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Wie man Platten sortiert

Erst wenn das letzte Gesamtopus der noch unbenannten finnischen Deathmetal-Band, die ihr auf einem bulgarischen FTP-Server gefunden habt, auf eurer überfüllten Festplatte liegt, erst wenn die GEZ für Computer höhere Gebühren als für Fernseher einkassiert, erst wenn „Filesharer“ eine Berufsbezeichnung mit Eintragung bei der Agentur für Arbeit geworden ist, werdet ihr merken, dass man MP3s nicht essen kann. Und dass sie scheiße aussehen.

Denn egal, ob wir über Kassetten, Vinyl oder CDs reden, ein nicht unerheblicher Anteil der Wonnen des Musikfreundes (oder der Musikfreundin!) geht auf das Konto der Stunden und Tage, die bereitwillig für das Sortieren der Sammlung geopfert werden. Wir wissen das nicht erst seit der Lektüre von Nick Hornbys „High Fidelity“.

Wer mehr als fünfzehn physikalische Tonträger besitzt und diese nicht sortiert hat, ist einJunge. Nicht im übertragenen, sondern im ursprünglichen Sinne.

Im Fall meiner Generation finden sich dann trotz allem Verständnis für die Blind- und Taubheit der Adoleszenz unverzeihbare Jugendsünden wie Genesis oder Barclay James Havest neben erst nach „Nice Price“-Kennzeichnung käuflich erworbenen Zufallstreffern wie dem ersten Album von Lenny Kravitz und kuscheln sich an The Very, Very Best of Abba (The Ultimate Collection).

Dazwischen natürlich ein paar tatsächlich wichtige und daher gänzlich ungehörte Alben, allesamt Geschenke von Verehrern mit kulturellem Auftrag, die spät und schmerzhaft erfahren mussten, dass man mit der ersten Dead Kennedys nur sehr wenige Frauen ins Bett bekommt und dass die vergötterungswürdigen Ausnahmen die Platte naturgemäß schon besitzen.

Die Männer (und Frauen!) jedoch, die ihre Musik fürsorglich und leidenschaftlich sortieren, stehen oft und sogar regelmäßig vor der Frage: Wie?

Hier eine kleine Auswahl von Antworten.

1. Alphabetisch

Der Klassiker, eigentlich sehr simpel, dennoch taucht immer wieder Erklärungsbedarf auf.
Unter Missachtung von „The“ (aber auch nicht-englischen Äquivalenten wie „Les“) wird nach dem ersten Buchstaben der Band sortiert. Bei Solo-Künstlern gilt der Nachname, das Vorbild ist dabei das Telefonbuch (im übertragenen Sinne der Sortierung, denn ihr werdet kaum einen Billy Idol im Bielefelder Telefonbuch finden).

Wichtig: Badly Drawn Boy steht unter „B“. Bob Marley unter „M“.

Soundtracks werden nach Filmtitel (ebenfalls ohne „The“), Compilations nach dem Namen der Compilation (nicht nach dem der darauf vertretenen Lieblingsband) sortiert.

Innerhalb der Künstler werden die Alben nach Erscheinungsdatum sortiert, hier kann das Internet nützlich sein, wenn das Erscheinungsjahr auf der CD mal wieder nicht lesbar ist. Sofern überhaupt vorhanden.

2. Chronologisch

Nach Erscheinungsdatum: Die bereits bei der alphabetischen Vorgehensweise innerhalb des Künstlers angewandte Methode wird hierbei für die gesamte Sammlung genutzt. Neuerscheinungen stehen rechts, die älteren Klassiker links. Obacht bei Re-Releases! Es gilt das Ersterscheinungsdatum, es sei denn, die neue Version unterscheidet sich bspw. durch digitales Re-Mastering, neues Cover oder zusätzliche Tracks von der ursprünglichen. Auch bei dieser sehr anspruchsvollen Methode scheint das Internet als Informationsquelle unerlässlich.

Nach Kaufdatum: Erklärt sich von selbst. Kann hübsche Nebeneffekte bei Besuchen durch Dritte haben („Wow, du hattest die erste Nirvana wirklich vor der zweiten?“), aber auch peinliche („Die hast du erst nach dem Film gekauft?“).

3. Favoristisch

Nach Lieblingsplatten. Kann in Einzelfällen zu häufiger Umsortierung führen und wird oft vom derzeitigem Partner (wenn vorhanden) sowie der Beischlaf-Frequenz (wenn vorhanden) beeinflusst.

4. Farblich

Die im Regal präsentierten Rücken der Tonträger werden zum Gesamtkunstwerk, die Wahl liegt zwischen Von-Dunkel-nach-Hell und umgekehrt. Für zweifelhafte Zwischenstufen können unterschiedlichste Farblehren, Pantone-Fächer, der Regenbogen oder der eigene Geschmack zu Rate gezogen werden. Obgleich man bei Bands wie Sisters Of Mercy kaum Probleme haben wird, kann das Auffinden aller Alben einer bestimmten Kombo bei dieser Methode hohe Anforderungen an das visuelle Gedächtnis des Sammlers (oder der Sammlerin!) stellen.

5. Kategorisch

Wird gepaart mit der ersten Methode gerne von Plattenläden der alten Schule genutzt. Grobe Unterteilungen wie Heavy Metal, Schlager und Polka sind hierbei generell vorzuziehen, da in der aktuellen Praxis die Sparten Emo, Emocore und Straight Emocore ebenso kollidieren könnten wie die eigene Einschätzung mit derjenigen der Künstler („We always saw ourselves as a melody-driven emotional art rock group with influences ranging from Thelonius Monk to Judas Priest“).

