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Wikileaks-Dokumentation: Wikirebels

wikileaks

„WikiRebels“ ist die wahrscheinlich aktuellste und umfassendste Film-Dokumentation über Wikileaks und Julian Assange, in der neben Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch der ehemalige Assange-Vertraute Daniel Domscheit-Berg, der mittlerweile am Projekt Openleaks arbeitet, zu Wort kommen.

Die Journalisten Bosse Lindquist und Jesper Huor haben die Wikileaks-Aktivitäten und -Aktivisten bis vor kurzem sechs Monate lang begleitet und eine faire und spannende Reportage erarbeitet, in der auch Kritik nicht zu kurz kommt.

Einige Infos zum Projekt gibt es hier, der Film selbst ist bis zum 13. Dezember auf der Site des schwedischen TV-Senders SVT zu sehen. Die Echtheit eines Torrents, das derzeit nur zwei Seeds und keinerlei Kommentare zeigt, habe ich noch nicht überprüft.

WikiRebels: Die Wikileaks-Dokumentation.

UPDATE Der Film ist bereits auf YouTube angekommen und nach dem Klick nun auch hier und anderswo zu sehen.
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Julian Assange vor Gericht

Die Anwälte von Julian Assange, dem Kopf von Wikileaks, haben bekannt gegeben, dass ihr Mandant heute freiwillig vor einem englischen Gericht erscheinen wird. Einer seiner Anwälte, Mark Stephens, sagte dazu:

Er ist in keiner Sache angeklagt. Wir sind dabei, Maßnahmen auszuarbeiten, um die Polizei freiwillig zu treffen und damit die notwendigen Fragen und Antworten zu ermöglichen. Es wird Zeit, der Sache ein Ende zu bereiten, damit wir etwas Wahrheit, Gerechtigkeit und Rechtsstaatlichkeit erhalten.

Holprige Übersetzung von mir. Quelle: The Guardian.

Bei dem Termin geht es um den schwedischen Haftbefehl gegen Assange wegen sexueller Nötigung.

Mir fällt es immer noch sehr schwer, die unzähligen Geschehnisse und den Medienrummel rund um Wikileaks und Assange zu bewerten. Die Geschwindigkeit der Ereignisse nebst ihrer Beurteilung sowohl in der Netz- und Medienwelt als auch auf staatlichen oder kommerziellen Ebenen machen eine Auseinandersetzung nicht leichter und besitzen streckenweise eine Eigendynamik, die mich zunächst zur Zurückhaltung bewegt.

Hier ein paar Artikel, die ich in den letzten Tagen und Stunden gelesen habe:

BBC News – Wikileaks founder Julian Assange arrested in London
Wikileaks: Wir Untertanen — Der Freitag
U.S. Cable: China Ordered Google Hack – WSJ.com
Why WikiLeaks Is Good for America | Wired.com
George P. Shultz on WikiLeaks – WSJ.com
Debatte um Wikileaks: Märchenstunde mit Julian Assange
Wikileaks-Akten: Nordkoreas Isolation wird zur Gefahr | ZEIT Online
Wikileaks-Enthüllungen: Dokumente des Zorns – Tagesspiegel
WikiLeaks Attacks Reveal Surprising, Avoidable Vulnerabilities | Wired.com

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Robert Misik: „Meinungsfreiheit? Na, nur für Ausländerfeinde“

Währenddessen, in Österreich: Der türkische Botschafter wagt es in einem Interview, die Integrationspolitik aus Sicht eines Türken zu kritisieren. Die Presse steht Kopf, eine Zeitung namens ‚Österreich‘ schlagzeilt „Die Türkei provoziert Österreich“, denn „Türken-Botschafter: Sein Ton ärgert alle!“ (‚Heute‘), und deswegen: „Türkei-Botschafter muss sofort weg!“ (‚Kronenzeitung‘). Politiker stimmen mit ein in den Tenor.

Bloß Robert Misik wundert sich, warum die Meinungsfreiheit für einen Türken in Österreich plötzlich nicht mehr gilt, wo er doch eh nur sagt, was alle wissen:


via NPD-Blogs Facebook-Dingens

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Aung San Suu Kyi und die Demokratie


Aung San Suu Kyi ist frei. Die Militärjunta in Myanmar hat sie nach sieben Jahren Hausarrest aus der Gefangenschaft entlassen. Seit 1990 hat sie die meiste Zeit unter der Kontrolle der Generäle gestanden. Damals hatte ihre Partei, die National League for Democracy, 83 Prozent der Parlamentssitze geholt. Es ist bis heute die einzige freie Wahl in Myanmar geblieben.

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Auch nach vier Jahren Haft keine Freiheit für Blogger Kareem Amer (Update)

Auch nach Ablauf seiner Haftstrafe halten die ägyptischen Sicherheitsbehörden den Blogger Kareem Amer weiter fest. Vor vier Jahren war er einer der ersten Blogger, die für ihre Texte verurteilt wurden. Die Unterstützer des jungen Studenten wollen weiterkämpfen – obwohl sie nicht wissen, warum das Regime ihren Freund nicht loslassen will.
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!!!1111!

