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„Collateral Murder“: Der moderne Krieg

Wikileaks hat gestern unter dem Titel „Collateral Murder“ ein amerikanisches Militärvideo veröffentlicht. Die bisher geheimgehaltenen Aufnahmen zeigen den Tod mehrerer Iraker, darunter der Reuters-Photograph Namir Noor-Eldin. Das Video ist ein Dokument des modernen Krieges – und wirft Fragen nach dem Umgang mit dem alltäglichen Tod auf.

Die Aufnahmen zeigen einen Luftangriff auf eine Menschengruppe in Bagdad am 12. Juli 2007. Ein Helikopter schwebt über einem Platz, der von einer kleinen Menschengruppe überquert wird. Die amerikanischen Soldaten meinen, bewaffnete Aufständische zu sehen, bewaffnet mit AK47s und einer Bazooka. Einer meldet Schüsse. Die Helikopter-Besatzung fordert eine Einsatzerlaubnis an. „Request permission to engage“, heißt das in der militärischen Ausdrucksweise. Dann wird das Feuer eröffnet.

Einige Zeit später erscheint ein Minibus, dessen Insassen einen Verletzten aufsammeln, vermutlich Noor-Eldins Assistenten Said Chmagh. „Come on, let us shoot“, fordert einer der Soldaten ungeduldig von der Kommandatur, obwohl keine Bewaffneten in Sicht sind. Daraufhin wird der Bus ebenfalls beschossen.

Schließlich tauchen amerikanische Panzer auf. Als sie über einen am Boden liegenden Körper zu fahren scheinen, kommentieren die Soldaten im Helikopter das mit einem lapidaren Lachen. „Really? – Yeah“. Nachdem zwei Kinder aus dem Bus evakuiert wurden, schieben sie die Schuld an deren Verletzung auf die Iraker: „Well it’s their fault for bringing kids in to a battle.“


„Collateral Murder“ von sunshinepress auf Youtube.

Insgesamt starben bei dem Vorfall vor zwei Jahren mindestens elf Personen. Die beiden Kinder, die sich in dem zu Hilfe eilenden Minibus befanden, wurden verletzt. Warum die Gruppe beschossen wurde, ist nicht klar. Das amerikanische Militär behauptet, sich an die Regeln für den Einsatz („rules of engagement“) gehalten zu haben. Es gab zuerst an, alle Getöteten seien Aufständische gewesen, später hieß es, die Soldaten hatten auf Schüsse reagiert. Wie die Kinder verletzt worden seien, wisse er nicht, erklärte Major Brent Cummings schon 2007 in der Washington Post:

No innocent civilians were killed on our part deliberately. We took great pains to prevent that. I know that two children were hurt, and we did everything we could to help them. I don’t know how the children were hurt.

Wikileaks-Mitgründer Julian Assange hält diese Darstellung für falsch, das belege das Video. Schüsse von Seiten der Iraker sind darauf nicht zu erkennen. Und Assage meint, niemand würde sich in der Gegenwart zweier Apache-Helikopter ruhig verhalten, „wenn er eine Bazooka trägt und er ein Feind der Vereinigten Staaten ist“.

Die Aufnahmen weisen vielmehr darauf hin, dass es sich bei den Getöteten um Zivilisten handelte, eine Version, die auch die irakische Polizei von Anfang an vertrat. Doch was war dann der Grund für den Angriff? Die Soldaten könnten die Kameras, die Noor-Eldin und Chmagh trugen, für Waffen gehalten haben. Während der Videosequenz, in der sie von identifizierten Bewaffneten sprechen, liegt das Fadenkreuz auf dem Photographen und seinem Assistenten.

Wie Wikileaks an das Video gelangt ist, verriet Assange nicht. Nur so viel: Man habe es aus Militärkreisen erhalten und zuerst eine Verschlüsselung knacken müssen, um an das Filmmaterial zu gelangen. Zuvor hatte bereits Reuters versucht, die Aufnahmen von der Tötung seines Journalisten zu erhalten. Die Anfrage nach dem Informationsfreiheitsgesetz („FOIA request“) war allerdings am Widerstand des Pentagons gescheitert.

Die USA haben offensichtlich ein starkes Interesse daran, dass die Inhalte des Videos nicht publik werden. Immerhin wird darin deutlich, dass die Armee die Öffentlichkeit getäuscht hat, als sie von einem ordnungsgemäßen Einsatz sprach. Das, soviel ist nach diesen knapp 40 Minuten Film klar, ist unhaltbar geworden.

Julian Assange spricht im Interview mit Russia Today sogar von „Kriegsverbrechen“. Und dabei handele es sich nicht um einen Einzelfall – jeglicher Beschuss sei mit der Kommandatur abgesprochen. „The problem is not just a few […] pilots. This is a systemic problem at the company level and in the rules of engagement.“

Systematische Kriegsverbrechen durch die US-Armee im Irak also? Das ist, so ehrlich muss man sein, nichts Neues. Und bisher hatte die Wahrheit mit dem Pentagon hart zu kämpfen. Selbst in den größten Skandalen – man erinnere sich an Abu Ghreib – wurden lediglich einzelne Soldaten verurteilt. In den meisten Fällen beharrt die Armee darauf, dass ihre Angehörigen richtig gehandelt haben – seien es die tödlichen Schüsse auf den Befreier von Giuliana Sgrena oder die auf den Journalisten Terry Lloyd.

Kann wenigstens im Fall von Noor-Eldin und Chmagh und den anderen Getöteten ein Beweisvideo für das Sorgen, was man gemeinhin Gerechtigkeit nennt? Immerhin ist seitdem eine andere Regierung in den USA an die Macht gekommen, und Barack Obama hat „change“ versprochen. Aber der Militärapparat ist starr und nicht von heute auf morgen gewandelt. So ist der Leak von Assange und Co. ein Ansatzpunkt, aber wirkliche Hoffnung auf eine Aufarbeitung der tödlichen Schüsse sollte man sich nicht machen.

Abseits des juristischen gibt es allerdings noch einen Grund, warum man sich wünschen sollte, dass „Collateral Murder“ Tiger Woods und seine Affären von den Schlagzeilen verdrängen kann. Nichts zeigt das besser als die Berichterstattung der Washington Post nach dem ursprünglichen Vorfall. Zwar war dieser der Zeitung immerhin einen Bericht wert. Aber der hält sich ganz an das, was das Militär sagt. Schon die einleitende Beschreibung ist ganz von amerikanischen Soldaten übernommen:

U.S. soldiers in eastern Baghdad clashed with Shiite militiamen on Thursday, leaving at least 11 Iraqis dead and an unknown number injured, including two children hit by shrapnel from a U.S. helicopter attack, according to American soldiers who took part in the mission.

Das Bild, das die amerikanische Bevölkerung vom Krieg ihrer Regierung im Irak hat, stammt aus Medien, deren Arbeit geprägt ist durch „embedded journalism“ und eine besonders anfangs unisono geäußerte Unterstützung für den Angriff. Rohmaterial wie das, was Wikileaks nun veröffentlicht hat, kann diese Mauer der Verfälschung durchbrechen und ein wirklicheres Bild der Situation im Irak vermitteln.

Das Video enthält, wie Julian Assange sagt, vieles von dem, was modernen Krieg ausmacht. So zeigt es das zutiefst asymmetrische Verhältnis zwischen den Piloten und Personen am Boden. Aber am eindrucksvollsten ist es als Abbild der moralischen Deformation der Soldaten. Oder, wie Assange es nennt, ihrer „Entwürdigung“.

Die Kommentare der Helikopter-Besatzung könnten genauso gut von einer Bande CounterStrike spielender Jugendlicher kommen. Es scheint, als sei der Krieg für sie wie ein Videospiel, bei dem es darum geht, durch das Abschießen von Gegnern eine möglichst hohe Punktzahl zu erreichen. Sie freuen sich über gelungene Schüsse – „nice. good shoot’n. – thank you“ – und wirken geradezu ungeduldig, wenn sie auf den Befehl zum Töten warten.

