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London’s burning

Nach einigen Stunden des Lesens scheint mir der Guardian eine der besten Quellen für die Berichterstattung rund um die Londoner Unruhen zu sein, die mittlerweile auch auf andere englische Städte wie Birmingham, Liverpool und Bristol übergreifen und ein Todesopfer gefordert haben. Während sich die Artikel der SZ, FAZ und Tagesschau bisher wie mehr oder weniger gleiche Versionen der Agenturmeldungen lesen, in denen explizit darauf hingewiesen wird, dass sich die Jugendlichen über das Internet (auch: über Twitter) oder sogar per Blackberry verständigen (stand es früher auch in den Berichten, dass sich Plünderer per Telefon verabredet haben?), findet man im Guardian Links, Hinweise, Reaktionen aus dem Ausland, Zitate und Berichte von Anwohnern und vor allem einen selbstverständlichen und redaktionserweiternden Umgang mit dem Netz, mit dem man beispielsweise Fotos und Videos der Leserinnen und Leser sammelt (während die Londoner Polizei CCTV-Bilder auf flickr veröffentlicht) und auf Blogs und andere Quellen verweist.

Konstantin Binder fasst die bisherigen Ereignisse auf seinem Blog London Leben zusammen:

Am 4. August erschoss die Polizei den mutmasslichen 29 jaehrigen Drogenhaendler Mark Duggan in Tottenham in Nord London. Ein friedliche Demonstration zwei Tage spaeter im selben Stadtteil eskalierte mit Gewalt. Mehrere Gebaeude und ein Bus wurden angezuendet, Geschaefte gepluendert, es gab Verhaftungen und Verletzte, die High Street in Tottenham war am naechsten Morgen kaum wiederzuerkennen, es kam zu Ausschreitungen in den Nachbarstadtteilen Tottenham Hale und Wood Green.

Sonntag, 7. August: Enfield, Brixton, die Politiker sprechen von „copycat“ Vorfaellen, die Ausschreitungen hoeren nicht auf, es kommt zu weiteren Pluenderungen und Uebergriffen.

Montag, 8. August: die ganze Stadt scheint betroffen zu sein, man sieht Bilder und Filmaufnahmen von brennenden Haeusern in Croydon, in Clapham wird gepluendert, in Ealing gehen Scheiben zu Bruch, die Polizei hat die Situation nicht im Griff, Autos werden angezuendet, Londoner sitzen fassungslos vor dem Fernseher, auf Twitter und Facebook rattern die Nachrichten und Statusmeldungen durch. Allmaehlich daemmert es auch dem letzten, dass Tottenham kein Einzelfall war. Es kommt zu Uebergriffen und Ausschreitungen in Birmingham, Nottingham, Bristol und Liverpool.

Der Morgen nach der dritten Nacht: Zeit fuer Analysen der selbsternannten Experten. Social media sei schuld, Blackberry vor allem, weil die Nachrichten nicht verfolgbar sind. Kids und Teenager sind es, die die Geschaefte ausraeumen, die sogenannten sozialen Brennpunkte werden schnell ausgemacht, die Einsparungen im Sozialwesen, die Armut, die Perspektivlosigkeit, die Gangs, die Frustration, die Arbeitslosigkeit, Drogen, Waffen, die Bereitschaft zur Gewalt, und man ertappt sich dabei, zu denken, na sicher, der und der Stadtteil, war klar dass dort etwas passiert. Aber es gibt auch eine andere Seite: Menschen, die zusammenhalten, ueber twitter werden ueber den hashtag #riotcleanup Aufraeumaktionen gestartet, viele wollen sich ihr Leben durch blinde Zerstoerung nicht kaputt machen lassen. Es gibt enorm viel Solidaritaet in den communities, und man verspuert Hoffnung, wenn man sieht was passiert.

Premierminister Cameron hat seinen Urlaub abgebrochen, London’s Buergermeister Johnson ist zurueckgekommen, die Regierung unterbricht die Sommerpause. Cameron verspricht diese Nacht 16000 Polizisten in London einzusetzen, mehr und mehr Londoner rufen nach dem Militaer, nach Traenengas, nach Wasserwerfern und nach Gummigeschossen, die Politiker tun das, was sie am besten koennen, sie reden viel und lange, aber letztlich ist das alles nur Bekaempfung der Symptome. Die Ursachen fuer die Ereignisse sind komplex und vielschichtig, und mit massiver Praesenz von Polizei laesst sich das, was dort brodelt sicher kurzfristig unterdruecken, aber langfristig muss umgedacht werden, muessen wir alle in dieser Stadt umdenken.

