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Der Internet Patriot Act

Lawrence „žLarry“ Lessig, Jura-Professor an der Stanford University und Creative Commons-Erfinder, erzählte dem Publikum der diesjährigen Fortune Brainstorm Tech Konferenz von einem i-9/11-Event, der zum Anlaß genommen werden würde, um die Rechtssprechung bezüglich des Internets radikal umzugestalten und einen von ihm so genannten Internet Patriot Act zu verabschieden, der natürlich schon längst in den Schubladen der Verschwörer Politiker schlummert.

Juhu! Endlich wieder Briefe schreiben! Ist doch auch viel romantischer. Video mit Larry Lessig und ein Transkript nach dem Klick.


Direkt

There“™s going to be an i-9/11 event. Which doesn“™t necessarily mean an Al Qaeda attack, it means an event where the instability or the insecurity of the internet becomes manifest during a malicious event which then inspires the government into a response. You“™ve got to remember that after 9/11 the government drew up the Patriot Act within 20 days and it was passed.

The Patriot Act is huge and I remember someone asking a Justice Department official how did they write such a large statute so quickly, and of course the answer was that it has been sitting in the drawers of the Justice Department for the last 20 years waiting for the event where they would pull it out.

Of course, the Patriot Act is filled with all sorts of insanity about changing the way civil rights are protected, or not protected in this instance. So I was having dinner with Richard Clarke and I asked him if there is an equivalent, is there an i-Patriot Act just sitting waiting for some substantial event as an excuse to radic-ally change the way the internet works. He said „of course there is“.

[via]

13 Kommentare

  1. 01

    Versteh ich einfach den Gag nicht?

    Welches Unternehmen?

    Larry Lessig sagt doch einfach „rapidly“

  2. 02

    Nee, er sagt „žradic-ally“… ist ein technischer Fehler.

  3. 03
    Jan(TM)

    [DIE VERWENDUNG DES URSPRUENGLICHEN NAMENS DES UNTERNEHMENS WURDE UNS UNTERSAGT]
    Der Spreeblick rADI*ALenerlass.

  4. 04
    michael

    „There“™s going to be an i-9/11 event.“

    So, tatsächlich? Vielleicht ist das einfach nur aus dem Kontext gerissen oder holperig formuliert, aber so klingt mir das ein bisschen zu sehr nach Verschwörungstheorie. Die Spekulation „if there“™s going to be an i-9/11 event, then „¦“ hätte ich sympathischer gefunden. So klingt diese Statement nur seltsam.

  5. 05

    An sich ist die Einschätzung schon richtig – das Internet ist „by design“ unsicher – es gibt schlicht keine zentrale Sicherheitsinfrastruktur, welche „Angriffe“ mit verheerendem (zumindest wirtschaftlichem) Schaden zu 100% verhindern könnte. Das ist auch durchaus so gewollt.

    Genauso wie man in einer freien und offenen Gesellschaft nicht zu 100% gegen Kriminelle, Terroristen usw. geschützt sein kann, kann man es in einem freien und offenen IT-System (wie dem Internet) sein.

    Tatsächlich wird tagtäglich im Netz bedeutender Schaden angerichtet – es ist IMO nur eine Frage der Zeit, bis ein Ereignis geschieht, dem genug Aufmerksamkeit geschenkt wird um einen mit 9/11 vergleichbaren Effekt zu haben.

  6. 06

    Ich sag‘ nur DNS-Bug. Wenn damit ein bisschen Schindluder getrieben wird ist der Grund doch schon da.

  7. 07
    die 3 ???

    Das würde eine schwierige Operation werden, sie setzt Vertrauen vorraus, dass man glauben wird, was sie sagen werden, wer Verantwortung träge.
    Bis jetzt war dieses Vertrauen offensichtlich vorhanden, aber das I-nternet mit all seinen Informationen hat in manchen menschlichen Gehirn neue neruronale Highways geschaffen.
    Da gelten neue Gesetze, das Hörigkeitsgebot, wurde durch Faktenvergleich, mitunter völlig abgeschafft.
    Und so spachen sie an der Macht:

    „Eine neue Objektivität droht sich an, die Unfreiheit in Gefahr, selber-denkende Mensch, sie schweben ausserhalb der Kontrolle, sie wachsen aus sich raus, haltet sie auf, wir haben Angst, wir brauchen einen i-9/11(ääh 9/11- 2.O oder so weil die Wirkung von 1.O lässt nach) (und einen moralischen Einheitsbrei auf dessen loyaltät wir zählen können!).“

  8. 08

    Ich findes Lessisg These höchst schlüssig. Kein anderes Medien zuvor hat annähernd soviel Kontroll- und Überwachsunspotential gehabt, wie das Netz. Und gleichzeitig hat das Netz mit dem Web 2.0 rasend an Bedeutung für die Lebenswelten einer breiten Massen von Menschen gewonne. Von der vitalen Bedeutung des Netzes für Unternehmen ganz zu schweigen. Bei einem wirklich kritische Angriff auf das Netz kann ich mir leicht vorstellen, dass eine Breite Mehrheit der (US-) Bevölkerung hinter einem i-Patriot Act stünde. Von Senatoren mal ganz zu schweigen. Das Risiko ist real. Und ich glaube Lessig unterschätzt das sogar noch. So radikal wäre der Wandel des Netzes nämlich nicht. Die nötigen Schritte zu einer Vollüberwachung sind nur klein.

  9. 09

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