiert. Ich will mich nicht in die rechte Ecke stellen lassen, die Politiker sind Schuld, uns wird ja gar nicht zugehört, kein Wunder das sich jetzt alle wehren, wenn die Gutmenschen immer über unsere Köpfe hinweg bestimmen etc. Nicht nur das es mir aus den Ohren quillt, woran liegt das eigentlich das sich Menschen mit eher rechter Haltung immer so fremdbestimmt empfinden? Ich hab den Satz „Ich will mich nicht in die linke Ecke stellen lassen“ noch nie gehört.
    Ist wohl Feigheit nehme ich an, ich meine bei den rechten, zumindest zeugt es nicht wirklich von grossem Selbstbewusstsein.
    Und wer sind eigentlich diese Gutmenschen von denen jetzt alle reden? Kennt die jemand? Wieviele gibt es von denen?
    Schlimm an solcher Pseudo Argumentation ist ja das sie in ihrer mantramässigen Häufigkeit jede Diskussion oder Auseinandersetzung unmöglich macht. Und natürlich wird sie von genau den Menschen benutzt, die sich meist noch im selben Satz über die Nazikeule beschweren.
    Das ist es was mir am meisten Angst macht im Moment, das wir dabei sind unsere Fähigkeit zu verlieren miteinander zu sprechen, Argumente auszutauschen, zu zuhören. Leider ist das wohl genau das Ziel welches einige der ganz rechten verfolgen. Aber das darf nicht gelingen. Ich werde mich jetzt wieder mehr einmischen. Danke Johnny!

  59. 59
    Nina

    @Nina (2): „Ich will mich nicht in die linke Ecke stellen lassen“ – Danke, Nina Nr. 2, das sehr schön.
    Jede/r entscheidet selbst, wie er/sie sich äußert. Und wenn man rechte bzw. braune Gedanken äußert, steht man in der rechten bzw. braunen Ecke. Wenn man dort nicht stehen möchte, sollte man vielleicht die eigene Haltung noch einmal überdenken, bevor man sie äußert. Das würde ich sogar dringend empfehlen!

  60. 60

    @Name:

    @ncio Dein Zitat „Die Menschen wollen keine Fremden um sich haben, vollkommen natürlich, ist zu akzeptieren. Die Politik weiß das auch, setzt aber grob fahrlässig hunderte Asylheime mitten in die Wohngebiete. In kürzester Zeit hat man nun hier also Ghettos und Kriminalität.“ macht mich Fassungslos. Ich würde mich wünschen, wenn du weniger von „die Menschen“ sprichst, sondern bei dir bleibst. „Die Menschen“ (in diesem Fall ich) wollen nämlich Fremde um sich haben. Deswegen wohne ich in Berlin.
    „grob fahrlässig hunderte Asylheime mitten in die Wohngebiete“ – was ist denn daran grob fahrlässig? Das ist doch hundert Mal besser als irgendwie Heime auf dem Land zu bauen. Möchtest du denn keine Integration? (von Inklusion will ich gar nicht sprechen). Das ist doch toll, wenn ich sehen kann, wie Menschen leben und diese auch mich sehen können. Mich als Bewohnerin dieser Stadt. Man kann von einander lernen. Das setzt jedoch voraus, dass man lernen will. Ich wünsche jedem_r einen wachen Geist und Wissbegierde. Wissbegierde neue, fabelhafte Menschen kennenzulernen, fröhlich zu sein und miteinander ein Leben zu gestalten.

    @johnny Danke für diesen Text und den Mut alles so biografisch aufzuschreiben. Lass dich nicht ärgern und nicht den Mund verbieten!

  61. 61

    @ncio: Hups, Entschuldige, das Zitat stammt gar nicht von dir. Es gilt natürlich @Anderer Max – sorry!

  62. 62
    Elbeblick

    @Nina (2):

    Zitat: Deine Frage „Wer fragt sich in diesen Tagen nicht, ab welchem Zeitpunkt er sich eigentlich ebenfalls mitschuldig macht?“ ist es die mich angesichts der aktuellen Entwicklung wirklich hat schlucken lassen.

    Antwort: An der Asylflut seid ihr tatsächlich mitschuldig!

    Zitat: Du hast Recht, was gerade passiert ist schleichend und das fatale am Schleichenden ist, das man meist zu spät merkt wie groß ein Problem schon geworden ist. Ich fürchte es ist schon sehr groß.

    Antwort: Die Überfremdung sowie die aktuelle Asylflut sind in der Tat ein großes Problem.

    Zitat: Mit Argumenten wie die Politiker sind Schuld kann ich nichts anfangen, erst recht nicht wenn sie als Entschuldigung herhalten müssen um grundlegende Prinzipien unserer Gesellschaft in Frage zu stellen.

    Antwort: Seit wann gehört die Überfremdung der Nation zu „grundlegenden Prinzipien unserer Gesellschaft“?!?

    Zitat: Die Entscheidung andere Menschen zu bedrohen, zu schlagen, zu bepinkeln, gar zu töten trifft jeder selbst und er zeigt damit wo er steht zivilisatorisch.

    Antwort: Natürlich tun dies nur Rechtsradikale, Flüchtlinge und Migranten tun sowas nie oder?

    Zitat: Auffällig an all den rechten Posts in den Foren ist ja das sich der Absender meist als Opfer stilisiert.

    Antwort: Mit „rechten“ Posts meinst du sicherlich alle Posts von den Leuten hier die n_i_c_h_t links sond oder?

    Zitat: Ich hab den Satz „Ich will mich nicht in die linke Ecke stellen lassen“ noch nie gehört. Ist wohl Feigheit nehme ich an, ich meine bei den rechten, zumindest zeugt es nicht wirklich von grossem Selbstbewusstsein.

    Antwort: Das liegt wohl an eurer jahrelangen Nazikeule.

    Zitat: Das ist es was mir am meisten Angst macht im Moment, das wir dabei sind unsere Fähigkeit zu verlieren miteinander zu sprechen, Argumente auszutauschen, zu zuhören.

    Antwort: Linke wollen mit niemanden diskutieren oder gar zuhören, sie wollen nur beschimpfen und ihre weltfremden Forderungen durchsetzen.

    Zitat: Leider ist das wohl genau das Ziel welches einige der ganz rechten verfolgen. Aber das darf nicht gelingen. Ich werde mich jetzt wieder mehr einmischen.

    Der Witz des Jahres! „Rechte“ stören euch Gutmenschen und Linken bei der Diskussion oder wie? Was meinst Du mit „einmischen“? Mal wieder die Nazikeule schwingen?

    Echt peinlich hier!

  63. 63
    Hannah

    @AnnaHBTC:

    – „Die Menschen“ (in diesem Fall ich) wollen nämlich Fremde um sich haben.

    –> schön für dich, wieso willst du es aber unbedingt anderen auch aufzwingen?

    – Möchtest du denn keine Integration? (von Inklusion will ich gar nicht sprechen)

    –> nein will ich nicht, ich will das die schnellstmöglich wieder abreisen!

    – Man kann von einander lernen.

    –> ich wüßte nicht was ich von diesen leuten lernen könnte

    – Das setzt jedoch voraus, dass man lernen will.

    –> genau, wir sind ja alle dumm und brauchen diese leute unbedingt um klüger zu werden

    – neue, fabelhafte Menschen kennenzulernen, fröhlich zu sein und miteinander ein Leben zu gestalten.

    –> wieso sollen wir unser leben mit kulturfremden leuten gestalten die unsere werte nicht teilen?

  64. 64
    Hajo

    Zitat: Leider ist das wohl genau das Ziel welches einige der ganz rechten verfolgen. Aber das darf nicht gelingen. Ich werde mich jetzt wieder mehr einmischen.

    Der Witz des Jahres! „Rechte“ stören euch Gutmenschen und Linken bei der Diskussion oder wie? Was meinst Du mit „einmischen“? Mal wieder die Nazikeule schwingen?

    Mit einmischen meint Nina (2) natürlich nicht, sich selbst zu engagieren, ehrenamtlich in einem Flüchtlingslager zu arbeiten, ein paar Flüchtlinge bei sich aufzunehmen, sondern nur ihr Gutmenschgejaule in die Welt zu schreien. Mit der Realität sollen sich dann doch lieber andere befassen.

  65. 65
    Nina (2)

    Was ich mich ja auch frage ist, ob es die Gutmenschkeule im selben Laden zu kaufen gibt wie die Nazikeule?

  66. 66
    Hajo

    beschäftigten sich Menschen mit der Tatsache, dass Deutschland seine junge Vergangenheit keineswegs aufgearbeitet hatte, sondern dass stattdessen frühere Nazis weiterhin für den deutschen Staat arbeiteten, in den Behörden saßen, in den Unternehmen und in der Politik.