Heute abend beginnt die vierte Nacht und ich will es nicht beschwoeren, und ich hoffe ich liege mit meiner Ahnung falsch, aber ich glaube, es ist noch lange nicht vorbei.

Was machen sie nur mit meiner Stadt?

Diese Frage stellen sich wohl gerade sehr viele Menschen. Während David Cameron die Eiserne Lady gibt und hartes Vorgehen ankündigt, erklären andere, dass sie die Polizei in Tottenham vor den Unruhen gewarnt hätten, Unruhen, welche auch für Lara Oyedele, die an den sozialen Brennpunkten arbeitet, nicht überraschend gekommen sind:

Die Plünderungen überraschen mich nicht: Sie sind Unterhaltung und beschäftigen die jungen Leute. Sie sind nicht richtig, aber das sind die Fakten. Einfach gesagt: Hätten (die Jugendlichen) am nächsten Tag zur Arbeit gehen müssen, hätten sie in der Nacht davor nicht randaliert.

Mit anderen Worten: Kümmert euch um die Jugend, dann zündet sie auch nicht eure Häuser an. Eine sicher zu kurze und zu einfache Erklärung, die jedoch bei dem nicht nur in England oder Frankreich bekannten massiven Abbau von Jugendeinrichtungen und einer sehr hohen Anzahl jugendlicher Arbeitsloser nicht aus der Luft gegriffen ist.

Speziell, wenn sich tatsächlich aus sozialem Frust entstandene Unruhen mit organisierter Kriminalität mischen (wie zu vermuten ist), fällt es natürlich leicht, Ausschreitungen wie die aktuellen allein als kriminellen Zeitvertreib zu deuten. Sollte die Politik dies jedoch tun, wäre es fatal und falsch, denn es würde bedeuten, dass nach der Bekämpfung der Unruhen und der Verurteilung einiger Täter weiterhin nicht an den Ursachen gearbeitet wird.

Und sich wieder niemand kümmert.

Und was tun die Briten, wenn ihre Bezirke verwüstet wurden? Sie räumen sie wieder auf. Hashtag: #riotcleanup.

58 Kommentare

  1. 01

    Was mir auffällt, hier und anderswo (zB hier http://worldblog.msnbc.msn.com/_news/2011/08/07/7292281-the-sad-truth-behind-london-riot) ist, daß diesmal Armuts- und Arbeitslosigkeitsunruhen als solche bezeichnet werden und nicht eine andere Ursache vorgeschoben wird. Es ist noch gar nicht so lange her, da wären die gleichen Ereignisse als Rassenunruhen bezeichnet worden.

  2. 02
    Malte

    Der Morgen nach der dritten Nacht: Zeit fuer Analysen der selbsternannten Experten. Social media sei schuld, Blackberry vor allem, weil die Nachrichten nicht verfolgbar sind. Kids und Teenager sind es, die die Geschaefte ausraeumen, die sogenannten sozialen Brennpunkte werden schnell ausgemacht, die Einsparungen im Sozialwesen, die Armut, die Perspektivlosigkeit, die Gangs, die Frustration, die Arbeitslosigkeit, Drogen, Waffen, die Bereitschaft zur Gewalt, und man ertappt sich dabei, zu denken, na sicher, der und der Stadtteil, war klar dass dort etwas passiert. Aber es gibt auch eine andere Seite: Menschen, die zusammenhalten, ueber twitter werden ueber den hashtag #riotcleanup Aufraeumaktionen gestartet, viele wollen sich ihr Leben durch blinde Zerstoerung nicht kaputt machen lassen. Es gibt enorm viel Solidaritaet in den communities, und man verspuert Hoffnung, wenn man sieht was passiert.

