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An schwarzen Tagen wie diesen

btw13Bildquelle: Spiegel Online

Dass ein großer Teil der deutschen Bevölkerung konservativ wählt, sollte niemanden überraschen. Dass die CDU/CSU jedoch noch einmal derart zulegen könnte wie nun bei der Bundestagswahl 2013 geschehen, das hat wahrscheinlich nicht einmal die Kanzlerin selbst erwartet. Und so sehen die nächsten vier Jahre weiterhin schwarz aus: Vorratsdatenspeicherung, Überwachungsstaat, kein Adoptionsrecht für homosexuelle Paare, eingeschränkte Bürgerrechte, kein Mindestlohn, erst recht kein Grundeinkommen, Elitenförderung statt Chancengleichheit, Gentrifizierung, scheiße aussehen und nicht klatschen können.

Immerhin: Drückt man beide Augen zu und zählt die SPD dazu, dann gibt es mindestens ebenso starke Kräfte links von der Mitte im Bundestag. Eine Minderheitsregierung durch die CDU/CSU wäre mir daher im Moment am liebsten, denn sie hätte kräftigen Gegenwind.

Warum aber so viele Bundesbürger die CDU wieder gewählt haben, bleibt mir etwas rätselhaft, ich kann nicht einmal die Überalterung der Gesellschaft dafür verantwortlich machen, denn anscheinend haben auch die Erstwähler in erster Linie der Kanzlerin ihr Vertrauen ausgesprochen. Dass netzpolitische Themen nicht in der Mitte angekommen sind und nicht wahlentscheidend waren, das wusste man schon vorher, aber es ging doch auch um einiges mehr als um das Netz. Warum also wieder schwarz?

Ich kann mir die Stimmen für die CDU nur als Stimmen für Angela Merkel erklären, die auch in Peer Steinbrück keinen echten Konkurrenten hatte. „Präsidential“ wurde ihr Führungsstil genannt, und das trifft es gut. Unaufgeregt, selbstsicher und vorsichtig: So mögen wir das. Alle Pannen und Ministerkatastrophen werden vergessen, solange keine Experimente mit möglicherweise unsicherem Ausgang angekündigt werden oder Unsicherheiten gezeigt werden.

Wer die CDU besiegen will, muss erstmal an Angela Merkel vorbei.
So einfach – und so schwer – ist das.

57 Kommentare

  1. 01

    Einen Politikwechsel habe ich ernsthaft nicht erwartet, auch wenn ich mir sehr gerne eine stärkere Opposition gewünscht hätte. Dass allerdings eine Einthemenpartei mit deutlichen rechtspopulistischen aus dem Nichts – ohne landespolitisch in Erscheinung getreten zu sein – so viele Stimmen erhält und knapp ein Einzugs ins Bundesparlament, hat mich gestern sehr schockiert.

  2. 02
    Martin John

    Zählt man (glücklicherweise nicht relevanten) die Stimmen für AfD und FDP hinzu, sind über die Hälfte der Deutschen für „Rechts von der SPD“.
    Auswandern?

  3. 03
    Caro

    Das mit „scheiße aussehen“ ist unnötig, Johnny. Sonst: Zustimmung.

  4. 04

    Es ist (leider) so wie immer. Nimm das was du kennst. Das ist das kleinere Übel! Trotzdem freut es mich, dass endlich Fipsi & Co. weg vom Fenster sind. Was mir da eher Unbehagen verursacht ist diese AFD.

  5. 05

    Ein schwarzer Tag für Deutschland und sicher auch eine der schwärzsten Stunden für die Toten Hosen. Und dazu noch eine Aussage wir „die Freude wird uns die Kraft geben“, bitter bitter.

  6. 06
    btacke

    Ich komme zu den selben Rückschlüssen wie du Johnny.
    Deutlich zu sehen ist, dass es eine klare Personenwahl war. Nicht einmal die Unionsparteien haben den Ausschlag gegeben, nicht einmal das Programm der Union. Denn alles, was man versprach wurde deutlich unter dem Finanzierungsaspekt eingeordnet, sprich: Wenn möglich, dann ja, sonst…ehr nicht so.

    Sowohl spannen als auch erschreckend finde ich das Votum der jungen Erstwähler. Anscheinend, oder vermutlich, mag sich die jüngere Generation auch erst gar nicht mit Alternativen beschäftigen, oder scheut sie sogar. So deutlich ist das jetzt wohl noch nicht zu sagen.
    SPD und Grüne werden sich langfristig mit der LINKEN auseinander setzen müssen, ansonsten werden wohl auch 2017 keine Mehrheiten links jenseits der Mitte zu gewinnen sein.
    Interessant ist an diesem Aspekt, wie sich diese Wahl im Ergebnis nach Merkel niederschlagen wird. Sollte sie 2017 nicht mehr antreten, so könnte auch die Union absacken. Mit Blick auf Parteien wie die AfD fände ich eben diesen erwähnten Personenkult für Wahlergebnisse bedenklich, vielleich bestände eine Abwanderung der Wähler zu rechtspopulistischen Parteien.

    Jetzt wird erst einmal zu sehen sein, wer der FDP langfristig ins Seitenaus folgen wird. Denn wer auch immer zum viel zitierten „Steigbügelhalter“ für Merkel’s Politik herangezogen wird, dürfte es ebenso schwer haben, auch nur irgendwie Erfolg erzielen zu können.

    Hoffen wird, dass die SPD in der Opposition bleibt, zusammen mit den Grünen und das sie sich langfristig mit der LINKEN besser stellt.

  7. 07
    Georg

    Naja, für rot-rot-grün gäbe es aber eine regierungsfähige Mehrheit. Die SPD soll sich nicht so anstellen. Ich mein, vier weitere Jahre Union kann doch nicht so schlimm sein, wie eine Koalition mit der Linken einzugehen. Oder?

    Ansonsten vier weitere Jahre schwarz. Angela ist dann 63 und das ist ja nun wahrlich kein Alter in dem man sich nicht wieder zur Wahl stellen könnte.