    Das ist auch so ein Witz!! Dass FRÜHER Nazis in der Politik saßen.
    Die deutsche Regierung hat auch heute noch kein Problem damit, sondern unterstützt den „rechten Sektor“ sprich knallharte Nazi-Verbände in der Ukraine mit Milliarden an Steuergeldern, damit die uns in einen Krieg treiben können. Leute, die Bandera als ihren Held verehren und ständig in Mikrofone blubbern, sie wollen alle Russen in der Ukraine ausrotten, mit Milliarden Euros, Material und Waffen von der Nato. Auf Juden, Kommunisten und andere nicht-Völkische sowie die Freie Presse stehen diese Ukraine-Nazis genausowenig. Wie passt das mit den westlichen Werten zusammen?
    UND KEIN WORT DARÜBER VON EUCH! Das ist die eigentliche Schande!

  67. 67
  68. 68

    Verrückt, wohin sich eine Diskussion in wenigen Stunden entwickeln kann.

  69. 69
    Don

    Für mich ist wichtig: Was macht der Rechtsextremismus mit uns und s.aus uns.

    Da twittert ein Justizminister „Rechte Schläger und Hetzer gehören nicht auf die Straße, sondern vor Gericht“, die Springerpresse bedient sich direkt der Lingua Tertii Imperii und kommuniziert wie in den 60ern über die Linke „Der Mob gehört abgeräumt “ und auch Minister Gabriel spricht von einem „Mob“, von „Pack“.

    Ich meine, wir müssen damit leben, dass 5% der Bevölkerung rechts sind. In einer Demokratie haben auch Leute grundsätzlich das Recht gegen Heime, Strommasten oder Biogasanlagen zu demonstrieren wie sie lustig sind.

    Mich graust es, wenn die Politiker selbst in das Hassvokabular fallen. Vor allem, weil sie keine „Grauen“ damit überzeugen werden, und es zeigt, wie der üble Geist von ihnen Besitz ergreift.

    Die Rechte ist bei uns eine Chimäre, die unsere Elterngeneration für brandgefährlich hielt, unsere Professoren haben Aufklärung im Sinne von Aufdeckung von NS-Konstellationen verstanden, Lehrer uns mit der Warnung vor rechts indoktriniert. Ja, Anfang der 90er gab es Krawalle bei Flüchtlingsheimen. Das ist mehr als 20 Jahre her. Es demonstrieren heute Menschen, die den Blödsinn einer Islamisierung des Abendlandes befürchten. Das möchte ich nicht ernst nehmen. Du machst hier einen großen Umschlag und packst alles in Chronologie. Dabei hat das eine nichts mit dem anderen zu tun, es ist ja keine glasklare historische Kontinuität.

    Die Demokratie ist vor allem durch uns gefährdet, wie wir uns daran vergiften und anfangen zu geifern. Wir brauchen inzwischen die Rechte Gefahr wie die NSA den Terrorismus. Wir müssen uns entgiften, denn wir wollen miteinander zu tun haben.

  70. 70

    Da es in den Kommentaren teilweise mal wieder ausartet, lasse ich zwar aus dokumentarischen Gründen vorerst alles stehen, schließe aber die Kommentare bis mir etwas besseres, vielleicht witzigeres einfällt. Vielen Dank an alle, die sich bis hierhin zurecht eingemischt und dem Unsinn widersprochen haben!

  71. 71

    Die Kommentare sind wieder offen, aber mit einer kleinen Moderationsfunktion. Mehr dazu hier.

  72. 72
    uvmann

    Bravo!

  73. 73
    Mister T

    Wilde Theorie:
    Wenn Tierschützer sich an Bäume ketten oder Kernkraftgegner sich an Eisenbahngleise blockieren, gibt es in der Regel eine Gegenseite, die eine Aufgabe durchzuführen hat, also den Auftrag hat, die Bäume zu fällen oder Atommüll zu transportieren. Allein aus versicherungstechnischen Gründen, ist also jemand da, der Polizei anfordert und die Beteiligten anzeigt, was beides halt auch sein Recht ist.

    Im Falle von rechtsradikalen Mobs existiert dieser Mechanismus nicht. Zum einen ist die Grenze zur Straftat oder Ordnungswigrigkeit so unscharf, dass die Polizei selbst den Teufel tun wird, sich Arbeit zu machen, um verhaftete dann am Ende ohnehin nur gehen zu lassen. Zum anderen gibt es auch keine andere Instanz, die aus welchem Grund auch immer verpflichtet wäre, zu reagieren und ein entsprechendes Interesse an Polizeipräsenz oder dem Anzeigen einzelner Individuen hätte.

  74. 74
    Katja

    @ncio:
    „Ja wieso „quälen“ die sich denn auch quer durch die Welt und suchen nicht in näheren Ländern Schutz?“

    Tun sie doch. Mal gesehen, wie viele Flüchtlinge der Libanon aufgenommen hat? In dem es den Menschen um Längen schlechter geht als uns? Gerade mal 4 % der aus Syrien Geflüchteten sind nach Europa gekommen. Und damit sollen wir überfordert sein? Der Libanon ist überfordert, wo inzwischen ein Drittel der Menschen Flüchtlinge sind.

    Es wird Zeit, dass wir uns – wieder – daran gewöhnen, dass Migration ein ganz normaler Vorgang ist. Der mal von hier nach da und mal von da nach dort geht. Wie viele unserer Vorfahren sind nach dem Krieg aus Pommern oder Schlesien in den Westen geflüchtet, auf der Suche nach Frieden? Meine Oma beispielsweise, als Kriegswitwe mit 4 kleinen Kindern im Schlepptau. Wie viele Europäer sind in der Hoffnung auf ein besseres Leben nach Amerika ausgewandert – ohne dass Krieg und Gewalt sie vertrieben hätten, sondern einfach nur, weil sie wollten, dass es ihren Kindern mal besser geht als ihnen? Und wie viele Menschen werden in den nächsten Jahrzehnten aufgrund von Klimaveränderungen ihr Zuhause verlassen müssen, weil es plötzlich unter Wasser liegt? Sagen wir den Niederländern, bei denen wir heute noch Urlaub machen, irgendwann: Nee, tut uns leid, wir haben keinen Platz mehr für Euch. Aber war schön damals bei Euch am Strand. ?

    Natürlich bringt Migration Veränderungen mit sich. Aber das ganze Leben ist Veränderung. Und unsere einzige Chance, sie positiv zu bewältigen ist die, ihnen offen zu begegnen. Und es gemeinsam zu tun. Alles andere ist Vogel-Strauß-Verhalten: Ich verstecke mich mal zu Hause auf meinem Sofa hinter meinem Fernseher und hoffe, dass das alles irgendwie wieder vorbei geht. Geht es nicht. Gewöhnt Euch dran. Und hört auf, davor Angst zu haben.

    Aber interessanterweise ging es darum in Deinem tollen Artikel, @Johnny, den ich zu 100% unterschreiben kann, ja gar nicht. Sondern um die Frage, wie wir in Deutschland mit Menschen umgehen, die aus welchen Gründen auch immer rein aus Prinzip auf die Schwächeren und Anderen hauen. Die Angst vor Veränderungen haben. Und deshalb weiße Kommentare verfassen. Prima Methode übrigens :-).

  75. 75
    Elblette

    Ja, das wurde durch Ignorieren fein herangezüchtet, und jetzt wundern sich alle. Und nicht nur die Politik, auch die Presse hat schön gepennt. Seit Jahren versuchen die Rechten mit der von Johnny beschriebenen Strategie die Kommentarspalten zu kapern, und die meisten Medien haben es nicht einmal gemerkt. Neulich hatte ich Besuch aus Indien, und ich musste ihm erklären, dass es Gegenden in Deutschland gibt, in denen er sich nicht sicher bewegen kann. Er war ein bisschen ungläubig. Dann besuchte er einen Freund in Berlin und erfuhr, dass es sogar in Berlin Orte gibt, an denen sich Menschen mit dunkler Hautfarbe nicht sicher fühlen. Er war ziemlich schockiert, weil er davon noch nie gehört hatte, woher auch, redet ja keiner drüber…

  76. 76
    Dave B.

    @Katja:

    Es ist für Deutschland vollkommen irrelevant wieviele Syrer der Libanon aufnimmt. Alle hier ankommenden Syrer haben vorsätzlich mehrere Grenzen illegal überquert und auf das Asyl der jeweiligen Durchgangsländer gepfiffen. Bei uns dürften theoretisch eigentlich gar keine Syrer ankommen, es sei denn wir holen sie freiwillig als Kontingentflüchtlinge.

    Klar ist Migration eine vollkommen normale Sache, aber eben nicht in dem Ausmaß wie wir es derzeit erleben. Wobei ich all diese illegalen Einreisen und „Asylversuche“ nicht als klassische Einwanderung sehe.

    Und als ob „Und unsere einzige Chance, sie positiv zu bewältigen ist die, ihnen offen zu begegnen.“ die einzige Lösung wäre, nur weil unsere Politiker dem Ansturm einfach tatenlos zusehen!

