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Nazi-Hardcore©®™

Ein Neonazi aus Niedersachsen hat sich den Begriff „Hardcore“ markenrechtlich schützen lassen. Wie aus den Angaben des Deutschen Patent- und Markenamts hervorgeht, hat der Rechtsextremist Timo Schubert die Marke eintragen lassen. Allerdings läuft noch eine Widerspruchsfrist dagegen. (NPD Blog)

Es ist ja nun nicht so, dass Nazis keine Begriffe schützen dürften, weil: Markenrecht gilt genauso wie alle anderen Rechte auch für Rechte. Wenn sich Nazis allerdings Begriffe wie „žHardcore“ schützen lassen (was für sich alleine schon absurd genug ist, stammt „žHardcore“ doch aus dem linken Umfeld), um Shopbetreibern (und damit demnächst wohl Bands und Magazinen und dann dem Rest) mit juristischen Folgen wegen der Verwendung des Wortes zu drohen, dann müssen sie sich genau wie alle anderen irrsinnigen Begriffsschützler anhören: So nicht, mein Freund mein Lieber [würdige Bezeichnung für Rechtsaußenmarkenschützer hier einfügen].

Neonazis plündern linke Subkultur: Hardcore-Begriff ist jetzt rechte Marke (via Tanith @ Twitter)

Update: Der Begriff „Hardcore“ wurde bereits mehrfach als Marke eingetragen (Recherche hier) und auch wieder gelöscht, einer der Einträge (und seine Löschung) stammt z.B. von Endemol.

56 Kommentare

  1. 01

    was für sich alleine schon absurd genug ist, stammt „Hardcore“ doch aus dem linken Umfeld

    Nicht ganz so absurd, wie es sich auf den ersten Tusch anhören mag; dass sich die Rechten von Palituch bis schwarzer Kluft immer mal wieder bei der linken Subkultur bedienen, wird auch verständlicher, wenn man bedenkt, dass sich die ganze Nazimucke seine Vorläufer im Ragga hat.

  2. 02

    Das wirkliche Problem ist, dass solche Anmeldungen schlecht geprüft werden. Selbst wenn sich statt einem Nazi ein Linker die Marke gekrallt hätte, ist der Begriff halt schon seit Jahrzehnten bekannt und ein elementarer Bestandteil der (englischen) Sprache. Das kann jeder mit einer simplen Google-Suche herausfinden und solchen allgemeinen Begriffen darf man einfach keinen Markenschutz geben.

  3. 03
    Jan(TM)

    Die Pornoindustrie ist links?

  4. 04

    Hmm. Das wird die United Gabbers against Racism aber schon irgendwie stören, vermute ich :)

  5. 05
    Paolo Pinkel

    @Frédéric:

    Kannst Du die Verbindung zwischen Nazi-Mucke und Ragga irgendwie belegen? Würde mich wirklich interessieren

    Ansonsten glaube ich nicht daran, daß Hardcore auf Dauer als Marke zu schützen ist.

  6. 06

    @Frédéric: „dass Nazimucke seine Vorläufer im Ragga hat.“

    Äh, wie bitte?

  7. 07

    Wenn ich mich recht erinnere war die ursprüngliche englische skinhead szene von reggae musik geprägt.
    daraus ist irgendwann die rechte skinnheadszene hervorgegangen womit reggae auf umweg wohl irgendwie auch die nazi musik dieser tage geprägt hat.
    bin aber auch kein kenner des thema und das ganz ist irgendwie ziemlich verworen.
    ein link mit ein paar einstiegs infos aus der zuverlässigsten aller quellen^^: http://de.wikipedia.org/wiki/Skinhead

  8. 08
    DrCromeo

    @Jan(TM):hast du mal einen Nazi Porno gesehen? ich glaube kaum das die da für genug in der Hose haben……

  9. 09

    Nazi punks fuck off!

  10. 10

    @Paolo Pinkel:

    @Johnny Haeusler:

    Kein Scheiß! Die rechten Skins der 70er in England waren vor allem in Reggae- und Skaclubs unterwegs und haben sich deutlich von den jamaikanischen Rude-Boys inspiriert. Dass sie sich bei der Oi!-Musik bedient haben, kam erst später.

    (Es gibt da ein ganz hervorragendes Buch, dass das alles aufzeichnet: White Noise. Da steht das alles im Detail drin.