    Und wie soll denn eine Minderheitsregierung klappen? Meinst du wirklich, dass mind. 5 Leute von SPD/Linke/Grüne Angela ihre Stimme geben würde? Glaube ich nicht.

  8. 08
    Georg

    2017 wird Gregor Gysi wohl nicht mehr antreten, dann wird Sara Wagenknecht die Zügel übernommen haben. Da frage ich mich schon ernsthaft, wie das bei ihr mit der SPD und den Grünen funktionieren soll. Rot-rot-grün halte ich jetzt für wahrscheinlicher und machbarer als für die Zukunft.

    Wenn die SPD oder Grünen mit der Union koalieren, dann können sie sich wohl gleich die Kugel geben. Das wird 2017 total abgestraft werden. Die SPD kann davon ja ein Lied singen. Aber gut, wenn die Grünen noch nicht genug Wähler verloren haben, sollen sie es machen. Für mich sind sie dann 2017 garantiert unwählbar.

    Einzige Möglichkeit für mich: rot-rot-grün

  9. 09

    „Warum aber so viele Bundesbürger die CDU wieder gewählt haben, bleibt mir etwas rätselhaft, ich kann nicht einmal die Überalterung der Gesellschaft dafür verantwortlich machen, denn anscheinend haben auch die Erstwähler in erster Linie der Kanzlerin ihr Vertrauen ausgesprochen.“

    Ja, offen gestanden bin ich auch ziemlich ratlos. Bei dem Wahlergebniss muss ich auch irgendwie an meiner Wahrnehmung zweifeln … eine gesellschaftliche Spaltung scheint’s nicht zu geben, allen geht’s prima … Ich gehöre damit wohl auf die Couch. :-(

    Meine Vermutung ist, dass trotz leicht gestiegener Wahlbeteiligung die relevanten „Schichten“, die KEINEN Grund gehabt hätte, gerade Schwarz zu wählen, zu Hause geblieben sind. Ich kann mich jedenfalls noch an diese Diskussion an die Zwei-Drittel-Gesellschaft erinnern:

    „Etwa zwei Drittel der Bevölkerung, die von gesicherten Beschäftigungsverhältnissen profitieren, stehen danach einem Drittel Beschäftigungsloser ohne Erwerbsarbeit gegenüber, die aktuell oder perspektivisch unter die Armutsgrenze absinken. Es bildet sich somit eine neue soziale Unterschicht und darunter noch ein sogenanntes Prekariat.“ (Tante Wiki: http://de.wikipedia.org/wiki/Zwei-Drittel-Gesellschaft)

    Ich meine, laut dem vorläufigen Ergebnis des Bundeswahlleiters sind 71,5 Prozent zur Wahl gegangen.

    http://www.bundeswahlleiter.de/de/bundestagswahlen/BTW_BUND_13/presse/w13032_Vorlaeufiges_amtliches_Ergebnis.html

    Das heißt, dass 28,50 Prozent nicht gewählt haben. Das wären ja fast die unteren 1/3 der Gesellschaft. Naja, die Quittung werden sie in den nächsten Jahren bekommen …

    Bei der sich ankündigenden schwarzen Zukunft hoffe ich nur, dass Thomas de Maizière nicht weiter macht. Das wäre für mich der Supergau: Ich sage nur NSU und Euro-Hawk … einfach untragbar, dieser Kerl.

  10. 10
    aristokitten

    Frau Superpräsidentinmajestät Merkel könnte ab jetzt jederzeit vom Backflash der Euro-Krise eingeholt werden. Das, oder aber einfach vom Ruhestand. Oder sie wird von ner Straßenbahn überfahren. Und dann wird die CDU in sich zusammenfallen wie ein zu lange gebackenes Soufflé. Jeden, der ihr gefährlich werden könnte, hat sie ja erfolgreich hinausgelobt.

    So oder so: Die wird die nächsten Jahre wenig Spaß haben.

    Ich muss ehrlich sagen, dass mich der Exitus der FDP etwas traurig stimmt. Die Partei steht für wichtige Werte, die nicht komplett nicht stattfinden sollten. Blöd, dass eine komplette Führungsgeneration das selbst total vergessen und mit Füßen getreten hat. Was für Idioten.

  11. 11

    @Georg #815476:

    „Wenn die SPD oder Grünen mit der Union koalieren, dann können sie sich wohl gleich die Kugel geben. Das wird 2017 total abgestraft werden.“

    Das sehe ich auch so, befürchte aber, dass es mit dem derzeitigen Personal genau darauf hinauslaufen wird. Offenbar scheint vor allem die SPD recht masochistisch veranlagt zu sein. Anders kann ich mir nicht erklären, dass die mit den Steinifixen zur Wahl angetreten sind …

  12. 12

    Stimme zu. Das Wahlergebnis hat mich auch erschreckt. Wusste nicht, dass Deutschland (und seine Jugend) sooo schwarz ist. Ich gehe noch ein bisschen weiter, indem ich vermute, dass auch die jungen Erstwähler keine Experimente wollen. Die kennen die Merkel seit 8 Jahren (das hat ja bald Kohl’sche Ausßmaße), es geht ihnen offenbar soweit gut. Wenn sie nicht so konform und bequem wären, würden viel mehr auf die Straßen gehen oder Häuser besetzen. Das macht ja kaum noch jemand. Ich glaube tatsächlich, dass es vielen (zu) gut geht und dass viele glauben, das läge allein an der Merkel-Regierung.
    Diejenigen, glaube ich, denen es nicht gut geht, die sind wahrscheinlich nicht zur Wahl gegangen, weil sich für sie keine Alternativen angeboten haben. Und das ist der traurige Punkt: Alternativen? Gab es die wirklich? Hätte Rot-Grün mit diesem Personal und diesen Programmen wirklich Großes erreichen können?
    Ich habe im Vorfeld der Wahlen gesagt, wenn es Schwarz-Grün gibt, dann werde ich nie mehr wählen gehen, dann kann man ja wirklich niemandem mehr glauben. Mittlerweile finde ich die Idee gar nicht mehr so scheiße. Dann gibt es (hoffentlich) Reibungspunkte in der Koalition und eine halbwegs große (linke) Opposition. Vielleicht wird das richtig spannend.
    Jetzt wird man ja sehen, ob es den Herrschaften um ihre Ideale und Einstellungen geht oder um Machtgeilheit.