Eingeschworen darauf, dass es sich bei den Menschen dort unten um ihre Feinde handelt, schweben sie über dem Geschehen. Wen sie beschießen, sehen sie nur auf einem Bildschirm. Gesichter kann man darauf nicht erkennen, die Personen am Boden sind aus dieser Perspektive genauso virtuell und anonym wie gegnerische Avatare in einem Videospiel. Dabei bleibt es unverzeihlich, aber natürlich gewollt, dass diese jungen Amerikaner ihre Situation nicht durchschauen, sondern genau so annehmen.

In einer Szene kriecht eine getroffene Person verwundet über den Boden, vermutlich ist es Said Chmagh. Die Soldaten feuern ihn an, endlich eine Waffe zu nehmen. Warum? Weil sie ihn dann erschießen dürfen, das sagen die „rules of engagement“. Töten als Teil eines Spiels – mit einfachen Regeln und scharfen Waffen.

88 Kommentare

  1. 01
    daniel

    Was ich nicht verstehe, ist wieso nicht mal jmd. abschaetzt wie weit der Hubschrauber entfernt ist um mal zu schauen was man da mit Fernglas erkennen kann. Meiner Einschaetzung nach kann man auf eine Entfernung, bei der man mit MG schiesst, erkennen welche Marke der UV Filter auf dem Objektiv hat.. Fuer mich wirkt deshalb das ganze Gespraech insziniert, damit die Tonaufnahme alleine als Rechtfertigung dienen kann. Aber vielleicht verschaetz ich mich da auch total.

  2. 02
    Namen, hui =)

    Die Frage ist natürlich auch, vom Thema abgerückt, wie sich diese seriösen Medien über 24 Stunden Zeit lassen können, um dann von Qualitätsjournalismus sprechen. Fefe hat in seinem Blog sieben Stunden Wartezeit (nach Vorstellung des Videos) schon kritisiert. Gut, das liegt vielleicht noch im Rahmen. Aber DANN, gerade bei so groß angekündigten Ereignissen, müsste es doch mal losgehen. Aber dann noch von WikiLeak ohne S zu schreiben… wow, da fehlen mir die Worte. Man bekommt wirklich den Eindruck, daß derlei Themen einfach unerwünscht in der Presselandschaft sind. Bei der „Kunduz-affäre“ gab es ja auch erst ein langatmiges Vorspiel, bis alle da mal was gebracht haben. Ist das so eine Art Aufwärmphase, wo alle abschätzen müssen, wie groß die Sache ist, oder ob sie das überhaupt bringen dürfen, damit die jeweilige Regierung auch weiter Kaffee und Kuchen bei der Pressekonferenz bereit hält, oder sind die ohne Witz dermaßen langsam? Zur Befreiung des gekaperten Frachtschiffes brachten übrigens so ziemlich alle gleichzeitig was, großteils in wortgleichen Artikeln. Warum? Weil das vorgedruckte Mitteilungen von einer Agentur waren. Journalismus adé!

  3. 03

    @daniel:

    [quote]
    In der Long Version sieht man durch diverse Zooms der Kamera das der Heli weiter weg ist(gerade am ende bei den Hellfire Einschlägen).
    Wenn man den Zeitunterschied zwischen Knall das Gewehres und dem Einschlag der Geschosse nimmt und und weiß das das Geschoss 800m/s fliegt kommt man da auf min. 1600 m Entfernung ( eher weiter ).
    [/quote]

    gefunden in den Kommentaren von http://www.netzpolitik.org/2010/wikileaks-veroeffentlicht-us-militaer-video-aus-dem-irak/#comments
    gepostet von „strandmatte89“

    für was dient die Tonaufnahme als Rechtfertigung?

  4. 04
    Die Japaner

    Endlich mal ein handfester Beweis dafür, was dieser Krieg ist: ein Verbrechen. Ich bin schon gespannt, wie unsere ach so liberale Gesellschaft darauf reagiert und wie Obama die ganze Sache handhaben wird.

  5. 05
    Die Japaner

    @Namen, hui =): den „Qualitätsjournalismus“ macht unter anderem auch eine wahrheitsgemäße Berichterstattung aus. Man muss doch zuerst alles prüfen, bevor man es in der Tagesschau zeigt oder in die Tageszeitung druckt. Man nennt es die Sorgfaltspflicht.

    Die Menschen sind heutzutage so ungeduldig, dass sie lieber einem halberdachten Tweet glauben, als einem gut recherchierten Text im Printmedium, der etwas später kommt.

  6. 06
    Frédéric Valin

    @Namen, hui =): Erstens: Das Ereignis fand vor fast drei Jahren statt.

    Und zweitens: Warum sollte darüber sofort und auf der Stelle berichtet werden? Weil wikileaks das so will? Schneller heißt nicht besser, sonst würde es besser heißen.

  7. 07
    daniel

    @maradatscha: Bei frueheren „Beweisfuehrungen“ wurden nur die Tonaufnahmen veroeffentlicht. Das haette hier auch funktionieren koennen. Vielleicht wissen die Soldaten auch nicht, wer sonst noch mithoehrt. Mir faellt nur auf, dass die Tonaufnahmen alleine zumindest den ersten Angriff rechtfertigen koennen.

    Ich weiss ja nicht ob die auch nur das Video bzw. dessen Bild hatten. Wuerde mich aber wundern – der Apache ist doch der mit den vielen Glas um das Cockpit.

    Hier reicht ein 200mm Objektiv um in einen Kilometer zweifelslos genug erkennen zu koennen um eine Waffe von einer Kamera zu unterscheiden. Fuer genauere Tests fehlen mir Hubschrauber und Feldstecher.

  8. 08
    Frank

    @Frédéric Valin: „Warum sollte darüber sofort und auf der Stelle berichtet werden? Weil wikileaks das so will?“

    Was veranlasst dich zu der Annahme, dass Wikileaks sofortige Berichterstattung will (anstelle sorgfältiger journalistischer Arbeit)?

  9. 09

    Bin Ich der einzige, dem dieser Satz recht sauer aufstösst?
    „……von einer Bande CounterStrike spielender Jugendlicher……“
    Warum nicht gleich „Eine Horde“, „eine Gang“ oder „einige Gettokids“.
    Dafür gibts von Mir weissgott ein dickes, entäuschschtes *Kopfschüttel*

    Greets

  10. 10
    Jonathan

    Ich finde es vor allem schlimm, dass das Thema von den großen US-Medien so totgeschwiegen wird. Hoffentlich taucht das da auch noch in großem Format auf.

    Immerhin steht es hier: http://www.nytimes.com/2010/04/06/world/middleeast/06baghdad.html?hp

    @09 Na komm man muss ja nicht bei jedem Wort gleich aufschreien, dass CounterStrike negativ dargestellt wird. Wenn ich mit meinen Kumpels früher gezockt hab, dann waren wir schon eine Bande ;)

  11. 11
    Procul Harum

    In so einem Krieg immer die richtigen zu treffen, ist praktisch unmöglich. Und daran schuld ist nicht bloß das abgrundtief böse Yankee-Cowboy-Fußvolk des großen Satan, sondern auch die heimtückischen Terrorbrigaden, die gar keine moralischen Grenzen haben.
    Die Burschen tragen Alltagskleidung und schnallen auch schon mal Bomben an Kinderleiber, um sie auf irgendwelchen Märkten zu zünden.
    Das sollte man sich auch mal vor Augen halten.
    So viel schon mal vorweg an den den Kommentarbereich natürlich wieder flutenden wohlfeilen Antiamerikanismus.

    Aber ich schätze mal, vergebliche Liebesmüh´. Ressentiments suchen sich selber ihre Bestätigung.

  12. 12

    @maradatscha: Zur Entfernung der Helikopter.

