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Band Aid 30: Alles scheiße? (Updates)

oxfam
Bildquelle: Oxfam

Für den eher unwahrscheinlichen Fall, dass es jemand noch nicht mitbekommen hat: Es gibt eine Neuauflage und eine deutsche Version des Charity-Songs „Do They Know It’s Christmas?“, an dessen Erstentstehung sich nur die Älteren unter den Leserinnen und Lesern erinnern werden. Die Geschichte hinter der deutschsprachigen Neuauflage, für die Campino die Verantwortung von Band-Aid-Initiator Bob Geldof übertragen wurde, kann man u.a. bei SpOn lesen.

In Zusammenarbeit mit Marteria, Thees Uhlmann und Sebastian Wehlings hat Campino einen größtenteils deutschen Text für den Song geschrieben (der Chorus blieb Englisch), Vincent Sorg und Tobias Kuhn haben die Musik produziert, die auf eine zumindest interessante Weise versucht, dem 80er-Jahre-Sound Modernität einzuhauchen.

Die Band-Aid-Neuauflage könnte nun eine Debatte über den Kampf gegen Ebola auslösen und darüber, wie am besten geholfen werden kann. Sie könnte auch die seit Jahren geführten, wichtigen Streits über den Verbleib von Spendengeldern neu aufleben lassen. Stattdessen geht es in den Schlauberger-Kolumnen und vielen Kommentaren mal wieder darum, auf möglichst „clevere“ Art zu formulieren, wer und was alles Scheiße ist. Ein kleiner Tipp: Es ist nicht etwa Ebola, sondern natürlich der Song, die Macherinnen und Macher. Also die so gehassten „Gutmenschen“, die natürlich alles falsch machen.

Willkommen im Wohlstand des 21. Jahrhunderts, in dem die Wortbestandteile „Gut“ und „Mensch“ offiziell zur Beleidigung geworden sind. Und in dem man am wenigsten Risiko eingeht, wenn man besonders gut im „Allesscheißefinden“, „Bloßfürnichtseinstehen“ und „Auchkeinelösunghaben“ ist. Wir sind so irre ironisch. Nur leider nicht witzig.

Du wirst nicht entäuscht wenn du nie etwas erwartest
und bevor du etwas falsch machst, dann mach mal lieber gar nichts

Kraftklub, „Schüsse in die Luft“

Aufgepasst: Bei der Kritik an Band Aid geht es nicht um die Frage, ob im Kampf gegen Ebola Geld benötigt wird, wer das bezweifelt, verwechselt Organisationen wie Ärzte ohne Grenzen oder Oxfam mit Karnevalstruppen. Bei der Kritik an Band Aid geht es im Kern um zwei andere Dinge.

Zunächst um die alte Frage, ob sich Musiker und andere Künstler glaubhaft für wohltätige Zwecke einsetzen können und sollten. Und wie man das findet, wenn sie es tun. Die Beantwortung dieser Frage ist eine sehr individuelle, ich selbst bin froh darüber, wenn Künstler ihre Prominenz einsetzen, um Gelder einzusammeln und für Aufmerksamkeit zu sorgen.

Ayke Süthoff bei Vice sieht das anders und findet eigentlich alles scheiße. Bevor er den Song gehört hat, wusste er, das er scheiße sein wird, denn (fast) alle, die mitmachen, sind scheiße, das Jahr 2014 war sowieso scheiße (und wird im Text mit 1939 verglichen, haha, voll ironisch und krass übertrieben natürlich, ey!), er fordert Campino auf, selbst zu spenden, ohne zu wissen, dass der das tut, und überhaupt ist alles scheiße. Man könnte Mitleid mit Süthoff bekommen, denn offenbar hat er ein echt beschissenes Jahr gehabt, würde er nicht am Ende seines Textes eine völlig korrekte Schlussfolgerung ziehen:

Wer den Song und die ganze Aktion so scheiße findet, wie Ayke Süthoff, der soll einfach ohne Umwege an Ärzte ohne Grenzen spenden. Das ist eine legitime Aufforderung. Und ich erwarte gar nicht, dass Süthoff dabei angibt, ob und wie er selbst spendet, denn das geht mich nichts an.

Ich finde es aber schade, dass Süthoff seinen Text nicht über die beste Art zu spenden geschrieben hat und dass er seinen Spendenaufruf ans Ende seines Scheißetextes gepackt hat, in dessen Titel er (haha, voll ironisch und krass übertrieben natürlich, ey!) die Grausamkeit des Songs schlimmer findet als die von Ebola. Und dass der Spendenaufruf außerdem einer ist, den Ayke Süthoff erst geschrieben hat, nachdem Band Aid 30 bekannt wurde, ist auch ein bisschen ironisch. Aber anders.

Natürlich weiß ich, dass ein Vice-Text keine Klicks bekommt, welche Werbekunden bringen, die die Autorenhonorare finanzieren, wenn man keinen reißerischen Titel wählt und möglichst oft alles scheiße findet. Und man muss ja froh sein, dass der Artikel nicht mit dem verrutschten Bikini-Oberteil einer Tänzerin auf Crack bebildert wurde. Aber verdammte Scheiße (die Klicks, ihr wisst schon …), geht es wirklich nur noch so?

