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Helene Hegemann und Airen – Interview mit „Strobo“-Verleger Frank Maleu

Wie es im Titel steht: Es folgt ein Interview mit Frank Maleu vom SuKuLTuR-Verlag, in dem Airens „Strobo“ erschien. Über Hegemann, den Literaturbetrieb, und zwischendurch würde ich mich gerne aufregen, aber Frank Maleu will und will nicht mitmachen. Nach dem Klick.

Spreeblick: Hast Du Axolotl Roadkill gelesen?

Frank Maleu: Leider noch nicht vollständig. Ich habe mir das Buch am Samstag gekauft und dann gestern direkt an Airen weitergegeben. Ich bin bis ca. S. 75 gekommen. Allerdings bekomme ich gleich noch ein weiteres Exemplar und werde es dann auch durchlesen. Was ich bisher gelesen habe gefiel mir aber schon ganz gut

Spreeblick: Ich gestehe, ich habs nicht gelesen, und von Strobo nur Teile dessen, was im Netz veröffentlicht wurde. Kannst Du die Plagiatsvorwürfe nachvollziehen? Hälst Du sie für berechtigt?

Frank Maleu: Ich halte sie für sehr berechtigt und dies wird ja auch nicht von Frau Hegemann oder dem Ullsteinverlag bestritten.

Spreeblick: Ullstein hat auch angekündigt, auf euch zuzugehen und nachträglich die Erlaubnis einzuholen. Liegt euch schon ein Angebot vor?

Frank Maleu: Nein, noch nicht. Aber bisher ist das Verhältnis zu Ullstein noch nicht zerrüttet. Ich muss auch erstmal einen Überblick haben über wieviele Stellen im Buch und im Blog wir eigentlich reden.

Spreeblick: Wieviele Stellen sinds denn bisher? Oder, anders gefragt: Wie vollständig ist die Aufstellung bei Deef Pirmasens?

Frank Maleu: Ich habe jetzt die Stellen nicht gezählt. Die Schwierigkeit besteht darin, dass auch einige Passagen aus dem Blog übernommen worden sind. Dies muss nun Airen herausfinden. Er sitzt gerade zu Hause und widmet sich Axolotl Roadkill.

Spreeblick: Habt ihr als Verlag schon einmal so viel Aufmerksamkeit am Stück bekommen?

Frank Maleu: Ja, haben wir, weil wir sind ja auch der Verlag mit den Automatenheften. In Berlin schon ziemlich bekannt.

Spreeblick: Und Strobo? Hat die Debatte dem Buch geholfen, verkauft zu werden?

Frank Maleu: Können wir nocht nicht konkret abschätzen, aber sicher ist das Medienecho groß.

Spreeblick: Das ist schon ironisch, oder: Strobo bekommt erst dadurch, dass Hegemann Teile davon abgeschrieben hat und dafür von manchen als Entdeckung des Jahrzehnts gefeiert wird, die Aufmerksamkeit. Allerdings nicht als Entdeckung des Jahrzehnts, sondern als das Buch, das einer vielversprechenden Autorin den Werdegang verhaut. Macht einen das als Kleinverleger nicht ärgerlich, wenn man so offensichtlich bei seiner Kernarbeit vom Feuilleton übergangen wird? Anders gesagt: dass Ullstein, als großer Verlag mit großer PR-Abteilung, so viel Aufmerksamkeit generiert mit einem Buch, das – wie jeder Artikel nicht müde wird zu betonen – von einer überbegabten Minderjährigen geschrieben wird, die man als Wunderkind dastehen lassen kann? Während man selbst ein gutes Buch verlegt und erst dann das ganz große Medienecho kommt, weil es teilweise in einem anderen, groß verlegten und groß vermarkteten Buch, wiederauftaucht?

Frank Maleu: Im Grunde freuen wir uns ja auch für Helene Hegemann. Und uns ist nicht daran gelegen, Frau Hegemann jetzt zu demontieren. Das wäre albern. Wir können uns nur wünschen, dass auch Airen nun etwas bekannter wird und von der Literaturkritik bedacht wird. Es ist ja auch relativ natürlich, dass Ullstein besser vermarkten kann. Wir sind halt ziemlich klein. Das sehen wir auch ohne Neid.

Spreeblick: Frau Hegemann wird ja an anderer Stelle demontiert: von Seiten ihres Verlages, der die Verantwortung mehr oder weniger ihr zuschiebt mit dem Hinweis, man habe ja nach Quellen gefragt. Und von Seiten des Feuilletons, das jetzt in Hegemann den gefallenen Engel sieht und die Betrügerin. Ist das nicht zynisch? Wie siehst Du die Debatte um die Person Helene Hegemann?

Frank Maleu: Man muss jedenfalls aufgrund ihres Alters mit einer gewissen Umsicht mit ihr umgehen. Sie hat ein gutes Buch geschrieben, keine Frage. Es ist nicht unser Begehr, dass jetzt alle Welt über Helene Hegemann herfällt. Auf der anderen Seite sind wir natürlich auch gegenüber unserem Autor in der Pflicht, seine und unsere Interessen durchzusetzen. Als Betrügerin würde ich sie nicht bezeichnen wollen und bei aller Aufregung sollte man die Kirche im Dorf lassen. Klar hat Frau Hegemann unsere und Airens Rechte verletzt. Die Verletzung muss geheilt werden. Dann sehen wir weiter.

