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The Beast File: Google

The Beast File ist eine Serie von Visualisierungen, welche Hungry Beast, eine australische ABC-TV-Show, erstellen lässt. In der Ausgabe, die nach dem Klick zu sehen ist, gibt The Beast File einen Überblick über die Aktivitäten und Geschäftsfelder von Google — tendenziell durchaus „Anti Google“, dennoch (soweit ich das beurteilen kann) ohne Fehlinformationen.

Man weiß gar nicht mehr, wie man Google im Jahr 2010 beschreiben soll, der läppisch wirkende Begriff „Firma“ trifft es wohl nicht mehr. Ich glaube dabei kaum, dass es mit der generellen Diskussion um „gut“ oder „böse“ getan sein kann, doch eine gesellschaftliche, politische und wirtschaftliche Herausforderung stellt das Unternehmen auf jeden Fall dar.

Hat es in der Geschichte jemals einen Konzern gegeben, der ähnlich omnipräsent und einflussreich war oder ist? Und gibt es schon einen Science-Fiction-Roman, in dem Google ein eigenes weltweites Netzwerk mit kostenfreiem High-Speed-Zugang für jedermann bildet, das parallel zum herkömmlichen Internet existiert?

Mehr Hungry-Beast-Animationen gibt es hier, die „About“-Seite der Show existiert ironischerweise derzeit nicht.

[via]

30 Kommentare

  1. 01
    fruddi

    „Hat es in der Geschichte jemals einen Konzern gegeben, der ähnlich omnipräsent und einflussreich war oder ist?“

    Klar, die East-India-Tea Company. Die hatte Militärgewalt, Monopolstellungen, Münzprägungsrechte. Da kommt Google aber auch noch hin.

  2. 02
    thinktank

    i ♥ u

  3. 03
    Philipe

    Ja musste auch zuerst an die EIC denken aber so umfassend und einflussreich wie heute Google waren die auch nicht.

    Aber ich denke eh dass wir uns daran gewöhnen müssen, dass es solche Superkonzerne die in allen Lebensbereichen zu finden sind gibt – Bladerunner lässt grüßen. Wichtig ist denke ich die Chancen die sich aus sowas ergeben zu nutzen und rechtzeitig Maßnahmen zu ergreifen die derren Einfluss entsprechend regulieren. Vll auch durch eigene Gesetze.

  4. 04
    das

    [Und wer jetzt auch so hübsche Präsentationen machen will, der schaue mal hier: http://prezi.com/ . (Weiß nicht, ob die das verwenden, aber die Idee ist sehr ähnlich.)]

  5. 05
    Jeriko

    Sicher, die Kirche im Mittelalter.

  6. 06
    philipp

    Stimmt.

  7. 07
    tokmitstock

    Wenn wir schon dabei sind, was ist mit der Hanse? Die hatten in Europa ziemlichen Einfluß und waren ursprünglich auch nur eine Vereinigung von Händlern. Das später Städte dazugehörten ist eher ein Indiz dafür das sie einflußreicher waren als Google, als das sie nicht als Konzern gewertet werden sollten. Google gehören noch keine Städte.

    Außerdem könnte man noch ein paar Namen traditioneller Unternehmen in den Raum werfen Nestle, große Ölfirmen, Telekom/Vodafon, aber da bin ich mir jetzt nicht so sicher. Gibt aber bestimmt noch mehr Unternehmen die unser Leben alltäglich bestimmen, ohne dass uns das so bewußt wird wie bei Google.

  8. 08
    Daniel Müller

    Hut ab! So gute Artikel, wie ihr sie schreibt, muss man normalerweise mit der Lupe suchen. Ihr dagegen produziert sie am Fließband. Keine Ahnung, wie ihr das macht, aber hört bloß nicht auf damit!