Im Grunde macht Hajo Schumacher auf RadioEins auch nichts anderes, nur für eine andere Zielgruppe und viel unlustiger als Ayke Süthoff. Statt „Scheißefinden“ bedient sich Schumacher halbintellektueller Höhöhöhö-Witze und fordert wegen Tabaluga ein Auftrittsverbot für Peter Maffay. Voll ironisch und krass übertrieben natürlich. Ohne „Ey!“ diesmal, und auch ohne sich für eine Spenden-Alternative stark zu machen.

Schumacher spricht aber die zweite, wichtigere Kritik an Aktionen wie Band Aid an: Den Geldfluss. Die ebenfalls seit langer Zeit diskutierte Tatsache, dass Spendengelder in bestimmten Regionen in den Taschen von Despoten verschwinden, ist so traurig wie wahr. Und sie ist eine konstante Herausforderung für Hilfsorganisationen aller Art, denn die Lage vor Ort ist in der Tat – auch hier hat Schumacher recht – mehr als komplex.

Warum aber muss auch Schumacher diese Feststellungen in zynische Ablehnung derer verpacken, die dennoch Geld sammeln? Glaubt er wirklich, dass kein Geld gebraucht wird im möglichst schnell zu führenden Kampf gegen Ebola? Geldofs Band Aid Trust musste wie viele andere Organisationen oft eingestehen, dass trotz aller Bemühungen und Kontrollen nicht immer sichergestellt werden kann, dass Spendengelder zu 100% dort ankommen, wo sie hingehören. Aber soll das bedeuten, dass die UN und Hilfsorganisationen jede finanzielle Hilfe einstellen sollen? Eine Beantwortung dieser Frage von Hajo Schumacher wäre mir wichtiger als ein süffisanter Kommentar über Peter Maffay.

Ich weiß, dass Geld kein Allheilmittel und sowieso nur ein Teil der benötigten Hilfe ist. Ich weiß auch, dass Hilfe zur Selbsthilfe immer der bessere und nachhaltigere Weg ist, wirklich zu unterstützen. Wie das aber im Fall von Ebola funktionieren könnte, der im Moment ein Rennen gegen die Zeit ist, weiß ich nicht, und ich bin sicher, dass auch Hajo Schumacher keine Idee hat. Sonst hätte er sie uns sicher mitgeteilt.

Es ist so leicht, Aktionen wie Band Aid scheiße zu finden, so leicht, dumme Sprüche darüber zu machen, sich den einen oder anderen Lacher abzuholen. Viel schwerer ist es, sich einfach mal für eine Sache einzusetzen im vollen Bewusstsein, dass sie uncool wirken kann und vielleicht sogar nicht zu 100% hieb- und stichfest ist.

Aber keine Sorge, es gibt einen Haufen Künstler und Bands, die cooler sind als die, die bei Band Aid mitmachen. Denn sie haben abgesagt. Vielleicht ist ihnen die Aktion nicht ironisch genug.

Hinweis: Die gesamten flattr-Einnahmen für diesen Artikel gehen an Ärzte ohne Grenzen und ich packe selbst noch 100 Euro drauf.

Disclaimer: Ich kenne Campino und andere Beteiligte ein bisschen, keiner davon hat mich auch nur ansatzweise um diesen Artikel oder andere Unterstützung gebeten.

UPDATE Kritik am Originaltext kann ich übrigens sehr gut verstehen. Der Text von „Do they know …“ ist streckenweise furchtbar. Und: Ayke Süthoff reagiert auf Twitter sehr entspannt auf meine Kritik, obwohl ich seinen Namen versehentlich zunächst etwa zwölfmal falsch geschrieben hatte. Und: Stephanie wies mich auf diesen Text bei Tonspion hin, aus dem auch der Hinweis auf „Africa Stop Ebola“ stammt:

Noch ein UPDATE: Von Michael Hobbes ist ein hervorragender, schwieriger, langer und kritischer Text zum Thema bei New Republic erschienen, der ohne Vorwürfe und persönliche Beleidigungen auskommt, sich auf die Suche nach Lösungen und Antworten begibt und zwischendrin auch die verständliche Motivation hinter allen Hilfsversuchen auf den Punkt bringt: „We have so much, they have so little“.

62 Kommentare

  1. 01
  2. 02
    Max

    Es geht halt immer noch um Wohltätigkeit, nicht um Wandel. Warum werden denn Krankheiten ausgerechnet in Afrika so oft zu humanitären Katastrophen? Warum herrscht, trotz der X-ten Auflage von Band Aid, immer noche bittere Armut und warum müssen immer noch zig Millionen in Slums unter unglaublichen Bedingungen leben? Darüber könnte mal ein populäres Liedchen gesungen werden …

  3. 03
  4. 04
  5. 05
    h s

    @Max: Es hindert Dich keiner, einen Masterplan fuer Afrika zu vertonen. Das Werk duerfte allerdings laenglich und sehr spekulativ werden. Und das wird niemandem dort jetzt gegen Ebola helfen…

  6. 06
    Tania

    Diese Aktion nicht gut zu finden und sich zu 100% für diese oder eine Sache einzusetzen widersprechen sich in meinen Augen nicht.

  7. 07
    markus

    Wort. Danke!

  8. 08

    @frank: Wären die Kommentare in deutschen Medien auch nur halb so gehaltvoll und unzynisch wir bspw. der bei aljazeera.com, hätte ich meinen Text nicht geschrieben.

