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Bundesliga 8

Nun also ist Dortmund wieder Tabellenführer, und Michael Meier sieht immer mehr so aus, als wäre er kürzlich von einem Zombie angefressen worden. Warum, kann man verstehen, wenn man das Spiel des BVB gegen Köln gesehen hat: Der FC war tatsächlich auf jeder Position unterlegen. Von einem Spielsystem war meilenweit nichts zu entdecken, in dieser Hinsicht ahnte man zwar, dass beide Mannschaften das gleiche meinen: aber das ahnt man bei Stefan Raab einerseits und Elton andererseits auch. In Gelb war Raab, in rot Elton. Read on my dear…

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Bundesliga 7

Ausnahmsweise beschäftige ich mich heute nur mit dem Topspiel, obwohl ich mir fest vorgenommen hatte, eine Eloge über Cissé zu schreiben, den spielen zu sehen mich schlicht glücklich macht.

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Bundesliga 6

Je länger ich über die Bundesliga vor mich hinschimpfe, desto mehr verfestigt sich der Eindruck: Mein Gott, sie wird immer besser. Interessanter, abwechslungsreicher, offensiver, schöner. Aktuell stehen vier Mannschaften oben drin, die (mit Ausnahme von Leverkusen) vom Talent ihrer einzelnen Teile weit unterhalb der CL-Plätze liegen: Mainz hat vor der Saison knapp über drei Millionen in neue Transfers investiert. Das gibt der Magath im Jahr für seine Teevorräte aus. Read on my dear…

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Bundesliga 4

Thomas Müller kommt nur in zwei Zuständen vor: entweder er läuft oder er lümmelt. Auf dem Spielfeld läuft, vor der Kamera lümmelt er.

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Bundesliga 3

Eine gute Abwehr funktioniert wie ein gutes Gebiss: entscheidend für die Effektivität ist nicht die Weiße der Zähne, sondern ihre Standfestigkeit und vor allem: die Gleichmäßigkeit der Zwischenräume, das Fehlen der Lücken. In der Hinsicht sieht Schalke dieser Tage aus wie Steve Buscemi. Und so langsam stellt sich die Frage, ob Metzelder überhaupt noch zu retten ist.

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Bundesliga 2

Amanatidids, van Nistelrooy, Christian Schulz, Hamit Altintop, Jäger, Tom Starke, Hans Sarpei: kein Zweifel, der Vollbart ist zurück in der Bundesliga. Jenes miese Hippie-Ding, dessen Abschaffung der einzige modische Verdienst der 80er gewesen ist, und den sich seither außer Islamisten und verwahrlosten Alkoholikern nur noch Paul Breitner zu tragen getraut hat. Mitte dieses Jahrzehnts fristete er ein Nischendasein in den Gesichtern der sogenannten kreativen Kaste in schummrigen Clubs der Großstädte, jetzt aber scheint seine Zeit gekommen zu sein: gepflegter zwar, als es die Kleintierbiotope der Hippiekommunen gewesen sind, aber mit der gleichen Signalwirkung: seht her, sagt so ein Vollbart, ich folge euren Normen nicht, ich verweigere mich der Diktatur des Rasierschaums, ich bin ein Mann, wie ihn die Eiszeit kannte, auch wenn ich mir jeden Tag eine viertel Stunde mit der Nagelschere im Gesicht herumfuhrwerke. Eine der entscheidenden Fragen diese Saison wird sein, ob der Bart geeignet ist, das Tattoo als Männlichkeitsmarker abzulösen, und was Manuel Neuer dann wohl macht.

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Bundesliga 1

Beeindruckend ist ein kleines Wort für das, was Hoffenheim in der ersten Halbzeit gegen Werder Bremen gespielt hat. Zwischenzeitlich zogen sie derart überfallartig nach vorne, dass die Raute im Mittelfeld der Werderaner aussah wie von einem Dreijährigen gezeichnet. Beeindruckend auch deswegen, weil es im Kader der 1899er zum Ende der letzten Saison zuging wie im Big Brother-Haus: große Egos, große Klappen, viel Gezeter, viel zu lachen für den unbeteiligten Zuschauer. Währenddessen stellt sich jetzt die Frage, wie ein offensichtlich völlig zerstückelter Werder-Kader die Herausforderung dreier Wettbewerbe meistern soll: insbesondere Pasanen und Borowski ließen jede Satisfaktionsfähigkeit vermissen. Read on my dear…

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Bundesliga-Vorschau 10/11


Bayern München
Früher hat man den Bayern Exzeme am Arsch gewünscht, dieses Jahr gönnt ihnen halb Deutschland das Quadrupel. Klingt zwar auch nach nässendem Hautausschlag, ist aber was ganz anderes. Van Gaal zeigt, wie schön Fussball sein kann, Beckenbauer ist weg, Hoeneß auf Teilzeit, wenn Rummenigge und das Bildsöhnchen Lahm nicht wären, man wüsste überhaupt nicht mehr, wie sich Verachtung anfühlt.
Prognose: Erster.