Airen: Strobo, 170 S., 17,00 Euro
Rezension zu Strobo auf 500beine

Weitere Stimmen:
Presseerklärung des SuKuLTuR-Verlags:

Wir nennen das „sich mit fremden Federn schmücken“. Die Federn gehören dem Schriftsteller Airen. Wir teilen Helene Hegemanns Meinung, dass Airen „ein großartiger Schriftsteller“ ist. Deshalb haben wir seinen Roman „Strobo“ veröffentlicht. Und wir sind sicher, dass er vielen Literaturkritikern und „Axolotl Roadkill“-Lesern gefallen wird.

Interview der Süddeutschen mit Deef zum Thema

Frank Maleu im Gespräch mit SpOn:

Sein Verlag und Vertreter von Ullstein würden sich in den nächsten Tagen treffen, um das weitere Procedere zu besprechen, so Maleu: „Wir sind etwas in der Bredouille, denn ich finde den Roman ein gutes Buch“, man wolle der Autorin nicht schaden. Auch gegen ihr literarisches Verfahren sei an sich nichts einzuwenden, nur hätte man sich gewünscht, vorher gefragt zu werden. „Es ist etwas anderes, ob man als DJ einen Remix macht oder ob man ein Werk nimmt und es unter eigenem Namen herausbringt „, sagt Maleu.

65 Kommentare

  1. 01

    Noch ein Plagiat??

    In der Vice-Fiction-Issue taucht die Geschichte „žDIE SPIEGELUNG MEINES GESICHTS IN DER ERSCHAFFUNG DER WELT“ von Helene Hegemann auf. (http://www.viceland.com/germany/v5n12/htdocs/die-spiegelung-254.php)

    Der zweite Teil der Geschichte ist fast identisch mit dem Kurzfilm „TRY A LITTLE TENDERNESS“ von Benjamin Teske (http://www.filmportal.de/df/a2/Credits,,,,,,,,64BD06B0E0B94B9B91FCD989C645A0B5credits,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,,.html)

    Das Drehbuch für diesen Kurzfilm basiert auf einer Kurzgeschichte von dem französischen Autor Martin Page, was Teske aber auch als Credit angiebt. Den Text gibt es hier auf Französisch http://www.martin-page.fr/francais/textes/un-peu-de-tendresse-nouvelle/. Vielleicht gibts die Geschichte auch auf Deutsch…das weiß ich aber nicht. Aber schon mit ein bisschen Französisch werden die Übereinstimmungen klar.

    Also Plagiat?

    Interessanterweise waren Hegemann und Teske beide beim Max-Ophüls-Preis 2009. Es ist also durchaus wahrscheinlich, dass Hegemann ‚Try a little Tenderness‘ gesehen hat. Vielleicht war das dann für ihre eigene Geschichte wieder so eine vague Erinnerung. Die Ähnlichkeiten sind jedenfalls nicht von der Hand zu weisen und die ‚Methode Hegemann‘ wirkt irgendwie dubios.

  2. 02
    Ste

    Schon Homer hat kopiert und schon „Gesagtes“ wortwörtlich für seine Illias übernommen…. und die FAZ stellt fest auch der/die ominöse Airen hat kopiert (von Benn und Burroughs), vielleicht ist deswegen der Herr Maleau so zurückhaltend und pazifistisch….

    Das Leben ist ein einziges Archiv, das wusste schon der alte Foucault.

  3. 03
    mp3

    der „alte“ foucault konnte wenigstens flash.

    viel wichtiger: sie hat am ende fuck you von archive einfach übersetzt und als brief eingebaut. dafür dass das ein 10er coming-age roman sein soll, hat sie damit aber die falsche generation erwischt. ich lass mir doch nicht meine jugendlieder mit irgendwelchem bioheroin-komplexen vermantschen.

  4. 04

    Ich muss sagen, die Aufregung wird mir nicht ganz klar.
    Haben wir es hier nicht eigentlich mit Sampling zu tun? Mit der Art von Kunst, wie sie in der Musik seit Jahrzehnten völlig selbstverständlich praktiziert wird? Eine Diskussion, die wir spätestens seit Danger Mouse auch irgendwie abgehakt haben sollten?
    Gut, Credits sind nett und die Nichterwähnung der selbigen nicht gerade fein, aber ist die eigentliche Leistung der guten Frau Hegemann nicht der (anscheinend hervorragend gelungene) Remix?

  5. 05

    @Julian: Ich möchte mich nicht zu weit aus dem Fenster lehnen, denn ich kenne beide Bücher nicht, aber ich denke es geht um zwei Dinge:

    1) Sampling/ Remixen wäre okay und u.U. sogar enorm cool, doch Danger Mouse weist klar darauf hin und sein Anteil ist ebenso klar hörbar. Im Fall von Frau Hegemann scheint das nicht der Fall zu sein. Ihr Buch ist nicht als Remix, sondern als eigenes Werk bekannt geworden und gelobt worden, bei Danger Mouse war die Sache klar, schon im Titel.