  13. 13
    teiler

    die Stärke der CDU da auf der Erststimmen-Karte da oben ist in der andauernden Schwäche der SPD seit 2005 begründet, nachdem sie ausgerechnet als linke Partei den Sozialstaat zerstört hat. Davon hat und will sie sich bis heute nicht erholen. Wenn man die Wahlanalysen schaut, wird klar dass die Leute die CDU nicht wegen ihrer Inhalte wählen, sondern es sich um einen platten Personenkult handelt. Wählt einfach die Kanzlerin und alles bleibt wie’s ist.

    Ernühtend finde ich dass die Piratenpartei (im Gegensatz zur CDU!) nicht mal bei den Erstwählern punkten konnte, die ja als besonders netzaffin gelten.

  14. 14
    Bob

    @#815470: Word!

  15. 15
    f.

    Eine Freundin von mir – Erstwählerin – ist Zitat „Gespannt, was Angela jetzt daraus macht“. Die jungen Wählerinnen und Wähler sahen wohl alles problematische bei FDP und einigen CDU-Ministern. „Mutti“ dagegen scheint unfehlbar und wurde deshalb wiedergewählt.

    Mir ist schlecht. Richtig schlecht.

  16. 16

    @#815475: Die SPD hat rot-rot-grün den ganzen Wahlkampf über so vehement ausgeschlossen, dass sie das jetzt wirklich nicht machen kann. Sonst würde ihnen – zu recht – nie mehr jemand irgend etwas glauben.
    Ich hab ja auch nie so richtig verstanden, warum sie das ausgeschlossen haben, denn ich wünsche mir rot-rot-grün schon länger. Wahrscheinlich hatten sie Angst, dass das viele Leute abschrecken würde und sie dann doch lieber CDU statt SPD wählen. Wie auch immer, rot-rot-grün ist jetzt (leider) definitiv nicht machbar.

  17. 17
    Tim Maseberg

    Es ist so simpel und es ist so schwer, ja.
    Aber genau das ist eben die Herausforderung, der sich all diejenigen stellen müssen, die sich politisch etwas anderes wünschen: sie müssen sich selbst als Ursache sehen und persönlich etwas bewegen und nicht Bewegung verordnen (lassen). „Bewegung jetzt!“ – Wirklich?
    Ein Beispiel: 4 Mio. Hausbesuche der SPD z.B. klingt vielleicht viel. In Anbetracht der knapp über 60 Mio. Wahlberechtigten ist es jedoch wenig, wenn es darum gehen soll ernsthaft zu mobilisieren und zu überzeugen – nicht einmal 10 Hausbesuche pro SPD-Mitglied… alle „linken“ Parteien haben sich gegenseitig aus dem Bestand des anderen bedient.

    Wählen gehen allein genügt eben nicht wenn man etwas verändern möchte in einem Land, in denen es vielen eben gar nicht so schlecht geht und selten über den Tellerrand hinausgeblickt wird.
    Paradoxerweise gehen diejenigen Menschen nicht wählen (oder dürfen nicht), die am meisten eine Stimme benötigten.
    Noch schlimmer: Viele von Ihnen wissen noch nicht einmal, dass ich selbst mit Ihnen mitfühle! Sie fühlen sich lediglich von der Politik nicht verstanden, nicht gesehen oder wertgeschätzt. Wie könnte ich ihnen das Nichtwählen verübeln?

    Ich sehe mich selbst als freier Mensch in der Verantwortung etwas zu ändern und ich kann niemandem die Schuld für das Wahlergebnis geben.
    Ich kann mich beklagen und trauern. Ich kann aber auch diese Situation in etwas Gutes verwandeln. Ich kann mir z.B. eingestehen, dass mein eigenes, eher analytisches Verhalten zur Wahl eben keines ist, was helfen würde meine Werte in der Gesellschaft zu kultivieren. Lesson learned.

    Wer von Euch Bloggern und Bloglesern hat sich denn bitte in einem persönlichen Gespräch mit einer unbekannten Person vor der Wahl über Politik unterhalten? Ich kaum. Keine Ursache, keine Wirkung.
    Warum sollten dann Themen wie Vorratsdatenspeicherung eine Dominanz bekommen, die sie verdienten?

    Es zählen weder nur die Inhalte, noch ausschließlich die Köpfe. Wir sind alle immer noch Menschen und es zählt vor allem eins: Unser Herz und unsere Einstellung, die es braucht, um an „Merkel vorbei zu kommen“.

    Kopf hoch!
    Die nächste Bundestagswahl wird nämlich JETZT entschieden.

  18. 18

    @ scheiße aussehen und nicht klatschen können. Das Video lässt doch nun keine Fragen offen. Es fehlt einfach an Intelligenz. Nicht nur auf Seiten der Regierenden. Da müssen wir nun mal wieder für 4 Jährchen hindurch und die Intelligenz möglicherweise anhand von Lernprozessen herausbilden? Ganz großes Fragezeichen!

  19. 19
    Sinaj

    http://www.welt.de/kultur/pop/article117140968/Angela-Merkel-laesst-mich-ruhig-schlafen.html

    Das hier ist meine Erklaerung fuer diese Scheisse.

    Manchmal hoffe ich, dass wir auch endlich unten aufklatschen wie unsere europ. Freunde, nur damit das obige mal ein Ende hat.

  20. 20
    Eike

    Wenn die Parteien „standhaft“ bleiben, gibt es Neuwahlen.

  21. 21
    JST

    Mir persönlich ist es zu einfach, wenn man von einem Personenwahlkampf spricht und den WählerInnen nur ein einfaches „Die haben alle nur Frau Merkel gewählt“ zubilligt.