Unmotiverte Genre-Wechsel innerhalb der Karriere eines Künstlers könnten bei dieser Methode ebenfalls für Verwirrung sorgen. Moby.

6. Situationistisch

Bei dieser kreativen, aber nicht ungefährlichen Methode sind Tonträger nicht mehr an bestimmte Aufbewahrungsorte gebunden. Platten, deren Cover man häufig ansieht, bleiben neben der Couch, die, bei denen man immer einschläft, neben dem Bett, jene, die man sehr oft hört, direkt beim Abspielgerät. Der Nachteil liegt auf der Hand, bzw. unterm Sofa.

7. Emotional

Hierbei wird Musik nach den von ihr ausgelösten Gefühlen oder auch nach den ihr folgenden Tätigkeiten sortiert. Mag man anfangs noch mit den Amateurkategorien „Depression“, „Romantik“ und „Geselligkeit“ auskommen, wird sich der Fortgeschrittene (oder die Fortgeschrittene!) schnell in feinere Gefilde wie „Ertrinken“, „Sex allein“ und „Bewusstseinserweiternde Substanzen“ wagen. Vorsicht auch hier bei besuchenden Dritten, die anhand dieser Methode schnell möglicherweise unerwünschte Psychogramme und Kriminalstatistiken des Sammlers (oder der Sammlerin!) erstellen könnten.

8. Journalistisch

Erfordert je nach Umfang der Sammlung mehrstöckiges Wohnen bei kreativer Möblierung. Bei der journalistischen Methodik werden Einflüsse, Freunde, Mitmusiker, Gastauftritte und Zitate der Künstler durch die dreiachsige Sortierung optisch erfassbar. Vergleichbar mit einem Stammbaum der Musik benötigt dieses Beispiel zwar einen eigenen Saal für Queens Of The Stone Age, dafür aber auch nur einen kleine Abstellkammer für Mark Hollis.

9. Musikalisch

Nicht zu verwechseln mit der kategorischen Sortierung zeigt sich an der Wahl der musikalischen Methode der wahre Kenner (und die wahre Kennerin!), der (und die!) erst nach der Einführung von feinsinnigen Rubriken wie „basiert auf rückwärts gesampelter Bassline von Herby Hancock“, „alle Gitarrensoli über drei Minuten“ oder „Drummer spielt live zwei verschiedene Snares, aber nur live“ wirklich zufrieden ist.

10. Historisch

Musik als Spiegelbild der Weltgeschichte, auch hier wird die begleitende Internet-Recherche empfohlen. Während nach dieser Methode zwar beinahe jede populärmusikalisch ausgerichtete Musiksammlung den ein oder anderen Weltkrieg in Vergessenheit geraten lässt, bleiben geschichtliche Umschwünge wie die Ernennung von Elton John zum Ritter den folgenden Generationen des Sammlerhauses erhalten.

11. Persönlich

Obwohl mit jeder guten Platte auch wichtige persönliche Erinnerungen verbunden sind, bietet sich diese Methode in erster Linie für emotional starke Menschen an, denn nicht jeder (und jede!) möchte noch Jahrzehnte später an die letzte WG, den Sommer 1982 oder den ersten vorzeitigen Samenerguss erinnert werden.

59 Kommentare

  1. 01
    coso

    Köstlich!

  2. 02
    dart

    Sehr schoen!

  3. 03

    ich sortiere nicht, aber wenn ich sortieren würde, dann alphabetisch, und zwar ohne missachtung von der, die das und äquivalenten, und auch nicht nach dem anchnamen, der ja meist ein künstlername ist, und somit in verbindung mit dem vornamen ein titel an sich ist, und titel werden nciht gespalten, genau so wie nciht übersetzt :)

  4. 04

    ich persönlich bin ja der festen überzeugung, dass es weiterhin so etwas wie CDs geben wird, einfach weil man dan ein PRODUKT hat, was ja an sich etwas gutes ist, im gegensatz zu handy-/versicherungs- und sonstwelchen tarifen, die fälschlicherweise auch so bezeichnet werden (aber das ist ein anderes thema wegen dem ich irgendwann mein eigenes blog aufmachen werde, nur um mich darüber aufregen zu können, da mein persönlicher bekanntenkreis es in der zwischenzeit nicht mehr hören kann..)
    spannend wird es bei DVDs ff, die keine reinen audio-träger mehr sind: mixed media mit anwendungen, spielen, fotos, videos etc
    da kommt dann noch eine kategorisierung in frage:
    -nur musik
    -nur video
    – musik+video
    – musik und spiel
    – video und galerie
    – musik und galerie

  5. 05
    jot-oh!

    12. Zeitlich

    Erfordert besonders viel Disziplin beim Sortieren. Sortiert nach der exakten Tonträgerlänge — bei zufälligen CD-längen-dopplungen kann dann wieder eine Zweitsortierung gemäß 1. bis 11. durchgeführt werden! Vorteil: Singles & EPs werden höchstwahrscheinlich ganz automatisch am Anfang stehen.

    13. Trackquantitativisch

    Änliches Prinzip: die Tonträger werden auf- oder absteigend nach der Anzahl der Tracks sortiert. Nachteil: hier treten entschieden mehr Dopplungen auf, bei den CDs die so 10-15 Titel haben.

    14. Trackspezifisch

    Sortiert nach den Eigenarten einzelner Tracks, was zB solche „äußerliche“ Typologien
    beinhalten kann, wie 20min-tracks/bonustracks/hiddentracks/b-seiten, etc.