Gestern hab ich die Kategorie „Scherzartikel“ erfunden.
Danke, Danke.
Aber wir sind hier nicht in Düsseldorf und also hat’s dann doch nur zu einem Solidaritäts-Posting gereicht.
Helau, Alaaf, ihr Narren!

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Opposition in Russland: Die Revolution hadert mit ihrem Volk

Hört man von der Opposition in Russland, dann hat das meist mit verprügelten Demonstranten, verhafteten Aktivisten oder ermordeten Journalisten zu tun. Ich habe in Novosibirsk ein Treffen oppositioneller Aktivisten besucht – und eine große Resignation zu spüren bekommen.
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Spreeblick-Außenstelle Afrika

Lesotho

Donnerstag Abend klingelte mein Telefon und dran war Johnny. Was eine Überraschung war, denn ich kenne ihn nur daher, dass ich für Spreeblick beim Roskilde-Festival war. Aber er hatte etwas noch viel krasseres auf Lager: „Hast du Lust, nach Südafrika zu fliegen?“, fragte er. Luftschnapp. „Na, klar, wann denn?“ Und Johnny so: „Übermorgen“. Gut, das musste ich erst mal verdauen und dann meinen Chefs beibringen, dass ich spontan eine Woche nicht da sein würde – aber es hat geklappt, und nun sitze ich im Sun Hotel in Maseru, Hauptstadt des kleinen, rundum von Südafrika eingeschlossenen Königreichs Lesotho mit knapp zwei Millionen Einwohnern.
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Urlaub vs Maloche

Welche Gewerkschaft hat eigentlich die Rechte am Märchen vom fleißigen Deutschen?

Auf good.is findet sich eine wirklich ansehnliche Infografik, die das Verhältnis von Urlaub und Arbeitszeit in 29 Ländern vergleicht und uns Deutsche als echte Laumichel entlarvt. 25,18 Wochenarbeitsstunden stehen 30 bezahlte Urlaubstage gegenüber. Das unterbieten nur noch die Niederländer, aber die sind immerhin tatsächlich ein gemütliches Völkchen!
US-Amerikaner dagegen steht überhaupt kein bezahlter Urlaub zu. Von ihren 34,15 Wochenarbeitsstunden ruhen sie sich lediglich an neun Nationalfeiertagen aus. Aber klar, irgendwann müssen ja schliesslich diese ganzen Vorabendserien gedreht werden (und wie rechnet man eigentlich all die Auslandsreisen ab?).

Die Gesamtübersicht findet ihr hier.

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MY NAME IS PHIL DAVISON!

phil davison

Phil Davison möchte Schatzmeister anstelle des Schatzmeisters sein, in Stark County, Ohio nämlich. Und so hielt Davison letzte Woche vor dem Komitee der Republican Party eine emotional äußerst überzeugende Rede. Insider glauben zwar, dass er keine Chance auf den Posten hat, dafür gab es aber angeblich mehrere Anfragen von der World Wrestling Federation. Video nach dem Klick.
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Marc Singer: Dark Days

dark days

Frühjahr 1994, vier Uhr morgens. Ich sitze im 7A in New York und versuche die Kellnerin zu beeindrucken, indem ich Texte in ein Notizbuch schreibe und ab und zu gedankenversunken aus dem Fenster auf die nächtliche Straße schaue. Dorthin, wo sich plötzlich ein Gullideckel beiseite schiebt und ein Mann aus der Kanalisation klettert.

„Ja ja, ich weiß“, antwortet die Kellnerin auf mein Ausnutzen dieser Steilvorlage für eine Gesprächsanbahnung. „Der wohnt da unten. Viele wohnen da unten. Nichts besonderes!“

“Dark Days”, ein Dokumentarfilm von Marc Singer aus dem Jahr 2000, zeigt die Menschen, die New Yorks Untergrund bewohnen. Die ersten 10 Minuten gibt es nach dem Klick zu sehen, Links zum ganzen Film folgen ebenfalls.
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Flächenvergleiche mit BBC Dimensions

Weil sich der Vergleich mit Fussballfeldern nicht bei allen zweidimensional-räumlich auftretenden Ereignissen anbietet [sic!] hat sich das Internet den GoogleMaps-Overlayer ausgedacht. Und weil sie sich bei der englischen BBC irgendwie immer noch einem Bildungsauftrag verpflichtet fühlen, haben sie im Mutterland der Fussballfelder die Mutter aller GoogleMaps-Overlayer gebaut. BBC Dimensions heißt die Seite und da kann man sich das dann mal anschauen wie das gewesen wäre, wenn die Mongolen an Bielefeld vorbeigezogen wären. (Bild oben die Flutkatastrophe in Pakistan)

BBC DIMENSIONS

[Danke Steffen]