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Homöophobie: Die Placebo-Debatte

Bei Temperaturen über 30 Grad verwundert es nicht, dass die Debatten heiß laufen und einige Hitzköpfe nur zu gerne im Sommerlochpool der Selbstgerechtigkeit baden.

Dabei stört es mich keineswegs, dass über Sinn und Unsinn der Homöopathie diskutiert wird, über ein Thema also, das mit feiner Regelmäßigkeit alle paar Jahre wieder in die Medien stolpert – leider mit den immer gleichen, sich im Kreis drehenden Argumenten. Mich stört aber die fast aggressive Überheblichkeit einiger Homöopathiekritiker, die immer dann zu beobachten ist, wenn sich das Leben von dort fortbewegt, wo man es sich doch gerade so gemütlich zurecht gelegt hat. Und es stört mich außerdem, dass es die Bundesregierung weiterhin nicht schafft, eine sinnvolle Gesundheitsreform auf die Beine zu stellen und über tatsächliche Mängel im System zu sprechen.

Ich selbst habe keine homöopathischen Wundergeschichten zu erzählen, kenne aber (wie fast jeder) natürlich Menschen mit äußerst positiven Erfahrungen. Viel wichtiger ist aber: Ich vertraue Ärzten, die sich sowohl mit der Schulmedizin als auch mit alternativen Heilmethoden beschäftigen und auskennen, weitaus mehr als denjenigen, für welche die medizinische Forschung abgeschlossen zu sein scheint. Warum? Weil ich sie als weniger ignorant und viel mehr an meiner gesundheitlichen Historie, meiner Person und meiner Lebensweise interessiert kennengelernt habe als ihre Kollegen, die mir ihren frisch angeschafften Röntgenapparat vors Hirn knallen, bevor sie mir auch nur eine Frage gestellt haben.

Privatpatienten kennen die teils aberwitzigen Rechnungen nach einem fünfminütigen Arztbesuch und gesetzlich versicherte Frauen, die mehrere Schwangerschaften hinter sich haben, können von Behandlungen und Untersuchungen berichten, die zunächst immens wichtig und absolute Pflicht waren (da sie von der Kasse bezahlt wurden) und zwei Jahre später als gefährlicher Unsinn deklariert wurden (weil die Kassen diesen Posten nicht mehr übernahmen). Und über die um sich greifende Unmöglichkeit, als Pflichtversicherter überhaupt einen Arzt zu finden, könnten wir ja auch mal sprechen – immer mehr Ärzte fragen den Versicherungsstatus des Anrufers automatisiert ab und schicken den Pflichtversicherten das Besetztzeichen als Wartemelodie, und auch die beschilderte Unterteilung der Patienten schon am Praxisempfang ist keine Seltenheit mehr. Ratet, an welcher Schlange man länger warten muss? Richtig.

Wer sich über die paar Millionen Homöopathiekosten wirklich aufregt, der tut also gerade so, als wäre die Schulmedizin und das sie umgebende System frei von Quacksalbern, Fragwürdigkeiten, Betrug, künstlich überhöhten Preisen, Pfusch und lebensgefährlichen Fehldiagnosen auf Kosten der Kassen und Patienten. Und obwohl ein Manko kein mögliches zweites rechtfertigt, wird es seine Gründe haben, wieso die aktuelle Debatte rund um die Homöopathie auch den Lobbyisten der Pharmaindustrie nicht schmecken dürfte: Diese fürchtet sich wohl kaum vor ein paar Globuli, sondern eher vor einer möglicherweise danach folgenden Diskussion um ihre eigenen Produkte und Vorgehensweisen. Eine Diskussion, die zwar wünschenswert wäre, sich mit entsprechenden Kontakten zur tonangebenden Politik aber wahrscheinlich ein weiteres Mal verhindern lässt.

Die Wirkung der Homöopathie gilt als wissenschaftlich nicht nachgewiesen – und vielleicht wird sie es nie sein. Doch im Zusammenhang mit einer Gesundheitsreform liegen die wirklichen Kostenfaktoren sicher nicht im sprichwörtlichen homöopathischen Bereich. Wer sich in diesem Rahmen auf eine Anti-Homöopathie-Debatte einlässt, tut meiner Meinung nach genau das, was er anderen vorwirft: Er schluckt Placebos.

294 Kommentare

  1. 01
    Neuwalker

    Also ich halte das ganze nicht für eine Placebo-Debatte – auch wenn sich die ganze Causa zugegebenermaßen dahin entwickelt.

    Ich halte es nicht einmal für das klassische Sommerloch, sondern einfach für einen Zufall, dass der Spiegel mit diesem Thema direkt nach der Gesundheitsreform aufmacht. Diese Story lag sicherlich schon länger auf einem Stapel mit möglichen Titelgeschichten rum, und wurde nun in einer Woche gewählt, in der ausnahmsweise einmal nix weltbewegendes passiert ist.

    Und wenn man den Spiegelartikel genau ließt, dann wird man feststellen, dass Herr Lauterbach die Homöopathie nicht deshalb aus dem Leistungskatalog der Krankenkasse streichen will, weil Geld für wirkungslose Therapien ausgegeben wird, sondern weil die Aufnahme der Homöopathie in der Leistungskatalog der Krankenkasse diese „geadelt“ hat. Viele Menschen denken einfach, dass die Krankenkasse nun einmal nur Medikamente zahlt, die eine nachgewiesene Wirkung haben und nicht auch noch irgendwelches Humbug. Dass führt dann dazu, dass der Homöopathie einen Wirkung zugeschrieben wird, die sie gar nicht hat – zumal die meisten Menschen auch noch glauben, dass es sich bei Homöopathie um Naturheilkunde handelt.