    2) Soweit ich es verstanden habe, wird Hegemanns Werk gerade für die Sprache gelobt, für bestimmte Ausdrucksformen und neu er- und gefundene Wörter. Gerade diese sind es aber anscheinend an mehreren Stellen, die eben von Dritten kommen.

    Es bleibt außerdem diese bittere Ahnung, dass der Fall ganz anders behandelt werden würde, wenn es umgekehrt wäre. Weiß man nicht, kann man sich aber gut vorstellen.

  6. 06

    @Johnny Haeusler:
    Ich glaube auch, dass sich es letzten Endes zu „Was wäre passiert, wenn die Machtverhältnisse andersrum wären“ summieren lässt. Und selbst diese Diskussion gab’s in der Musik schon zur Genüge :)

  7. 07
    mp3

    interessant ist nur, dass sich die literaturproduktion immer als außerhalb der üblichen kulturindustriellen prozesse stehend darstellt. und plötzlich bricht das in so einer situation auf.

    da springen natürlich alle journalisten und kleinstintellektuellen auf und sehen ihre (selber symbolisch aufgeladene) lebenswelt beschmutzt oder sogar in einen völlig neuen deutungskontext driften. da setzt einfach ein schutzreflex ein, der natürlich noch durch den gruppeneffekt verstärkt wird.

    bände spricht da zbsp. der welt-artikel :

    „Anführungszeichen und Namensnennung hätten diese Kommunikation erleichtert. Hegemann gibt sich nun zerknirscht: Sie sei „total gedankenlos und egoistisch gewesen“. Ihr Verlag löffelt die Suppe nun aus: Über die Verantwortung einer Autorin, die mit der Sharing-Kultur des Internet aufgewachsen sei, könne man streiten.

    Im übrigen, lässt Ullstein-Verlegerin Siv Bublitz verlauten, habe man sich in Sachen nachträglicher Abdruckgenehmigung an SuKuLTuR gewandt. Das ist peinlich. Aber vielleicht ist die Affäre zu etwas gut. So könnte sie die Sharing-Kultur lehren, dass ein angeblich unzeitgemäßes Urheberrecht etwas Unbezahlbarem dient: der Gerechtigkeit nämlich.“

    http://www.welt.de/kultur/article6298922/17-jaehriger-Literaturstar-klaute-Roman-aus-Netz.html

  8. 08

    Achja, Sukultur. Wo wir schon dabei sind: Der Verlag hat, wie ich letztes Jahr in Berlin feststellen konnte, auch zumindest exakt dasselbe Bild auf einem Cover gehabt, das ich in Brasilien fotografiert habe. Der nette Herr am Telefon wollte sich eigentlich wieder bei mir melden, weil das dann doch irgendwie genau das Bild war.
    http://viewmorepics.myspace.com/index.cfm?fuseaction=viewImage&friendID=56517190&albumID=1686141&imageID=22825946

    Kam nur bisher nix.

  9. 09
    Johannws

    @form: Wobei du dir lustigerweise mit dem Foto auch das Werk einer anderen Person zu eigen machst … oder hast du das Graffitti selbst gemalt?

  10. 10
    mp3

    @form: du willst aber nicht sagen, dass die ein buchcover von einem myspace-jpg geklaut haben, oder? das müsste dann ein sehr kleines buch sein…

  11. 11

    @Johannws: Jajaja. Ich verkaufe aber das Bild nicht. Ich wollte die auch nicht verklagen. Aber wenns mein Bild ist und es sieht nun mal sehr danach aus (leider fand sich das Cover nicht im Netz), dann hätte ich eben zum Beispiel eine Anfrage ganz cool gefunden.

    @mp3: Es ist ein kleines Buch. Eins von den Automatenbüchern, glaub ich. Es wurde sowieso nicht exakt das Bild genommen, sondern nur die Konturen von dem Typen mit ein, zwei dieser Viecher.

  12. 12
    heute & morgen

    richtig witzig an der sache finde ich ja eher die ebene dahinter.
    die so wichtigen großen verlage, welche unbedingt erweiterte rechte brauchen, um ihr geschäft zu wahren und den tollen qualitätsjournalismus, welcher alleine das relevante finden und definieren will und kann.
    und dann kommt so ein blogger daher und zeigt ihnen, dass (der vater) diese(r) neuen heldin das teilweise von einem anderen blogger (mit) abgeschr… geremixt hat.

    haha & muhaha

    ps: (das ist jetzt nicht wirklich ernst gemeint) also das in den klammern.

  13. 13
    Ste

    mixen, samplen hin oder her, wenn man sich mit nichts intensiv beschäftigen will, dann kopiert man einfach. schade eigentlich. talent heißt in erster linie geduld….