  9. 09

    „Hat es in der Geschichte jemals einen Konzern gegeben, der ähnlich omnipräsent und einflussreich war oder ist?“

    Ein paar Beispiele haben ja schon andere gegeben. Aber mal davon abgesehen, ist Google wirklich so omnipräsent und einflussreich? Oder ist das nur aus den Augen der „Netizens“ so?

    Sicher, wer sich im Netz bewegt (und das tun sehr viele) kommt kaum an Google vorbei. Aber wo ist Google denn ausserhalb des Netzes vertreten? Die Versuche im „normalen“ Werbebusiness was zu reissen sind meines Wissens mehr oder weniger gescheitert. Die meisten kritisierten diktatorischen und unterdrueckenden Regierungen sind trotz Google noch genauso sicher (oder unsicher) im Sattel. Der chinesischen Regierung scheint Google ziemlich egal zu sein. Von diesem Genanalyse Projekt hat man lange nichts gross gehoert. Bei der Energieversorgung (meines Erachtens eines der groessten Probleme die wir in der „entwickelten“ Welt haben) hat Google meines Erachtens auch nichts gross bewegt, geschweige denn viel Einfluss. Sicher, da waren ein paar schoene PR stunts und ein paar Pilotprojekte, aber das haben viele andere Unternehmen genauso. Hat Google irgendwo gross zur Loesung der Finanz- und Wirtschaftskrise beigetragen? Vielleicht habe ich ja was verpasst, aber mir ist da nichts bekannt.

    Also, unter omnipräsent und einflussreich verstehe ich was anderes.

  10. 10
    Daniel

    Die Omnipräsenz Googles ist natürlich nicht so optimal, aber letztendlich besser, als wenn wir in noch mehr Bereichen auf böse Anbieter angewiesen wären. Denn was ist euch lieber: Für alle möglichen Dinge den selben nichtbösen Anbieter zu nutzen, oder für alles unterschiedliche Anbieter, die aber allesamt irgendwie böse sind?

    (im übrigen habe ich das Gefühl, dass einige der Googlekritiker das Wort „böse“ völlig falsch verstehen)

  11. 11

    Diese Wahrnehmung von Google als alles umfassender Krake ist irgendwie seltsam, wenn man sich mal anguckt, wie und wo die wirklich erfolgreich sind.

    Google macht nach wie vor >98% des Umsatzes mit Online-Werbung. Alle anderen Geschäftsfelder sind also mal grade so eben ferner liefen. Google ist bei der Suche ziemlich unbestritten Nr. 1, aber in Nordamerika weniger deutlich als in Europa. In China führen sie nicht. Dazu kommt noch Video mit Youtube.

    In allem anderen hängen sie der Konkurrenz hinterher. Online E-Mail weit hinter Yahoo und Hotmail, Google Checkout kommt nicht mal in die Nähe von Paypal & Co, Googles App Engine ist weit hinter Amazon EC2 & Co, Picasa abgeschlagen gegen Flickr, Google Chrome hat ein paar Prozent Marktanteil. Ein alles umspannendes Monopol sieht anders aus.

    In Anbetracht dessen finde ich die Hysterie mit der die Debatte geführt wird etwas übertrieben. Das scheint mir auch aus den Kampagnen der Print-Medien zu stammen, die ja Google mehr oder weniger offen bekämpfen, weil sie es selber im Internet nicht auf die Reihe kriegen. Da wird Stimmung gemacht, um Gesetzgebung so zu beeinflussen, dass die eigenen Schäfchen ins Trockene kommen. Vielleicht kommt auch die Wahrnehmung des „Netizens“ hinzu, aber lasst euch doch nicht ganz so leicht ins Bockshorn jagen.