    @Max: Deine Fragen sind ja die richtigen. Warum man die Nichtbeantwortung aber nun Musikern vorwirft und jahrzehntelang nicht der Politik, verstehe ich nicht.

    Es geht auch nicht darum, dass man jede solcher Aktionen kritiklos hinnehmen sollte oder dass das alles nur super ist. Aber ich kann diesen herablassenden Ton allerorts nicht toll finden (den es aber auch auf Band-Aid-Seite gibt, siehe „There won’t be snow …“ usw.).

  9. 09
    manfred

    Also dass Viceübliche Geknatter mal abgezogen, es bleibt immer noch der Teil des Artikels, der hier ncht erwähnt wird, und in dem er darauf hinweist dass Amazon, itunes, Spotify und Universal durchaus mir dem Thema Geld verdienen. Der Prodduzent, das Studio,die Bearbeiter und Komponisten etc auch? Handelt es sich um die früher übliche „von dieser LP gehen 1 DM an die Ofer“ Abzocke, während der Rest unter reichen Leuten aufgeteilt wird? Das ist angesichts der verheerenden Krankheit übelster und gemeinster Zynismus.

  10. 10

    “Allesscheißefinden”, “Bloßfürnichtseinstehen” und “Auchkeinelösunghaben”. Genau deshalb geht unsere Gesellschaft zur Zeit den Bach runter.

  11. 11

    Wie ich mal fast einen Kommentar geschrieben hätte, der dem Text gleichermaßen zustimmt als auch widerspricht, während er seine eigene Position sowohl untermauert als auch obsolet gemacht hat. Wow.

    Anyway: Ich mag Band Aid irgendwie nicht so, aber: Guter Text. Danke.

  12. 12

    @manfred: Wegen iTunes etc. hatte ich ja auch gesagt, dass der Vice-Hinweis, direkt bei ÄOG spenden zu können, ein guter ist.

    Von den beteiligten Musikern, Produzenten, Texter etc. bekommt niemand Geld (soweit ich weiß!). Aber wie Apple und Spotify solche Aktionen handhaben, weiß ich nicht. Kann aber mal versuchen, das herauszufinden. „10 Cent pro Download gehen an …“ oder sowas ist das jedenfalls nicht.

  13. 13

    @toba: Das Irre ist ja: Ich mag Band Aid auch nicht total. Aber ich mag es noch weniger, wie manche das begründen. Da gefällt mir dein Kommentar schon besser. :)

  14. 14
    Max

    Ich will die Politik gar nicht von der Kritik ausnehmen, ganz im Gegenteil, aber man hängt halt noch immer der romantischen Vorstellung an, dass der Künstler den König kritisiert und würde sich wünschen, dass Musiker sich da nochmals anders positionieren, als die Politik von der man’s schon so gewöhnt ist. Zumal da ja auch Leute wie Campino oder Jan Delay dabei sind, die sich auch schon mal anders geäußert haben.

    Ich finde Spenden ja richtig, es muss dringend kurzfristig was passieren, aber es wäre schön, wenn’s nicht jedes mal wieder so wäre, also ob die Katastrophe etwas völlig neues wäre und überraschend hereinbricht.

    Ansonsten, das Lied zu den Ursachen gab’s natürlich auch in den 80ern schon, sogar ein ganzes Album dazu: https://en.wikipedia.org/wiki/Pictures_of_Starving_Children_Sell_Records

  15. 15

    @Johnny Haeusler: Mein Gedankengang ging eher in die Richtung, dass das es einerseits Gründe für diese Reaktionen/Begründungen gibt, die du kritisierst (siehe tonspion oder telegraph), als auch andererseits, dass das die grundlegende Aufmerksamkeitsökonomie im Internet ist: Aktion -> Reaktion und die Empörungsmaschine schlägt in beide Richtungen aus. Davon profitiert am Ende ja auch dein Artikel, Empörung über die Empörung. Und am Ende bewegt sich was: Leute kaufen die Single oder nicht, leute flattern oder spenden woanders usw.

    Das ist recht Meta und wie am Ende tatsächlich obsolet, denn was wollte ich mit der Position erreichen? Deinem Artikel widersprechen? Irgendwie schon, aber eigentlich auch nicht, denn ich bin froh, dass du ihn geschrieben hast.

  16. 16

    Danke für den Text!
    Mir ging schon bei der Ice Bucket Challenge auf die Nerven, dass das alle reflexartig scheiße fanden. Damals hat Herm die richtige Antwort gefunden: http://www.hermsfarm.de/blog/ich-mag-eiseimer/

    Und weils irgendwie passt, hier noch ein Text zum Thema Spenden, der mir bei jedem lesen ein derart schlechtes Gewissen macht, dass ich im Anschluss gleich diverse Spendenformulare ausfülle:
    http://www.utilitarian.net/singer/by/199704–.htm

  17. 17
    nk

    Die ARD hat jedenfalls mal zugunsten der Werbung eben mal das Ende der „TV-Premiere“ abgeschnitten. Humanität : Kommerz – 0 : 1

  18. 18
    Louise

    haste aber sowas von auf den Punkt gebracht!!! Danke!