    Hier

    http://gawker.com/5510094/wikileaks-video-demonstrates-conclusively-that-innocent-people-get-killed-in-wars

    schreibt jemand in einem Kommentar:

    „A detail for those who haven’t seen these kind of videos before: the readout on the bottom of the Apache’s screen gives a bunch of different info. The number to the center lower left is meters from the target. The number when they open fire is 671. So 671 meters, almost a half mile, pretty far beyond the effective range of an AK47 or most RPGs. Those guys likely had no idea the helicopter was even there.“

  13. 13
    Simon Columbus

    @Procul Harum

    das hat mit antiamerikanismus nichts zu tun. die soldaten wurden nicht angegriffen und haben eindeutig auf unbewaffnete zivilisten (spätestens bei dem minibus der fall) geschossen. das ist ein kriegsverbrechen.

    und da gibt es keine abwägung und darf es auch keine solche geben: das erschießen von personen auf verdacht und ohne aggression kann niemals gerechtfertigt sein.

  14. 14
    simon

    Bei welcher Zeit fährt denn ein Auto über leichen ?
    ist das nur auf dem 39min-Video oder auch auf dem kurzen ?

  15. 15
    Sebastian

    Schießen auf Autos die Verletzte abtransportieren?
    Ich kann gar nicht so viel essen wie ich kotzen möchte :-/

  16. 16
    Frank

    @Frank: Ich habe gerade das Küchenradio-Interview mit Daniel Schmitt gehört und mir ist jetzt klar, dass (und auch warum) Wikileaks ein Interesse daran hat, dass möglichst verzögerungsarm über das Video berichtet wird. Wenn das Material schnell einer großen Öffentlichkeit bekannt gemacht wird, bleibt weniger Zeit für die zuständigen Stellen der USA, darauf zu reagieren und die extrem negative Öffentlichkeitswirkung zu neutralisieren. Aus dem Interview mit Julian Assange wird ja auch deutlich, dass Wikileaks für seine Veröffentlichungen eine möglichst große politische Wirkung anstrebt. Und ich kann diese Haltung durchaus nachvollziehen.

    Der Horror des Krieges und die menschlichen Tragödien bleiben im Diskurs, etwa zum Krieg in Afghanistan, leider viel zu oft unberücksichtigt. Das natürliche Entsetzen, die persönliche Betroffenheit – all die moralischen Signalgeber, die uns im echten eigenen Leben gute Dienste leisten, werden so im ganz großen Maßstab ausgeblendet. Nur so können Kriege wie im Irak oder in Afghanistan, aber auch anderswo, überhaupt geführt werden.

  17. 17
    Kreuzwortfeuer

    Am interessantesten ist nach wie vor die Frage: Wie sind die Rules of Engagement für so eine Situation.

    Ein weiterführender Link:

    http://kreuzwortfeuer.wordpress.com/

  18. 18

    Darüber zu diskutieren und vor allem seine Meinung zu schreiben ist ja gut und richtig/wichtig, aber muß das Video unbedingt sein?

  19. 19
    michael

    Ich stimme der Einschätzung größtenteils zu, finde aber, dass im Artikel ein zwei Worte zum weiteren Kontext fehlen.

    Die Helikopter wurden von unter Beschuss geratenen Bodentruppen (die man dann am Ende des Videos auch sehen kann) angefordert, die Bodentruppen waren bei der ganzen Sache wahrscheinlich nur ein paar hundert Meter (vielleicht ein viertel Kilometer) vom Ort des Geschehens entfernt.

    Man kann im Video tatsächlich erkennen, dass zumindest zwei Männer (nicht die beiden Journalisten mit ihren Kameras ganz am Anfang des Videos) irgendwelche länglichen Gegenstände tragen. Seht euch mal die Gruppe von Menschen zwischen 3.40 und 3.50 im YouTube-Video an. Was genau die da tragen kann ich beim besten Willen nicht erkennen. Am Ort des Geschehens wurde später auch eine RPG gefunden. Es ist also tatsächlich nicht ganz auszuschließen, dass in der Nähe der Journalisten tatsächlich auch ein bis zwei, höchstens wahrscheinlich drei bewaffnete Personen waren.

    Soviel nur an zusätzlichen Kontext, ich finde aber nicht, dass das an der Bewertung unbedingt sehr viel ändert.

  20. 20
    Pacman

    Hm irgendwie das traurigste was ich je gesehen hab glaub ich. Als würden es keine Menschen sein… *Kopfschüttel*
    Vermutlich nur eins von vielen Beispielen, die es mal an die Öffentlichkeit schaffen und wir machen mit… yeah.
    mfg

  21. 21

    Hallo?
    Leute….ist es denn wirklich neu das in Kriegen Menschen sterben,das Kriege grausam sind,ungerecht,das am wenigsten die Politiker darunter leiden die Kriege führen…wie weit seid ihr /sind wir schon abgestumpft das wir glauben töten vom Menschen egal ob Soldaten oder nicht Soldaten wäre gerechtfertigt oder irgendwie zu rechtfertigen…
    Kriege wird es immer geben und je mehr Waffen wir produzieren werden,desto mehr Menschen werden durch diese Waffen blutig sterben.

    Nur eine Welt ohne Waffen wäre eine friedlichere Welt und selbst da würde es dann Schlägereien geben…und bei diesen wahrscheinlich blutige Nasen und davon dann wahrscheinlich videos auf yt und in den comments einen Aufschrei darüber das der andere viel kleiner war oder nur einen Arm hat und das deshalb nicht geht…

    Gewalt ist nicht gerecht egal ob institutionalisiert oder nicht.

  22. 22
    sphinx

    @Kreuzwortfeuer: Wirklich? Du siehst, dokumentiert in einem Video, wie eine Gruppe von Menschen im Kugelhagel stirbt und zwei Kinder verwundet werden, und „am interessantesten“ erscheint dir die Frage: „Wie sind die Rules of Engagement für so eine Situation?“

    @Pacman: Geht mir ähnlich, mir kamen die Tränen. :(

    @Herr guenni: Wow! Dir ist schon bewusst, wie schizophren dein Kommentar klingt, oder? Oder ist das einfach pure Resignation?

  23. 23

    @sphinx: schizophrene resignation..nee ma ehrlich natürlich ist es schlimm was da zu sehn ist,aber jedem normalem menschen ist doch klar das krieg so ist…oder etwa nicht?

  24. 24
    sphinx

    @Herr guenni: Ja, dass Krieg grausam ist, ist allgemein bekannt. Das ändert doch aber nichts daran, dass jeder grausame Einzelfall zu Recht Entsetzen hervorruft. Wenn die Grausamkeit enden soll, dürfen wir sie nicht gleichgültig hinnehmen.

    Ich bin mir aber ehrlich gesagt nicht ganz sicher, ob wirklich jedem klar ist, was Krieg wirklich bedeutet, und ich schließe mich da ausdrücklich mit ein. Ich habe nie persönlich Krieg erlebt. Krieg erreicht mich als Meldung der Form „Pakistan: 21 Tote bei Gefechten“, als Computerspiel „Call of Duty“ oder als Politikerphrase von der „Sicherung des Wiederaufbaus“.

    Ältere Generationen haben Krieg noch selbst erlebt. Nach dem ersten Weltkrieg hieß es: „Nie wieder Krieg!“ ( http://de.wikipedia.org/wiki/Friedensbund_der_Kriegsteilnehmer#.E2.80.9ENie-wieder-Krieg.E2.80.9C-Bewegung )
    „Nie wieder Krieg!“ – Das war auch der starke Konsens nach dem zweiten Weltkrieg. Die Menschen wussten aus eigener Erfahrung, was Krieg bedeutet.

    Und heute? Wenn uns die Grausamkeit des Krieges wirklich bewusst ist, wie kommt es dann, dass wir Krieg, etwa im Irak, tolerieren? Wie kann es sein, dass wir deutsche Soldaten nach Afghanistan schicken um dort selbst Krieg zu führen?

    Die CIA gibt uns in dem kürzlich öffentlich gewordenen Memo, das bei Wikileaks zu finden ist ( http://file.wikileaks.org/file/cia-afghanistan.pdf ), eine Teilantwort: „Public Apathy Enables Leaders To Ignore Voters.“
    Mehr Empathie hilft gegen Apathie.