    „Gewöhnt Euch dran.“

    Ähm… nö! :-)

  77. 77
    IM Erika

    @Elblette:

    Nur weil die Kritik gegenüber der Asylpolitik in den Kommentaren zugenommen hat, muss man nicht gleich von einer „Machtübernahme der Kommentarspalten durch die Rechten“ reden.

    Sollen die ganzen Portale jetzt etwa auch sämtliche asylkritischen Kommentare „weißen“?

    In welchen deutschen Orten kann sich denn Dein indischer Besuch angeblich nicht „sicher“ bewegen bzw. nicht sicher „fühlen“? Bitte mit Statistik belegen!

    Angeblich gibt es also in Deutschland massenweise No-Go-Areas für Ausländer, niemals aber No-Go-Areas für „Biodeutsche“ in sog. „Problemvierteln“ mit überdurchschnittlich hohen Migrantenanteil oder?

  78. 78

    @IM Erika: Meine langjährige Erfahrung zeigt, dass es keineswegs nur um „Asylkritik“ geht, sondern um Derailing. Das geht schon damit los, dass es im Artikel überhaupt nicht um Asylfragen geht. Und es geht damit weiter, dass die „Asylkritik“ in den Kommentaren überhaupt nicht zugenommen hat. Das ist Wunschdenken deinerseits, zähl einfach mal durch.

    Falls sich deine nächsten Kommentare also auf die Frage beziehen, wie dieses Land Nazis und Rassisten los wird: Herzlich willkommen. Ansonsten unterstelle ich dir weiterhin Ablenkungsmanöver – falls ich damit falsch liege: Einfach ein eigenes Blog eröffnen und das alles klarstellen. Das darf ja glücklicherweise jede und jeder. Aber das hier ist meine Kneipe und es gelten recht strenge Regeln, damit uns anderen das Bier weiterhin schmeckt.

  79. 79

    Es muss schon ein gerüttelt Maß an Realitätsverleugung vorhanden sein, wenn die ganzen Todesopfer rechten Terrors plötzlich Opfer einer Chiimäre sind, die nebenbei auch noch gerade jede gefühlte Nacht was in Brand steckt. Spätestens, wenn das ganze dann noch eine von den medien gesteuerte Kiste sein soll, die sich in den vergangenen Jahren nicht gerade mit Ruhm bekleckert hat, was das Thematisieren der Skandale wie NSU, die Rechtsblindheit von Polizei und Verfassungsschutz und den ganz normalen Rassismus in .de angeht, dann neige ich einmal nmehr dazu zu sagen, dass sich eine Diskussion erübrigt. Man muss diese Leuite davon abhalten, andere leute anzuzünden und sonstwie umzubringen, alles andere ist vergebliche Liebesmüh.

  80. 80
    IM Erika

    @Johnny Haeusler:

    Ich sehe das Thema „aktuelle rechte Gewalt“ eben fest verbandelt mit dem Thema Asyl. Würde man das letztere Thema sinnvoll lösen (sichere Herkunftsländer, gerechte Verteilung in der EU, weniger Finanzanreize, notfalls temporäre Grenzkontrollen), dann wäre sicherlich niemand deswegen auf der Straße. Das Problem ist hausgemacht!

    Ja, die (berechtigte!) Asylkritik in den Kommentarspalten dieser Republik hat zugenommen, streite ich doch gar nicht ab. Nein, die Demokratie ist deswegen nicht in Gefahr und wie gesagt es wird nach wie vor genügend gelöscht und die „Rechten“ haben dort keine Meinungshoheit oder sowas.

    Wenn Dir das dort aber wirklich zuviel Asylkritik ist, dann solltest Du vielleicht mal drüber nachdenken, anstatt a) die Kritiker allesamt als „Nazis“ abzustempeln, b) irgendeine Form der Zensur zu verlangen oder c) gar selber dort das „Derailing“ zu beginnen ;)

    Ich schätze aber mal Du gehörst zur Gattung „Kein Mensch ist illegal“ und „Refugees welcome“, was dann natürlich keine objektive Betrachtungsweise auf das Thema „negative“ Asylkritik zulässt.

  81. 81
    Rosmerta

    Hallo,

    erst mal vielen, vielen Dank für den tollen Artikel. Du hast mir aus dem Herzen geschrieben. – Genauso bzw. so ähnlich habe ich das seit den 70er Jahren in W-Dtl. auch erlebt. Und ich teile Deinen Aufruf.

    Was ich den ganzen sogenannten „Besorgten“, wohl „Identitären“ oder „Querfront“- Anhänger (von den klaren Nazis will ich nicht sprechen) mit ihrer angeblichen „Angst“ oder „Besorgtheit“ bezüglich der angeblich „deutschen“ Kultur und ihrer angeblichen „Bedrohung“ mal ins Stammbuch schreiben möchte, ist folgendes:

    Deutsche Kultur? Definiert das doch mal! Was versteht ihr denn darunter – und wo – und welches Deutschland – von wann?
    Was ist denn „Deutschland“ überhaupt? Und wie, warum und seit wann?

    Ich habe einen deutschen Pass, meine Vorfahren (die seit mindestens 400 Jahren nachweislich nicht gewandert sind) waren aber lange keine „Deutsche“ sondern in chronologischer Reihenfolge: Leibeigene unterschiedlicher unabhängiger „Staaten“ unter dem Dach einer komischen Konstruktion, die sich „Heiliges Römisches Reich (Deutscher Nation – der Zusatz kam später)“ nannten, die sich selbst aber als „Kurtrierer“, „Kurpfälzer“, „zur Grafschaft … (oder) Ritterschaft … gehörig bezeichneten“.

    Danach waren sie dann für ca. 20 Jahre Franzosen und ab 1816 wurden sie den sich kulturell und von der Mentalität her total unterscheidenden „Preußen“, „Oldenburgern“ oder „Bayern“ angegliedert.

    1871 folgte eine Eingliederung ins neu gegründete „Deutsche Reich“, in dem nun so unterschiedliche Kulturen (und Sprachen) wie Friesen, Westfalen, Rheinländer, Baden, Schwaben, Bayern, Franken, Hessen, Thüringer, Sachsen, Pommern, Brandenburger, und so weiter, und so weiter, usw. zu einem Staat zusammengefasst wurden (sorry, dass ich nicht alle nenne). – Ach ja, das ist ja die „deutsche Kultur“, die „so deutsch“ ist, dass sich heute noch Dialektsprecher aus dem Norden mit Dialektsprechern aus dem Süden in der Lingua franca „Hochdeutsch“ unterhalten müssen, da sie sich sonst nicht verstehen würden – nur ein Beispiel. Was „Kultur“ angeht, gehen die Regionen des heutigen Deutschlands noch deutlich auseinander. – Ach ja, es gibt auch heute noch Spuren der –upps- Einwanderer des 19. Jh. aus Polen im Ruhrgebiet.
    Nur mal für den Anfang.

    Ich möchte aber viel früher anfangen.

    Wo kommen denn die Menschen in Mitteleuropa her?
    Tja – liebe Rassisten und Identitäre und andere, jetzt müsst ihr sehr stark sein – aus AFRIKA.
    Ja, ein Teil eurer Vorfahren waren alle einmal dunkelhäutige Homi erecti, die sich vor etwa einer halben Million Jahren von Afrika aus u. a. nach Europa ausgebreitet hatten (die waren echt migriert). Ihre sehr späten Nachkommen waren die Neanderthaler, deren Gene wir nachweislich in uns tragen.
    Und liebe Rassisten und Identitäre und andere, jetzt müsst ihr nochmal sehr stark sein. Wo kommt der Homo sapiens sapiens besser bekannt als „Cro Magnon“ oder „Jetztmensch“ her, der Europa seit ca. 50.000 Jahren besiedelt hat? – Ratet mal! – Ja, genau – AFRIKA!
    Ja, die allermeisten Eurer Vorfahren waren dunkelhäutige „Jetztmenschen“, die in Mitteleuropa eingewandert waren. (Ok ein paar hatten sich vorher oder hinterher mit Neanderthalern gepaart.) Ups.

    Und nach der Eiszeit?
    Tja – die ersten Bauernkulturen haben sich im heutigen Syrien, Irak sowie der Süd-Ost-Türkei entwickelt. Einige sind wohl nach Südost-Europa migriert. Sicher ist eine Einwanderung von Bauern aus Südosteuropa nach Mitteleuropa mindestens bis Hessen ab 5600 v. Chr. (genetische Untersuchungen) – ups die bösen Migranten aus den Balkanstaaten, gelle.

    Ca. 2500 Jahre später wird in den archäologischen Funden und neuerdings auch in den genetischen Untersuchungen eine massive Einwanderung aus Regionen im äussersten Osten Europas bzw. West bis Zentralasien (Sibirien, Altai usw) wahrscheinlich. Ups- schon wieder – Wie soll man denn da „Deutsch“ sein, bei all den Einwanderern, gelle?