  14. 14

    08
    form
    Achja, Sukultur. Wo wir schon dabei sind: Der Verlag hat, wie ich letztes Jahr in Berlin feststellen konnte, auch zumindest exakt dasselbe Bild auf einem Cover gehabt, das ich in Brasilien fotografiert habe. Der nette Herr am Telefon wollte sich eigentlich wieder bei mir melden, weil das dann doch irgendwie genau das Bild war.

    @form: Hallo, ich bin der Programmleiter des SuKuLTuR Verlages. Sie können sich vorstellen, dass gestern bei uns viel los war, die Telefone glühten, deshalb ist ihr Anruf wohl untergegangen. Meine Bitte: Schicken Sie uns doch eine Email (sukultur@satt.org). Wir haben unseres Wissens ein Foto von Timo Berger verwendet, Herausgeber des latin.logs auf satt.org. Er ist heute nach Nicaragua gereist — zu einem Dichtertreffen, für 10 Tage. Wir klären das spätestens nach seiner Rückkehr. Übrigens befindet sich das Cover auch im Netz: http://www.satt.org/sukultur/cover/SL_067_schulz.jpg

  15. 15
    Truzki

    Talent hin oder her, wer sich so dreist an anderer Leuts Texten und Ideen bedient, der hat es nicht anders verdient. Peinliche Geschichte. Mich freut, dass es herausgekommen ist (ich befürchte, es wird bei genauerer Recherche mehr und mehr Geklautes ans Tageslicht kommen) und ich habe wenig Mitleid mit Frau Hegemann. Ihr Alter und ihre Naivität kann sie da nicht vorschieben, so etwas macht man einfach nicht. Wenn sie keine eigenen Ideen hat, dann muss sie eben etwas anderes werden, aber sicherlich keine Schriftstellerin.

  16. 16
    Truzki

    @ Marc: Ja, so ist es leider, die Verlage sind auch nicht viel besser, klauen ebenfalls aus dem Netz, wie es ihnen beliebt…

  17. 17
    Elf

    Überbegabten Minderjährigen, tsss, respektlose diebische Elster würde ich sagen, zudem mit fehlendem unrechtsbewustsein, wenn man sich die Kommentare der Göre anguckt.

    Sich inspirieren lassen ist das eine, abschreiben udn dann auch noch dumm kommen zeigt wie verkommen die jungen Kreativen heute sind.

  18. 18

    @Truzki: Nun ja. Wenn jemand Grund zu meckern hat, dann ja wohl der Graffiti-Künstler, denn das Werk wurde sicher mehrfach fotografiert. Graffitis wiederum sind absichtlich öffentlich und damit meiner Meinung nach auch nutzbar, auch wenn ein Hinweis sicher nett wäre, wenn der Künstler bekannt ist. Wie auch immer, das wird sich ja klären, der Verlag hat sich ja oben durch Herrn Degens sogar hier zu Wort gemeldet und eine Klärung angeboten.

    Und es geht, da stimmt mir form sicher zu, ja auch um die Verhältnismäßigkeit. Die kleinen gelben Automatenbücher dürften im Höchstfall eine Auflage von einigen Hundert haben, bei Frau Hegemann müsste die Auflage inzwischen fünfstellig sein. Das macht auch noch lange keine Reichtümer, besonders wenn man die PR-Kosten einberechnet (eine gute Platzierung beim Bahnhofsbuchhandel kostet auch ein paar Zehntausender), dennoch reden wir hier von anderen Verhältnissen.

  19. 19
    mp3

    @Elf: so ein schwachsinn. das war a) früher nicht anders und b) ist es nicht das respektlose mashen, was angekreidet wird (außer von der welt) – sondern die vermarktung und ignorante haltung desselben. jeder andere masher, egal ob netz- oder streetart oder postmoderne literatur, arbeitet nach außen mit der konkreten intertextualität des gemashten. was bei ihr ja anscheinend mehr als vollkommen fehlt.

  20. 20

    @Johnny Haeusler: Ja, wie gesagt: Ich will kein Geld für die Arbeit anderer Leute, da z.B. die des Graffitimenschen.
    Und ich mag auch Sukultur. Und die Automatenbücher sind auch cool. Es ist mir nur wieder eingefallen, weil ich „Sukultur“ gelesen habe.
    Weil das Bild eben zumindest doch irgendwie exakt das ist, was ich fotografiert habe und ich eine Nachfrage netter gefunden hätte. Falls nicht der Grafiker einfach tatsächlich diese Wand auch zufällig fotografiert hat, man weiß ja nie.
    Danke fürs Melden, Herr Degens, ich schreibe gleich zurück.

    Das hat gar nicht so viel mit dem Thema zu tun. Ich finds nicht passend, ein derartig krasses Abschreiben als „Remix“ auszugeben. Bzw. beweisen solche Äußerungen eine krasse Unkenntnis dessen, was die tatsächliche Remixkultur ausmacht.

  21. 21

    Logisch, dass ein 17jähriges, mit dem Internet aufwachsendes Mädel das Internet zur Recherche nutzt, dass sie jedoch die Erlebnisse eines anderen Autors als die eigenen verkauft und damit die heute doch allerorten geforderte „Authentizität“ ad absurdum führt und dabei nicht mal ein Unrechtsbewusstsein erkennen läßt, ist schlichtweg zum Kotzen und nicht entschuldbar.