  25. 25
    Martin

    Ja, das ist erschütternd. Und das sind wir. Wir sind die, die erschossen werden, und wir sind die, die schießen. Wir sind Menschen. Und wenn man uns eine MG oder ein IPad in die Hand drückt, dann legen wir los.
    Aber dennoch: Wenn wir nicht an das Gute in uns selbst glauben, haben wir bereits gefehlt. Man muss es zumindest probieren.Welche Hoffnung hätten wir sonst?
    Jemanden in dieser Situation einfach zu erschiessen, ist m.E der gleiche Impuls, denen wir auch tagtäglich nachgehen, wenn wir Menschen verachten, weil z.B. dick sind oder Juden.

  26. 26
  27. 27
    Klaus

    @daniel: Du hast keine Ahnung von der Optik und der Reichweite der maschinenkanone (nix mg) an Board eines Apache hubschraubers.

  28. 28
    Procul Harum

    @Simon Columbus:
    Sehe ich ähnlich. Der Umstand allerdings, dass hier keine Meldung kommt, wenn in Pakistan Taliban ein amerikanisches Konsulat stürmen und dabei immerhin 50 Menschen sterben, wirft ein differenziertes Licht auf diese Meldung.
    Es ist Krieg und dabei kommt es zu Verbrechen, gerade in so einem Krieg gegen nichtstaatliche Freischärler in Jeans und Flipflops, die Heimtücke als Waffe einsetzen.

    Als Propaganda können auch einseitige Meldungen gelten. Man liest hier monatelang nichts über den Krieg gegen zu allem bereite Fanatiker.
    Dann kommt das hier aus offenbar ja heiterem Himmel.

  29. 29
    Nils

    Jede Berichterstattung ist einseitig. Das Video von WikiLeaks ist ebenfals einseitig, polemisch und zielt auf Mitgefühl für die zivilen Opfer ab. Es ist traurig was passiert ist, keine Frage. Nur hat sich schon mal jemand Gedanken gemacht was der Krieg aus den Soldaten macht? Wie würdet ihr entscheiden wenn ihr Verantwortung für euch, euren Co-Piloten und den Flügelmann so wie ein paar Millionen US Dollar Kriesgerät hättet und ihr seid in einer unklaren Gefechtssituation? Würdet ihr darauf warten als erstes beschossen zu werden oder wäre euch euer Leben wichtiger als das des Unbekannten? Findet ihr es richtig aus einem sicheren Stuhl heraus über Menschen in lebensgefährlichen Situationen zu urteilen ohne die Fakten zu kennen? Ich finde es erbärmlich wie sich viele auf solche grausamen und in keinster Weise aufklärenden Videobeweise stürzen und Urteile fällen. Die rege Teilname beweist doch nur das ein solches Video lediglich die morbide Neugier am Krieg entfesselt. Und ja ich habe mir die Tötungszenen nicht angesehen, nach der ersten Minute war klar worauf das Video abziehlt. Abgesehen davon wissen Reporter um das Risiko in einem Kriesengebiet und können entscheiden ob sie dieses eingehen oder nicht. Das wirft auch die Frage auf: Sind die Reporter für den Tod der Zivilisten verantwortlich, weil sie, getrieben von der Gier nach sensationellen Bildern, wissentlich gefährlich unklare Situationen verursachen?

  30. 30
    daniel

    @Klaus: Ich hab in der Tat keine Ahnung von Waffen. Aber wenn der Apache wirklich keine technische Moeglichkeit an Board hat um aus 700m Entfernung eine Waffe von einer Kamera zu unterscheiden, wuerde mich das schon sehr wundern.

  31. 31
    Frédéric Valin

    @Frank: Wikileaks bestimmt den Zeitpunkt der Veröffentlichung. Nicht aus bösem Willen oder dergleichen, aber sie sagen, wann was passiert.

  32. 32
    mackenzen

    @Procul Harum: ‚Heimtücke‘

    nee natuerlich ist modernste kriegstechnik und immer schoen von oben gps helikopter und luftwaffen gestuezt nicht so heimtueckisch wie flippflopps und jeans: ja ja schon klar diese boesen miesen hinterhaeltigen einheimischen terroristen: selbst schuld dass sie keine ‚hellfire‘ raketen haben! ich finde du solltest mal sammeln gehn und denen was zukommen lassen: damit die sache gerechter wird! aber das ist natuerlich reiner antiamerikanismus von mir…

  33. 33
    mackenzen

    @Procul Harum: ‚zu allem bereite Fanatiker‘

    jau die gibt es in deiner welt natuerlich nur auf der einen seite! kapitale westliche fanatiker die zu allem bereit sind gibt es nicht: die sind alle nur total aufgeklaert und total vernuenftig!

  34. 34
    cmi

    @Nils: Ja richtig, das Video ist einseitig und die Vorworte usw. tragen einen nicht unerheblichen Teil dazu bei. Vielleicht war der Apache vorher beschossen worden o.ä. wer weiß das schon. Und ja, vor 3 Jahren haben im Irak die Nerven sicherlich blank gelegen und eventuell wollte man es „denen“ (denen man scheinbar so hilflos ausgeliefert ist/war wie die BW seit geraumer Zeit im Kunduz, wodurch evtl. auch manche „Unfälle“ resultieren) auch mal zeigen. Was ich dabei aber so erschreckend finde sind die Sprüche (ok, einen Hang zum morbiden Humor haben wohl alle Soldaten im Krieg) und die „Schießgeilheit“. Das zweite Besatzungsmitglied (evtl. der Bordschütze? kenne mich mit der Arbeitsteilung an Bord von so nem Hubschrauber zugegebenermaßen nicht aus ;)) bettelt ja geradezu darum (noch mal) zu ballern.

    Gegen Ende deines Kommentars wirst du aber trotzdem etwas „seltsam“. Du hast das Video also abgesehen von der ersten Minute nicht gesehen (bzw. evtl. durchgeskippt). Und du tust die Tötung der Journalisten nicht nur sehr abgeklärt (fast schon zynisch) ab, sondern erlaubst dir sogar noch einen Vorwurf ihnen gegenüber, das sie es gewagt haben mit Kamera und Zoom durch die Straßen zu laufen, begleitet von Einheimischen? Wäre besser gewesen an Bord der Bradleys mitzufahren wie die ganzen anderen Journalisten, oder? Ist dann halt etwas einseitiger die Berichterstattung, aber wayne.

    edit: Irgendwie ist die Zählung beim Zitieren nicht mehr so ganz passend. Gelöschte Kommentare? :)

  35. 35
    Procul Harum

    @mackenzen:
    Siehste, ich kenne meine Pappenheimer ;-) Damit hast du eigentlich schon wunderschön verdeutlicht, worum es bei solchen Meldungen v.a. geht: Seht her, die miesen Kapitalistenschweine erschießen unschuldige Menschen ! Was die anderen machen ist egal.

    WER was macht, ist bei Leuten mit Ressentiments entscheidend. Es geht also nicht darum, dass unschuldige Menschen erschossen werden, sondern dass böse Amis, also das Kapital nich wahr, unschuldige Menschen erschießen.

  36. 36
    Simon Columbus

    @Procul Harum:

    es ist richtig, dass ich hier nicht über einzelne angriffe, ob von der us-armee, pakistanischen milizen oder irakischen aufständischen verübt, berichten werde. genau ein solcher bericht ist dieser artikel allerdings auch nicht.

    ich habe über dieses video als „dokument des modernen krieges“ geschrieben, das einen einblick darin gibt, was hinter den (toten-) zahlen vorgeht, die in den nachrichten berichtet werden.

    und ohne etwas versprechen zu können: sollte mir ein video irakischer aufständischer unterkommen, das mich beeindruckt, werde ich natürlich auch darüber schreiben.

