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Riot Rap

2KOLDERZ – They will not control us

Fresharda – Tottenham Riot

Reveal – I Predict a Riot 2011

Schnell reagierten englische Künstler auf die Unruhen der vergangenen Tage, eher selten sind sie dabei einig in der Bewertung. Einen sehr spannenden (und auch sehr langen) Artikel mit einigen Statements aus den diversen Szenen gibt es hier.

Ich verstehe das, was gesungen und gesprochen wird, nur in Bruchstücken (den Text zur Reveal-Version von “I Predict a Riot” gibt es hier), aber es beeindruckt mich zunächst einfach, dass die Geschehnisse überhaupt so schnell und kreativ in musikalische Kommentare gepackt werden. Hierzulande muss man schließlich auf manchen Demos immer noch Ina Deter ertragen und von musikalischer Aufarbeitung innenpolitischer Themen ist nicht viel zu hören …

Überhöre ich etwas? Dann her mit den Tipps.

8 Kommentare

  1. 01
    Fufu Fi

    Naja. Im Deutschen Rap gibt es doch 2-3 Strategien:

    a) Die Bushido-Gedächtnis-Rapper – hoffen durch ihr talentloses Jugendhaus-Gerappe berühmt zu werden: Thema – ich bin der starke Mann aus dem Ghetto

    b) Fun-Rapper, z. B. Blumentopf – Rappen zur Fußball WM nach dem Waldis WM-Club und haben auch nichts zu sagen – ausser am Anfang ihrer Karriere, da verkündeten diese Bands in jedem Song dass Hip Hop mehr ist als Musik: Hip-Hop-Kultur, Graffity, B-Boys, Blabla…

    c) Musikalische Anarchos, die zwar mit Rap angefangen haben aber einen weit größeren Horizont haben und sich inzwischen anderen Stilen widmen. Zum Beispiel Fischmob und Die Fantastischen Vier.

    Tagesaktuell sind hierbei nur die wenigen Funrapper die bei den Fernsehsendern als Pausenclown ein Dauerengagement haben.

    Btw was für zwei grauenhafte Songs. Der erste Eminim für Arme, der zweite klingt nach dieser Apple-Song-App (wie heißt das noch? Autotune?) gepart mit Lahmarsch-Reggae aus Peter Burschs Gitarrenbuch…

    Deswegen sind die auch so schnell, das ganze ist in 3 Min. in Magix Hip Hop Maker zusammengeklickt.

    Normalerweise ist man was Musik aus UK angeht besseres gewohnt.

  2. 02
    hackneysquatter

    was hat ein diskurs über deutschen “ rap “ mit höchst politischer , aktuellster künstlerischer aufarbeitung aus britannien zu tun ?

    danke dafür spreeblick !

  3. 03

    @Fufu Fi: Haha, die anarchischen Vier, klar. :D. Richtige Musik mit echten Instrumenten!

    2Kolderz ist der Shit, Danke.
    Das sind halt jetzt die Schnellschüsse aus der Emotion, da wird noch einiges kommen. Und ich glaube die Musikszene kann zehn Mal mehr Substanzielles beitragen als Politiker, die vor der Sun Angst haben (müssen), sobald sie intelligente und sinnvolle Fragen nach den Ursachen stellen.
    Nebenbei gibt es auch hier ab und an gute tagesaktuelle Tracks. Doch solange in Deutschland in Bezug auf Rap ein Wind wie im ersten Kommentar weht, wird das Feuilleton das niemals mitkriegen.

  4. 04
    Fufu Fi

    UK-HipHop ist irgendwie viel zu amerikanisch geworden. Die gleiche Snoop-Hund-DrDre-Suppe wie von Übersee.

    Selbiges in Frankreich.

    Wirklich schade, denn UK und Frankreich hatten mal den besten HipHop.

  5. 05

    HipHop is for haters. Das, was man gerade kommentiert, ist schon aus Prinzip scheiße, und früher war alles besser. Wobei früher dann doch nicht alles besser war, weil das waren nerdige Freaks mit ihrem Vier-Elemente-Quatsch. Undsoweiter.

    Man fragt sich, was manche HipHop-„Fans“ überhaupt noch für Musik hören dürfen, wenn sie ihren selbstauferlegten Standards genügen wollen. Autotune ist doof, Funrap ist doof, über die eigenen Grenzen kucken und Mehr-als-HipHop machen ist doof, und wenn dann jemand doch was politisches macht (Bandbreite, anyone?) ist das erst recht doof, weil eben politisch. Dann gibts noch Leute wie Mopz Wanted oder Donato oder den (frühen) Casper, das ist dann zu emo, und Casper (2011) finden alle gut und allein deshalb ist er scheiße. Moneyboy kacke zu finden ist selbstverständlich Ehrensache, obwohl der genau das macht, was 90% der Hater gerne machen würden, wenn sie die Dreistigkeit dazu hätten.

    Naja, wenns schee macht… cho du weißt^^. Also mir gefallen alle drei Tracks, und gerade Reveal scheint ein interessanter Künstler zu sein. Aber da ich ja nach SVZ-Definition keinen Musikgeschmack habe (weil, „eigentlich alles“ is ja keiner) sollte man darauf nicht allzuviel geben ;-).

  6. 06
    Schmackofatz

    @ShoBeazz: Die Bandbreite sind nicht doof weil sie politisch sind, sondern weil sie geistig schlichte reaktionäre Verschwörungsspinner sind.

    Und den Typ „Fan“ (kommt nicht umsonst von „fanatic“) den du beschreibst gibt es in jedem Musikgenre. Ich sage nur Trve Metaller oder die elitären Indie-Hipster. Kleingeister und Langweiler! Wer sich selbst so bevormundet ist eh nicht zu helfen. Am besten ignorieren und belächeln.

  7. 07

    Deutschland hat eine Tradition.
    Unter anderem gab es die sog.
    Liedermacher. Die mit Sozial-
    und Politikkritischen Texten
    ihr Publikum ansprachen.

    http://www.youtube.com/watch?v=18dkbKK7vg4&feature=related

    Die Zeiten und auch der Musikgeschmack ändern sich.
    Kann ebenso wie J. H. nicht wissen ob es noch Musiker
    gibt die statt nur über sich selbst auch noch Probleme
    anderer darstellen.

    http://www.youtube.com/watch?v=s5iygo1Iqyg

    Bitte nicht vergleichen mit
    http://www.spreeblick.com/2005/09/26/du-bist-deutschland-ich-mach-mit/

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