    15. Labelalphabetisch

    Ja — also sortiert nach den jeweiligen Labels. Vorteil: spiegelt irgendwie besonders gut die Realität in der Sortierung wider. Schließlich könnten — zumindest bei kleineren Indie-labels — die beiden verschiedenen Interpreten des gleichen Labels sich kennen. Und dann stehen die jeweiligen CDs dieser zufällig auch noch im Regal direkt nebeneinander. Impliziert natürlich auch wieder etwas den Grundgedanken der Sortierung von 8.

    16. Nummerisch

    Ist vielleicht eine noch unsinnigere Art zu sortieren, doch eigentlich die, von der Systematik her logischste. Einfach nach der Nummer des Labelcodes sortieren! Vorteil: es kann absolut keine Dopplungen geben!!! Nachteil: gebrannte CDs werden nicht berücksichtigt“¦

    17. Bookletkategorisch

    Mehr auf CDs anwendbar als auf LPs: Wie ist das Booklet beschaffen? Handelt es sich um ein kleines buchähnliches Booklet mit unwahrscheinlich vielen Informationen oder nur ein Einlegeblatt? Sind Texte drin? Ist das Booklet mehrfach auf- und umklappbar? Oder wird es beim aufklappen gar zum Poster?

    18. Covermotivisch

    Nun zu einer eigenen Welt! Macht sich natürlich viel viel besser mit LPcovern. Diese Sortierung nach dem Cover bietet hunderte Möglichkeiten von Kategorien. Toll oder? Von Grobeinteilungen, wie Schriftzug/Foto zu Feineinteilungen, wie Abbildungen von Landschaften, Körperteilen, Mineralien & Edelsteinen, Kriechtieren bis zum standardisierten Bandfoto.

    19. Bandnamentlich

    So ähnlich. Also die Bands der CDs nach Oberbegriffen sortieren, wie Farben, Tieren, Bands mit nur 3 Buchstaben. Oder noch spezifischer, zB Bands, die aus Hamburg kommen und sich nach einem einwortigen Begriff benannt haben, der einmal eine technische Marke darstellte, die mittlerweile veraltet ist. (Kettcar, Tocotronic ;)

    20. Gar nich

  6. 06
    Maini

    Herrlich, sach ich nur herrlich

    habe für meine Sammlung folgende Kategorien:

    1) Singles
    2) Deutsch
    3) befreundete Labels
    4) Funk+Jazz
    5) Frauen
    6) Soundtracks
    7) Rock
    7.2) sonstiges Stile ( polka, ska,pop,etc.)
    8) alles was härter als Rock ist
    9) Sünden die ich nicht mehr hören
    10) Obersünden für die ich mich schäme

    Beim ersten Überblick finde ich die Aufteilung komisch…aber ich finde mich eigentlich zurecht.
    am allerschlimmsten war es als ein Kumpel für ein paar Tage zu Besuch war und er ca. das halbe Regal ( ca. 500 CDs ) mal rausgeholt hat um sie zu anzuhören.
    das wieder einsortieren war echt ziemlich hart…

    grüsse in die runde

    Maini

  7. 07
    jhns

    johnny hat das bestimmt schon öfter von mir gehört, aber ich werde nicht müde es zu wiederholen: die ersten drei genesis platten sind grossartig.

    meine CDs sind übrigens alphabetisch geordnet, vinyl nach labels.

  8. 08

    Junge, Junge. Ich wusste ja schon lange, dass viel in Dir steckt. Aber ein Buchhalter? Wow, das haut mich um. Mein Sortierkriterium ist das Billyregal in meinem Zimmer. Es gibt nur eine Ordnung: Ist es eine CD? Dann hier rein. Da das Regal eine Höhe von nahezu 2 Metern hat, bildet sich mit der Zeit folgende Sortierreihenfolge:

    Augenhöhe: favorites,
    drunter und drüber: the complete others.

    Und noch was passiert. Da alle CDs gut sichtbar sind, finde ich immer wieder nette Schätzchen, die ich lange nicht gehört habe. Aber nur wen ich mal in die Knie gehe ;-)

    Ansonsten schließe ich mich Deiner Meinung mit MP3-Sammlungen an. Der Stapel gebrannter CDs ist wirr und schlecht dokumentiert und viel zu groß, als dass ich mich jemals daran machen würde, den Zustand zu ändern. Ich habe noch mal nachgeguckt. In mir ist kein Buchhalter. Echt nicht :-)

  9. 09

    Sehr schön!

    Ich habe meine Sortierung wie folgt vorgenommen:

    Die Vinylsammlung ist im Grunde klassisch alphabetisch sortiert, zuvor kommen aber meine alltime-favorite-Bands (ebenfalls alphabetisch) Bauhaus, (The) Cure, Joy Division/New Order, X-mal Deutschland, dann kommt Age of Chance usw. Die Sampler kommen übrigens am Ende.

    Bei den CDs habe ich streng nach Methode 1 sortiert (hm, warum eigentlich?).

    Gruß
    Micha

  10. 10
    Hanne

    Also da ich drei sehr unterschiedliche CD Regale besitze und für gebrannte CDs nur die dünnen Hüllen benutze, ordne ich sie nach „dick und dünn“. Natürlich ohne Diskriminierung. Bei den gebrannten gebe ich mir immer einigermaßen Mühe mit nem Cover und der Tracklist.