  37. 37
    mackenzen

    @Procul Harum: du kennst garnix ausser deinem kleinen horizont! ich hab mir das video nich eine sekunde angeschaut ich schau mir eh keine dummen ruckelfilmchen im internet an! ich schau auch keen fernsehn… man erkennt den wahnsinn jedes krieges jedes fundamentalismus oder man erkennt ihn nicht! es geht mir nicht um kapitalistensschweine es geht mir nicht einmal um ’schuldige‘ oder ‚unschuldige’… es geht mir um das leben von menschen und um das leben des menschen! du denkst du kennst ‚deine pappenheimer‘ und siehst den gigantischen pappenheimer der du selbst bist nicht! was ‚die anderen machen ist egal‘ -aeh- is ja schoen wenn du in die ‚einen‘ und die ‚anderen‘ aufteilst! wirf das aber nicht anderen voellig sinnbefreit vor nur weil du aus deiner eigenen schwanz-weiss-denke -aeh- schwarz-weiss-denke nicht raussiehst…

  38. 38

    @Sphinx: Ja, diese Frage ist tatsächlich interessant. Der Krieg wird nunmal geführt. Wenn es keine genauen Regeln für die Soldaten gibt, werden Fälle wie der im Video gezeigte zum Nromalfall, weil es überhaupt keine Hemmschwelle gibt. Natürlich können die Soldaten die „Rules“ auch einfach ignorieren, wie sie es in diesem Fall offenbar getan haben. Aber immerhin gibt es die Regeln, und von vielen werden sie auch befolgt. Die Tatsache, dass diese Soldaten nicht nur die Rechte der Irakis (nämlich deren Recht auf Leben), sondern auch ihre eigenen Einsatzregeln verletzt haben, macht das Vergehen ja noch schwerwiegender.

    http://kreuzwortfeuer.wordpress.com/

  39. 39
    Simon Columbus

    @mackenzen: beruhig dich mal ein wenig. das geht auch sachlich.

  40. 40

    @Simon Columbus:

    Wie definierst Du denn da „Video was mich beeindruckt“?

    Eine Autobombe die auf einem Marktplatz explodiert und lauter Leute in den Tod reisst weil sie halt gerade beim Einkaufen waren? Das innere eines Transportwagens wo eben noch Soldaten auf einer Routinefahrt lachend davon erzaehlten wie sie sich darauf freuen naechste Woche ihre Frau/Freundin/Kinder wiederzusehen, aber jetzt nur noch zerfetzte Koerper und Blut zu sehen sind nachdem neben ihnen eine „IED“ explodiert ist? Ein explodierender Hund/Esel/anderes Tier das mehrere Menschen die zufaellig (oder weniger zufaellig, weil der Aufstaendische mit dem Fernzuender auf sie gewartet hat) an ihm vorbeigehen in Stuecke reisst?

    Wuerde mich nicht wundern wenn es davon genug im Internet zu finden gibt, wenn man nur an den richtigen Stellen sucht. Denn auch das ist moderner Krieg, so viel hat sich das in den Jahrhunderten auch nicht geaendert. Menschen toeten Menschen mit den verschiedensten Techniken und Taktiken, nicht mehr, nicht weniger. Mal mehr High Tech, mal weniger.

    Brauchst Du wirklich ein Video dafuer um darueber zu schreiben? Mir wuerde die Vorstellung von dem was ich oben an Beispielen beschrieben habe reichen.

  41. 41
    Steffen

    @Nils: Schau dir mal die lange Version an. Da ist nichts polemisch oder einseitig, es wird lediglich 38 Minuten lang gezeigt, was die Kamera des Helis aufgezeichnet hat.

  42. 42
    sphinx

    @Nils: „Das Video von WikiLeaks ist ebenfals einseitig, polemisch und zielt auf Mitgefühl für die zivilen Opfer ab.“
    So was aber auch! Wo kommen wir denn da hin, wenn Mitgefühl plötzlich eine Rolle in der öffentlichen Wahrnehmung von Krieg spielt? Am Ende glaubt noch jemand, Mitgefühl wäre bei Entscheidungen über Leben und Tod ein zulässiger Faktor.

    „Nur hat sich schon mal jemand Gedanken gemacht was der Krieg aus den Soldaten macht?“
    Ja, darüber haben sich schon ziemlich viele Leute Gedanken gemacht, wie auch etlichen Reaktionen auf dieses Video (nicht unbedingt hier bei Spreeblick) zu entnehmen ist. Mitgefühl mit den Opfern schließt doch Mitgefühl mit den Soldaten nicht aus.
    Wer in diesem Videos nur wahlweise eine Verunglimpfung der USA oder die Bestätigung des Bildes des schießwütigen, kaltblütigen Soldaten sehen kann, sollte sich mal fragen, welche Vorurteile ihn in diese eingeschränkte Sicht zwingen. (Das geht insbesondere an dich, Procul Harum.)

    „Die rege Teilname beweist doch nur das ein solches Video lediglich die morbide Neugier am Krieg entfesselt.“
    Vielleicht deutet die rege Teilnahme auch auf eine rege Anteilnahme an menschlichen Schicksalen hin. Vielleicht lassen sich viele einfach darauf ein, Mitgefühl zu empfinden. Zugegeben: Bei etlichen Kommentaren habe ich auch einen anderen Eindruck.

    „Das wirft auch die Frage auf: Sind die Reporter für den Tod der Zivilisten verantwortlich, weil sie, getrieben von der Gier nach sensationellen Bildern, wissentlich gefährlich unklare Situationen verursachen?“
    Da fehlen mir fast die Worte. (Die Antwort ist übrigens: Nein!) Vielleicht hättest du dir das Video doch besser mal ansehen sollen, bevor du so einen Unsinn von dir gibst.

  43. 43
    Ralph

    Dieses Video muss viral werden! Jetzt muss Web 2.0 und Social Web zeigen, was wirklich in ihm steckt. Zwingt die Mainstream Medien zur Schlagzeile! Sendet das Video an Obama und Merkel.

  44. 44
    cmi

    @Ralph:

    Das Video ist doch schon recht verbreitet: SPON, ZEIT, Welt, Guardian (und sicherlich auch noch mehr) berichteten darüber. Zum Teil ernsthaft, zum Teil klicksheischend. Mangels TV weiß ich nicht inwiefern bei Tagesschau o.ä. darüber berichtet wird/wurde. Müsste ja gestern gewesen sein, da es vorgestern abend veröffentlicht wurde.

  45. 45
    Chr

    @michael: Ich finde es für meine persönliche moralische Bewertung der Erschießungen nicht entscheidend, ob Einzelpersonen in der Menschen- ansammlung bewaffnet gewesen sind. In eine Gruppe mehrheitlich Unbewaffneter mit einer (!!!)30mm(!!!)-Bordkanone derart zu ballern und dies auch noch zu feiern, ist …

    Dennoch möchte ich noch einmal auf folgendes hinweisen:
    #751397: Man kann im Video tatsächlich erkennen, dass zumindest zwei Männer (nicht die beiden Journalisten […]) irgendwelche länglichen Gegenstände tragen. Seht euch mal die Gruppe von Menschen zwischen 3.40 und 3.50 im YouTube-Video an. […]

    Wenn man sich das Video genau anschaut, sieht man zwischen Minute 3.39 und 3.50 deutlich, dass zwei Männer bewaffnet sind. Einer mit einer gewehrartigen Waffe – Martinez zufolge eine AK-(47-)Variante -, der andere selbst für mich als einen Laien erkennbare Panzerabwehrwaffe RGP-7, so wie es der Hubschrauber-Pilot erkannt haben wollte.

    Dazu sollte man folgendes (via Freitag.de – update 34) unbedingt lesen.

    Martinez dazu:
    At 3:39, the men central to the frame are armed, the one on the far left with some AK variant, and the one in the center with an RPG. The RPG is crystal clear even in the downsized, very low-resolution, video between 3:40 and 3:45 when the man carrying it turns counter-clockwise and then back to the direction of the Apache.

    Das lässt sich nicht abstreiten, es sei denn, man hat komplett Tomaten auf den Augen und ist – allein und nur – wegen der Darstellung von Wikileaks ein echtes Problem… Nicht jedoch für eine moralische (ggf. auch kriegsvölkerrechtliche) Bewertung eines solchen Beschusses in eine größtenteils unbewaffneten Menschenmenge und unabhängig von Vor-Ort-Kriegshandlungen oder Selbstverteidigungsmaßnahmen.