    Allzu reflektiert kommt der Schreiber des Originalbeitrags aber nicht daher. Da gibt es also randalierende Jugendliche und „blinde Zerstörung“ in Stadtteilen, bei denen klar war, „dass dort etwas passiert“, aber dann gibt es ja noch „eine andere Seite“, die gute, wie hier implizit durchscheint, nämlich die Solidarität derjenigen, die sich ihr bürgerliches Leben nicht kaputtmachen lassen von denjenigen, die nichts zu verlieren haben. Dasselbe bürgerliche Leben, das vorher offenbar jede Nacht ruhig schlafen konnte, obwohl doch klar war, „dass dort etwas passiert“, weil man nämlich über die sozialen Missstände Bescheid wusste – aber sie willentlich und wissentlich ignorierte.
    Das soll nicht der Rechtfertigung von Zerstörung dienen, sondern als Denkanstoß, wie man sie vermeiden kann.

  3. 03
    cmi

    Und deutsche Medien diskutieren wieder, dass alles über dieses „Internet“ geplant wird.

    Wie du so schön schreibst: ob da früher stand „wurde über Treffen/Telefon geplant“? Ich bezweifle es. Am Ende wird wieder das Gefühl geweckt, dass das „mit mehr Überwachung nicht passiert wäre“. Wenn man Glück hat, versandet es, wenn man Pech hat, droht das nächste Aktionismusgesetz oder von unseren Politikern wird es wieder umgedeutet (Internet = anonym = Überwachung und Klarnamenzwang).

    Das die Insel eine extrem hohe CCTV-Dichte hat und die (im Moment) rein gar nix bewirkt, wird natürlich nicht erwähnt. Warum auch, die Agenda ist ja „mehr Überwachung = automatischer Schutz“.

  4. 04
    drequesac

    Was denkt denn die neue Prinzessin darüber?

  5. 05
    Tom

    In Deutschland undenkbar!

    Anwohner die ohne Bezahlung Dreck wegräumen sind antikapitalistisch und nehmen bezahlten Arbeitskräften den Job weg. Obendrein sind die Trümmer Privateigentum! Ferner verstoßen sie gegen ihren Arbeitsvertrag da die Tätigkeit genehmigungspflichtig ist und zu guter Letzt ist so eine Handlung auch noch getrennt versicherungspflichtig da im Sinne der deutschen Versicherungen grob fahrlässig in einem Gebiet mit Unruhen und somit sind die Handlungen im Schadensfall nicht abgedeckt.

    Nein: Deutschland ist zivilisiert. Bei uns wartet man geduldig auf die Stadtwerke. Jeden zweiten Dienstag 8-9:00 Uhr.

    Da wundern sich ernsthaft Leute, was faul ist in diesem Staat.

  6. 06

    Wurden die friedlichen Proteste davor einfach nicht ernst genommen?
    http://www.svenscholz.de/index.php/london/

  7. 07
    Sebastian

    @Tom:

    Und ich wundere mich über dich…

  8. 08
    Philipp von Wallenberg

    „The Guardian“ ist wirklich hervorragend. Die einzige Zeitung im Englischen, die nach dem 2. Irak-Krieg aufearbeitet hat (mit Zeitstrahl und Zitaten und Beschlüssen) wie man sich in den Krieg hineingelogen hat … sehr beeindruckend, und das dauerhaft.

  9. 09

    Ich empfehle dazu diesen Artikel von Frédéric Valin: http://www.spreeblick.com/2009/04/30/gewalt-auf-der-strase/

  10. 10
  11. 11
    martin

    i am travelling all over europe since years for 200 days p.a. I have experienced england as the worst place to be with regards to social disintegration.

    http://www.youtube.com/watch?v=hamKl-su8PE

    its unfortunate though that the rioters are not trashing the property of the people who have caused all of that, but just their peers shops and neighbourhoods.

  12. 12

    @martin:

    But you don’t seem to listen to song lyrics very well, as that song has nothing to do whatsoever with the riots we’re seeing at the moment. Nothing whatsoever.

  13. 13
    Martin

    …i was indeed just interested in the hookline, yes….