    Es geht noch weiter . überspringe mal die gesamteuropäische Bronzezeit mit ihren weitreichenden Kontakten:
    Kurzform ab Eisenzeit:
    – griechische Einflüsse in Süddeutschland. – Menschen aus anderen Regionen/Kulturen wahrscheinlich – ca. ab 600 v. Chr.
    – etruskische Einflüsse im Mittelrheingebiet – Menschen aus anderen Regionen/Kulturen wahrscheinlich ab ca. 500 v. Chr. bis Zeitenwende
    – Austausch vom Atlantik bis nach Böhmen danach.
    – danach Römisches Reich mit Handel und Wandel vom Nahen Osten bis nach Schottland, von Nordafrika bis zur Nordsee und zum Rhein.
    Das lässt sich bis in die heutige Zeit fortsetzen …

    Besonders geil, gerade bei der aktuellen Situation, finde ich die Tatsache, dass am Mittelrhein und in der Wetterau schon früh syrische und arabische Truppen stationiert waren. Die ersten Hinweise stammen von ca. 40 n. Chr. – Wenn Hilfstruppen über einen längeren Zeitraum stationiert waren, hatten die Soldaten meist auch Freundinnen in der Umgebung und es kamen immer wieder Kinder. – Wie viele Rheinländer haben vielleicht syrische Wurzeln (auch wenn das fast 2000 Jahre her ist)?

    (Wie das danach im weiteren Mittelrheingebiet aussah, wäre ein weiterer längerer
    Beitrag wert.)

    Sorry, wenn ich über die „Herkunft“ und „Wurzeln“ der Menschen schreibe. Ich möchte damit u.a. klar machen, dass wir Menschen alle eine gemeinsame Wurzel haben, wir immer gewandert sind. Auch die scheinbar „einheimischen“ Menschen und eine „einheimische Kultur“ sind nur ein Konglomerat aus etwas längerer Tradition und immer wieder neu zugewanderten Menschen und ihren Kulturäußerungen. – Tausende Jahre später behaupten Menschen, dass wäre „deutsch“ und wollen sich damit gegen das sperren, was sie eigentlich zu dem gemacht hat, was sie sind – es war immer ein Konglomerat.

    Sorry. Ich liebe das gemeinsame Leben mit den Menschen die aus anderen Regionen der Welt gekommen sind und mein Leben besser und bunter machen.
    Daher sind mir auch die Menschen, die jetzt unter schwierigsten Umständen ihre Heimat verlassen müssen und es hier zu uns schaffen, herzlich willkommen!

    Refugees welcome!

    Nur mal so.

  82. 82

    @Rosmerta: Danke für die Mühe, das alles mal aufzuschreiben. :)

  83. 83
    Rosmerta

    @Johnny Haeusler

    Bitte, gern geschehen :)

  84. 84
    Tingletangle

    Tja, ich muss sagen Respekt für diesen mittlerweile mutigen Artikel. Als ich Sigmar Gabriel ernsthaft die Nazis von Heidenau als „Pack“ beschimpfen hörte, hatte ich so ein mulmiges Gefühl. Einerseits weil das kontraproduktiv ist, denn Beleidigungen helfen niemals weiter. Auch wenn er vielleicht recht hatte, ist mit diesen Ausfällen niemandem gedient. Im Gegenteil. diejenigen die gemeint sind fühlen sich dadurch nur noch bestätigt, was sich ja auch durch die „wir sind das Pack“-Rufe gezeigt hat. Andererseits weil es der Sache nicht gerecht wird. Ich will das kurz erklären. Wenn ich immer so tue als wäre ein bestimmtes Phänomen nur ein Problem einer kleinen Gruppe, und deren Bedenken stets immer nur ignoriere, dann geschieht das gleiche wie bei den Beleidigungen. Der Frust wächst, man fühlt sich letztlich bestätigt in der Annahme dass „die da oben“ sich ja ohnehin nicht für die eigenen Belange interessieren. Frust schlägt irgendwann in Gewalt um, und das kann man gerade live beobachten. Nebenbei fördert dieses konsequente ignorieren aber auch Solidarität von anderen, die sich wahrscheinlich unter normalen Umständen niemals mit rechtem Gedankengut identifizieren könnten. Doch da man beobachtet dass eine komplette Gruppe nur ignoriert oder wahlweise beleidigt wird, fängt man ggf. an, sich mit ihnen zu solidarisieren. Ist ein rein menschlicher Vorgang. Plötzlich habe ich eine explosive Mischung. Eine Gruppe mit bestimmter Gesinnung, wachsendem Frust und diese Gruppe mit ihrem wachsenden Frust wird auf einmal auch noch immer größer, weil sie statt angehört zu werden immer nur ignoriert und beleidigt wurde. Plötzlich habe ich es nicht mehr mit einer kleinen Splittergruppe o.ä. zu tun sondern mit einem Massenphänomen. Ich habe das in meinem Bekanntenkreis am Beispiel PEGIDA erlebt, dass man sich zwar inhaltlich nicht mit ihnen identifizieren konnte, aber das ständige Bashing letztlich für Solidarität sorgte. Und je mehr eine solche Gruppe in den Augen von Beobachtern unterdrückt, nicht ernst genommen oder vielleicht sogar versucht wird, diese mundtot zu machen, desto größer wird die Solidarität, trotz inhaltlicher Nicht-Übereinstimmung. Damit will ich nicht sagen dass man sich inhaltlich mit Nazi-Gedankengut auseinandersetzen sollte, aber sie öffentlich zu beleidigen hilft auch nicht weiter. Eine Lösung für das Dilemma kann ich leider auch nicht anbieten, da man mit Nazis wohl kaum argumentativ voran kommt. Jemand ne Idee? Anzuerkennen dass in der Flüchtllingspolitik nicht alles ideal läuft wäre vielleicht ein erster Schritt. Nach außen als Poltiker offen sgen, ja wir haben ein Problem und wir versuchen es zu lösen. Ehrlich währt am längsten, aber das ist wohl nur ein Wunschtraum von mir dass das auch in der Politik verstanden wird.

  85. 85
    Thomas

    Danke für den Artikel.

  86. 86
    Jörn

    Wie soll es denn weitergehen wenn nicht mehr jeder tausendste aus dem Süden vor Armut, Umweltzerstörung, Krieg, Unterdrückung und chancenlosigkeit hierher flieht, sondern jeder hundertste, fünfzigste, zehnte? Habt ihr dann auch noch eure tollen Rechten und linken Argumente parat?

  87. 87

    TingleTangle schrieb:

    “ Eine Lösung für das Dilemma kann ich leider auch nicht anbieten, da man mit Nazis wohl kaum argumentativ voran kommt. Jemand ne Idee? Anzuerkennen dass in der Flüchtllingspolitik nicht alles ideal läuft wäre vielleicht ein erster Schritt. “

    „nicht alles ideal?“ ist ja doch stark untertrieben! Ich finde, dass dem „Abschotten/Rauswerfen/Mauern bauen“ (das nirgends und nie wirklich funktioniert) inhaltlich zu wenig entgegen gesetzt wird.

    Und damit meine ich nicht den Verweis auf die Mitverantwortung für die Fluchtursachen oder die Forderungen nach mehr Interventionen vor Ort – sondern Konzepte für den derzeitigen Andrang, der viele gewachsene Strukturen definitiv überfordert!

    Solche Konzepte werden jedoch kaum diskutiert, jedenfalls nicht öffentlich. Weil ja vielen schon das Zugeständnis, dass da ein Problem sei, schon als „Verrat an der Sache“ gilt.

  88. 88

    Der Staat hat sich doch längst entschieden – Abschottung & Abschottung, solange es nicht zu häßlich aussieht.

    Jede sinnvolle Entscheidung muß gegen diesen Staat getroffen werden.

  89. 89

    Es geht nicht um Asyl-Debatten (was genau stört denn an den aktuellen Asyl-Gesetzen?), die sind ein willkommenes Tritbrett für die NPD und andere Organisationen, die mit dem Thema auf Mitgliederfang gehen. Und jeder, der so tut, als würden die bestehenden Gesetze irgendwie zu lasch sein, hilft ihnen dabei.

    Wenn es Herausforderungen wie die derzeitigen gibt, dann will ich nicht, dass sie von Rechtsextremen diskutiert oder gar „gelöst“ werden. Haargenau so hat das schonmal angefangen, lasst euch also nicht von Rattenfängern blenden.

  90. 90
    Iris

    Sehr guter Text. Ich entstamme derselben Genaration und kann jeden Satz einzeln unterschreiben. Danke!

  91. 91
    Philipp

    Ein großer Artikel, danke dafür. Zum Glück kommen neben Tagesschau-Moderatorin Anja Reschke (https://www.tagesschau.de/inland/kommentar-fluechtlinge-101.html) auch Privat-TV-Moderatoren zu klaren Aussagen, namentlich Joko und Klaas: https://youtu.be/tBHMzCOn2Sk. So ein klares Statement hätte ich gerne von Frau Merkel gehört.

  92. 92
    Michel

    Ich fühle mich hilflos.