  19. 19
    Henni

    hi johnny!

    die prinzipiellen ausführungen zum thema gutmensch vs. ironie sind zwar richtig, aber einer der grundlegenden punkte, warum alle abkotzen, der wurde nicht genannt: die musikalische integrität. wenn das lied vom marzahner frauenchor aufgenommen worden wäre, oder von den dschungelcamp-allstars, dann könnte man damit vielleicht noch leben. aber wenn künstler, die jahrelang ihre ernsthaftigkeit und kritische wahrnehmung propagieren, etwas veröffentlichen, das ihrem künstlerischem schaffen so entgegensteht, dann nimmt man das denen einfach nicht ab. ich spreche denen – wie allen gutmenschen – nicht den willen zu helfen ab, aber jeder von denen hätte andere, cleverere möglichkeiten, als so einen verkleisternden scheiss abzuliefern, der im endeffekt dazu beiträgt, daß sich leute nach einer zehn-euro-spende selbstzufrieden zurücklehnen und sich um nichts mehr kümmern. ich nehme das keinen von denen ab, das steht für mich in einer reihe mit voice-of-germany-juroren, die alle zur sendung ihre neue platte promoten. kein guter zweck heiligt alle mittel. und es ist auch kein zufall, daß die cdu einen hosensong bei der wahlparty singt (wäre den ärzten eher nicht passiert, die ihre fans lieber die indizierten texte einiger songs selber mitsingen lassen).
    damit meine ich, die art und weise, wie man sich solcher themen (und auch spendenaufrufe) annimmt, kann jeder künstler selbst bestimmen. für mich ist aber ein lied wie „do they know it’s christmas“ und die aufbereitung in dem zusammenhang (ebola) fast schon zynisch, auf jeden fall hat es etwas verlogenes. einfach geld spenden: gerne.

    liebe grüsse, henni.

  20. 20

    Noch als Ergänzung zu den links von Frank:

    http://www.telegraph.co.uk/news/worldnews/ebola/11236278/Why-Adele-was-right-to-ignore-Bob-Geldof-and-Band-Aid.html

    Weiss nicht wieviel davon auf die deutsche Version zutrifft, aber von Popstars die Steuersparmodelle einsetzen lasse ich mir nicht gerne vorschreiben ich hätte gefälligst zu spenden.

  21. 21
    Sarina

    @Johnny Haeusler:

    „Herablassender Ton“ ist ein gutes Stichwort. Den gibt es nicht „auch bei Band Aid“, das ganze Projekt ist nichts anderes. Statt so herzzerreißend über die ach so armen Afrikaner zu singen, wäre es schöner gewesen, mit einigen von ihnen zu singen und vor allem die Kritik derjenigen zur Kenntnis zu nehmen, die mit dieser Hilfe gemeint sind.

    http://www.theguardian.com/music/2014/nov/20/african-musicians-band-aid-30-alternative-song-ebola

    http://www.theguardian.com/commentisfree/2014/nov/19/turn-down-band-aid-bob-geldof-africa-fuse-odg

    http://www.theguardian.com/world/2014/nov/20/-sp-africa-stop-ebola-band-aid-alternative

    In meinen Augen bringt es dieses Zitat gut auf den Punkt:

    „Band Aid’s original single was accused of being patronising, perpetuating a “white saviour” narrative; the release of the new video to raise funds to tackle Ebola has triggered accusations that the musicians’ approach to Africa has not evolved.“

    Keine Frage, Ebola muss bekämpft werden, und dafür wird unter anderem Geld benötigt. Aber muss es dafür wirklich das Wohltätigkeitskaffekränzchen der Upperclass sein? Nichts anderes ist das hier.

  22. 22
    Henni

    super artikel im telegraph, dem ist nichts hinzuzufügen.

  23. 23
    knut

    Für all die, die mit der Aura der Weisheit gesegnet sind: Wer über moralische Fragen urteilt, lässt sich immer auf Moral ein. Ganz zu schweigen von ihrem Unvermögen zwischen Fakten und Urteil zu unterscheiden, ihre Wortwahl zeigt halt, was es ist: das übliche Gerede. Moralisten und Bedenker spielen immer das Spiel der Gegenseite. Herr Schlau wirft Geldorf und Genossen vor, dass diese massenwirksam handelt und reden, wie er fast unbeachtet redet und denkt.
    P.S.: super Artikel, mal sehen wer sich outet?

  24. 24
    Tobias Friedrich

    Johnny, du hast insofern Recht, als dass dumme oder ironische, aber wenig witzige Kommentare eben nur das sind.

    Aber im Umkehrschluss möchte ich kein schlechtes Gewissen haben müssen, wenn ich das Lied furchtbar finde und auch die Art, wie das Ganze aufgezogen ist. Die Artikel, die hier verlinkt werden, und auch jene unter deinem Facebook-Post sagen schon einiges aus.

    Was hätte denn eigentlich dagegen gesprochen, dass Campino Geldof am Telefon sagt: Bob, ist lieb gemeint, aber lass uns doch einfach ein gutes Lied nehmen (oder schreiben), mit einem guten Text, der womöglich gar nichts mit dem Thema zu tun haben muss?

    So ist mir, auch wenn das geleugnet wird und auf einige der Beteiligten nicht zutrifft, zu viel Eitelkeit im Spiel. Ich hoffe, dass viel Geld zusammenkommt und vor allem an den richtigen Orten und in den richtigen Händen landet. Aber das Lied und der Text sind wirklich unterirdisch.

  25. 25
    Orla

    Ihr benutzt das Wort „Scheisse“ häufig, aber völlig falsch.

    Das Lied ist grässlich…. und berührt mich gar nicht.