  11. 11

    Ich würde sie glatt „musikalisch“ sortieren – dann bräuchte ich jedoch für jedes Lied einen neuen Tonträger – soviel Platz ist leider nicht.

  12. 12

    File under easy listening
    Man kann MP3s nicht essen. CDs aber auch nicht. Ich habe mich für die „dicke platten-und-cd-regale sind was für angeber und schwer sauberzuhalten“-Variante entschieden und meinen Vinyl- und CD-Fundus in den Keller verbannt. Es hat nur ganz kurz wehgetan.
    Meine Sortierung war vorher absolut stringent nach 1 und dann 2, trotzdem hat meine Freundin aus unerfindlichen Gründen nie die CD gefunden, die sie gesucht hat.
    Als noch alles brav im Regal stand, habe ich auch ab und zu mal das „ich fange bei A an (heute würde ich wohl bei !!! anfangen…) und höre alle CDs bis Z der Reihe nach durch“. Das hatte sehr gute Momente (mal wieder Breeders-Platten hören), aber deutlich mehr schlechte: Bei D war spätestens Feierabend. Heute kann ich in Winamp auf „never played“ klicken und weiss sofort, warum ich die noch nie gespielt habe. Wenn diese Stücke noch auf CD im Keller lagern oder via Filesharing ins Haus gekommen sind (damals!), dann kann ich mich sogar für immer von ihnen trennen.

  13. 13

    Alphabetisch, und zwar streng. Ist das einzige was bei mir funktioniert. Nach Musikrichtung geht mal so gar nicht..Weil man sich ja dann irgendwann fragen muss – ordne ich The Killers, The (International) Noise Conspiracy, Mando Diao etc. unter „Retro“ ein (Super Musikrichtung ;) und passt dann auch Moneybrother da rein…und ist Jose Gonzales auch Retro, weil er so nach Nick Drake klingt? Oder ordne ich alles unter die Musikrichtung der Vorbilder wie z.b. ‚Late 70’s-Early 80s-Ich-bin-traurig-und-ich-will-das-du-es-auch-bist-indie‘, also quasi direkt neben Joy Division und The Cure (bei The Killers, Bloc Party usw), und Mando Dio und Oasis in die gleiche Ecke wie die Beatles und die Stones oder wie oder was?! Da sich hierzu meine Meinung quasi jeden Tag ändern würde und ich die Zeit nicht habe, geht nur die langweilige ABC-Variante ;)

  14. 14

    Es gäbe noch ne Variante:

    Das Bücherregal und das CD/Vinylregal zu einem machen und die Musik den Büchern zuordnen. Da würde dann z.B die Ramones zusammen mit den alten Stephen King-Schninken -, Genesis mit Haruki Murakami -, The Cure neben Franz Kavka -, Elements of Crime neben Herr Lehmann, alle schwedischen Bands neben Henning Mankell und Astrid Lindgren und die Platten mit den gregorianischen Gesängen (nein, ich hab sowas nicht ;) neben Dan Brown stehen…

    Ist doch ne super Idee…

    …wenn man sonst kein Leben hat! ;)

  15. 15

    Danke Johnny, endlich hat meine Plattenunordnung einen bzw. mehrere Namen.

    Wenn mich in Zukunft jemand fragt, ob meine Platten sortiert sind, werde ich je nach Gefühls- und Gemütslage einfach „Ja, situationistisch!“ oder „Klar – persönlich!“ antworten können.

    Und die ersten paar Genesis-Platten sind ECHT gut.

  16. 16

    Als Mann muss ich die farbliche Sortierung einer Plattensammlung strikt ablehnen, das gleiche gilt für Bücher. Nein, nach optischen Gesichtspunkten sortieren – das ist unmännlich. Geht gar nicht!

  17. 17

    Sortieren ist doof. Da findet man ja möglicherweise sofort was man sucht.

    Dabei ist’s doch viel schöner, sich durch’s Vinyl zu wühlen, dabei findet man dann garantiert auch ein paar Platten von denen man völlig vergessen hat, dass man sie hat. Um diese dann anschließend zusammen mit der ursprünglichen Gesuchplatte (die man ja doch irgendwann findet) zu hören.

  18. 18

    ich sortierte mit einem kombisystem.
    zunächst nach kaufdatum.
    der erinnerungen wegen, an „die gute alte zeit“.
    wenn ich nun von einem interpreten oder einer band was neues kaufe, stelle ich die platte chronologisch zum entsprechenden erstkauf, zweitkauf, usw.
    als bsp. nick cave stand so ziemlich im ersten drittel.
    alle folgenden caveplatten schliessen daran an.
    cds sortierte ich nach musikrichtungen.
    sortierte?
    mittlerweile ist alles was ich wirklich mag auf meinem rechner gelandet und anschliessend auf den ipod.
    die originale sind im karton und wegverstaut.
    spart ´ne menge platz.
    auf dem computer und auf dem ipod ist die sortierung alphabetisch nach interpreten.

  19. 19
    franky

    warum denn so viel ordnen?
    meine cd ´s liegen schön korrekt alle übereinander.
    wenn ich mal was zu hören suche greif ich rein und irgendwas werd ich schon finden.
    besser noch irgendwas findet mich (besser noch meinen player) ich überlasse es also irgendwelchen mächten meine musikuntermalung zu bestimmen.
    abwechslung garantiert!

  20. 20
    serle

    frei nach rob gordon:
    autobiographisch.

    es ist sehr interessant zu sehen, wie sich der eigene musikgeschmack entwickelt hat. quasi eine persönliche geschichte der musik, oft auch für dritte erkennbar beeinflusst durch das leben selbst.

    wie das ganze wohl aussehe, wäre ich in der stadt aufgewachsen..

