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Liebe Tagesspiegel-Redaktion (Update),

(Update: Der Satz wurde dankenswerterweise geändert)

könntet ihr den einleitenden Satz zu dem ansonsten okay-en Artikel zur Online-Petition gegen Internetsperren vielleicht etwas ändern? Bitte?

„In nur vier Tagen haben sich auf der Website des Bundestags bereits über 50.000 Menschen gegen Ministerin von der Leyens Vorhaben ausgesprochen, Kinderporno[1]-Seiten zu sperren.“

Das führt Leser/innen doch sehr in die Irre, denn ich glaube behaupten zu können, dass niemand, der die Petition unterzeichnet hat, Frau von der Leyen davon abhalten möchte, die Darstellung des Missbrauchs von Kindern und allen Menschen (und vor allem den Missbrauch selbst) zu unterbinden. Im Internet und anderswo.

Um was es wirklich geht, beschreibt ihr ja im Artikel, ich brauche das daher hier nicht noch einmal erläutern. Ich möchte als Unterzeichner der Petition nicht als Unterstützer der Darstellung von Missbrauch oder des Verbrechens selbst verdächtigt werden und ich glaube auch nicht, dass dies die Absicht des Artikels ist.

Eine klarere Formulierung dieses Satzes würde mich daher sehr freuen. Dankeschön!

[1] Über die Begrifflichkeit sollte man auch mal nachdenken.

25 Kommentare

  1. 01

    Puh, das ist eine heftige Aussage. Ich hoffe das wird gehört und korrigiert.

  2. 02

    Danke, dafür das ihr es kundtut und dagegen Argumentiert. Wäre mir nie aufgefallen, wie auch?

  3. 03
    Andrea

    Heftig, das erwartet man vom Tagesspiegel irgendwie nicht. Aber Johnny, hast Du denen das denn auch mitgeteilt, oder müssen die erst bei Spreeblick vorbei gucken, damit Dein Hinweis hoffentlich schnellstens umgesetzt wird?!

  4. 04

    Gehen wir mal davon aus, dass die Onlinechefin des TSP (auch) Spreeblick liest ;)

  5. 05
    Frogster

    Das ist ja das perfide an der Sache. Jegliche Argumentation gegen die Sperren muss eingeleitet werden mit „natürlich lehne ich Kinderpornografie mit aller Entschiedenheit ab…“. Als ob das nicht selbstverständlich wäre…
    Ich möchte echt wissen, in welchem Thinktank dieser Coup ausgearbeitet wurde.

  6. 06
    w

    Der Artikelanfang ist korrigiert.
    Geht doch

  7. 07
    lorek

    Respekt, Tagesspiegel. Re-spekt!

  8. 08
    hannes

    bei tagesschau.de steht im teaser nach der überschrift „50.000 Bürger gegen Sperrung von Internetseiten“: „Mehr als 50.000 Bundesbürger haben eine Petition gegen die von der Bundesregierung vorgesehene Blockade von Internetseiten mit kinderpornografischen Inhalten unterzeichnet. Sie halten das Ziel für richtig, aber die Maßnahme für „ungeeignet“ und „undurchsichtig“.“
    ähnlich irreführend, der zweite satz danach ist deswegen wichtig.

  9. 09

    Natürlich lesen wir Spreeblick. Und unsere Freunde auch. Die haben uns auch als erste darauf hingewiesen (Danke nochmal, Herr Feldmann!).

    Deshalb meine Bitte an Spreeblick: Das nächste Mal zumindest parallel eine direkte Email an uns schicken, wenn Euch was auffällt. tagesdienst@tagesspiegel.de

    Wir werden nämlich oft in Konferenzen geparkt und können nicht immer aufmerksam das Netz absuchen. Fehler machen wir allerdings manchmal, auch wenn wir aufpassen. Und damit wir die garantiert korrigieren, einfach eine Email. Dann geht das mit dem Beseitigen des krummen Satzes im Internet noch schneller.

    Nochmals Entschuldigung für den dummen Fehler und Ahoi!

    mb
    Chefredaktion Tagesspiegel.de

  10. 10

    … dafür steht jetzt auf der Startseite des TS

    „In nur vier Tagen haben sich auf der Website des Bundestags bereits über 50.000 Menschen gegen die Netzsperren. Nun muss sich der Bundestag mit der Petition beschäftigen.“

    irgendwie finde ich es so auch nicht schön …

  11. 11

    Verbesserungsvorschlag?

  12. 12

    @Mercedes Bunz: Hi Mercedes, normalerweise schreibe ich in solchen Fällen eine Mail, keinen Artikel und bin da sowieso nicht so pissig, weil schließlich auch meine Formulierungen nicht immer 100%ig sind.

    In diesem Fall war es mir wichtig, die Formulierung, die ja öfter auch an anderen Stellen so oder ähnlich zu lesen ist, offen zu hinterfragen (warum ist ja klar).