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Hoffenheim = Franck Ribéry und das linke Bein von Luca Toni

Ich gebe es zu: Ich bin neidisch auf Hoffenheim. Nein, nicht auf den Tabellenplatz und nicht auf Mäzen Dietmar Hopp, sondern auf den Feinschmecker-Fussball den die Truppe von Ralf Rangnick Woche für Woche in den Bundesligastadien zelebriert.

Schneller Kombinationsfußball, aggressives Pressing, blitzschnelles Umschalten von Abwehr auf Angriff und ein unwiderstehlicher Zug zum Tor, mit einer Truppe die nicht wahllos mit Softwaremillionen zusammengekauft wurde wie Rummenigge in der gestrigen Halbzeitpause von sich gab, sondern die das Ergebnis ist von Kontinuität, beachtlicher Trainingsarbeit und exzellentem Scouting, basierend auf einer mutigen Vision.

Der große FC Bayern ist diesen Weg bisher nicht gegangen, sondern versucht seit Jahren mit „viel Geld“ eine europäische Spitzentruppe aufzubauen. Dabei war der gesamte Hoffenheimer Kader zu Saisonbeginn soviel Wert wie Franck Ribéry und das linke Bein von Luca Toni zusammen (also ca. 35 Mio €).

Für die bisherige Leistung gebührt dem Aufsteiger größter Respekt und Anerkennung. Spätestens einen Tag vor Nikolaus wird Rummenigge das ebenfalls so sehen. Dann spielt nämlich die TSG in der Allianz Arena.

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Wurstsemmeln zum Spieltag

Karlsruhe – München 0:1
Hätte man sich nicht an Klinsmanns Gesicht in Verbindung mit dem Wort „Trainer“ gewöhnt, müsste man sagen: Von der Erscheinung her erinnert er mehr an einen Physiotherapeuten. Aber was solls, Bruno Labbadia müsste im Tatort auch den schmierigen Makler geben, der einer ehrlichen Haut (kurzes Zögern… Frank Pagelsdorf!) ein Gelände unterjubelt, wo Giftfässer (Alex Ferguson) drauf vergraben sind. Lösen darf den Fall Ralf Rangnick.

Köln – Cottbus 1:0
Was hat denn den Mitreski gestochen? Warum rauscht der denn den Ehret da an der Seitenlinie derart aus der Bahn? Blutrache? Oder hat ihm sein Feng-Shui-Berater erzählt, er würde im nächsten Leben als Kettensäge wiedergeboren werden, und er übt schonmal?

Die Cottbusser Offensive dagegen: Ballkontrolle wie ein Frettchen, aber weit weniger süß.

Frankfurt – Leverkusen 0:2
René Adler, dem die Klopp-Frisur um einige Nummern zu groß ist, sieht im Fernsehen immer so aus, als bräuchte er dringend, und jetzt, und am besten schon gestern eine Therapie. Der verkniffene Mund, die sensibel geformten Augenbrauen, die verhuschten Gesten – Zeichen, ja, und deutliche. Eine Maltherapie zum Beispiel, denn Sprechen tut er ja nicht so gerne, und konsequenterweise auch nicht sonderlich viel.

Hannover – Hoffenheim 2:5
Demba Ba, so verstieg sich der Sportschau-Kommentator, strahle „Hoffenheimer Lebensfreude“ aus. Und jetzt frage ich mich: Tanzen die in Sinsheim nachts nackt auf den Dächern? Nachdem sie sich literweise Schnaps aus Omas Vorkriegskeller in den Schlund gegossen haben? Machen sie Musik dabei, meinethalben auf abgesägten Auspuffrohren? Was versteht man denn unter Lebensfreude in so einem Kaff mitten in der biedersten Ecke Deutschlands, wo sie noch immer über die Einführung von Keuschheitsgürteln nachdenken?

Lautervergleich-Ticker: 93

Wolfsburg – Bielefeld 4:1
Das Wolfsburger Trikot, nunja. Roter Fleck auf grünem Hemd. Aber ist ja bald der 11.11., kann man schon mal über Karnevals-, Fasnets- oder Faschingskostüme nachdenken. Ob die ganze Wolfsburger Mannschaft nun als erschossene Jäger in die Kölner/Stuttgarter/Augsburger Innenstadt einfallen sollten, weiß ich allerdings nicht.

Berlin – Stuttgart 2:1
Da meine nicht eben fußballaffine Mitbewohnerin jedesmal beim Namen Cacau „Au ja, lecker“ ausrief, kam ich kaum dazu, mich auf das Spiel zu konzentrieren. Dafür sieht ihr Eckschrank aus wie Mario Gomez.

Bremen – Dortmund 3:3
Ich bin noch immer nicht über das Interview hinweg, das Klopp SpOn gegeben hat:

SPIEGEL: Was wäre aus Ihnen geworden, wenn Sie den Sprung in den Profifußball nicht geschafft hätten?