    Die Mehrzahl der Menschen hat offenbar das Gefühl, es würde ihnen gut gehen. Warum sollten sie deshalb etwas anderes wählen? Never change a running system. Die CDU hat sich die Nappelköpfigkeit der FDP zum Vorteil genommen und dafür gesorgt, dass die Leute entsprechend Angst vor Veränderungen haben, wenn die FDP rausfliegt. So könnte sich eventuell auch erklären lassen, warum die CDU die Stimmen bekommen hat und sogar eine beachtliche Zahl an NichtwählerInnen aktivieren konnte.

    Die CDU hat einem wertkonservativen Volk am besten klarmachen können, dass sie mit ihrer Parteichefin zusammen die Pfründe sichern wollen – für die Partei und damit auch für einen größeren Teil der Bevölkerung. Die CDU war einfach die bessere Verkäuferin in einem Wahlmarkt, der eher herzlos von den anderen Parteien beackert wurde.

    Ganz nebenbei: Der Neidwahlkampf, den Grüne, Linke und SPD geführt haben, halte ich für komplett falsch. Steuererhöhungen fordern von Leuten, die viel arbeiten und vielleicht dadurch gutes Geld verdienen – das muss in die Hose gehen. Man muss sich vielleicht mal vor Augen führen, wer da übermäßig besteuert werden sollte: Leute mit einem Einkommen ab ca. 80.000 € p.a. – sprich Leute im mittleren bis gehobenen Management. Also UnternehmerInnen bzw. Angestellte, die damit um ihr wirklich hart verdientes Geld bangen würden. Man mag diese Leute mögen oder nicht – aber man muss von diesen Leuten keinen Applaus erwarten, wenn sich SPD, Grüne und Linke hinstellen und diese Leute für das angebliche Übel verantwortlich machen wollen. Erst recht, wenn eine Partei wie die SPD für die Agenda 2010 verantwortlich ist, die schon die Bevölkerungsschicht der Armen stigmatisiert hat. Da bleibt nicht mehr viel an WählerInnenpotenzial.

    Zurück zum Thema: Warum sollen BürgerInnen eine ungewisse Alternative wählen, wenn sich sie vom Gefühl her bei der aktuellen Regierungsführung besser aufgehoben sehen?

    Es war doch klar, dass die Leute im Moment ganz gut drauf sind. Also hätte der Wahlkampf womöglich mit einfacheren und klareren Worten geführt und auch erklärt werden müssen. Stattdessen floskelte man sich so durch. Mindestlohn war da noch ein relativ starkes Thema – aber aus der Neiddebatte heraus geführt, anstatt das Elend der NiedriglöhnerInnen fair darzustellen. NSA und Co waren für die Leute weit weg, weil ihnen kaum jemand die Konsequenzen erklären konnte oder wollte.

    Für mich gibt es ein Fazit: Egal welche Partei – Parolen helfen kaum noch – maximal den extremen Rändern, aber selbst da ist die NPD nicht mehr wirklich über der Wahrnehmungsschwelle.

    PS: Ich bin heute bei den Piraten eingetreten und hoffe damit und mit zukünftiger Unterstützung in der Parteiarbeit einen kleinen Beitrag leisten zu können, dass es eine interessante Wahlalternative im kommenden Bundestagswahlkampf geben kann.

  22. 22
    Eike

    Ich bin für stetige Neuwahlen mit immer diesem Ergebnis. So nach dem 5. oder 6 oder 7. Urnengang rufen wir dann die Anarchie aus.

  23. 23

    Ich stimme in ganz vielen Punkten mit deinem Beitrag überein, aber in einem hast du, denke ich, Unrecht: bei vielen der von dir genannten Themen wird es keinen Stillstand geben. Dafür wird das Bundesverfassungsgericht schon sorgen.

  24. 24

    Merkel ist der neue Kohl. Die gewinnt auch die Wahl in vier Jahren.
    http://istinalog.net/2013/09/22/wundestagsbahl/

  25. 25
    Dominik

    Was soll eigentlich dieses Gejammer? Oh, die Deutschen haben Schwarz gewählt, die Welt geht unter!!1! Wirklich? Glaubt irgendjemand auch nur halbwegs ersnthaft, das es unter Rot-Grün bezüglich Bürgerrechte irgendwie anders laufen würde? Die haben doch erst so richtig mit der Aushöhlung angefangen… Erinnert sich noch jemand an den Herrn Otto Schily oder ist das schon wieder vergessen? Die Grünen haben damals ja auch nichts dagegen gemacht, obwohl (oder weil?) sie in der Koalition waren. Die kann man also auch getrost vergessen.
    Ernsthaft, kann mir irgendjemand im restlichen Parteienspektrum auch nur eine ernsthafte Partei nennen, die bezüglich Bürgerrechte und Bürgerrechte im Netz eine echte Alternative geboten hätte?
    Von der Linke habe ich diesbezüglich nichts gehört. Wahrscheinlich waren denen andere Themen wichtiger.
    Die Piraten etwa? Die Piraten sind schon lange keine wählbare Alternative mehr, da die sich lieber in schön chaotisch-aggressiver Form mit Randthemen wie dem achso wichtigen Gerndern austoben, als sich wieder um ihre Kernthemen zu kümmern und die ganzen Spinner und Besserwisser rauszuschmeissen. Und die es seit Monaten sogar geschafft hat, den Elfmeter – wenn nicht sogar den Einmeter-, den Snowden ihnen hingelegt hat, mit Anlauf zu versemmeln.
    Die FDP hat sich ja dank der großen Koalition bis auf ihr Feigenblatt LS „dezent“ bei Der snowden-Affäre zurückgehalten und ist wegen ihrer Inkompetenz zu Recht aus dem Parlament geflogen. Der AfD ging es um vieles, Bürgerrechte habe ich aber nicht wahrgenommen.
    Also: CDU, raus. SPD, raus. Grüne, raus. FDP, raus. Linke, raus. Piraten, raus. AfD, raus. Wer bleibt übrig? Ich sehe niemand.