    Ich hätte mir mehr von peter fox gewünscht. *nein… lächel* mit fehlt hier die ernsthaftigkeit, bei all dem spass, den die interprenten offensichtlich hatten. der text ist teilweise unverständlich… und es macht den eindruck, als wäre er „mal eben aus dem boden gestampft“. wenn ich dazu noch lese: „Euer X Social Media Team“… nutzt da jemand die gunst der stunde?! für mich… ein NoGo.

  26. 26

    Da die meisten Menschen auf dieser Welt grässlich uninteressiert sind, zieht man ihnen wohl auch am besten mit einem grässlich uninteressanten Song das Geld aus der Tasche. Zur Abwechslung mal zu einem guten Zweck. Band Aid ist einmal eine gute Sache, und zwar beim ersten Mal. Das war trotz schlechtem Song eine witzige Aktion, all die bekloppten Crooner mal kurz ne Zeile einsingen zu lassen. Mittlerweile ist die Luft allerdings raus und dann auch noch auf deutsch und dem Personal? Da fällt einem dann nicht mehr viel ein. Gute Sache hin, Gute Sache her. Ne Überweisung geht auch ohne Spektakel.

  27. 27
    Martin

    Mich würde eher mal interessieren, ob den ganzen Bloggern, Medienfritzen und anderen Lautsprechern überhaupt bewusst ist, dass die meisten Menschen von der ganzen Aktion nur beiläufig Notiz nehmen. Und von den Ereiferungen und Kommentaren ebendieser „wichtigen“ Personen schlicht – gar nicht?
    Sack Reis in China und so…

  28. 28

    Tiefpunkt heute in einem Facebook-Post zu dem Thema: „Aber seine Tochter hat Geldof nicht gerettet.”

    Da fällt einem nicht mehr sehr viel zu ein.

  29. 29
    Gondor

    Meine Kritik an solchen Aktionen ist da grundsätzlicher.
    Wohltätigkeit war schon immer eine Art der Reichen/Prominenten etwas von dem was sie „den Bedürftigen“ vorher mittel- oder unmittelbar abgenommen hatten wieder abzugeben. Dabei darauf sorgsam achtend mit grösstmöglicher Effizienz das eigene Image/Ego zu pflegen. Am wichtigsten dabei ist natürlich die Erhaltung des Status Quo! Heisst, möglichst keine Änderung des für die Profiteure (Politik/Wirtschaft/Mafia…) so fabelhaft funktionierenden Systems. Verweis hier wieder einmal auf Georg Schramm, der dazu einen selten pointierten Vortrag sogar vor entsprechenden Akteuren gehalten hat. http://www.youtube.com/watch?v=VDXD0L2duLs

    Schonmal gefragt warum es jetzt die schon x-te Auflage der Band Aid gibt? Weil es eine reine ErsteWelt-Wohlfühlaktion ist und niemandem wirklich wehtut, andererseits aber auch so GAR NICHTS an den (jeweiligen) Ursachen/Strukturen ÄNDERT. WinWin Situation also, besonders auch medial. Es ist ja auch so bequem sich nach Aktion (Aufnahmezeit etc. oder als Normalo Geld spenden) zurückzulehnen und dafür auf die eigene Schulter zu klopfen. Hilft das gespendete Geld? Nach Hörensagen ja – zum Teil. Allerdings verschwindet ein Grossteil in die falschen Taschen. Und was würde stattdessen mehr und dauerhafter helfen? Interessanterweise das was uns auch im „eigenen“ Land (weiter)helfen würde. Politischer werden/HANDELN, auch und v.a. auf eigenes Risiko. Wobei hierzulande es kaum als Risiko betrachtet werden kann laut die eigene Meinung zu sagen etc. v.a. im Vergleich mit den meisten anderen Gegenden/Ländern der Welt um uns herum – zumindest NOCH.
    Irgendwo hiess es mal: Nur wer sich bewegt spürt seine Ketten. Vielleicht fühlen sich nur deshalb hierzulande viele so frei und durch viele Medien in ihrem „Bauchgefühl“ auch bestätigt.

    Zum Thema Ebola an sich: Also eher wenigsten hiermit http://www.youtube.com/watch?v=ruYQY6z3mV8 unterstützen, wenn man schon nur mit/durch Musikkauf helfen/spenden will.

  30. 30
    gut+mensch

    Die falschen Leute, mit dem falschen Lied, für die richtige Sache. Schwierig, bei dem Verhältnis keine Kritik zu üben. Und das die kommen wird, wusste man von den vorherigen Aktionen. Geldorfs Charity Firma könnte man daher vorwerfen ein wichtiges Thema mit absehbarer Negativ-PR* torpediert zu haben.

    Warum nicht einfach eine dicke Summe überweisen und meinetwegen noch den Scheck bei Twitter posten? Weniger ist manchmal mehr.

    *das Bono wg. fragwürdiger Businessdeals und Steuertricks so glaubwürdig für Charities ist, wie der Papst für Pro-Choice Aktionen, sollte man mitbekommen haben.

  31. 31
    stan

    Sich für eine Sache einsetzen, die durchziehen und sich in die Öffentlichkeit damit stellen wird halt immer Dreck-Werfer finden, weil sie die Sache doof finden, die Leute oder einfach um sich selber wichtig zu tun. Ich habe davor Respekt und ich glaube kaum dass Campino sich nicht mit den Kritikpunkten an solchen Wohltätigkeitsveranstaltungen auseinander gesetzt hat oder bereit ist das zu tun.

