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Zurzeit gibt es in England ohnehin wieder eine Ausländerdebatte. Spielen tatsächlich zu viele Ausländer in der Premier League? Kommen zu wenig Engländer zum Einsatz?

Diese Diskussion ist wirklich naiv. Englands Fußball hat so sehr von den vielen guten Ausländern profitiert. Deshalb ist die Premier League doch so stark und macht so viel Geld. Man muss dieses Geld nur noch konsequenter in die Ausbildung stecken.

Allerdings holen die englischen Vereine inzwischen schon ganz junge ausländische Spieler. Da haben die jungen Engländer schon in der Ausbildung Konkurrenz.

Durch den Kontakt und Wettbewerb mit den besten jungen Spielern aus der ganzen Welt profitieren die jungen Engländer doch. Es schaffen dann vielleicht nicht mehr ganz so viele den entscheidenden Sprung von den Jugendmannschaften ins Profiteam wie früher. Aber die Qualität derjenigen, die es schaffen, ist deutlich höher. Es ist ja nicht so, dass nichts nachkommt. Schauen Sie sich zum Beispiel Micah Richards an. Das ist ein echter Klassemann.

Moritz Volz im 11freunde-Interview.

Keine Kommentare

  1. 01

    hm?
    Dieser Micah Richards ist kein Klassemann? Ich finde sonst keinen Fehler…

  2. 02
    babinho

    falsch sind die Worte „ohnehin“ und „tatsächlich“. „ohnehin“ macht an dieser stelle ohnehin keinen sinn. und wie habe ich mir vorzustellen, dass jemand nicht tatsächlich in einer liga spielt? Etwa so: „tatsächliche ausländische phantomspieler verdrängen junge engländer“? das sind ohnehin phantomschmerzen, nach dem tatsächlichen ausscheiden in der em-quali.

  3. 03

    Okay, dröseln wir das doch mal auf:
    1. Warum holt man Spieler aus anderen Ländern?
    Weils billiger ist, als selber auszubilden.
    2. Was macht man mit mehr Geld, das man dadurch einnimmt, indem man stärkere Spieler aus dem Ausland holt, als selbst auszubilden?
    Antwort a) Man bildet aus. Hat ja früher auch nicht geklappt.
    Antwort b) Man holt stärkere Spieler als die bisherigen aus dem Ausland.

  4. 04
    Tobi

    Einspruch euer Ehren:

    Dein Argument, dass man Auslaender holt weil es billiger ist als selbst in Jugendarbeit zu investieren macht nur Sinn, wenn ein direkter und ausschliesslicher Zusammenhang zwischen Ausbildung und dem „Produkt“ faehiger Nachwuchsspieler besteht. Daran hab ich aber meine Zweifel:

    1.) Ich denke, einen Spieler mit 1.Liga-Potenzial zu „entwickeln“ sind etwa 1/3 Investition, 2/3 Glueck. Zumal die besten Jugendspieler nicht zwangslaeufig die besten Spieler werden. (vgl. Eugen Polanski vs. Marcel Jansen in der Gladbach-Jugend und heute).

    2.) Muss man doch mal ehrlich sagen, dass die Nachwuchsarbeit der Profiteams im wesentlichen aus Scouting besteht. Jede Jugendsaison gibt es da einen Wechsel von min. 50%. Bei Roda Kerkrade zum Beispiel (lange Jahre nach Ajax die Nr.2 in hollaendischer Jugendarbeit) schaffen es ausdruecklich nur die besten 3 eines Jugendteams ins „naechste Jahr“, die restlichen 15-20 werden von extern geholt. Warum soll man da an der Grenze mit aufhoeren?

    Meiner Meinung nach, ist von einem einzelnen Verein durch reine Investition in Training, etc. max. zu 5% beeinflussbar, wie wahrscheinlich ein Jugendspieler den Sprung in die 1.Liga schafft. Da ist es doch klar, dass die wenigen weltweit, bei denen sich das Potenzial es zu schaffen abzeichnet, auch haeufig von ausserhalb der eigenen Jugend kommen und daher eingekauft werden.