  12. 12
    Craig

    @Daniel: Oh, jetzt bin ich aber gespannt auf deine allgemeingültige Definition von „böse“…

  13. 13

    Ich komme prima ohne Google aus. Ich mache wohl was falsch. :)

  14. 14
    Daniel

    @Craig: „Böse“ sind Unternehmen, die nicht durch langfristig gute Produkte Kunden gewinnen und sich deren Vertrauen erarbeiten, so dass sie auch bleiben, sondern stattdessen durch alle möglichen anderen Methoden Kunden zu sich zwingen und an sich binden, obwohl die das gar nicht wollen. Z.B. indem durch Missbrauch von Patent- und Urheberrechten oder auch durch Verbreitung von FUD die Konkurrenz niedergemacht wird, indem durch Gesetzgebung die Konkurrenz oder alternative Geschäftsmodelle kriminalisiert werden, oder indem Kunden durch proprietäre Technologien oder absichtlich eingebaute Inkompatibilitäten wie DRM gebunden werden.

    Google macht das genaue Gegenteil davon: Sie erleichtern es ihren Kunden aktiv, zu anderen Konkurrenten zu wechseln falls sie das möchten (bestes Beispiel dafür ist http://www.dataliberation.org/).

  15. 15
    Elf

    ENtscheidet euch schonmal ob ihr im nächsten Krieg auf er Seite von Google oder von Monsanto kämpfen wollt. Information oder Nahrung.

  16. 16
    zirfeld

    @tux.:
    Wenn du also prima ohne google auskommst, also weder die Google-Suchmaschine benutzt oder ein Android-Handy hast oder dir Videos auf youtube anschaust finde ich das tapfer. Ich kaufe schon seit Jahren keine Milchprodukte mehr von Hr. Müller und halte das auch durch.

    Wie lange kann man das aber im Falle von Google durchhalten? Mag sein, dass in den meisten Geschäftsfeldern Google-Produkte hinter den Marktführern zurück sind, aber wie lange haben diese dafür gebraucht und wie viel Geld haben die dabei verbrannt und wie schnell holt Google auf?

    Und Google beschränkt sich auch nicht nur auf digitale Welten, dass zeigt die Diskussion die angestoßen wurde, als Google damit anfing, Bücher einzuscannen.

  17. 17

    Wie man Google betiteln soll? Für mich ist Google lange schon keine Firma, sondern ein Cyborg: ein hochintelligent agierendes Konglomerat aus Menschen und Maschinen bzw. Algorithmen. Die menschliche Seite sehen wir in Gestalt der Organisation als Firma/AG, ab und an treten auch mal echte Menschen auf und sprechen „für Google“. Die maschinenhafte/algorithmische Seite erleben wir in Gestalt der vielen Dienste und Tools, als weltweit vertreute Serverparks/Datencenter, als automatenhafte, unpersönliche „Support“-Mails, für die nie ein Mensch verantwortlich zeichnet – und das GEHIRN des Ganzen sind die vernetzten Daten, immer neu konfiguriert durch sich weiter entwickelnde Algorithmen in Zusammenarbeit mit immer nur partiell eingreifenden und weiter dran strickenden Menschen. Googles Motto „don’t be evil“ klingt menschlich, doch bezieht sich diese Ethik auf ein maschinenhaftes Anliegen: alle Informationen allüberall verfügbar machen.

    Google ist nicht böse, Google ist nicht gut. Google IST – ein Cyborg. Etwas ganz Neues.

  18. 18

    Einige Vorredner sind in ihrer (An-) Sicht der Dinge bzgl. Internet durchaus firm.
    Die Unterstellung ist:
    Die Gerätehersteller konfigurieren tlw. die PC’s mit von mir so genannter Grundausstattung. Hatte man früher AOL als First auf der Festplatte, ist
    Google in der Suchleiste neben www. BING.com bereits implementiert.

    Apple gehört auch zu den „Kritisch zu beobachtenden“ Unternehmen.
    Die meisten User beissen lieber in den sauren Apfel u. kümmern sich
    nicht darum.

    Die Zwangs-Registrierungen von irgendwas spotten jeder Beschreibung.