    Aktuell haben Organisation wie MSF und weitere riesige Probleme die nötigen Ressourcen (die *jetzt* benötigt werden) aufzubringen und dabei können sie fast jede Unterstützung gebrauchen.

    Danke für den Artikel.

  32. 32
    guenter

    wieviel geld hast du bekommen für diesen schwachsinn?

  33. 33
    ecofix

    was willst du jetzt mit diesem einfältigen artikel erreichen?
    merkst du nicht was für egozentiker vorm mikro stehen und gar nicht merken wie scheisse sie sin weil ihre persönlickeit mittlerweile ihre vernunft überwältigt.
    wirklich Johnny Haeusler, willst du mir wirklich damit sagen dass ich falsch liege wenn ich dieses video und die menschen darin erbärmilch finde?
    wer bist du um das zu sagen?
    die genze hassgesellschaft ist schuld an der misere der heutigen welt, wir die überhaupt keine macht mehr besitzen?
    heul weiter johnny gutmensch

  34. 34
    Michael

    Der Artikel bezieht sich zwar nicht direkt auf Band Aid und/oder Ebola, passt meiner Meinung nach aber trotzdem ganz gut hier dazu:
    http://www.newrepublic.com/article/120178/problem-international-development-and-plan-fix-it

  35. 35
    Frank Werner

    Verhindern ist das neue Gelingen. Das Lied gefällt mir nicht besonders aber die Idee. Deshalb habe ich alle Versionen einfach mal blind gekauft. Ich denke, so etwas sollte man jedes Jahr machen. Schon um die aktuelle Musikszene für später mal festzuhalten.

    Frank

  36. 36
    Ralf

    Also ich finde die Originalversion von 1984 einfach melodisch und gesanglich viel besser.
    Diese Neufassung finde ich eine gute Idee, aber ansonsten hört es sich grauenvoll an.
    Ich bleibe bei meiner alten Version, bei der neuen kriege ich Ohrenkrebs, sorry.

  37. 37
    Ralf

    So ist es richtig:
    Also ich finde die Originalversion von 1984 einfach melodisch und gesanglich viel besser.
    Diese Neufassung finde ich eine gute Idee, aber ansonsten hört es sich wirklich grauenvoll an.
    Ich bleibe bei der alten Version aus meiner Jugendzeit (1984 war ich 20), als Sänger noch gesungen und nicht gesprochen haben. Bei der neuen Auflage bekomme ich Ohrenschmerzen, sorry.
    Ich werde mir dieses erbärmliche Gejaule nicht noch einmal anhören.

    Achso, ich spende seit 18 Jahren allmonatlich für die Welthungerhilfe, für den Kampf gegen Ebola habe ich auch ohne diesen schrecklichen Song bereits vorab einen Betrag von 20 € abgedrückt..
    http://www.aktion-deutschland-hilft.de/de/hilfseinsaetze/ebola-westafrika/

  38. 38

    früher wurde musikern, die sich an charity-aktionen beteiligen, ja vorgeworfen, sie würden das aus publicity-gründen machen, um gut dazustehen. nach der ekelhaften karriere des schimpfwortes „gutmensch“ ist es inzwischen ja schon ein pr-risiko, bei so etwas mitzumachen. was campino, maffay und liefers (warum der eigentlich?) da machen, ist also fast schon wieder subversiv.

    was gar nicht geht, ist die nummer, die bob geldof mit adele gebracht hat. ihr vorzuwerfen, dass sie nicht mitmacht, wirkt sehr unsouverän und kleinlich und schadet wirklich der sache (wenn es geldof um die sache geht). denn wie auch in dem vice-artikel steht: es gibt tatsächlich viele andere wege, auch ohne band aid etwas zu machen.

    allerdings glaube ich, dass die, die sich jetzt am lautesten über band aid aufregen, auch die sind, die noch nie in ihrem leben gespendet oder geholfen haben. aber klar: meckern und pöbeln kostet auch nix.

  39. 39
    gut+mensch

    @1ng0: Hinter der Veröffentlichung von Adeles Absage vermute ich, das Geldof Probleme hatte „A-List-Stars“ zu bekommen und etwas frustriert war.

    Das generelle Problem von Aktionen, wo Stars (=Besserverdiener) das gemeine Volk anregen Geld zu spenden, wurde nicht erkannt. In der jetzigen ökonomischen Situation in England/Resteuropa ist das reichlich unsensibel oder schlichtweg ignorant.

    Vielleicht hätte man einen ähnlichen Weg und Kanal wie die Icebucket Challenge wählen sollen.

    @Johnny: Übrigens ein hervorragender Satz zum Wort Gutmensch.

  40. 40
    Torsten

    Rein interessehalber: Welcher Anteil des Ladenpreises geht eigentlich an den Band Aid Trust? Universal spendet die Gewinne aus dem Erlös. Spendet der Einzelhandel seine Marge? Amazon? Spotify? itunes?

    Vor dreißig Jahren wurde meiner Erinnerung nach 1 Mark pro verkaufter Einheit von „Nackt im Wind“ gespendet, was meiner Erinnerung nach manchem fragwürdig vorkam.

