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Auschwitz auf Facebook [Update]

Update Die Seite ist derzeit nicht erreichbar.
Update Jetzt aber doch wieder.

Nach einem YouTube-Kanal haben die für das Staatsmuseum Auschwitz zuständigen polnischen Behörden eine Facebook-Seite für das Museum gestartet.

Einer der Museumsbeauftragten, Pawel Sawicki, berichtete der BBC: „Wenn es darum geht, jüngere Generationen zu Verantwortlichkeit in der heutigen Welt zu erziehen, welche besseren Werkzeuge könnten wir dann benutzen, als diejenigen, die diese Generationen selbst verwenden?“

Auf der Facebook Seite finden sich Infos und Links zum Thema sowie ein Forum, in dem es derzeit um die Facebook-Seite selbst geht.

[Danke, Christoph!]

28 Kommentare

  1. 01
    cerkel

    Die Facebookseite ist wichtig, denn auch nachfolgende Generationen müssen sich immer wieder vor Augen führen, daß wir Deutschen allein in Auschwitz 4 Millionen Juden und andere Opfer vergast haben, insgesamt haben wir mehr als 6 Millionen Juden ermordet. Wir müssen unsere Schuld bekennen bis in alle Ewigkeit.

  2. 02
    Wedge Faraway

    Schade ist nur, dass das erste Kommentar jetzt alles nachfolgende an Reaktionen total versaut, da nun nur noch darauf herumgeritten wird, dass das mit den Deutschen von damals ja schon schlimm wäre, dass wir zeitlich später damit blablabla.

    Es ist fruchtlos. Grauenhaft wie doof sich nachfolgend so mancher geben wird, grundlegend Verantwortung ablehnend, so als ob man sich ein Hintertürchen offen halten möchte um vielleicht doch wieder in Zukunft Menschen bestimmter Gruppen maschinell morden zu können.

    „Waren wir ja nicht – was können wir denn dafür?“

    Dass es sich hierbei jedoch nicht darum zu scheren gilt, die Frage nach übertragbarer Schuld zu klären oder zu diskutieren lässt man gerne vergessen, viel zu gerne mag man doch jemanden wieder als Gutmenschen bezeichnen, sodaß man sich dann als zumindest „körperlich“ überlegen fühlen kann.

    Nach diesem Kommentar eben die Sintflut aus Unsinn und Geschacher darum, wer jetzt schuld ist oder ob womöglich Türken doch so etwas wie Juden sind (mein Zynismus ist leicht nachzuvollziehen, indem man zu Ende denkt, was meines Erachtens nach zu viele Kommentatoren immer wieder von sich geben; es könnte aber auch einzelne wenige sein, dafür fallen sie um so stärker auf).

    Zu dem Umstand dass Auschwitz nun auf Facebook als digitales Mahnmal wie auch Gedenkstätte verfügbar ist wünsche Ich mir nur folgendes hinzu: dass Deutsche sich ebenfalls zu dieser Gruppe begeben.
    Ich glaube nicht daran, dass man durch Kommunikation derartige Katastrophen der Menschlichkeit verhindern kann oder können wird, das nicht – Ich halte es jedoch für eine schöne Geste, wenn man sich hinstellt und sagt, dass man zwar nichts für dieses oder jenes kann, sich aber dennoch mit dem Thema auseinanderzusetzen bereit ist.

    Daumen hoch, Herr Haeusler – wenn Sie einen Point-Of-Fact- Artikel erzeugen, dann richtig. Freut mich.

  3. 03
    Jander

    @cerkel Ich habe niemanden vergast und mit Sicherheit auch keine Schuld an irgendeiner anderen Ungerechtigkeit des dritten Reichs. Aber als Deutscher trägt man Verantwortung dafür so zu leben und seine Kinder so zu erziehen, dass so etwas nicht mehr passieren kann/soll/darf. Dazu gehört selbstverständlich, dass die Erinnerung und Ermahnung auch in zeitgenössischer Form daher kommt; die Kinder müssen eben auch in ihrer Sprache auf ihren Medien angesprochen werden.

  4. 04

    @Wedge Faraway: Ich hatte den Kommentar, auf den du dich beziehst, schon gelöscht. Deinen kann ich natürlich bedenklos so stehen lassen — danke auch für die netten Worte am Ende, auch wenn ich nur den BBC-Artikel wiedergegeben habe.

  5. 05

    Bin ich der einzige, der die Funktion „Ein Fan werden“ in diesem Zusammenhang etwas merkwürdig findet?

  6. 06
    Markus

    @cerkel:

    > Wir müssen unsere Schuld bekennen bis in alle Ewigkeit.

    Die Nachkriegsgenerationen sind nicht schuld am Holocaust. Und werden es nie sein.