    Insofern ist es richtig, dass den Krankenkassen wieder untersagt wird, Wahltarife für die Homöopathie anzubieten. Es steht in der Tradition der europäischen Aufklärung. (Aber)Glaube darf nicht staatlich gefördert werden.

    Dass nun die CDU auf den Zug aufspringt und gleich mal zeigen will, wie toll man doch im Gesundheitssystem sparen kann (und nicht nur die Beiträge erhöhen), hat eine gewissen Komik, da sich das Sparvolumen nur im homöopathischen Bereich bewegt und deshalb keine Wirkung haben wird ;-)

  2. 02

    Sie zweifeln bewährte Testmethoden an. Sie behaupten Homöopathie sei mit bestehenden Verfahren nicht testbar. Sie behaupten die wissenschaftliche Methode wäre fehlerhaft.

    Wer ist eigentlich verbohrt, arrogant und anmaßend? Wirklich wir, weil wir sehen was methodisches Arbeiten die letzten 50 Jahre für uns getan hat? Weil wir sehen, dass es nicht einen einzigen bewiesenen Fall gibt, bei dem Heilung auf homöopathische Mittel zurückzuführen wäre, sondern ausschließlich Hörensagen? Oder weil uns bewusst ist, dass es für die meisten Probleme eben auch wirkungsvolle Schulmedizin gibt, einige Patienten aber lieber das dreifache für ihr magisches Wunderwasser ausgeben?

    Unsolidarisch ist es, die Gemeinschaft für den eigenen, völlig unbewiesenen Aberglauben in Haftung zu nehmen. Es ist eine Frechheit, dass meine Kassenbeiträge für diese Scharlatanerie rausgeworfen werden.

  3. 03
    Peter

    »Arnica D6« wirkt (bei mir) auf jeden Fall, z.B. bei gegen Nasenbluten. Die Zweifler können es ja mal ausprobieren. Sie haben ja nichts zu verlieren.

  4. 04

    @Peter: Hörensagen.

    Du kannst, nur auf Grundlage persönlicher Erfahrung, überhaupt keine Aussage darüber treffen, ob die Linderung der Symptome auf den homöopathischen „Wirkstoff“, die beigemengten Stoffe (häufig Alkohol und Zucker), Verhaltensänderung oder Placeboeffekte zurückzuführen ist. Wie möchtest du das eindeutig auf den homöopathischen „Wirkstoff“ zurückführen?

    Niemand sagt, dass homöopathische Mittel nicht wirken können. Lediglich, dass die Wirkung nichts mit Homöopathie zu tun hat…Meditonsin wirkt bei mir auch gegen Erkältungssymptome. So what? Tee mit Vodka und Zitrone auch, da brauche ich nicht 5€ für ein paar Tropfen mit Wasser verdünnten Alkohol ausgeben…

  5. 05
    LoisLane

    Jetzt habe ich doch fast alle Kommentare gelesen und erlaube mir ein kurzes Fazit:
    Pro und Contra Homöopathie halten sich nicht die Waage, es gibt mehr Contra.
    Dann kommen die, die nicht dafür zahlen wollen.
    Und jetzt wird es schwierig: wollt ihr ernsthaft darüber entscheiden, für was ihr zahlt? Und dann für wen ihr zahlt?
    Diese Entsolidarisierung in allen Bereichen dieser Gesellschaft finde ich, geht gar nicht.
    Jede Form von Versicherung basiert auf dem Solidarprinzip und man sollte peinlichst darauf achten, dass das Solidarprinzip nicht ausgehöhlt wird. Selbst dann, wenn man es für nicht gut befindet.
    Johnny hat immer wieder den Versuch unternommen, aus dieser Diskussion eine Diskussion über das Gesundheitswesen zu machen. ich glaube, es gab 2! Kommentare, die das aufgegriffen haben!!
    Und dazu möchte ich auch noch etwas beitragen:
    wenn nicht alle, die in diesem Land leben und damit meine ich ALLE in eine/1 Gesundheitsversicherung einzahlen, die die Grundversorgung im Krankheitsfall gewährleistet, werden die Kosten des Systems niemals im Rahmen gehalten werden können. Über diese Grundversorgung hinaus kann es dann Zusatzversicherungen geben. Alle Abrechnungen müssen vor Begleichung dem Patienten vorliegen. Ja und ich glaube, die kassenärztlichen Vereinigungen gehören in der heutigen Form abgeschafft.
    Und dann, aber erst dann lohnt es sich über Homöopathie zu streiten, obwohl ich persönlich lieber über die Erstattung meiner Brille streiten würde, ohne die ich diese Kommentare weder lesen noch selber einen hätte schreiben können…

  6. 06

    Ich finde es spannend, dass gerade so ein Thema (bzw. dessen Umleitung auf eine Pro/Contra-HP) auf große Diskussionsbereitschaft stößt. Es war vielleicht nicht die Diskussion, die Johnny wollte, aber immerhin war es eine intensive Diskussion – und auch eine, wo viele gute Argumente bemührt wurden.