    Ansonsten erklären die oben verlinkten Artikel zu Guardian und aljazeera alles recht anschaulich. Ich werde mir die Single nicht kaufen & ein Hilfsprojekt in meiner Region mit einer Spende unterstützen. Flüchtlinge, Straßenkinder, Drogenprävention. Think global, act local. Alter Hut, immer noch richtig.

  41. 41

    @1ng0: @gut+mensch: Ich verstehe jede(n), der oder die eine Abneigung gegen Geldof (oder auch Bono) hat. Leicht macht der einem das Mögen nicht, ich glaube (ohne ihn zu kennen), der ist ein ziemlicher Stinkstiefel. Viele seiner öffentlichen Reaktionen sind unterirdisch, nicht nur die Nummer mit Adele, auch die vor einigen Jahren, als es Fragen nach dem genauen Verbleib der Gelder gab.

  42. 42

    @Torsten: Ich versuche mal herauszufinden, wie es mit den Einnahmen der Vertriebe aussieht. Das ist ja ein generelles Problem mit allen Charity-Aktionen. Ich habe mich auch immer bei Benefiz-Konzerten meiner eigenen Band gefragt, warum bei den Künstlern klar ist, dass sie auf Honorare verzichten, aber genauso selbstverständlich ist, dass viele andere trotz Benefiz voll bezahlt werden (Fahrer, Roadies, etc.).

  43. 43
    Gondor

    @Johnny: Künstler haben, im Gegensatz zur Crew, mehr als (die) eine Möglichkeit (Gage) der Einnahme, z.B. über Airplay, Merch etc. und auch positive Promo die solch ein Event immer bedeutet, auch wenn sich das jetzt kalt/zynisch anhören mag. Gehe mal davon aus dass den Künstlern zumindest meist Anfahrt/Hotel etc. bezahlt wird. Das stellt ja auch niemand in Frage. Zumindest habe ich das früher bei meinen entsprechenden Gigs so gemacht.

    Eine Benefizveranstaltung (mit) zu machen ist immer eine sehr persönliche Entscheidung. Die finanzielle Seite ist da nur ein Aspekt.
    Was würdest Du denn dann eigentlich machen wenn sich nur ein Teil Deiner Crew bereit erklären würde auf ihre einzige Einkommensmöglichkeit zu verzichten?

  44. 44
    Torsten

    @Johnny: Das wäre wirklich interessant. Auch wenn die physischen Verkäufe weit unter 1984 liegen werden – bei einer Handelsspanne von geschätzt 20% + x kommt da der eine oder andere Schutzanzug zusammen.

    @Gondor: Unkosten zu erstatten ist völlig ok. Den Techniker, Hotel und Reisekosten zu bezahlen ist völlig korrekt (wenn es nicht first class sein muss). Ich rede von Konzernen, für die es ein Klacks sein dürfte, ihre Gewinne aus dem Verkauf zu spenden (oder für jeden Euro Gewinn (nicht Umsatz) einen aus der Portokasse draufzulegen). Macht aber wohl keiner, jedenfalls habe ich noch keine entsprechende PR mitbekommen.

    Am Ende bleibt die Sache mit der Aufmerksamkeit. Da kann man ewig drüber streiten, ob die eher den Popstars oder Ebola zugute kommt. Bei Bob Geldof sieht es so aus, dass er wohl derjenige ist, der über 30 Jahre am meisten von der medialen Aufmerksamkeit profitiert hat, die durch Band Aid erzeugt wurde.

  45. 45
    Ralf

    Wieso erscheint mein Name in arabischen Schriftzeichen??????
    So habe ich das nicht eingegeben, ich bin Einheimischer!!!!

    Ralf #45

  46. 46
    Ralf

    @#1296872: Wer hat hier meinen Text kopiert?

  47. 47

    @Ralf: Weil dein inzwischen gelöschter Kommentar einen Spamlink enthielt.

  48. 48

    @Gondor: Klar, Unkosten müssen drin sein. Und die Crew war ein doofes Beispiel. Nehmen wir stattdessen Raummieten, auf die wohl auch keiner verzichtet. Aber du hast ja recht: Für Musiker *kann* das halt auch Promo sein. Ob das heute und in diesem Fall noch zutrifft, bezweifle ich. Für jemanden wie Campino ist das derzeit eher Negativ-PR. Es hat ja Gründe, warum ein recht bekannter Rapper der härteren Gangart einen Tag vorher seine Zusage zum Projekt zurückgezogen hat. Sorge um Imageverlust vielleicht.

  49. 49
    seb

    @Gondor: Das sehe leider sehr ähnlich. Am System wird sich so eher nix ändern bzw. es wird noch zementiert da sich der Wohlfühlfaktor erkauft werden kann.
    Ich finde das aber grundsätlzich eine schwierige Entscheidung, da ich das Gefühl habe, dass sich viele Menschen dem ganzen Mist der so passiert ohnmächtig gegenüber sehen und irgendwie versuchen damit klar zu kommen.

    Vielleicht ganz gut zum Thema passt das Buch „Die Mitleidsindustrie: Hinter den Kulissen internationaler Hilfsorganisationen“. Es liefert leider auch keine Lösungen zu Punkten wie „Soll ich spenden auch wenn dadurch Waffenlieferungen mitfinanziert werden, denn immerhin kommt ja ein bisschen Hilfe an?“, aber es gibt einen guten Überblick an (wie ich finde) fundierter Kritik an großen Hilfsoorganisationen.