    Wie kann man auf Menschen reagieren, die in der S-Bahn „Heil Hitler!“ rufen und dann auf ein Kind urinieren? Wie kann es sein, dass angesichts eines solchen Ereignis nicht sofort jeder(!) aufsteht und zu dem nächsten Menschen, den er trifft sagt: „Das muss aufhören, das ist unmenschlich!“

    Ich fürchte mich davor, was als nächstes passiert.

  93. 93
    Toto

    Ich betrachte mich selbst als Kritiker der momentanen Asylpolitik in Deutschland. Ein unkontrollierter Zulauf in der heutigen Zeit birgt die Gefahr, dass auch Menschen zu uns ins Land kommen, die nicht die besten Absichten haben (IS-Schläfer). Allerdings können die Flüchtlinge dafür nichts. Wer vor Asylunterkünften rumschreit und pöbelt oder noch schlimmer diese ansteckt und dabei die diabolische Symbolik der Nazizeit unverblümt anwendet, ist in meinen Augen eine viel größere Gefahr für die Zukunft unseres Landes. Zum Glück sind diese Leute in der Minderheit und nicht so intelligent, das sie irgendwann mal wirklich politisch entscheiden könnten. Was gerade in Deutschland passiert hat mit irgendeiner Art von Kritik nichts zutun. Das ist einfach nur ausgelebter Hass auf alles was anders ist. 90% dieser „besorgten Bürger“ sind doch selbst gescheiterte Existenzen die alles und jeden für ihre Lage verantwortlich machen und sich dann natürlich als Ventil die schwächsten aussuchen. Lustig an der Sache ist allerdings, dass die meisten Leute, die jetzt grölend mit dem Hitlergruß vor den Heimen stehen in der Nazizeit selber als „asoziale Arbeitsverweigerer“ oder „geistig Minderbemittelte“ in Lagern geendet wären.

  94. 94

    Lieber Johnny, danke für das schöne Post!
    Die Kontinuität der rechtsblinden Justitia geht noch viel weiter zurück, als deine Erinnerung reicht. Darum habe ich noch mal ein Dokument wieder aufgelegt, das ich anlässlich des aufgeflogenen NSU-Trios im November 2011 das erste mal zitiert habe: Zur Klassenjustiz in der Weimarer Republik:
    https://shiftingschool.wordpress.com/2015/08/27/wiedervorlage-auf-dem-rechten-auge/
    Krautreporter, der immerhin in seinem heutigen Newsletter lobend auf dein Post verweist, ist selbst ein Ausdruck der gesamtgesellschaftlichen Blindheit gegenüber dem immer fruchtbaren Schoß der rechten Gewalt, wenn er es – wie ich finde verharmlosend, ein“langanhaltendes ärgerliches und ungelöstes Problem nennt“, denn das klingt so, als handele es sich um einen ewig tropfenden Wasserhahn, um den man sich einfach bisher noch nicht kümmern konnte, weil man immer wichtigeres zu tun hatte. Der Punkt ist: es ist keine Befürchtung, es ist hundertfach erwiesen: Antifaschisten kriegen hier immerzu auf die Mütze, während Nazis, Faschos und Bürgermob solange verharmlost und kleingeredet werden, bis es aus Gründen des Deutschland-Images im Ausland einfach nicht mehr geht. Und auch dann gibt es bloß symbolpolitische Schelte.

  95. 95
    Jan

    @Ncio #1;

    In der Tat ist Suhl etwas komplett anderes.
    Denn in Suhl ist es zu einem Ausbruch des Lagerkoller gekommen. Dass es zu so etwas kommt, ist angesichts der Masse der Flüchtlinge und der Unterbringung sowie der Verdammnis zum Nichtstun nur eine Frage der Zeit. Der Ausbruch eines Lagerkoller ist eine spontane Aktion.

    Heidenau dagegen war eine geplant durchgeführte Aktion gegen Leib und Leben. KEINER war irgendwie über Monate in seiner Privatshpäre bedrängt.

    Die Ursachen sind daher komplett unterschiedlich. Und da die unterschiedlich sind, ist auch deren Bekämpfung unterschiedlich.

  96. 96
    Boban

    Vllt ein bißchen OT, aber trotzdem muss es gesagt werden. Alltäglichkeiten….

    „wer es sich als junger Mensch (… aus dem Osten…) leisten kann, der flieht nach Berlin “

    Mhm, und dann werde ich als gebürtiger Berliner um einiges älter als der Mensch der aus dem Osten „geflohen“ ist als scheiss Ausländer bezeichnet… und das auch noch in meinem Geburtsbezirk. Beinahe jede Pause verbrachten wir zusammen. Der Typ kam vor 3 Jahren aus Zella Mehlis. Hoffentlich hat Heiko seine Wohnung verloren. Ich sollte ihm noch helfen die Wohnung zu behalten und zu den Terminen mit der Hausverwaltung zugegen sein. Nachdem er diesen Mist abgelassen hat, habe ihm gesagt, dass er Glück hat, das ich keine 20 mehr bin und sich fernhalten soll… und sich wieder nach Zella Mehlis verpissen soll.

    Das passierte vor zwei Jahren.

    Ein anderer aus Eberswalde, zu dem ich schon eine richtige Freundschaft pflegte, er war fast jeden Tag bei mir, erzählte mir eines Tages als wir ein paar Bierchen hatten, (die Bierchen kamen immer von Späti um die Ecke, Inhaber passt ins NSU Opferprofil) der der NSU Prozess gleichzusetzten ist mit Guantanamo. Und das erzählt er mir nach fast einem Jahr, nach hundertfachen Besuch. So ein Ar+++lo++. Ich habe auf ihn dann nicht mehr nach hause eingeladen, und schließlich die Freundschaft gekündigt. Ds passierte dieses Jahr.

    Eine andere, wirklich peinliche Geschichte. Zwei Frauen, mitte 20 die aus dem Osten nach Berlin kamen, hatten die gleichen dreisten , dummen Schei**hausparolen parat, wie etwa zu viele Ausländer in Berlin. Sie, also die Frauen aus dem Osten kriegen beim Sozialamt nix und die Russen alles…. im Gespräch, auf Nachfrage bestätigten sie das sie doch alles bekommen haben… auch für den Kinderwagen… fühlten sich trotzdem vom Amt unfair behandelt und machten dafür „die Ausländer“ verantwortlich. Wieso unfair, konnten sie mir nicht beantworten. Die Ausländer „stören“…. hat zwar mit ihren Erlebnissen auf dem Amt nichts zu tun…. aber dennoch. Dabei standen wir grade vor der Gedächtniskirche am Zoo, ergo im Zentrum von West-Berlin.

    Solche Sprüche sind seit Mitte der 90´ vornehmlich von Ossis zu hören.

    Ich dachte mir nur, wenns euch nicht passt, verpisst euch von hier, geht zurück nach Schweinewalde, Zehla Mehlis, Greifswald, Rostock… in euer Kaff. Damals dachte ich das nur, in Wut. Heute würde ich das auch sehr laut sagen. Es reicht, genug der Toleranz gegenüber diesen schwachsinnigen Hassern.

    Ich weiss, es klingt ein wenig Einseitig. Ist aber die Realität hier in Berlin, West.

    PS Eine witzige Sache ist mit noch beim Frisör passiert. Vorab muss isch sagen, das man mir das Ausländersein nicht ansieht und hört. Die Frisöse
    hetzte gegen die Türken( ergo andere Frisörsalons in der Nähe) und Ausländer allgemein. Ich hörte mir das an, fragte sie woher sie den kommt… naja, woher wohl. Anschließend sollte ich eine Kundenkarte bekommen… ich schrieb meinen Namen und sie war wie versteinert. :-) Kein Muks mehr, keine Hetze mehr.. aber auch kein “ Schonen Tag“ mehr… nichts mehr.

    Ich hatte auch eine nette normale Begegnung, quasi einzigartig, dass sie nicht ins Gewicht fällt.

  97. 97
    Jan

    @Hannah #63:
    „– neue, fabelhafte Menschen kennenzulernen, fröhlich zu sein und miteinander ein Leben zu gestalten.

    –> wieso sollen wir unser leben mit kulturfremden leuten gestalten die unsere werte nicht teilen?“

    Was sind denn „unsere“ Werte?
    Wenn ich die Ausführungen lese, teilen wir recht wenig Werte miteinander. Daher ist es völlig abwegig von „unseren“ Werten zu sprechen.
    Kulturhistorisch gehört im übrigen Barmherzigkeit zu den Basiswerten im europäischen Kulturkreis. Davon ist in ihren Ausführungen nichts zu lesen.

    Daher noch einmal die Frage: Was ist denn Ihrer Meinung nach „unsere Werte“?

  98. 98
    Boban

    Eins vergaß ich, hier, in meiner Nähe, 200 m Entfernung, gibt es auch ein Flüchtlings- Aslyheim. Wurde vor einem halben Jahr vergrößert und neueröffnet. Die Heimbewohner fallen nicht auf, es gibt keine Müllberge, keine erhöhte Kriminalität. Es gibt auch keine Nazischläger und besoffene Heil Hitler brüller, keine „besorgten Bürger“. Einfach nur idyllisch.