Klopp: Ich wäre sicher beim Fernsehen gelandet. Als ich in Mainz war, einer Medienstadt, habe ich schon bei Sat.1 Praktika gemacht. Da habe ich gemerkt: Hinter der Kamera zu arbeiten ist nichts für mich. Aber ich kann reden wie ein Wasserfall, je spontaner, desto besser. Ich hätte wohl so eine Mittagssendung wie die „Oliver Geissen Show“ gemacht. Das hätte ich ohne Probleme gekonnt.

Man stelle sich das mal vor: Oliver Geißen als Fußballtrainer. Beim FC Grünkraut vielleicht.

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Schinkenspeck zum Spieltag

München – Bochum 3:3
Das es einmal soweit kommen würde, aber doch: Mitleid. Ich spüre Mitleid. Und ein bisschen Schadenfreude.

Gladbach – Köln 1:2
Schade um Luhukays Schnauzer. Ein faszinierender Schnauzer, das soll dem Herrn an dieser Stelle hinterhergerufen werden. Der sah immer ein bisschen nach Haarausfall aus, und ich hoffe, Aachen oder Fürth haben bald Trainerbedarf und rufen den Jos an, damit ich weiter dem Entstehen der ersten Oberlippenglatze beiwohnen darf.

Leverkusen – Berlin 0:1
Hertha, die alte Tante. Ist auch mal froh, aus der eigenen Bruchbude rauszukommen, packt die Dritten ein und isst – wie alle alten Tanten – sehr gerne und mit gutem Appetit auswärts. Wohl bekomms.

Übrigens, auffällig: der torjubel scheint aus der Mode zu kommen hierzulande. Der podolskische Reflex: eigene Tore mit Nichtbeachtung zu strafen, sobald man sich dem Gegner gefühlsmäßig verpflichtet fühlt, macht Schule (Porcello und Voronin) Jetzt ist also Nostalgie statt vormals Treue die Hauptgefühlsregung unter den ach so legionäresken Fußballnomaden geworden ist, das freut die häufuig getretenen Eckfahnen besonders.

Hoffenheim – Frankfurt 2:1
Am meisten zu denken gibt mir die Stirn Friedhelm Funkels: mit jedem Jahr, mit jedem Interview treten die Stirnhöcker deutlicher hervor, und die Frage steht im Raum, ob er nicht doch der uneheliche Sohn eines klingonischen Deserteurs sein könnte, der vor Jahren… Aber das führte jetzt zu weit.

Stuttgart – Bremen 4:1
Stellt man sich eine Bundesliga-Mannschaft als etwas organisches, als Körper vor, lässt sich mit Fug und Recht behaupten: Bremen hat den Arsch offen.

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Foie gras zum Spieltag

Ich hatte Hunger. Ich lade mal wieder zum Essen. Bon appétit.

Dortmund – Stuttgart 3:0
Nach den eher traurig verlaufenen Spielzeiten hat sich Dortmund eine begeisterungsbefähigte Frisur auf die Trainerbank gesetzt und siehe, das Krankheitsbild vervollständigt sich: Diagnose bipolare Störung.

Sie zeigt sich bei den Betroffenen durch episodische, willentlich nicht kontrollierbare und extreme Auslenkungen des Antriebs, der Aktivität und der Stimmung, die weit außerhalb des Normalniveaus in Richtung Depression oder Manie schwanken.

Berlin – Cottbus 0:1
Man muss sich schon fragen, wie Cottbus an diese orangenen Trikots rangekommen ist. Orange, das verbindet man mit Revolution, Cottbus aber stellt Spiel für Spiel den Kalten Krieg inklusive Mauerbau nach. Orange steht für sexuelle Stimulation, für Appetitanregung, für Gefahrenkennzeichnung, und so lange ich auch grüble, mir fällt kein passender Vergleich ein. Nichts. Jedenfalls: Lila passte sehr viel besser. Mit Rüschen unten an den Hosen.

Bremen – Hoffenheim 5:4
Dass dem Rangnick nicht häufiger die Brille beschlägt, wundert mich.

Bochum – Leverkusen 2:3
„Azouagh hat für Leben gesorgt“, sagte der Premiere-Mann, und weil ich den Assoziationsblaster nicht ausgeschaltet hatte, dachte ich, vielleicht wird Stefan Effenberg gegen später noch erwähnen, er habe sich erst herangetastet, dann seinen Mann gestanden und schließlich das Spiel befruchtet; an dieser Stelle höre ich auf, wir sind schließlich beim Fußball und nicht bei Doktor Sommer.

Hamburg – Gladbach 1:0
Diese nordisch-unterkühlte Spielweise verschnupft mich.

Hannover – München 1:0
Die Kreativabteilung durchlebt gerade die kubistische Phase, demnächst solls wieder mehr Mondrian geben („Linie ins Spiel! Die Aufteilung!“). Währenddessen arbeitet Rensing hart daran, ein Mittelding zwischen patzig und patzend zu finden. Wir sind gespannt.