    Das Ganze hilft aber natürlich den Menschen im Ebola-Gebiet nun leider auch nicht weiter. Ich habe da na klar auch keine Lösung für merke die Widersprüche und Konflikte die sich da auftun. Ich wollte an dieser Stelle aber auch nochmal darauf eingehen, dass sich HIER etwas ändern muss, damit sich die Situation insgesamt verbessern kann! Das sehe ich mit solchen Aktionen leider nicht.

  50. 50
    Niklas

    Leute die Sachen scheiße finden, scheiße finden ist genau so scheiße finden. Heuchler

  51. 51
    Ingo

    Campino und seine Hosen hätten einfach die 1984erVersion in gewohnter Hosen Manier covern sollen und es wäre ok gewesen. Aber die Radio-Dauerbeschallungs-Lieblinge wie Herre, Delay, Cro usw., die für mich nur scheiß Musik ohne jegliche Message machen, lassen das Ganze so peinlich und unerträglich wirken.

  52. 52
    Ralf

    #50 Niklas

    Wenn Du mal erwachsen bist, wirst Du einsehen, dass man auch andere Meinungen akzeptieren sollte.
    Und die Neufassung von Band Aid ist nun mal furchtbar.

    Na gut, 1984 warst Du noch nicht auf der Welt, Sprechgesang und Katzengejaule sind eben heute In.
    Und deshalb höre ich mir dies auch nicht an.

    MfG
    Ralf (50 Jahre)

  53. 53
    Zwiesel

    ich mag die polemik von jan böhmermann zu diesem thema:

    https://www.youtube.com/watch?v=qx_qdOWy784

    haten ist meistens nicht mehr als billig, soweit stimme ich dem artikel voll und ganz zu. böhmermann gibt allerdings schon ein paar interessante und fundierte gründe an. man darf auch nicht übersehen, dass schmähkritik von unangenehmen netz-kommentatoren noch niemanden geadelt hat. eine stehengebliebene uhr geht zwei mal am tag richtig – ähnlich verhält es sich mit sehengebliebenen hatern. insofern kann man von band aid 30 getrost von grossem schmu reden, ohne sich zu den trollen gesellen zu müssen.

  54. 54
    Albert

    Ja, wir sind angekommen in einer Wirklichkeit in der nur Bob Galedorf und Campino Ebola noch aufhalten können. Dazu muss man sich lediglich an einem scheinheiligen Schwachsinnsritual beteiligen. Und statt normal Geld zu spenden, ksnn das Unheil nur abgewendet werden, wenn man ein symbolisches Musikstück bei Apple, Amazon, Google usw. erwirbt.

    Eine absolut beschissene Scheissunterstellung dann noch an all die Menschen, die nichts von dieser Art der Geldeinwerbung halten. Die sitzen nur regungslos herum. (Ich spende direkt an die Organisationen und brauche sicherlich keinen Campino der mir seine Weltsicht aufdrängt).

    Es wäre schön wenn jemand mal tranpatent machen könnte wie der genaue Geldfluss bei diesem Ablasshandel aussieht. Ein Plus wäre es dann noch, wenn jemand ebenso bei diesem komplexen Thema der Frage nachgeht, ob die Schäden durch falsch verteilte Spendengelder nicht weitaus grösser sein kann als den Nutzen den man bewirken wollte.

  55. 55
    Ben

    Neben der unberechtigten Kritik, wird von einigen ein weiterer Punkt kritisiert: Das falsche Bild von Afrika. In deinem Update hast du ja schon auf die unschöne Frage „Do they know…“ verwiesen. Als ob wir den Afrikanern Weihnachten bringen müssen… Als ob die Afrikaner die ungebildeten von Nebenan seien. DAS Afrika, wo alle arm und hungern und krank sind, gibt es natürlich nicht. Aber so wird es oft vermittelt; und nein, wir müssen den Afrikaner nicht Weihnachten bringen.

    Ich finde es gut zu Spenden aufzurufen. Und durch Verkauf von einem Gut (hier der CD/dem Download), steigert man die Spendensumme. Der Spender hat immerhin danach etwas, wodurch er an die Spende erinnert wird. Aber 30 Jahre später hätte man ruhig mal auf Kritik hören und den Text ändern können.

    Und zudem kritisiere ich die Aufforderung, sich die CD zu kaufen, auch wenn man die Musik nicht mag. Das ist mehr als unangebracht. Dann sollte lieber dazu aufgerufen werden, direkt zu Spenden.

    Des weiteren sind solche Spendenaktionen auf lange Sicht ziemlich Sinnlos. Man bekommt auf einen Schlag eine hohe Summe an Geldern. Besser wäre es regelmäßige Spender zu gewinnen. So können die Projekte langfristig Planen. Besser man hat 1000 Spender, die ein Euro jeden Monat geben, als 5000 die einmalig je einen Euro geben. Dennoch sind auch einmalige Spenden gut.

    Ich für meine Teil spende lieber direkt an entsprechende Hilfsorganisationen. Um so mehr Zwischenstationen, um so mehr Geld geht für Verwaltung/Distribution/etc. drauf. Das muss nicht sein. ;-)

    Schön wäre es natürlich auch gewesen, afrikanische Musiker mit ins Boot zu holen, statt irgendwelche deutschen…

    Abschließend: Es ist nciht „alles Scheiße“, aber auch nicht „alles gut“.

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