  99. 99
    RK

    Abgesehen von den im Artikel erwähnten Punkten: Das Problem ist, dass Deutschland sich seit gut 25 Jahren um eine gesamtgesellschaftliche Debatte bezüglich einer nachhaltigen Einwanderungspolitik drückt. Das führt dazu, dass die Extrempositionen auf beiden Seiten die Debatte dominieren.

    In anderen Ländern ist diese Diskussion immer Teil der Politik: Wer kommt, wieviele, wer darf bleiben, wer nicht, wie integrieren wir diese Personen, was für Ressourcen brauchen wir dafür. Man ist realitisch und ehrlich genug zu sagen, dass es Einwanderung und Flüchtlinge gibt, dass deren kommen gesteuert und geordnet laufen soll und dass man als Gesellschaft entscheiden muss, wer bleiben darf, wer integriert wird und wer wieder gehen muss. Das ist keine einfache Debatte, die braucht viel Zeit, Ressourcen und Energie. Aber sie muss geführt werden und vor allem muss sie mit der Gesellschaft geführt werden, nicht nur von irgendwelchen Eliten.

    Ich bin überzeugt, dass die grosse Mehrheit weder ein Problem mit Flüchtlingen noch mit Einwanderern hat. Aber dieser Mehrheit fehlt die Möglichkeit, sich zu äussern und einzubringen, weil entsprechende Plattformen und Foren fehlen. Da muss die Politik ebenso wie die Zivilgesellschaft ran.

  100. 100

    Interessanter Artikel, auf den ich über bildblog.de gestoßen bin.
    Das Weißeln ist eine super Idee und zeigt hier eindeutig, dass diese obskure Nazikeule bei den rechten Trollen zutreffend ist!

  101. 101
    Robert B.

    @Name: So ergibt dein Satz sehr viel mehr Sinn:

    Die Menschen wollen keine Fremden um sich haben, vollkommen natürlich, ist zu akzeptieren.[…] In kürzester Zeit hat man nun hier also Ghettos […].

    Also was nun: Integrieren oder Ausgrenzen?

  102. 102
    Toto

    @Boban
    Das ist die tägliche Portion Fremdenfeindlichkeit und Rassismus die einem alltäglich begegnet. So was hab ich auch schon öfters erlebt. Aber auch anders herum. Als Betreuer einer Jugendsportgruppe habe ich mal einen damals 10 Jährigen gefragt, ob er nicht Mitglied werden möchte. Dieser 10 jährige Junge saß beim Training immer am Spielfeldrand und schaute begeistert zu. Deshalb dachte ich, er würde gerne mit trainieren. Als Antwort bekam ich dann den Spruch gedrückt, dass sein Vater dieses nicht wolle, weil „Kartoffeln, Juden, Mädchen und Schia“ im Verein sind. In unserer Gegend gibt es viele Vereine und wir haben viele Italiener, Portugiesen, Nigerianer, Niederländer, Vietnamesen, Iraner usw. und sogar einen Mädchen aus Papua Neuguinea in der Abteilung Badminton, als Mitglieder. Aber nicht einen einzigen Türken oder Araber. Ausnahme ist die Fußballabteilung, aber auch da gab es schon Austritte aus Protest gegen neue, ich nenne sie mal, „nicht islamkonforme Neuzugänge“. Und das liegt nicht daran, dass wir etwas gegen sie hätten. Das liegt daran, dass Rassismus und Vorurteile kein reines deutsches Problem ist.

  103. 103
    Boban

    @toto

    „Das liegt daran, dass Rassismus und Vorurteile kein reines deutsches Problem ist.“
    Ach ne… echt jetzt? *Ironieon* Wow, was für eine Überraschung.*Ironieoff*

    Die Bennenung von exotischen Gefielden wie „Papua Neuguinea“ oder Äquatorial Guinea wird ihnen da auch nicht weiterhelfen und nicht wett machen, dass in Deutschland wieder Asylheime, diesmal im 200er Bereich, brennen……..dass muss man sich vergegenwärtigen… und es richtiggehende Hetzjagden gibt. Das haben sie mit keiner Silbe thematisiert, sehen auch anscheinend kein Problem darin.

    „, ich nenne sie mal, „nicht islamkonforme Neuzugänge“.“..
    wie sie was nennen, ist volkommen schnuppe, interessiert auch keinen.

    Es geht Ihnen alleine darum von Thema des deutschen Rassismus abzulenken.

    Ablenken is aber nicht.

    Wir reden über den alltäglichen deutschen Rassismus, NSU, Brandanschläge, über besoffene Nazimeuten in Mobstimmung, „besorgten Bürgern“ in Pogromstimmung mit Hiter Sprechchören und nicht über irgendwelche dummen Väter oder Fußballklubs.

    Angesichts der brutalen, aktuellen Nazi Pogromstimmung, irgendwelche, im Alltag kaum wahrnehmbaren Subkulturen als Vorwand nehmen, um vom Thema abzulenken…. einfach nur dreist aber auch sehr einfach durchschaubar.

    Schämen Sie sich was.

  104. 104
    Toto

    @Boban
    Ich nehme an, meinen vorigen Beitrag (93) haben sie nicht gelesen. Außerdem habe ich auf Ihren Beitrag geantwortet, zum Thema habe ich bereits vorher geschrieben. Ihre aggressive Form der Antwort passt allerdings zur heutigen Hass und „alles außer meiner Empfindung und Meinung ist rechts“ Stimmung hier im Lande. Das ist das Problem, es findet kein anständiger Dialog mehr statt. Es gibt auch Menschen, die manchmal eigene „sehr wahrnehmbare“ Erfahrungen gemacht haben, andere als Sie.

  105. 105
    Sven O

    Lieber Johnny,

    an dieser Stelle einfach nur ein großes Dankeschön für diesen Artikel.

  106. 106

    @Sven O: Ich danke dir und allen anderen für die netten Worte – und auch immer wieder fürs Einmischen, Mitdenken, Mitreden. Die Debatte nicht aufzugeben ist wichtig.

  107. 107
    Rosmerta

    @Robert B.: Integrieren! Menschen raus aus den Lagern und Ghettos – rein ins Miteinander! Helft den neuen Zuwanderern, Deutsch zu lernen, mit „locals“ (wo immer sie auch herkommen) in Kontakt zu kommen, Freundschaften zu schließen (Freundschaften, bei denen Deutsch Lingua franca ist, sind echt hilfreich). Helft bei Wohnungen, Arbeit, Ausbildung. – Wir können die Menschen aufnehmen und von der Vielfalt profitieren, aber nur, wenn viele Locals mitmachen (und mit Locals meine ich nicht nur Leute, die seit Generationen „deutsch“ sind – trotzdem sind auch die ausdrücklich gemeint.)

    Nur mal so.

  108. 108
    Ham

    Ihr Deutschen habt echt ein Problem mit Eurer Identität. Ihr kümmert Euch um Leute, die Euch im Grunde verachten und Hassen mit einer Energie die echt bemerkenswert ist. Andere Länder machen die Grenzen dicht, weil sie zuerst an die eigene Bevölkerung denken und 2-3 Jahre weiter denken. All die grausammen Bilder von Kindern aus Syrien oder dem Irak ….. es ist schlimm und tut weh aber Schuld ist doch der Westen …. erst Saddam, dann Mubarak, dann Gaddafi und an der Beseitigung Assads wird gerade gearbeitet. Ohne des Segens der westlichen Idee von Demokratie, die diese Länder eh nicht könnten, gäbe es dieses Elend doch überhaupt nicht. Es wurden schlechte Diktatoren durch noch schlechtere, religiöse Mörder ersetzt. Wie blind sind die Europäer? Unter Assad wurden keine Menschen in Käfigen verbrannt oder tausende auf Marktplätzen enthauptet. Der Gabriel oder die Merkel stellen sich jetzt hin und machen auf Menschenfreund. Haben aber vorher noch Waffendeals mit Saudi Arabien abgeschlossen, die den IS finanzieren und unterstützen. Jeder Mensch der heute zur Flucht gezwungen ist, geht auf das Konto dieser Europäischen Realitätsverweigerer. Ich hasse dieses Wort …. aber ich benutze es jetzt einfach mal … ihr „Gutmenschen“ mit Eurem Demokratiegeschreie für Länder, die einfach keine Demokratie wollen oder können, sind verantwortlich für dieses Elend. Jedes flüchtende Kind geht auf das Konto von Euch blauäugigen Gutmenschen. Das macht so wütend. Diese ganze Nazischeiße in Deutschland und die Kriege in der arabischen Welt seid ihr in Schuld. Inzwischen klebt mehr Blut an Euren Händen als es jemals an Saddams, Mubarak usw. in tausend Jahren. Dumme Menschen machen dumme Sachen. Ich kenne Krieg. Ich war mitten drin. Und hätte die EU und die USA nicht versucht „Demokratie“ in mein Land zu bringen, wäre mir das erspart worden.