  46. 46
    michael

    @Chr: Wie man das ganze veröffentlicht hat halte ich für ein großes Problem. Es sind eben nicht alle ganz klar unbewaffnet — das entschuldigt nicht das Verhalten der Verantwortlichen aber es macht es jedem sehr leicht die Aufregung über das Video als übertriebene Hysterie abzutun, immerhin wurde es zusammen mit Unwahrheiten veröffentlicht. Kein kluger Schachzug, so sollte das nicht laufen.

  47. 47
    mackenzen

    @Simon Columbus: wie meinst du das ’sachlich‘?! so wie du es als ’sachlich‘ empfindest?! findest du es sachlich wie procul harum ‚argumentiert‘?! sorry bist du bei mir am falschen: ist mir piepschnurzegal was du sachlich oder unsachlich findest (ohne dir persoenlich boese zu sein): ich denk und schreibe was und wie ich will: du machst das ja genau so!

    alles gute!
    m.

  48. 48
    Procul Harum

    Keule, wenn das unten Iraker gewesen wären, die von Terroristen niedergemäht oder in die Luft gesprengt worden wären, hättest du bei spreeblick nichts davon mitbekommen.

    Und dich hätte es auch nicht mal halb so viel interessiert. Außer natürlich unter dem Gesichtspunkt, dass die Amis auch daran ja irgendwie schuld seien.

  49. 49
    ProgRock ist tot

    @Procul Harum: Äh… das WAREN „normale Leute“, die da auf dem Video mit explodierenden 30-mm-Projektilen in die Luft gesprengt wurden.

  50. 50
    Procul Harum

    Ja, aber das wäre nicht der Rede wert, wenn die Schießenden keine Amis gewesen wären.

  51. 51
    eee

    @Procul Harum: Doch, das wäre es.

  52. 52
    Procul Harum

    @eee:
    Aber nicht hier. In Pakistan und Afghanistan wird mittlerweile im Dreitagestakt irgendwo lebendiges Fleisch unschuldiger Menschen in die Luft gesprengt. Und auch im Irak kommt das immer mal wieder vor.
    Interessant wird dies für Leute wie mackanzen aber erst, wenn sie wissen, dass Amis dafür verwantwortlich waren. Und auch bei spreeblick sieht man erst bei dieser Konstellation etwas.

  53. 53
    ThatsMe

    In Amerika, England und den anderen handlangenden Länder müsse Köpfe auf höchster Ebene rollen (Busch mit seiner Klique, Tony Blair und wer sonst noch Dreck am stecken hat).

    Dieser Krieg ist illegal. Es ist an der Zeit ein deutliches Zeichen zu setzen. Unsere Politiker und Gemeräle können nicht nach Belieben einen Krieg anfangen und Milionen Zivilisten töten und ein Land in Schutt und Asche legen.

    Meiner Meinung ist Obama nicht viel besser als sein(e) Vorgänger. Sein Versprechen und Handeln ist komplett entgegengesetzt (Kann jedem den Film „Die Obama Täuschung“ empfehlen). Ich wette unter ihm erleben wir einen weiteren „Krieg gegen den Terror“ und wahrscheinlich eine US-*Diktatur. Die passenden Gesetze für diese Umsetzung gibt es bereits.

    Wacht auf und erkennt die Realität

  54. 54
    Chr

    @Procul Harum: Deine Behauptung ist, so wie du sie formuliert hast, doppelt falsch.

    Zum einen hätte eine vergleichbare Veröffentlichung von – das ist dabei meines Erachtens nicht ganz unwichtig für die zunächst zögerlichen Reaktionen – von Bildmaterial inkl. des tw. wirklich zynischen Funkverkehrs hatte in jedem Fall für Wirbel gesorgt. Insbesondere weil wikileaks die Veröffentlichung so medienwirksam inszeniert hat. Das sieht man ja an dem Bsp. der Bombardierung dieser Tanklastzüge samt Ziviler nahe Kunduz.

    Zum anderen könnte man zu keiner anderen moralischen Bewertung kommen, nur weil die Täter eine bestimmte Staatsangehörigkeit haben. Dass wäre ja nun völlig abwegig.

    Mit Blick auf die Kunduz-Bombardierung ist aber in deinem Sinne richtig, dass die tw. Unterschiedlichkeit der Reaktionen bemerkesnwert ist, wenn es sich nicht um die „eigenen“ Soldaten als Täter handelt.

  55. 55
    Procul Harum

    @Chr:
    “ Zum anderen könnte man zu keiner anderen moralischen Bewertung kommen, nur weil die Täter eine bestimmte Staatsangehörigkeit haben. “

    Wie erklärst du dir dann den Wirbel bei amerikanischen Gemetzeln, während bei Taliban-Gemetzeln, bzw. solchen von irakischen Terroristen, Schweigen im Walde herrscht ? Hier zumindest.
    Imho ist es Ressentimentpflege, bei aufrichtiger Anteilnahme mit dem Schicksal der Opfer jeglicher Massaker, gäbe es nicht so eine selektive Wahrnehmung.

  56. 56

    hier gibt es einen etwas durchdachteren kommentar zu diesem video:
    http://yaacovlozowick.blogspot.com/2010/04/collateral-what.html

  57. 57
    mackenzen

    @Procul Harum: pffffffffffffffffffffffffffffffffffffff! du laberst nur dummen dreck alter:

    ‚Interessant wird dies für Leute wie mackanzen aber erst, wenn sie wissen, dass Amis dafür verwantwortlich waren.‘

  58. 58
    mackenzen

    @Procul Harum: selektive wahrnehmung solltest du einmal bei dir selbst feststellen bevor du es irgendjemand anderem vorwirfst… aber du kennst ja deine pappenheimer! ist ja schon peinlich wie du fuer die eine seite hochschaukelst und die andere seite relativierst und du dann genau das allen anderen vorwirfst! …und lesen scheint auch nicht deine staerke zu sein oder deine etwas engstirnige wahrnehmung verhindert es dass du andere -und anderes als deine behauptungen- wahrnehmen kannst!

  59. 59
    Procul Harum

    Ah ja. Sonst noch was ? Im Irak sind am Sonntag übrigens 50 Menschen gestorben bei einem terroristischen Anschlag, 200 wurden verletzt.

    … … …

    Ich weck dich dann, wenn die Schergen des Kapitals wieder mal zugeschlagen haben, ja ?

  60. 60
    mackenzen

    @Procul Harum: du du musst jezze nicht auch noch deine engstirnigkeit betonieren du kleiner fundamentalist du! du bist sicher nicht der einzige der von diesem attentat in den medien gehoert gelesen oder gesehn hat…

  61. 61
    Mister T

    @Procul Harum: „Wie erklärst du dir dann den Wirbel bei amerikanischen Gemetzeln, während bei Taliban-Gemetzeln, bzw. solchen von irakischen Terroristen, Schweigen im Walde herrscht ? Hier zumindest.“

    Vielleicht liegt es daran, dass Terroristen per Defintion böse und im Unrecht sind, während man bei US-Streitkräften davon ausgeht, dass sie mit dem moralischen Anspruch handeln, den sie auch an andere stellen. Wenn man lediglich die Größe von Verbrechen* vergleicht, wird man bei jedem noch ein größeres finden, was das eigene in den Schatten stellt (50 Menschen bei einem Anschlag? Wie viel haben denn die Amerikaner in Hiroshima umgebracht usw. usf. vollkommen sinnloser Verlauf, führt zu nichts).

    *bzw. Unfälle – Counterstrike-Sprüche hin, Schießwütigkeit her, ich bin froh, nicht in einem Helikopter zu sitzen, unter dem ein mutmaßlicher Raketenwerfer auftaucht. Möglicherweise liegt das eigentliche Verbrechen ja auch in der Informationspolitik, die eine Aufklärung von vornherein behindern möchte.