    Ich stimme Johnny zu, dass ältere Teilnehmer (als der Spreeblick-Schnitt) wohl einen ruhigeren Meinungsaustausch und eine insgesamt moderatere Bewertung der Frage gewählt hätten, und zwar auch vor dem Hintergrund spezieller Leidenserfahrungen, z.B. einer jahrelangen Suche nach einer erfolgreichen Therapie.

    Ich bin mir nicht sicher (zumal ich selbst sehr schlechte Erfahrungen gemacht habe), ob homöopatische Ärzte meistens oder auch nur oft genug den Punkt finden, an dem eine schulmedizinische Vorgehensweise zu bevorzugen ist.

    Anders gesagt: Ich sehe das Problem der Homöopathie weniger in der Kostenfrage (die könnte man ja über die Kostendeckelung von HP-Medikamenten regeln), sondern mehr darin, dass HP bei vielen Krankheiten regelmäßig zu Fehlbehandlungen, Leid und Folgekosten führt.

    (natürlich gibt es hier und da auch den Super-Homöopathen, der genau weiß, wann er eine homöopathische Behandlung besser sein lässt – aber der ist in der Praxis seltener, als es sich die Patienten erhoffen)

  7. 07

    Darauf einen Fencheltee

    Salbei auf euer Haupt ;-)

  8. 08
    Marc

    @LoisLane
    Es kann doch nicht angehen, dass ich für bewiesenermaßen unwirksame Behandlungsmethoden zahle. Und es geht dabei, wie schon gesagt, nicht ums Geld, sondern darum, dass Volksverdummung nicht auch noch subventioniert werden darf. Imho müsste der Staat sogar aktiv, im Sinne des Verbraucherschutzes, vor deartiger Scharlatanerie warnen.

    Der Beitrag von J. Hausler stößt ganz ins Horner derer, die Glauben und Wissen gleichberechtigt nebeneinander stellen wollen, und ist zutiefst wissenschaftsfeindlich. Wenn sich solche Leute mit ihren verqueren Ansichten durchsetzen, lehren wir bald Kreationismus als Ergänzung zur Biologie.

  9. 09
    LoisLane

    @Marc:
    Marc bitte beruhige dich. Weder Homöopathie noch Johnny Häusler werden das Abendland ins endgültige Verderben stürzen.
    Wir müssen über das Gesundheitssystem diskutieren und wenn möglich sachlich. Ob bestimmte Erstattungen sinnvoll oder -los sind, ist meiner Meinung nach sekundär.
    Schade, wenn ich mir vorstelle, der ganze Elan dieser Diskussion wurde bei einem Thema aufgebraucht, das ich persönlich für vernachlässigenswert halte.
    Dass wir seit vielen Jahren eine 2-Klassenmedizin haben, die mit jedem Reförmchen am System zementiert wird, darüber kann ich mich aufregen. Dass in Deutschland Medikamente erheblich viel mehr kosten als z.B. in Frankreich, das ist ein Aufreger. Oder dass der Patient gar nicht weiss, was über ihn abgerechnet wird.
    Weisst du, ob deine Ärzte dich nicht schon mit verschiedenen Krankheiten ausgestattet haben, die du nie hattest?
    Warum soll ich in ein solches System Vertrauen haben?

  10. 10
    LoisLane

    @Marc:
    Bitte beruhige dich, Marc!
    Die Argumente pro und contra Homöopathie halte ich für sekundär in ihrer Wichtigkeit.
    Ich glaube, dass weder die Homöopathie noch Johnny Häusler zum Untergang des Abendlandes beitragen werden.
    Der Elan, der in diese Diskussion über Homöopathie gesteckt wurde, hätte in eine Diskussion über unser Gesundheitssystem gesteckt werden müssen.
    Was mich bewegt, ist die seit vielen Jahren bestehende 2-Klassenmedizin, die mit jeder Reform weiter zementiert wird. Dass wir in Deutschland wesentlich mehr für dieselben Medikamente als z.B. in Frankreich zahlen. Dass kein Patient weiss, was sein Arzt über ihn abrechnet. Unser System erwartet, dass ich bei der Abrechnung vertraue.
    Die Heftigkeit der Diskussion finde ich aber schon bemerkenswert. Und ich kann eine Wissenschafts-Gläubigkeit daraus erkennen, die z.T. bedenkliche Züge annimmt.

  11. 11
    Neuwalker

    In diesem Zusammenhang (weil das Thema ja auch in anderen Blogs aufgegriffen wird):

    http://www.scienceblogs.de/kritisch-gedacht/2010/07/homoopathie-kein-sinnloser-glaubenskrieg.php

  12. 12
    Christian

    @LoisLane:

    Jetzt habe ich doch fast alle Kommentare gelesen und erlaube mir ein kurzes Fazit: Pro und Contra Homöopathie halten sich nicht die Waage, es gibt mehr Contra.
    Dann kommen die, die nicht dafür zahlen wollen. Und jetzt wird es schwierig: wollt ihr ernsthaft darüber entscheiden, für was ihr zahlt? Und dann für wen ihr zahlt?
    Diese Entsolidarisierung in allen Bereichen dieser Gesellschaft finde ich, geht gar nicht. Jede Form von Versicherung basiert auf dem Solidarprinzip und man sollte peinlichst darauf achten, dass das Solidarprinzip nicht ausgehöhlt wird. Selbst dann, wenn man es für nicht gut befindet.