  11. 11

    Wird langsam mal Zeit, dass sich die Nazis „Dummheit“ patentieren lassen. Oh, ne wartet! Haben sie ja schon…

  12. 12

    Im ganzen Artikel kam kein Wortspiel zwischen „Rechte“ und „Rechte“.
    Schade eigentlich.

  13. 13
    Paolo Pinkel

    @Frédéric: Wenn man genau ist, gab’s Ragga noch gar nicht als sich Skinhead-Musik aus den jamaikanischen Einflüssen entwickelte.

    Und die Skinheads damals waren meines Wissens auch keine Nazis, sondern durchaus multikulturelle Cliquen, in denen der Block, aus dem man kam mehr zählte als die Hautfarbe.

  14. 14

    @ frederik
    du verkürzt da leider und verdrehst den wahren ansatz deiner aussage ins falsche.

    1. die skinheads der 70er waren in england eben nicht nur rechte, sondern in allen politischen lagern und extremen zu hause. oder eben gar nicht politisch.
    2. sehr testosterongeladen, stolz auf ihre proletarischen wurzeln und oft auch gewaltätig waren sie aber wohl von beginn an, in allen stömungen. pakistanerklatschen war ja nicht umsonst ein hobby der schwarz/weissen cliquen. (übrigens interessante parallelen zu unser aller liebling morissey, der ja auch eine große vorliebe für ostasiatische einwanderer hat, aber das nur am rande).
    3. „die ganze nazimucke“ ist schlicht und ergreifend falsch. nazipunkbands (und nichts anderes ist landser etc), rechter blackmetal und rechter neofolk haben viele ursprünge. jamaikanisch sind die aber eher nicht. böse menschen kennen keine lieder, deshalb klauen sie sich ihren scheiss halt überall zusammen.

  15. 15

    @Frédéric: und was hat Ska und Ragga jetzt mit amerikanischen Hardcore-Punk zu tun? Und das Buch „White Noise“ ist mitnichten so hervorragend und vor allem keine geeignete Quelle zum Thema „Hardcore“.

  16. 16
    Frédéric Valin

    @JK: Echt? Mir ist das mehrfach empfohlen worden. Was wäre denn da besser?

    @bhrgero: Das ist eine komplizierte Diskussion, glaube ich: es gibt schon direkte Verbindungen als „die waren überhaupt keine Nazis“. Damals entstanden das Paki- und das Queer-bashing. Dass die damaligen Skin-Gruppen unpolitisch sein konnten oder sogar links, okay. Gleichzeitig setzt sich aber ein nicht geringer Personenkreis nach dem Abflauen der Skin-Subkultur im BM und in der NF wiederfanden.

    Ich hab zu sehr verkürzt, stimmt schon. Aber ganz wegdifferenzieren kann man die Linie zwischen der heutigen rechtsextremen Subkultur und den Skins imho nicht.

    (Die ganze Nazimucke ist in der Tat total falsch.)

  17. 17

    @Frédéric: Ja, die 60er-Jahre Skins haben Reggae und Ska gehört, da war es aber keineswegs Pflicht, Nazi zu sein (das ist es auch heute nicht).

    Daraus aber herzuleiten, dass „die ganze Nazimucke vom Ragga kommt“ ist nicht nur gewagt, sondern, sorry, kompletter Unsinn. Zeig mir mal eine von den ganzen schlechten (rechten) Deutschrock-Kombos, die einen vernünftigen Offbeat spielen können.

  18. 18

    @ also als „Standardwerke“ zum Usprung von „Hardcore-Punk“ gelten glaub ich diese DVD sammt Buch:

    http://de.wikipedia.org/wiki/American_Hardcore
    http://www.amazon.de/American-Hardcore-A-Tribal-History/dp/0922915717/ref=sr_1_28?ie=UTF8&s=books-intl-de&qid=1235483499&sr=8-28

    Fand beides ganz unterhaltsam. Aber auch schwer dieser unglaublich vielfältigen Kultur gerecht zu werden.

  19. 19
    Daniel

    Hardcore als Wort ist schon in über 30 Fällen als Marke geschützt.

    Im speziellen Fall von Timo Schubert in den Klassen 24, 24 und 40. Das entspricht Bannern, Bettbezügen, Babywäsche, Bekleidung aus Lederimitat, Schlüpfern, Färben von Stoffen etc. etc.

    Wenn ihr also mal pelzgefütterte Mäntel unter dem Namen Hardcore verkaufen wollt bekommt ihr mit ihm Probleme, sonst auch nicht.