  109. 109
    o aus h

    @Dave, 76:
    >Es ist für Deutschland vollkommen irrelevant wieviele Syrer der Libanon aufnimmt. Alle hier ankommenden Syrer haben vorsätzlich mehrere Grenzen illegal überquert und auf das Asyl der jeweiligen Durchgangsländer gepfiffen. Bei uns dürften theoretisch eigentlich gar keine Syrer ankommen, es sei denn wir holen sie freiwillig als Kontingentflüchtlinge.
    Genau das werfen doch andere hier gerade unsern Nachbarländern vor: Sie weigern sich, Flüchtlinge den Staaten abzunehmen, die als EU-Grenzland oder Durchgangsland weit überproportional betroffen sind – zum Beispiel Italien und Griechenland, von den Nachbarländern im Nahen Osten oder gar innerhalb Afrikas ganz zu schweigen.

    > Klar ist Migration eine vollkommen normale Sache, aber eben nicht in dem Ausmaß wie wir es derzeit erleben.
    Wie definiert sich das normale Ausmaß? War normale Migration z.B. in Bezug auf Osteuropa das Jahr 1960, bevor die Mauer gebaut wurde? Oder das Mittel der Jahre mit „funktionsfähigem“ Eisernem Vorhang und Selbstschussanlagen etc.? Oder nimmt als Maßstab ca. Mai 1989 bis Mai 1990, als sich die Grenzen zuerst in Ungarn, dann überall in Europa öffneten? Ich fürchte, dass die Wanderungsbewegungen in den kommenden Jahrzehnten noch deutlich ansteigen werden, wenn der Klimawandel auch nur halb so schlimm wie prognostiziert wird, die Weltwirtschaft … ach halt, das Thema des Artikels war ein anderes.

    > Wobei ich all diese illegalen Einreisen und „Asylversuche“ nicht als klassische Einwanderung sehe.
    Nö. Klassische Einwanderung ist in Deutschland (für nicht-EU-Bürger) nach der heutigen Rechtslage fast unmöglich, dafür werden die Hintertürchen in der Asylgesetzgebung und anderen Regelungen immer größer gezimmert, weil sich dafür politische Mehrheiten finden.

  110. 110

    @Ham: Darf ich fragen, aus welchem Land du kommst?

  111. 111
    Udo

    „Der von der Politik geförderte Neoliberalismus, das Hofieren der Wirtschaft, das Drängen der Schulen auf eine Individualkarriere, Kürzungen bei Sozialleistungen sind Teil der Saat, die wir ernten.“

    Ja, das denke ich auch.
    Mangelnde Empathie sehe ich ich ebenfalls als Problem.

    Für mich hat die heutige Misere im Prinzip unter Schröder angefangen, mit der Hartz-IV-Gesetzgebung. Dann kam die Finanzkrise, dann die Griechenlandkrise. Deshalb sind die Pegida-Leute wohl auch pauschal gegen alles – gegen den Staat und alle seine Institutionen. Und deshalb wird es verdammt viel Zeit und Kraft kosten, sich diesen Leuten wieder zu nähern, damit ein Gespräch überhaupt erst möglich wird. Im Moment sehe ich nur komplette Verweigerung. Und zwar von beiden Seiten. Es hat keinen Sinn, diese Leute als „Pack“ zu bezeichnen. Das bestärkt sie nur. Und grenzt ab und aus.

    Im Großen und Ganzen denke ich, dass es Nazis in Gesellschaften, die drarauf ausgerichtet sind, Reichtum zu erwerben und damit zu protzen, in denen Neid und Durchsetzung gegen den Nächsten gefördert werden, zwangsläufig generiert werden. Mir fehlt da einfach, ich sagte es bereits, die Empathie für Mitmenschen, das sich besinnen auf Menschlichkeit, auf ethische Werte. Und außerdem denke ich, dass es noch viel mehr „Schläfer“ gibt. Hätten wir hier griechische Verhältnisse, dann läge der Nazi-Anteil viel höher, sagen wir bei 20, 30%?. Das finde ich wichtig, denn m.M. zeigt sich Ethik erst dann, wenn es einem schlecht geht und man sich überwinden & zurückstecken muss, um menschlich zu bleiben.

    Es gibt da auch wissenschaftliche! Studien, unlängst las ich eine – finde sie gerade nicht – da wurde die Behauptung aufgestellt, dass D. ein zutiefst rassistisches und sexistisches und menschenverachtendes Land ist. Die Autorin dieser Studie wurde belächelt – das sei völliger Quatsch, was sie da abließe und so weiter. Das ist genau das Gleiche, was man als Pädagoge immer wieder zu hören bekommt: „Pädagogen seien weltfremd!“ Und überhaupt würden die Kinder durch die modernen pädagogischen Ansätze nicht mehr richtig lernen, wie man schicke Maschinen [z.B. Panzer!] baut.

    Ja, Pädagogen sind weltfremd. Sie sind dieser rassistischen Gesellschaft fremd. Und sie wollen sie ändern. Aber man lässt sie nicht. Leider. Stattdessen werden Millionen für Fußballer ausgegeben – zum Beispiel.

    All den Leuten, die jetzt schreien, Deutschland könne keine weiteren Asylanten vertragen und die deutsche Kultur würde dadurch kaputt gehen, kann ich nur entgegenen: „Welche deutsche Kultur? Bundesliga und Merkel bei Jogi und seinen Jungs? Oder doch lieber eher das Oktoberfest bei unseren bayrischen Stammebrüdern? Schicke Autobahnen für noch schickere Autos? Tatort und Der Alte im Fernsehen? Dazu heute und Tagesschau? Alles brav finanziert durch anständige Maschinenbauer, die das Herz unserer Wirtschaft – unserer Kultur – sind? Darauf sollen wir stolz sein? Ohne das können wir nicht leben? Wie peinlich ist das denn?

    Eieiei – wer hier wohl weltfremd ist, frage ich mich.

  112. 112
    Philipp

    DANKE, Johnny! Sehr kluge Worte. Und gleichzeitig auch ernüchternd, weil das alles nichts Neues ist.
    Das wir uns schon so lange mit diesem
    Problem beschäftigen müssen macht wütend und ohnmächtig zugleich.

  113. 113
    Marcus

    @Ines: @Ines:

    Danke! Spricht mir aus der Seele, Deine Kommentare. Bin froh. sie zu lesen und zu sehen, dass es Menschen wie Dich gibt. Made my day.
    Marcus

  114. 114
    janet

    @Nina: Gebe dir absolut recht.

    Ich bin ein Kind der 70-ziger aus Dresden. Meine Schulbildung bzw. mein Schultag war auch geprägt von Strenge. Wenn dem Lehrer nicht passte, dass du nicht aufgepasst hast, deine Schulaufgaben fehlten (die streng kontrolliert wurden), du unruhig warst im Klassenzimmer, dann flog schon mal der Schlüsselbund. Kam das öfter vor, war ein Besuch beim Direktor das erste Übel. Das zweite folgte in Form deiner Eltern. Wir alle sind selbstverständlich durch die Prüfung der 10. Klasse gekommen. Hing einer durch, war es selbstverständlich, dass man gemeinsam lernte. Das Schulsystem war eine Ganztagsschule von der 1.-10. Klasse durchgehend (Klassenverbund, man kannte sich) mit anschliessender Abschlussprüfung.

    Nach der Wende hiess es, unser Schulsystem sei falsch und wurde durch das der BRD ersetzt.

    Jahre später habe ich bei Kolping in Dresden gearbeitet. Was ich da sah, war nicht wieder zu erkennen. Die Kids hatten „Null Bock“ auf Schule, konnten keinen Dreisatz, keine Prozentrechnung mehr und von Rechtschreibung und Allgemeinbildung reden wir gar nicht erst. Viele gaben an, dass es niemanden interessiert, ob sie nun zur Schule gingen oder nicht. Was sie an Noten mit heim brachten, war auch allen egal.

    Niemand kümmert sich mehr.

    Das Paradoxe daran, solche Einrichtungen wie Kolping müssen alle 2 Jahre sich beim Arbeitsamt bei deren Ausschreibung neu bewerben. Man beachte, es ist möglich, dass man auch aus anderen Bundesländern sich darauf bewerben kann, wenn man lediglich eine Adresse im Bundesland nachweisen kann. (Briefkasten reicht). Der Zuschlag wird nicht dem gewährt, der seit Jahren nachweisbar gute Ergebnisse bei der Vermittlung von Wissen und Lehrstelle hat, sondern dessen Zahl unter dem Strich die Kleinste ist.

    Viele renommierte Einrichtungen (selbst erlebt), müssen Personal entlassen und die Gehälter gegenüber dem Aufwand sind zum lachen.

    Ich würde sagen, hier läuft gerade auf dem Sektor Bildung etwas gehörig schief.