  26. 26
    Christoph

    Da muss ich als Erstwähler gerade mal anmerken, dass ich natürlich nicht die CDU gewählt habe und auch niemanden in meinem Alter kenne, der von denen, der AfD oder der FDP irgendetwas hält. Als wir zur letzten Landtagswahl eine schulinterne Wahl durchgeführt haben, sahen die Ergebnisse auch nicht so schlimm aus, dementsprechend wundern mich die Aussagen bezüglich jüngerer Wähler ein kleines bisschen.

  27. 27
    Hotte Neumann

    An tagen wie diesen, endlich sind die hosen da angekommen wo sie schon seit jahren hingehören.

  28. 28
    Heri

    Was wählt man, wenn ma keine Wahl hat? Ein Teil der angsprochenen Themen sind sicherlich nicht das Kompetenzthema der schwarzen, aber leider gab es keine Partei die noch wichtigere Themen ebenso anbot! Sprich es gibt unwählbare Thesen! Man kann doch nur das geringere Übel wählen und das ist für die meisten die CDU. Ich hoffe auf starke Opposition, dass auch die letzten Themen noch in die richtige Bahn gelenkt werden. Die letzten Jahre haben doch gezeigt, dass die CDU sich der Masse anpasst und auch neue Meinungen übernimmt – das haben wohl auch einige mitbekommen.
    Darüberhinaus hat mich generell im Wahlkampf aufgeregt – fast keiner hat mit Themen geworben sondern jeder hat nur gebasht was das Zeug hielt – Ekelhaft! Auch die Piraten: 80% aller Nachrichten war herziehen über andere, wenn Fragen zu Themen kamen wurde ein Link zu einer unübersichtlichen Themenseite geliefert – jeder muss das Programm aber inne haben und vertreten! Der Ansatz der Piraten war mal gut, aber leider ist eine deutliche Tendenz nach stark links zu erkennen und nicht wie der Ursprungsgedanke war: jeder soll mitgestalten – die wurden von den Schreihälsen wohl rausgeekelt.
    Auch hier wie überall wird die AfD in die rechte Ecke gestellt: ja ein paar Thesen sind etwas weiter rechts anzusiedeln, aber insgesamt nicht rechtsextrem wie es immer gern dogmatisch dargestellt wird – nur ein Fakt der mich doch deutlich am Rechtsextremismus zweifeln lässt: über 1/4 der Wähler der AfD sind von „den Linken“ abgewandert! ..oder haben die ganzen Nazis sich bei den Linken versteckt? Für mich hatten sie aber auch nicht genug Themen, die sich mit meinen Ansichten deckten.
    Dennoch 2 Parteien, die ich in Zukunft weiter beobachten werde.
    Noch kurz zu den anderen: Linke: ein Plakat unter dem der Linken hat es mal gut getroffen: (Sinngemäß) wenn auch das Risiko, die Kredite eine Unternehmers etc geteilt werden kann auch der Rest geteilt werden.. Kommunismus hat schonmal versagt.
    Grüne: die tun heute genau das, wogegen sie früher protestiert haben: anderen vorschreiben wollen, wie man zu leben hat! In Ihrem Gutmenschenwahn entstehen durch die Grünen mehr Verbote als durch sonstwen. Desweiteren sollten sie mal ihre Vergangenheit so offen aufarbeiten, wie sie es von anderen verlangen.
    SPD: einfach nur noch profillos….

  29. 29

    @#815504: als Köln-Fan fiel mir das schon immer schwer, dieses Lied zu singen/aufzulegen. Jetzt wird es fast unmöglich.

  30. 30
    Eike

    Hä? Hör Dir doch einfach Ülüsü von der LP Opelgang an.

  31. 31
    detlef

    Mit Verlaub,

    ich glaube, die meisten von euch verstehen „die junge Generation der Erstwähler gar nicht.“

    Warum sollten wir den Kampf, den unsere Eltern schon nicht gewonnen haben bzw. nicht gewinnen wollten, weiter ausfechten? Rings um uns versinkt die Welt im Chaos – so macht es den Anschein, also warum sollten wir unseren Kopf heraus stecken? Ist vielleicht nicht besonders mutig, aber Mut füllt nicht den Magen und der Rückzug ins eigene Glück wurde schon früher von anderen Generationen gewählt.

    Viele, die die junge Generation bashen, sollten sich klarmachen, dass das „ihre“ Kinder sind, ob nun leiblich oder geistig. Und da fällt mir nur der stellenweise doch sehr großartige Stephen King ein, der da sagt:

    „Ich will meine Generation (die 68er) nicht schlecht reden. Mache ich aber doch. Wir hatten die Möglichkeit ein Paradies zu bauen und haben lieber Wallmart gewählt.“

    Fangt ihr erst mal an, eure Smartphones und Lebensversicherungen und Einfamilienhäuser, Erst- und Zweitwagen, Geschirrspüler und den Zitat: „digitalen Menstruationskalender“ (lol) über Bord zu werfen. Wenn ihr uns das vormacht und ein bißchen Arsch in der Hose beweist, ein bißchen Risiko eingeht, nur ein kleines bißchen! … dann ziehen wir gerne nach, keine Frage. Aber so… who cares about old, fucked up men?

    Den Jungen kann man nix vorwerfen, die schauen sich, gerade auch bei den Eltern genau alles ab und gehen dann den Weg, der ihnen am günstigsten erscheint.

    Gruß,..

    PS: Davon muss und soll sich jetzt keiner persönlich angegriffen fühlen, nur wer mit „DEN jungen Erstwählern“ losschiesst, bekommt eben „DIE alten Säcke“ zurück.

  32. 32
    Sombrero

    Ich habe rot-grün gewählt (grün, weil Ströbele Direktkandidat war).

    Der lahme Wahlkampf hat Mutti einfach in die Arme gespielt. Zwei Wochen vor der Wahl mit dem Mittelfinger zu kommen war eine ganz schlechte Idee… Aber alles egal.