    Nachgeschoben:
    Mein Mobilfunk- u./o. Netzbetreiber weiss etwas
    mehr von mir als Bspw.. die Spreeblick Verlag KG.

    Wegschauen:http://www.youtube.com/watch?v=LJt2q6scU3w&feature=player_embedded#

  19. 19

    ihr seid scheiße

  20. 20

    @g:
    Bester Beweis für Unsachgemäße Äusserung:
    Heute in den Feuilletons: „Eine Oase der Zärtlichkeit“

    Die sich auf den Socialnetwürg heruntollen sind angreifbar.
    Sich zu verstecken bedarf einiger Einstellungsarbeit. Ach
    was solls, ihr macht glücklicherweise eh‘ was ihr wollt.

  21. 21

    Man könnte auch meinen, das diese Firma so allgegenwärtig erscheint, weil Blogger und Medien (und profilneurotische Poliker/innen) so besessen davon sind, alles zu thematisieren, was mit ihr im Zusammenhang steht. Ansonsten ist es schon einfach ein Service-Anbieter, ohne den ich tagtäglich ganz gut leben kann. Als Nutzer nehme ich sowieso mir, was mir gefällt.

    Bei Medien-/Tech-Bloggern kann ich die Obsession auch verstehen, denn das liegt in ihrem Interessengebiet. Als Reality-Check: Viele Leute „da draußen im Land“ begegnen der Firma gar nicht, kümmern sich einen Dreck darum und haben damit auch Recht.

  22. 22
    lart

    An alle, die der Meinung sind, google sei kein Problem, denn viele Menschen „da draußen“ begegnen ihr nicht: Hab ihr euch schonmal überlegt, wie es sein wird, wenn Smartphones Standard sind, wenn Kühlschränke in der Lage sind, übers Internet selbständig Lebensmittel nachzubestellen, wenn unsere Autos ständig mit dem Internet verbunden sind?

  23. 23

    @lart:
    Lieber lart,
    die IP-Adressen von mir und dir und allen nicht an einen Server angeschlossenen wird immer wieder neu vergeben. Darum be-
    müht sich die Politik mit einer Gesetzesinitiative darum, die Netz-
    betreiber (IP-Vergabe) zu nötigen, auch ohne Richterliche Geneh-
    migung den sog. Verlauf zu Rekonstruieren. Wer auf Tube# ge-
    klickt hat, ist Potenziell versaut u. wird aller Wahrscheinlichkeit
    auch noch Spiele spielen, welche voll brutal mit anderen via
    Chat erfolgen. Wenn man nur mal bedenkt, welche Mechanismen
    greifen, um einen Unbedarften einer Straftat zu überführen, wird
    mir immer klarer keine eigene Seite zu betreiben. Die RA’s will u.
    kann ich nicht bezahlen.

    Anonym

  24. 24

    @lart:

    a) bis dahin bin ich lange tot. Und Google ist durch irgendwas anderes ersetzt worden.

    b) Behaupten die Apple Fanboys nicht immer das iPhone waere der Standard ueberhaupt? Da hat Google wenig zu melden. Bei Kuehlschraenken hat Google auch nichts zu melden, da werden Walmart, Tesco und Konsorten im Verein mit den Banken und Paypal (Google Checkout hat noch nicht viel gerissen und ob sich das gross aendern wird?) schon fuer sorgen. Und bei den Autos wuerde ich mir eher vor Vater Staat Sorgen machen. Der kann Dir dann naemlich gleich waehrend der Fahrt den Strafzettel e-mailen wenn Du mal wieder zu schnell gefahren bist (weil bis dahin naemlich per GPS konstant Deine Geschwindigkeit ueberwacht wird).

  25. 25
    dvux

    toller artikel und interessante diskussion hier ;)

  26. 26

    @lart: Da freu ich mich auch schon drauf! Bisher hat mir jedenfalls die Internet-Revolution nur gutes getan. Aber na klar: Wachsam bleiben kann nicht schaden…

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