  62. 62
    Mister donk

    Hallo,

    also meiner Meinung nach kann ich die ganze Situation verstehn. Der Helicopter wird angefordert. Die Soldaten sehn das die Leute etwas tragen was Waffen sehr ähnlich ist (was in dem Land ja fast zur guten sitte gehört). Und einer lehnt sich auch noch um die Ecke und schaut sehr ungewöhnlich für eine Zivilisten.

    Man muss sich mal in die Situation der Soldaten versetzten. Jeden Tag sterben Kameraden. Der Mann der gerade noch neben dir im Fahrzeug saß liegt blutend auf der Straße.

    Klar werden Fehlentscheidungen getroffen! Und jedes Menschen Leben das durch eine Waffe beendet wird ist eines zuviel.

    Aber wie würdet Ihr reagieren, Kameraden unter beschuss, man erkennt vielleicht Waffen und was tut ihr dann? Schaut ihr zu? Und das mit den Kindern mh ich glaube nicht das der Schütze in das Auto geschaut hat. Es ist tragisch und gleichzeitig ein Wunder das die Kinder nur verletzt wurden. Aber das eigentliche Problem ist doch, das dort unten Soldaten sind die teilweise garnicht wissen gegen wenn Sie kämpfen sollen. Ich glaube nicht das irgendjemand anderst gehandelt hätte in dieser Situtation. Danach kann man alles aufbröseln alles ins detail ziehen. Aber die im Hubschrauber haben keine 5 Tage zu handeln. Die können nicht auf rückspulen drücken und nochmal ranzoomen. NEIN, entweder handeln sie oder handeln nicht. Sie handeln um Kameraden zu schützen, Kameraden die wie eine Familie für sie selber sind.

    Wie hättet ihr gehandelt?

  63. 63
    Donk!

    Hallo,

    also meiner Meinung nach kann ich die ganze Situation verstehn. Der Helicopter wird angefordert. Die Soldaten sehn das die Leute etwas tragen was Waffen sehr ähnlich ist (was in dem Land ja fast zur guten sitte gehört). Und einer lehnt sich auch noch um die Ecke und schaut sehr ungewöhnlich für eine Zivilisten.

    Man muss sich mal in die Situation der Soldaten versetzten. Jeden Tag sterben Kameraden. Der Mann der gerade noch neben dir im Fahrzeug saß liegt blutend auf der Straße.

    Klar werden Fehlentscheidungen getroffen! Und jedes Menschen Leben das durch eine Waffe beendet wird ist eines zuviel.

    Aber wie würdet Ihr reagieren, Kameraden unter beschuss, man erkennt vielleicht Waffen und was tut ihr dann? Schaut ihr zu? Und das mit den Kindern mh ich glaube nicht das der Schütze in das Auto geschaut hat. Es ist tragisch und gleichzeitig ein Wunder das die Kinder nur verletzt wurden. Aber das eigentliche Problem ist doch, das dort unten Soldaten sind die teilweise garnicht wissen gegen wenn Sie kämpfen sollen. Ich glaube nicht das irgendjemand anderst gehandelt hätte in dieser Situtation. Danach kann man alles aufbröseln alles ins detail ziehen. Aber die im Hubschrauber haben keine 5 Tage zu handeln. Die können nicht auf rückspulen drücken und nochmal ranzoomen. NEIN, entweder handeln sie oder handeln nicht. Sie handeln um Kameraden zu schützen, Kameraden die wie eine Familie für sie selber sind.

    Wie hättet ihr gehandelt?

  64. 64
    trick

    @Donk!: …klar kann man auch Verständnis für die amerikanischen Soldaten haben. Die ausweglose Horrorsituation ‚Töten oder getötet werden‘ gilt für beide Seiten, wenn es erst einmal Krieg gibt.

    ABER zum Detail… warum zum Teufel werden unbewaffnete Helfer beschossen? Diese haben doch keine Gefahr für die US-Soldaten dargestellt. UND in der langen unbearbeiteten Version des Videos gibt es ja noch den Beschuss eines Gebäudes mit insg. drei Hellfire-Raketen. Auch hier gibt es die größten Zivilverluste, als nach dem Einschlag der ersten Rakete die Menschen zur Hilfe eilen und dann Opfer der nächsten Rakete werden.

    Worüber rede ich hier eigentlich?

    Dieser Irakkrieg basiert auf der Lüge über Massenvernichtungswaffen, die es nie gab! Eine Regierung die ihr Volk einmal ungestraft belügt, wird wieder lügen. So wie bei diesem einen kleinen Videoauschnitt auch. Warum reden wir über Details? Wieso verlangen wir nicht ein Ende des Krieges? Statt Hass, Tod und Elend in andere Länder zu exportieren, könnte man versuchen über den Anreiz der Wirtschaft und gemeinsame Zusammenarbeit an Stabilität arbeiten. Wohin ist die „Nie wieder Krieg!“ Mentalität nach den Weltkriegen verschwunden? Wir haben wahrscheinlich einfach ein bisschen zuviel Call of Duty – Modern Warfare „gespielt“… Kulturimperialismus 2.0 sei Dank!

  65. 65
    xxxx

    also leute überlegt bevor ihr komentare schreibt,
    es kotz mich an wenn ich hier so lese .
    es ist und bleibt ein verbrechen an die menschheit krieg zu führen….werdet erwachsen und dikutiert anständig ,und lasst keine zweifel aufkommen….dieses video …ist realität …..und da gibt es nichts zu zweifeln!!!!!!!!!!!!!

    ich könnt kotzen———

  66. 66
    Donk!

    Hey,

    niemand bezweifelt das es nicht realität ist. Wer ist heutzutag schon für Krieg? Wenn ihr, die jetzt sagen „der Krieg ist eine einzige Lüge“, eine Lösung kennt wie man Sicherheit in einem Land das von Drogenbaronen und anderen Leute die Tod über die Bevölkerung bringen, beehrscht wird, herstellt dann raus damit. Jeder kann leicht daher reden, aber man muss erstmal bedenken das an der Sache mit dem Krieg gegen den Terror was dran ist. In einem Krieg sterben unschuldige, es gibt keinen „SAUBEREN KRIEG“ wie es die Amis immer versprechen.

    Man kann die Handlungen von anderen immer Schlecht machen, aber wollt ihr euren Kopf hinhalten wenn so ein Terrorist eine Bombe in einer Menschen Menge zündet?

    Der ganze Krieg ist dort unten eine Lüge aber was ist heutzutage keine Lüge was verträgt die Öffentlichkeit? Unsere Deutsche Politik hat es bis heute noch nicht verkraftet das wir den 2. Weltkrieg angefangen haben. Wir können bis jetzt nicht einfach mal sagen „ja das waren unsere Vorfahren“ und fertig. Nein, wir müssen ja in jedes Land Geld Pumpen, das nur im entferntesten unter uns Deutschen mal leiden musste.

    Ich schweife ab, mh wollt ihr euch etwa mit Terroristen an einen Tisch setzten und verhandeln? Leute die keine skrupel haben Kinder zu Bomben umzuwandeln? Manchmal kann man Feuer nur mit Feuer bekämpfen!

  67. 67
    trick

    Nein, ich glaube das ist genau der falsche Weg!

    Feuer wird nur noch mehr Hass erzeugen, und so beisst sich die Katze am Ende immer selbst in den Schwanz… Man kann die Taliban und Drogenbarone bekämpfen indem man ihnen den Rückhalt aus der Bevölkerung nimmt. Dafür sollte man auf die Menschen dort zugehen und z.B. Projekte fördern die Bildung verschaffen oder finanzielle Anreize in Zusammenarbeit schaffen.