    Im Endeffekt ist alles links von der cdu zersplittert und kommt auf keinen gemeinsamen Nenner. Daa ist das großr Problem. Hinzu kommt noch, dass die SPD in einer breiten Masse nicht mehr wählbar ist, solange die Bekannzen Agenda Köpfe noch da sind. Die SPD braucht einen richtigen Neuanfang,

    Allerdings sehe ich niemanden aus der zweiten Reihe, der das machen kann. Ich dachte mal Wowi wird irgendwann seine Chance kriegen. Seine politische Karriere liegt aber irgendwo in Schönefeld und weint.

  33. 33
    Jan

    Die CDU ist so sozialdemokratisch geworden, dass das Ergebnis folgerichtig ist.
    Die SPD der Lehrer, Lehramtsstudenten und Angestellten des Öffentlichen Dienstes ist so weit nach links gerutscht, daß es natürlich nicht mehr für Mehrheiten reicht.

    Ich bin mit und in der SPD von Johannes Rau groß geworden. Das war eine konservative Partei der Arbeiter, die meist mehr als 50% geholt hat. Das war die SPD der Kohle, der Atomkraft, der Auto- und der Chemieindustrie. Die heutige CDU steht programmatisch eher links davon.
    Ich verstehe Eure Enttäuschung darüber, dass ein großer Teil Deutschlands Euren Blick auf die Welt nicht teilt.

    NSA = für die Meisten schlicht völlig nebensächlich, da Null Auswirkung auf ihr Leben

    BGE = die Vorstellung ist für die meisten arbeitenden Menschen absurd

    Gentrifizierung = versteht da draußen kein Mensch, dass 20 Minuten S-Bahn fahren eine Menschenrechtsverletzung sein soll. Das ist eine weinerliche Diskussion von einer winzigen Minderheit, die nicht aushält, dass die Welt sich dreht.

    Chancengleichheit = die Menschen spüren, dass dieser Begriff meist missbraucht wird, wenn Ergebnisungleichheit herrscht. Mehr Chancengleichheit sorgt eben nicht für gleichere Ergebnisse, sonder eher für eine größere Bandbreite, da persönliche Faktoren voll durchschlagen.

    Hört auf zu jammern! Nie ging es so vielen Menschen in Deutschland so gut wie heute. Daran ändern auch die Zahlentricks der Armutsindustrie nichts, die Ungleicheit zur Armut umdichten.

  34. 34

    @#815510: Ich in fern davon, einer Generation etwas vorzuwerfen. Aber ehrlich: „Unsere Eltern haben’s nicht geschafft, daher versuchen wir es gar nicht erst“ ist ein sehr schwaches Argument. Smartphones wegwerfen könnt ihr auch alleine.

    @#815514: Das ist dann halt so die Argumentationsweise, nach der man sich für die CDU entscheidet. Ist mir klar. Mag ich trotzdem nicht.

  35. 35
    Sebna

    @#815514: „…Nie ging es so vielen Menschen in Deutschland so gut wie heute.“

    …auf dem Pulverfass. Ist schon extrem kurzsichtig die Argumantation.
    Es war und wird bedauerlicher Weise kaum so sein, daß Politik und Gesellschaft mit Blick auf eine nachhaltige Zukunft gestaltet werden und daher stets immer nur „aufgeräumt“ wird was irgendwer, irgendwo verfeiert hat.

  36. 36
    Annette

    Macht den Kohl nicht fett und ändert auch prinzipiell nix an der Diskussion, aber Spiegel online ging wohl gestern die Farbe aus. Soooo schlimm wie auf dem Bild oben, sieht’s dann doch nicht aus. http://www.spiegel.de/politik/deutschland/bundestagswahl-2013-wahlergebnis-grafik-bundestag-wahlkreis-a-923496.html#startTab=1

  37. 37

    Vermutlich wurde nicht die CDU gewählt, sondern Merkel. Unsere süße Neuland-Mutter, irgendwie ist sie ja auch knuffig. Und es ist ja auch in Ordnung, ein knuffiges Fähnchen im Wind zu sein, aber ich hätte gerne lieber Politiker mit Ecken und Kanten – solche, die man entweder voll gut findet, oder voll blöd. Die eine Meinung haben und für etwas stehen. Aber die sind rar geworden, wir wollen alle nur noch Kuschelgruppe Bundestag; wenn der böse Peer den Mittelfinger zeigt, dann wird der gleich totgeredet von den Medien. Dabei lebt Politik von Auseinandersetzung, nicht von überharmonischem Großkoalitions-Liebficken.

  38. 38
    Michael

    @Eike: Neuwahlen? Was käme da wohl neues raus: Die FDP eventuell wieder drin (damit Mutti nicht mit den bösen Sozen muss). Die AfD vielleicht auch drin weil sich einige Leute sagen das könnte ja doch keine verlorene Stimme sein. Und dann? Nee, danke.

    Eine Möglichkeit wäre vielleicht folgendes: Die SPD lässt sich auf eine Koalition ein unter der Bedingung auch die Grünen zu beteiligen. Außer das dadurch die Opposition verdammt klein wird dürfte es keine Nachteile haben.

  39. 39
    Jan

    @Michael: Das ist ja mal ein interessanter Ansatz. Praktisch rot-grün mit Merkel als Kanzlerin. Was machen wir mit der CSU?

    @Sebna: Kein Mensch, noch nicht einmal unsere Kanzlerin behauptet, dass alles in Ordnung sei. Leider gerät der linke Mainstream zuverlässig auf den Holzweg, wenn behauptet wird, es würde alle immer schlimmer, Schuld sei der Turbokapitalismus und die Lösung liege mal wieder in mehr Regulierung, mehr Staat, mehr Umverteilung. Die Lösungen führen dann schon fast zwingend in die Irre.

    Was ist den das Pulverfass? Nicht erst seit dem Bericht des Club of Rome wird der Tag des jüngsten Gerichtsp permanent vorhergesagt. Und dann kommt er doch nicht. Wie wäre es denn mal mit Steuern auf Sicht und Vertrauen, dass Menschen Lösungen finden, wenn Probleme da sind.