    Diese Informationen findet ihr beim Deutschen Patentamt: https://dpinfo.dpma.de/index.html

    Marken / Zeichen-/Markentext: Hardcore

  20. 20

    Schon richtig, dass die frühe Skinheadszene in England Reggae und vor allem auch viel Soul gehört hat (wobei es auch ein Fehler wäre, hier Reggae vor allem als Hippiemusik zu definieren; man schaue sich hierzu den sehr authentischen Film „The Harder They Come“ an). Nur ist der Schluss ein falscher, wenn man die Roots des heutigen Nazi-Skin deshalb in der Reggae-Musik verortet.

    Die frühe Skinszene war nie sonderlich homogen und hatte immer eher Parzellen-Charakter, war meist sehr offen für Einflüsse von außen (siehe eben Soul und Reggae, später Punk => Oi). Im Grunde war die Skinkultur aber immer sehr an Ritualen der Männlichkeit interessiert, dazu gehört eben auch ein gewisses Maß an Gewalttätigkeiten oder zumindest ruppigem Verhalten.

    Dieses Potenzial wurde später von Rechtsextremen gezielt angesprochen und aufgegriffen. Teile der Skinszene wurden mit Nazis infiltriert und agitiert. Es kam zu Spaltprozessen, mal mehr („SHARP“ = Skinheads against Racial Prejudices), mal weniger (der unpolitische Oi-Skin, dem’s wurscht ist, ob er mit Linken oder Rechten saufen geht, solange es viel Spaß gibt).

    Aber keineswegs führt eine direkte Linie von den Reggae-Skins zu den Nazi-Skins.

    Grüße
    Thomas

  21. 21

    @Frédéric Valin: sehr empfehlenswerte bücher zum Thema Hardcore
    1. American Hardcore: a Tribal History ttp://tinyurl.com/cpck8f
    2. Punk, DC: http://tinyurl.com/cwzmlj

  22. 22

    So haarsträubend diese ganze Nazi-Hardcore-Sache ist, sollte man bei allem Gebausche auch nicht vergessen, dass „Hardcore“ auch nicht direkt grundsätzlich eine linke Sache ist. „Hardcore“ (od. eigentlich „Hardcore Punk“) hatte immer wieder mal wechselnde Tendenzen, mal zu linker, mal zu rechter Seite hin, und immer viele unterschiedliche Lager. Hier empfiehlt sich ein Blick in das hier bereits genannte „American Hardcore. A Tribal History“, wo Zeitzeugen der frühen Szene sehr anschaulich nacherzählen, dass es auch schon in den frühen 80ern in der Hardcore-Szene sehr reaktionäre Tendenzen gab. Freilich gibt es Leitfiguren wie Jello Biafra oder Ian MacKaye, die beide eindeutige Standpunkte vertraten und vertreten; mindestens gleiche Prominenz genossen in der Szene aber auch Bands wie die (wenigstens frühen) Agnostic Front, die auf ihren Platten munter stark rechte Standpunkte vertraten, frühe Platten von Sick of it All, wo unter „Bullshit Justice“ gerne mal ein drakonisches Justizsystem gefordert wird, oder Bands wie One Life Crew, die ein Amerika den Amerikanern und eine rigorose Flüchtlingsabschottungspolitik der USA einfordern. Oder eben Jungspunde wie Earth Crisis, die als militant vegane, drogenfreie Abtreibungsgegner in ihren Songs auch mal davon fantasieren, einen „totalen Krieg“ gegen Schlachthäuser, Abtreibungskliniken und Drogennutzer zu erklären.

    Wie gesagt, ich will Hardcore damit gar nicht ans Bein pinkeln. War selber lange Jahre in der Szene unterwegs, freue mich noch immer an den Platten und halte das für eine gute Sache. Nur ist auch im klassischen Hardcore nicht immer alles so links zugegangen, wie es heutige Taz-Autoren gerne hätten.

  23. 23

    Gibt man sichn bissl Mühe, macht nen schicken Widerspruch fertig und aus die Maus.

    Gut zusammengefasste Bewertung bei:

    http://www.markenmagazin.de/hardcore-als-rechte-marke/

  24. 24

    Ach Hardcore ist doch langsam sauöde. Alles ist Hardcore, jeder ist Hardcore. Musik, Pornos, Plüschkaninchen.. wie kann man sich nur ein so ausgelutschtes Wort patentieren lassen. Ein Hoch auf die Kreativität.