    Es gehört schon viel Kreativität dazu, das Argument „Entsolidarisierung“ dafür zu verwenden, eine Finanzierungspflicht der Solidargemeinschaft für erwiesenermaßen unwirksame Behandlungsmethoden herzuleiten. Richtig ist eher das Gegenteil: Es ist in diesem Fall die Verschwendung von Kassenbeiträgen für die wissenschaftlich widerlegte Homöopathie, die das Solidarprinzip aushöhlt, und nicht die Forderung, die nun einmal leider endliche Ressource von Beiträgen der Einnahmenseite des Systems auf der Ausgabenseite möglichst effizient einzusetzen.

    Johnny hat immer wieder den Versuch unternommen, aus dieser Diskussion eine Diskussion über das Gesundheitswesen zu machen. ich glaube, es gab 2! Kommentare, die das aufgegriffen haben!!

    Seine Intention haben die allermeisten auch zur Kenntnis genommen, nur sehen sie sich einfach außerstande, eine „Diskussion über das Gesundheitswesen“ zu führen, wenn auf dem Weg dorthin der derzeitige wissenschaftliche Erkenntnisstand zunächst – quasi nebenbei – auf den Kopf gestellt („Die Wirkung der Homöopathie gilt als wissenschaftlich nicht nachgewiesen – und vielleicht wird sie es nie sein.“) und anschließend einem Wissenschaftler wie Edzard Ernst, der ihn in Worte fasst, „fast aggressive Überheblichkeit“ unterstellt wird.

    So geht es mir jedenfalls.

  13. 13
    LoisLane

    @Christian:
    Ist wissenschaftliche Beweisbarkeit wirklich das einzige Argument, das zählt? Weiter existiert nichts?
    Lies doch z.B. mal Interviews mit Craig Venter von heute und von vor 7 Jahren. Wie bescheiden der Mann geworden ist. Vielleicht wird man irgendwann in der Lage sein, eine Verdünnung wissenschaftlich nachzuweisen, die heute als nicht existent gilt, vielleicht aber auch nicht.
    Darum geht es mir gar nicht.
    Ich bin nämlich gar kein Anhänger der Homöopathie, daher könnte es mir egal sein.
    Mich stört aber die Agression mit der hier diskutiert wird. Und die überhebliche Rechthaberei mit der wissenschaftliche Argumente vorgetragen werden. ( so, jetzt habe ich es auch mal gesagt)

    Du sagst ernsthaft, dass du nicht über das Gesundheitssystem diskutieren kannst, weil Johnny den wissenschaftlichen Erkenntnisstand nicht genügend würdigt?
    Ich interessiere mich für das Gesundheitssystem und halte die Diskussion über Homöopathie und deren Finanzierung durch das System für sekundär.
    Da liegen meiner Meinung nach ganz andere Dinge im Argen.

  14. 14
    Christian

    @LoisLane:

    Ist wissenschaftliche Beweisbarkeit wirklich das einzige Argument, das zählt?

    Bei der Frage der Wirksamkeit eines Medikaments: Eindeutig ja.

    Was denn auch sonst?

    Du sagst ernsthaft, dass du nicht über das Gesundheitssystem diskutieren kannst, weil Johnny den wissenschaftlichen Erkenntnisstand nicht genügend würdigt?

    Nein. Ich sagte, dass man kaum erwarten darf, von jeglicher Kritik in der Sache ausgenommen zu werden, wenn man solche Thesen aufstellt, wie der Kommentar es en passant zur Homöopathie tut. Selbst dann, wenn man eigentlich lieber über etwas ganz anderes diskutieren möchte.

    Dass diejenigen, denen der Kommentar eine „fast aggressive Überheblichkeit“ unterstellt, dann dazu auch ein Wörtchen zu sagen haben, ist nur selbstverständlich.

    Insofern überrascht mich eher die Überraschung über die Kritik in den Kommentaren. :-)

  15. 15

    @Christian:

    Ich frage mich ebenfalls: Welches Kriterium sollte denn eine verantwortungsvolle Verteilung öffentlicher Gelder aus dem Gesundheitssystem sein, wenn nicht die Wirksamkeit eines Medikaments?

    Was sich alle Homöopathen hinter die Ohren schreiben könnten: Wir müssen nicht verstehen WIE ein Medikament wirkt, sondern nur DASS es wirkt. Wenn ein Nachweis für die Wirksamkeit eines homöopathischen Mittels gefunden würde, dann würde es automatisch zur Schulmedizin.

    Und Johnny hat hier durchaus provokant geschrieben. Da braucht man sich nicht wundern wenn Rationalisten auf die Barrikaden gehen.

    Und was ist eigentlich überheblich? Sind es nicht die Homöopathen, die vom Rest der Gesellschaft erwarten, dass wir ihre persönliche Erfahrung über unsere eigene stellen? Das wir sie über die wissenschaftliche Methode stellen? Die erwarten, dass wir uns finanziell an ihrem Glauben beteiligen? Sind sie es nicht, die ihre und anderer Leute Gesundheit aufs Spiel setzen? Und die, mangels eines Belegs für ihren Glauben Ergebnisse in Zweifel ziehen, die keinen Raum mehr für Zweifel lassen?

    DAS ist Überheblichkeit.