  21. 21

    Ich kannte mal jemanden, der hat seine CDs nach dem letzten Hören sortiert. Ganz rechts stand die CD, die er am allerlängsten nicht/noch nie gehört hat, ganz links die CD, der er zuletzt lauschte. Hören durfte man nur aus dem rechten Drittel, die gehörte CD kam dann ganz nach links. (Funktioniert auch mit oben/unten)

  22. 22

    Phantastisch! :o)))
    Alles in eine Kiste und dann per Flachköpper hinein!
    Dagobert Duck lässt grüßen.

  23. 23
    Gene October

    hey ich sitze gerade in einer wohnung mit vielen vielen , voller cds und platten (alles in allem so ca. 8000 – und man kann die nicht essen, dafür nehmen sie jede menge platz weg.) all euere vorschläge eignen sich nicht – für mich und daher werde ich wohl noch ein paar tage grübbeln. soll ich B.A.D. zu Joe Strummer unter C wie Clash stellen? Soll ich Billy Idol zusammen mit Sigue Sigue Sputnik und Westworld unter G wie Generation X stellen? Sind die Fuzztones Sixties oder Retro oder Punk und was mach ich mit den Paranoiacs kommen die neben Girls in Hawaii und Platic Betrand in die Belgien Ecke. So einfach geht das nicht

  24. 24

    ich sortiere zuerst nach kategorien und innerhalb derer chronologisch.
    so und nicht anders sollte es sein.

  25. 25

    Denke immer noch darüber nach warum Gero Genesis bei Haruki Murakami ablegen will. Huh.

    Auch sehr schön: How to Organize Your Record Collection. Und so gerne ich übers Organisieren und Sortieren lese, meine paar Dutzend CDs werden doch irgendwie ins Regal gestopft. Aber wehe meine MP3s sind unsauber getagged… Jaja, schöne neue Welt.

  26. 26

    ist ganz einfach – ich glaube mich erinnern zu können, dass in jeden Murakami-Buch irgendwann mal Genesis im Gespräch waren, zitiert wurden und/oder was auch immer… Is ja auch Fan der gute (mindestens von den ersten drei! ;))

    werd jetzt aber unsicher, weil ich hab alle bücher von good old Hauruki schon vor ner Weile leergelesen und warte seit nem halben jahr auf was Neues..

    sollte mich mein Gedächtnis betrügen?? Ich hoffe nicht…

    wenn ja, kannst du natürlich gerne die 5,6,7,8s mit ihm kombinieren und wenn alles nichts hilft, eben deine Alphaville-Platten ;))

  27. 27
    Christian

    Herrlich! Bei mir ists alphabetisch sortiert, und zwar unter Ignoranz von „The“ und ähnlichem. Das Problem: ich muß dauernd das ganze Regal umsortieren, also innerhalb einer Reihe per Rechtsshift, hinten per Umbruch in die Ebene darunter, dort wieder Rechtsshift – bis ich hinten durch bin. Da ich mir nicht dauernd ZZ Top – Platten kaufe, wo das erstmal nicht weiter schlimm wäre, muß ich halt bei Bloc Party z.B. fast alles umschichten. Zum Glück bin ich kein AC/DC-Fan (beinahe worst case), aber für die Aeronauten mußte ich auch ganz schön schuf…, äh, shiften. Deren Alben habe ich mir zum Glück „am Stück“ gekauft, so wars wenigstens nur ein einmaliger Aufwand. Und nun stellt euch mal vor, wie übel das war, als ich noch ganz jung war und ganz wenige CDs besaß. Die verstaute ich damals in so einem doofen Regal mit einzelnen Einschüben für jede CD und ner Rausdrück-Feder am Fachende. Da mußte ich jede einzelne rausnehmen und nebenan wieder reinstecken, wenn Zuwachs kam. Unerträglich und schnellstens wieder aufgegeben…

    Ein Bekannter von mir sortiert nach einem bestechend individuellen Kriterium: „Welche Platte würde sich mit welcher benachbarter vertragen?“ Und da sich seine Mutmaßungen darüber ständig ändern, …

  28. 28

    Gero, ich kenne von Haruki Murakami genau eine Kurzgeschichte. Zwei, wenn ich intensiv im Gedächtnis nachkrame. Deshalb war mir die Verbindung nicht sofort ersichtlich. Jetzt macht’s natürlich Sinn (das Sortierkonzept an sich erscheint mir aber immer noch etwas gewagt).

    Alphaville –> Big in Japan –> Murakami? Ich bin offensichtlich überfordert.

  29. 29

    Wer hat schon mp3-Dateien von seinen eigenen Platten? Ogg klingt viel besser.
    Und unter was soll man dann The The einordnen, wenn man The unberücksichtigt lässt? Kann ich eigentlich eine 1 Euro Kraft damit beauftragen meine über 10 000 Platten zu sortieren? Wären auch nur die Vinylplatten, die CDs sind von A-Z geordnet, Zahlen wurden als ausgeschrieben interpretiert, Compilations sind durcheinandergewürfelt auf einem Haufen, allerdings dürften das eh nur so an die 200 Compilation-CDs sein.
    Das Problem sind die 12″es, die meist nur ein einfaches weisses oder schwarzes Cover haben, welches bei Promos leider oft ganz fehlt, die sind dann zusammengepackt in Plastiktüten, damit die nicht allzu sehr verstauben. Aber leider alles völlig ungeordnet.