    Und dass Airens Buch STROBO so gut wie gar nicht im Feuilleton vorkommt, während das Mädchen Hegemann gefeiert und gepusht wird, wirft ein bezeichnendes Licht auf die deutsche Literaturkritik. Ein wunderbarer, auf allen Ebenen das Leben feiernder, heftiger Roman wird kaum zur Kenntnis genommen, wird abgestraft, weil er, ja, warum eigentlich?? während eine 17jähriges Gör mit der Ausstrahlung eines Pappkartons sich dumm und dämlich verkauft.

    Ach nee, das ist sie ja schon.

    Übrigens, Authentizität bedeutet im Grunde nichts anderes als glaubwürdig zu sein.

  22. 22
    fierer

    ein 17jähriges Gör mit der Ausstrahlung eines Pappkartons

    !!!!!

    :))

    lustig

  23. 23
    Kaplitz-Pittkowski

    Ironie der Sharing-Kultur: Schon am letzten Donnerstag (4.2.), fast gleichzeitig mit dem Beginn der Affäre, wurden in den Ebook-Foren boerse.bz und YourWire Download-Links für „Axolotl Roadkill“ gepostet. Der Unterschied: Dort ist man ehrlicher und versucht nicht, sich selbst als Urheber auszugeben.

  24. 24

    „Logisch, dass ein 17jähriges, mit dem Internet aufwachsendes Mädel das Internet zur Recherche“
    Nur hat sie das alles nicht aus dem Internet, sondern aus Büchern abgeschrieben, z.b. auch aus Unter dem Vulkan (großartiges Buch!) von Malcolm Lowry. In keiner einzigen von den ganzen Jubelrezensionen wurde auch nur irgendwas entdeckt. Da sieht man mal wieder wie belesen diese Schnapsnasen Literaturkritiker, diese „Idioten des Feuilletons, die Zombies aus dem Totenreich der Literaturkritik “ (Frank Wolf Matthies) sind. In Hegemanns Buch gehört ein genaues Quellenverzeichnis, eine vernünftige Danksagung und gut ist. Honorare kann man sich teilen, denn nur um Geld zu verdienen, hat die Hegemann das Buch sicher nicht geschrieben. „…und der LESER wird weiterhin lesen, um unbekannte Räume zu betreten, und er wird sich unterhalten fühlen, oder provoziert, oder belehrt, oder angeödet. (…) es wird ihn weiterhin wenig interessieren, ob der Verfasser des Buches, das er da vor sich hat, seine Sätze „schöpfte“, oder ob sie ´geklaut´ wurden: bei Simmel oder Thomas Mann, Bukowski, Hermann Hesse,…abgeschrieben von einem IKEA-Plakat: solange sie ´nur´ der Lust am Text dienen.“ (FWM) Genug zitiert. Und ich lese jetzt Die Zwiebel von Kurt Schwitters. Es ist sowieso alles zum Weinen….

  25. 25
    jezebelle

    musste auch lächeln bei der „Ausstrahlung eines Pappkartons“ …aber gleichzeitig empfinde ich ein bisschen Mitleid mit ihr angesichts solcher spöttischen und hämischen Kommentare ..wer weiss ? vielleicht ist in einem zeitalter der Oberflächlichkeit (man denke an z.B myspace-profile der altersgenossinnen ) und Wannabe-Supermodels ihre gehypte Buchveröffentlichung gar als ein kompensatorischer Move wahrzunehmen..? Ein Ergreifen der Initiative, zur Abwechslung mal geistiges Kapital wieder höher bewertet zu sehen ..? auch wenn es nicht alles ureigenes Kapital zu sein scheint, lasst ihr doch den Versuch der etwas andersartigen Profilierung ……..
    Ich muss jetzt ganz schnell beide Bücher auftreiben & lesen (Axolotl und Strobo), so lange diese Debatte noch heiss ist – und mir selbst ein Bild vom Ausmaß der angeblichen Dreistigkeit machen sowie meine Ansicht zum Thema auf fundiertere Weise bilden zu können !

  26. 26
    truth.ahn

    @500beine: das sehe ich doch fast genauso. wirklich peinlich sind die feuilletonisten. und unsre kleene autorin. da feiern zwei ein leben (und ganz offensichtlich auch eine ausdrucksweise) die beiden ziemlich fremd zu sein scheind.
    „” at the disco „” lying is the most fun a girl can have „”

  27. 27
    truth.ahn

    nobody knows but „” was wäre eigentlich wenn helenehegemann helenemüller wär?
    i guess „” das buch wär geschrieben und abundzu würde sie ihrem tagebuch daraus vorlesen.
    es lebe „” der feudalismus!