    Und ich bin froh und glücklich, dass seit einigen Jahren immer mehr Menschen der arroganten Rechthaberei von religiösen Spinnern widersprechen. Und ein Titel wie »Homöophobie« ist ein Fehlgriff, Sowas darf man dem Autor verbal in die Schnauze pfeffern. Ich bin mir aber sicher Johnny kann das vertragen, und wir lesen ihn deswegen ja nicht weniger gern. Mich hat diese polarisierende Headline seit längerer Zeit wieder zu seinem Blog getrieben.

  16. 16
    Floda Nashir

    @#765978: Handelsübliche Antibiotika sind billiger als Homöopathie-Murmeln.

  17. 17
    Helmut E.

    @LoisLane:
    Diesem Trugschluss sitzen Esoteriker ständig auf. Man hört es quasi in jeder Debatte: „Vor 100 Jahren hat die Wissenschaft noch nichts von X gewusst, also stellt sich möglicherweise in weiteren 100 Jahren Y als richtig heraus.“

    Das ist Unsinn. Du verwechselst „noch nicht erforscht“ mit „bereits widerlegt“. Es gibt viele viele Dinge die wir heute noch nicht entdeckt haben. Aber es gibt noch unendlich viel mehr Dinge die wir gestern als falsch erkannt haben und die auch morgen noch falsch sein werden. Schwerkraft ist beispielsweise universell gültig. Jemand der behauptet, er könne fliegen in dem er mit den Armen rudert, ist ein Betrüger und das wird auch in 100 Jahren noch so sein.
    Genauso Homöopathie: sie wirkt nicht. Das weiss man aus Studien. Sie wird auch in 100 Jahren nicht wirken.

    Ab gesehen von der Kostendebatte; Homöopathie steht als Symbol für Schamanismus und Voodoo in der heutigen Gesellschaft. Deshalb lohnt es auch, sich öffentlich dagegen zu stellen. Die Gesellschaft braucht Aufklärung, vor allem in Zeiten wo Wasserbelebungsgerätehersteller, Wünschelrutengänger, Kartenleser, Glaskugelschauer, Astrologen und Gedankenleser immer öfter gesellschaftsfähig werden.

  18. 18
    LoisLane

    Meinen Vorredner möchte ich eigentlich noch nicht mal ignorieren.
    Für alle anderen dieser Artikel in SPON
    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,707280,00.html
    Darum geht es mir und darüber hätte ich gerne diskutiert

  19. 19

    @LoisLane: Schön für dich, aber was hat das mit uns zu tun? Dieser Artikel ist doch mit »Homöophobie« betitelt: Wie kommst du denn bloß darauf, dass wir hier falsch wären? Müssen wir die These des Autors zwangsläufig teilen, dass er die Diskussion um Homöopathie aktuell für unnötig hält? Oder dürfen wir vielleicht gnädigerweise anderer Ansicht sein, und das auch in Kommentaren ausdrücken?

  20. 20

    @LoisLane: „Meinen Vorredner möchte ich eigentlich noch nicht mal ignorieren.“

    Das bringt das ganze Dilemma auf den Punkt. Unliebe Meinungen werden ignoriert und nicht wahrgenommen. Sie kommen nicht durch. Es lohnt sich nicht zu diskutieren, weil die Meinung eh fest steht. Da kann es 100 Studien geben oder auch 1000. Es ist Wurscht. Sobald es eine gibt, die unter Umständen sagt, dass die Ergebnisse der anderen 999 Studien nicht bewiesen werden können (Achtung: nicht „Nicht widerlegt“) reicht das. Hah! Siehste! Alles gar nicht so eindeutig! schallt es dann. Dazu bedarf es dann nicht einmal einer Studie, die sagt, dass Homöopathie wirkt. Es reicht eine einzige, die sagt, dass man nicht beweisen kann, dass sie nicht wirkt.

    Aber das mit der Logik ist halt schwierig. Man wird den ganzen Tag im Fernsehen mit Phrasen von Politikern bombardiert, die genau so schlimme Fehler in ihren Argumentationsketten haben. Wie soll man da verlangen, dass Otto-Normal-Verbraucher auf solche Sachen nicht reinfällt? Vor allem, wenn er doch an etwas glaubt.

    Habt ihr Homöopathie-Gläubigen eigentlich die 3 Euro für eure Mittelchen nicht selber? Mein Sohn bekommt immer Nivea-Creme auf seine Stiche. Wirkt SUUUPER. Wie jedes andere Placebo auch.

  21. 21
    jitpleecheep

    Was für ein mega-peinlicher Artikel. Ihr wollt einer der größten und besten deutschen Blogs sein? Schämt euch.

    Warum das keine Scheindebatte ist:
    Zitat John Dean: „Ich hatte als Jugendlicher einen schlimmen Effekt (ziemlich heftige Otitis Media) […]. Natürlich wurde die Erkrankung [durch HP] nicht besser, ganz im Gegenteil: Sie chronifizierte, was für mich für mindestens 8 Jahre ganz massive Probleme brachte, bis hin zur beginnenden Knocheneinschmelzung, Schwerhörigkeit usw. usf.“

    Und John Dean ist kein Einzelfall.
    Verstehst du das, Haeusler? Verstehst du das? Hier geht es nicht um irgendwelche Millionen. Hier gehts auch nicht um Placebos (die dir kein Arzt in dem Glauben verschreiben wird, es sei ein Medikament). Hier werden Menschen durch Quacksalber _falsch behandelt_.
    Pseudowissenschaften sind _gefährlich_.