  30. 30

    ah. gutes thema.

    vinyl getrennt von cd getrennt von special editions in besonderer verpackung. letztere kommen in die glasvitrine.

    vinyl wird grob sortiert nach 12/10/7inch (sonderformate und flexi kommen zu den special editions), dann nach label, und eine stufe tiefer nach labelnummer bzw. erscheinungsdatum. eventuelle zugehörigkeiten außerhalb dieser grenzen („reihen“) gehen vor und wandern ebenfalls meist in die vitrine.

    bei cds werden soundtracks, compilations und „klassik“ getrennt behandelt, außerdem label-serien (abgeschlossene 20cd-reihen im ähnlichen aussehen, dergleichen). soundtracks nach vorlieben/geschmack, klassik genauso (sind beides in meinem fall jeweils unter 50 stück, da geht das). compilations werden zuerst sortiert nach musikgeschmack/vorlieben, dann nach musikrichtung und reihen. abgeschlossene cd-serien mit vergleichbarer verpackung, meist von einem label, ebenfalls in ein extra-regal. übrig bleiben cd-alben in jewelcase und digipack. die werden alphabetisch nach interpret („das ich“ unter d, „die form“ unter f, ansonsten wie von dir beschrieben) sortiert, darunter dann nach erscheinungsdatum.

    ach ja, und das ganze wird dann (mangels platz in der studentenbude) in der elterlichen wohnung aufbewahrt, was zu häufigem heimweh führt und somit auch die eltern freut. man muß denen ja auch nicht alles auf die nase binden.

  31. 31
    calvados

    Wofür sortieren? Ein Griff – und das gewünschte Teil liegt in der Hand. Geht ganz einfach: präge Dir die Farben der Covers ein – und das geschieht bestens durch häufige Benutzung der Tonträger ;-)
    Bei einer mp3-Sammlung ist das natürlich nix. Da hilft wirklich nur sortieren. Ich mach das nach Interpreten, wobei das häufig auftretende ‚The‘ unberücksichtigt bleibt. Und selbstverständlich sortiert mensch nach Kürzeln, nicht länger als 3 Buchstaben: Bachman Turner Overdrive wird zu BTO verstümmelt, Rolling Stones zu RS, Beatles bleiben wie sie sind und Ike & Tina Turner werden – na logisch – zu ITT :-)

  32. 32

    Gestern kam mein neuer mp3-Player.
    Vorgestern eine neue (?) LP von Sisters of Mercy.

    Beide Welten, es steckt in beiden Welten.

  33. 33
    david

    hab ich auch schon alles durchprobiert, aber da ich (allzu) häufig umziehe, hat sich dann die durchschlagendste sortierfolge ergeben: kartonistisch. also, alles in kartons geschichtet und bei bedarf geht das gesuche los. was dann aber immer wieder zu (angenehmen) überraschungen führt.. ;-)

  34. 34

    Ganz klar abhängig vom Umfang der Sammlung.
    Bei über 1300 CDs ist streng alphabetisch die beste Lösung, Allerdings innerhalb der jeweiligen Bereiche. Pop/Rock im weitesten Sinne, Klassik, Ambient/Lounge Compilations, Soundtrack.

  35. 35

    Ich sortiere nach Wert und bringe sie dann je nach Notlage zu meinem Pfandleiher (hhv.de)

  36. 36

    Das ist ja nun auch eine lange Weile her, März 2005. Aber vielleicht kommt ja noch jemand zufällig vorbei und kann mir den Knoten lösen helfen, über den ich schon mehrmals ratlos mit Freunden diskutiert hab: Gehört Iggy Pop unter i oder unter p einsortiert?
    (Weil der heisst ja nicht Iggy, geborener Pop; ich würde den Künstlernamen vermutlich unter i einsortieren. Obzwar sich „Pop, Iggy“ in einem Telefonbuch hübsch ausnehmen würde.)
    Das gab nämlich immer freundschaftlichen Streit, wenn wir „Stadt Land Fluss“ spielten. Es lief zunächst jeweils darauf hinaus, dass Iggy Pop ein Joker für beide Buchstaben war, später haben wir dann die ganze Kategorie durch eine andere ersetzt, afrikanische Staatspräsidenten oder Chemie-Nobelpreisträger etwa. Weil wir aber einfach zuwenige afrikanische Staatspräsidenten oder Chemie-Nobelpreisträger kannten und in der Folge pro Runde eine Viertelstunde trüb auf unser Blatt starrten, kehrten wir zur freudvolleren Band/Sänger-Kategorie zurück, und schon gibt es wieder Streit im Falle i und p.

  37. 37

    Iggy: Ganz klar unter „P“.

  38. 38

    Oh, so schnell! Und erst noch der Chef persönlich. Das freut meine kleine Frage. Danke für die Auskunft! Auch wenn jetzt mein i-Fach sehr verweist ist…

  39. 39

    Na klar, Kommentarfragen beantworten ist Chefsache, darum funktionieren ja auch Corporate Blogs nicht. :)

  40. 40
    martin

    Ich bin beim googlen auf den sehr aufschlussreichen Artikel gestoßen, weil ich versucht habe, eine allgemein gültige Suchsystematik zu finden. Sowas muss es ja geben,Plattenläden oder Bibliotheken können ja nicht alle sortieren, wies ihnen grad passt. Weiß jemand, ob es sowas im Netz gibt?

