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Aus für Internet-Sperren

Aus und vorbei: Das sogenannte Zugangserschwerungsgesetz, das Gesetz zu Internetsperren also, ist vorerst vom Tisch. „Löschen statt Sperren“ ist möglich und sinnvoll und so betitelt der AK Zensur, der sich diesen Erfolg mit vielen anderen Organisationen und Personen auf die Fahne schreiben darf, seine Meldung zurecht mit „Erfolg der Vernunft“.

Die Frage nach einem Kuhhandel, einem möglichen Deal zwischen FDP und CDU in Sachen Vorratsdatenspeicherung (UPDATE: Geht schon los), sie bleibt jedoch. Und es bleiben: Die Straftat der Misshandlung, die Täter und die Opfer.

Deswegen von „drei verpassten Jahren“ zu sprechen, wie es Torsten im Notizblog tut, halte ich für nicht ganz richtig, denn die Arbeit gegen das Gesetz war keineswegs überflüssig. Und dennoch hat Torsten speziell mit seinem abschließenden Satz recht: „Wir stehen noch immer ratlos vor der Realität“. Denn ebenso wenig, wie Sperren einem Opfer geholfen hätten, tun es Löschungen der Darstellung von Misshandlungen, und ob es in dieser Realität der Kindesmisshandlungen in den letzten Jahren Fortschritte gegeben hat, darf stark bezweifelt werden.

Das Kernproblem ist kein netzpolitisches Thema, sondern ein menschliches, das (wie Torsten ebenfalls bemerkt) Studien, Präventionsangebote und auch die Wachsamkeit eines jeden Einzelnen benötigt. Die Diskussion um das Thema der Netzsperren mag vorerst beendet sein, der Missbrauch von Kindern leider nicht.

7 Kommentare

  1. 01

    Ich glaube, ein Hauptproblem muss oft auch der gigantische Mangel an Intelligenz seitens der Täter sein.
    Die Sanktionen für einschlägige Straftaten sind ja wohl ziemlich erheblich, das vmtl. lebenslange soziale Stigma („Ende der bürgerlichen Existenz […]“, etc…) mal ganz außen vor gelassen. Und das Leid der Opfer ist öffentlich auch hinreichend erläutert worden.
    Also, es fällt mir schwer, mir solche Taten ohne einen fast krankhaften Mangel an Mitleid und Voraussicht zu erklären.

  2. 02
    Maddes

    hm… können wir uns nicht einfach mal nen moment darüber freuen, dass die netzsperren vom tisch sind? natürlich sind jetzt nicht alle probleme gelöst, aber trotzdem sollte man doch zwischendurch auch die erfolge wertschätzen.

  3. 03
    Leo

    @irp:
    Es geht nicht um Intelligenz, Plan, oder befürchtete Sanktionen. Es sind Triebtäter. Kennste den Begriff? Da ist nichts geplant. Du kannst von diesen kranken Leuten keine Rationalität erwarten. Deren Unlogik ist nicht verwunderlich, sondern gehört zum Schema dazu.

  4. 04

    @irp:

    @Maddes:

    @Leo:

    Aus nicht näher zu erwähnenden Quellen sind die überführten Triebtäter meistens strunzdoof.
    Besonders gefährlich sind die, welche einen Plan entwickeln und ausführen (Serientäter).

  5. 05

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