  25. 25
    karmacoma

    Begriffe, die im allgemeinen bekannt sind und ihre eigenständige Bedeutung haben werden im Normalfall nicht akzeptiert als Marke. So darf man sein Produkt nicht „Sonne“ oder „Freiheit“ nennen, „Hardcore“ sollte eigentlich auch nicht gehen. Soweit meine kurze Erfahrung als Praktikant im DPMA.

  26. 26

    @thomas: du hast sicher recht, dass es rechte tendenzen im amerkanischen hardcore gab. one live crew ist ein gutes beispiel. earth crisis sind in ihrer „erdbefreierideologie“ auch das eine oder andere mal (all out war, firestorm usw) übers ziel hinausgeschossen. leider viel sowas in den 90ern in der hardcoreszene der usa auch teilweise auf fruchtbaren boden.

    SOIA mit „bullshit justice“ da mit rein zu ziehen, halte ich aber für sehr übertrieben. mein gott. der song ist eine anklage an das korrupte amerikanische justizsystem. sehr vereinfacht, sehr überspitzt, aber deswegen nicht rechts. der song „just look around“ kommt aus der selben zeit und trifft diese jugendliche wut ganz gut. und die ist oft eben nicht in rechts oder links einteilbar.

    „I see the whites that hate the blacks
    blacks against the jews, race against religion
    and the’re all too blind to see
    When we fight each other it puts all of them at ease
    it keeps us so busy, so they can do what they please“

    natürlich findet man immer beispiele für rechte tendenzen. ich würde sogar behaupten, in jeder musikszene gibt es die als spiegebild der gesellschaft. für jede „rechte“ hardcoreband, die du genannt hast, kann ich dir aber fünf andere nennen, die eindeutig progessiv ausgerichtet sind. hardcore war wahrscheinlich nie per se ‚links‘ sondern in erster linie ‚wütend‘ (klingt albern, ich weiss). aber das schöne an der ‚bewegung‘, wenn man es denn so nennen möchte, war die kanalisation der wut in grandiose musik. das die ausrichtung von anarchistisch bis proletarisch, religiös (eine der ersten hcbands – bad brains waren/sind rastafaris) bis zu radikalen weltverbesserideologien und eben ab und zu purer stumpfsinningkeit reicht(e), ist für eine so wenig homogene musik/szene natürlich und machte sie zumindest für mich immer besonders interessant.

    und der ‚unity‘ gedanke, den sick of it all in ‚just look around so schön auf den punkt gebracht haben, hat(te) eben oft was für sich. hardcore hat kids verbunden, die sich im pit zu ihrer musik die köpfe einhauen wollten. manchmal reicht das.

  27. 27

    Nazis und Hardcore sind leider nicht ganz soweit auseinander. man versucht seit laengerem die Szene zu unterwandern. zum Glueck relativ erfolglos. Aber so White Power Deppen sieht man doch des oefteren. bleibt nur das gute alte „Good Nicht, White Pride!“

  28. 28
    Jan

    @ Frédéric (1): Seit wann kommen Pali-Tücher aus dem linken Umfeld? Klar, dort findet man sie nicht selten, aber kommen sie nicht eigentlich – wie der Name schon sagt – aus Palästina? Sind sie nicht eigentlich ein Symbol für eine antisemitische, frauenverachtende, radikale – und mit diesen drei Punkten in unseren Augen wohl eher als relativ rechtsextrem einzuordnende – Bewegung?

  29. 29
    Mikhuarkhar

    „Linkes“ und „rechtes“ Proletentum unterscheidet sich doch kaum. Weder was die „weltplitischen Ansichten“ angeht („Globalisierungskritik“, „USrael“ usw.), noch durch das Auftreten und die Gewalttätigkeit. Und beide sind aufeinander fixiert wie verfeindete Brüder. Der extremistische Pöbel, mehr ist es nicht. Das galt schon in den 20ern

  30. 30

    Mal sehen, ob sich das so einfach schützen läßt. Ansonsten sollte man sich überlegen, ob man nicht das ganze Nazi-Vokabular schützen läßt und die Damen und Herren ordentlich zur Kasse bittet.

    NPD-Ruin durch freie Marktwirtschaft!

  31. 31
    pi-pippi

    @Mikhuarkhar: Jaha, genau. Links=rechts. Wo bleibt eigentlich der bei solchen Diskussionen fast obligatorische Hinweis auf islamistische Hegemonialbestrebungen?