    Aber das wirst du, Haeusler, vielleicht erst dann verstehen, wenn der erste „Arzt“ eine schwere Krankheit bei dir mit „Excrementum canium D9“ oder „Vakuum C30“ „behandelt“. Wohl bekomm’s.

    Ab in die Ecke zum Schämen.

  22. 22

    @jitpleecheep: Natürlich kannst du hier sehr gerne die 258. Meinung zum Thema und Interpretation des Textes hinzufügen, bevor du mich jedoch ein weiteres Mal persönlich anpöbelst:

    Schaff‘ dir einen Namen an. Ich reagiere nicht auf Placebos.

  23. 23

    Zudem gibt es hier nix was ich so verstanden hätte, dass einer sagt ‚Bleib mir weg mit der Schulmedizin, wir behandeln auch abgerissene Köpfe mit Kügelchen.‘
    Verstehendes Lesen ist ein großes Talent, das man pflegen sollte ;)

    Kleiner Beitrag zur möglichen Deanonymisierung: Köln.
    http://www.flickr.com/people/jitpleecheep/

  24. 24
    jitpleecheep

    „Deanonymisierung“? Hakt’s bei dir aus, oder wie?

  25. 25

    Hm, ja, wenn ich jetzrt wüsste wie ich auf deine Frage reagieren soll. Johnny redet erst mit dir wenn erw eiß wer du bist. Und Du solltest wissen dass du stat nem Pseudonym auch gleich deinen Namen schreiben könntest.

    Aber da mein Namen stimmt und meine URL zu Kontaktdaten von mir führt können wir das ja auf nem anderen Kanal diskutieren ;)

  26. 26
    jitpleecheep

    So, jetzt habe ich mehr Zeit.

    Also einen Realnamen wollt ihr unbedingt. Und warum bitte? Meint ihr, dass ich dann weniger „herumpöbele“, wenn ich mich nicht hinter meinem Pseudonym „verstecken“ kann? Dazu ein paar Gedanken:

    – Genauso wie es mein gutes Recht ist, mich hinter einem Pseudonym zu verstecken, ist es Haeuslers Recht, meinen Beitrag einfach nicht zu veröffentlichen, wenn ihm irgendwas nicht passt. Sein Blog, seine Regeln. Aber hinterher rumjammern, naja.

    – Ich verstecke mich nicht hinter meinem Pseudonym, ganz im Gegenteil. Mein Familienname steht unter den Top 20, mein Vorname (je nach Jahrgang) unter den Top 5. So, und welchen Nutzen hätte dann mein Realname? Ich könnte mich ganz bequem hinter den tausenden und abertausenden anderen verstecken, die meinen „Realnamen“ tragen. Oh, ja, ich könnte meinen coolen Blog, meine abgefahrene Website, mein superduper Facebook/Stasi-VZ-Profil verlinken. Hab ich alles nicht, ist das jetzt Pflicht? Dafür haben meine Namensvetter sowas, wären die dann (alle?!) gestalked und veröffentlicht worden?

    – Weiter: Wenn ich jetzt nun unter meinem Realnamen poste, was dann? Vielleicht würde sich irgendein Personalchef auf die Suche nach diesem Namen begeben, und jemanden nicht einstellen, weil ich hier „rumpöbele“. Na einer meiner unzähligen Namensvetter würde sich bedanken.

    – Vielleicht verstecke ich mich ja tatsächlich hinter meinem Pseudonym, weil ich keinen Bock auf irgendwelche dummen Stalker habe (ja, Gassner, fühl dich ruhig angesprochen. Der Wohnort war zwar völlig daneben, aber die Profile meiner halben Verwandschaft hättest du bis vor kurzem aus meinem flickr-Profil zum belästigen rausziehen können (nicht, dass ich dir das unterstelle, aber vielleicht leistet ja ein anderer Depp einen _großen_ „Beitrag zur Deanonymisierung“). Danke, dass du mich drauf aufmerksam gemacht hast.).

    – Vielleicht verstecke ich mich ja auch tatsächlich hinter meinem Pseudonym, aber nicht wegen meiner „Pöbeleien“: Fragt doch mal den Autor von Astrodictium simplex auf scienceblogs (Realname, Uni & Wohnort hinreichend bekannt), was der für „lustige“ E-Mails bekommt, nur weil er sich kritisch mit Pseudowissenschaften auseinandersetzt (und das ohne jegliches Pöbeln). So hippielustigfröhlich sind manche „Befürworter“ dieses Schwachsinns nicht.

    – Wo ich jetzt „herumpöbeln“ hinreichend dekliniert hab: Du, Haeusler, lässt dich von Fabian (Post 120 oder so) indirekt als „grenzdebilen Idioten oder dreckigen Lügner“ bezeichnen. Aber bei mir gehst du auf die Palme weil ich dir sage, dass du dich was schämen sollst, Pseudowissenschaften zu verharmlosen? Dünnhäutig, irgendjemand? (Ob „Fabian“ sein Realname ist, interessiert natürlich keinen. Hauptsache er hat seinen Blog verlinkt.)

    – Letzter Punkt (dann ist Schluss, versprochen): Hätte ich hier irgendeinen plausiblen „Realnamen“, sagen wir jetzt mal Oliver Gassner zum Beispiel, benutzt, wärst du, Haeusler, dann zufrieden gewesen? Hinterfüttert mit irgendeinem Link auf irgendeinen Blog von irgendeinem Namen? Hättest du das irgendwie geprüft, ob das mein Realrealname gewesen wäre? Na? Placebos wirken bei dir besonders gut, scheint’s.