  14. 14

    „Mit anderen Worten: Kümmert euch um die Jugend, dann zündet sie auch nicht eure Häuser an.“

    Klingt ein bisschen nach einer „selbst schuld“-Argumentation. Was angesichts der Tatsache, dass ja Vororte und kleine bis mittelständische Läden abgefackelt werden, doch irgendwie sehr zynisch erscheint…

  15. 15

    „Just because an act doesn’t have political aims, doesn’t mean this act isn’t politically motivated.“
    http://www.afinelung.com/?p=3119

  16. 16
    stan

    oh toll, johnny ist wieder da, auch wenn natürlich mist, dass gleiche deine vernunft und ruhe gefragt ist. sag mal, warum bist du nicht kommentator für eine zeitung/radio oder so.

    so einen beitrag würde ich mir bspw. auf dradio wünschen.

  17. 17
  18. 18

    @Ste: Und was willst Du jetzt damit sagen? Kannst Du noch mehr als nur einen meines Erachtens ziemlich irrelevanten Link posten?

  19. 19
    carlo

    Früher hatte ich auf diesem Blog öfter mal vor den Gefahren der multiethnischen Gesellschaft gewarnt, die meines Erachtens zwangsläufig im Bürgerkrieg und in der Vernichtung jeder Hochkultur endet. Nun ist man wieder mal sehr betroffen…

  20. 20

    @carlo:

    Noe. Weil dies wenn ueberhaupt nur sehr wenig mit einer „multiethischen Gesellschaft“ zu tun hat. Und wir keinen Buergerkrieg haben. Und auch kein Ende einer „Hochkultur“ (was immer das sein soll…) abzusehen ist.

  21. 21
    Fufu Fi

    Sowas wird in den nächsten Jahren zunehmen. Die Weltbevölkerung steigt, die Ressourchen werden knapper, die Armen werden ärmer, die Reichen reicher. Solche Konflikte werden bald Alltag sein. Weltweit. Kein Mensch findet sich damit ab mittellos zu sein, je geringer die Mittel desto heftiger wird genommen. Wenn es an existezielles geht gibt es dann keine Grenzen mehr. Zusätzlich brechen sowohl Europa/die EU als auch der Kapitalismus zusammen…

  22. 22
    Fufu Fi

    @carlo: Achso, die Multiethnien sind schuld. Ich wusste gar nicht dass Spreeblick von den Rechten regelmäßig gelesen wird. Erwünscht bist du hier sicher nicht.

  23. 23

    gott sei dank bist du wieder da, johnny. schöner artikel, der meine meinung recht gut widerspiegelt. danke dafür.

    und wie du schon sagst, es werden wieder nur symptome bekämft, nicht die ursachen. so ist es immer und überall. :-(

  24. 24
    stan

    Mich erschreckt wirklich sehr wie unisono die meisten sog. Leitmedien 1) auf dem Internet und Handys rumhacken und 2) die Ursachen komplett wegblenden.

    Versteht das jemand?

  25. 25
    carlo

    Die Intelligenzforschung, auf die sich auch Sarrazin bezieht, hat den genetisch bedingt niedrigeren IQ der Farbigen nachgewiesen, siehe die Lynn/Vanhanen -Studie. Wenn sich die Unterschicht stärker vermehrt als die gehobenen intelligenten Schichten, muß das zu Konflikten führen. Eine kleine Menge “ eigener“ Niedrigintelligenzler kann sicher auch eine Hochleistungsgesellschaft verkraften, aber irgendwann ist die Alimentierungsfähigkeit überschritten. Als Reaktion darauf rebellieren dann die , die merken, daß sie wegen ihrer niedrigen Fähigkeiten nie eine Chance haben werden.
    Gemäß den Studien von Robert Putnam wächst übrigens das Mißtrauen zwischen den Menschen mit der Multiethnizität. Ein zusätzlicher Grund für diesen Rassenkonflikt. Ihr könnt gern die Augen davor verschließen, aber Fakt bleibt: die Randalierer waren praktisch ausschließlich Farbige.

  26. 26
    stan

    @(!carlo): don’t feed the troll

  27. 27
    Borghese

    Wie schön, dass das Verständnis und die Entschuldigungen mal wieder parat sind. Warum machen die das nur ? Meine Vermutung: Weil sie´s können ! Weil niemand sie hindert und sie vor einer verständnisvollen Allgemeinheit und weglaufenden Beamten keinen Respekt haben. Das ganze Verständnis hat erst dazu geführt.
    Die plündern Geschäfte aus und stecken sie in Brand. Sie fackeln ihre eigenen Viertel ab.
    Massenweises Plündern und Brandschatzen, Rauben sind keine Kavaliersdelikte, das sind schreckliche Verbrechen. Und da ist nicht die Bohne was Politisches dran.