  28. 28

    vielleicht sollten die anderen kunstbetriebe einfach mal was dazulernen

    quote

    Hello fellas,

    Just as promised we are adding a remix competion to the track, which Florian Meindl produced live during two 4 hour lasting WebTV shows @ Berlin Mitte Institut.

    http://www.berlin-mitte-institut.de/remixcontest-florian-meindl-22nd-february-22nd-march-2010/

    In his early production time Florian used to be a big fan of these remix competitions too, so he is very happy to host one with us. The two best remixes (or even more, if there are really good ones) will be released on FLASH Recordings together with the original, maybe even as a 12″ vinyl release. Depends on the quality of the remixes. The judging jury will consist of Florian Meindl, Kandel and Fresh Meat. Florian will be the uber-decider. Let your creativity flow, for us it does not matter which genres it will be or even more experimental. Can be a groovy clubtrack, or listening only. We dont care, we want good music !

    Ahh yeah, and post it everywhere to spread the word :-)

    See you laters, alligators.

    Fresh Meat

    end quote

  29. 29
    helga peymann

    hallo welt, hier ist mein neuestes gedicht, mein vater meint, es sei voll toll:
    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
    Ihm ist, als ob es zweitausend Stäbe gäbe
    und hinter zweitausend Stäben keine Welt.
    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
    ist wie ein Dance von Kraft um eine Mitte,
    in der betäubt ein megagroßer Wille steht.
    Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
    sich stumm und still auf -. Dann geht ein Bild hinein,
    geht durch der Glieder stressige Stille –
    und hört im Herzen auf zu sein.

  30. 30
    helene peymann

    hallo welt, hier ist mein neuestes gedicht, mein vater meint, es sei voll toll:

    Sein Blick ist vom Vorübergehn der Stäbe
    so müd geworden, dass er nichts mehr hält.
    Ihm ist, als ob es zweitausend Stäbe gäbe
    und hinter zweitausend Stäben keine Welt.
    Der weiche Gang geschmeidig starker Schritte,
    der sich im allerkleinsten Kreise dreht,
    ist wie ein Dance von Kraft um eine Mitte,
    in der betäubt ein megagroßer Wille steht.
    Nur manchmal schiebt der Vorhang der Pupille
    sich stumm und still auf -. Dann geht ein Bild hinein,
    geht durch der Glieder stressige Stille –
    und hört im Herzen auf zu sein.

    ich hoffe es hat euch allen viel spass gemacht, und die monate harter arbeit die ich da hinein gesteckt habe haben sich gelohnt.

    ach übrigens demnächst erscheint der sex&drugs-generations-abrechnungs-roman von meiner 9jährigen schwester.
    das wird auf alle fälle der heiße scheiß in diesem jahr.

  31. 31
    Gottfried K. Deck

    ReMix my daddys Bücherregal, uuuhhh yeah.

    Früher schrieben Leute Bücher und gaben sie als Werke anderer aus um nicht mit der Zensur in Konflikt zu geraten, heute nehmen sich die Gören („blutjunges Originalgenie“) das Bücherregal ihrer Eltern vor, und wenn sie dann beim plagiieren erwischt werden samplen sie sogar ihre Verteidigung (vgl. Kathy Acker & Plagiarismus via Wikipedia oder Merve), warum darüber aufregen, Hauptsache die Bookreleaseparty war geil. Ja warum eigentlich? Vielleicht weil das Ganze ein Schlag ins Gesicht derer ist die an den Erfahrungen in ihrem Leben zerbrechen und das nur weil das über was sie schreiben eben selbst erlebt/beobachtet sein sollte und nicht als sicherer Text zwischen Buchdeckeln stand. Aber hey, unvollendete Tragödien lassen sich eben nicht gut vermarkten.

  32. 32
    nn

    Alles was mo schreibt stimmt eindeutig, der zweite teil der geschichte ist eindeutig beim film „try a little tenderness“ von benjamin teske abgekupfert. kaum zu glauben…

  33. 33
    Sybille

    @ h. peymann
    Mensch, dein Gedicht ist voll cool. Erinnert ein bisschen an Rilke, aber wirklich nur marginal.
    Schreib noch ein paar solcher cooler Gedichte, dann nimmt dich Ullstein sicherlich ins Verlagsprogramm auf.

    Yeah.

    Ich schreib übrigens auch:

    Auch am Abend hat sich nichts gebessert
    Morgen ist und Nachmittag jetzt verbraucht
    Ach, wir haben unser See verwässert?
    Und das Meer war einst, so sagt man jetzt, erlaucht!

    Ja, wir haben jetzt bald keine Fresse mehr
    Sind verstummt, nicht mangels Arschs noch Munds
    Dieses Land legt auf uns keine Erde mehr
    Und die Städte sind noch nicht für uns.

    Doch wer freut sich nachts nicht eines Daches?
    Und uns ziemt zu leben ungehemmt
    Früh im Rausch das Elend treffend, sprach es:
    Ach, wir sind einander völlig unbekannt.

    Titel muss ich mir noch überlegen. Ich dachte da an „Hoffnung stirbt zuletzt“ oder so.