  5. 05

    Bei Roda Kerkrade zum Beispiel (lange Jahre nach Ajax die Nr.2 in hollaendischer Jugendarbeit) schaffen es ausdruecklich nur die besten 3 eines Jugendteams ins “naechste Jahr”, die restlichen 15-20 werden von extern geholt. Warum soll man da an der Grenze mit aufhoeren?

    Oder sogar noch nen Schritt weiter gehen: Die Ausbildung auslagern in Drittweltländer, dort Fußballakademien aufbauen, billig Rohmaterial produzieren und dann mal kucken, was sich durchsetzt. So wie das die englischen, niederländischen, spanischen und italienischen Clubs machen.

    Aber inwiefern hilft das den englischen Nachwuchsspielern?

  6. 06
    Tobi

    Ich versteh nicht, wieso es billiger sein soll im Ausland nach Talenten zu suchen als im Inland? Nur beides parallel zu betreiben, hat groessere Erfolgsaussichten als nur im Inland bzw. im Ausland. So wie es gemacht wird.

    Und weshalb sollten mich die englischen (spanischen, …) Nachwuchsspieler mehr interessieren als Afrikanische oder Suedamerikanische?

    Ich versteh auch nicht, weshalb aus rein-englischen Jugendteams mehr Englaender in die 1.Mannschaften kommen sollten, wenn sie sich in der Jugend schon nicht gegen auslaendische Jungs durchsetzen koennten? Denn spaetestens dann kaemen doch die auslaendischen Talente als Konkurenz dazu.

  7. 07

    Ich nehm Deine Fragen mal zum Anlass, da was längeres drüber zu schreiben; mir fehlt grad ein bißchen die Zeit, da die Quellen auseinanderzurecherchieren. Bloß kurz zwei Sachen:
    Klar, was bedeutet schon die Nationalität eines Spielers? Seh ich auch so. Aber Volz will in dem Interview ja was anderes zum Ausdruck bringen. Eigentlich variiert er ja bloß die Formel: Mehr Konkurrenz führt zu mehr Leistung.
    Zweitens ist die „Produktion“ eines Spielers im Ausland tatsächlich billiger als zu Hause. Eine sechsjährige Ausbildung eines afrikanischen Spielers kostet in einer der Akademien vor Ort insgesamt 5.000 US-Dollar. Davon kannst Du hier Larrauri noch nicht mal Eis kaufen.

  8. 08
    th

    Ich sehe das ähnlich wie Tobi.

    Wirklich gute englische Spieler werden sich auch gegen ausländische Konkurrenz durchsetzen – siehe aktuell Richards, Agbonlahor, Walcott, Young, usw. Es ist ein Irrglaube, dass man einheimischen Spielern durch protektionistische Maßnahmen, bei denen die Konkurrenz in den Academies klein gehalten wird, einen Gefallen tut.

    Und dass englische Mannschaften auch auf „Ressourcen“ aus dem Ausland zurückgreifen, liegt nicht nur daran, dass
    1) die Erfolgsaussichten größer sind, wenn man auch im Ausland scouted, sondern auch daran, dass
    2) englische Spieler gnadenlos überteuert sind, ein ausländischer Spieler gleicher Qualität oft nur einen Bruchteil(!) kostet und dass es
    3) oft schlichtweg leichter ist, gute Spieler aus dem Ausland zu holen: Englische U9 – U13-Spieler dürfen nur in einem Umkreis von 60 Reiseminuten und ältere Talente in einem Umkreis von 90 Minuten rekrutiert werden. Diese Regel mag ihren Sinn haben, aber so trainiert ein junges Talent im Zweifel eben bei Cambridge und nicht bei Arsenal und die FA bringt die Talente um eine angemessene Ausbildung.

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