    Mein Problem stellt sich bei der alphabetischen Sortierung nach Interpret. Also erstmal natürlich wird nach Nachnamen sortiert. Paul McCartney unter M. Wenn es sich um eine Band handelt, die den Namen eines Mitglieds trägt würde ich auch noch diesen Namen nehmen, und zwar ebenfalls den Nachnamen, Dave Matthews Band also auch unter M. So wohl auch noch bei anderen Bandbezeichnungen (Kevin McDermott Orchestra unter M, Ben Folds Five unter F).

    Was aber, wenn der Bandname zwar wie ein Mann mit Band klingt, es aber nicht ist? Big Head Todd And The Monsters zb. Man könnte meinen, das wäre Herr Todd, Vorname Big Head und seine Band sind die Monsters. Ist aber nicht so, der heißt nur Todd mit Vorname, das andere ist ein Spitzname. Also unter B oder unter T?

    Noch verwirrender müsste es sein bei Bands mit Phantasienamen, die wie die oben genannte Konstellation klingen. Ein fiktives Beispiel (ein echtes fällt mir grad nicht ein): Johnny Rollers and the Skates (wobei aus Beispielgründen keine Person namens Johnny Rollers mitspielt, auch nicht als Künstlername). Kommt der unter R wegen des Nachnamens, unter J weil es ja ein ausgedachter Bandname ist und eben kein Künstler mit Band oder gar unter S wegen der Skates?

    Würde mich interessieren, was die Gemeinde hierzu sagt!

    Viele Grüße

    martin

    PS: Auch wenn man mp3s ebenso wie CDs nicht essen kann, hab ich das Problem bei der Systematsierung von Dateien in itunes.

  41. 41

    Big Head Todd And The Monsters unter B, Johnny Rollers and the Skates würde ich persönlich unter J einsortieren, gehört aber dem Gefühl nach unter J. ;-)

  42. 42

    es gibt ja vielerlei arten nachdem man musik sortieren kann. schön das hier mal einige aufgezeigt werden. :)

  43. 43
    phips

    21: nach produzenten

    erfordert vor allem bei gebrannten cd’s ein bisschen recherche, deckt aber ganz interessante vorlieben auf. ich persönlich war total überrascht, wie viele von meinen lieblings pop-/ rockalben von rick rubin produziert wurden.

    22: nach toningeneuren / mischern

    auch sehr nachforschintensiv. lohnt sich aber, wenn man sich für den sound der alben interessiert.

  44. 44

    Das gefällt mir…
    ich habe bis jetzt immer alphabetisch sortiert (übrigens exakt so wie hier beschrieben), aber ich finde die Methoden ‚Kaufdatum‘ oder ‚Releasedatum‘ auch sehr attraktiv. Besonders Ersteres, aber da muss man bei der Neusortierung doch sehr aufmerksam nachdenken.

  45. 45
    trine

    23: Geographisch

    Sortierung der Tonträger nach Herkunft des Künstlers. Hab ich mal gemacht und dann ständig nach Künstlern Ausschau gehalten, deren Länder noch etwas unterrepräsentiert in meiner Sammlung waren. Mir allerdings ständig einprägen zu müssen, welche Band woher stammt, hat mich dann doch zum klassischen alphabetischen System zurückkehren lassen, zumal die Einordnung mancher internationaler Projekte oder Bands schwierig wurde.

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    Ich bin da mehr der unordentliche, ich stopfe die CD’s so ins Regal, wie es gerade paßt und suche Stunden lang nach einer bestimmten CD, um dann mindestens 20 andere zu finden, die ich genauso gerne genau in dem Moment hören möchte. Das führt wiederum dazu, dass ich lästige Entscheidungen treffen muß.

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    Hans Jacobsen

    Vorab => Ihr könnt (wie ich, mmpf!) stundenlang googeln, Ihr werdet nichts besseres und lustigeres finden als diese Abhandlung und die herrlichen Postings dazu hier. Jeden der bisher 46 Kommentare hab ich genossen!.

    Zu mir => die ess- und knabberfähige Musik-Sammlung im Sinne von Hardware habe ich in strukturiertem Chaos. Giants wie Stones, BTO, Zappa, Hancock, Schulze, Fleetwood Mac, Abba nach Interpret schön in Reihe, wobei mir da das Alphabet oder die Chronologie im Erscheinungsjahr je Interpret vollkommen Schnurz ist. Die (von MIR, das sind MEINE Platten!) als Giants angesehenen Akteure ist eine überschaubare Teilmenge vom Rest, den ich dann mehr so nach „Stimmung“ (ohne das verkniffen zu sehen!) gruppiert habe. Also so Lounge/Chill/Smooth ein Regal, Rock und Pop ein/zwei Regale, da ein Stapel Sampler usw.

    Musik als Software? Klasse Sache, aber beim PC lasse ich STRIKT die Finger von Archiviersystemen, die mir nur Müll auf der Festplatte produzieren. Da reicht ja ein falsch gesetzter Parameter und alle Compilations werden in 15 Unterordner eingespeist. iTunes und Co. haben mich da echt Nerven und Zeit gekostet. NIE WIEDER !

    Ordnung zu halten auf der Festplatte macht aber Sinn! Ich bin Fan von folgender Stringenz (sic! war bestimmt mal Wort des Jahres …) in der Vergabe von Ordnernamen => Interpret – Albumtitel – (Jahr, falls bekannt). Im Ordner dann die Titel mit 01 – Titel, 02 – Titel. Bei Compilations natürlich 01 – Interpret – Titel.
    Den vielen Samplern (Best-of-1994 usw.) habe ich die Ordnerstruktur (Jahr) – Albumtitel verpaßt und diese Alben dann in Dekadenordner gesteckt.