  34. 34
    BösFux

    @Sybille: Naja, ganz netter Versuch für den Anfang; der Bert wird sich im Orkus vielleicht nen doppelten Whisky hinterkippen drauf.
    Doch um des lieben Rhythmus willen (auch das Klauen muss den ja nicht zerstören, finde ich) schreibe bitte „Mittag“ und nicht „Nachmittag“. Und mit dem Reimen, mein ich, haperts auch noch sehr…
    Nur immer schön weiter sampeln, dann wirste mal so gut wie Helenchen.

  35. 35
    ron

    Auf ihrem alten Blog hat die Hegemann das Thema Urheberrecht ja auch noch anders gesehen:

    „Jeder versuchte Diebstahl an einem auf dieser Seite veröffentlichten Text wird zur Anzeige gebracht und dort blau angestrichen. Alles andere wäre zu prosaisch.
    copyright by leni hegemann“

    http://lovelyskizze.myblog.de/lovelyskizze/page/1271916

  36. 36
  37. 37
  38. 38
    ron

    Hier ist ein Interview mit Airen und darunter sind alle geklauten Textstellen aufgeführt. Zumindest die von ihm geklauten…

    http://www.faz.net/s/RubD3A1C56FC2F14794AA21336F72054101/Doc~E88A9CA72ADE445F390437D064F10C598~ATpl~Ecommon~Scontent.html

    Und der Ullstein Verlag gibt sich unverhältnismäßig selbstbewußt:

    http://www.buchreport.de/pressemitteilungen/pressemitteilungen/datum/2010/02/11/ullstein-abdruckgenehmigung-fuer-quellen-von-axolotl-roadkill.htm

  39. 39

    hab das buch zwar auch noch nicht gelesen
    aber meine muddi und mein bruder…
    außerdem zieh ich gerne zeichnerisch über etwas her also schaut euch das mal an: http://denganzentaglang.blogspot.com/ meine Karikaturen dürfen natürlich gerne verwendet werden aber am besten mit meinem Namen drunter^^

    LG Paul

  40. 40
    grey album

    ne, weil sie genau nicht wie dangermouse gearbeitet hat. dangermouse ist offensiv mit sampling umgegangen und hat nicht heimlich geklaut und das als sein original ausgegeben. das was hegemann gemacht hat, geht eher in richtung h&M. das ist ein riesiger unterschied, künstlerisch und moralisch.

  41. 41
  42. 42
  43. 43
    klaudichnachoben

    Die Rechtfertigung von Helene Hegemann für ihren Diebstahl lautet:

    Es geht hier nicht um Plagiarismus, sondern um Intertextualität – ein Arbeitsverfahren, das sehr viele Künstler benutzen.

    Seltsam. In ihren Blogs schrieb sie ans Ende:

    Jeder versuchte Diebstahl an einem auf dieser Seite veröffentlichten Text wird zur Anzeige gebracht und dort blau angestrichen. Alles andere wäre zu prosaisch.

    http://lovelyskizze.myblog.de/lovelyskizze/page/1271916

  44. 44
    jezebelle

    @ mo: HH da hast du wirklich was losgetreten mit deiner ‚ermittlung‘ ..^^
    bei vice deutschland (auf facebook) ist dank dir auch mittlerweile jeder genau im bilde über die eigentliche provenienz der dort veröffentlichten kurzgeschichte von der guten H H ..mittlerweile, v.a nach diversen äußerungen + ein paar ganz schäbigen versuchen sich rauszureden (von wegen „ich wollte mit den autoren kommunizieren“ – schießmichtot) find ich die ganze sache langsam wirklich nicht mehr zum lachen ! H H ? boo hoo

  45. 45
  46. 46

    @form: Inzwischen hat sich die Sache mit dem SuKuLTuR-Cover aufgeklärt. Timo Berger hat sich aus Nicaragua gemeldet:
    Foto : (c) 2005 Timo Berger, Sao Paulo
    Bearbeitet und neu montiert und exklusiv zu Verfügung gestellt für die Gestaltung des SuKuLTuR SL 67 (Tom Schulz: Hundert Jahre Rütli).
    Timo Berger konnte sich noch sehr gut daran erinnern, ebenso Frank Maleu … Denn diese Auskunft haben wir bereits damals umgehend erteilt.
    Marc Degens, SuKuLTuR Verlag, Eriwan

  47. 47
    Pick-Syndrom

    Mir kam vorhin auf der Kastanienalle ein Mann entgegen, der an einer Schnur eine Gummihand hinter sich herzog. Als wir auf gleicher Hoehe waren und ich ihn fragte, warum er eine Hand hinter sich herziehe, sagte er, das sei keine Hand, sondern sein Axolotl. Als ich ihm 50 Cent in die Hand drueckte, bedankte er sich hoeflich und ging weiter.

  48. 48

    Nur der Ordnung halber erwähnt.

    http://www.spreeblick.com/2010/02/08/helene-hegemann-alles-nur-geklaut/

    Inhalte, egal welcher Silbentrennung:
    Pro·ve·ni·enz, Plural: Pro·ve·ni·en·zen.

    Alles Quatsch
    Bis auf Ausnahmen.

    Hauptsache ist die sachliche Information.