  32. 32

    @Jan:

    Die Kufiya wurde soweit ich weiß von den 68 nach deutschland „gebracht“.

    „Seit den Tagen des außerparlamentarisch organisierten Studentenprotests der 68er Jahre in Deutschland ist in der linken Jugend- und Subkultur das „žPalituch“ als Zeichen der Solidarität mit der PLO ein beliebtes Zeichen zum Ausdruck der persönlichen Zugehörigkeit insbesondere zur antiimperialistischen Strömung innerhalb des politisch linken Lagers und der alternativen Szene. Es wird dort als Zeichen des Widerstands gegen Repression und als Symbol persönlicher Freiheit verstanden. Auch von Hippies wird es in diesem Sinne getragen.“

    http://de.wikipedia.org/wiki/Kufiya

  33. 33
    Jan(TM)

    @Frédéric Valin: Besser wäre ein abendfüllender Vortrag von deinem Brötchengeber zum Thema(nachher bitte als Podcast veröffentlichen). „American Skin“ von Don De Grazias lesen schadet auch nicht.

  34. 34
    desordenpublico

    @Fréderic Valin (16): Gute Informationen erhält man beim Archiv der Jugendkulturen http://www.jugendkulturen.de/. Man kann sich auch This is England von Shane Meadows anschauen, wenn man nicht soviel lesen mag. Der Film enthält zwar keine tiefgründigen Hintergrundinformationen, zeigt aber ganz gut das Dilemma der Skinheadbewegung. Die Verknüpfung von Ska (oder Ragga) und Nazimucke ist aber in jedem Fall absoluter Quatsch. Man darf es sich nicht zu einfach machen, die Welt ist meist komplizierter.

  35. 35

    Nur mal so – die kommentare hier kochen ja schön im eigenen Saft. Willsagen: mir isses fast wurscht wer wann was als erstes toll und nicht toll und wie links gehört hat – aktuell wäre doch eher geholfen, rechtsverwertbare Materialien zusammenzutragen.

    Also bitte mal alle rumkramen wieviel Verwertbares sich so finden lässt – alte Rechnungen, Kataloge, Videobänder … etc.

    Auch ruhig mal 1.0-Leute anhauen – Coretex in X-Berg sind da ja wohl nur eine Anlaufstelle.

  36. 36
    egal

    passend zum thema nazis und musik:

    „V-Punk“ auf tour
    eine mehr als fragwürdige band startete gerade ihre tour in bremen und nun gehts u.a. weiter nach berlin, nürnberg, köln und kiel. das bei den aktuellen tourdaten ( http://anonym.to/?http://www.vundhanna-punk.de/sites/main/konzerttermine.html) keine orte zu finden sind, liegt wohl daran, dass in den vergangenen jahren schon einige ihrer konzert ausfallen mußten. denn es handelt sich um eine etwas andere punk-band, aber lest selbst:

    „Seit ihrer Gründung 1996 entwickelte sich die aus der Kieler Rotlichtszene stammende Band immer mehr zur Nazi-Gruppe. Gaben zu Beginn vor allem die durchweg rechten Fans Anlass zur Besorgnis, so ist es seit März 2001 auch die Band selbst. Am 7. April sollte die Gruppe zusammen mit der Blood & Honour-Band Kraftschlag in Kiel auftreten, was aber die Polizei verhinderte.

    In Folge dessen wurde bekannt, dass der Drummer von V-Punk mindestens ein halbes Jahr für Kraftschlag gespielt hatte, und auch der Gittarist von Kraftschlag öfter mal bei V-Punk aushalf. Nach diesen Ereignissen ließen V-Punk endgültig alle Hüllen fallen: Ein Bandmitglied spielte einen Gig auf der Kieler Woche im Blood & Honour-Shirt und die Ende 2001 erschienene CD »Bang Bang« enthält eindeutig nationalistische Texte. Trotz alledem versucht die Band immer wieder mit belanglosen Erklärungen ihre rechte Gesinnung zu leugnen und sich als unpolitisch zu geben.“ ( http://www.turnitdown.de/61.html)

  37. 37
    Mikhuarkhar

    @pi-pippi:
    Jaha, die vielen Ähnlichkeiten in den gemeinsamen Feindbildern, Auftreten, Militanz sind in der Tat nicht von der Hand zu weisen.