  28. 28
    policeonmyback

    Zeit für mehr Clash-Content

    http://www.youtube.com/watch?v=qOh6WhJ4VcI

  29. 29
    carlo

    Noch ein Video eines Fernsehinterviews, was sehr schön zeigt, daß hier ein Rassenkonflikt stattfindet. http://www.youtube.com/watch?v=biJgILxGK0o&feature=player_embedded
    Und zwar einer , an der die weißen einen erheblichen Anteil haben. Aus Gründen der Zersetzung des Nationalismus hat man Unterschichtler aller Länder in die 1. Welt geholt, um dort das Nationalbewußtsein und damit die Abwehr gegen das Großkapital zu zerschlagen. Und die weißen Arbeiter haben sich ja durchaus bestechen lassen durch die Illusion der Teilhabe am Kapitalismus( Malle usw.) und haben sozialdemokratisch gewählt. Und nun kommen die Konsequenzen, die verschiedenen Rassen gehen aufeinander los.Alles hat letztlich seine Ursache in der intelligentesten “ Rasse“, den internationalen Großkapitalisten. Aber die werden wieder mal davonkommen.

  30. 30

    @stan: Ich weiss nicht welche Leitmedien Du folgst, aber den Eindruck habe ich nicht. Schon durch den auch von Johnny oben erwaehnten hashtag wird sehr wohlwollend ueber Twitter und Co berichtet.

  31. 31
    stan

    @Armin:

    Ich verfolge Twitter und FB gar nicht, lese dafür aber täglich die Online-Auftritt diverser großer und kleinerer Zeitungen quer. Dort taucht ein Hinterfragen der üblichen Erklärungsmuster maximal in den Kommentaren auf, alle anderen Artikel zitieren eigentlich nur sehr oft die offiziellen Quellen und deren Pressemitteilungen.

  32. 32

    @stan:

    Dafuer brauchst Du nicht Twitter oder FB verfolgen. Das steht in den relevanten Medien die man leicht online finden kann und die Johnny ansatzweise oben verlinkt hat. BBC, Guardian, teilweise der Torygraph, Times weiss ich nicht (weil paywall).

  33. 33
    stan

    @Armin, ich beziehe mich hier auch eher auf dt. Medien und es geht mir auch nicht darum dass ich relevante & kritische Infos finden kann, sondern darum, dass diese in dt. „Leitmedien“ eben nicht auftauchen

  34. 34
    anonym

    Die Berichterstattung, mindestens in Deutschland, ist merkwürdig. Es heißt immer, es hätte einen Toten gegeben. Dabei gab es doch ZU ANFANG einen Toten, denn es hieß ja immer, das wäre der Auslöser für alles gewesen. Also wären es jetzt insgesamt ZWEI TOTE. Das wird aber eben nicht gesagt … warum auch immer. Vielleicht ist hier die Parole ausgegeben worden, bei jedem Toten immer von vorn mit dem Zählen zu beginnen.

  35. 35
    anonym

    @ carlo
    Daß Leute wie Sie glauben (glauben wollen), es wäre etwas dergleichen gültig erwiesen, glaube ich Ihnen gern. Es spricht aber m. E. eher dafür, daß die Intelligenz in verschiedenen Ethnien oder Gruppen jeweils immer ungleich verteilt ist.

  36. 36
    anonym

    @ carlo
    Es muß doch auf einen selbst beruhigend wirken, wenn man so ein simples Weltbild hat. Da gibt es für alles zufriedenstellende Erklärungen. Und „genetisch“ klärt ja wirklich alles. Dem Beobachter fällt es dann naturgemäß immer ein kleines bißchen schwer, sauber zu trennen zwischen solchen Untersuchungen und denen, die solche Untersuchungen zitieren.

  37. 37
    philipp

    Kümmert euch um die Jugend, dann zündet sie auch nicht eure Häuser an.

    Zu kurz gegriffen, aber doch Kern des Problems? Vielleicht, aber wieso immer sofort nach Papa Staat rufen? Wo sind denn die Eltern? Warum kümmern die sich nicht?