  7. 07
    Markus

    @geheim:

    Du wirst ja ein ‚Fan‘ des Memorials, nicht des Lagers an sich …

  8. 08
    Manuel

    @geheim
    Nein. Das erste was ich dachte war: „und wer wird ein fan?“ … finde ich auch ein bisschen merkwürdig …

  9. 09
    Alberto Green

    @geheim: Nein, bist du nicht. Wenn die jüngere Generation keinen anderen Zugang zu diesem unfasslichen Teil der Geschichte findet als über Facebook, haben wir was verbockt.

  10. 10

    FEHLERKOMMENTAR. Dürft ihr löschen …

  11. 11

    @geheim: Genau das habe ich auch gedacht, aber bislang nicht zu kommentieren gewagt. Je ernster jedoch die Themen auf Facebook manchmal werden, desto mehr sehne ich mich nach anderen Begriffen als „Gefällt mir“ und „Ein Fan von … werden“. Aber ob die Macher von FB sich über die problematische Semantik im Klaren sind?

  12. 12

    Bei mir führt der Facebook-Link auf die Facebook-Startseite. Wo finde ich die richtige Seite?

  13. 13
    Markus

    Die ‚Fan‘-Seite scheint wieder verschwunden zu sein?

  14. 14
    Jan(TM)

    @Maggi: Die deutsche Übersetzung ist Crowdsourced und damit aus Prinzip Müll.

  15. 15
    Tür

    @Markus
    Gelernt haben doch die wenigsten. „Jude“, „Judensau“ sind an dt. Schulen und auf der Straße längst wieder gängige Schimpfwörter.

  16. 16
  17. 17

    Der Guardian schreibt übrigens, dass die Seite wieder verschwunden ist. Ohne irgendeine Erläuterung: http://www.guardian.co.uk/world/2009/oct/15/auschwitz-facebook-page-taken-down

  18. 18

    @Marc (Webanhalter) Ich finde das besser so. FreundIn oder Fan von Auschwitz zu werden ist abartig. Eine komplett missglückte — wie soll man das nennen — Marketingaktion? Ich finde die ganze Story nur gruselig. Eigentlich Realsatire, wenn’s nicht so furchtbar geschmacklos wäre.

  19. 19

    @Ralf: Wie man sogar auf dem Screenshot oben erkennen kann, wird niemand „Fan von Auschwitz“. Sondern Fan des Museums, ein wichtiger Unterschied.

    Natürlich ist das Wording von Facebook, das evtl. zu Beginn nicht auf solche Seiten vorbereitet war, oft unglücklich, aber das kann man ja ggf. anpassen. Geschmacklos oder gar „abartig“ ist es in diesem Fall jedoch nicht.

  20. 20
    Markus

    @Johnny Haeusler:

    Genau. Und ich versteh‘ auch nicht wieso die Seite zurückgezogen wurde. War doch an sich eine gute Idee.

  21. 21
    Ralf

    @ Johnny Haeusler (19) Sorry, aber das finde ich haarespalterisch. Wie kann man Fan des Auschwitz Museums sein? Fantum bedeutet Party, Spaß, ich-will-auch-so-ein-T-Shirt…! Kommt als nächstes der Auschwitz-Museum-Rave? Ich bleibe dabei: daneben!

  22. 22
    Markus

    @Ralf:

    Uh, deine Aussage basiert auch Haarspalterei … dann benenn ‚Fan‘ mental in ‚Unterstützer‘ um?

    Die Idee an sich ist doch gut. Warum die jungen Leute nicht auf diesem Weg sensibilisieren?

  23. 23
    Ralf

    @Markus (22) Die können dann z.B. eine Glücksnuss verschicken, stimmt schon.

    Geht’s noch profaner?

  24. 24
    Markus

    @Ralf:

    Uh, Zusammenhang?

  25. 25
    Ralf

    @ Markus (24):
    Wenn ich das richtig verfolge, besteht Facebook zu 90% aus Gegruschel und mehr oder weniger unartikulierten Lebenszeichen. Glücksnuss verschicken ist eines davon. Nix dagegen einzuwenden. Ist halt irgendwie ne nette Party und manchmal sogar ganz interessant. Aber vielleicht nicht ganz der richtige Ort für den Holocaust.

  26. 26
    Markus

    @Ralf:

    Bist du auf Facebook?

    Und wo ist das Problem wenn dort auch seriöse Themen behandelt werden? Du kannst die ja ignorieren, wenn du lieber nur Glücksnüsse verschickst.

  27. 27
    Ralf

    @Markus (26)

    1.) Ja.

    2.) Ich verschicke grundsätzlich keine Glücksnüsse! :))

    Klar, kann ich ignorieren, was mir nicht gefällt. Ich darf mich aber auch dazu äußern.

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