    Würdest Du diese Hegemonialbestrebungen als nicht vorhanden abtun ? Meinst Du, das Swat-Tal saturiert diese Leute ? Ich würde dafür nicht die Hand ins Feuer legen.
    Ich bin übrigens Anhänger der Totalitarismus-Theorie. Und ja, hier haben wir sie, die neue „Heilslehre“. Nur wollen das die wenigsten wahrhaben. Die darauf hinweisen, sind „Phobiker“ des neuen Totalitarismus. Wenn das so ist, dann bin ich einer.

  38. 38
    corax

    @Mikhuarkhar: Hallo Viva, auch mal wieder da? ;“”)

    Wie geht’s eigentlich Thibaut, Vernunft, Conring, Baldus, Haimo, Windscheid, und Savigny?

  39. 39

    allgemein ist das markenrecht in deutschland eine zumutung. man kann sich jeden mist schützen lassen, ob es nun alltägliche begriffe und dinge sind oder nicht. bekannte beispiele: der rote stern. das wörtchen „rock“. das wort „poker“. es gibt fast unendliche viele dieser dinger, aber dem dpma scheinst es am arsch vorbeizugehen, weil die nur die kohle für die anmeldung kassieren wollen. scheiß verein.

  40. 40
    Thomas

    Wenn ich das richtig verstehe, wurde die Marke für alkoholische Getränke (außer Bier) eingetragen.

    Da wird er wohl kaum die Möglichkeit haben, irgend jemanden abzumahnen, oder?

  41. 41

    @Frédéric: Es ist ein ewiges Streitthema, aber natürlich waren die Skins, die mit den RudeBoys Skinhead-Reggae, Ska und Rock Steady gehört haben, keine rechten Skinheads. Sie waren allerdings entgegen vieler romantisierender Darstellungen auch nicht links oder antirassistisch, sie haben zwar mit Schwarzen Musik gehört, sich aber einen Spocht daraus gemacht, „Pakis“ zu klatschen. Sie waren der „Abschaum“ der Gesellschaft und das haben sie nach außen getragen.

    Die Politisierung begann später, als rechte Parteifunktionäre das Potential in der Wut dieser Ausgestoßenen erkannten, und sie vor allem im Umfeld der Fußballstadien zu rekrutieren versuchten. Zum Teil mit Erfolg, zum Teil wehrten sich einige Skinheads gegen eine Politisierung der Szene, woraus dann nachher die OI!-Bewegung wurde, die sich wahrscheinlich als einzige Gruppierung wirklich zu den Wurzeln der Skinheadbewegung bekennen darf.

  42. 42

    Also die Marke wurde für ua. für Textilien und Bekleidung (auch T-Shirts) eingetragen, aber nicht für Tonträger oder Musik.

    Aber für Hardcore gibt es 38 Eintragungen im deutschen Markenregister und z.B. für Punk auch noch 21.
    Siehe meinen Beitrag:
    http://www.internet-law.de/2009/02/hardcore.html

  43. 43
    Jan

    @ ZamZung (32)
    Ist Solidarität mit der PLO etwas Positives? Das war doch bloß wieder ein überschwänglicher Wink aus der Friedensbewegung („Peace, Love and Harmony“), der zu sehr ins antisemitistische Areal übegriff. Antiimperialismus schön und gut – aber nur deswegen würde ich doch auch nicht Solidarität mit Thor Steinar zeigen, weil die schöne Klamotten verkaufen (was noch nicht einmal der Fall ist) (der Klammertext vor diesem war unnötig)!

  44. 44

    harcore finde ich in dem zusammenhang auch irgendwie lahm. „fisten“ wäre eine nachricht wert. das soll ja da auch recht verbreitet sein.

  45. 45

    Mutter?

    (bezog sich auf gelöschten Kommentar, kann also auch gelöscht werden)

  46. 46
    Falkonett

    Es gibt keine Nazis mehr in Deutschland ._.
    Habt ihr alle einen an der Waffel? Ö.ö
    Wirkliche Nazis sind Rentner die das alles noch miterleben durften -.-
    Aber ich erzähle euch ja keinen :D
    Mir sind die Modernen Rechte lieber als Zecken… BAH
    Sitzen morgens bei uns in der Innenstadt und saufen billig Bier…
    Einmal habe ich es sogar miterleben dürfen, dass so eine Zecke nen Kind Bier angeboten hat….. Das ging zu weit!

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