    Kommt solch asoziales Verhalten wirklich von zu wenig Jugendclubs?
    Müsste man die Eltern nicht als erstes fragen, wieso sie ihren Kindern nicht beigebracht haben, was richtig und falsch ist? Und wo sie waren, als ihre Kids den Elektroladen um die Ecke ausgeräumt und angezündet haben?

    Ums mal ein wenig provokanter zu formulieren: wären das weiße Rechte die da marodieren und auch nicht vor Gewalt gegen Menschen zurückschrecken, sicher sofort Verdammung allerorten. „Schrei nach Liebe … Arschloch!“
    So aber, Gewalt Ausdruck der sozialen Kälte, der Diskriminierung. Nicht schön, aber im Grunde verständlich.
    Wie wärs zuerst mal mit einem Statement, dass so was gar nicht geht? Egal wieso. Wieso kein „Schrei nach Nike/Sony/Markenscheiß … Arschloch!“

    „A man who tried to put out a fire that was started by rioters in west London was left with life-threatening injuries after they attacked him.“

    „Neighbours said the men had just left the mosque and were among large numbers of local people determined not to allow the fluid series of grab-and-run attacks in the city centre to spread to their area. … Throughout Tuesday, large numbers of British Asians had gathered outside shops and other businesses in Handsworth, Lozells and other inner-city areas, sometimes in tense face-offs with small groups of mostly Afro-Caribbean youths.“

    Gibt’s wirklich Gruppen, bei denen so was entschuldigt werden kann? Und ist dieser Entschuldigungsreflex (und das Denken in Gruppen) vielleicht sogar Teil des Problems? Wie Katharine Birbalsingh meint: http://tinyurl.com/4y39ncy

  38. 38
    Thomas

    @anonym: Boah, musst Du jetzt wirklich diesen Troll hier füttern? Versteh ich nicht…

  39. 39

    Ich verstehe immer noch nicht, warum hier offen rassistische Spinner nicht einfach rausgeschmissen werden.

  40. 40

    @philipp: johnny sagte ja nicht, dass hier nur papa staat gemeint ist. selbstverständlich sind hier auch und vor allem die elternhäuser gefragt.

  41. 41

    @Tom: Besser hätte man es nicht zusammen fassen können. Regelwut endet hier letztendlich im totalen Chaos. Die Frage ist nicht OB solche Zustände in Deutschland zu erwarten sind, sondern WANN. Und dann wird es sicherlich auch hier an einigen Orten brennen und man wundert sich, gegen wieviele Gesetze so einige verstoßen, wenn es ihnen wirklich reicht.

  42. 42
    anonym

    Ich glaube nicht, daß es in Deutschland brennen wird oder dgl. Ältere erinnern sich vielleicht noch an das Lenin-Zitat mit der Bahnsteigkarte; das gibt offenbar die Realität hierzulande vorvorgestern, vorgestern, gestern, heute und vmtl. auch morgen ganz schön wieder.

  43. 43
    Fufu Fi

    Carlo ich wünsche dir viel Spaß in deiner monoethnischen genetisch verarmten Inzuchtgesellschaft.

    Während du den wissenschaftlichen Beweiß für die Überlegenheit deiner wenig pigmentierten Haut suchst, leben wir in einer kulturell und genetisch vielfaltigen gesunden Welt – ohne rassistische Hirnwichser wie dich.

  44. 44
    simon

    @Philipp von Wallenberg:
    könntest nen link geben?
    Danke

  45. 45
    Mister T

    @anonym: Der erste Tote ist bei einer von den Demonstrationen unabhängigen Festnahme aufgetreten – ganz unabhängig von den folgenden Krawallen. Insofern ergäbe es keinen Sinn, ihn den Todesopfern der Ausschreitungen zuzurechnen.

    @philipp: Die Eltern kümmern sich nicht, weil die Gesellschaft es ihnen entweder unmöglich macht – wenn junge Mütter zum Beispiel berufstätig sein müssen, am besten noch mit mehreren Jobs – oder weil die Gesellschaft bereits bei deren Integration gnadenlos versagt hat. Aufgabe von Papa Staat ist es nun mal, die Gesellschaft derartig zu organisieren, dass sie nicht so verwahrlost. Vermutlich ist es auch eher ein Vollzeitjob, seinen Kindern beizubringen, warum sie sich von den Nachbarskindern verprügeln lassen müssen, niemals das Spielzeug aus der Werbung haben können, auch niemals einen richtigen Beruf ausüben werden oder eine Perspektive auf sozialen Aufstieg haben.