    Alle CD´s eines Interpreten kommen in einen gemeinsamen Ordner mit dem Namen der Gruppe. Ob da nun „T“ oder „R“ bei den Stones führend ist, erscheint mir nicht wesentlich. Wenn ich Doktor Alban oder Mr. David Garret auf der Festplatte suche, finde ich das schon.

    Bleibt noch ein leidiges Thema abzuhandeln => die Genres. Toll bis pervers, was es da für wiki-fähige Rubriken gibt (die obendrein von der Musikbranche sehr merkwürden auf ihre Produkte draufgerieselt werden). „Links gedrehte Headbanger 2. Grades mit Hip-Hop-Inspirations und 4-Floor-House-Elementen mit harten 16tel Snares im Ibizia-Style“. Die haben doch nicht mehr alle auf der Latte, das ist mir alles zu hoch und eine solch tiefe Staffelung bringt keine Übersicht in die Festplatten.

    Ich hab daher auch im Rechner meine bewährte Abteilung „Giants“ (individuelle Entscheidung wer gehört dazu) und für den Rest der Welt noch ein Paar Oberordner im Sinne von „Musikstil“ eingerichtet, in die ich die Alben reinpacke. Konkret gibts bei mir die Ordner Pop / Rock / Jazz / Black / Electronic / Club / Crossdresser / Kölsches Liedgut / Hitsampler (nach Jahren sortiert) / Klassik / Unforgetables + rare Stücke (als Kopie der Originale in den anderen Rubriken).

    Eine tiefer gehende Ordnerstruktur hat sich (zumindest bei mir) nicht bewährt. Klar könnte man Jazz noch unterteilen in Funky, Free, Bar, Avantgarde … aber dann kommt eine CD von Ron Carter oder Michel Petrucciani. Ober was mit Latin. Also ufert das irgendwann aus.

    OK, aus aktuellem Anlaß mache ich gerade (manuell über Suche nach „Christ*“ mit dem Dateimanager rausgesucht) einen Kopieordner „Weihnachtsmusik“. Kein Problem, dauert maximal 30 Minuten und gibt erstaunlich viel Stoff … und Sachen, mit denen ich nicht gerechnet hatte. Aber die „Originale“ lasse ich dabei unangetastet.

    Für den eigentlichen Komfort, den ein PC als Lager bietet (Bewertung mit Sternchen oder Kommentare zu einzelnen Stücken wie „freie Autobahn nachts“, „will tanzen“, „Headbanger“, „Chill“ und so was … dafür gibt es Player. ABER bitte keine, die die Systematik der Festplatte an sich reißen und da alles verbiegen. Oder die ungefragt aus einer FLAC-Datei ein 128 kbit-mp3 machen.

    Taggen? Ja klar, geht. Leider nicht bei allen Formaten, aber es geht. Wenn man Zeit dafür opfern will. Albumcover hinzufügen? Ja klar, geht auch. Beats per Minute auszählen. Klar, ist auch schön zu wissen, ob eine Platte nach vorne geht oder eher für was für einen nebeligen Abend ist.
    Aber meinen ganzen Datenbestand manuell so einzupflegen ist mir dann doch zu viel. Ich höre lieber.

    So, und jetzt überlege ich, ob ich nicht doch das Erscheinungsjahr bei den Giants VOR den Albumtitel setze … ist ne gute Idee, die ich von hier mitnehme. Der (bei mir) ziemlich volle Stones-Ordner kriegt damit ne andere Qualität. OK, das mache ich. Bei Gelegenheit.
    Genau so wie die Idee „Obersünden, für die ich mich schäme“, auch nett. Und ach ja, noch was => Ich hab ja auch Musik „nur für Freunde“, die ich selbst nie hören würde (so Headbanger- und Metaller-Kram, der quer durchs Alphabet im Ordner Rock rumgeistert und auch so mir eher peinliche Rapsongs mit einer „Adult-Warnung“ auf dem Cover, die im Segment Black abgelegt sind). Die stören eigentlich im Tagesgeschäft.

    Ich besprech das wohl wirklich mal mit meinem Therapeuten. Der kennt die Risiken und Nebenwirkungen von 2 TB-Diskstations im Heimnetz.

    Ich ahne aber schon, was er mir sagen wird => DIE MUSIK ist wichtig, nicht die Ordnung. Und bei jeder PC-Lösung liegt die Fehlerquote bei 5-10 %. So is das numa.

    Seht es mal positiv => Wir kümen alle auf einem sehr hohen Niveau, das wird mir bei diesen Zeilen bewußt. Bei meinen Eltern gab es nur EINE Single, die ich mir so halbwegs ohne Schnappatmung anhören konnte. Ich wußte ganz genau, wo sie steht. Klare Ordnung. Und mit 12 bekam ich einen Plattenspieler und meine erste eigene Single. Von den Lords. Hab ich noch.

    Heute bin ich fast 60 und ich weiß gar nicht, wie viele Musikstücke ich eigentlich mittlerweile habe. Ich horte und genieße sie ohne 100 %ige Ordnung, weils nicht geht. Trotzdem besser!

    VIEL BESSER, Folks. Viel besser ;-))

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    Steffen

    Schaut mal… Eine gute Übersicht und etwas Plattenladen-Feeling bekommt man mit Plattenbilly hin. Dieses Schallplattenregal gefällt selbst der Freundin ;-)
    Gefunden auf http://www.plattenbilly.de

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