    So, also Realnamen sind ja soo wichtig, ich seh’s ein.

    So long,
    jitpleecheep (aka Sammelbegriff Sammelbegriff).

  27. 27

    Ach weisste.

    Es war in der Tat eher ein Hinweis an dich, wenn dann einen uniqe pseudo zu benutzen. Oder jklö oder so.

    Aber ich denk wenn du so weitermachst fängste dir noch ne Gallenkolik oder nene Magendings oder so. Schwer zu sagen ob Zuckerkügelchen da helfen.

    (Es gibt auch Leute, die meine Namen haben, die haben beim Egosurfen wenig Spaß ;) )

    Ja, und Blogger trauen Leuten, die ihre Blogs verlinken einfach eher. Isso. Machwasdagegen. *schulterzuck*

  28. 28

    @jitpleecheep: Jetzt ist alles klar, danke! :)

  29. 29

    Wer möchte, dass die GKV nicht länger Leistungen für Fehlbehandlungen auf Grundlage von Aberglauben finanzieren darf, der kann diese E-Petition mit zeichnen:

    »Streichung der Homöopathie aus dem Leistungskatalog«

    https://epetitionen.bundestag.de/index.php?action=petition;sa=details;petition=13042

  30. 30
  31. 31
    sigmundo

    als antidot gegen den glauben an homöopatischen schabernack sei mal dieser (scheiß-) artikel empfohlen…:

    http://www.ariplex.com/ama/ama_hund.htm

    mehr zum thema, aus dem homöopathetischen Sonderheft ‚Hundearzneinen“:

    „Auf Excrementum caninum hinweisend waren letztendlich ein deutlicher Bezug zur Fäkalienthematik (im sprachlichen Ausdruck, in Träumen, Affinitäten und Ereignissen) wie auch die zwanghafte Oppositionsneigung, die auch in anderen Excrementum-caninum-Fällen vorhanden war.

    quelle: http://www.homoeopathiaviva.de/zeitschrift/hundeheft/index.html

    über sowas ‚diskutiere‘ ich nicht, da red ich lieber tacheles:

    fuck esoteric bullshit!

    :o)

  32. 32
    Elsbeth

    Ariplex.com wird von Extremisten betrieben, die alles verteufeln, was nicht deren Meinung entspricht – das ist meines Erachtens keine seriöse Quelle.

    Es kommt doch nicht auf die Glaubensrichtung (Schul- oder Alternativmedizin) des Arztes an, sondern was er daraus macht. Ein Handwerker muss alle seine zur Verfügung stehenden Werkzeuge beherrschen. Genauso auch ein Arzt – auch wenn das eine oder andere Werkzeug belächelt wird.
    Es ist nachgewiesen, dass ein Arzt, der seinen Therapievorschlag mit seinem Patienten durchspricht, ihm Alternativen aufzeigt und dann letztendlich das durchführt, wozu der Patient zustimmt, wesentlich mehr Heilerfolge erziehlt, als einer, der seine Patienten in 5 Minunten durchschleust und nur kurz ein Rezept für ein Medikament rüberschiebt oder behauptet, mit Kügelchen alles heilen zu können.
    Es ist nicht die Methode, die falsch ist, sondern der Arzt, der eine unpassende Methode zur falschen Zeit anwendet. Der Arzt hat in seiner Ausbildung geschworen, den Menschen zu helfen und nicht den Krankenkassen oder irgendeiner Ideologie.
    Wenn nun dem einem Patienten ein Placebo hilft, warum sollte ein Arzt dieses nicht verschreiben? Vorteile: keine Nebenwirkungen, keine unnötigen Hammer-Medikamente wie z.B. Antibiotika bei einer kleinen Erkältung. Ein seriöser Arzt würde ausserdem bei Krebs nie, aber wirklich nie von einer schulmedizinischen Therapie wie Chemotherapie abraten, sondern eine Alternativmedizinische Methode als Zusatz – nicht Ersatz – in Erwägung ziehen, wenns es dem Patienten eine bessere Lebensqualität ermöglicht.
    Es liegt am Arzt selbst und nicht an der Methode! Die Methode ist nur Werkzeug auf dem Weg zur Heilung oder zumindest Verbesserung.

    Doch solange unser Gesundheitssystem lieber Krankheitsmanagement betreibt als Gesundheitsmanagement und jegliche Vorsorge gänzlich unter den Tisch fallen lässt, kann selbst der beste Arzt nichts mehr ausrichten, egal, was für ein „Werkzeug“ er nutzt.