    Die Konzepte zur Umgestaltung der Gesellschaft sind alle groß und schmerzhaft gescheitert. Gott sei Dank!

  40. 40
    maxe

    Nur ein kleines Dorf im Osten leistet tapfer Widerstand.

  41. 41
    Agustín

    Die Leute haben Angst vor dem Wechsel. Es ist überall so. Vor allem, wenn es einem Land so gut geht wie Deutschland. Egal wie viel das kostet. Andere „Kleinigkeiten“ wie Adoptionsrecht, Überwachungsstaat und nicht klatschen können sind uninteressant, weil die für die meisten Leute im Alltag nichts ändern.

    Schade, ist aber so.

    @Anette: Das ist die Erststimme-Karte. Auf dem Bild oben ist die Zweitstimme-Karte.

  42. 42
    Miss Ant H. Rope

    Öhöm. Nur mal so eine kleine Frage – die mir seit Sonntag durch den Kopf schwirrt – in wie weit hatte unsere sogenannte „Medienlandschaft“ wohl Einfluss auf den Wahlausgang? Wen hat denn die diesjährige „wir machen mal Quote mit der BTW“ TV-Chose, der man sich, auch wenn man DAS gezielt nicht guckt, kaum entziehen konnte, erreicht? Diejenigen, die sich für Inhalte interessieren? Oder doch die, die auch bei BigBrother Cents für´s Voting ausgeben? Auch die „Presse“ hat mitgeschrieben, für den Status Quo ( auch wenn´s meist als vermeintliche „wenn heute Bundestagswahl wäre“Stats getarnt war ). Und über manche hat sie dann mal wenig bis gar nix gebracht – ein Schelm wer Böses dabei denkt. Das dieser USA-like-Medienhype „Wahlkampf“ keinen Einfluss hat – ich glaube es nicht. Und wonach entscheidet man da – als konditionierter „TV -Glotzer“ ? Optik vor Inhalt.
    Man konnte den Snipets aus den diversen Shows ja kaum entgehen. Beispielhaft für mich, die Chose mit Herrn Gabriel ( den ich nicht mag ). Herrje, was haben sich Menschen, mit denen ich darüber gesprochen habe, über den aufgeregt. Dabei hat er doch recht wenn er so nem „Mädchen“ drückt, dass sie ihren Köpfchen nicht nur für Frisur sondern auch zum DENKEN hat ( freie Übersetzung von mir ).
    Also, könnte es sein, dass der BÜRGER keinen Politiker mag, der gerne denkfähige, kritische und ggf. widerständige Bürger möchte? Das passt zur Prozentzahl für die „Lass das mal Mutti machen“-Partei. Denn an der Neopren-Lady perlt eh alles ab ( wir erinnern uns: Merkel =Umweltministerin=sichere Endlager… ). Und so strahlt sie weiter „was-auch-immer-man-sehen-will“ aus.

    Mein neuester Albtraum : die CDU erobert konsequent das „Neuland“, stellt unser oldschool -Wahlsystem um ( mit Papier-Wahlbenachrichtigung und so Kram ) auf Televoting. Dann gibt es am Wahlsonntag von 8-18h die grosse GrandPrix-artige Show ( natürlich auf jedem Sender & im Livestream ). Gewählt werden kann dann – nach vorheriger Wahlberechtigungs-Verifizierung per App – per sms ( 0,44cent ) oder online… kennt der Zuschaue— eh Wähler doch ;-)

  43. 43
    Miss Ant H. Rope

    @#815494:
    fürchte ich auch. Wir haben, Jahrgang 69 und 70, mal geguckt wieviele Kanzler wir erlebt haben ( nehme ich Brandt raus, Lebensalter 0-4, den, als Kanzler, nicht wirklich „erlebt“ und Scheel aus bekannten Gründen ) kommen wir auf VIER! Ziehen wir also vom Lebensalter Brandt & Scheel ab, bleibt ein Rest von 39 Jahren. Alle vier Jahre ( oder schneller ) wird gewählt – wären also 10 BTW und Kanzler gab es 4.
    Ja, wenn sie nicht ihr „Versprechen“ / Geblubber von einer letzten Amtszeit wahr macht – es wird so kommen…

  44. 44
    Miss Ant H. Rope

    Ups, der vorherige Eintrag sollte zu Kommentar 24 von Frederik sein. Um Kopfschütteln vorzubeugen ;-)

  45. 45
    Hingucker

    Mir kommt es irgendwie so vor, als hätte niemand eine Ahnung davon, was die AfD eigentlich will. Dass diese Partei rechtspopulistisch sein soll, ist eine weit verbreitete Lüge der Medien. Schaut euch bitte Bernd Lucke im Interview an und dann sagt mir, ob das ein Nazi ist oder ob der Mann einfach nur mal kombiniert hat.

    Der Mann hat ganz entscheidende Gründe, warum er meint, die EU klappe SO nicht, z.B. weil sie momentan einfach nur die eigene Spaltung provoziert aufgrund von wirtschaftlichen Interessen, die irgendwo vor der Küste Griechenlands liegen…
    Ich kann es es nicht ab, wenn Leute, ohne sich vorher zu informieren, einfach nur das nachplappern, was sie irgendwo bei Markus Lanz, diesem Möchtegern, aufgeschnappt haben.

  46. 46

    Gehe diese ganze Sache der Wahlentscheidung mal wieder pragmatisch an.

    Was für ein Umstand, in einen Land zu leben, welches uns ermöglicht freie
    Meinungsäußerung, lecker Pizzadienst und das Wahlrecht zu beanspruchen.

  47. 47

    Das Wortgebilde „Beziehungsstress“ nimmt vorweg,
    weshalb es durchaus länger dauern kann, bevor es
    zu einer einvernehmlichen Lösung kommt. Alles Gute

  48. 48
    Honk

    @#815476: wagenknecht hatte ja gerade ihr erstes fotoshooting in der gala als kahla. in 2017 dann wieder, leicht bekleidet und ohne mieder. da wird dann auch der letzte csuler schwach und macht das kreuz bei ihr.