    Das Problem liegt vermutlich viel tiefer als Sozialhilfe und Almosenverteilung und jenseits dessen, was mit drei-Wort-Sätzen gelöst werden kann, insofern kann man davon ausgehen, das Politiker nicht in der Lage sein werden, es jemals zu lösen oder auch nur anzugehen.

  46. 46

    Die Kaiser Chiefs hatten es schon gewusst: „I predict a riot.“

    Im übrigen finde ich es immer wieder schön, wenn es in Zeitungen heisst, „ein mutmaßlicher Drogenhändler“ sei (auf der Flucht, so hab ich es gelesen) erschossen wurden. Das impliziert für viele Leser, ach so, Drogenhändler, selbst Schuld, am besten man hängt ihn tot noch auf. Nun ist es aber der Staat, der daran Schuld trägt, in dem er die eine Droge (Schnaps) erlaubt und die andere (Gras, Koks, Schore) bei zum Teil schwerer Strafe verbietet, dass Leute überhaupt kriminell werden. Das ist nur ein Teil des Problems. Ich weiss.

    Heftig erscheinen TV-Bilder, wo die Plünderer sich gegenseitoig in die Tasche greifen, wenn einer verletzt am Boden liegt. Klar, das ist nur ein weiterer Ausdruck für die Ent-Solidarisierung der Arbeiterklasse in England. Ich weiss.

    Wir wissen eigentlich alle Bescheid.

  47. 47

    @500beine:

    Du hast die Kommentare zu den Kaiser Chiefs weiter oben gelesen?

    Nein, offensichtlich nicht. Die haben naemlich nichts, aber auch gar nichts, vorher gewusst. Zumindest nicht in dem Song.

    Genauso wie die Boomtown Rats auch keine Probleme mit Montagen haben.

  48. 48
    Mister T

    @500beine: Ich würde sogar noch weitergehen – ein großer Teil der Kriminalität entsteht nämlich dadurch, dass der Staat die eine Form der Meinungsäußerung (Reden, Schreiben) erlaubt und die andere (Fressepolieren, Daumenabschneiden, Tothauen) unter zum Teil schwerer Strafe verbietet. Erst dadurch werden zum Beispiel Mörder kriminell.

  49. 49
    Elblette

    In Großbritannien sind die Kosten der Finanzkrise brutalstmöglich nach unten verteilt worden. Auch wenn die meisten der Plünderer nix weiter im Hirn haben außer „Geil, Gratis-Turnschuhe!“: was das Sparpaket für sie bedeutet, wissen sie schon. Ich bin übrigens auch wütend, dass ich als Steuerzahlerin für die Finanzkrise bezahlen soll, diejenigen, die sie verursacht und daran verdient haben, aber nicht. Ich habe also vollstes Verständnis für die dumpfe Wut. Dass man deshalb das eigene Viertel in Schutt und Asche legt, werde ich allerdings nie verstehen.

  50. 50
    Ste

    @armin: der link stellt fakten in den raum zur diskussion, nichts weiter, achte auf deinen ton!

    auch sehr schön:
    http://www.weissgarnix.de/2011/08/10/tristesse-nicht-nur-in-grosbritannien/

  51. 51

    @Ste:

    Oder Du auf Dein Postingverhalten?

    Du stellst einen Link ohne jeden Kommentar, ohne jede Einordnung, ohne alles ein. Alles was ich von Dir weiss ist ein Kuerzel „Ste“. Nichts mehr. Da kann ich nichts mit anfangen, ich vermute mal die meisten anderen auch nicht.

    Und da erwartest Du etwas anderes?

  52. 52
    Ste

    @Armin: Was ist dein Problem?

  53. 53

    @Ste:

    Ich diskutiere lieber mit Leuten die vernuenftig eine Meinung ausdruecken oder etwas beurteilen koennen und nicht nur stumpf Links posten, ohne Einordnung, ohne alles.

    Da Du dazu aber nicht in Lage bist oder dies nicht willst hat sich das Thema hiermit fuer mich erledigt.

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