  68. 68
    Mue

    @Procul Harum: Entschuldige bitte – aber sind die Amis nicht die GUTEN? Das ist doch die allgemeine öffentliche Meinung, die von denen, die sie machen, gehegt und gepflegt wird. Jetzt taucht da plötzlich ein Video auf, das dieser Meinung einen weiteren und diesmal wahrscheinlich sehr tiefen Riss verpasst. So ein Pech aber auch!
    Ich bin weder antiamerikanisch eingestellt noch habe ich ein Jota Verständnis für Terrorismus aller Art; womit wir beim Thema wären.
    Gehen wir von den Fakten aus: Ein Apache schwebt in ca. 700 m Entfernung über einer Menschengruppe, von denen einige bewaffnet scheinen. Die Art der Bewaffnung (AK-47 und RPG) lässt einen effektiven Angriff auf den Helikopter definitiv nicht zu. Wer’s nicht glaubt, möge die technischen Parameter der Waffen nachlesen. OK – da waren noch amerikanische Bodentruppen in der Nähe. Vielleicht wurden die ja von den Bewaffneten bedroht. Nur: Machten die Leute da den Eindruck, dass sie eine Bedrohung für irgendjemanden darstellen würden – bewaffnet oder unbewaffnet, sei hier völlig dahingestellt. Zumindest für mich ist davon ABSOLUT NICHTS erkennbar. Trotzdem beschließen die „GUTEN“, mit ihrer 30 mm Bordkanone, effektive Reichweite 1500 m, in völligem Konsens mit ihren Führungskräften, mal so richtig aufzuräumen. Den unbedingten Willen zum Töten demonstrieren sie dann mit dem völlig unprovizierten Angriff auf den VAN. Das ist für mich AUCH Terrorismus, untermalt von den passenden zynischen Kommentaren der Ausübenden.
    Ich weiß nicht, ob man sich auch im Krieg in irgendeiner Weise moralisch verhalten kann; vielleicht schon. Was hier passiert ist, ist jedenfalls höchst unmoralisch und eine weitere Rechtfertigung für die andere Seite, sich genauso verhalten zu dürfen. Wenn dann über die Auswirkungen des Verhaltens der Gegenseite berichtet wird, wird dein Weltbild hoffentlich wieder gerade gerückt – ein paar tote deutsche Soldaten im Afghanistan später halt…

  69. 69
    hektor

    @daniel:
    Kampfentfernung mit sMG (about 30mm): 1.500 Meter bis max 2.000 Meter

  70. 70
    realist

    Ich finde es einfach nur erschrekend wie einfach wir Menschen zu kaltblütigen Mördern werden wenn man uns nur eine Gewisse Macht verleiht und uns das Gefühl gibt rechtlich einwandfrei zu handeln. Denn seien wir mal ehrlich diese Soldaten sind keine besonders hirngewaschenen Vollidioten sie sind einfach nur Soldaten und damit Menschen die mit der Verantwortung über Leben und Tod entscheiden zu dürfen gänzlich überfordert sind wie so ziemlich jeder andere auch. Menschen und damit meine ich uns alle sind größtenteils Monster im Schafspelz der Zivilisation.
    Selbst hier in den Kommentaren gibt es doch einige die glauben die Tötung von Menschen aufgrund der Annahme die Pixel die um seine Schultern hingen wären Ak-47 wäre gerechtfertigt. Ich sage, unter moralischen gesichtspunkten wäre die Tötung nicht einmal gerechtfertigt wenn auf den Apache geschossen worden wäre da aus dem Abstand keine Gefahr drohte oder der Apache hätte abdrehen können. Einen Menschen zu töten nur weil man es darf macht es nicht weniger schlimm. In diesem Fall hätte der Soldat es nicht einmal gedurft aber das ist für mich das kleinste Problem dieses Videos. Es geht mir insgesamt darum wie einfach, wie beiläufig über das Leben oder den Tod entschieden wird ohne dass es wirklich notwendig wäre. Niemand sollte diese Macht so einfach bekommen.
    Argumente wie es ist halt Krieg kotzen mich einfach nur noch an. Das heist doch nicht dass man das Leben deshalb weniger wert schätzen sollte.
    Was ist eigentlich aus den Befehlshabern geworden die es vertuscht haben? ich gehe davon aus, dass alle noch beim Militär sind und keiner unehrenhaft entlassen wurde. Richtig? Die Soldaten und die Lügner die ihr Verbrechen vertuscht haben gehören wegen gemeinschaftlichen Mordes oder sonstwas lebenslang in den Knast.

    Eines gebe ich noch zu bedenken, könntet ihr es verstehen wenn eines dieser Kinder eines Tages den Pilotenschein macht? -ich schon.

  71. 71
    Jacky van der Groenen

    ich verstehe nicht, wie man sich, wenn man sich länger mit Militär und ähnlichen Themen auseinandersetzt, hier überhaupt über irgendetwas entsetzt sein kann?

    So ist Krieg.

    Der Hubschrauber fliegt da nicht zufällig auf Patrouille rum, sondern wurde von seinen eigenen Truppen gerufen, weil diese in Gefahr waren. Deshalb sucht er nach Zielen, aber nicht um zu töten, sondern um zu retten, nämlich die eigenen unter Beschuss geratenen Leute. Nicht mehr, nicht weniger.

    Findet er Menschen, die ihre eigenen Kameraden – vermeintlich – bedrohen – dann werden diese angegriffen.

    Hat irgendjemand hier schon mal angenommen, dass Krieg anders verlaufen würde? Wie lächerlich ist denn das?

    Ich kann in dem Video nichts Merkwürdiges erkennen.

    Was dem Ganzen entgegen geht, ist, dass es nicht okay ist, Guerilla-Kriege dazu zu benutzen, dass selbst höchst gerüstete Einheiten nervös werden und Unschuldige töten. Das aber ist Teil der Strategie der Guerillas. Wer das nicht akzeptiert, und lieber möchte, dass da ein paar arme US-Soldaten sich in die Luft sprengen lassen, der hat nicht verstanden, wie scheiße und wie perfid ein Guerilla-Krieg ist. Diese Opfer des möglicherweise überflüssigen Angriffs sind das Resultat der kalkulierten Politik der schlimmen, im Irak wahrscheinlich überhaupt nicht auszumachenden Guerilla. Das muss man doch auch mal einsehen, dass der Guerilla-Krieg genau dieses Ziel hat: Das Gegenüber sieht an jeder Ecke einen Gegner, drückt viel schneller ab, als es nötig wäre, und die Massaker, die dabei entstehen, sind dann Politik, um sie gegen den Gegner zu verwenden. Was nun mal total lächerlich ist: Ohne die Bedrohung und Morde in der ersten Situation würde es auch den Rest nicht geben. Aber Guerilla funktioniert so.

  72. 72
    SagAn

    @Donk!:

    Bei dir, die Sicherung emtriegelt und abgedrückt, bei allen anderen, weggeflogen.

  73. 73
    M

    Das Video ist erschreckend. Einige Kommentare nicht minder. Es handelt sich hier eindeutig um ein Kriegsverbrechen.

  74. 74
    flubutjan

    Hallo Spreeblick,

    könnte man, könntet Ihr nicht irgendeine Aktion für Bradley Manning, der das colateral murder Video an Wikileaks gegeben hat, machen? Der sitzt als „Hochverräter“ seit Monaten in den USA in Folter-Einzelhaft, und „konservative“ TV-Moderatoren fordern für ihn, nichts anderes als ein mitfühlender Zeuge eines Schwerstverbrechens, allen Ernstes reihenweise die Todesstrafe (siehe gestrige 3sat-Kulturzeit). Selbst in den USA demonstrieren wohl nur eine Handvoll Leute für ihn.

  75. 75
    Jordanus

    Etwa bei der Minute 3:31 sind die Waffen für das geübte Auge deutlich zu erkennen. Eine AK 47 und ein RPG 7. Angeblich stand die Straße runter ein Hummvee der US Armee (das kann man allerdings schlecht überprüfen).
    Kurz vor dem Beschuß sieht man einen der Waffenträger mitten in der Gruppe. Also, das ist schon gefährlich, mit so einem Typen rumzulaufen. Die Markierungen deuten mehr auf die Kamera, was das Auge natürlich ablenkt.
    RPG 7 ist sozusagen eine russische Variante der Bazooka. Assanges Augen sind vielleicht nicht so geübt!

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