    Alles Gute
    @PiPi

  49. 49

    Es bleibt einfach ein unguter Geruch. Es riecht nach Beschiss. Für den Verlag ist es so oder so kein schlechtes Geschäft. Wir kennen das ja: Vermarktung ist alles – und hier scheint die Vermarktung gut zu klappen.

    Bei der Rechtssituation scheint so ja sowieso eine große Lücke zu geben, bei dem was sich die gemeine Leserschaft so als Plagiat vorstellt und dem, was die Gerichte darunter verstehen. Die fanden es ja auch kein Problem, dass beim „Schwarm“ von Schätzing seitenweise kopiert wurde.

  50. 50
    nini schnu

    Ich hab nix abgeschrieben! Ich hab nur mal dem Literaturbetrieb den Rücken gekehrt, bevor er mich mal aufgenommen hat, zumal ich auch son Langsamschreiber bin. In meinem Blog steht auch was zu Hegemann und Co. http://www.cityscout.beeplog.de

  51. 51
    ron

    wollte ullstein nicht eine liste aller „zitate“ veröffentlichen? sollte das nicht bis freitag geschehen sein? kann nicht mal jemand öffentlich darüber schimpfen?

    klar, es wird in der neuen auflage stehen (dann schon die 4., die ersten 3 wurden ohne quellenangaben gedruckt). aber wie könnte z.b. jemand das erfahren, der das buch bereits gekauft hat? nur um zu wissen, wo die hegemann abgeschrieben hat, sollte niemand das buch erneut kaufen müssen.

  52. 52
    Skip Gan

    Dr. Siv Malmquists Aufklärung über die Sharing-Kultur des Internets ist allerliebst. Ich kann mich noch daran erinnern, als ich und Freunde Literarisches und Gezeichnetes ins Internet stellten. Das ist jetzt ein paar Jahre her, aber unsere naive Veröffentlichungsfreude im jungen Medium der unauthentischen Echtheit (um einmal Helene Hegemann – wahrscheinlich ein Pseudonym- zu remixen) hatte schockierende Folgen. Wir wurden beklaut, plagiiert und von Forumsteilnehmern belogen, die etwa Texte deutscher Rapper als eigen-verarbeitete Erfahrung mit der rauen Wirklichkeit verkauften, immer so lange, bis ihnen jemand mit einer kurzen Google-Suche auf die Schliche kam. Zur Rede gestellt, reagierten die Weltnetzdiebe ähnlich normvergessen wie Hegemann und Solmquist. Inzwischen gibt es mich im Internet nicht mehr, was ich nicht mit mitleidsheischender Träne im Augenwinkel sage, sondern nur anmerke, weil es für mich selbst recht schade ist. Immerhin konnte man unter Forumsbeteiligten unter 200 Fakern auch immer wieder wunderbare eigenständige Geistesverwandte kennenlernen. Geschriebenes oder Gezeichnetes zeige ich inzwischen nur noch nicht-virtuellen Freunden, Bekannten und Verwandten, und, zum Zweck der Veröffentlichung, Galeristen, Verlegern – oder ich schick sie mal zu Literaturwettbewerben. Fazit: Das Internet hat keine Manieren und Werte. Der Ullsteinverlag hat durch seine laxe Haltung diesem Vertrauensverlust Einlass in das Printuniversum verschafft. Ich glaub, ich geh dann mal in den Laden und klau mir n paar Ullstein-Romane. Sharing-Kultur, Stibitz Bublitz, du verstehst?

  53. 53
    moni

    naja.. also ich finde es auch, dass es eine kleine schande ist, dass das fräulein hegemann so viel, für wirklich, wortwörtlich übernommen hat; hätte sie es einfach ein wenig umgechrieben, wären vll nur parallelen aufgetaucht. Natürlich macht man das nicht, zumal sie gleich die Quelle hätte angeben müssen. Ich wollte auch noch anhängen, dass es trotzdem ein gutes buch ist; zT auch viel eigenleistung beinhaltet. Egal ob du oder ich das buch mit den kopien geschrieben hätten, es bleibt trotzdem ein gewisser anteil an selbstentworfenen dabei. also ist es nicht ganz falsch, es trotdem ein gutes buch zu nennen.

  54. 54

    Besonders witzig war die Einlassung mancher Kritiker, dass Hegemann zwar aus Airens „žStrobo“ geklaut habe, aber sie habe ein besseres Sprachgefühl, ihr Roman sei stilistisch besser, ein gutes Buch usw.
    Man stelle sich vor, es klaut einer ein Auto, und zu seiner Entschuldigung wird dann gesagt, der Dieb könne aber besser Autofahren.

  55. 55
    Strassenkind

    Die ist halt ne ‚Betty‘. Ein Mädchen was kein eigenes Leben vorweisen kann und sich durch die erzählung von Geschichten anderer profiliert.
    Hehehe…nen Typ neben mir sagte grad ‚Alter, ist die Nutte hässlich…wer nicht fickt baut halt scheisse.’…oder so.
    In dem sinne…Nicht kaufen und in der Bahn ausbuhen.
    (Copyright 2010 Strassenkind inc.)

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