  49. 49
    Oppi

    @ Hingucker : „Mir kommt es irgendwie so vor, als hätte niemand eine Ahnung davon, was die AfD eigentlich will. Dass diese Partei rechtspopulistisch sein soll, ist eine weit verbreitete Lüge der Medien. Schaut euch bitte Bernd Lucke im Interview an und dann sagt mir, ob das ein Nazi ist oder ob der Mann einfach nur mal kombiniert hat. “

    Rechtspopulismus =|= nationalsozialistisch. Die AfD verfolgt eine absolut marktradikale Wirtschafts- und Sozialpolitik, heftiger als die FDP, und ein anderes Wort als „rechts“ gibt es dafür schlicht und ergreifend nicht. Da könnte ich mich ja auch hinstellen und sagen, die Linke sei nicht links, weil sie nicht offen den Kommunismus fordert. Auf beiden Seiten gibt es Abstufungen, auch wenn sich Konservative ungern als „Rechte“ bezeichnen lassen. Sie sind es schlicht und ergreifend. Auch Union und FDP sind rechte Parteien. Und wenn die Argumentationsweise der AfD nicht „populistisch“ zu nennen ist, dann weiss ich nicht was sonst. Bildniveau.

  50. 50
    Eike

    F Schröder: AfD -Die Nazis der Besserverdienenden….

  51. 51
  52. 52
    Alfred

    Mit Nazi und Klimaleugner kann man mittlerweile jede nicht korrekt-linke Meinung totschlagen.
    Also ich finde der AFD ist einfach ein notwendiges Korrektiv Was hingegen die Volksparteien CDU und SPD machen ist eine allgemeine Volksverdummung und im übrigen auch Demokratie gefährdend. Die von den Parteien besetzten Medien spielen da schön mit (AFD = Populismus/SPDCDU = Verantwortung und Vernunft).

    Man sollte doch einfach mal ohne Phrasendrescherei (Europa/Solidarität) die Sache mal nüchtern durchrechnen.

    Deutschland ist mit 80 % des Bruttoinlandsprodukts verschuldet. Rettungsmaßnahmen für ebenfalls überschuldete Südländer werden auf Kredit finanziert. Wir leben nur deshalb noch ganz gut mit der Sache, weil die anderen Staaten gemessen zu ihrer Produktivität doch noch wesentlich mehr verschuldet sind. Die einfache Wahrheit ist doch: Zins und Zinseszinssystem ist auf Dauer kontraproduktiv für die, die irgendwann sich nicht mehr so schnell bewegen können wie es das System erfordert(e). Da kann man doch nicht sagen, dass dieses AFD-Programm nun tendenziell eher rechts wäre, weil man dies sich zu hinterfragen traut.

    Ich wenigstens kann der Argumentation von Professor Lucke folgen. In sich ist mir da vieles schlüssiger als in den Konzept der beiden großen sozialdemokratischen Parteien. Man muss sich doch einfach mal überlegen bei dem sich der Staat und damit der Steuerzahler Geld leiht, wohin Gewinne fließen und wer davon letztendlich partizipiert. Nämlich die Eigentümer der Bank. Das hat nichts damit zu tun ob Deutschland solidarisch oder nicht solidarisch mit den Südländer ist oder nicht. Letztlich werden wir gezwungen solidarisch mit den Anteilseignern von Banken zu sein, weil sonst keiner mehr bereit ist den nach neuen Ausgaben lechzenden Politschranzen Geld zu leihen.

    Das schlechteste was der Staat Banken antun kann, ist doch einfach keine Schulden mehr aufzunehmen. Da hat der Staat und der arbeitende Untertan etwas davon. Aber fragen Sie, mal wie viel Rückhalt die Arbeiterpartei SPD noch bei den Leuten im Blaumann hat.

  53. 53
    idrop

    Rechtspopulismus =|= nationalsozialistisch. Die AfD verfolgt eine absolut marktradikale Wirtschafts- und Sozialpolitik.

    Achja wer hat alles im Bundestag für die Bankenrettung gestimmt?
    Von der Bankenrettung profitieren in erster Linie nur diejenigen die auch Geld auf dem Konto haben. Der kleine Mann darf den Wohlstandserhalt finanzieren.

    Wer ist jetzt hier Sozial?

  54. 54

    Meine politische Meinung mal außen vor gelassen, finde ich das viel Schlimmere an der ganzen Bundestagswahl, dass doch heute eher nach Symphatie für die entsprechenden Kanzlerkandidaten gewählt wird und nicht etwa aufgrund von einem Wahlprogramm einer Partei, das am ehesten mit meiner Meinung übereinstimmt.

    Nein, stattdessen musste ich zunehmends in meinem Bekanntenkreis feststellen, wie viele unsere liebe Angie wählte, da diese ja „total symphatisch“ ist. Nichts gegen Frau Merkel, aber eine Person nur aus Symphatiegründen zu wählen, halte ich für sehr gefährlich.

  55. 55
    Alfred

    Wahlprogramme werden aber nach der Wahl an Koalitionsgegebenheiten angepasst und gelten letztlich sowieso nichts mehr. Deshalb wählt das Volk instinktiv den „Symathieträger“,damit die Wahlentscheidung nicht völlig umsonst war. Ist nicht schön, „iss aber so“.

  56. 56

    Ein richtig schwarzer Tag war’s und es werden bestimmt noch mehrere auf uns zu kommen! Vielleicht gibt’s auch eine schwarze Kuppel über unseren Köpfen wie bei Steven King?! :D Ich bin jedenfalls mit dem Wahlergebnis nicht zu frieden wie die meisten hier…

  57. 57

    #56

    Zufrieden sein heißt Unbesorgtheit.

    # 55

    Unterstellung der Kompetenz/IO

    # 54

    Facelike

    # 53

    Populismus = „Von den Reichen kann man sparen lernen“.