    Aber du hast Recht, mindestens eine parallele Mail wäre feiner gewesen, entschuldige das bitte. Weil: Die Mail oder einen kurzen Anruf hatte ich eigentlich vor. Und dann kam mal wieder was dazwischen (vermutlich eine Mail oder ein kurzer Anruf „¦). Und dann musste ich kurz weg. Und dann kam Besuch. Ehrlich.

    @olli: In deinem Satz fehlt ein Wort nach „Netzsperren“, aber auf der Startseite des TS ist es (jetzt?) vorhanden.

  13. 13

    @Mercedes: Ich hab ja auch eine Hemmung, das Wort ‚Zensur‘ zu benutzen, da es durch Massengebrauch nicht entwertet werden sollte. Aber da inzwischen scchon die ‚Heidelberger‘ fordern, Google abzuschalten/zu sperren (weil man ja bei KiPo sieht, dass ‚es geht‘ (was es ja nicht tut) sollte man vielleicht wirklich mal Zensur Zensur nennen und nicht ‚Netzsperren‘.

    Und NetzsperrengegnerInnen auch das was sie sind: BürgerrechtlerInnen.

    Bürgerrechtler sind sonst immer nur „Leute in anderen Ländern“, die sich gegen… Zensur und so auflehnen. (Ggf sind sie dann auch ‚Terroristen‘ oder ‚Verschwörer‘, aber …)

    Ggf. kann man das auf den Punkt bringen: „Für Strafverfolgung, gegen Zensur.“ Genau so sieht es das GG vor.

  14. 14
    Sven

    @hannes: Ich hab grad die 15 Uhr Tagesschau verfolgt. Der Kommentar von Herrn zu Guttenberg erstaunt — ist das die tägliche politische Arbeit?
    Was soll das? Warum sucht sich die Tagesschau diesen O-Ton aus?

  15. 15
    Elco

    das mit der begriflichkeit stimmt aber nich unbedingt.
    denn schriften oder gezeichnetes kann auch unter kinderpornographie fallen.
    wobei eine unterscheidung durchaus sinn macht.

  16. 16

    Das Wort nach Netzsperren fehlte vorhin auf der Tagesspiegel-Seite. Das meinte ich (vielleicht etwas umständlich) mit „so gefällt es mir auch nicht“ …

  17. 17
    Frogster

    Noch doller:
    AFP: http://www.google.com/hostednews/afp/article/ALeqM5iSOy0psNpdCasGIrffQuqbjDn1Mg

    56.000 unterstützen Initiative für Kinderporno-Netzsperren

    G.E.G.E.N!

  18. 18

    das gibt jetzt erstmal 55k hausdurchsuchungen…

  19. 19

    neee, 55000 festnahmen und bloßstellungen…
    die 55000 stimmen werden jeweils nicht mehr cdu/csu wählen

  20. 20

    @Frogster: das würde implizieren, dass sie das vorher getan hätten. ;)

  21. 21
    Frank Schenk

    Wie war das:

    Wer glaubt, daß Politiker Politik machen, der glaubt auch, daß Zitronenfalter Zitronen falten.

    In Wirklichkeit haben wir eine von Konzernkapitänen, Arbeitgeberverbänden und Super(einfluss)reichen geprägte Politik, die nur darauf abzielt, dem „Volk“ noch das letzte Hemd vom Leib zu reißen und sich den Erlös aus dem Verkauf an irgendeine Putzlumpenfrabrik einzuverleiben. Die Bürger zahlen die Zeche und die „Wirtschaft“ macht die Politik. Kinderpornos, Paintball etc. sind alles nur Nebenschauplätze um von der eigentlichen Politik des totalen Sozialabbaus abzulenken. Und während die Politiker die Marionetten sind, so sind die großen Medienanstalten die Erfüllungsgehilfen, die jeden noch so peinlichen geistigen Dünnpfiff ungefiltert und ungeprüft unters Volk bringt.

    „Wir müssen den Gürtel enger schnallen“ = Das „Volk“ muss den Gürtel enger schnallen, damit sich die Bonzen auch morgen noch Kaviar aus der Kilodose leisten können.

    „Rente ist zu teuer“ = Gewinne privatisieren, (soziale) Ausgaben verstaatlichen

    „Gesundheit ist zu teuer“ = Werdet halt nicht krank, denn krank seid ihr für uns nichts mehr wert und wir wollen für eure Drückebergerei nicht auch noch aufkommen

    Und so weiter und so fort.

    Ich warte auf den kritischen Journalismus in TV + Zeitungen aber bis auf ganz wenige Ausnahmen findet man ihn nur in Blogs.

    Traurig aber wahr.

    Das schlimmste ist aber, daß ich die Meschpoke von den Öffentlich-Unrechtlichen auch noch finanzieren muss. Diese Volksverblödungssender, die bis auf wenige Ausnahmen den Privaten alles nachmachen und die Leute mit Trivialstunterhaltung ruhig stellen sollen.

    gruß, Frank

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