    Es hat nie Konsequenzen, wenn du keinen Bock auf irgendwas hast. Es wird suggeriert, dass du dein Auskommen auf alle Fälle hast und es sind immer die Anderen schuld.

    Da muss man als erstes ansetzen, wenn wir den A….. in der Hose und endlich mal wieder Tacheles reden, statt Kuschelprogramm für die armen Kinder …

  115. 115

    … irgendwie juckte es mir grad in den Fingern und ich lese hier so viele gute Kommentare von Menschen, die etwas bewegen wollen und die ich gern kennen lernen würde… und dieses Jucken musste irgendwie weg, also kam eine wahrscheinlich unfertige, wirre und nicht geplante Seite in FB raus in 10 Minuten, die ich hier aber gern als Wunsch für mehr reinsetze. Wer mag, schaut mal drauf – und wer noch mehr mag, schreibt seine Gedanken drauf und wir schauen mal, wo wir hinkommen.

    Ich freu mich
    Marcus

  116. 116

    @Marcus: Der Link versteckt sich im Namen wie ich grad sehe, hier also als Link direkt: https://www.facebook.com/wirvonwind

  117. 117
    Thomas

    Ich bin durch Zufall auf diese Diskussion gestoßen. Ich hab 5 Jahre in Afghanistan unregelmäßig als Soldat der Bundeswehr meinen Dienst abgeleistet. Insgesammt war ich 35 Monate im Land. Aus Erfahrung kann ich zu dieser Diskussion nur eins sagen. Wir Europäer sollten verdammt vorsichtig sein beim Umgang mit musslimischen Flüchtlingen. Viele, verdammt viele sind anständige Menschen und flüchten einfach nur vor der Gewalt in Syrien, Irak, oder Afghanistan. Geben wir ihnen diesen Schutz aber wir sollten nicht blauäugig sein. Aus Vernehmungen und Einsatzberichten haben wir etwas Einblick in die Taktik der extremem Taliban erhalten. Der Plan ist, aus dem Magreb und dem Nahen Osten Kämpfer über die Flüchtlingslinie nach Europa zu bringen. Die Situation ist fatal. Mann will den Menschen helfen aber man sieht nicht das Schwarz und Weiß. Der IS ist nicht doof und die nutzen unsere demokratische naivität gnadenlos aus. Wer ein zwölfjähriges Mädchen gesehen hat, der alle Finger abgehackt wurden, weil sie sich die Nägel lackiert hat, der denkt da sehr, sehr kritisch über unseren leichten Umgang mit Flüchtlingen. Unsere Gefangenen wurden inhaftiert und bekammen Nudeln und Briefmarken zum Schreiben von Briefen .. deren Gefangenen wurden sofort erschossen oder auf Dorfplätzen der Kopf abgeschnitten. Helfen ja aber mit Verstand.

  118. 118

    Vielen Dank, lieber Johnny Haeusler, für diese zutreffende Analyse. In Teilen hat das sehr ähnlich die diesjährige Preisträgerin des Dachau Preises für Zivilcourage, Gülşen Çelebi, im Interview mit mir auch gesagt:

    http://mama-notes.de/deutschland-muss-sich-entscheiden-ob-es-auf-dem-rechten-auge-blind-bleiben-will/

  119. 119

    @Thomas: Ab da wird es wirklich kompliziert, denn ich bin sicher, dass du recht hast: Der IS ist nicht blöd und ganz sicher wird die Situation sehr zielgerichtet genutzt. Die Probleme an der Wurzel zu packen ist also die richtige Forderung. Aber wie, das mag ich nicht zu sagen, dazu bin ich nicht schlau genug.

    Geht man davon aus, dass der IS in erster Linie von denjenigen gelenkt wird, die ihre Macht, ihren Status und den Reichtum, den sie unter Hussein hatten, wiedererlangen wollen; und geht man weiterhin davon aus, dass ihnen bei diesem Willen alles andere egal ist – dann steht man einer Armee der Skrupellosigkeit gegenüber und muss, da man die Zeit nicht zurückdrehen kann, der Tatsache ins Auge sehen, dass nur militärische Intervention helfen könnte. Und wen soll man jetzt mit Waffenlieferungen etc. unterstützen? Soll die Bundeswehr Einsätze leisten? Mit welchen Partnern?

    Wie gesagt: Mich überfordert das.

  120. 120

    Der Artikel geht leider sehr knapp über die 1980er-Jahre hinweg. Es wird häufig in der Rückschau von heute so getan, als wäre in den 80ern noch alles in Ordnung gewesen, als hätte es damals zwar vereinzelt Nazis gegeben, aber keine öffentliche Demontage des Asylrechts.

    Doch das ist nicht der Fall! Tatsächlich hat es auch in den 1980ern schon die Diskussion gegeben, den Artikel 16 des Grundgesetzes einzuschränken. Weil ich kürzlich mich auf meinem Youtube-Kanal auch mal zu diesem leider wieder aktuellen Thema äußern wollte, habe ich das noch mal genauer recherchiert. Das Ergebnis habe ich hier niedergeschrieben: http://www.bilderbein.de/asylrecht.html

  121. 121

    Das Nazi Problem ließe einigermaßen unkompliziert lösen, wenn sich der Staat sich einmal ein bisschen um seine Bürger kümmern würde. Diese ganzen PEGIDA und „Ich bin ja kein Nazi, aber …“ Idioten, die haben ja nicht wirklich was gegen Flüchtlinge und Ausländer. Die sind wütend, weil sie der Staat mit seiner neoliberalen Politik immer mehr im Regen stehen lässt. Und weil sie viel zu obrigkeitshörig und dumm sind, um sich gegen die wirklichen Verantwortlichen zu wenden, projizieren sie diese Wut einfach auf die Schwächsten, auf die die am wenigsten Schutz von der Gesellschaft kommt.
    Wie ein kleines Kind, das in der Schule gemobbt wird, und daraufhin zu Hause seine Katze quält. Und so muss man mit denen auch umgehen.

    Die extreme Neonazi-Szene ist natürlich von einem ganz anderen Charakter, gegen solche verkommenen Subjekte, bei denen jegliche soziale Endwicklung schief ging. Da hilft dann nur noch Knast und im Knast Sozialisierungsstunden gemeinsam mit ganz normale Verbrechern.

  122. 122
    Allzweckreiniger

    Es ist mittlerweile wirklich affig, wie schnell man in diesem Land in eine rechte Ecke geschoben wird, wenn man nur den Hauch einer Kritik an unkontrollierter Immigration übt. Das Thema Wirtschaftsflüchtlinge und Kriegsflüchtlinge sowie die Unterscheidung dieser zwei Einwanderungsgruppen ist absolut wichtig.

  123. 123
    Michel

    @Allzweckreiniger: Du hast schon recht. Es wird extrem schwarz-weiß gesehen in dieser Diskussion und ein schönes Beispiel ist die Weißung Deines Beitrags hier im Blog. Das gilt aber für die ganze Diskussion: Jede Rede über Einschränkungen im Asylrecht wird rechts abgestempelt, jede Rede über Öffnung als links. Doofe Situation.

  124. 124

    @Michel: Wenn du über das Asylrecht nachdenken willst, schreib gerne soviel du magst dazu, am besten auf deinem eigenen Blog. Wenn du etwas zur oben gestellten Frage zu sagen hast, wie man hierzulande mit Rechtsextremismus umgehen sollte, dann geht das auch hier in den Kommentaren.

    Ganz klare und daher überhaupt nicht doofe Situation.

  125. 125
    Michel

    @Johnny Haeusler: True enough! Danke für die Klarstellung.

    Wobei die Frage, wie die Reaktion auf Diskussionen zur Asylpolitik aussehen, durchaus zur Thematik „Umgang mit Rechtsextremismus“ gehört.

    Ist es z.B. sinnvoll, jede Kritik an wasauchimmer direkt in eine Ecke zu rücken? Also, Kritik an der Flüchtlingsaufnahme in die rechtsextreme Ecke und andersherum Kritik an der Reaktion darauf in die linksextreme Ecke?

    Du schreibst ja selbst zu Recht „Man muss Respekt, Verständnis und Solidarität auch selbst erfahren, um diese Tugenden teilen zu können.“ Wenn nun jede auch nur ansatzweise rechts aussehende Aussage direkt in eine Ecke gestellt wird, ist das nicht Respekt oder Verständnis. Und ja, es gibt gemäßigte Rechte und in einzelnen Argumenten können die durchaus punkten. Ignorieren wir sie, versperren wir ihnen die Chance auf unsere(?) besseren(!) Argumente. :-)

  126. 126

    @Michel: Es rückt ja niemand jemanden in eine rechte Ecke hier, der nicht sowieso dort steht. Das Weißen hat mit „rechter Ecke“ nichts zu tun, sondern mit Ablenkung vom Thema. Zu dem wir ja dann getrost zurückkehren können.

Diesen Artikel kommentieren