  33. 33
    sigmundo

    @Elsbeth:

    die methoden der hochschulmedizin sind kein ‚glaubensbekenntnis‘.
    und esoterische hilfsangebote würde ich nicht ‚werkzeug‘ nennen, sondern beschiß. wer das braucht, soll es selbst bezahlen! aber die ärzteschaft verdient natürlich auch mit daran…

  34. 34
    Hannes

    Mit Sinn oder Unsinn hat diese Diskussion nichts zu tun. Ich zahle Krankenversicherungsbeiträge, und dafür möchte ich auch eine Leistung in Anspruch nehmen können. Wenn diese Leistung in den Augen Anderer unsinn ist, dann sollen sie sich halt für eine andere Leistung entscheiden. Ich fand es auch nicht besonders sinnvoll, wenn meine Oma einmal in der Woche zum Arzt gegangen ist, aber sie war der Meinung dass ihr das gut tut. Schmerzmittel finde ich auch nicht besonders Sinnvoll, der Schmerz lässt vielleicht eine Weile nach, aber ein heilender Effekt ist hier ebenfalls nicht nachgewiesen. Falls eine Kostenübernahme für Homöopathie nicht mehr gewährleistet ist frage ich mich wozu ich überhaupt noch Kranken versichert sein sollte. Für die Lungenkrebsbehandlung langjähriger Kettenraucher?
    In dem Fall würde ich es dann doch vorziehen zum nächstmöglichen Zeitpunkt aus der Krankenversicherung auszutreten. Oder es zumindest versuchen. Ich bin seit einigen Jahren doppelt krankenversichert, da ich als Student in Deutschland versichert sein muss. Leistungen kann ich allerdings trotzdem keine in Anspruch nehmen, da ich im Ausland studiere.

  35. 35
    notarzt

    Fazit:

    Manchmal ist weniger mehr !!!!!!!!!!

  36. 36
    Elsbeth

    @sigmundo:
    Im Prinzip hast Du Recht – Glaubensrichtungen ist nicht das richtige Wort. Leider wird die jeweilige verwendete Methode von vielen Ärzten aber schon fast wie eine Art Religion praktiziert, was ich sehr schade finde.
    Was die Alternativ-Medizin anbietet, ist auch nicht alles Esoterik-Kram- die Kneipp-Therapie, Akupunktur oder eine Gesprächstherapie beispielsweise halte ich nicht für esoterisch. Für gewisse Leistungen extra zu zahlen, finde ich ok, wenn sie aus dem üblichen Rahmen fallen.

    Betrug ist es immer dann, wenn dem Patient etwas versprochen wird, was er nicht erhält – da gibt es überall schwarze Schafe, sowohl in der sog. Schulmedizin als auch bei den Alternativen. Diese müssen belangt werden, kein Zweifel. Generell lasse ich mir als mündiger Patient aber sämtliche vorgeschlagenen Methoden von meinem Arzt ausführlich erklären und auch, ob dieses oder jenes Sinn macht. Seine Aufgabe ist schliesslich die Dienstleistung „Heilung“ oder zumindest, alles entsprechende zu versuchen. Meine Aufgabe als Patient ist es aber auch, selbst zu bestimmen, ob ich diese oder jene Sache mitmache.

    Den schlimmsten Beschiss finde ich, führen unsere Krankenkassen durch. Keine Vorsorge zahlen wollen z.B. lächerliche 30 Euro für ne Krebsvorsorge pro Jahr, aber wenn man dann Krebs bekommen hat, dann zahlen sie auf einmal die 10.000 Euro und mehr für eine Behandlung – aber das ist eine andere Diskussion.

  37. 37

    Seit vielen Jahren beschäftige ich mit Homöopathie und habe selbst diverse Versuche mit klass. wie komplexer HP gemacht. Bei mir persönlich hat es in der Regel keien Wirkung gezeigt. Bei anderen zeigt es sehr wohl WIkrung. Das Thema ist auch derart komplex, dass STudien schwer fallen.
    Insofern sollte es seinen Platz in der Medizin haben, da es richtig angewendet Hilfe verspricht. Man muss einfach sehen, dass die Masse an Medikamenten auch keinen wirklichen Nutzen bringt verglichen mit alt. Therapieformen.

  38. 38
    agentorange

    @Stefan Haarausfall: Wenn wir schon Vergleiche anstellen: Die Aufgabe eines Arztes ist es nicht irgendwelchen Unsinn zu versuchen. Genausowenig soll ein Kfz-Mechaniker Wasser in den Motorraum schütten und behaupten es wäre hilfreich.

    Studien fallen nicht schwer. Schwer fällt es nur jenen, die von Homöopathie angetan sind, die Ergebnisse anzuerkennen. Regelmäßig wird dann behauptet, die Wissenschaft würde nicht verstehen wie das funktioniert und deswegen jede Wirkung bestreiten. Tatsächlich ist es aber zunächst _völlig unerheblich_ für die Medizin, ob sie nachvollziehen kann, _wie_ etwas funktioniert. Wichtig ist die Wirkung. Und die ist einfach nicht signifikant nachweisbar. Und jittlerweile gab es so viele Studien dazu, dass man sich die Mühe sparen kann, weil einfach jeder andere Therapieansatz vielversprechender ist, als dieser Schwachsinn.

  39. 39
    Chris

    Im Bullshit-Bingo von Sheng-Fui.de fehlt zwar das Argument, Homöopathie koste im Vergleich zu den gesamten Kosten des deutschen Gesundheitssystems (das auch teure Behandlungen beinhaltet, an die sich seriöse Homöopathen nie ranwagen) nicht viel,

    http://www.sheng-fui.de/traditionelle-medizin/homoeopathie/homoopathie-bullshit-bingo/

    aber es fasst die „Argumente“ recht gut zusammen, finde ich.

    Auch wenn in unserem Gesundheitssystem so einiges im Argen ist – dass so ein Bingo-Spiel auch mit Argumenten pro (sog. Schul-) Medizin genauso lustig wäre, wage ich zu bezweifeln.

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